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Freitag, 24. Juni 2022

Porcupine Tree – Closure/Continuation

 



Porcupine Tree – Closure/Continuation


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitars, bass
Richard Barbieri – keyboards, synthesizers
Gavin Harrison – drums, percussion




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Harridan (8:07)
2. Of The New Day (4:43)
3. Rats Return (5:40)
4. Dignity (8:22)
5. Herd Culling (7:03)
6. Walk The Plank (4:27)
7. Chimera’s Wreck (9:39)

Gesamtspieldauer: 48:03



Als letztes Jahr bekannt wurde, dass Porcupine Tree tatsächlich nach dreizehnjähriger Pause ihr elftes offizielles Studioalbum veröffentlichen würden, habe ich mich natürlich sehr auf den Tag gefreut, wenn ich es denn endlich in Händen halten dürfte. Gleichzeitig war da allerdings auch eine gewisse Skepsis, ob nach Steven Wilsons letzten Pop / Mainstream-Album „The Future Bites“ dieses neue Porcupine Tree-Album mit dem Titel „Closure/Continuation“ nicht doch auch eine Enttäuschung werden würde. Aber nein, „Closure/Continuation“ ist keine Enttäuschung geworden, doch dazu gleich mehr.

Auf ihrem elften Album sind Steven Wilson, Richard Barbieri und Gavin Harrison wieder vereint. Doch Bassist Colin Edwin fehlt. Dies hat viel mit der Entstehungsgeschichte des Albums zu tun. Während des Lockdowns jammten Steven Wilson und Gavin Harrison. In einem Interview dazu verriet Steven Wilson, dass dies im Haus von Gavin Harrison stattfand, dieser jedoch keine Gitarre gehabt hätte, einen Bass dagegen schon. Es begann mit dem Lied „Harridan“, das während dieser Session in seinen Ursprüngen entstand und bei dem Steven Wilson eben diesen Bass einspielte. Es folgten später weitere Stücke, auf denen er ebenfalls den Bass gleich mit bediente. Richard Barbieri wurde mit eingebunden und auch dieser brachte seine Ideen zum neuen Album mit ein. Und Colin Edwin? Zu ihm hatte seit zehn Jahren keiner der drei Musiker mehr Kontakt gehabt und so wurde aus dem Quartett Porcupine Tree während des Entstehens der neuen Platte kurzerhand ein Trio.

Nun, „Closure/Continuation“ ist ein gutes Album geworden. Progressive Rock à la Porcupine Tree. Unverwechselbar. Alle Zutaten, die diese Band auf ihren letzten Veröffentlichungen ausmachten, sind auch auf „Closure/Continuation“ vorhanden. Wunderschöne Melodien, vertrackte Passagen, harte bis sehr harte Riffs und sphärische Momente. Alles vereint und ineinander übergehend ohne, dass dies auch nur den Hauch des Konstruierten hinterlassen würde. Vielleicht erreicht dieses neue Album dabei nicht mehr ganz die Klasse der herausragenden Alben der Nullerjahre dieses Jahrhunderts – doch auszuschließen ist dies auch nicht ganz. Mit jedem weiteren Durchlauf scheint sich die Platte im Ohr weiter zu entwickeln. Das Hören lohnt sich also auf jeden Fall und alles mündet schließlich im Titel „Chimera’s Wreck“, mit dem man anschließend aus dem Album entlassen wird. Dieses Lied bündelt nochmals alles, was Porcupine Tree ausmacht und enthält sämtliche oben genannte Zutaten, die die Musik dieser Band umschreiben und charakterisieren. Sehr cool und sicherlich in den Top Ten der besten Porcupine Tree-Stücke vertreten. 

Fazit: Porcupine Tree Fans dürfen sich freuen. Mit „Closure/Continuation“ ist den Engländern ein sehr überzeugendes Album nach dreizehnjähriger Pause gelungen. Wer die Musik der Band auf den bisherigen Alben des 21. Jahrhunderts mochte und auch den progressiven Soloalben des Steven Wilson etwas abgewinnen kann, die oder der wird auch an „Closure/Continuation“ viel Freunde haben. Mich überzeugt das mit jedem Durchhören noch mehr. Elf Punkte.

Anspieltipps: Chimera’s Wreck



Samstag, 14. Januar 2017

Porcupine Tree – Anesthetize (DVD)




Porcupine Tree – Anesthetize (DVD)


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitar, keyboards
Richard Barbieri – keyboards
Colin Edwin – bass
Gavin Harrison – drums


Gastmusiker:

John Wesley – guitar, backing vocals


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Alternative Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Intro
2. Fear Of A Blank Planet
3. My Ashes
4. Anesthetize
5. Sentimental
6. Way Out Of Here
7. Sleep Together
8. What Happens Now?
9. Normal
10. Dark Matter
11. Drown With Me
12. Cheating The Polygraph
13. Half-Light
14. Sever
15. Wedding Nails
16. Strip The Soul / Dot Three
17. Sleep Of No Dreaming
18. Halo
19. Outro

Gesamtspieldauer: 2:09:52




Nach der DVD „Arriving Somewhere…“ haben Porcupine Tree im Mai 2010 mit „Anesthetize“ ihre zweite DVD veröffentlicht. Dabei handelt es sich um den Mitschnitt zweier Konzerte, die am 15. und 16. Oktober 2008 in Tilburg, Niederlande, zum Ende der „Fear Of A Blank Planet-Tour“ stattfanden. Regie führte Lasse Hoile, um das Abmischen der Musik kümmerte sich Steven Wilson persönlich.

Nun, der Sound ist perfekt, wie könnte das auch anders sein bei einem Projekt, an dem Steven Wilson beteiligt ist. Viele der Titel scheinen bei diesem Live-Mitschnitt sogar noch an Energie zu gewinnen. Das klingt alles sehr druckvoll und überzeugend. Mit einer guten Anlage wird der Raum hier perfekt akustisch ausgefüllt. Etwas weniger gelungen sind dabei die Schnitte. Diese sind sehr schnell gesetzt, kaum mal ein paar Sekunden, in denen das Bild auf einem der Musiker verbleibt. Alles ist sehr sprunghaft, dadurch wirkt das Ganze auch in den leiseren Abschnitten mitunter etwas hektisch. Von der Ausstattung der DVD her wurde auf zu viel „Nebenbei“ verzichtet. Man kann das ganze Konzert anhören und ansehen, einzelne Lieder ansteuern, zwischen zwei Sound-Einstellungen wählen und die Credits nachlesen – das war es schon. Mehr ist aber auch nicht unbedingt nötig.

Nun zur Musik. Da bekommt man zuerst das komplette „Fear Of A Blank Planet“-Album serviert – in genau derselben Reihenfolge wie auf dem Original-Album. Da diese Scheibe an sich schon eine sehr überzeugende ist, macht das natürlich auch auf dieser DVD jede Menge Spaß. Die harten Stellen und weichen Passagen wirken auch auf dieser DVD sehr beeindruckend. Ergänzt wird das Ganze die EP „Nil Recurring“, die im Jahr 2007 erschien und drei der darauf enthaltenen Titel sind ebenfalls auf „Anesthetize“ enthalten. Dazu kommen noch drei Nummern vom Album „Signify“, drei von „In Absentia“, eine von „Deadwing“ sowie mit den Liedern „Drown With Me“ und „Half-Light“ zwei Single-B-Seiten.

So ist die Musik auf „Anesthetize“ erneut eine sehr intensive – wie praktisch immer, wenn Steven Wilson etwas damit zu tun hat. An die DVD „Arriving Somewhere…“ reicht „Anesthetize“ allerdings trotzdem nicht heran, da dort die Variation unter den Titeln größer war, die beeindruckenden Nummern jeder Platte mit aufgenommen worden waren. Überschneidungen zu dieser DVD gibt es nur mit dem Titel „Halo“, ansonsten ergänzt „Anesthetize“ allerdings den Vorgänger sehr gut. Auf dieser DVD steht nun mehr das Konzert-Gefühl der „Fear Of A Blank Planet-Tour“ im Vordergrund, als ein Konzert à la „Best Of…“-Titel.

Fazit: Für Freunde der Musik von Porcupine Tree wird sich die Frage nicht stellen, ob man diese DVD sein Eigen nennen muss oder nicht. Die Musik auf dem Konzertmitschnitt ist beeindruckend, von sehr hart bis sehr zart. Das geht auch alles gut ins Ohr und wer nie die Chance hatte, einem Porcupine Tree Konzert beizuwohnen, der oder dem wird sie hier geboten. Tolle Musik, mitreißend live gespielt, manchmal ein wenig hektisch gefilmt, trotzdem beeindruckend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Schon alles.



Freitag, 8. Mai 2015

Porcupine Tree – Recordings




Porcupine Tree – Recordings


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitars, piano
Richard Barbieri – analogue synthesizers, hammond organ, mellotron
Colin Edwin – bass guitar
Chris Maitland – drums, percussion


Label: Snapper Music


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Progressive Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Buying New Soul (10:25)
2. Access Denied (3:34)
3. Cure For Optimism (6:12)
4. Untitled (8:50)
5. Disappear (3:42)
6. Ambulance Chasing (6:28)
7. In Formaldehyde (5:21)
8. Even Less (14:08)
9. Oceans Have No Memory (3:09)

Gesamtspieldauer: 1:01:52




Kaum zu glauben, aber „Recordings” aus dem Jahr 2001, ist kein offizielles Porcupine Tree Album. Nach „Lightbulb Sun“ erschienen, enthält es B-Seiten sowie unveröffentlichtes Material. Nun, die Scheibe klingt in sich gewachsen und wenn man von den Gegebenheiten der Lied-Zusammenstellung nichts wüsste, dann würde man das auch niemals vermuten, dass es sich hierbei quasi um eine „Resteverwertung“ handelt.

Die einzelnen Titel sind alle ziemlich sanft und ruhig gehalten. Auch gibt es sehr sphärische Nummern, die auf die Anfänge der Band verweisen. Die einzelnen Titel sind dabei immer eingängig und wer Porcupine Tree von den späteren Alben her kennt und dort deren Härte mag, die oder der wird hier ganz eindeutig etwas vermissen. Metal oder Hard Rock gibt es auf „Recordings“ nämlich nicht. Zwar hört man auch hier längere und kraftvolle Gitarrensoli, wie zum Beispiel beim instrumentalen „Ambulance Chasing“, jedoch von Metal kann man hier garantiert noch nicht sprechen.

Die einzelnen Titel wirken alle. Zwar ist das kein zweites „Lightbulb Sun“, bis dorthin reicht die Qualität der einzelnen Lieder dann doch nicht ganz, allerdings lohnt es sich durchaus in diesen musikalischen Kosmos einzutauchen, der mal progressiv, dann wieder psychedelisch, dann sphärisch und schließlich wieder ganz einfach rockig klingt. Das bekannteste Lied auf „Recordoings“ dürfte die lange Version von „Even Less“ sein, aus dem Album „Stupid Dream“. Auch diese Version überzeugt und so bleibt sehr viel Hörgenuss beim Konsumenten dieser Scheibe hängen.

Fazit: Durchaus überzeugend diese B-Seiten-Sammlung und musikalische Resteverwertung. „Recordings“ macht viel Spaß, wenn man die Musik der Band in den Zeiten um und vor „Lightbulb Sun“ mag. Dann kann man hier nichts falsch machen. Wer auf guten gemachten Rock steht, der auch mal sphärischer klingen darf, wird hier sicherlich auch fündig werden. Gute Scheibe. Elf Punkte.

Anspieltipps: Buying New Soul, In Formaldehyde, Even Less



Montag, 6. April 2015

Porcupine Tree – The Incident




Porcupine Tree – The Incident


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitars, keyboards
Richard Barbieri – synthesizers, keyboards
Colin Edwin – bass guitar, double bass
Gavin Harrison – drums, percussion


Label: Roadrunner Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Progressive Rock, Progressive Metal, Independent, Alternative


Trackliste:

CD1:

1. Occam's Razor (1:56)
2. The Blind House (5:47)
3. Great Expectations (1:26)
4. Kneel And Disconnect (2:03)
5. Drawing The Line (4:43)
6. The Incident (5:20)
7. Your Unpleasant Family (1:48)
8. The Yellow Windows Of The Evening Train (2:00)
9. Time Flies (11:40)
10. Degree Zero Of Liberty (1:45)
11. Octane Twisted (5:03)
12. The Seance (2:39)
13. Circle Of Manias (2:19)
14. I Drive The Hearse (6:43)


CD2:

15. Flicker (3:42)
16. Bonnie The Cat (5:45)
17. Black Dahlia (3:40)
18. Remember Me Lover (7:34)

Gesamspieldauer CD1 (55:15) & CD2 (20:41): 1:15:57




Ihr zehntes und vielleicht auch letztes Studio-Album, nannten die Musiker von Porcupine Tree „The Incident“. Veröffentlicht wurde es im September des Jahres 2009 und da Steven Wilson inzwischen bereits vier Solo-Alben veröffentlicht hat, deutet Vieles darauf hin, dass von Porcupine nicht mehr ganz so viel zu hören sein wird.

Nun, diese zumindest bisher letzte Scheibe der Band ist dafür eine sehr vielschichtige geworden und wenn es denn sein muss, auch ein sehr überzeugender Abschluss der Discographie von Porcupine Tree. Sehr mannigfaltig sind die Eindrücke, die dieses Album hinterlässt. Da gibt es erneut Metal-Anleihen, neben Rock bis Pop-Passagen, psychedelische Abschnitte und auch etwas experimentellere Ansätze. Da wird also gerockt, in süßen Melodien geschwelgt oder eine manchmal nicht ganz zu fassende Atmosphäre ergründet. All das wirkt in seiner Gesamtheit äußerst spannend und abwechslungsreich.

Steven Wilson haut auf „The Incident“ mitunter Passagen und Lieder raus, die alles von den heimischen Boxen abverlangen. Da wird gerockt, dass das Headbanging nicht mehr ohne ernsthafte Konsequenzen durchgeführt werden kann und zwangsläufig in der Notaufnahme einer Klinik enden muss. Andererseits gibt es auch wieder Melodien zu erhören, die zum Steinerweichen schön sind. Musik, in die sich völlig eintauchen lässt, die einen umgarnt und betört. Nichts auf „The Incident“ ist vorhersehbar. Alles scheint im Fluss zu sein, zusammenzugehören und sich doch zu widersprechen. Dieser Metal in Verbindung mit Stücken höchster Melodiösität, lassen auch das Herz des verwöhntesten Musikkonsumenten durchaus aufgehen.

Inhaltlich befassen sich die 14 Lieder auf CD1 mit dem Anfang und dem Ende von Dingen, nach denen Vieles nicht mehr so sein wird, wie noch davor. Besondere Ereignisse des Lebens werden hier beleuchtet. Die vier Titel der zweiten CD entstanden unabhängig davon und haben thematisch auch nichts mit den Liedern der ersten CD gemein, sodass sie extra auf diese zweite CD gepresst wurden, um diesen Umstand nochmals besonders hervorzuheben. Musikalisch und qualitativ brauchen sich diese vier Lieder allerdings überhaupt nicht hinter den Nummern auf CD1 zu verstecken.

Fazit: Ganz klar ist das Porcupine Tree Musik, die man auf „The Incident“ hört. Deshalb ist das vielleicht auch nichts ganz Neues, was uns die Band Porcupine Tree hier präsentiert. Wem allerdings den Sound und die Musik dieser Band um Steven Wilson gefällt, die oder der kommt hier voll auf ihre beziehungsweise seine Kosten. Äußert abwechslungsreich werden auf „The Incident“ verschiedene Musikstile miteinander verwoben und dargeboten. Für mich ist das zwar nicht das beste Porcupine Tree Album, jedoch ist es ein sehr überzeugendes und gutes geworden. Elf Punkte.

Anspieltipps: Drawing The Line, The Yellow Windows Of The Evening Train, Time Flies



Montag, 23. März 2015

Porcupine Tree – Nil Recurring (EP)




Porcupine Tree – Nil Recurring (EP)


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitars, piano, keyboards
Richard Barbieri – keyboards and synthesizers
Colin Edwin – bass guitars
Gavin Harrison – drums, percussion, tapped guitar on "Nil Recurring"


Gastmusiker:

Robert Fripp – lead guitar on "Nil Recurring"
Ben Coleman – electric violin on "What Happens Now?"


Label: Transmission


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Progressive Rock, Progressive Metal, Independent, Alternative


Trackliste:

1. Nil Recurring (6:08)
2. Normal (7:07)
3. Cheating The Polygraph (7:06)
4. What Happens Now? (8:23)

Gesamtspieldauer: 28:46




„Nil Recurring“ ist eine EP von Porcupine Tree. Sie besteht aus vier Titeln, wobei es drei davon nicht auf das offizielle Album „Fear Of A Blank Planet“ geschafft haben. Der Titel „Normal“ hingegen, stellt eine alternative Version des Stücks „Sentimental“ dar, welches ebenfalls auf „Fear Of A Blank Planet“ vertreten ist.

Was soll man dazu sagen? Diese vier Nummern sind nicht auf dem Album vertreten, wurden tatsächlich „geopfert“ – genau diese vier Lieder. Dann schien Steven Wilson allerdings doch ein Einsehen gehabt zu haben und veröffentlichte die Titel auf dieser EP mit dem Namen „Nil Recurring“. Alle vier Nummern hätten es durchaus verdient gehabt, auf „Fear Of A Blank Planet“ vertreten zu sein. Auf dieser EP härt man absolut überzeugende Rockmusik, die dabei weit in den Bereich Progressive Rock bis Progressive Metal reicht. Die Nummer „Normal“ klingt in dieser Version sogar wie eine zusätzliche Bereicherung des offiziellen „Sentimental“. Sehr viel rockiger gehalten, hört sich das Lied wie eine Fortsetzung des auf dem offiziellen Album enthaltenen Songs an.

Auch die restlichen drei Lieder klingen absolut überzeugend, sodass man staunend dasteht und überlegt, welchen Anspruch Steven Wilson an seine Musik haben muss, dass er solche Titel als „Ausschuss“ wertet. Naja, etwas später hat er dann wohl selbst eingesehen, dass es sich hierbei ebenfalls um Perlen des modernen Progressive Rock handelt, sonst hätte er diese EP wohl nicht doch noch nachgeschoben.

Fazit: Klar, ein offizielles Album ist das nicht, dazu ist diese Scheibe viel zu kurz geraten. Obwohl es soll ja auch Bands geben, die auch heutzutage noch Platten mit etwa einer halben Stunden Laufzeit veröffentlichen. Nun, das ist allerdings ein anderes Thema. „Nil Recurring“ stellt auf jeden Fall eine sehr lohnenswerte Erweiterung des Albums „Fear Of A Blank Planet“ dar, welche jedem Porcupine Tree Fan ein Lächeln auf die Lippen zaubern dürfte – soweit sie oder er denn auch die härteren Töne der Band mag. Dadurch, dass die Scheibe allerdings so kurz ist, muss man in der Bewertung ein paar Abstriche machen. Trotzdem ist das gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Normal, What Happens Now?



Mittwoch, 11. März 2015

Porcupine Tree – Voyage 34




Porcupine Tree – Voyage 34


Besetzung:

Steven Wilson – all instruments
Richard Barbieri – keyboards on “IV”


Label: Snapper


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Psychedelic Rock, Trance, Progressive Rock


Trackliste:

1. I (12:55)
2. II (17:30)
3. III (19:29)
4. IV (20:45)

Gesamtspieldauer: 1:10:40




„Voyage 34“ ist kein offizielles Porcupine Tree Album. Es entstand in den Jahren 1992 und 1993 und wurde schließlich im Jahr 2000 veröffentlicht. Ursprünglich war die Nummer „Voyage 34“ für das Album „Up The Downstair“ vorgesehen, verselbständigte sich allerdings irgendwie und wurde länger und länger und aus mehr und mehr Teilen zusammengesetzt, sodass sie nicht mehr auf das ursprüngliche Album passte. Nun, die Musik gab es allerdings und wartete dann doch darauf veröffentlicht zu werden, was schließlich im Jahr 2000 passierte: „Voyage 34“ wurde als eigenständiges Album veröffentlicht.

Die Platte ist sehr psychedelisch gehalten, geht manches Mal in die Trance Musik über und behandelt die Erfahrungen eines Mannes namens Brian auf einem LSD-Trip. Das Ganze ist nicht so sphärisch, wie es der Name „Ambient“ auch ausdrückt, zumindest nicht immer. Oftmals sind auch rockige Abschnitte zu vernehmen, vor allem beim ersten Titel mit dem passenden Namen „I“. Dort – und auch später noch – vernimmt man dann zudem eine Gitarre, deren Spiel schwere nach David Gilmour von Pink Floyd klingt. Nicht weiter verwunderlich, war diese Band doch eine der großen Vorbilder des Steven Wilson. Diese Gitarre gibt es allerdings nicht nur hier zu hören, sondern taucht auch später nochmals auf.

Nun, man muss in diese Musik eintauchen, die manchmal wirklich nur aus Klangwolken zu bestehen scheint, dann jedoch wieder an Rhythmus und Kontur gewinnt und wieder ein wenig „normaler“ und strukturierter klingt. Die Titel schaffen es allerdings auch – ohne das Einwerfen bewusstseinserweiternder Substanzen – den Hörer ganz schnell in andere geistige Galaxien zu transportieren. Ein Selbstversuch mit Kopfhörern scheint hier durchaus angebracht und würde wohl so manchem eine ganze Menge Geld und die Berührung mit der Kriminalität ersparen.

Haben die ersten beiden „Phasen“ von „Voyage 34“noch diese vorhandenen, rockigeren Abschnitte, so werden solche im weiteren Verlauf des Albums immer rarer, alles wird noch freier und grenzenloser. Nichts scheint irgendwann mehr diese Musik einfangen zu können, die dann oftmals nur noch aus Soundschwaden zu bestehen scheint.

Fazit: „Voyage 34“ ist wahrlich eine Art Trip, der mit Sicherheit nicht zündet, wenn die Platte so nebenbei gehört wird, was allerdings durchaus auch machbar ist. Eine Reise, bequem auf dem Sofa mit geschlossenen Augen und den Kopfhörern auf den Ohren, verspricht da schon ganz andere Erlebnisse. Meditative Rockmusik bis hin zu Trance spülen den Hörer in andere Welten, wenn sie oder er nicht an den entsprechenden Stellen den Grenzbereich zwischen Wachen und Schlafen überschreitet – obwohl, dann warten dort sicherlich auch spannende Träume. Elf Punkte.

Anspieltipps: I, II, II, IV



Mittwoch, 25. Februar 2015

Porcupine Tree – Fear Of A Blank Planet




Porcupine Tree – Fear Of A Blank Planet


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitars, piano, keyboards
Richard Barbieri – keyboards, synthesizers
Colin Edwin – bass guitars
Gavin Harrison – drums


Gastmusiker:

Alex Lifeson – guitar solo on "Anesthetize"
Robert Fripp – soundscapes on "Way Out Of Here"
John Wesley – backing vocals
London Session Orchestra – orchestra


Label: Roadrunner Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Progressive Rock, Progressive Metal, Independent, Alternative


Trackliste:

1. Fear Of A Blank Planet (7:28)
2. My Ashes (5:07)
3. Anesthetize (17:42)
4. Sentimental (5:27)
5. Way Out Of Here (7:37)
6. Sleep Together (7:28)

Gesamtspieldauer: 50:51




In dieser Phase ihrer Karriere konnten Porcupine Tree im Grunde genommen machen was sie wollen, jedes Album der 2000er Jahre wurde sehr überzeugend. Nicht anders sieht das bei „Fear Of A Blank Planet“ aus, dem neunten Album der Briten, rund um Steven Wilson. Wieder einmal ist das sehr beeindruckend, was die Band hier den Hörern zu bieten hat. Ausgetüftelte Kompositionen, die ihre Heimat im Progressive Rock des neuen Jahrtausends haben und manchmal Anleihen des Progressive Metal mit beinhalten.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass es sich bei „Fear Of A Blank Planet“ um eine überaus harte oder gar zu harte Scheibe handelt. Nein, auch hier macht es wieder die Mischung aus härteren und sanfteren Titeln, wobei härtere und softere Abschnitte durchaus auch Teile ein und desselben Liedes sein können. Stellvertretend dafür steht perfekt die Nummer „Way Out Of Here“, die ruhige, sphärische Abschnitte und Metal perfekt miteinander verbindet.

Los geht es allerdings relativ eindeutig rockig. Der Opener und gleichzeitig das Titellied „Fear Of A Blank Planet“, ist eine treibende Nummer, die vom ersten bis zum letzten Takt durchzündet. Zwar ist das noch nicht durchgängig richtiger Metal, gerockt wird aber wahrlich auch nicht sanft. Besonders erwähnenswert ist hier zudem, dass trotz der Härte niemals die Melodiösität verloren geht sowie, dass es Richard Barbieri einmal mehr vermag, wunderschöne und volle Klangteppiche auszubreiten, die das Herz des Musikfreundes höher schlagen lassen. Und etwa ab der Mitte wird es dann auch richtig hart, allerdings schön hart und sehr gelungen.

Es folgt mit „My Ashes“ das genaue Gegenteil. Ganz ruhig und entspannt scheint dieser Titel balladenmäßig aus den Boxen zu schweben. Melodiösität und Harmonie pur und in Vollendung und eine schöne Abwechslung. Es folgt mit „Anesthetize” das längste Lied des Albums, eine aufregende Reise durch verschiedene Stimmungen, Rhythmen und Tempi. So etwas nennt man wohl allgemein spannende Musik. Verschiedene musikalische Atmosphären entstehen, verweben sich und gehen ineinander über. Nie weiß man als Hörer, was als nächstes passieren wird. Sehr überzeugend. Titel Nummer 4 auf „Fear Of A Blank Planet“ heißt dann „Sentimental“. Ein Lied, welches seinem Namen wahrlich alle Ehre macht. Und genau das ist ein weiterer Punkt, der die Musik von Porcupine Tree so begeisternd werden lässt. Diese Gabe, wunderschöne Melodien zu kreieren und anschließend erneut über alle Maßen loszurocken.

Es folgen mit dem bereits erwähnten „Way Out Of Here“ und „Sleep Together“ zwei Titel, die diese Stil- und Richtungswechsel wieder in sich selbst tragen. Erneut spielt die Band mit härteren und sanfteren Passagen, der Klang ist voll und kraftvoll und geht dabei auch ohne größere Umwege ins Ohr.

Fazit: „Fear Of A Blank Planet“ macht genauso viel Spaß wie die Alben, die Porcupine Tree kurz davor veröffentlichten. Die Musik ist eine Mischung aus Rock, Alternative, Independent, Metal, Art Rock und auch Progressive Rock. Dies alles macht die Scheibe so spannend, die mit tollen Ideen und wunderschönen Melodien aufwarten kann. Musik kann echt begeisternd sein und Porcupine Tree sind eine klasse Band, wie sie mit „Fear Of A Blank Planet“ einmal mehr beweisen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Fear Of A Blank Planet, Anesthetize, Sentimental



Sonntag, 15. Februar 2015

Porcupine Tree – In Absentia




Porcupine Tree – In Absentia


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, acoustic & electric guitar, piano, keyboards, banjo
Richard Barbieri – analog synthesizers, mellotron, hammond organ, keyboards
Colin Edwin – bass guitar
Gavin Harrison – drums, percussion


Gastmusiker:

Aviv Geffen – backing vocals (on "The Sound Of Muzak" and "Prodigal")
John Wesley – backing vocals (on "Blackest Eyes", "The Sound Of Muzak", and "Prodigal"), additional guitar (on "Blackest Eyes")


Label: Lava Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Progressive Rock, Psychedelic Rock, Independent, Alternative


Trackliste:

1. Blackest Eyes (4:23)
2. Trains (5:56)
3. Lips Of Ashes (4:39)
4. The Sound Of Muzak (4:59)
5. Gravity Eyelids (7:56)
6. Wedding Nails (6:33)
7. Prodigal (5:32)
8. .3 (5:25)
9. The Creator Has A Mastertape (5:21)
10. Heartattack In A Layby (4:15)
11. Strip The Soul (7:21)
12. Collapse The Light Into Earth (5:54)

Gesamtspieldauer: 1:08:21




Als Nachfolger des grandiosen Albums „Lightbulb Sun“ musste es „In Absentia“, das inzwischen siebte „offizielle“ Studioalbum von Porcupine Tree, natürlich schwer haben. 2002 wurde diese Scheibe veröffentlicht und alle diejenigen, die hofften, dass auch diese Platte wie der Vorgänger überzeugen würde, all jene konnten sich gleich beim ersten Durchhören der Scheibe entspannt zurücklehnen. Auch „In Absentia“ weiß sofort, selbst beim allerersten Mal des Hörens, zu überzeugen. Und das eingedenk der Tatsache, dass Porcupine Tree Alben mit der Zeit immer noch zu wachsen verstehen.

Das ist wahrlich alles sehr begeisternd, was die Band hier ihren Hörern präsentiert. Da gibt es nun wirklich harten Rock neben wunderschönen Melodien. Jedoch dieser „harte Rock“, ist das wirklich Hard Rock? Nein, ist es nicht. Zwar greift Steven Wilson ordentlich in die Saiten, jedoch ist das, was auf „In Absentia“ zu hören ist, eher etwas mehr gitarrendominierter Progressive Rock, denn irgendein Auswuchs des Hard Rock. Und dabei bleibt es keineswegs. Vielmehr gibt es hier auch diese sanften, ruhigen Stücke, die den Hörer um den Finger wickeln und einfach nicht mehr loslassen. „In Absentia“ ist so unglaublich spannend, so abwechslungsreich, da man in diese Musik einfach eintauchen möchte, um sie ganz in sich aufzunehmen.

Meistens funktioniert das nicht nach der Devise Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe – Refrain und Schluss. Trotzdem kann das durchaus so passieren. Konventionen gibt es und es gibt sie auch wieder nicht auf „In Absentia“. Es finden Ausflüge in viele verschiedene Stilarten der Musik statt, jedoch ist das niemals Pop, immer Rock in seinen durchaus unterschiedlichen Schattierungen. Da mag man so manches Mal das Haupthaar ordentlich durchschütteln, um im nächsten Moment wieder die Augen zu schließen, um sich auf jeden Ton einer wunderschönen Melodie noch mehr konzentrieren zu können. Genuss pur also, was nichts anderes bedeutet, als dass es im neuen Jahrtausend auch noch Psychedelic- oder Progressive Rock gibt, der absolut zu überzeugen weiß.

Fazit: Ein richtig cooles Album hat Steven Wilson da mit seinen „Begleitmusikern“ nachgelegt. Das ist wahrlich Progressive Rock des dritten Jahrtausends. Spannend und überzeugend. Fordernd und versöhnend. Jeder Titel auf „In Absentia“ wirkt und weiß zu überzeugen. Selbst wenn das ein oder andere dann doch beim ersten Hören noch verwirrend wirkt, der Nebel lichtet sich immer mehr. Mit Sicherheit eine der besten Platten des Jahres 2002. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Trains, Lips Of Ashes, Heartattack In A Layby, Collapse The Light Into Earth und Vieles andere mehr



Donnerstag, 5. Februar 2015

Porcupine Tree – Stupid Dream




Porcupine Tree – Stupid Dream


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitars, piano, samples, bass on "Baby Dream In Cellophane" and "Stranger By The Minute"
Richard Barbieri – analogue synthesizers, hammond organ, mellotron, piano on "Even Less", glockenspiel on "Pure Narcotic"
Colin Edwin – bass guitar, double bass on "Stop Swimming"
Chris Maitland – drums, percussion, backing vocals on "Stranger By The Minute"


Gastmusiker:

Theo Travis – flute on "Tinto Brass" and "Don't Hate Me", saxophone on "Don't Hate Me"
East of England Orchestra – strings (conducted by Nicholas Kok)


Label: Snapper


Erscheinungsdatum: 1999 (wiederveröffentlicht mit Bonus DVD 2006)


Stil: Progressive Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

CD:

1. Even Less (7:11)
2. Piano Lessons (4:22)
3. Stupid Dream (0:28)
4. Pure Narcotic (5:02)
5. Slave Called Shiver (4:41)
6. Don't Hate Me (8:30)
7. This is No Rehearsal (3:27)
8. Baby Dream In Cellophane (3:13)
9. Stranger By The Minute (4:30)
10. A Smart Kid (5:21)
11. Tinto Brass (6:18)
12. Stop Swimming (6:54)

Gesamtspielzeit: 1:00:0258


DVD (nur bei der Wiederveröffentlichung 2006):

1. Das komplette Album im DTS 5.1-Surround-Mix / 24-bit stereo
2. Ambulance Chasing (5.1-Mix-Bonus Track) (6:41)
3. Even Less (full length version) (5.1-Mix-Bonus Track) (14:07)
4. Video: Piano Lessons
5. Photo Gallery
6. Lyrics
7. Links
8. Credits




„Stupid Dream“ ist das fünfte Studioalbum von den Porcupine Tree und wurde 1999 veröffentlicht. Konnte der Nachfolger dieses Albums, „Lightbulb Sun“, wirklich restlos überzeugen, so fällt die Meinung zu „Stupid Dream“ schon deutlich differenzierter aus. Dabei fängt die Platte mit „Even Less“ absolut überzeugend an. Richtig gut gemachte Rock Musik, mit einem Touch hin zum Progressive Rock. Auch richtig „schwere“ Gitarren sind hier mal zu hören, obwohl die Scheibe, als auch das Lied alles andere als ein Hard Rock Stück darstellt. Genauso gut geht es mit „Piano Lessons“ weiter. Guter Groove, eingängige Melodie, so klingt überzeugende Rock Musik.

Das Titellied „Stupid Dream“ ist dann eine Klangkollage von gerade mal 28 Sekunden Dauer. Sehr unaufgeregt, dieser kurze Augenblick. Dann folgen, beginnend mit „Pure Narcotic“, einige Titel, die allesamt ganz nett sind, jedoch auch ein wenig so vor sich hinschwimmen. Soll heißen, etwas Besonderes ist da nicht unbedingt mehr dabei. Mal schneller und rockiger, mal langsamer und getragener ziehen die Lieder so an einem vorüber. Klar „Don’t Hate Me“ ist ebenfalls ein guter Song, trotzdem will hier der letzte Funke einfach nicht so ganz überspringen. Erwähnenswert dabei vielleicht noch das etwas experimentelle Instrumentalstück „Tinto Brass“. Hier zumindest erklimmt man dann doch wieder ein wenig Neuland. Klasse dabei auch das Flötenspiel des Theo Travis, der ganz erstaunliche Klänge seinem Instrument zu entlocken versteht.

Die der remasterten Version beigelegte DVD enthält nochmals das gesamte Album, „Even Less“ in einer vierzehnminütigen Version sowie den Bonus Titel „Ambulance Chasing”. All diese Musik wird als 5.1-Surround-Mix geliefert. Leider kann ich dazu überhaupt nichts sagen, da ich entsprechende Anlage nicht mein Eigen nenne. Jedoch gibt es noch einen Videoclip und jede Menge ganz nette Bilder. Ob sich die Anschaffung also in dieser Form lohnt, kann ich hier nicht abschließend beurteilen.

Fazit: Nun ein gutes Album ist „Stupid Dream“ alleine schon deswegen, weil sich unter den zwölf Titeln kein einziger Aussetzer befindet. Das klingt alle irgendwie gut. Allerdings auch nicht überragend und absolut begeisternd. Es ist ein gutes Porcupine Tree geworden, nicht das beste Album, jedoch sicherlich auch nicht die schlechteste Platte der Band. Nun, wer auf gut gemachten Rock, mit einem Touch hin zum Progressive Rock steht, der kann mit „Stupid Dream“ absolut nichts falsch machen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Even Less, Piano Lessons, Tinto Brass



Dienstag, 27. Januar 2015

Porcupine Tree – Signify




Porcupine Tree – Signify


Besetzung:

Steven Wilson – guitars, piano, organ, mellotron, samples, tapes, banshee guitar, drum programming, chimes, musical boxes, vocals
Richard Barbieri – synthesisers, hammond organ, prophet v/system 700 electronics, piano, tapes, texture, sequencers
Colin Edwin – electric bass, double bass
Chris Maitland – drums, cymbals, percussion, vocal harmonies on "Waiting Phase 1" and "Sever", drum loops, keyboards and voices on "Light Mass Prayers"


Gastmusiker:

Terumi – voices (track 1)


Label: Delerium (Original), Snapper (Wiederveröffentlichung)


Erscheinungsdatum: 1996 (wiederveröffentlicht mit Bonus CD 2003)


Stil: Progressive Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

CD1:

1. Bornlivedie (1:46)
2. Signify (3:26)
3. Sleep Of No Dreaming (5:24)
4. Pagan (1:38)
5. Waiting Phase One (4:24)
6. Waiting Phase Two (6:16)
7. Sever (5:30)
8. Idiot Prayer (7:37)
9. Every Home Is Wired (5:08)
10. Intermediate Jesus (7:29)
11. Light Mass Prayers (4:28)
12. Dark Matter (8:52)


CD2:

1. Wake As Gun I (3:29)
2. Hallogallo (3:37)
3. Signify (3:28)
4. Waiting (6:56)
5. Smiling Not Smiling (3:49)
6. Wake As Gun II (2:06)
7. Neural Rust (5:53)
8. Dark Origins (6:54)
9. Server Tomorrow (6:04)
10. Nine Cats (Acoustic Version) (4:08)

Gesamtspieldauer CD1 & 2(1:02:04 + 46:29): 1:48:34




„Signify“ heißt das fünfte Studio-Album der englischen Progressive Rockband Porcupine Tree. Im Jahr 1996 wurde die Scheibe ursprünglich veröffentlicht, 2003 gab es dann die Wiederveröffentlichung in einer 2 CD-Version, wobei sich auf CD 2 Demo-Aufnahmen befinden, die bereits größtenteils 1997 schon mal unter dem Titel „Insignificance“ veröffentlicht worden waren. Dazu allerdings gleich die Anmerkung, dass diese „Demos“ andere Bands unter Umständen durchaus als eigenständiges Album herausgebracht hätten. Wie Demos hört sich diese zweite CD nämlich überhaupt nicht an, eher wie ganz „normales“ Album.

„Signify“ stellt so etwas wie ein Übergangsalbum dar. Ein Zwischenstadium, welches die elektronisch, sphärisch, psychedelische Phase der Band mit der rockigen, jetzt deutlich mehr songstrukturierten und radiotauglicheren Phase verbindet. In welche Richtung es zukünftig gehen sollte, das lässt am besten beim Titelstück „Signify“ heraushören. Hier gibt es jetzt bereits die „schweren“ Gitarren zu hören, die Nummer kratzt ganz klar am Genre des Hard Rock. Auch lassen sich nun deutlich mehr Tendenzen hin, in Richtung zum Progressive Rock vernehmen. Die einzelnen Nummern funktionieren jetzt sehr viel häufiger mit einem Aufbau, der Strophe und Refrain beinhaltet. Zwar gibt es sie noch, diese sphärischen Stücke, wie zum Beispiel das überaus relaxte und ein wenig an Chill-Out Musik erinnernde „Light Mass Prayers“, aber die Tage früherer „Weltraumexkursionen“ waren nun definitiv beendet.

Leider können jedoch die einzelnen Stücke noch nicht so restlos überzeugen. „Sever” ist sicherlich ein sehr überzeugender Song und geht auch schnell ins Ohr, aber leider doch eine der Ausnahmen auf „Signify“. Eine andere ist sicherlich das letzte Stück „Dark Matter”, welches so ziemlich alles enthält, was man in der Musik von Porcupine Tree zu finden vermag. Diese sphärischen Abschnitte, rockige Parts, tolle Melodien und überraschende Wendungen. Diese Nummer allein macht das Album lohnenswert. Nun und der Rest bewirkt nun wahrlich nicht, dass „Signify“ ein schlechtes Album wäre, jedoch ist das, was da noch auf späteren Alben folgen sollte, schon deutlich überzeugender. Noch kurz ein Wort zu der zweiten CD. Wenn Wiederveröffentlichungen immer so ausgestattet werden, dann ist das wirklich ein Dienst am Kunden und Fan und dann lohnen sich auch Wiederveröffentlichungen – allerdings vor allem für jene Käufer, die die Originalscheibe noch nicht besaßen. Diese Veröffentlichungspolitik bei Porcupine Tree ist durchaus gewöhnungsbedürftig, auch wenn solch eine Zugabe wirklich sehr beeindruckend ist und sich vom musikalischen sehr gut an CD1 anpasst. Allerdings für all jene etwas ärgerlich, die sich bereits das Original-Album zugelegt hatten.

Fazit: Ein Übergangsalbum eben. Mit einigen Stärken, allerdings auch mit einigen Schwächen, das heißt nicht ganz so überzeugenden, zum Teil etwas langweiligeren Titeln. Trotzdem lohnt sich die Scheibe, die in dieser Ausgabe angefüllt ist mit Musik, für den Porcupine Tree Fan auf jeden Fall. Alle anderen werden hier sicherlich auch das ein oder andere für sich entdecken können, je nachdem, von welcher Seite man sich eben der Musik von Porcupine Tree nähert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Signify, Sever, Dark Matter



Mittwoch, 21. Januar 2015

Porcupine Tree – The Sky Moves Sideways




Porcupine Tree – The Sky Moves Sideways


Besetzung:

Steven Wilson – lead vocals, guitar, keyboards
Richard Barbieri – keyboards, electronics
Colin Edwin – bass guitar
Chris Maitland – drums, percussion


Gastmusiker:

Ricky Edwards – additional percussion
Theo Travis – flute on "The Sky Moves Sideways Phase 2"
Suzanne J. Barbieri – vocals on "The Sky Moves Sideways Phase 2"
Gavin Harrison – drums on "Dislocated Day" and "Moon Touches Your Shoulder"


Label: Snapper


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Psychedelic Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Sky Moves Sideways Phase 1 (18:39)
2. Dislocated Day (5:24)
3. The Moon Touches Your Shoulder (5:40)
4. Prepare Yourself (1:58)
5. The Sky Moves Sideways Phase 2 (16:48)


CD2:

6. The Sky Moves Sideways (Alternate Version) (34:42)
7. Stars Die (5:01)
8. Moon Loop (Improvisation) (16:18)
9. Moonloop (Coda) (4:52

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: (48:31 + 1:00:55) 1:49:27




Allgemein gilt „The Sky Moves Sideways“ als das Album, auf dem Porcupine Tree am stärksten nach Pink Floyd klingen. 1995 veröffentlicht, gilt es zunächst einmal festzustellen, dass es inzwischen zahlreiche verschiedene Versionen dieser Platte gibt. Wahrlich keine unstrittige Vorgehensweise einer Band, denn manch Fan möchte eben alles von seinen Lieblingen besitzen und kauft nach und kauft nach. Mein Glück war, dass ich diese remasterte und erweiterte Doppel-CD zuerst erwarb, die Ausgabe mit vier CD’s, brauche ich ganz bestimmt nicht mehr.

Nun, auch wenn die Veröffentlichungsstrategie des Herrn Wilson in diesem Punkt zumindest mal fraglich erscheint, so bleibt doch festzuzuhalten, dass „The Sky Moves Sideways“ ein richtig gutes Album geworden ist. Ich finde jedoch nicht, dass es zu sehr nach Pink Floyd klingt. Nun der Aufbau ähnelt zwar schon einem Album wie „Wish You Were Here“, auf dem zwei Parts des Longtracks „Shine In You Crazy Diamond“ die restlichen drei Lieder einrahmen. Nicht anders verhält es sich hier auf der ursprünglichen Platte. Die hauptsächlich instrumental gehaltenen „The Sky Moves Sideways” Phase 1 & 2-Teile, rahmen die drei restlichen, sehr viel kürzen Lieder ein. Auch die Stimmung, die ein wenig bedrückend ist, erinnert indirekt an selbige von Pink Floyd auf „Wish You Were Here“. Trotzdem, ich bleibe dabei, Porcupine Tree klingen deutlich anders. Allerdings empfand selbst Steven Wilson diesen Vergleich mit Pink Floyd durchaus angebracht, da er später in einem Interview sagte, dass er das Album zwar möge, es ihn allerdings in eine musikalische Sackgasse geführt habe. So etwas hatte es eben schon durch Pink Floyd gegeben und er wollte lieber etwas Neues machen und nichts nachmachen. Nun, Porcupine Tree sollten nach dieser Platte dann auch einen Stilwechsel vornehmen.

War Porcupine Tree zuvor praktische die Ein-Mann-Show des Steven Wilson gewesen, so bekommt die Formation hier zum ersten Mal richtigen Bandcharakter. Richard Barbieri und Colin Edwin, die auf der Vorgängerplatte eher als Studiomusiker fungierten, waren nun Teil von Porcupine Tree geworden. Und mit Chris Maitland gab es nun auch einen festen Drummer. Die Fäden musikalischen Fäden hielt zwar weiterhin hauptsächlich Steven Wilson in der Hand und die drei restlichen Musiker hatten hier wohl nur eher beratenden Einfluss, jedoch war der Schritt hin zur Band nun endgültig vollzogen.

„The Sky Moves Sideways“ klingt sehr psychedelisch. Und auch sehr elektronisch. Wabernde Synthesizerteppiche umkreisen den Hörer vor allen Dingen bei den beiden Titeltracks. In der Mitte des Albums, wird es dann deutlich strukturierter und auch rockiger. „Dislocated Day” knallt richtig gut und die Nummer „The Moon Touches Your Shoulder” beginnt herrlich melodiös und sanft, um im weiteren Verlauf dann jedoch das Tempo anzuziehen. Und klar, wenn man so will, dann kann man ´hier auch ein Gitarrensolo à la David Gilmour heraushören – muss man aber nicht. Die Musik steigert sich immer mehr und mündet in einem rockigen Finale, um schließlich sphärisch auszuklingen. Macht richtig Spaß.

Die beiden Titeltracks leben ebenfalls von der Vielfalt, die in ihnen steckt. Da wird ganz sanft schwebend mal eine musikalische Reise durch die Weiten des Weltalls eingeleitet, ein anderes Mal kann man auf der Musik abtanzen und dann wird wieder ordentlich gerockt. Sehr spannend in dieser Zusammenstellung und sehr hörenswert, auch wenn man sicherlich einige Durchgänge benötigt, um sich in diesen Klangwelten endgültig auszukennen.

Noch kurz in paar Worte zu CD2. Beide Titel-Parts wurden hier in einer alternativen Fassung von „The Sky Moves Sideways“ zusammengefasst. Sehr viele Variationen gibt es dort allerdings nicht zu bestaunen beziehungsweise zu erhören. Lohnend ist ganz bestimmt das Lied „Stars Die“, welches auf der ursprünglichen europäischen Veröffentlichung fehlte, jedoch auf der ersten Veröffentlichung in den USA anstatt von „Prepare Yourself“ enthalten war. Alles sehr seltsam, wer wohl auf solche Ideen kommt? Die Musiker oder die Musikmanager? Egal, auf jeden Fall ist das Lied eine tolle, harmonische und sehr melodische Nummer. Nun, schließlich gibt es mit „Moonloop“ noch eine ganz sphärische Improvisation, die manchmal auch als Chill-Out-Musik durchgehen würde. Der zweite Teil von „Moonloop“, hier mit dem Untertitel „Coda“ versehen, ist dagegen eine richtig rockige Nummer, die in ihrem Verlauf, nach langsamen Beginn, fast zu explodieren droht.

Fazit: Spannend ist das auf jeden Fall, was uns Porcupine Tree hier servieren. Spannend alleine deswegen schon, da es so facettenreich ist, dieses dritte Album der Band, die hier auch zur Band wird. Klar, ich gebe es zu, wem Pink Floyd im Stile der mittleren siebziger Jahre gefällt, dem wird auch diese Scheibe hier gefallen. Die Stimmung hat noch wenig mit den späteren Alben von Porcupine Tree zu tun, tendiert noch stark zum Vorgängeralbum „Up The Downstair“, ist jedoch schon deutlich ausgereifter und spannender geraten. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Sky Moves Sideways Phase 1, The Moon Touches Your Shoulder



Sonntag, 15. Juni 2014

Porcupine Tree – Up The Downstair




Porcupine Tree
– Up The Downstair


Besetzung:

Steven Wilson – vocals and all instruments


Gastmusiker:

Gavin Harrison – drums
Colin Edwin – bass guitar on “Always Never”
Richard Barbieri – electronics on “Up The Downstair”
Suzanne J. Barbieri – voice on “Up The Downstair”


Label: Snapper


Erscheinungsdatum: 1993, Neuauflage mit der EP „Staircase Infinities“ 2005


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

CD 1: Up The Downstair

1. What You Are Listening To (0:58)
2. Synesthesia (5:16)
3. Monuments Burn Into Moments (0:22)
4. Always Never (7:01)
5. Up The Downstair (10:15)
6. Not Beautiful Anymore (3:26)
7. Siren (0:57)
8. Small Fish (2:42)
9. Burning Sky (11:37)
10. Fadeaway (6:20)


CD 2: Staircase Infinities

1. Cloud Zero (4:41)
2. The Joke's On You (4:17)
3. Navigator (4:50)
4. Rainy Taxi (6:50)
5. Yellow Hedgerow Dreamscape (9:36)

Gesamtspieldauer: 1:19:07

„Up The Downstair” heißt das zweite offizielle Studioalbum der englischen Band Porcupine Tree. Ursprünglich fast völlig allein von Steven Wilson eingespielt, ist auf der remasterten Version Gavin Harrison an den Drums zu hören, der die ursprünglich elektronischen Drum-Beats ersetzte. Dazu wurde noch die EP „Staircase Infinities” gepackt, die musikalisch und atmosphärisch „Up The Dpwnstair“ durch jede Menge sphärische Abschnitte ergänzt, sodass die Platte nun als Doppelalbum erhältlich ist.


Die Musik auf „Up The Downstair” hat noch nicht allzu viel mit den späteren Veröffentlichungen von Porcupine Tree zu tun. Alles ist hier noch sehr sphärisch gehalten und die Instrumentalpassagen nehmen einen großen Platz auf dem Album ein, bei dessen Hören man sich leicht gedanklich in ein Raumschiff versetzen kann, welches gerade Jupiter passiert, um schon bald den Saturn-Mond Titan zu erreichen. Zwar wird das Tempo in der Musik immer wieder auch mal etwas angezogen, ganz so hart wie mancher spätere Titel von Porcupine Tree klingt auf dieser Scheibe jedoch noch nichts. Diese etwas futuristische und sphärische Atmosphäre, wird ansonsten höchstens noch durch ein paar wehmütig, sentimentale Eindrücke wie beim sehnsüchtigen „Small Fish“ unterbrochen.

Interessant dabei ist auch der Aufbau beziehungsweise die Länge der einzelnen Titel. Diese gibt es von 22 Sekunden bis hin zu knapp zwölf Minuten Dauer. Wobei jedoch ganz klar festzustellen ist, dass es sich dabei lediglich um eine Spielerei des Steven Wilson handelt, da die verschiedenen Nummern durchaus auch ohne Weiteres ineinander integriert hätten werden können.

Herauszuheben, da nun wirklich musikalisch völlig anders gestaltet, ist die Nummer „Synesthesia“. Hier pulsiert und vibriert die Musik durch den Synthesizer, obwohl Steven Wilson fast schon ein wenig gelangweilt dazu singt. Aber sicherlich macht genau dieser Gegensatz auch mit einen Reiz dieses Liedes aus, welches neben „Burning Sky“, das wiederum durch seine Komplexität und Abwechslung besticht, ganz klar zu den Höhepunkten auf „Up The Downstair” gehört.

Fazit: Vieles ist auf „Up The Downstair” noch nicht ganz so ausgereift, wie auf späteren Alben von Porcupine Tree. Es gibt jede Menge sphärische Ansätze und die Musik ist auch jederzeit melodiös und eingängig. Trotzdem werden einige Titel vielen Hörern wohl zu langweilig sein, da Themen ausgebreitet und aufbereitet werden und dies in einem zum Teil ziemlich zähen Tempo. Es gibt hier auch keinen Ablauf à la Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo usw. Nein, da ist die Musik dann doch ein wenig vertrackter und unkonventioneller. Und spannend. Neun Punkte.

Anspieltipps: Synesthesia, Burning Sky



Montag, 21. April 2014

Porcupine Tree – Arriving Somewhere… (DVD)




Porcupine Tree – Arriving Somewhere… (DVD)


Besetzung:

Steven Wilson – guitars, lead vocals
Richard Barbieri – keyboards
Colin Edwin – bass
Gavin Harrison – drums
John Wesley – guitars, vocals


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Progressive Rock, Rock


Trackliste:

DVD 1:

1. Revenant (B-Side from Deadwing) (3:04)
2. Open Car (from Deadwing) (4:46)
3. Blackest Eyes (from In Absentia) (4:41)
4. Lazarus (from Deadwing) (4:06)
5. Hatesong (from Lightbulb Sun) (9:14)
6. Don't Hate Me (from Stupid Dream) (8:38)
7. Mother And Child Divided (B-Side from Deadwing) (5:11)
8. Buying New Soul (B-Side from Lightbulb Sun) (7:17)
9. So-Called Friend (B-Side from Deadwing) (4:55)
10. Arriving Somewhere But Not Here (from Deadwing) (12:57)
11. Heartattack In A Layby (from In Absentia) (4:07)
12. Start Of Something Beautiful (from Deadwing) (7:19)
13. Halo (from Deadwing) (6:42)
14. The Sound Of Muzak (from In Absentia) (5:14)
15. Even Less (from Stupid Dream) (6:54)
16. Trains (from In Absentia) (7:18)
17. End Credits (special alternate mix of "Mother and Child Divided") (2:05)

Spieldauer DVD1: 1:44:33


DVD 2:

1. Futile – from Rockpalast broadcast (B-Side from In Absentia) (6:09)
2. Radioactive Toy – from Rockpalast broadcast (from On the Sunday of Life) (5:59)
3. Lazarus – promo clip directed by Lasse Hoile (3:57)
4. The Start Of Something Beautiful – live film directed by Przemyslaw Wszebor Bernacki and Lasse Hoile (7:10)
5. Halo – live film directed by Lasse Hoile (5:54)
6. Mother And Child Divided – live film directed by Lasse Hoile (4:56)
7. Cymbal Song by Gavin Harrison in stereo and 5.1 audio (3:57)
8. Photo gallery with exclusive ambient music by Richard Barbieri & Steven Wilson (9:21)

Spieldauer DVD2: 47:23

Gesamtspieldauer: 2:31:56




„Arriving Somewhere…“ ist eine mitreißende Konzert-Zusammenstellung zweier Auftritte von Porcupine Tree, die die Band am 11. und 12. Oktober 2005 im Park West, Chicago gab. Vor allem die Platte „Deadwing“, ebenfalls 2005 veröffentlicht, steht hier im Vordergrund. Allerdings fanden auch Stücke der Alben „Lightbulb Sun“, „In Absentia“ und „Stupid Dream“ ihren Weg in diese beiden Konzerte und somit auch auf die DVD.

Nun, wer schon mal die Möglichkeit hatte „Porcupine Tree“ live zu erleben und sehen konnte, wie Steven Wilson barfuß all das aus seiner Gitarre herausholt, was in ihr steckt, der wird hier ein Déjà Vu erleben. Wer noch nicht in den Genuss eines solchen Ereignisses kam, der kann sich hier ein Bild davon machen, wie mitreißend die Band ihre Titel auf der Bühne umzusetzen versteht. Härtere Töne überwiegen auf solch einem Konzert, aber auch das melancholische und eher ruhige Momentum wird hier angesprochen. Musik zum Eintauchen wird dem Hörer und auch Seher auf „Arriving Somewhere…“ geboten, der man auch auf einem passenden Fernseher folgen kann, wenn der mit guten Boxen ausgestattet ist oder aber mit der HiFi-Anlage in Korrespondenz steht.

Das Bildmaterial wurde bearbeitet. Es wechselt zwischen einer etwas grobkörnigen, auf alt getrimmten Schwarz-Weiß-Ansicht und der farbigen Original-Konzert-Atmosphäre. Dabei variieren diese verschiedenen Einstellungen sogar in jedem Lied mehrmals, was allerdings nicht störend erscheint, sondern dem Bildmaterial sehr viel mehr Fülle und Spannung verleiht. Auch sonst gibt es Bildbearbeitungen in der Form, dass zum Beispiel kurze Wortfetzen eingeblendet werden. Ebenfalls nicht störend und integriert in das Konzert.

Nun zur Musik. Porcupine Tree ist eine Band, die das Banner des Progressive Rock auch heute noch hochhält – häufig in Form der härteren Ausprägung dieses Genres. Dadurch werden von dieser DVD auch Hard Rock Fans begeistert sein, denn die Musik ist treibend, oftmals hart, mit genialen Riffs versehen und gleichzeitig doch auch ein wenig fordernd und untypisch, was dann wiederum die Querdenker der Musik ansprechen wird.

Auf der zweiten DVD 2 gibt es noch einige Gimmicks in Form von Live-Mitschnitten, Clips und Kurzfilmen. Für Fans ebenfalls lohnenswert.

Fazit: Wer die Musik von Porcupine Tree mag, der sollte sich unbedingt diese DVD ansehen. Wer die Musik von Porcupine Tree noch nicht kennt, dem ist diese DVD ebenfalls zu empfehlen. Ich hatte hier mal eine Gartenfeier. Drinnen lief „Arriving Somewhere…“, draußen wurde gegrillt und es gab Fass-Bier. Plötzlich waren sehr viele aus dem Garten verschwunden… Dreizehn Punkte.