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Donnerstag, 1. Juli 2021

Deep Purple – Who Do We Think We Are

 



Deep Purple – Who Do We Think We Are


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar
Ian Gillan – vocals
Roger Glover – bass
Jon Lord – keyboards
Ian Paice – drums, percussion




Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Hard Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Woman From Tokyo (5:51)
2. Mary Long (4:26)
3. Super Trouper (2:56)
4. Smooth Dancer (4:13)
5. Rat Bat Blue (5:26)
6. Place In Line (6:31)
7. Our Lady (5:20)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2000:

8. Woman From Tokyo ('99 Remix) (6:37)
9. Woman From Tokyo (Alternate Bridge) (1:26)
10. Painted Horse (Studio Out-Take) (5:51)
11. Our Lady ('99 Remix) (6:06)
12. Rat Bat Blue (Writing Session) (0:56)
13. Rat Bat Blue ('99 Remix) (5:49)
14. First Day Jam (Instrumental) (11:26)

Gesamtspieldauer: 1:12:32



„Who Do We Think We Are“ heißt das siebte Studioalbum der englischen Hardrock-Band Deep Purple. Es wurde am 13. Januar 1973 auf dem bandeigenen Plattenlabel Purple Records veröffentlicht und über die EMI vertrieben. „Who Do We Think We Are“ war das letzte Album von Deep Purple mit Sänger Ian Gillan und Bassist Roger Glover bis zum 1984er Studioalbum „Perfect Strangers“.

Musikalisch gesehen bedeutete „Who Do We Think We Are“ für Deep Purple eine Entwicklung hin zum Blues Rock. Damit war die Band vor allen Dingen in den USA besonders angesagt und erfolgreich und wurde dort sogar zur erfolgreichsten Band des Jahres 1973. Dies allerdings auch durch die ebenso in 1973 erfolgte Veröffentlichung des Live-Albums „Made In Japan“ und weitere Verkäufe des ein Jahr zuvor veröffentlichten „Machine Head“. Der Klassiker des Albums schlechthin ist natürlich gleich der Opener „Woman From Tokyo“. Eine rockende Nummer, Hard Rock selbstverständlich, zu der Jon Lord eine groovende Pianoeinlage beisteuert.

Ansonsten klingt „Who Do We Think We Are“ professionell und routiniert, gehört für mich allerdings nicht zu den Höhepunkten im Schaffen der Band. Die Entstehung des Albums und die anschließende Tournee waren von Streitereien, wohl auch über die musikalische Ausrichtung der Band geprägt, sodass – wie bereits erwähnt – Ian Gillan und Roger Glover Deep Purple im Juni 1973 verließen. Vielleicht ist diese Uneinigkeit im Entstehungsprozess auch der Grund, warum das Album so rar mit Höhepunkten angefüllt ist. Die Lieder lassen sich alle gut anhören, doch richtig zu packen, das verstehen die Titel auf „Who Do We Think We Are“ nicht mehr.

Die remasterte Ausgabe des Albums enthält einige Bonus Tracks. Besonders zu erwähnen ist dabei die letzte Nummer „First Day Jam“, auf der man Ritchie Blackmore am Bass hört, da Roger Glover zu der Zeit noch im Stau festhing. Ein Deep Purple Lied ohne Gitarren… das kann auch nur ein Jam sein. Interessant zu hören trotzdem.

Fazit: „Who Do We Think We Are“ ist ein Album ohne große Höhepunkte geworden, nimmt man mal den ersten Titel „Woman From Tokyo“ aus. Ansonsten klingt die Scheibe professionell und routiniert, allerdings läuft vieles darauf auch einfach so durch. Deep Purple haben sich mit „Who Do We Think We Are“ etwas mehr dem Blues Rock angenähert. Definitiv kein Höhepunkt im Schaffen von Deep Purple. Acht Punkte.

Anspieltipps: Woman From Tokyo, Rat Bat Blue



Montag, 29. März 2021

Deep Purple – Infinite

 



Deep Purple – Infinite


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Steve Morse – guitars
Roger Glover – bass
Ian Paice – drums
Don Airey – keyboards


Gastmusiker:

Bob Ezrin – additional keyboards, backing vocals & percussion
Tommy Denander – additional guitar (track 8)


Label: Ear Music


Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Hard Rock


Trackliste:

CD1:

1. Time For Bedlam (4:34)
2. Hip Boots (3:23)
3. All I Got Is You (4:42)
4. One Night In Vegas (3:23)
5. Get Me Outta Here (3:58)
6. The Surprising (5:57)
7. Johnny‘s Band (3:51)
8. On Top Of The World (4:01)
9. Birds Of Prey (5:47)
10. Roadhouse Blues (6:01)


CD2:

1. Time For Bedlam (4:59)
2. Fireball (3:26)
3. Bloodsucker (4:11)
4. Strange Kind Of Woman (7:41)
5. Uncommon Man (6:40)
6. The Surprising (6:01)
7. Lazy (7:47)
8. Birds Of Prey (5:47)
9. Perfect Strangers (7:10)
10. Space Truckin‘ (5:02)
11. Smoke On The Water (6:40)
12. Peter Gunn / Hush (7:40)
13. Black Night (7:25)

Gesamtspieldauer CD1 (45:43) und CD2 (1:20:34): 2:06:17



„Infinite“ (stilisiert als „infinite“) heißt das zwanzigste Studioalbum der englischen Rockband Deep Purple. Es erschien am 7. April 2017 auf dem Plattenlabel Ear Music und wurde von Bob Ezrin produziert. In Deutschland kletterte auch dieses Album wieder auf Platz 1 der Charts, denn seit jeher befindet sich die größte Fanbasis von Deep Purple in Deutschland.

Und diese Fans werden auch auf „Infinite“ nicht enttäuscht. Die darauf zu hörende Musik ist eindeutig Deep Purple zuzuordnen. Schwerer bis fetter Orgelklang, lockerer Gitarrensound und dazu die unverwechselbare Stimme des Ian Gillan. Dabei gehen Deep Purple keine Experimente ein, verlassen sich auf Altbewährtes, ohne dabei altbacken zu klingen. Wer freilich etwas Neues von den Rockern hören wollte, wird dies auf „Infinite“ nicht finden, dafür eine Ausweitung der bisherigen Deep Purple Musik dieses Jahrtausends.

Besonders gelungen klingen dabei der Opener „Time For Bedlam“, der einen perfekt in das Album einleitet und bereits vorwegnimmt, auf was man sich auf „Infinite“ einzustellen hat. Nächster Höhepunkt ist das Lied „All I Got Is You“. Klasse Melodie, cooler Groove. „The Surprising“ ist dann ein sehr gefühlvolles Lied, erneut mit wunderschöner und eingängiger Melodie ausgestattet. Und schließlich sollte an dieser Stelle auch noch „Birds Of Prey“ Erwähnung finden. Bei diesem Titel klingen Gitarren und Orgel erneut schwerer, ein Lied, angesiedelt irgendwo im Bereich zwischen Hard Rock und eingängigem, fast schon symphonischem Rock.

Als Zugabe erhält man mit dieser Ausgabe des Albums eine zweite CD mit einem Live-Mitschnitt des 2017er Auftritts der Band auf dem Hellfest. Die Soundqualität ist dabei gut und lässt einen so ganz tief in die lange musikalische Geschichte der Band einsteigen, denn die Titelauswahl reicht über viele Jahrzehnte Deep Purple Musik hinweg. Eine wahrlich gelungene Zugabe.

Fazit: „Infinite“ unterhält. Viele der Lieder des Albums gehen sehr schnell ins Ohr, die Zutaten der Musik von Deep Purple sind bekannt und würzen auch auf diesem Album die einzelnen Lieder sehr gut. Rockig klingt „Infinite“ zumeist, doch es finden sich auch ruhigere Passagen auf der Platte. Klasse Melodien gibt es hier zu entdecken, sodass sich „Infinite“ nicht nur für eingefleischte Deep Purple Fans lohnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Time For Bedlam, All I Got Is You, The Surprising, Birds Of Prey



Sonntag, 27. September 2020

Deep Purple – Whoosh!




Deep Purple – Whoosh!


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Steve Morse – guitars
Roger Glover – bass
Ian Paice – drums
Don Airey – keyboards


Label: earMUSIC


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Rock


Trackliste:

1. Throw My Bones (3:38)
2. Drop The Weapon (4:23)
3. We‘re All The Same In The Dark (3:44)
4. Nothing At All (4:42)
5. No Need To Shout (3:30)
6. Step By Step (3:34)
7. What The What (3:32)
8. The Long Way Around (5:39)
9. The Power Of The Moon (4:08)
10. Remission Possible (1:38)
11. Man Alive (5:35)
12. And The Address (3:35)
13. Dancing In My Sleep (3:51)

Gesamtspieldauer: 51:38




„Whoosh!“ heißt das bereits einundzwanzigste Studioalbum der englischen Band Deep Purple. Das Album erscheint genau 52 Jahre und drei Wochen nach ihrem Debut-Album „Shades Of Deep Purple“, zu dem auf „Whoosh!“ sogar Bezug genommen wird. Schlagzeuger Ian Pace ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Band und mit den Liedern „Throw My Bones“, „Man Alive“ (in dem übrigens dieses „Whoosh!“ auftaucht) und „Nothing At All“ bekam man in den letzten Monaten bereits eine kleine Einstimmung auf dieses neue Scheibe.

Ich freue mich immer sehr, wenn irgendwelche Heroen der Kindheit wieder etwas von sich hören lassen. Und Deep Purple begleitet sicher einige Menschen bereits durch ihr ganzes musikalisches Leben. Natürlich ist es allein deswegen spannend zu erfahren, wie die Band nun, im Jahr 2020 klingt.

Legt man das Album ein, hört es zum ersten Mal, stellt man schnell fest, dass die Musik von Deep Purple auf „Whoosh!“ sehr eingängig klingt. Die Lieder gehen wirklich schnell ins Ohr, beim dritten und vierten Mal des Hörens klingen sie fast schon wie „alte Vertraute“. Dabei rocken die fünf Musiker sehr gut, zu „hart“ wird es allerdings an keiner Stelle des Albums. Die Parts, die sich früher Ritchie Blackmore und Jon Lord geteilt haben, diese teilen sich jetzt Steve Morse und Don Airey. Fraglich ist an dieser Stelle lediglich, ob Ritchie Blackmore sich dieses Verhältnis hätte gefallen lassen. Wahrscheinlich eher nicht, er hätte wohl getobt. Denn auf „Whoosh!“ ist die Instrumentierung schon leicht in Richtung der Tasteninstrumente verschoben, obwohl Steve Morse durchaus auch einige schöne Gitarrenläufe und Soli zum Gesamteindruck beiträgt. Das hätte meiner Meinung nach aber durchaus etwas häufiger passieren können.

Klasse, wie druckvoll Ian Paice immer noch die Drumsticks schwingt und auch die Stimme des Ian Gillan klingt im Alter noch sehr gut. Immerhin wird er am 19. August bereits 75 Jahre alt. Natürlich könnte er heutzutage kein „Child In Time“ mehr wie 1970 einsingen, doch seine Stimme überzeugt bei den Liedern auf „Whoosh!“ noch absolut.

Einen Ringschluss bilden Deep Purple mit dem Instrumentalstück „And The Address“. Dies ist der erste Titel auf „Shades Of Deep Purple“ und war damit bereits auf dem Debut-Album der Band im Jahr 1968 zu hören. Auf „Whoosh!“ ist er um eine Minute gekürzt worden und mir gefällt das Original sogar noch etwas besser, da ich es ausschweifender und rauer finde, aber das ist eben Geschmackssache oder weil ich diese erste Fassung des Liedes schon sehr lange kenne.

Fazit: „Whoosh!“ überzeugt. Ganz klar, es ist kein zweites „In Rock“, „Machine Head“, „Burn“ oder „Perfect Strangers“. Trotzdem vermittelt dieses Album dieses „Deep Purple-Feeling“ und es mag durchaus sein, dass beim Hören immer auch eine Prise Nostalgie mitschwimmt. Doch egal, „Whoosh!“ rockt, geht ins Ohr und es gibt Deep Purple eben auch 52 Jahre später noch. Ich freue mich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Throw My Bones, Step By Step



Montag, 21. März 2016

Deep Purple – Made In Europe




Deep Purple – Made In Europe


Besetzung:

Ritchie Blackmore – lead guitar
David Coverdale – lead vocals
Glenn Hughes – bass and vocals
Jon Lord – hammond organ and keyboards
Ian Paice – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Burn (7:32)
2. Mistreated (11:32)
3. Lady Double Dealer (4:15)
4. You Fool No One (16:42)
5. Stormbringer (5:38)

Gesamtspieldauer: 45:47




„Made in Europe” war nach „Made in Japan” das zweite Deep Purple Live Album, welches die Band veröffentlichte. Aufgenommen wurde es in Graz, Paris und vor allen Dingen Saarbrücken auf der Tour des Jahres 1975, kurz bevor Ritchie Blackmoore Deep Purple verließ. Im Oktober 1976 wurde die Scheibe, bei der es sich dieses Mal nicht wie bei „Made In Japan“ um ein Doppelalbum handelte, im Oktober 1976. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Deep Purple allerdings inzwischen bereits vollständig aufgelöst. Auf „Made In Europe“ sind Lieder aus den Alben „Burn“ und „Stormbringer“ enthalten, jenen beiden Platten eben, die mit den Musikern Blackmore, Coverdale, Hughes, Lord und Paice eingespielt und im Jahr 1974 veröffentlicht wurden.

„Made In Europe“ klingt logischerweise anders als „Made In Japan“, da hier auf einen anderen musikalischen Abschnitt der Band zurückgegriffen wurde. Die Platten „Burn“ und „Stormbringer“ sind sehr viel blueslastiger, als die Scheiben von Deep Purple zuvor, was sich selbstverständlich auch in der Musik auf „Made In Europe“ äußert. Auch hier gibt es allerdings lange Instrumentalpassagen und Abschnitte, in denen sich David Coverdale sowie die Instrumentalisten so richtig „austoben“ können. Die Musik klingt dort dann auch mitreißend und man ist fast schon betrübt, dass man auf solch einem Konzert nicht im Zuschauerraum dabei war und dieses wirklich „live“ genießen konnte.

Am Gelungensten auf „Made in Europe“, da einfach am Interessantesten, sind die beiden deutlich ausgedehnten und verlängerten Stücke „Mistreated“ und „You Fool No One“. Hier kommt dann auch der „Live-Charakter“ der Scheibe am besten zum Tragen. Dass „Made In Europe“ allerdings trotzdem nie das Niveau von „Made in Japan“ erreicht, liegt einzig und allein am Liedmaterial, welches nicht die Klasse des Vorgänger-Live-Albums besitzt. Der Live-Charakter des Albums, wenn es auch angeblich sehr stark bearbeitet beziehungsweise überarbeitet wurde, kommt zwar klar rüber, die Musik selbst ist in Ordnung, kann jedoch nicht mehr ganz so begeistern.

Fazit: Die Musik von Deep Purple hatte zu jeder Zeit und in jeder der unterschiedlichen Zusammensetzungen was. Überzeugen konnte diese praktisch immer. Blues Fans dürften dabei mit den drei Alben am besten bedient sein, auf denen David Coverdale singt. Zwei davon, nämlich „Burn“ und „Stormbringer“ bilden die Unterlage zu „Made in Europe“. Da ich persönlich eher von der rockigeren Seite der Band angesprochen werde, erreicht für mich „Made In Europe“ bei Weitem nicht da Niveau, welches noch „Made In Japan“ aufwies. Aber alles wie immer reine Geschmackssache. Nichtsdestotrotz, „Made In Europe“ ist wahrlich kein schlechtes Live-Album, überragend ist es allerdings auch nicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Burn, Mistreated



Freitag, 11. Dezember 2015

Deep Purple – Purpendicular




Deep Purple – Purpendicular


Besetzung:

Jon Lord – organ, keyboards
Ian Paice – drums
Ian Gillan – vocals, harmonica
Roger Glover – bass guitar
Steve Morse – guitar


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Vavoom: Ted The Mechanic (4:17)
2. Loosen My Strings (5:59)
3. Soon Forgotten (4:47)
4. Sometimes I Feel Like Screaming (7:31)
5. Cascades: I'm Not Your Lover (4:43)
6. The Aviator (5:20)
7. Rosa's Cantina (5:12)
8. A Castle Full Of Rascals (5:11)
9. A Touch Away (4:36)
10. Hey Cisco (5:53)
11. Somebody Stole My Guitar (4:09)
12. The Purpendicular Waltz (4:43)

Gesamtspieldauer: 1:02:28




Das erste Album nach der endgültigen Demission des Ritchie Blackmore, die erste Scheibe mit Steve Morse als Gitarristen, das fünfzehnte Album von Deep Purple überhaupt, dieses Album erschien im Jahr 1996 mit dem Titel „Purpendicular“. Diese Platte ist durchaus nicht ganz unumstritten bei den Fans der Band. Das liegt sicherlich daran, dass Deep Purple nicht mehr so klingen, wie sie zuvor geklungen haben. Nun, das ist eine unbestreitbare Tatsache, „Purpendicular“ klingt nicht mehr nach den „alten“ Deep Purple. Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen, denn beim Durchhören der Scheibe fällt sofort auf, dass die Band sich etwas weiter vom Hard Rock entfernt hat, Deep Purple wurden auf „Purpendicular“ etwas poppiger.

Das soll jedoch nicht heißen oder bedeuten, dass die Band gar nicht mehr wiederzuerkennen wäre. An manchen Stellen hört man dann doch noch die für Jon Lord so typische Orgel oder auch der Gesang des Ian Gillan schafft eindeutig Verbindungen zu früheren Werken von Deep Purple. Trotzdem klingt die Band hier anders. Sie ist wirklich weicher und durchaus auch etwas poppiger geworden. All dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig etwas Negatives. Denn Deep Purple klingen auf „Purpendicular“ sehr abwechslungsreich. Die härteren Nummern gibt es ja noch, nur dazu gesellen sich nun eben auch etwas gemäßigtere Töne.

Gerade der Anfang dieses Albums ist dabei sehr gelungen. Ist „Vavoom: Ted The Mechanic” durchaus noch ein Rocker, ist „Loosen My Strings“ bereits etwas sanfterer aufgezogen – wir sprechen hier aber immer noch von Rock! – und dieses Stück weiß gerade wegen der Melodie zu überzeugen, die wirklich schnell ins Ohr geht. Der Refrain selbst besitzt dabei durchaus Ohrwurmcharakter. „Soon Forgotten“ beginnt mit einem fetten Orgelsound des Jon Lord und klingt dann so herrlich schräg. Solch einen Titel hat es auf den vierzehn zuvor erschienen Platten der Band noch nicht gegeben. Den Gesang vollführen dabei ganz viele Ian Gillans gleichzeitig. Das klingt auf seine Art witzig und auf jeden Fall außergewöhnlich. Sehr hörenswert. Es folgen noch neun weitere Lieder. Klar wird hier dem einen dieses, der anderen vielleicht jenes Lied besser gefallen. Geschmackssache mal wieder. Das ist allerdings auch das Schöne an dieser Platte, die jede Menge Facetten aufweist und gerade dadurch interessant wird.

Fazit: Seit „Purpendicular“ ist Ritchie Blackmore, der Deep Purple unzweifelhaft sehr stark mitgeprägt hat, Geschichte. Die Musik hat sich verändert, zweifelsohne. Steve Morse hält sich auf „Purpendicular“ auch noch irgendwie zurück. Die Nummern haben alle fünf Musiker zusammen geschrieben, vielleicht trug dies auch zum anderen Sound und zur anderen Stimmung der Platte bei. Und auch wenn Deep Purple hier nicht mehr so hart klingen, finde ich hier jede Menge Musik, die mich überzeugt. Nicht alles, klar, aber es kann ja auch irgendwie kein zweites „April“ oder „Child In Time“ mehr geben und –Weia – das ist doch schon so lang vorbei. Neun Punkte.

Anspieltipps: Loosen My Strings, Soon Forgotten, A Touch Away



Donnerstag, 3. Dezember 2015

Deep Purple – The Battle Rages On…




Deep Purple – The Battle Rages On…


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Ritchie Blackmore – guitar
Jon Lord – organ, keyboards
Roger Glover – bass
Ian Paice – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. The Battle Rages On (5:57)
2. Lick It Up (4:00)
3. Anya (6:32)
4. Talk About Love (4:07)
5. Time To Kill (5:51)
6. Ramshackle Man (5:34)
7. A Twist In The Tale (4:17)
8. Nasty Piece Of Work (4:36)
9. Solitaire (4:42)
10. One Man's Meat (4:38)

Gesamtspieldauer: 50:17




„The Battle Rages On...“ heißt es, das vierzehnte Studio-Album der Rock-Formation Deep Purple. Und zum zweiten Mal hatte sich die „klassische“ Deep Purple Besetzung wiedervereinigt, die das Meisterwerk „Child In Time“ 1970 erschaffen hatte und aus den Musikern Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Jon Lord, Roger Glover und Ian Paice bestand. Und nun, dreiundzwanzig Jahre danach, wollten sie es also auch noch zum dritten Mal wissen, nachdem in den 80er Jahren noch „Perfect Strangers" und „The House Of Blue Light" in dieser Besetzung eingespielt worden waren.

Allerdings stand diese Wiedervereinigung wohl unter keinem guten Stern, denn die Musiker waren sich anscheinend immer noch spinnefeind, vor allem Ian Gillan und Ritchie Blackmore hatten da ihre Probleme. Ian Gillan war auf Bitten von Lord, Paice und Glover zurückgekehrt, gegen den Willen des Ritchie Blackmore. Dies gipfelte schließlich in dem Umstand, dass man tunlichst versuchte sich im Studio nicht über den Weg zu laufen. Das Ganze eskalierte schließlich später auf der Tour zum Album, während der Ritchie Blackmore darum bat, aus der Band entlassen zu werden und auch nicht mehr zu einem Weitermachen überzeugt werden konnte. Ersetzt wurde er schließlich auf dieser Tour durch Joe Satriani, der zunächst auch als vollständiger Nachfolger Ritchie Blackmores gehandelt wurde, jedoch aufgrund von Verträgen nicht festes Bandmitglied werden konnte. Das wurde schließlich Steve Morse, jedoch ist das eine andere Geschichte.

Die Musik auf „The Battle Rages On...“ hat leider nur noch bedingt etwas mit den früheren Werken von Deep Purple zu tun. Die Musik stammt hauptsächlich von Ritchie Blackmore, Ian Gillan und Roger Glover. Jon Lord wird lediglich bei drei Titeln als Co-Autor erwähnt. Diese haben es allerdings durchaus in sich, denn darunter befindet sich der Titeltrack „The Battle Rages On“, ein wirklich überzeugender Rocker, melodiös, abwechslungsreich, hart und zugleich eingängig. Dann ist da noch „Anya“, welches so herrlich verträumt mit spanischer Gitarre eingeleitet wird und sich dann ebenfalls zu einem überzeugenden und eingängigen Hard Rock Titel entwickelt. Und schließlich wird „Nasty Piece Of Work“, das dritte Lied mit Jon Lord-Beteiligung, von einem fetten Orgelsound dominiert, der Erinnerungen an längst vergangene Zeiten aufkommen lässt.

Allgemein klingt „The Battle Rages On...“ jedoch irgendwie relativ wenig nach Deep Purple. Klar hört man es am Gesang des Ian Gillan, an manchem Solo des Ritchie Blackmore oder am Orgelsound des Jon Lord, doch größtenteils klingt die Platte ein wenig austauschbar zu anderen Rock Bands. Die Aura des Besonderen haben Deep Purple auf „The Battle Rages On...“ ein klein wenig verloren. Was allerdings nicht heißen soll, dass das Album so gar nicht zünden würde. Neben den bereits erwähnten Stücken ist das, was die fünf Musiker hier ihren Hörern bieten durchaus noch hörenswert. Gut gemachter Hard Rock eben, der mal mehr, mal weniger mitreißend klingt. Allerdings erreicht diese Musik eben nicht mehr ganz die Klasse mancher Vorgängeralben.

Fazit: Durchaus überzeugenden Hard Rock gibt es auf „The Battle Rages On...“ zu hören, wenn auch keinen mitreißenden mehr. An vielen Stellen wird einem einfach nicht mehr bewusst, dass das gerade Deep Purple sind, die man da zu hören bekommt. Für Deep Purple Fans ist diese Platte natürlich von Bedeutung und auch Freunde des Hard Rocks dürften Gefallen an dem Album finden. Wer jedoch in den Kosmos dieser stilprägenden Band einsteigen möchte, der oder dem seien frühere Alben etwas mehr ans Herz gelegt. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Battle Rages On, Anya, Solitaire



Montag, 23. November 2015

Deep Purple – Slaves And Masters





Deep Purple – Slaves And Masters


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitars
Jon Lord – organ, keyboards, string arrangements
Ian Paice – drums
Roger Glover – bass, backing vocals
Joe Lynn Turner – vocals


Gastmusiker:

Jesse Levy – string orchestra conduction


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. King Of Dreams (5:28)
2. The Cut Runs Deep (5:42)
3. Fire In The Basement (4:43)
4. Truth Hurts (5:14)
5. Breakfast In Bed (5:17)
6. Love Conquers All (3:47)
7. Fortuneteller (5:48)
8. Too Much Is Not Enough (4:18)
9. Wicked Ways (6:33)

Gesamtspieldauer: 46:54




„Slaves And Masters“ heißt das dreizehnte Studioalbum von Deep Purple, welches in der fünften Besetzung der Band im Oktober 1990 veröffentlicht wurde. Es ist die einzige Platte der Band, auf der Sänger Joe Lynn Turner zu hören ist. Bei Fans wie bei Kritikern wird die Scheibe nicht besonders hoch gehandelt und innovativ ist das auch nicht, was man da auf „Slaves And Masters“ zu hören bekommt. Wenn man allerdings Hard Rock mag, wird man als Musikkonsument schon durchaus ordentlich bedient.

Joe Lynn Turner hatte vorher schon mit Ritchie Blackmore zusammengearbeitet. Drei Alben von Rainbow hatten beide zusammen aufgenommen und jetzt, nachdem Ian Gillan mal wieder ausgestiegen war, wurde diese Zusammenarbeit erneuert. Nun, das Ergebnis kann sich zwar durchaus hören lassen, man muss jedoch auch zugeben, dass „Slaves And Masters“ eines der langweiligsten Alben von Deep Purple geworden ist. Richtig begeisternd klingt auf dieser Scheibe nichts, auch wenn es wie gesagt noch nicht mal eine schlechte Platte ist – allerdings auch keine richtig gute.

Auf „Slaves And Masters“ hört man Hard Rock der eher konventionellen Art und Weise. Nichts Spektakuläres, nichts Außergewöhnliches. Alles ist handwerklich durchaus gut und überzeugend gemacht, jedoch dieses knieerweichende Gitarrensolo des Ritchie Blackmore oder der fette und volle Orgelsound den Jon Lord, all das fehlt leider. Stattdessen hört man etwas angepasst klingende Gitarren und jede Menge unspektakulären Keyboardsound. Die Lieder gehen zwar durchaus auch ins Ohr, hinterlassen dort jedoch leider nicht allzu viele Spuren.

Fazit: „Slaves And Masters“ ist das einzige Deep Purple Album, bei dem man Joe Lynn Turner singen hört. Und es liegt ganz bestimmt nicht an ihm, dass „Slaves And Masters“ irgendwie nicht so restlos überzeugen kann. Es sind die Titel selbst, die einfach nicht mehr die Qualität vergangener Jahre besitzen. Das klingt alles so unglaublich rund und geschliffen, ganz nett eben, jedoch nicht mehr mitreißend. Leider klingt „Slaves And Masters“ noch maximal nach Durchschnitt. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Cut Runs Deep, Wicked Ways



Donnerstag, 13. August 2015

Deep Purple – Perfect Strangers




Deep Purple – Perfect Strangers


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar
Jon Lord – organ, keyboards
Ian Paice – drums
Ian Gillan – vocals
Roger Glover – bass, synthesizer


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Knocking at Your Back Door (7:09)
2. Under The Gun (4:40)
3. Nobody's Home (4:01)
4. Mean Streak (4:26)
5. Perfect Strangers (5:31)
6. A Gypsy's Kiss (5:14)
7. Wasted Sunsets (3:58)
8. Hungry Daze (5:01)
9. Not Responsible (4:53)
10. Son Of Alerik (10:01)

Gesamtspieldauer: 54:56




Acht Jahre, nachdem Deep Purple sich aufgelöst hatten und die einzelnen Musiker der zweiten Band-Zusammensetzung, also Ritchie Blackmore, Jon Lord, Ian Gillan, Ian Paice und Roger Glover mit anderen Bands oder auch solo Erfolge feiern konnten, kamen die fünf Musiker wieder zusammen, um Deep Purple noch einmal aufleben zu lassen. Heute, im Jahr 2015 gibt es die Band immer noch, wenn auch in erneut anderer Zusammensetzung. Fans sowie Kritiker waren sehr gespannt, was die wiedervereinten Deep Purple ihren Fans nun bieten würden. „Back to the Roots“ oder etwa ganz neue Wege gehen? Es war eher ein neuer Weg, der beschritten wurde, denn wie die alten Deep Purple klangen die Musiker auf dem inzwischen elften Studio-Album aus dem Jahr 1984 wahrlich nicht mehr.

Auf „Perfect Strangers“ gibt es keinen Blues mehr zu hören, auch jegliche progressive Ansätze, wie zu Beginn der Bandgeschichte, sind verschwunden. „Perfect Strangers“ ist randvoll angefüllt mit Hard Rock. Hard Rock, der durchaus in den 80er Jahren angekommen ist, wie der Einsatz des Keyboards immer wieder nahelegt. Hard Rock, der auch geprägt ist durch die Betätigungsfelder der Musiker in der Pause von Deep Purple. Solch eine Nummer wie „A Gypsy's Kiss“ hätte durchaus auch auf einem Rainbow-Album Platz finden können. Der Einfluss von Ritchie Blackmore auf „Perfect Strangers“ ist unüberhörbar. Logischerweise. Aber die Platte ist kein Rainbow 2.0 geworden, da eben auch der Einfluss von Jon Lord unüberhörbar ist. Dieser fette Orgelsound, der vielen der Titel jede Menge Fülle verleiht, dieser ist eben auch typisch für Deep Purple und gleichzeitig ein starkes Wiedererkennungsmerkmal der Band.

Auf „Perfect Strangers“ gibt es sehr melodischen Hard Rock zu hören, Lieder, die wahrlich schnell ins Ohr zu gehen verstehen. Stellvertretend dafür stehen auch zwei der drei Single-Auskopplungen der Platte. Zum einen der Opener „Knocking At Your Back Door“, zum anderen der Titel-Track „Perfect Strangers“. Beide Nummern sind mit ganz markanten Orgel- beziehungsweise Keyboardläufen ausgestattet, alles klingt sehr melodiös und harmonisch und Ritchie Blackmore schenkt den Liedern klasse Gitarrensoli. Dabei handelt es sich bei dieser Musik um Hard Rock, der hier äußerst eindringlich dargeboten wird. Und dabei muss man wahrlich alle Musiker loben. Ian Gillan singt wie zu besten Zeiten und die Rhythmus-Fraktion um Ian Paice und Roger Glover spielt treibend nach vorne und immer absolut auf den Punkt. Wahrlich überzeugend.

Fazit: Deep Purple kamen nach einer Auszeit von acht Jahren zurück. Dabei geben sie sich keineswegs retro, schmeißen allerdings auch nicht absolut alles über Bord, was diese Band ausmachte. Auf „Perfect Strangers“ hört man Hard Rock, der sich von seinen Wurzeln, dem Blues ein ganz schönes Stück entfernt hat, jedoch immer noch als Deep Purple Musik zu erkennen ist. Deep Purple sind mit diesem Album mehr in der Mitte des Musikmarktes angekommen, von Mainstream möchte ich da allerdings noch nicht reden. Die einzelnen Titel zünden und bleiben hängen. Nicht jeder Band, die sich nach Jahren der Abstinenz wieder neu formierte, gelang ein solches Comeback. Durchaus hörenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Knocking At Your Back Door, Perfect Strangers, A Gypsy's Kiss



Samstag, 10. Januar 2015

Deep Purple – Made In Japan




Deep Purple – Made In Japan


Besetzung:

Ritchie Blackmore – lead guitar
Ian Gillan – vocals, harmonica, percussion
Roger Glover – bass
Jon Lord – organ, piano
Ian Paice – drums


Label: Purple


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Highway Star (6:52)
2. Child In Time (12:25)
3. Smoke On The Water 7:32)
4. The Mule (9:50)
5. Strange Kind Of Woman (9:36)
6. Lazy (10:51)
7. Space Truckin (19:42)

Gesamtspieldauer: 76:44




Nun, manche Besprechungen kann man im Grunde genommen sehr kurz machen. Eine davon ist „Made In Japan“ von Deep Purple. Denn die oder derjenige Musikfreund(in), die oder der gerne Hard Rock hört, kommt mit diesem Album voll auf ihre beziehungsweise seine Kosten. Genauso verhält es sich bei Freunden von Live-Music. Die Platte wurde aus drei Konzerten, die am 15. und 16. August in Osaka und am 17. August 1972 in Tokio stattfanden, zusammengeschnitten. Auch wenn es sich nicht um ein einziges Konzert handelt, die Scheibe wirkt. Nun, man ist bei diesen drei Konzerten zwar nicht „live“ dabei, wenn man jedoch die Kopfhörer aufsetzt, die Anlage ordentlich aufgedreht hat und die Augen schließt, dann wirkt das fast so. Unglaublich verspielt wirkt die Band hier. Jeder Musiker bekommt seinen Raum zugedacht und eingeräumt und so darf man sich auch nicht wundern, dass sich auf einem ehemaligen Doppelalbum lediglich sieben Nummern befinden. Die Scheiben quellen nur so über vor Soli der verschiedenen Instrumente.

Auch die Songauswahl ist allererste Güte und diese, um über zwei Minuten verlängerte Version von „Child In Time“ sucht sowieso vergeblich ihr Pendant. Besser kann auf Platte gepresste Live-Musik nicht klingen. Unglaublich auch, dass Ian Gillan dieses Lied auch auf der Bühne genauso zu singen im Stande war, wie im Tonstudio. Nicht nur unglaublich, fast schon unfassbar. Alles ist perfekt abgemischt, jedes Instrument hat die Chance zu wirken und somit haben die fünf Musiker von Deep Purple hier wahrlich eines der allerbesten Live-Alben aller Zeiten geschaffen. Man hört förmlich heraus, wie sehr die Musiker Spaß haben zusammen zu spielen. Dabei sind dies alles auch Virtuosen auf ihren Instrumenten. Einfach nur beeindruckend.

Fazit: Nur eine kleine Wiederholung: Wer auf Platte gepresste Live-Musik und Hard Rock mag, es genießen kann, wie Musiker in ihren Werken aufgehen und die Verspieltheit in der Musik liebt, genau für die oder den wurde diese Platte produziert und veröffentlicht. Macht einfach Spaß. Wahrlich eines der besten Live-Alben aller Zeiten. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Child In Time



Sonntag, 6. April 2014

Deep Purple – In Concert With The London Symphony Orchestra (DVD)




Deep Purple – In Concert With The London Symphony Orchestra (DVD)


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Steve Morse – guitar
Roger Glover – bass
Jon Lord – keyboards
Ian Paice – drums


Gastmusiker:

Paul Mann – conductor
Aitch McRobbie – vocals
Margo Buchanan – vocals
Pete Brown – vocals
Mario Argandona – vocals, percussion
Sam Brown – vocals on "Wait A While"
Miller Anderson – vocals on "Pictured Within"
Ronnie James Dio – vocals on "Sitting In A Dream", "Love Is All"
Graham Preskett – violin on "Love Is All"
Eddie Hardin – piano on "Love Is All"
Annie Whitehead – trombone
Paul Spong – trumpet, flugelhorn
Roddy Lorimer – trumpet, flugelhorn
Simon C. Clarke – baritone/alto sax/flute
Tim Sanders – tenor/soprano sax
Dave LaRue – bass
Van Romaine – drums


Label: Eagle Rock Entertainment


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: verklassischster Rock


Trackliste:

1. Pictured Within
2. Wait A While
3. Sitting In A Dream
4. Love Is All
5. Wring That Neck
6. Concerto For Group And Orchestra - Movement I
7. Concerto For Group And Orchestra - Movement II
8. Concerto For Group And Orchestra - Movement III
9. Ted The Mechanic
10. Watching The Sky
11. Sometimes I Feel Like Screaming
12. Pictures Of Home
13. Smoke On The Water

Gesamtspieldauer: 1:59:31




Im Jahr 2000 veröffentlichte Deep Purple ihr Konzert, welches sie in der Royal Albert Hall zusammen mit dem London Symphony Orchestra am 25. und 26. September 1999 aufgenommen hatten. Hierzu gibt es eine CD-Version wie vorliegende DVD, auf der allerdings nicht alle gespielten Titel enthalten sind.

Dreißig Jahre nach seinem „Concerto For Group And Orchestra“ des Jon Lord, von dem allerdings die Originalpartitur verloren gegangen war, gab es eine Neuauflage in der Royal Albert Hall. Es wurde recherchiert und zusammengetragen, um möglichst dem Original dreißig Jahre zuvor nahe zu kommen. Dieses Mal wurde das Ganze allerdings mit dem London Symphony Orchestra eingespielt und nicht wie Ende der 60er Jahre mit dem Royal Philharmonic Orchestra. Dazu wurden noch einige andere Stücke der Band auf die klassische Schiene gesetzt, soll heißen mit Streichern und Bläsern unterlegt.

Logischerweise kann man bezüglich eines solchen Ansatzes skeptisch sein. Manche Rock-Musiker versuchen ihre Kunst anscheinend dadurch aufzuwerten, indem sie sich auch der ernsteren Musik nähern. Das hat bei Roger Waters „Ca Ira“, einer Oper in drei Akten nicht geklappt und genau so wenig bei vielen anderen Rockbands, die unbedingt ihre Titel mal von einem Orchester gespielt bekommen wollten. Allerdings haben Deep Purple schon einmal diese Verbindung von Rock und Klassik mit „April“ in Vollendung hinbekommen. Bei dieser Eigenkomposition aus dem Jahr 1969 passt einfach alles. Nun, aber hier? Es ist schön Ronnie James Dio zu sehen und zu hören, wenn er dann allerdings auf der Bühne „hoppeln“ muss, da die Musik an einen ungarischen Tanz erinnert, dann sieht man ihm direkt an, dass ihm das unangenehm ist. So ist das „Concerto For Group And Orchestra” noch ganz interessant, die restlichen Titel, in die klassische Musik übertragene Rock-Nummern, werfen allerdings immer wieder die Frage auf: „Was soll das?“

Fazit: Deep Purple machten und machen echt tolle Musik. Dieser DVD hier hätte es allerdings nicht bedurft. Wenn ich Rock hören will, dann höre ich Rock. Wenn ich Klassik hören möchte, dann höre ich Klassik. Warum aber soll man Rock-Musik im klassischen Gewand lauschen? Keine Ahnung, überflüssig. Punkte gibt es eigentlich nur für „Concerto For Group And Orchestra“, doch dieses Lied ist um Klassen schlechter, als besagtes „April“. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Concerto For Group And Orchestra



Dienstag, 7. Januar 2014

Deep Purple – The Book Of Taliesyn




Deep Purple – The Book Of Taliesyn


Besetzung:

Rod Evans – vocals
Ritchie Blackmore – lead guitar
Jon Lord – organs & vocals
Nick Simper – bass guitar & vocals
Ian Paice – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Rock


Trackliste:

1. Listen, Learn, Read On (4:05)
2. Wring That Neck (5:14)
3. Kentucky Woman (4:45)
4. Exposition/We Can Work It Out (7:08)
5. Shield (6:06)
6. Anthem (6:32)
7. River Deep, Mountain High (10:13)


Bonus Tracks:

8. Oh No No No (Studio Out Take) (4:25)
9. It's All Over (BBC Top Gear Session) (4:14)
10. Hey Bop A Re Bop (BBC Top Gear Session) (3:32)
11. Wring That Neck (BBC Top Gear Session) (4:43)
12. Playground (Remixed Instrumental Studio Out Take) (4:30)

Gesamtspieldauer: 1:05:25




Das zweite Album von Deep Purple „The Book Of Taliesyn”, ursprünglich 1968 veröffentlicht, wurde im Jahr 2000 in einer remasterten Fassung mit einigem Bonus-Material erneut aufgelegt. Vom Stil her hat diese Platte auch nur am Rande etwas damit zu tun, für was die Band in den 70ern stehen sollte. Klar ist das hier Rock, zum Teil auch bereits Hard Rock, dieser ist allerdings sehr viel verspielter, als auf den späteren Veröffentlichungen der Band. Die Scheibe stellt eine Art Einleitung zum nächsten Album „Deep Purple“ dar, in dem sie diesen progressiven Hard Rock noch verfeinern sollte. Wie beim Debut, so haben die Musiker auch hier Cover-Versionen bereits bekannter Titel beigefügt. Dieses Mal bediente sich Deep Purple bei Neil Diamond („Kentucky Woman“), bei den Beatles („We Can Work It Out”) und bei Ike und Tina Turner mit dem Titel „River Deep, Mountain High“. Und natürlich wurden diese Nummern an den Stil Deep Purples angepasst, wobei allerdings vor allem der Beatles-Titel in dieser Version nicht so recht überzeugen kann.

Die Musik bewegt sich auf „The Book Of Taliesyn“ allgemein zwischen den Ansätzen des Pop der 60er Jahre, den ersten Ausflügen des Hard Rock und progressiven, freieren Abschnitten, die oftmals durch lange Soloeinlagen an der Orgel oder der Gitarre gekennzeichnet sind. Und genau in diesen Teilen liegt auch die Stärke des Albums. Immer dann wenn die fünf Musiker ihrer Spielfreude kein Limit zu setzen scheinen, dann wirkt die Scheibe am Überzeugendsten. Das ist im Grunde genommen nie durchgängig der Fall, immer wieder jedoch phasenweise. Besonders dann allerdings, wenn die einzelnen Stücke mit Instrumentalabschnitten unterfüttert werden, die häufig den eigentlichen Reiz des Liedes ausmachen.

Die Scheibe beginnt mit der durchaus rockigen Nummer „Listen, Learn, Read On”. „Wring That Neck” ist im Anschluss daran ein Instrumentalstück, währenddessen sich Jon Lord und Ritchie Blackmore so richtig austoben. Fetter Orgelsound und ein ausschweifendes Gitarren-Solo in einem durchweg groovendem Stück. Es folgt die bereits erwähnte Cover-Version von „Kentucky Woman”. Sicherlich nicht der Höhepunkt des Albums – auch wenn es hier wieder zwei längere Soloparts von Jon Lord und Ritchie Blackmore zu hören gibt. Richtig gut gelungen ist dagegen „Exposition”. Eine zunächst sehr getragene Instrumentalnummer, die im weiteren Verlauf viel Fahrt aufnimmt. Sehr viel mehr gelungen als die bereits erwähnte Version von „We Can Work It Out“, in den das Stück nach einem Break schließlich übergeht. „Shield“ ist im Anschluss daran ein Lied, welches sich irgendwo zwischen Pop und Psychedelic bewegt und ganz klar mit jedem weiteren Hören wächst. Darauf folgt mit „Anthem“ eine Nummer, die bereits ein bisschen vorwegnimmt, was Deep Purple auf der nächsten Platte mit dem Stück „April“ in Vollendung darbringen sollten: die Verknüpfung von Klassik und Rock. Wie der Name schon ausdrückt, ist das Lied eine Art Hymne, etwas getragen, melodiös und eingängig, unzweifelhaft der damaligen Zeit zuzuordnen, jedoch kann es noch längst nicht so überzeugen, wie die Nummer auf dem Nachfolgealbum. Bliebe noch „River Deep, Mountain High”, mitunter etwas psychedelisch und pathetisch angehaucht und gerade in den Bereichen mit Gesang, nicht zuletzt aufgrund des etwas seltsamen Chorgesangs, durchaus gewöhnungsbedürftig.

Die fünf Zugaben sind soundtechnisch nicht immer erste Sahne, wobei hier vor allen die drei BBC Top Gear Sessions negativ auffallen. Die beiden Studio Outtakes können dagegen wieder etwas mehr überzeugen.

Fazit: „The Book Of Taliesyn” kommt nicht an den Nachfolger heran. Es scheint ein wenig so, dass hier noch ein bisschen probiert wurde, was dann auf „Deep Purple“ in Vollendung zelebriert werden konnte. Aber trotzdsem wahrlich kein schlechtes Album. Auch „The Book Of Taliesyn“ hat seine tollen Stellen und gerade in der Mitte des Albums auch Titel, die es sich als Rock-Fan zu hören lohnt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Shield, Anthem



Samstag, 23. November 2013

Deep Purple – Burn




Deep Purple – Burn


Besetzung:

Ritchie Blackmore – lead guitar
David Coverdale – vocals
Glenn Hughes – bass guitar, vocals
John Lord – keyboards
Ian Pace – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Burn (6:05)
2. Might Just Take Your Life (4:41)
3. Lay Down, Stay Down (4:20)
4. Sail Away (5:52)
5. You Fool No One (4:48)
6. What's Goin' On Here (4:58)
7. Mistreated (7:28)
8. “A” 200 (4:17)


Bonus Tracks der 30th Anniversary Edition:

9. Coronarias Redig (Single B-Side 2004 Remix) (5:32)
10. Burn (2004 Remix) (6:04)
11. Mistreated (2004 Remix) (7:30)
12. You Fool No One (2004 Remix) (4:59)
13. Sail Away (2004 Remix) (5:36)

Gesamtspieldauer: 1:12:10




„Burn“ ist bereits das achte Studio-Album der britischen Hard-Rocker von Deep Purple. Auf diesem Album haben Glenn Hughes und David Coverdale ihren ersten Auftritt, sie ersetzten Roger Glover und Ian Gillan. Und mit diesem Einschnitt in der Besetzung der Band erfolgte auch eine leichte Umorientierung in der Ausrichtung der Musik. Diese ist zwar immer noch Hard Rock, jedoch nun deutlich blueslastiger, als jene Veröffentlichungen der vorherigen Bandzusammensetzungen.

Mit dem Titellied „Burn“ geht es aber zu Beginn gleich noch mal in die Vollen. Toller Hard Rock wird hier geboten - mit einem Ritchie Blackmore in Höchstform. Dazu gesellt sich der fette Orgel-Sound des Jon Lord, ein klasse gelungener gesanglicher Auftakt des David Coverdale und fertig ist das Highlight des ganzen Albums. Auch „Might Just Take Your Life“ beginnt mit dichtem Orgel-Spiel, wird dann im weiteren Verlauf jedoch deutlich bluesiger als noch der Opener. Wieder etwas rockiger ist der dritte Song des Albums „Lay Down, Stay Down“ geartet, ohne dabei allerdings überzeugen zu können. Zwar glänzt hier Jon Lord mit tollen Pianoeinlagen, aber gerade der Refrain nervt ein wenig mit recht „seltsamem“ Background Gesang.

„Sail Away“ ist dagegen schon wieder sehr viel besser gelungen, besitzt einen tollen Groove und ist eher im Mid-Tempo beheimatet. „You Fool No One“ lebt mit von der Perkussion-Arbeit des Ian Pace und einem tollen Solo des Ritchie Blackmore, kann musikalisch aber sonst nicht wirklich zünden. „What's Goin' On Here“ klingt im Anschluss daran noch ein wenig bluesbetonter, als die bisherigen Titel und wem die Ader dafür fehlt, der wird auch mit dieser etwas „härteren“ Art dieses Musik-Genres nur wenig anzufangen wissen.

„Mistreated“ ist der zweite „Klassiker“ des Albums und der Titel, der Blues in Vollendung in sich trägt. Ein Nummer, die mitreißt und auch einen Höhepunkt im Schaffen der britischen Band darstellt. Beendet wird das ursprüngliche Album mit der etwas futuristischen Instrumentalnummer „“A” 200“, die so völlig untypisch für dieses Album, doch ganz gelungen ist.

Zum 30. Geburtstag des Albums wurde es neu remastert und mit fünf Zugaben versehen. Vier davon sind Remixe bereits vorhandener Titel und dann gibt es noch das Stück „Coronarias Redig“, eine rockige Instrumental-Nummer, die durchaus ihren Reiz besitzt.

Fazit: „Burn“ war für Deep Purple ein durchaus erfolgreiches Album. Dieses hält auch einige Höhepunkte im Schaffen der Band parat, wenn mir persönlich auch die geradlinigeren Rockstücke besser zusagen. Trotzdem eine sehr lohnenswerte Scheibe, wenn man auf Hard Rock in Verbindung mit Blues steht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Burn, Sail Away, Mistreated, Coronarias Redig




Mittwoch, 7. März 2012

Deep Purple – In Rock





Deep Purple – In Rock


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Ritchie Blackmore – guitar
Jon Lord – organ
Roger Glover – bass
Ian Paice – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1970 / 1995


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Speed King (5:53)
2. Bloodsucker (4:13)
3. Child In Time (10:18)
4. Flight Of The Rat (7:55)
5. Into The Fire (3:29)
6. Living Wreck (4:32)
7. Hard Lovin' Man (7:11)
8. Black Night (Single Version) (3:28)


Bonus Tracks:

9. Studio Chat 1 (0:34)
10. Speed King (Piano Version) (4:16)
11. Studio Chat 2 (0:27)
12. Cry Free (Roger Glover Remix) (3:22)
13. Studio Chat 3 (0:06)
14. Jam Stew (Unreleased Instrumental) (2:32)
15. Studio Chat 4 (0:41)
16. Flight Of The Rat (Roger Glover Remix) (7:55)
17. Studio Chat 5 (0:32)
18. Speed King (Roger Glover Remix) (5:53)
19. Studio Chat 6 (0:24)
20. Black Night (Roger Glover Remix) (4:48)




Hört man sich beide Platten hintereinander an, damit meine ich die dritte Veröffentlichung von Deep Purple mit dem Namen „Deep Purple“, sowie das vierte Album, „In Rock“, welches zeitlich gesehen nur ein Jahr später erschien, so ist es fast nicht zu glauben, dass es sich dabei um dieselbe Band handeln soll. Klar, es hatte zwei Wechsel gegeben. Ritchie Blackmore vor allem, wollte “härtere“ Musik machen und dazu schien der Band die Mitgliedschaft von Nick Simper und Rod Evans nicht geeignet. Und so wurden die beiden Musiker kurzerhand durch Roger Glover am Bass und Ian Gillan beim Gesang ersetzt. Aber trotzdem, solch ein Stilwechsel! Wahnsinn, so etwas hat kaum eine andere Band zustande gebracht.

Und ganz klar, „Deep Purple In Rock“ ist ein Meisterwerk. Denn mit ihm wurde das Genre „Hard Rock“ mitbegründet. So kompromisslos hatte bisher noch keine andere Band losgerockt. Solch einen schnellen Sound gab es so durchgängig bisher noch von keiner anderen Musikformation zu hören. Und somit ist „In Rock“ von Deep Purple wahrlich ein Meilenstein in der Geschichte der Rock-Musik.

Und von der Musik her? Jetzt wird es deutlich schwieriger, beziehungsweise differenzierter. Auf dem Album befindet sich „Child In Time“! Ein absoluter Übersong. Ein, ganz ohne Zweifel, 15 Punkte Lied. Diese Orgelmelodie, dieser zunächst so zurückhaltende Sound, dieser zunächst leise, fast schon schwebende Gesang. All das wird im Verlauf des Stücks mehr und mehr über Bord geworfen. Mit jedem Takt gewinnt der Song an Kraft, um sich zu steigern, weiter und immer weiter. Und schließlich explodiert fast alles. Die Musik, der Rhythmus, der Gesang. Dann kommt dieser Part mit dem Gitarrensolo. Ritchie Blackmore entlockt hier seinem Instrument die Töne in einer Geschwindigkeit, die bis dato kaum von anderen Bands beziehungsweise Gitarristen zu hören waren. Einfach mitreißend. Und wieder geht es einen Schritt zurück, in den ersten, ruhigen Teil des Stücks. Erneut steigert sich die Nummer dann allerdings in bis dahin noch nie gehörte Dimensionen. Ian Gillan singt, nein er schreit, nein, er fleht in einer Art und Weise, die vorher und nachher ihresgleichen sucht, jedoch nie finden wird. „Child In Time“ ist eine Hard Rock Symphonie von allererster Qualität, die im Grunde genommen nicht übertroffen werden kann. Das Lied hätte 15 Punkte verdient, wenn man nur einzelne Lieder bewerten würde.

Aber da gibt es ja noch jede Menge andere Stücke auf der Platte. Und die sind auch nicht schlecht – aber sie sind allerdings auch nichts Besonderes. Sie sind musikalischer Durchschnitt. Die Lieder krachen und treiben und explodieren zum Teil. Und darin liegt auch das Besondere der Stücke: Hier wird durchweg Hard Rock zelebriert und dies, in dieser Konsequenz und auf diese Weise, zum ersten Mal in der Geschichte der Rockmusik. Dadurch wird eine Atmosphäre geschaffen, von der das ganze Album lebt. Das macht den Stellenwert dieses Albums aus. Musikalisch gesehen gibt es allerdings sehr viel bessere Hard Rock Stücke, nicht nur von Deep Purple, auch von anderen Bands. Ausnahme das schon erwähnte „Child In Time“. Und musikalisch interessanter, abwechslungsreicher und packender war insgesamt das Vorgängeralbum. Der Ehrlichkeit halber muss man hier allerdings auch anführen, dass genau dieses Vorgängeralbum bei vielen Deep Purple Fans als eines der schlechteren in der Discographie der Band angesehen, wohingegen „In Rock“ als der Meilenstein gehandelt wird. Liegt wohl mit an der Frage, die man sich bezüglich „In Rock“ unbedingt stellen sollte: Nähert man sich diesem Album eher vom Rock oder vom Prog?

Auf der remasteten Version von 1995 befinden sich auch noch einige Bonus Tracks. Diese fallen gegenüber den anderen Tracks des Albums nicht ab, ausgenommen natürlich gegenüber „Child In Time“. Dazu gibt es immer wieder Studiogesprächseinblendungen mit kleinen musikalischen Einlagen. Ein nettes Gimmick. Mehr allerdings auch nicht, da diese immer nur wenige Sekunden lang dauern.

Fazit: Ein Meilenstein ist Deep Purples „In Rock“ auf jeden Fall durch die Art der Musik, die hier dem Hörer dargeboten wird: Hard Rock pur. Das gab es 1970 so noch nicht. Und dann ist da auch noch dieser Titel, „Child In Time“, der so unglaublich begeistern kann und einen absoluten Höhepunkt im Schaffen der Band darstellt. Musikalisch gesehen ist der Rest der Titel allerdings nur Durchschnitt. Auf anderen Platten der Band gibt es bessere Rock-Stücke und auch Ritchie Blackmore’s Rainbow kann da mit noch tolleren Kompositionen aufwarten. Somit: Meilenstein in Bezug auf „Child In Time“ und der Innovation der Musik: Klares „Ja“! In Bezug auf die Musikalität der restlichen Stücke: Nein! Die sind lediglich Durchschnitt. Und somit würde das Album von seinem Stellenwert her hier fünfzehn Punkte verdienen. Ich bewerte allerdings nur die Musik und somit komme ich auf zehn Punkte.

Anspieltipps: Child In Time