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Freitag, 23. September 2022

Banco Del Mutuo Soccorso – Orlando: Le Forme Dell‘Amore

 



Banco Del Mutuo Soccorso – Orlando: Le Forme Dell‘Amore


Besetzung:

Vittorio Nocenzi – piano, keyboards, vocals
Filippo Marcheggiani – guitar, vocals
Nicola Di Già – guitar
Marco Capozi – bass
Fabio Moresco – drums
Tony D’Alessio – vocals




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Proemio (2:10)
2. La Pianura Rossa (6:39)
3. Serve Orlando Adesso (4:11)
4. Non Mi Spaventa Più L‘Amore (4:11)
5. Non Serve Tremare (4:06)
6. Le Anime Deserte Del Mondo (4:43)
7. L‘Isola Felice (4:00)
8. La Maldicenza (6:06)
9. Cadere O Volare (5:05)
10. Il Paladino (2:51)
11. L‘Amore Accade (3:41)
12. Non Credere Alla Luna (6:55)
13. Moon Suite (11:04)
14. Come È Successo Che Sei Qui (3:29)
15. Cosa Vuol Dire Per Sempre (6:45)

Gesamtspieldauer: 1:16:03



Ganze 50 Jahre ist es jetzt her, dass die italienische Progressive Rock Band Banco Del Mutuo Soccorso ihr erstes, selbstbetiteltes Album veröffentlicht hat. Und pünktlich zu diesem goldenen Jubiläum bringt die Band um Vittorio Nocenzi, letztes verbliebenes Gründungsmitglied von Banco Del Mutuo Soccorso, ihr vierzehntes Studioalbum mit dem Titel „Orlando: Le Forme Dell‘Amore“ heraus. Am 23. September erscheint das Album auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

Legt man das Album auf wird schnell klar, wo „Banco Del Mutuo Soccorso“ draufsteht ist auch „Banco Del Mutuo Soccorso“ drin beziehungsweise zu hören. Eindeutig hört man hier italienischen Prog dieser Band. Die Lieder sind alle in italienischer Sprache eingesungen, wie schon beim Vorgänger „Transiberiana“, doch das war nicht immer so. Und der Nachfolger des 2014 verstorbenen, unverwechselbaren Francesco Di Giacomo, Tony D’Alessio, macht seine Sache sehr gut, auch wenn er dieses besondere Gefühl im Ausdruck des ursprünglichen Sängers nicht ganz erreicht. Trotzdem gefällt das, was man hier zu hören bekommt.

Von der Musik her hört man auf „Orlando: Le Forme Dell‘Amore“ eine Mischung aus Progressive Rock und Art Rock bis Rock und Pop. Zu vertrackt oder gar frickelig wird es an keiner Stelle des Albums. Jedes der insgesamt fünfzehn Lieder der Platte klingt eingängig und melodiös. Progressivere und musikalisch auch anspruchsvollere Passagen wechseln sich mit einfacher aufgebauten Abschnitten ab und ergeben insgesamt ein durchaus abwechslungsreiches Album. Wer also Gefallen am italienischen Progressive Rock hat, dem dürfte auch dieses neue Werk von Banco Del Mutuo Soccorso gefallen. Vielleicht erreicht es nicht ganz die Klasse des Vorgängers, aber das mag auch reine Geschmackssache sein. Eine Live-Tournee mit Konzerten in Europa und in der ganzen Welt soll im Jahr 2023 folgen. Na dann, nichts wie hin.

Fazit: Banco Del Mutuo Soccorso machen seit fünfzig Jahren Musik, welche man auch schnell erkennt, falls man der Band ab und an gelauscht hat. Ihren Stil haben die Musiker auch auf „Orlando: Le Forme Dell‘Amore“ beibehalten. Eingängigen und melodischen Progressive Rock gibt es hier zu hören, der an die Ursprünge dieses Genres in den 70er Jahren angelehnt ist. Keine Weiterentwicklung also? Nun, nicht viel zumindest, aber in diesem Fall kann man das auch begrüßen. Banco Del Mutuo Soccorso erweitern mit „Orlando: Le Forme Dell‘Amore“ ihr Repertoire und ihre Fans werden es dankbar hören. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Serve Orlando Adesso, Non Serve Tremare, La Maldicenza



Donnerstag, 14. November 2019

Banco Del Mutuo Soccorso – Transiberiana




Banco Del Mutuo Soccorso – Transiberiana


Besetzung:

Vittorio Nocenzi – pianoforte, keyboards, backing vocals, lead vocals on "Campi Di Fragole"
Filippo Marcheggiani – lead guitars, backing vocals
Nicola Di Già – rhythm and acoustic guitars, balalaika
Fabio Moresco – drums
Marco Capozi – bass
Tony D’Alessio – lead vocals


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Stelle Sulla Terra (6:06)
2. L’Imprevisto (3:29)
3. La Discesa Dal Treno (6:16)
4. L’Assalto Dei Lupi (5:35)
5. Campi Di Fragole (3:36)
6. Lo Sciamano (4:01)
7. Eterna Transiberiana (6:20)
8. I Ruderi Del Gulag (6:06)
9. Lasciando Alle Spalle (1:47)
10. Il Grande Bianco (6:33)
11. Oceano: Strade Di Sale (3:38)

Bonus Tracks:

12. Metamorfosi (Live at Festival Prog di Veruno, 2018) (9:43)
13. Il Ragno (Live at Festival Prog di Veruno, 2018) (5:42)

Gesamtspieldauer: 1:08:57




Das dreizehnte Studioalbum der italienischen Progressive Rock Heroen der 70er Jahre Banco Del Mutuo Soccorso hieß „Il 13“, erschien im Jahr 1994 und war eine Mainstream-Scheibe ohne große Ausdruckskraft. Diese besondere Ausdruckskraft hatte zumindest immer die eindringliche, außergewöhnliche und häufig auch theatralische Stimme des Sängers Francesco Di Giacomo. Doch der starb leider im Alter von 66 Jahren am 21. Februar 2014 bei einem Autounfall während der Fahrt mit seinem Auto in Zagarolo, in der Provinz Rom. 25 Jahre nach der letzten Veröffentlichung eines Studioalbums und um das eindringliche Aushängeschild in der Band beraubt erschien am 10. Mai 2019 nun das vierzehnte Album von Banco Del Mutuo Soccorso mit dem Titel „Transiberiana“. Und man fragt sich wirklich: Musste das sein?

Die Antwort auf diese Frage ist kurz und einfach beantwortet und lautet: Ja! Denn „Transiberiana“ ist ein wunderschönes Album geworden – ganz im Stile der Musik von Banco Del Mutuo Soccorso zu Beginn ihrer Karriere. Die Musik zum Album schrieb wie bereits damals Vittorio Nocenzi, dieses Mal unter Mithilfe seines Sohnes. Vittorio Nocenzi ist auch das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Band. Auch bei den Texten brachte er sich ein, hier bekam er Unterstützung durch einen gewissen Paolo Logli. Eingesungen wurden die Texte durch den neuen Sänger Tony D’Alessio. Dessen Stimme hat zwar nicht die Ausstrahlung des unvergleichlichen Francesco Di Giacomo, doch er macht seine Sache sehr gut und ebenfalls überzeugend.

Die Musik, welche man auf „Transiberiana“ zu hören bekommt ist der klassische Progressive Rock der frühen 70er Jahre. Abwechslungsreich, spannend und an den allermeisten Stellen auch sehr eingängig. Die Musik ist sehr Keyboard-lastig, die Gitarre sorgt für den rockigen Touch. Steht man auf harmonische Melodien kann man auf „Transiberiana“ allerbestens darin schwelgen und sich diesen hingeben. Vieles auf dem Album geht schnell ins Ohr. Somit werden auch eher die Freundinnen und Freunde des Progressive Rocks angesprochen werden, die auf deren melodiöse Variante stehen. Leute, die das Frickelige und Experimentelle suchen, werden mit der Platte deutlich weniger „warm“ werden. Alles klingt und funktioniert auf „Transiberiana“ im Geiste der Musik zu Beginn der Karriere von Banco Del Mutuo Soccorso.

Höhepunkte sind für mich die Lieder „Campi Di Fragole“, „I Ruderi Del Gulag”, „Lasciando Alle Spalle” sowie „Il Grande Bianco”. Vier Nummern, die sehr schön die musikalische Bandbreite der Band auf dem Album widerspiegeln. Sanfte und eingängige Töne, neben fast schon hypnotisierenden Akkordredundanzen, wie man sie auf den beiden Sechsminütern „I Ruderi Del Gulag” und „Il Grande Bianco” hört. Da sich auch der Rest der Scheibe sehr gut anhören lässt, steht dem musikalischen Progressive Rock Erlebnis nichts mehr im Wege. Schließlich gibt es sogar noch zwei Bonus-Lieder in Form von im Jahr 2018 live eingespielten älteren Stücken. „Metamorfosi“ stammt aus dem selbstbetitelten Debut-Album aus dem Jahr 1972 und der Titel „Il Ragno“ wurde ursprünglich im Jahr 1976 für das Album „Come In Un‘Ultima Cena“ eingespielt. Schöne Zugaben, die neuen Hörerinnen und Hörern einen Einblick in die ersten Jahre der Band geben.

Fazit: Wenn sich Comebacks so anhören wie „Transiberiana“ von Banco Del Mutuo Soccorso, dann lohnen sich diese über alle Maßen. „Transiberiana“ ist ein tolles Album geworden, ganz im Stile des Progressive Rocks der früheren 70er Jahre. Wer jetzt noch dazu auch die alten Alben der Italiener zu schätzen weiß, die oder der kann hier bedenkenlos zuschlagen. Sehr überzeugend. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Campi Di Fragole, I Ruderi Del Gulag, Lasciando Alle Spalle, Il Grande Bianco



Dienstag, 23. April 2019

Banco Del Mutuo Soccorso – Io Sono Nato Libero




Banco Del Mutuo Soccorso – Io Sono Nato Libero


Besetzung:

Francesco Di Giacomo – vocals
Vittorio Nocenzi – organ, synthesizer, spinet
Gianni Nocenzi – piano, electric piano
Marcello Todaro – electric guitar, acoustic guitar
Renato D'Angelo – bass, acoustic guitar
Pierluigi Calderoni – drums, percussion


Gastmusiker:

Rodolfo Maltese – acoustic and electric guitar
Silvana Aliotta – percussion
Bruno Perosa – percussion


Label: Sony BMG (ursprünglich Dischi Ricordi)


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste: 

1. Canto Nomade Per Un Prigioniero Politico (15:46)
2. Non Mi Rompete (5:07)
3. La Città Sottile (7:13)
4. Dopo...Niente È Più Lo Stesso (9:54)
5. Traccia II (2:39)

Gesamtspieldauer: 



„Io Sono Nato Libero“, was auf Deutsch „Ich wurde frei geboren“ bedeutet, ist der Titel des dritten Studioalbums der italienischen Progressive Rock Band Banco Del Mutuo Soccorso. Das Album erschien im Jahr 1973 ursprünglich auf dem Plattenlabel Dischi Ricordi und wurde von BMG auf Compact Disc wiederveröffentlicht. Die beiden Lieder „Non Mi Rompete“ sowie „La Città Sottile" wurden zudem als Singles ausgekoppelt.

Die Musik von Banco Del Mutuo Soccorso auf „Io Sono Nato Libero“ ist keineswegs nur harmonisch und melodiös, wie auf vielen anderen Platten des italienischen Progressive Rocks der damaligen Zeit. Auf „Io Sono Nato Libero“ gibt es zwar auch jene Passagen zum Niederknien, die das Herz erweichen, jedoch auch Abschnitte, die eher erarbeitet werden wollen und von ihrer Machart deutlicher an Emerson, Lake and Palmer, denn an zum Beispiel Genesis und Yes erinnern. Doch auch dieser Vergleich hinkt einigermaßen, denn Banco Del Mutuo Soccorso stehen auch auf diesem Album eher für sich selbst. Mögen bestimmte Einflüsse in die Musik der Italiener einfließen, eigenständig bleibt diese allemal und durchgängig.

Ein Erlebnis ist dabei einmal mehr auch der Gesang des Francesco Di Giacomo. Flehend, flüsternd, anklagend, entschuldigend, theatralisch, fröhlich, traurig und nach noch viel mehr klingt seine Stimme. Auch wenn man nicht weiß oder versteht, was gerade im Text der Musik passiert, der Gesang des Francesco Di Giacomo scheint es durch den Klang seiner Stimme zu vermitteln. Das klingt lederzeit sehr beeindruckend und an keiner Stelle übertrieben. Die Lieder sind insgesamt alle sehr mehrschichtig aufgebaut, bestehen aus verschiedenen Passagen, welche ineinander überfließen. So finde ich noch nicht einmal ein Lied, welches den Höhepunkt der Scheibe darstellt. Vielmehr ist es so, dass in diesem Lied jener Abschnitt, in einem anderen Titel ein anderer Part besonders begeistert. Sehr abwechslungsreiche Musik. Um an dieser Stelle doch zwei Nummern zu erwähnen, seien hier der Opener, das Lied „Canto Nomade Per Un Prigioniero Politico“ sowie das letzte Stück des Albums, „Traccia II“, genannt. Erster Titel aufgrund seines Ideenreichtums und der Abwechslung, letzte Nummer aufgrund ihrer Melodiösität und fröhlichen Eingängigkeit.

Fazit: Banco Del Mutuo Soccorso zelebrieren auf ihrem dritten Album mit dem Titel „Io Sono Nato Libero” nicht die uneingeschränkte symphonische Harmonie, liefern diese allerdings phasenweise mit. Genau das macht diese Platte auch aus, diese breite Abwechslung, die es auf dem Album zu hören gibt: Italienischen Progressive Rock der 70er Jahre, unabhängig und eigenständig. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Canto Nomade Per Un Prigioniero Politico, Traccia II



Donnerstag, 18. April 2019

Banco Del Mutuo Soccorso – Banco Del Mutuo Soccorso




Banco Del Mutuo Soccorso – Banco Del Mutuo Soccorso


Besetzung:

Vittorio Nocenzi – organ, harpsichord, clarino, vocals
Gianni Nocenzi – piano, e-flat clarinet, vocals
Marcello Todaro – electric guitar, acoustic guitar, vocals
Renato D’Angelo – bass
Pier Luigi Calderoni – drums
Francesco Di Giacomo – lead vocals


Label: Sony BMG (ursprünglich Dischi Ricordi)


Erscheinungsjahr: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste: 

1. In Volo (2:13)
2. R.I.P. (Requiescant In Pace) (6:40)
3. Passagio (1:19)
4. Metamorfosi (10:52)
5. Il Giardino Del Mago (18:26)
     ...passo dopo passo...
     ...chi ride e chi geme...
     ...coi capelli sciolti al vento...
     Compenetrazione
6. Traccia (2:10)

Gesamtspieldauer: 41:43




Das selbstbetitelte Debut, der im Jahr 1969 gegründeten italienischen Progressive Rock Band Banco Del Mutuo Soccorso zeigt bereits an, wohin die musikalische Reise der Musiker auch mit den nächsten Alben gehen wird. Die ersten drei Alben veröffentlichten die Italiener in dem zeitlich engen Abstand von lediglich eindreiviertel Jahren. Der musikalische Stil der Band war dabei sehr schnell gefunden und wurde im Folgenden zunächst nur leicht variiert. Das Album „Banco Del Mutuo Soccorso“ erschien zum ersten Mal im März des Jahres 1972 auf dem Plattenlabel Dischi Ricordi und wurde später von Sony BMG wiederveröffentlicht.

Drei Dinge stehen bei der Musik von Banco Del Mutuo Soccorso im Vordergrund. Da ist zum einen die Tastenlastigkeit der Instrumente. Piano und Keyboard nehmen einen großen Anteil in der Kreation der Lieder ein. Das bedeutet wiederum nicht, dass es auf „Banco Del Mutuo Soccorso“ nicht auch mal ein Gitarren-Solo zu hören geben würde, doch der Schwerpunkt liegt sehr eindeutig auf eben jenen Tasteninstrumenten. Ein Vergleich zu den ersten Genesis-Alben ist von daher naheliegend und bietet sich an, doch steht die Musik von Banco Del Mutuo Soccorso für sich selbst und ist kein Abbild oder gar eine Kopie der englischen Kollegen.

Das liegt zum einen am zweiten Punkt, der die Musik der Italiener beherrscht. Dies ist der Gesang des Francesco Di Giacomo, der im Februar 2014 leider verstarb. Francesco Di Giacomo singt seine Texte mit solcher Leidenschaft und Inbrunst, die kaum einen Vergleich zu anderen Sängern zulassen. Seine Stimme geht in die Worte und die Musik ein und darin auf. Das klingt wahrlich beeindruckend, an manchen Stellen fast schon opernhaft. Ein besonderes, nicht alltägliches Erlebnis ist dies allemal. Drittens schließlich steht die Musik von Banco Del Mutuo Soccorso auf ihrem Debut-Album für sehr viel Melodiösität und ausladender Eingängigkeit, die sie auch in den treibenden und frickeligen Passagen nicht verliert. Über allem stehen diese Harmonien, die ins Ohr gehen. Dabei ist die Musik keineswegs „nur“ sanft und ruhig gehalten. Diese musikalischen Passagen gibt es selbstverständlich, wechseln sich jedoch mit rockigeren und ganz leicht experimentelleren Abschnitten ab, sodass auf dem Album jede Menge Abwechslung zu hören ist. Progressive Rock, der nach den 70er Jahren klingt, eigenständig für sich steht und ins Ohr geht.

Höhepunkte gibt es insgesamt sechs an der Zahl auf „Banco Del Mutuo Soccorso“, wobei die drei längeren Stücke der Platte noch mal ein wenig herausragen. In diesen hört man leidenschaftlichen, melodiösen und abwechslungsreichen Progressive Rock, der keinen Abklatsch des englischsprachigen Progressive Rocks darstellt, sondern für sich steht. Den Gesang versteht man dabei zwar nicht, wenn man des Italienischen nicht mächtig ist, doch die Art des Gesangs hilft einem dabei, vollständig in diese Musik eintauchen zu können. Sehr einnehmend.

Fazit: Mit ihrem Debut legen die italienischen Prog Rocker von Banco Del Mutuo Soccorso die Latte gleich sehr hoch. Durchaus anspruchsvoller, abwechslungsreicher und eigenständiger Progressive Rock ist auf dem ersten Album der Italiener zu hören. Mit den kurz darauf folgenden Scheiben werden Banco Del Mutuo Soccorso diesen ersten Eindruck ihrer Musik bestätigen. Wer auf die eher melodiöse Variante des Progressive Rocks steht, die oder der sollte hier mal ein Ohr riskieren, denn die Lieder auf dem Album wirken auch nach fast 50 Jahren seit ihrer Entstehung noch. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Metamorfosi



Samstag, 6. April 2019

Banco Del Mutuo Soccorso – Darwin!




Banco Del Mutuo Soccorso – Darwin!


Besetzung:

Francesco Di Giacomo – vocals
Marcello Todaro – electric guitar, acoustic guitar
Vittorio Nocenzi – organ, harpsichord, synthesizer
Gianni Nocenzi – piano, clarinet
Renato D'Angelo – bass guitar, double bass
Pier Luigi Calderoni – drums, timpani


Label: Dischi Ricordi


Erscheinungsjahr: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. L ‘Evoluzione (13:59)
2. La Conquista Della Posizione Eretta (8:42)
3. Danzo Dei Grandi Rettili (3:42)
4. Cento Mani E Cento Occhi (5:22)
5. 750.000 Anni Fa … L’ Amore? (5:38)
6. Miserere Alla Storia (5:58)
7. Ed Ora Io Domando Tempo Al Tempo Ed Edli Mi Risponde … Non Ne Ho! (3:29)

Gesamtspieldauer: 46:52



Nachdem im März 1972 das erste und selbstbetitelte Album der italienischen Progressive Rock Band Banco Del Mutuo Soccorso erschienen war, legten die sechs Musiker noch im Dezember desselben Jahres nach und veröffentlichten mit „Darwin!“ ein Konzeptalbum, welches sich inhaltlich selbstverständlich mit der Evolution des Lebens auf der Erde beschäftigt. „Darwin!“ erschien im besagten Dezember 1972 auf dem Plattenlabel Dischi Ricordi und wurde von Rolling Stone Magazin Italien auf Platz 92 der 100 besten Schallplatten des Landes gewählt. 

Auf „Darwin!“ hört man die gesamte Bandbreite des Progressive Rocks. Von anspruchsvolleren Passagen, in denen die Musiker alles aus ihren Instrumenten herauszuholen scheinen und die dann keineswegs mehr eingängig klingen, bis hin zu wunderschönen Harmonien und Melodien, die das Ohr von Hörerin und Hörer umschmeicheln. Die Abwechslung stimmt dabei, es macht viel Spaß sich in diese Musik hineinzuhören, die selbstverständlich auch mit jedem Mal des Hörens noch zu wachsen, spannender und besser zu klingen scheint. Dass der Text auf Italienisch eingesungen wurde, trübt das musikalische Erlebnis dabei keineswegs.

Im Opener „L ‘Evoluzione“ hört man bereits alle Facetten dieser wahrlich unterhaltenden Musik, sodass dieses längste Stück der Platte auch gleichzeitig stellvertretend für die restlichen Stücke auf „Darwin!“ zu stehen scheint. Wunderschön und variantenreich erklingt auf dem Album auch der Gesang des leider im Jahr 2014 verstorbenen Sängers Francesco Di Giacomo. Dieser scheint jeden Takt und jeden Akkord, jede Silbe der Stücke leibhaftig zu durchleben und singt dementsprechend ausdrucksstark. Das klingt durchaus beeindruckend. Neben „L ‘Evoluzione“ heißen die Höhepunkte auf dem Album „Cento Mani E Cento Occhi“ sowie „750.000 Anni Fa … L’ Amore?“. Erstgenannter Titel legt kraftvoll los, spielt anschließend mit fast schon jazzigen Anleihen, bis alles in kurze Harmonien mündet, um schließlich erneut durchzustarten. „750.000 Anni Fa … L’ Amore?“ klingt dagegen durchgängig sehr melodiös und geht schnell ins Ohr und dies bereits beim ersten Durchlauf des Albums.

Fazit: Eine überzeugende und abwechslungsreiche Platte ist „Darwin!“ der italienischen Progressive Rockband Banco Del Mutuo Soccorso geworden. Progressive Rock, der den Vergleich zu den englischsprachigen Kollegen keineswegs scheuen muss. Atmosphärisch dichte und fordernde Passagen wechseln sich mit tollen Melodien ab. Niemals kommt dabei Langweile auf. Wer Progressive Rock mag, die oder der wird auch „Darwin!“ mögen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: L ‘Evoluzione, Cento Mani E Cento Occhi, 750.000 Anni Fa … L’ Amore?