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Sonntag, 5. September 2021

Hugo Race – Dishee

 



Hugo Race – Dishee


Besetzung:

Hugo Race – all intruments


Gastmusiker:

Virginia Alexander – gong




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Ambient


Trackliste:

1. So Hung (7:35)
2. Iamur (5:43)
3. Foa (4:00)
4. Akaal (15:21)
5. Blue Pearl (9:00)

Gesamtspieldauer: 41:41



Schon klar, diese CoVid-Pandemie hat natürlich unfassbar stark auch die Künstler getroffen, die einfach um ihre Möglichkeiten des Auftritts gebracht wurden. Vom Verkauf der Tonträger können heute sowieso nur noch die wenigsten Musiker leben, wenn man überall alles herunterladen kann. Zum Teil eben auch illegal und kostenlos. Ich sammele Alben. Platten wie CDs. Für mich ist es was Besonderes diese in den Händen zu halten und mir beim Hören Cover, Credits und nach Möglichkeit auch die Texte mit durchzulesen. Nicht mehr weit verbreitet diese Art des Musikhörens, was ich schade finde…. Aber egal, hier geht es jetzt um „Dishee“, dem neuen Album von Hugo Race.

Nun, dieses klingt keineswegs wie andere Hugo Race Scheiben, denn es ist vollgepackt mit sphärischer Musik, dem Ambient sehr nahe. Keine Melodien, keine Takte, nur ganz viel Atmosphäre, die dabei zum Teil auch noch mit der E-Gitarre bearbeitet wird. Dazu gesellen sich ab und an ein paar Sprachfetzen und das war es. Nicht besonders erwähnen muss man von daher, dass es diese Lieder nicht schaffen ins Ohr zu gehen. Sie laufen ganz einfach nebenher oder man hört sie intensiv auf den Kopfhörern. Zu oft wird dies allerdings wohl niemand machen, denn dazu ist diese Musik leider einfach auch zu langweilig.

Das bedeutet nicht unbedingt, dass das, was man auf „Dishee“ zu hören bekommt schlechte Musik wäre. Aber solch atmosphärische Strömungen lösen eben auch keine Begeisterungsstürme aus, sondern laufen irgendwie so mit, wenn man denn mal wieder die Muße verspürt, die Scheibe aufzulegen. Das war es leider schon, viel mehr gibt es zu dieser zwar stimmungsvoll intensiven Musik nicht zu sagen, die man dann aber trotzdem nicht mehr auflegt.

Fazit: Ambient mit E-Gitarre, so lässt sich dieses neueste Werk des Australiers Hugo Race wohl am besten beschreiben. Keine Melodien, kein Rhythmus. Nicht weiter schlimm, es gibt tolle Alben in diesem Bereich. Doch Hugo Races Musik ist das irgendwie nicht. Und es ist auch nicht „seine“ Musik, denn andere können das besser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Akaal



Donnerstag, 7. Januar 2021

Hugo Race And The True Spirit – Starbirth - Stardeath

 



Hugo Race And The True Spirit – Starbirth - Stardeath


Besetzung:

Hugo Race – vocals, piano, guitars, synthesizer, percussion, mellotron, clavinet, prophet v, bass
Nico Mansy – rhodes piano, acoustic piano, processed piano, hammond, wurlitzer, vibes, strings ensemble, synthesizer, octaver guitar, synthchoir, horns, slide guitar, keyboards
Michelangelo Russo – harp, trombone, trumpet, shortwave, minimoog, brass, harmonica
Chris Hughes – guiro, pocket synthesizer, synthesizer, djembe, guitars, ebo guitar
Bryan Colechin – bass, vocals
Brett Poliness – drums, percussion, vocals




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Alternative Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

CD1 - Starbirth:

1. Can‘t Make This Up (5:09)
2. 2Dead2Feel (3:45)
3. Darkside (3:25)
4. Embryo (5:22)
5. Heavenly Bodies (3:50)
6. Only Money (3:43)
7. Holy Ghost (3:41)
8. Everyday (3:45)
9. United (1:45)
10. Expendable (5:43)
11. The Rapture (4:03)
12. Where Does It End (2:58)

CD2 - Stardeath:

1. Divided (1:46)
2. Love Is The Energy (3:33)
3. Virus Of The Mind (6:16)
4. Angels Whistleblowin' (4:12)
5. All We Have Is Love (5:39)
6. Hungry Ghost (4:32)
7. Only Honey (4:16)
8. Can‘t Make Shit Up (5:16)
9. My Little Wars (3:54)
10. Etheric Bodies (3:19)
11. Gnosis (2:59)
12. Spirale (2:53)

Gesamtspieldauer CD1 (47:14) und CD2 (48:41): 1:35:55



Gleich als Doppelalbum erscheint das fünfzehnte Album des Australiers Hugo Race mit seiner Band True Spirits. „Starbirth“ und „Stardeath“ sind die Titel der beiden Scheiben. Die Musik zur Platte wurde während der verheerenden Buschfeuer in Australien im Jahr 2019 geschrieben. Hugo Race sagte dazu in einem Interview, dass er an einem Abend in Australien einen Stern am Himmel explodieren sah, der für ihn ein Zeichen eines plötzlichen Endes und eines neuen Anfangs gewesen sei, was ihn beim Schreiben der einzelnen Titel zusätzlich beeinflusste. Dann brach während des Abmischens die Covid-19-Pandemie aus, das Album wurde erweitert und nochmals überarbeitet, bis es schließlich am 16. Oktober 2020 auf dem Plattenlabel Gusstaff Records veröffentlicht worden ist.

Auf „Starbirth“ hört man dunklen, fast schon traurig klingenden Alternative Rock, der mit den Atmosphären und Stimmungen spielt. Nachdenklich klingt es, dieses Album, welches sich auch inhaltlich mit solch Themen wie politische Katastrophen, unsere Erde, die Ab- und Anwesenheit von Werten, gebrochene Versprechen, gebrochene Herzen und ob irgendetwas davon überhaupt von Bedeutung ist, befasst. Die Schwere der Themen spiegelt sich auch in der Musik wider, die jederzeit eingängig und melodiös, allerdings eben auch melancholisch, dunkel und traurig klingt. Dabei bleiben die Lieder jedoch noch im Alternative Rock beheimatet.

Auf der zweiten Platte „Stardeath“ verändern sich die Lieder wenig – zumindest nicht atmosphärisch. Diese getragene Stimmung ist auch auf dieser Scheibe allgegenwärtig. Was sich jedoch ändert ist die Musik selbst. Hat sich das gehörte auf „Starbirth“ noch wie bereits geschrieben im Alternative Rock abgespielt, so klingt „Stardeath“ deutlich elektronischer, sphärischer und experimenteller. Die Melodien stehen jetzt nicht mehr immer im Vordergrund, diesen hat endgültig die transportierte Atmosphäre eingenommen. Auf „Stardeath“ entstehen vor dem Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers Klang- sowie Soundkollagen, die bis zu sphärischen Ausflügen in den Ambient-Bereich hineinreichen. Fast schon hypnotisierend werden hier musikalische Themen redundant, Texte deutlich rarer, alles dem atmosphärischen und auch sphärischen Klang untergeordnet.

Fazit: „Starbirth -Stardeath“ ist, wie der Albumtitel bereits zum Ausdruck bringt, eine geteilte Platte. Nicht nur, dass inhaltlich etwas entsteht oder eben vergeht, auch musikalisch hört man auf der ersten Scheibe Alternative Rock, auf der zweiten Scheibe elektronische Musik bis hin zu Psychedelic. Beide Platten sind angefüllt mit viel Melancholie. Erstere noch mit etwas Rock, Zweite mit etwas mehr Experiment. Für mich klingt das sehr gelungen, da es intensiv ist. Intensive Musik, weit weg vom Mainstream. Somit lohnt sich dieses Album für alle, die sich gern Zeit für Musik nehmen, um darin ganz tief einzutauchen und dabei gerade das Atmosphärische zu schätzen wissen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Virus Of The Mind



Samstag, 27. Juli 2019

Hugo Race Fatalists – Taken By The Dream




Hugo Race Fatalists – Taken By The Dream


Besetzung:

Hugo Race – voice, steelstring, electric & 12-string guitars, upright & grand pianos, Hammond organ, mellotron, moog, solina strings, pumpharmonium


Gastmusiker:

Francesco Giampaoli – upright & electronic bass
Diego Sapignoli – drums, maraca, bordo, vibraphone, congas, marimba, timpano, naccere, campana
Lisa Crawley – vocals
Vicki Brown – violin
Michelangelo Russo – soprano, harmonica
Julitha Ryan – clavinet
Chris Brokaw – electric guitar
Caterina Arniani – vocal
Bryan Colechin – vocal


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Independent Rock, Post Rock


Trackliste: 

1. Phenomenon (3:29)
2. This Is Desire (4:57)
3. Bow & Arrow (4:32)
4. Heaven & Hell (4:11)
5. Fools Gold (5:21)
6. Gonna Get High (4:14)
7. Symphony (3:28)
8. Altered States 4:31)
9. Smoking Gun (5:20)
10. Taken By The Dream (5:50)

Gesamtspieldauer: 45:58



Der australische Musiker Hugo Justin Race veröffentlichte vier Platten mit der Band The Wreckery, war an sechs Alben von Nick Cave & The Bad Seeds beteiligt, an achtzehn Scheiben unter der Überschrift Hugo Race & The True Spirit. Fünf seiner Alben erschienen lediglich unter seinem Namen, sechs mit DirtMusic, drei mit Sepiatone, eine mit Transfargo, ebenfalls je eine mit Hugo Race & Michelangelo Russo sowie Catherine Graindorge & Hugo Race und schließlich zwei Alben mit Hugo Race & Fatalists. Halt, daraus wurden inzwischen drei Alben, denn „Taken By The Dream“ von Hugo Race & Fatalists erschien am 26. April 2019 auf dem Plattenlabel Glitterhouse Records.

Ganz schön umtriebig ist Hugo Race also, umso mehr überrascht es immer wieder, dass all diese Veröffentlichungen des Australiers durchaus Qualität aufweisen und nichts – zumindest soweit ich die Musik kenne – „schnell mal“ veröffentlicht wurde. Nicht anders ist es mit seinem neuesten Werk „Taken By The Dream“ von Hugo Race & Fatalists. Auf der Scheibe hört man intensiven und dunkel klingenden Independent Rock, der bis in das Genre des Post Rocks hineinreicht, stark im ruhigeren Bereich angesiedelt und lediglich an wenigen Stellen im Mid-Tempo beheimatet. Die Platte geht dabei durchweg ins Ohr und bedarf hier auch keiner langen Anlaufzeit. Man muss sich allerdings auf die Musik einlassen, die die ganze Aufmerksamkeit der Zuhörerin beziehungsweise des Zuhörers erfordert. Keine Musik zum „Nebenbeihören“, damit wäre diese Scheibe definitiv verschenkt. Und man muss sich ebenso auf die dunkle bis melancholische Stimmung der Scheibe einlassen können. Definitiv keine Musik für Clowns oder Abtänzer, aber ich habe gehört, dass auch Clowns ab und an weinen müssen. Mit „Taken By The Dream“ haben sie die Untermalung ihrer traurigen Stimmung gefunden.

Die Höhepunkte auf „Taken By The Dream“ heißen für meine Ohren „This Is Desire”, „Heaven & Hell” sowie „Smoking Gun“. Alles drei sehr intensive Nummern, die sich lohnen gehört zu werden. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle allerdings auch erwähnt, dass hier wohl auch drei andere Titelnamen hätten stehen können, denn bis auf die Nummer „Symphony“, die mich einfach nicht packt, sind die Unterschiede zwischen den restlichen Titel nur marginal, was das Gefühl angeht, welches sie verbreiten.

Fazit: Eine schöne Platte voller ruhiger und eingängiger Lieder ist Hugo Race und seinen Fatalists mit dem Album „Taken By The Dream“ gelungen. Dichte und tiefergehende Musik, die einen packt und eine intensive, eher dunkle Atmosphäre verströmt. Nichts für die Partygänger-Stimmung, sehr viel eher für die besinnlichen Stunden des Tages beziehungsweise noch besser der Nacht geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: This Is Desire, Heaven & Hell, Smoking Gun



Mittwoch, 10. Januar 2018

Hugo Race & Michelangelo Russo – John Lee Hooker’s World Today




Hugo Race & Michelangelo Russo – John Lee Hooker’s World Today


Besetzung:

Hugo Race – vocals, beats and instruments
Michelangelo Russo – vocals, beats and instruments


Label: Rough Velvet Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Art Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Hobo Blues (9:50)
2. Love Blues (3:06)
3. Serves You Right To Suffer (6:11)
4. Decoration Day (5:46)
5. The World Today (3:49)
6. The Motor City's Burning (6:54)
7. Country Boy (6:03)
8. When My First Wife Left Me (5:58)

Gesamtspieldauer: 47:41



John Lee Hooker hätte im Jahr 2017 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Anlass genug für Hugo Race zusammen mit Michelangelo Russo dem Wegbereiter des Blues und auch musikalischen Vorbild die Aufwartung zu machen. Auf „John Lee Hooker’s World Today“ hört man acht Blues-Nummern des John Lee Hooker, die durch die beiden Musiker Race und Russo in das Jahr 2017 transferiert wurden. So würde sich die Musik des John Lee Hooker heute anhören – zumindest nach Meinung von Hugo Race und Michelangelo Russo.

Blues ist das nicht mehr so wirklich, den man auf dieser Scheibe zu hören bekommt. Blues bildet vielleicht noch den Unterbau der Lieder, das Ergebnis ist allerdings sehr sphärische Musik, angefüllt mit elektronischen Tönen, zwischen Ambient und Avantgarde pendelnd. Keine melodische Musik erklingt auf „John Lee Hooker’s World Today“, jedoch sehr intensive und volle. Dumpf und tieftraurig klingt das alles, was angeblich in einer einzigen Nacht in Boris Wilsdorfs Tonstudio in Berlin aufgenommen wurde. Boris Wilsdorf kennt man als Produzenten der Einstürzenden Neubauten und dieser hat hier ebenfalls ganze Arbeit geleistet. Denn aus den Titeln des John Lee Hooker wurden keine einfachen Cover-Versionen gezogen, bei Hugo Race und Michelangelo Russo wurden aus den Liedern ganz neue, fast schon eigene Songs der beiden, die am ehesten noch durch die Texte an deren Ursprung erinnern.

Die ursprünglich deutlich kürzeren Titel wurden ausgedehnt, mit Hall- und Echo-Effekten verfremdet und in ein sphärisches Ganzes überführt. Das klingt durchaus eindrucksvoll und interessant, allerdings wirkt das Ganze auch als Ganzes. Soll heißen, dass einzelne Lieder sich kaum mehr unterschieden lassen. Die mit dem ersten Takt des ersten Liedes eingeschlagene düstere und dumpfe Atmosphäre wird bis zum letzten Takt des letzten Liedes konsequent durchgezogen. Die einzelnen Titel verschwimmen, lassen sich nicht mehr voneinander abgrenzen, auch wenn zwischen ihnen etwa zwei Sekunden der Stille herrschen. Einheitlich klingt „John Lee Hooker’s World Today“ dabei ganz sicher, leider jedoch auch ein wenig langweilig auf die Dauer.

Fazit: Eine intensive atmosphärische Reise tritt man an, wenn man „John Lee Hooker’s World Today“ auflegt. Ursprünglich waren das alles Blues Titel des amerikanischen Musikers, die hier von bei Hugo Race und Michelangelo Russo bearbeitet wurden. Blues kann man die Musik kaum mehr nennen, eher Ambient bis Avantgarde. Immer ist die Musik dabei sphärisch, sehr sphärisch. Einzelne Lieder oder gar Höhepunkte, bilden sich dabei nicht heraus. „John Lee Hooker’s World Today“ klingt zwar interessant und zunächst auch spannend, im Laufe der Minuten kann sich das Album jedoch auch ziehen. Leider. Dabei ist die Musik sehr intensiv, zumindest für den Moment des Hörens. Nachwirken kann sie jedoch nicht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Serves You Right To Suffer



Montag, 27. Februar 2017

Hugo Race + True Spirit – Long Time Ago




Hugo Race + True Spirit – Long Time Ago


Besetzung:

Hugo Race – voice, guitar, organ, samples, sitar, percussion, stomp
Chris Hughes – drums, cymbals, percussion, samples, tomtoms
Nico Mansy – hammond, guitar, piano, harmonium, banjo, theramin, keyboards
Michelangelo Russo – harmonica, harp, treatments, feedback
Marta Collica – voice
Bryan Colechin – backing vocals, bass, space bass, samples
Glenn. K. Mortimer – drums
Robin Casiander – violin, mandolin, strings
John Molineaux – harmonica
Ralf Droge – keyboards, trombone, accordion
Mick Harvey – piano, voice, brushed snare
Ronnie Hartwig – bass, 12-string
Nago Koite-Gueye – percussion
Kat Hope – flutes
Alex Hacke – guitar
Rainer Lingk – slide guitar
Jan D’Arc – cello
Chris Wilson – harmonica
John Murphy – percussion


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Rock, Blues


Trackliste:

CD1:

1. Louise's Hands (Ghostmix) (4:10)
2. Solid State (Luna Mix) (4:23)
3. Apocalypse (5:04)
4. Polestar (Edited) (3:56)
5. Solar Temple (Unreleased) (4:57)
6. Keep It On (Edited) (5:24)
7. Golden Fly (3:04)
8. Great White (4:53)
9. Can't Find A Reason (4:14)
10. Valley Of Light (5:05)
11. Strike The Red Horizon (2000 Mix) (3:30)
12. Yeah, You Know (4:54)
13. Scorched Earth #3 / Pervatine Daze (Unreleased) (5:36)
14. John The Revelator (Live in Liubjana) (3:58)


CD2:

1. Three Forks (3:07)
2. Deepfried (4:10)
3. Saw The Lights Go By (VVV Mix) (4:09)
4. Icy Roads (4:47)
5. Preaching Blues (Unreleased) (5:51)
6. Papa Doc / Coup De Sang (Edited Version) (4:41)
7. Second Revelator (6:23)
8. River Of No Return (3:22)
9. Treat A Stranger Rright (Unreleased) (3:12)
10. Signifying (3:52)
11. Earls Murder (5:27)
12. Cyprus Grove Blues (3:23)
13. Rebel Walk (1:08)
14. Long Time Ago (5:02)

Gesamtspieldauer CD1 (1:03:15) und CD2 (58:38): 2:01:53




Ein Kompilationsalbum stellt die Platte „Long Time Ago“, auf welcher Hugo Race zusammen mit seiner Begleitband True Spirit zu hören ist, dar. Mit diesem Doppelalbum bekommt man eine Art „Best Of…“-Album geliefert, angereichert mit drei bisher unveröffentlichten Titeln, anderen Abmischungen und auch Live-Einspielungen. Veröffentlicht wurde „Long Time Ago“ im Jahr 2001 auf dem Label Glitterhouse Records.

Nun, „Long Time Ago“ macht leider nicht mehr Lust auf weitere Lieder des Hugo Race. Ganz im Gegenteil sogar, beginnt CD1 noch einigermaßen hörbar, ohne hier allerdings wirklich voll zu überzeugen, so wird es auf CD2 dann absolut schwierig. Ich mag gerne Experimente in der Musik, bin diesen gegenüber auch immer sehr aufgeschlossen, da auf diese Weise immer etwas Neues entsteht, was man auf „Long Time Ago“ allerdings zu hören bekommt, dass klingt weder interessant, noch melodiös, noch in irgendeiner anderen Art und Weise dazu prädestiniert, öfters aufgelegt zu werden. Zu hören bekommt man vor allen Dingen auf CD 2 eine Brühe aus Blues, Rock und scheinbaren Versuchen, irgendwie spannend zu klingen – klingt es allerdings nicht.

CD1 ist da noch deutlich besser gelungen. Eine düstere Stimmung liegt über jedem der Titel, eingängig ist dabei zwar so gut wie gar nichts, aber immerhin wird hier noch eine Atmosphäre transportiert, die durchaus was hat und in ihrem fast schon maroden Stil konsequent umgesetzt wird. Allerdings muss man auch hier wieder bemängeln, warum solchen Zusammenstellungen zum einen neue Lieder hinzugefügt werden, andererseits bereits bekannte Titel in neuen Abmischungen auftauchen. Das riecht immer irgendwie nach „Geldmacherei“, um den treuen Fan davon zu überzeugen, auch noch diese Scheibe zu erwerben, obwohl sie oder er 25 der enthaltenen 28 Lieder bereits besitzt.

Fazit: Hugo Race macht durchaus interessante Musik, manchmal. „Long Time Ago“ allerdings, welches eine Auswahl seiner Lieder aus der Zusammenarbeit mit True Spitrit enthält, langweilt meist extrem und noch schlimmer, nervt auf der zweiten CD sogar richtiggehend. Das ist dort dann weder Blues, noch Rock zu hören, sondern irgendein misslungener Versuch anders zu klingen. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Apocalypse, Polestar, Earls Murder



Mittwoch, 30. Dezember 2015

Hugo Race & The True Spirit – The Spirit




Hugo Race & The True Spirit – The Spirit


Besetzung:

Hugo Race – vocals, guitars, piano, synthesizer, mellotron, organ, arp, odyssey, electroacoustic guitars


Gastmusiker:

Brett Poliness – drums, vocals, bongos, percussion, organ, piano
Bryan Colechin – bass, vocals
Michelangelo Russo – minimoog, moog, harmonica, trombone, vocals, trumpet, electronica, vocals
Nico Mansy – orchestrations, piano, hammond, organ, reverse keys
Stefan Rogall – rhythm loops


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Man Check Your Woman (4:28)
2. Elevate My Love (4:31)
3. The Information (3:33)
4. Sleepwalker (4:36)
5. Heaven Or Die (1:44)
6. Bring Me Wine (4:12)
7. Dollar Quarter (6:03)
8. Heartbreak 69 (3:32)
9. Wildcards (4:12)
10. Higher Power (4:51)

Gesamtspieldauer: 41:46




Hugo Race hat wieder mal eine Platte mit der Band „The True Spirit” aufgenommen. Passenderweise gleich unter dem Titel „The Spirit“. Im Jahr 2015 wurde diese auf dem deutschen Label Glitterhouse Records veröffentlicht. Und es erwartet einem als Hörerin beziehungsweise Hörer keine großartige Überraschung auf dieser Scheibe, die erneut angefüllt ist mit der so typisch tieftraurigen, melancholischen bis sentimentalen Musik des Australiers.

Man legt die Scheibe ein und gleitet hinein, in die stimmungsvolle Welt des Hugo Race, die von seiner sonoren Stimme und jeder Menge Akkorde in Moll dominiert wird. Das klingt dann an vielen Stellen fast schon ergreifend, in den allermeisten Abschnitten sanft und zurückhaltend. Nur sehr selten wirkt diese Musik des Ex-Nick Cave And The Bad Seeds-Mitglieds mal fordernder oder treibender. Auch von der Instrumentierung her, scheint hier oftmals weniger mehr zu sein.

Die Musik des Hugo Race kann man absolut mit „sehr melodiös“ umschreiben. Alles lebt von Harmonien, welche allesamt ziemlich schnell ins Ohr gehen. Aber ganz so einfach macht es Hugo Race seinen Hörern dann doch nicht. Denn unter all dieser Melodiösität mischt sich durchaus auch mal ein Akkord, den man so dort nicht erwarten würde, der dann schräger klingt, anders. Auch das macht die Musik des Australiers so spannend. Und schließlich gibt es mit „Heartbreak 69“ auch noch einen Titel, der völlig von der Atmosphäre lebt, die er transportiert. Gesungen wird hier nicht mehr, zwar hört man noch Wortfetzen, allerdings ist hier die Musik und das gesungene Wort nur noch sehr sphärisch angelegt, was in diesem Fall sogar zu einer weiteren Auflockerung von „The Spirit“ beiträgt.

Fazit: Ein schönes und ruhiges, aber auch sehr intensives Album ist „The Spirit“ geworden. Wer auf sanfte und tiefgehende Musik steht, die zumeist sehr melodiös gehalten ist, wird diese Scheibe lieben. Ganz bestimmt eher Musik für die ruhigen Stunden des Lebens. Absolut nichts Aufregendes, jedoch was sehr Entspannendes. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sleepwalker, Bring Me Wine, Higher Power



Samstag, 12. Juli 2014

Hugo Race – We Never Had Control




Hugo Race – We Never Had Control


Besetzung:

Hugo Race – vocals, steelstring, keys


Gastmusiker:

Antonio Gramentieri – electric guitar lapsteel, bass
Diego Sapignoli – drums, balafon, treated percussion
Franco Naddei – synthesizers
Francesco Giampaoli – double bass
Vicki Brown – violin, vocals (1)
Catherine Graindorge – violin, viola (7, 8)
Violetta Delconte Race – vocals (3, 8)
Hellhound Brown – vocals (1)


Label: Gusstaff Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: ArtRock, Indie Rock


Trackliste:

1. Dopefiends (6:58)
2. Ghostwriter (4:03)
3. Meaning Gone (5:46)
4. Snowblind (3:32)
5. No Angel Fear To Thread (4:18)
6. Shining Light (3:09)
7. No Stereotype (4:31)
8. We Never Had Control (5:48)

Gesamtspieldauer: 38:06




Hugo Race ist ein australischer Musiker, der hier auf diesen Seiten bereits Erwähnung fand. Dies geschah im Rahmen seines Bandprojekts „Dirtmusic“ zusammen mit Chris Eckman und Chris Brokaw. Seine ersten musikalischen Meriten verdiente er sich bei Nick Caves Begleitband The Bad Seeds, bei denen er die Gitarre spielte. Im Bezug auf Veröffentlichungen ist Hugo Race sehr fleißig, denn bis heute, im Jahr 2014, ist „We Never Had Control” eine von 29 Platten-Erscheinungen, auf denen er vertreten ist.

Nun zur Musik auf diesem im Jahr 2011 veröffentlichten Album. Diese ist zumeist sehr ruhig gehalten, lediglich sanft instrumentiert und tieftraurig bis düster gehalten. Nicht zuletzt die dunkle und tiefe Stimme des Hugo Race trägt mit zu dieser schweren Atmosphäre bei. Die einzelnen Titel sind dabei überaus melodiös, meistens ist es die akustische Gitarre, die neben dem Gesang im Vordergrund steht. So wirkt alles ein wenig getragen, bestes Beispiel hierfür ist das sehr intensive „Shining Light“. Ein Titel, der durchaus auch ein wenig an Leonard Cohen erinnert.

Höhepunkt auf „We Never Had Control” ist sicherlich der Opener und gleichzeitig auch das längste Stück der Platte „Dopefiends”. Auch hier sind die Zutaten dieselben: Dunkle Stimme, akustische Gitarre und eine, sehr zum Text passende, tieftraurige Stimmung. Hier setzt sich die Melodie ebenfalls ziemlich schnell im Ohr des Hörers fest und lädt ein zum Augenschließen und dem Genießen dieser intensiven Atmosphäre. Etwas flotter wird es im Grunde genommen nur bei „Snowblind”, einer Nummer, die fast schon ein wenig in die Richtung Folk geht.

Fazit: „We Never Had Control” von Hugo Race und den „Fatalists“, wie sich hier die Begleitband nennt, ist ein sehr gelungenes Album geworden, welches trotz der relativ gleichen Machart der einzelnen Stücke, nie Langeweile aufkommen lässt. Die Musik wirkt. Ausfälle sind ebenfalls nicht zu beklagen, sodass das Album, einmal aufgelegt, seine melancholische Tristesse über die volle Lauflänge verbreiten kann. Diese Lauflänge ist mit unter vierzig Minuten jedoch ein wenig kurz geraten. Oder hatte Hugo Race gar die Sorge, dass noch mehr Musik dieser Art die Suizid-Rate in die Höhe schnellen lassen würde? Ein schönes, aber trauriges Album. Elf Punkte.

Anspieltipps: Dopefiends, Shining Light