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Montag, 4. Mai 2015

The Moody Blues – Seventh Sojourn




The Moody Blues – Seventh Sojourn


Besetzung:

Justin Hayward – vocals, acoustic & electric guitars
John Lodge – vocals, bass, acoustic guitar
Ray Thomas – vocals, flute, tambourine, saxophone, oboe
Graeme Edge – drums, percussion, vocals
Mike Pinder – vocals, chamberlin, piano


Label: Threshold Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: ArtPop, Pop, Rock


Trackliste:

1. Lost In A Lost World (4:42)
2. New Horizons (5:10)
3. For My Lady (3:57)
4. Isn't Life Strange (6:08)
5. You And Me (4:19)
6. The Land Of Make Believe (4:51)
7. When You're A Free Man (6:05)
8. I'm Just A Singer (In A Rock And Roll Band) (4:22)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

9. Isn't Life Strange (Original Version) (8:14)
10. You And Me (Beckthorns Backing Track) (6:33)
11. Lost In A Lost World (Instrumental Demo) (4:41)
12. Island (4:30)

Gesamtspieldauer: 1:03:38




Die Fahrt der Moody Blues geht auch mit ihrem achten Album, „Seventh Sojourn“ aus dem Jahr 1972 weiter. Eine Fahrt in die süßlichste Musik überhaupt, an der man mitunter schon ganz schön zu schlucken hat. Hier auch noch von Rock-Musik zu sprechen scheint durchaus gewagt zu sein. Denn unter Rock Musik stellt man sich im Grunde genommen etwas anderes vor, als ultrasanfte und oftmals auch kitschige Klanggebilde, die es auf „Seventh Sojourn“ allerdings zu Hauf zu hören gibt.

Man kann jetzt wahrlich nicht behaupten, dass die Nummern nicht melodiös wären, denn das sind sie allemal. Allerdings klingt das Ganze irgendwie sowas von kitschig, dass es zum Teil schwer fällt, die einzelnen Lieder noch ernst zu nehmen. In den Titeln steckt so viel Pathos und Süße, sodass man eigentlich versucht ist, den Musikern zuzurufen: „Steht auf, wehrt Euch. Ihr müsst doch zumindest noch einen kleinen Rest an Stolz in Euch haben. Also Kopf hoch und Brust raus!“ Aber dann kommt gerade die Nummer „New Horizons“ und man steht mit offenem Mund da und weiß gar nicht, was man noch alles sagen soll. Sowieso zu spät, 1972 ist lange vorbei.

Allerdings ist das Ganze, neben aller Süße, so eingängig, dass man gar nicht umhin kommt, auch etwas daran schön zu finden. In meinem Fall ist es zum Beispiel Titel Nummer 3, „For My Lady“. Absolut soft und süß, jedoch ausgestattet mit einer absolut eingängigen und schönen Melodue und vor allem einer tollen Instrumentierung. Und dann wäre da noch die letzte Nummer des Albums „I'm Just A Singer (In A Rock And Roll Band)“. Diese ist richtig gelungen, da sie endlich mal Rock Musik beinhaltet. Wieder einmal eine schöne Melodie, jetzt jedoch gepaart mit einem flotteren Tempo und überzeugendem Groove.

Auf der remasterten Version des Albums gibt es vier Zugaben. Diese passen sich an das schlechtere Niveau der Scheibe an. Und da ist es dann egal, ob es Titel mit Gesang oder gar Instrumentalnummern sind. Dafür lohnt sich der Kauf definitiv nicht, wenn man schon die Originalscheibe besitzt.

Fazit: Manche Bands habe 1972 echt Klassiker veröffentlicht. Einige davon wurden hier ja bereits besprochen. Die Moody Blues haben das nicht geschafft. Weich klang die Band schon immer, jetzt klingt sie allerdings sogar schleimig. Kein gutes Zeichen. Sicherlich haben die Moody Blues noch Fans von damals, die mit dieser Musik groß geworden sind und diese zu schätzen wissen. Ob jemand allerdings heute noch, wenn sie oder er „Seventh Sojourn“ zum ersten Mal hört, darauf abfährt, das wage ich zu bezweifeln. Melodiös bis in den letzten Takt, manchmal auch ganz nett. Schön, wenn es rockiger klingt… Irgendwie allerdings nicht mehr gut. Sechs Punkte.

Anspieltipps: For My Lady, I'm Just A Singer (In A Rock And Roll Band)



Donnerstag, 23. April 2015

The Moody Blues – Every Good Boy Deserves Favour




The Moody Blues – Every Good Boy Deserves Favour


Besetzung:

Justin Hayward – vocals, acoustic guitar, electric guitar, sitar
John Lodge – vocals, bass, cello
Ray Thomas – vocals, flute, tambourine, oboe, woodwinds, harmonica
Graeme Edge – electric and acoustic drums, percussion
Mike Pinder – vocals, mellotron, harpsichord, hammond organ, piano, keyboards, moog synthesizer


Label: Threshold Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: ArtPop, Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Procession (4:40)
2. The Story In Your Eyes (2:56)
3. Our Guessing Game (3:34)
4. Emily's Song (3:42)
5. After You Came (4:38)
6. One More Time To Live (5:41)
7. Nice To Be Here (4:23)
8. You Can Never Go Home (4:14)
9. My Song (6:24)


Bonus Tracks der remasterten Album-Fassung:

10. The Story In Your Eyes (Original Version) (3:33)
11. The Dreamer (3:42)

Gesamtspieldauer: 47:33

„Every Good Boy Deserves Favour” nannte die britische Band The Moody Blues ihr siebtes Studioalbum, welches im Jahr 1971 veröffentlicht wurde. Es ist immer so eine Sache mit den Moody Blues, ob man sie eher als „Schmuserocker“ oder aber als Vertreter des Progressive Rock wahrnimmt, das scheint mitunter ganz stimmungsabhängig zu sein und der Grat zwischen diesen beiden Genres, der ist im Fall dieser Band wahrlich sehr, sehr schmal. Ganz allgemein kann allerdings festgehalten werden, dass die Moody Blues sich im Laufe ihrer Geschichte immer weiter vom Progressive Rock entfernten, hin zu einem Genre, welches man am liebsten mit süßlichen ArtPop umschreiben möchte. Nicht weiter verwunderlich ist es von daher, dass auf diesem siebten Album – von insgesamt sechzehn Scheiben in der Karriere der Moody Blues – beide Genres vertreten sind. Die Scheibe „Every Good Boy Deserves Favour” beinhaltet Titel, die mal mehr in die eine, mal mehr in die andere Richtung ausschlagen.

Leider überwiegt auf „Every Good Boy Deserves Favour” doch schon deutlich die zuckersüße, mitunter fast schon schleimige Variante in der Musik der Moody Blues. Das wirkt oftmals alles zu sehr mit Puderzucker überzogen, mal nach Schlagermusik mit Violinen, ein anderes Mal nach reichlich einfach gestricktem Pop, bei dem einige Mellotronlagen darübergelegt wurden, um der Sache irgendwie einen progressiven Touch zu verleihen. Wahrlich schwierig, zumal sich dazu auch noch passender Gesang und ebensolche Texte gesellen, die einem jegliche Chance auf ein entspanntes Hören zusätzlich vermiesen, da einem die sich aufgestellten Nackenhaare Schauer über den Rücken jagen. Solch ein Titel wie „Emily's Song“ steht hier stellvertretend für eine ganze Reihe von Titeln, die sich hauptsächlich in der Mitte der Platte befinden.

Nun, trotzdem gibt es, wie bereits oben erwähnt, auch die interessanten Stellen auf „Every Good Boy Deserves Favour”. Da wären zum Beispiel die ersten beiden Nummern. „Procession“ soll die Entwicklung der Menschheit bis hin zur Entwicklung der Musik darstellen. Okay, bei diesem Titel von „Musik“ zu sprechen, ist an vielen Stellen der Nummer durchaus gewagt, da es sicher eher um eine Klangkollage, um experimentelle Klänge handelt. Diese wiederum ist jedoch durchaus hörenswert und weißt gegen Ende überdies auch ein paar nette Melodien auf, die dann durchaus mit „Musik“ zu bezeichnen sind. Das Lied geht nahtlos in „The Story In Your Eyes” über, einem sogar recht rockigen Stück, mit treibendem Rhythmus und netter Melodie. Ganz am Ende der Platte, gab es dann nochmal eine recht gelungene Nummer. „My Song“ beginnt zwar wieder relativ süßlich, weist dabei aber immerhin eine nette Melodie auf und entwickelt sich weiter bis zu einem sehr bombastischen Abschnitt, der für „Freunde der Fülle“ in der Musik durchaus einen Höhepunkt darstellen kann.

Auf der remasterten CD-Ausgabe gibt es schließlich noch die Originalversion des Titels „The Story In Your Eyes“, welche deutlich länger ist als jene Version, die es schließlich auf die CD geschafft hat. Auch diese Version lohnt sich, auch wenn hier dem Mellotron ein fast zu großer Spielraum eingeräumt wurde, der mitunter fast den Gesang zu übertönen scheint. Die erweiterte Länge rührt daher, dass der Piano-Teil am Ende des Liedes einfach noch etwas ausgeweitet wurde. Schließlich gibt es als Zugabe dann noch den Titel „The Dreamer“, den man sich eigentlich auf das Original-Album gewünscht hätte. Eine etwas flottere Nummer mit einer schönen Melodie und wirklich eingängigem Instrumentalteil in der Mitte.

Fazit: Wenn ich mir was wünschen könnte, dann wären da mehr solch Titel auf „Every Good Boy Deserves Favour”, wie man sie am Anfang, am Ende und als Zugabe auf dem Album findet. Dann wäre meine Bewertung hier sicherlich auch in den zweistelligen Bereich gerutscht. Die ganze mittlere Passage der Platte ist jedoch sehr gewöhnungsbedürftig und verlangt einiges an Toleranz vom Hörer ab. Melodiös ist das zwar immer, jedoch wenn es zu süßlich wird, dann verschließt man ganz automatisch die Ohren. Ja, wenn ich mir was wünschen dürfte… Im Falle von „Every Good Boy Deserves Favour” scheint Musik jedoch eindeutig kein Wunschkonzert zu sein. Acht Punkte.

Anspieltipps: My Song, The Story In Your Eyes (Original Version), The Dreamer





Sonntag, 12. April 2015

The Moody Blues – A Question Of Balance




The Moody Blues – A Question Of Balance


Besetzung:

Justin Hayward – vocals, guitar, mandolin
John Lodge – vocals, bass
Ray Thomas – vocals, flute, tambourine
Graeme Edge – drums, percussion, whispered vocal on "Don't You Feel Small"
Mike Pinder – vocals, mellotron, moog synthesizer


Label: Threshold Records (Universal Music Group)


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: ArtRock / Pop


Trackliste:

1. Question (5:44)
2. How Is It (We Are Here) (2:45)
3. And The Tide Rushes In (2:56)
4. Don't You Feel Small (2:38)
5. Tortoise And The Hare (3:19)
6. It's Up To You (3:11)
7. Minstrel's Song (4:27)
8. Dawning Is The Day (4:21)
9. Melancholy Man (5:45)
10. The Balance (3:33)


Bonus-Tracks der remasterten Albumfassung:

11. Mike's Number One (3:36)
12. Question (Alternate Version) (6:08)
13. Minstrel's Song (Original Mix) (4:37)
14. It's Up To You (Original Mix) (3:22)
15. Don't You Feel Small (Original Mix) (3:03)
16. Dawning Is The Day (Full Original Mix) (4:38)

Gesamtspieldauer: 1:04:12




„A Question Of Balance“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Soft Rocker von den Moody Blues, welches im Jahr 1970 veröffentlicht wurde. Nun, war die Band mit ihren ersten Alben sicherlich noch ganz innovativ, zum Teil sogar progressiv, so scheint dieser Eindruck mit dem Jahrzehntwechsel deutlich zu verschwinden. Zwar schaffen es die Moody Blues auch noch auf „A Question Of Balance“ schöne Melodien zu kreieren und diese auch umzusetzen, jedoch schon längst nicht mehr in dem Maße, wie noch auf den Alben zuvor.

Dazu gesellt sich auch noch der Umstand, dass die Musik der Band inzwischen immer weichgespülter klingt. Okay, reine Hard Rock Band waren The Moody Blues garantiert noch nie, doch inzwischen klingt das alles noch ein wenig süßlicher und schmachtender. Solche Musik kann mitunter auch durchaus mal ganz nett sein und darf sich auch genau so anhören, hier, auf dieser sechsten Scheibe der Moody Blues, ist diese „liebliche“ Atmosphäre allerdings schon ganz gewaltig und sehr massiv vertreten. Diese allgegenwärtige Weichheit der Musik zieht sich über die gesamte Laufzeit des Albums hinweg, sodass man sich schließlich beim Hören irgendwann geradezu richtig nach einem schrägen Ton sehnt.

Diesen Eindruck unterstützt auch die Feststellung, dass die Perlen der Scheibe eher am Anfang liegen. Zum Schluss wird es fast noch schlimmer. „Question“ und „How Is It (We Are Here)“ sind durchaus noch gelungene Nummern, die sogar Abwechslung in sich selbst tragen. Jedoch bereits mit „And The Tide Rushes In“, also dem dritten Titel, wird es irgendwie nochmal ein wenig süßlicher, noch mal schmachtender. Ich gehe dabei jede Wette ein, kein 16 bis 20 Jähriger würde heutzutage seine neue Flamme mit dem Auto abholen und dann „A Question Of Balance“ in den CD- oder MP3-Player des Autos einlegen. Der will nämlich „cool“ sein und ist sich sicher, dass diese Musik nicht „cool“ und schon gar nicht männlich ist. Später, also in etwas höherem Alter, mag das jedoch vielleicht durchaus vorkommen, denn das Alter macht ja bekanntlich weise und mit dieser sanften Musik, lässt sich die Auserwählte vielleicht für irgendwelche andere Dinge „offen“ stimmen. Auch Männer können raffiniert sein.

Fazit: Sehr weiche Musik beinhaltet „A Question Of Balance“. Rocker werden ganz schnell Reißaus nehmen, bei diesen Klängen. Allerdings beinhaltet auch diese Scheine noch ein paar schöne Titel und Stellen, die zwar wirklich sehr sanft und allerliebst klingen, jedoch auch die Melancholiker ansprechen dürften. Sicherlich keine Musik für jeden Tag und jede Situation, aber zum Träumen oder Ausspannen durchaus geeignet. Auch wenn festzuhalten bleibt, dass die ersten Platten der Moody Blues besser waren, so hat auch diese Scheibe noch ihre Höhepunkte. Ganz gewiss gibt es schlechtere Musik, als diesen sanften 60ies Pop. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Question, How Is It (We Are Here)



Donnerstag, 2. April 2015

The Moody Blues – To Our Children’s Children’s Children




The Moody Blues – To Our Children’s Children’s Children


Besetzung:

Justin Hayward – vocals, electric guitar, acoustic guitar, sitar
John Lodge – vocals, bass guitar, harp
Ray Thomas – vocals, flute, tambourine, bass flute, oboe
Graeme Edge – drums, percussion
Mike Pinder – vocals, mellotron, piano, ems vcs 3, hammond organ, celesta


Label: Universal Music Group


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: ArtRock / Pop


Trackliste:

1. Higher And Higher (4:06)
2. Eyes Of A Child I (3:23)
3. Floating (2:58)
4. Eyes Of A Child II (1:23)
5. I Never Thought I'd Live To Be A Hundred (1:05)
6. Beyond (2:58)
7. Out And In (3:49)
8. Gypsy (Of A Strange And Distant Time) (3:33)
9. Eternity Road (4:19)
10. Candle Of Life (4:14)
11. Sun Is Still Shining (3:39)
12. I Never Thought I'd Live To Be A Million (0:33)
13. Watching And Waiting (4:15)


Bonus Tracks der remasterten Album-Fassung:

14. Gypsy (Alternate Version) (4:15)
15. Candle Of Life (Alternatel Version) (4:55)
16. Sun Is Still Shining (Alternate Mix) (4:03)
17. Have You Heard (David Symonds BBC Radio One Concert) (5:36)
18. Legend Of A Mind (David Symonds BBC Radio One Concert) (4:32)

Gesamtspieldauer: 1:04:17





„To Our Children’s Children’s Children” heißt das fünfte Studio-Album der Moody Blues und erschien im November 1969, lediglich sieben Monate nach dem Vorgänger „On The Threshold Of A Dream“. Nun, die Moody Blues sind eine Band, deren Musik man ganz klar die Entstehungszeit anhört. Auf „To Our Children’s Children’s Children” hört man ganz eindeutig Musik aus den 60er Jahren. 60ies Pop ist das, der sich meist sehr eingängig anhört, oftmals orchestral untermalt klingt und sich immer wieder auch mal ganz gefährlich der Grenze zum Schmalz annähert.

So richtig wird diese Zone jedoch noch nicht tangiert, das passiert erst auf späteren Alben der Moody Blues deutlich häufiger und auch sehr intensiv. Die Platte klingt nach einer Art Soft Rock aus den Anfängen der Pop-Musik. Das Mellotron hat immer wieder einen sehr dominanten Auftritt, ist praktisch allgegenwärtig. Alles wirkt voll und harmonisch, schräge Töne gibt es an keiner Stelle der Platte zu vernehmen. Irgendwie scheint alles im Wohlklang zu schwelgen und selbst der Gesang taucht mit einigen sehnsüchtigen „Aaaahs“ immer wieder in diese, irgendwie fast märchenhafte und unwirkliche Stimmung mit ein.

Wenn man mit dieser musikalischen Atmosphäre etwas anzufangen versteht, wird einem kein schlechtes Lied auf der Platte auffallen, in diesem Sinne hat alles seine Qualität auf „To Our Children’s Children’s Children”. Andere Musikhörer, gerade Liebhaber der etwas härteren Töne oder auch mal ausgefalleneren Wege, die werden dieses Album mit Sicherheit wohl eher langweilig finden, da eben alles einheitlich „nett“ und lieblich klingt.

Fazit: 60ies Pop der sehr harmonischen Art kredenzen uns die fünf Musiker von den Moody Blues hier. Sicherlich nicht für jeden etwas, zumal man dieser Musik deutlich das Entstehungsalter anhört. Dafür kommen Freunde melodischer, harmonischer und fast schon überschwänglicher Töne durchaus auf ihre Kosten. Ich kann mir sowas durchaus mal anhören – ohne dabei rot zu werden. Immer brauche ich solche Musik allerdings auch nicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Higher And Higher, Gypsy, I Never Thought I'd Live To Be A Million




Mittwoch, 18. März 2015

The Moody Blues – In Search Of The Lost Chord




The Moody Blues – In Search Of The Lost Chord


Besetzung:

Mike Pinder – vocals, mellotron, piano, harpsichord, acoustic guitar, bass guitar, cello, autoharp, tambura
Ray Thomas – vocals, C flute, alto flute, soprano saxophone, oboe, french horn, tambourine
Justin Hayward – vocals, acoustic guitar, electric guitar, 12-string guitar, sitar, harpsichord, bass guitar, percussion
John Lodge – vocals, bass, acoustic guitar, cello
Graeme Edge  vocals, drums, timpani, tambourine, piano, percussion, tabla, spoken vocal


Label: Decca Records


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: ArtPop, ArtRock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Departure (0:45)
2. Ride My See-Saw (3:39)
3. Dr. Livingstone, I Presume (2:58)
4. House Of Four Doors (Part 1) (4:13)
5. Legend Of A Mind (6:36)
6. House Of Four Doors (Part 2) (1:47)
7. Voices In The Sky (3:28)
8. The Best Way To Travel (3:14)
9. Visions Of Paradise (4:15)
10. The Actor (4:39)
11. The Word (0:49)
12. Om (5:52)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

13. Simple Game (Justin Hayward Vocal Mix) (3:28)
14. The Best Way To Travel (Additional Vocal Mix) (4:05)
15. Visions Of Paradise (Instrumental Sitar Mix) (4:32)
16. What Am I Doing Here (Alternate Mix) (3:55)
17. The Word (Mellotron Mix) (1:04)
18. Om (Full Version) (6:09)
19. Dr. Livingstone, I Presume (BBC Session - Top Gear 16/7/68) (2:59)
20. The Best Way To Travel (BBC Session - Top Gear 16/7/68) (3:40)
21. A Simple Game (3:44)

Gesamtspieldauer: 1:16:00




Freund der schönen Melodie, was willst Du mehr? Kaufe Dir das dritte Album der Moody Blues mit dem Titel „In Search Of The Lost Chord” aus dem Jahr 1968 und Du wirst begeistert sein. Wahrlich, denn alles auf dieser Scheibe klingt lieblich, manchmal etwas verwunschen, geht jedoch immer ins Ohr. Dies ob der Tatsache, dass den Musikern dieses Mal kein ganzes Orchester mehr zur Seite stand, wie noch beim Vorgänger „Days Of Future Passed“. Nun, was macht man da dann als ambitionierter Musiker? Genau, man lernt eben mal schnell die ganzen Instrumente und spielt sie selbst ein. So geschehen im Falle der Moody Blues auf „In Search Of The Lost Chord”, daher wohl auch der Titel der Scheibe. Unglaublich ist dies allerdings schon ein wenig – jedoch wahr.

Nun, wer auf mellotron-geschwängerte Musik steht, die symphonisch und immer absolut harmonisch und melodiös klingt, die oder der muss dieses Album einfach lieben. So manch einem Musikhörer wird das Ganze dann jedoch auch ein wenig zu süßlich klingen, was ebenfalls nicht weiter verwunderlich wäre, denn man kann wahrlich nicht behaupten, dass die Musik der Moody Blues auf „In Search Of The Lost Chord” mit Ecken und Kanten gespickt wäre. Nein, die Scheibe läuft schön gleichmäßig durch und somit hat jeder Hörer die Chance, aus einer ganzen Reihe eingängiger Nummern seinen Favoriten herauszuhören – oder sich eben gelangweilt abzuwenden.

Auch den Einfluss der Beatles kann man auf „In Search Of The Lost Chord” nachhören, denn der Besuch der vier Liverpooler in Indien bewirkte nun auch, dass die Sitar so einige Auftritte auf dem Album erhält. Aber natürlich gibt es auch jede Menge Mellotron und Querflöte zu hören. Zudem ist die Stimmung der Musik eine Besondere. „Fröhlich“ klingt auf jeden Fall anders. Über den Titeln der Moody Blues schwebt hier eine gewisse Melancholie, eine fast schon greifbare Traurigkeit. Das wiederum macht so manchen Song der Band auf ihrem dritten Album noch ein wenig ergreifender.

Fazit: Der Musik hört man das Entstehungsdatum an, zweifellos. Macht jedoch nichts, wie langweiliger 60ies Pop klingt das nämlich keinesfalls. Auch ist die Scheibe perfekt abgemischt und trotzdem steckt sehr viel Zeitgeist in den einzelnen Titeln, der in der heutigen Zeit so nicht mehr vorhanden ist. Man macht also eine kleine musikalische Zeitreise mit süßen und zum größten Teil unschuldigen Klängen. Mancher mag das vielleicht langweilig finden, andere finden das einfach nur schön. Zehn Punkte.

Anspieltipps: House Of Four Doors (Part 1), Legend Of A Mind



Sonntag, 8. März 2015

The Moody Blues – Days Of Future Passed




The Moody Blues – Days Of Future Passed


Besetzung:

Mike Pinder – keyboards, mellotron, piano, vocals
Ray Thomas – flutes, horns, percussion, keyboards, vocals
Justin Hayward – acoustic and electric guitars, piano, keyboards, vocals
John Lodge – bass guitar, electric guitar, vocals
Graeme Edge – drums, percussion, vocals


Label: Decca Records


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: ArtPop, ArtRock


Trackliste:

1. The Day Begins (5:51)
2. Dawn (3:49)
Dawn Is A Feeling
3. The Morning (3:56)
Another Morning
4. Lunch Break (5:29)
Peak Hour
5. The Afternoon (8:23)
a. Forever Afternoon (Tuesday?) 
b. (Evening) Time To Get Away
6. Evening (6:40)
a. The Sun Set 
b. Twilight Time
7. The Night (7:29)
Nights In White Satin


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

8. Don't Let Me Be Misunderstood (BBC Session: Saturday Club) (2:24)
9. Fly Me High (2:56)
10. I Really Haven't Got The Time (3:09)
11. Love And Beauty (2:26)
12. Leave This Man Alone [Clean] (3:01)
13. Cities (2:26)
14. Tuesday Afternoon (Alternate Mix) (4:20)
15. Dawn: Dawn Is A Feeling (Alternate Version) (2:20)
16. The Sun Set (Alternate Version With No Orchestra) (2:50)
17. Twilight Time (Alternate Vocal Mix) (2:28)

Geasamtspieldauer: 1:10:04




Okay, das ist schon großes Kino, was die Moody Blues hier mit ihrem zweiten Album „Days Of Future Passed“ aus dem Jahr 1967 vorlegen. Das liegt ganz sicherlich an der Musik selbst, die oftmals durchaus einem Kinofilm entsprungen sein könnte, doch dazu später mehr. Erst kurz noch etwas zur Entstehung des Albums. Die erste Platte der Moody Blues hieß „The Magnificent Moodies“, wurde 1965 veröffentlicht und bestand hauptsächlich aus Cover-Versionen von Rhythm & Blues-Stücken. Übermäßig erfolgreich war das auch nicht und zwei der Gründungsmitglieder, Gitarrist Denny Laine und Bassist Clint Warwick, verließen die Band kurz darauf. Dann kam angeblich die Plattenfirma Decca auf die glorreiche Idee, dass die Moody Blues nun in neuer Besetzung eine Adaption von Antonin Dvořáks 9. Sinfonie einspielen sollten. Das wiederum fanden die Musiker allerdings nicht so prickelnd, nur die Kombination aus Klassischer Musik und Rock-Musik, die reizte sie. So wurde kurzerhand, zunächst angeblich heimlich, eines der ersten Konzeptalben entworfen, denn zu hören ist auf „Days Of Future Passed“ der Tagesablauf eines ganz normalen Menschen – vom Morgen bis zur Nacht – in einer Verbindung aus Klassischer Musik und Rock-Musik.

Nun, nicht nur, dass es eines der ersten Konzeptalben ist, die es in der Geschichte der Rock-Musik gab, macht das Album „Days Of Future Passed“ zu etwas Besonderem. Es ist eben auch jene Verbindung von Klassik und Rock, die es so bisher auch noch nicht gab. Bei den ersten Titeln glaubt man auch kaum, dass es sich hierbei um eine Platte einer Rockband handelt, denn die Musik kommt zunächst hauptsächlich vom London Festival Orchestra. Im ersten Titel „The Day Begins“ wird auch gleich die Melodie des letzten und wohl auch bekanntesten Liedes der Moody Blues „Nights In White Satin“ aufgegriffen. Zwischen diesen beiden Nummern befinden sich ausschließlich eingängige Harmonien und überaus melodiöse Melodien. Jeder Titel geht ziemlich schnell ins Ohr und man fühlt sich an verschiedene Orte verfrachtet, wenn man der Musik lauscht. Mal befindet man sich in einem klassischen Konzertsaal und lauscht dort einem Konzert, mit eben klassischer Musik. Dann jedoch sitzt man im Kino und vor dem inneren Auge entstehen Bilder, die durch die Musik perfekt untermalt werden. Wieder ein anderes Mal glaubt man einem Musical zu lauschen und schließlich steht man dann wieder vor einer grell erleuchteten Bühne und lauscht einem Rock Konzert mit deftigen Pop-Einfärbungen.

Dass so mancher sagt, vieles auf „Days Of Future Passed“ klingt ein wenig zu süßlich, kann man dabei durchaus nachvollziehen und mit Sicherheit ist diese Musik auch nicht jedermanns Sache. Spannend ist sie jedoch definitiv. Wenn es mal nicht zu orchestral klingt, dann erinnert die Musik an manchen Stellen an „The Piper At The Gates Of Dawn“, der ersten Scheibe von Pink Floyd. Und den Titel „Twilight Time“ hat Jeff Lynne für sein Electric Light Orchestra in „Don’t Bring Me Down“ integriert – auch wenn das nirgendwo steht, das ist eindeutig herauszuhören. Nun, manches Mal wird dieses Album auch mit zur Geburtsstunde des Progressive Rock gezählt. Das wiederum ist allerdings ein wenig weit hergeholt. Klar ist das, was man auf „Days Of Future Passed“ hört, nicht mehr unbedingt britischer 60er Pop. Und gewiss ist diese Musik etwas Besonderes, allerdings reicht die Kombination von U- und E-Musik nicht dazu aus, die Scheibe dem progressiven Rock zuzuschreiben, dazu ist die Musik dann doch zu vorhersehbar und zu „nett“.

Die remasterte Fassung der Platte weist eine ganz Reihe von Bonus-Titeln auf. Jede Menge Mono-Mixe sind dabei, sowie vier alternative Mixe zu den auf der Platte bereits vorhandenen Titeln. Ist wohl eher etwas für die Moody Blues Fans, trotzdem auch für die restlichen Hörer eine nette Erweiterung, da es sich eben nicht nur um die vielleicht „-zigte“ Version eines Titels handelt.

Fazit: „Days Of Future Passed“ ist definitiv und keineswegs das erste Progressive Rock Album welches es gab. Jedoch ist diese Scheibe eine der ersten Konzeptalben, welche die Rockmusik hervorbrachte. Mir fällt auch kein früheres Konzeptalbum ein, obwohl es da sicher eines gegeben haben wird. Nur welches? Auch eine Vorreiterrolle nahm die Scheibe durch die Verbindung zwischen klassischer Musik und Rock ein. Das wirkt sehr interessant, auch heute noch. Dazu gesellen sich jede Menge sehr melodischer Titel und eine prall gefüllte Bonustitelabteilung, wenn man auch zugeben muss, dass diese Monoaufnahmen überhaupt nichts mit dem Originalalbum zu tun haben. Trotzdem nett. Auch wenn man der Scheibe das Alter durchaus anhört, macht „Days Of Future Passed“ immer noch sehr viel Spaß – und ich habe die Platte im Jahr 2012 zum ersten Mal gehört. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Afternoon, The Night



Samstag, 3. September 2011

The Moody Blues – On A Threshold Of A Dream






The Moody Blues – On A Threshold Of A Dream


Besetzung:

Justin Hayward  guitar, vocals
John Lodge  bass, guitar, vocals
Michael Pinder  keyboards, vocals
Ray Thomas  bass, flute, horn, vocals
Graeme Edge  drums


Label: Universal Music Group


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: ArtRock / Pop


Tracklist:

1. In the Beginning (2:08)
2. Lovely to See You (2:34)
3. Dear Diary (3:56)
4. Send Me No Wine (2:.21)
5. To Share Our Love (2:53)
6. So Deep Within You (3:.10)
7. Never Comes the Day (4:43)
8. Lazy Day (2:43)
9. Are You Sitting Comfortably? (3:.30)
10. The Dream (0:57)
11. Have You Heard - Part 1 (1:28)
12. The Voyage (4:10)
13. Have You Heard - Part 2 (2:26)


Bonustracks:

14. In The Beginning (Full Version) (3:28)
15. So Deep Within You (Full Version) (3:29)
16. Dear Diary (Alternate Mix) (4:05)
17. Have You Heard (3:52)
18. The Voyage (Original Take) (4:19)
19. Lovely To See You (BBC Sessions Version) (2:26)
20. Send Me No Wine (BBC Sessions Version) (2:40)
21. So Deep Within You (BBC Sessions Version) (3:08)
22. Are You Sitting Comfortably (BBC Sessions Version) (3:38)




Mit „On a threshold of a dream” haben die fünf Musiker von den Moody Blues ein Album geschaffen, das seinem Namen “An der Schwelle eines Traumes“ alle Ehre macht. Denn verträumt wirkt diese Musik wahrlich. An manchen Stellen geht sie sogar fast ins Psychedelische.

Es fängt an mit einer Sprechgesangnummer, „In the beginning“, die ein wenig mystisch klingt, sonst aber nichts Besonderes zu bieten hat. Gleich das nächste Stück, „Lovely to see you“, ist dann ein Track, der typisch für die Musik der Endsechziger ist. Eine nette Rock’n’Roll-Nummer. Anschließend wird es zum ersten Mal so richtig verträumt: „Dear diary“. Das Stück lebt von seinem Flötenspiel und von der, ein wenig verzerrten, Gesangsstimme. Dazu verfügt der Track noch über eine sehr schöne Melodieführung.

Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist schließlich „Lazy day“. Eindrucksvoll dabei ist der schöne Hintergrundgesang, welcher das Stück so richtig tief tragend werden lässt, ohne dabei ins Schnulzige abzudriften. Gegen Ende des ursprünglichen Albums erwarten einen dann noch die absoluten Höhepunkte des Albums. Die da wären, die beiden „Have you heard“-Parts, sowie das beste Stück auf dem Album, das instrumentale „The voyage“. Klasse instrumentiert, mal mit einem ganzen Orchester, mal deutlich zurückhaltender nur mit dem Piano. Sicherlich einer der besten Songs, die “The Moody Blues“ jemals geschrieben haben.

Blieben noch die neun Bonustracks, bei denen es sich um alternative Versionen, Outtakes oder um BBC-Radio-Sessions handelt. Nichts Neues also, aber als Alternative zu den regulären Stücken eine ganz nette Zugabe.

Fazit: Ein überaus gelungenes Album ist den Moody Blues mit „On a threshold of a dream” gelungen. Neben einigen Höhepunkten gibt es keine Stücke, die wirklich stark abfallen. Alles klingt wie aus einem Guss und wenn man, die manchmal auch pompöse Popmusik der Endsechziger mag, dann wird man an diesem Album hier sicherlich auch Gefallen finden. Mir gefällt es ganz gut und ich gebe diesem Werk neun Punkte.

Anspieltipps: Dear Diary, The Voyage