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Freitag, 3. Januar 2020

Novalis – Letztes Konzert 1984




Novalis – Letztes Konzert 1984


Besetzung:

Lutz Rahn – Keyboards
Fred Mühlböck – Gesang, elektrische und akustischen Gitarren, Flöte, Variophon
Detlef Job – Elektrische und akustischen Gitarren, Gesang
Hartwig Biereichel – Schlagzeug
Heli Schneider – Bass, Gesang


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Kein Frieden (3:27)
2. Ich hab‘ noch nicht gelernt zu lieben (4:07)
3. Cassandra (3:31)
4. Spazieren im Morgen (3:59)
5. Nimm meine Hand (4:29)
6. Vielleicht bin ich ein Clown (6:37)
7. Über Stock und Stein (4:03)
8. Bumerang (4:50)
9. Mit den Zugvögeln (3:42)
10. Ansage (0:23)
11. Rückkehr (7:48)
12. Fährmann (4:38)
13. Kleinwenig mehr (3:14)
14. Sterntaucher (5:30)
15. Grenzen (7:06)
16. Medley (1. Wer Schmetterlinge lachen hört; 2. Irgendwo, irgendwann) (11:36)

Gesamtspieldauer: 1:19:08




Das letzte Album und gleichzeitig dritte Live-Album der Hamburger Band Novalis erschien im Jahr 2009 und trägt den Titel „Letztes Konzert 1984“. Darauf hört man dementsprechend keine Aufnahmen aus dem 21. Jahrhundert, vielmehr wird den Hörerinnen und Hörern der ursprüngliche Bootleg zum letzten Konzert im Jahr 1984 präsentiert, bei dem auch noch der langjährige Sänger Fred Mühlböck beteiligt war.

Auf „Letztes Konzert 1984“ hört man zum großen Teil dieselben Lieder, die bereits auf dem Live-Album mit dem Titel „Novalis Lebt!“ veröffentlicht worden waren. Dieses erschein im Jahr 1993, ebenfalls bereits Jahre nach der Bandauflösung. Von daher gibt es auf „Letztes Konzert 1984“ nicht mehr viel Lohnenswertes zu entdecken. Die Aufnahmequalität ist akzeptabel, doch die Unterhaltungen der Zuschauer nerven ein wenig. Da es sich jedoch um ein ursprüngliches Bootleg handelt, muss man darüber wohl hinwegsehen.

Auf „Letztes Konzert 1984“ bekommt man eine poppig-rockige Musikmischung geboten, die weder spektakulär noch sonst wie besonders hörenswert wäre. Von der Musik, mit der Novalis Anfang und Mitte der 70er Jahre seine Fans begeisterte, war nichts mehr übrig geblieben. Lediglich die etwas älteren Lieder „Vielleicht bin ich ein Clown“ und „Mit den Zugvögeln“ lohnen noch.

Fazit: Da es schon ein Album mit sehr ähnlicher Playlist gibt und die Musik an sich nicht mehr besonders spannend wirkt und klingt, zudem die Qualität der Aufnahme eher im niederen Bereich angeordnet ist, bleiben nicht viele Gründe dieses Album zu hören. „Vielleicht bin ich ein Clown“ und „Mit den Zugvögeln“ sind gute Lieder, die allerdings auf den Studioalben besser klangen. Nur für eingefleischte Novalis-Fans. Vier Punkte.

Anspieltipps: Vielleicht bin ich ein Clown, Mit den Zugvögeln



Montag, 2. Dezember 2019

Novalis – Novalis Lebt!




Novalis – Novalis Lebt!


Besetzung:

Lutz Rahn – Keyboards
Fred Mühlböck – Gesang, elektrische und akustischen Gitarren, Querflöte
Detlef Job – Elektrische und akustischen Gitarren, Gesang
Hartwig Biereichel – Schlagzeug
Heino Schünzel – Bass, Gesang


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1993 (Musik 1981 - 1984)


Stil: Pop, Rock, Live


Trackliste:

1. Grenzen (6:52)
2. Fährmann (4:51)
3. Vielleicht bin ich ein Clown (6:40)
4. Danmark (3:31)
5. Kein Frieden (3:29)
6. Herbstwind (5:18)
7. Frühsport im Sachsenwald (5:51)
8. Du bist schön (3:57)
9. Cassandra (3:28)
10. Neumond (3:27)
11. Ich will hier raus (3:57)
12. Ich hab‘ noch nicht gelernt zu lieben (4:02)
13. Mit den Zugvögeln (3:25)
14. Alle wollen leben (4:54)
15. Kleinwenig mehr (3:19)
16. Sterntaucher (5:36)
17. Grenzen (2:47)

Gesamtspieldauer: 1:15:30




„Novalis Lebt!“ ist das zweite Live-Album der Hamburger Band Novalis und erschien im Jahr 1993, also etwa acht Jahre nach der Auflösung der Band. Die Aufnahmen auf dem Album stammen aus unterschiedlichen Konzerten der Jahre 1981 bis 1984. Die darauf zu hörenden Lieder waren erstmals auf den in diesen Jahren veröffentlichten Studioalben enthalten. Ausnahmen sind die beiden Lieder „Vielleicht bin ich ein Clown“ aus dem Jahr 1978 sowie „Alle wollen leben“ aus dem Jahr 1979.

Da Novalis in den Jahren, aus denen der Großteil der Lieder stammt, schon längst keine überzeugenden Alben mehr produzierten, ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch diese Zusammenstellung keineswegs mehr gelungen klingt. Es ist das Liedmaterial, welches einfach nicht mehr begeistern kann und somit auch dieses Album als nette Ergänzung zu den Studio-Versionen erscheinen lässt, zu mehr reicht es allerdings jedoch nicht. Lutz Rahn hatte bei Konzerten zur damaligen Zeit häufig ein 16-Spur-Bandgerät mitlaufen lassen, das Ergebnis kann sich klanglich durchaus hören lassen und wurde im Jahr 2016 auch noch mal von Eroc gelungen remastert. Besser werden die Lieder qualitativ dadurch aber leider auch nicht.

Gelungen sind die Live-Versionen vom Klassiker „Vielleicht bin ich ein Clown“ sowie die sehr schöne Instrumentalnummer „Mit den Zugvögeln“. Alle anderen Titel werden häufig zwar deutlich rockiger eingespielt, an Substanz oder Melodiösität oder Ideenreichtum gewinnen sie dadurch trotzdem kaum. Überholte, harte musikalische Kost.

Fazit: Möchte man hauptsächlich die Lieder von Novalis aus den 80er Jahren mal deutlich rockiger hören, so bietet das Live-Album „Novalis Lebt!“ hierzu die Möglichkeit. Die Musik selbst bleibt jedoch genauso langweilig wie bereits auf den entsprechenden Studioaufnahmen. Gelungenes gibt es wenig zu hören und wenn doch, dann klang es in der Studio-Version noch einen Tick besser. Nur für Novalis-Komplettisten. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Vielleicht bin ich ein Clown, Mit den Zugvögeln



Freitag, 22. November 2019

Novalis – Nach Uns Die Flut




Novalis – Nach Uns Die Flut


Besetzung:

Ernst Herzner – Gesang
Lutz Rahn – Tasten
Detlef Job – Gitarren
Hartwig Biereichel – Schlagzeug
Hinrich Schneider – Bass


Gastmusiker:

Christoph Busse – Gesang
Linda Fabian – Gesang


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1985


Stil: Pop, Schlager


Trackliste:

1. Die Show ist aus (3:44)
2. Im Neonlicht der Nacht (4:10)
3. Drachen im Wind (3:38)
4. Nach uns die Flut (4:21)
5. Wo sind die Sieger am Ende der Nacht (3:53)
6. ... und wenn die Gitarren brennen (3:25)
7. Hamburg (ertrinken möchte‘ ich nicht in Dir) (4:48)
8. Heute oder nie (4:01)
9. Gingst vorbei (3:19)
10. 100 Tage und Nächte verloren in Altona (4:04)
11. Wohin willst Du gehn (4:18)
12. Applaus Applaus (2:50)

Gesamtspieldauer: 46:37




Das elfte Studioalbum der Hamburger Band Novalis heißt „Nach Uns Die Flut“. Es war auch gleichzeitig die letzte Studioveröffentlichung der Band und erschien im Jahr 1985. Ernst Herzner hat nun den Gesangspart übernommen, nachdem Fred Mühlböck Novalis nach dem letzten Album „Bumerang“ verlassen hatte. Die Stimme von Ernst Herzner erinnert ein wenig an eine Mischung von Herbert Grönemeyer und Stefan Waggershausen, zumindest kommen bei mir an diversen Stellen solche Assoziationen auf.

Auf „Nach Uns Die Flut“ hört man eine Mischung aus Pop und Deutschem Schlager, das Pendel schlägt allerdings deutlich in Richtung Pop aus. Solch ein Lied wie „Drachen im Wind“ ist allerdings Schlager pur – glücklicherweise dann aber doch nicht ganz die Regel auf dem Album. Doch für das Titellied „Nach uns die Flut“ gilt dies schon noch ebenso. Schlimm. Ganz schlimm. Insgesamt müsste diese Platte gar nicht so schlecht sein, solch Lieder wie „Die Show ist aus“ oder „Im Neonlicht der Nacht“ beginnen sogar noch ganz spannend, klingen im weiteren Verlauf dann jedoch immer seichter und belangloser. Und Nummern wie „Wo sind die Sieger am Ende der Nacht“ oder „Heute oder nie“ legt man am Besten gleich das Mäntelchen des Schweigens. Hier fehlt es ganz massiv an den Ideen, um einen guten Titel aufnehmen zu können. Diese Liste lässt sich leider so fortsetzen.

Noch einigermaßen akzeptabel klingen die beiden letzten Stücke auf „Nach Uns Die Flut“, die Lieder „Wohin willst Du gehen“ und „Applaus Applaus“. Ebenfalls im Grunde genommen belangloser Pop mit Schlagerbreitseite, aber immerhin noch mit ganz netten Melodien versehen. Das war es nun allerdings leider definitiv, mehr Worte sollte man über dieses Album nicht verlieren.

Fazit: Bei solcher Musik wie auf „Nach Uns Die Flut“ ist es klar, dass die Musiker nach der Fertigstellung eines solchen Albums keine Lust mehr auf Novalis haben. Wenn man bedenkt, wo die Band herkam, welch wirklich gute Musik sie erst zehn Jahre zuvor geschrieben hatte, dann ist das, was man hier zu hören bekommt einfach nur noch traurig. Für die Hörerin und den Hörer sowieso, für die Musiker sicherlich aber auch, denen das Ergebnis kaum gefallen hat und die schließlich den Schlussstrich unter der Bandgeschichte zogen – zumindest im Bereich der Studioalben. Vier Punkte.

Anspieltipps: Wohin willst Du gehen, Applaus Applaus



Samstag, 2. November 2019

Novalis – Bumerang




Novalis – Bumerang


Besetzung:

Hartwig Biereichel – Schlagzeug
Detlef Job – Gitarre
Fred Mühlböck – Gesang, V.-Sax, Querflöte, Gitarren
Lutz Rahn – Tasten, Moog Bass


Gastmusiker:

„Thissy“ Thiers – Bass („Nimm meine Hand“, „Setz‘ Dich zu mir“, „Spazieren im Morgen“, „Torero der Nacht“, „Horoskop“, „Talisman“)


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1984


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Nimm meine Hand (4:41)
2. Setz‘ Dich zu mir (3:28)
3. Spazieren im Morgen (3:54)
4. Torero der Nacht (4:19)
5. Über Stock und Stein (3:55)
6. Bumerang (4:36)
7. Wien (3:35)
8. Horoskop (3:43)
9. Espresso (3:14)
10. Talisman (3:53)

Gesamtspieldauer: 39:22




Auch mit ihrem zehnten Studioalbum „Bumerang“ konnte die Hamburger Band Novalis nicht mehr an ihre guten Alben in den 70er Jahren anknüpfen. „Bumerang“ erschien im Jahr 1984 und war einmal mehr eine Mischung aus Deutsch Pop und Deutsch Rock, bei der es ab und an auch kleinere Ausflüge in den Bereich des Schlagers zu hören gibt.

Im Grunde genommen ist die Scheibe vom ersten bis zum letzten Takt langweilig bis belanglos geraten. In der Band waren die Auflösungserscheinungen inzwischen angeblich unübersehbar geworden, Sänger Fred Mühlböck verließ Novalis auch nach dem Einspielen des Albums, um sich bei einem Musikverlag um Produktionen anderer Künstler zu kümmern. Heinz Fröhling war zudem nicht mehr am Bass vertreten, diesen Part übernahm nun – ebenfalls nicht als festes Bandmitglied – „Thissy“ Thiers. Die Musiker waren anscheinend auch nicht mehr mit dem Ergebnis „Bumerang“ zufrieden. Ob sich damit solch unsägliche Titel wie „Spazieren im Morgen“ oder „Torero der Nacht“ erklären lassen, die schon deutlich in das Gefilde des Schlagers eintauchen?

Es fällt schwer die Höhepunkte auf „Bumerang“ zu benennen. Sind es die drei Instrumentalstücke „Über Stock und Stein“, „Wien“ und „Espresso“? Wohl kaum. „Über Stock und Stein“ klingt nach Neuer Deutscher Welle ohne Gesang, „Wien“ rockig, jedoch völlig uninspiriert und „Espresso“ schließlich erneut nach dem Zeitgeist der Neuen Deutschen Welle. Lassen wir lieber als Höhepunkt der Platte das letzte Lied „Talisman“ gelten. Das Lied verfügt zumindest über eine ganz eingängige Melodie und erzählt immerhin noch den Anfang einer Geschichte. Das Ende hat man sich allerdings selbst auszudenken. Man muss auch bei „Talisman“ damit klarkommen, dass Fred Mühlböck nicht sehr gerne reimte, wenn er Texte komponierte. Im Falle von „Talisman“ ist dies jedoch nicht ganz so störend wie bei anderen Nummern von Novalis aus den 80ern. Von daher lässt das Ende des Albums zumindest etwas Aufhorchen.

Fazit: Die Zeit von Novalis war vorbei. Die Lieder der Band klingen auf ihrem vorletzten Album zumeist höchstens noch uninspiriert. Diese Mischung aus Pop und Rock und Schlager war schon in den 80ern kaum mehr erfolgreich. Heutzutage würde sie es als Neuveröffentlichung noch sehr viel weniger sein. Langweilig, belanglos, zum Teil nervend, das sind die Eindrücke, die von „Bumerang“ bleiben. Für Novalis-Komplettisten geeignet, sonst würde mir da niemand mehr einfallen, dem das gefallen könnte. Vier Punkte.

Anspieltipps: Talisman



Dienstag, 22. Oktober 2019

Novalis – Sterntaucher




Novalis – Sterntaucher


Besetzung:

Detlef Job – Gitarren
Fred Mühlböck – Gesang, Gitarren, Variophon
Lutz Rahn – Tasteninstrumente
Hartwig Biereichel – Schlagzeug


Gastmusiker:

Heinz Fröhling – Bass
Manfred Seegers – Saxophon „Kleinwenig mehr“


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1983


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Fährmann (4:54)
2. Ich will hier ’raus (4:08)
3. Abschied (3:50)
4. Keiner kann gewinnen (7:38)
5. Kleinwenig mehr (3:40)
6. Sterntaucher (4:38)
7. Grenzen (6:33)
8. Sinus (5:46)

Gesamtspieldauer: 41:11




Ab dem Jahr 1981 veröffentlichten Novalis bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1985 jährlich ein neues Album. „Sterntaucher“ erschien im Jahr 1983 und ist ganz im Stile der 80er Jahre und der Veröffentlichungen von Novalis davor und danach gehalten. Man hört auf der Platte eine Mischung aus Pop und Rock, die eher belanglos denn spannend klingt.

Zum größten Teil erklingt auf „Sterntaucher“ radiotaugliche Musik, wenn auch die Laufzeit des einen oder anderen Titels dies wohl verhinderte. Doch die allgemeine Massentauglichkeit ist der Musik auf dem Album nicht abzusprechen. Man hört unaufgeregten, poppigen Rock, ohne großartige Tiefe und Abwechslung. Einmal mehr sind es auch auf „Sterntaucher“ die Texte, die heutzutage einfach nicht mehr wirken und fast schon peinlich klingen. Es sei mal dahingestellt, ob dies im Jahr 1983 anders wirkte.

Höhepunkte, also Lieder, die länger hängenbleiben und einen bewegen diese Scheibe öfters aufzulegen, findet man auf „Sterntaucher“ nicht. Nachdem Novalis mit dem letzten Album „Neumond“ schon im Weltraum nicht fündig wurde, so verhält sich dies bei „Sterntaucher“ ebenso. Fred Mühlböck ist zudem kein Rocksänger. Wird es mal musikalisch „härter“, so klingt seine Stimme sehr gepresst und überhaupt nicht überzeugend. Damit ist es schließlich auch nicht weiter überraschend, dass der „Sterntaucher“ mit dem letzten Lied „Sinus“, einer Instrumentalnummer, seinen Höhepunkt doch noch findet – allerdings ohne Gesang. Der ganze Rest des Albums klingt langweilig, belanglos und schon lange überholt.

Fazit: Auf „Sterntaucher“ hört man eine poppig-rockige Mischung, die sich zwar Abseits der damals grassierenden Neuen Deutschen Welle bewegt, allerdings nichts Besonderes oder Hörenswertes mehr beinhaltet. Nur an wenigen Stellen des Albums lohnt es sich aufzuhorchen und man kann in die Musik etwas tiefer einsteigen. Aber das sind deutlich zu wenige Stellen. Dennoch stellt diese Platte eine deutliche Steigerung zur vorherigen Veröffentlichung „Neumond“ dar. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Sinus



Montag, 30. September 2019

Novalis – Neumond




Novalis – Neumond


Besetzung:

Detlef Job – Gitarre
Lutz Rahn – Keyboards
Fred Mühlböck – Gesang, Gitarre, Querflöte
Hartwig Biereichel – Schlagzeug


Gastmusiker:

Heinz Fröhling – Bass
Herb Geller – Altsaxophon
Gillian Scalici – Gesang


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1982


Stil: Pop, Deutscher Schlager


Trackliste:

1. Anakonda (4:04)
2. Oft sagt man mehr, wenn man schweigt (5:13)
3. Frühsport im Sachsenwald (5:50)
4. Du bist schön (4:09)
5. Kein Frieden (3:35)
6. Neumond (3:30)
7. Nachttraum (8:09)
8. Blauer Morgen (4:01)

Gesamtspieldauer: 38:35




Ihr achtes Studioalbum nannte die Hamburger Band Novalis „Neumond“. Bei Neumond bleibt die Welt in der Nacht sehr dunkel und genau solch einen dunklen Fleck stellt auch dieses Album in der Diskographie von Novalis dar. Vom ehemaligen musikalischen Genre, dem Progressive Rock, in dem die Band ursprünglich Zuhause war, war nichts mehr geblieben. Die Musik von Novalis war im Pop bis hin zum Schlager gestrandet. Sicherlich lag das nicht am Ausscheiden vom ehemaligen Bassisten Heino Schünzel, der durch Heinz Fröhling ersetzt worden war, den man vom Trio Schicke, Führs, Fröhling kennt, welches ebenfalls für eine sehr viel komplexere und interessantere Musik stand. Es war wohl der Zeitgeist der 80er Jahre, der letztendlich nun auch Novalis vollends erfasst hatte und häufig eher für seichten Pop, denn für anspruchsvolle Musik steht.

Dabei startet „Neumond“ mit dem Lied „Anakonda“ noch ganz passabel. Eine Instrumentalnummer, die so fast identisch auch auf einem Album des Alan Parsons Project zu finden sein könnte. Ganz nett und eingängig, doch mit dem folgenden Lied „Oft sagt man mehr, wenn man schweigt“ bewegen sich Novalis tatsächlich im Bereich des Deutschen Schlagers. Unsägliche Musik, sehr peinlicher Text. Solchen hört man auch in den Liedern „Du bist schön“ oder „Kein Frieden“. Ganz schlecht. Dazu gesellt sich noch der Umstand des Textens selbst. Gut, das Reimen mag allgemein überschätzt werden. Doch so ganz ohne reinen oder unreinen Reim, wie viele Passagen auf dem Album textlich erklingen, wirken die Lieder konstruiert, irgendwie nicht vollendet, uninspiriert oder kurz gesagt noch schlechter.

Somit findet man kaum etwas Hörenswertes auf diesem Album, welches größtenteils lediglich mit unterirdischen Texten und poppigen bis schlageresken Klängen wuchert. Außer dem Titel „Anakonda“ höre ich auf der Platte nur sehr wenig, was auf irgendeine Art und Weise noch lohnend wäre. Das Lied „Nachttraum“ verfügt zwar noch über eine ganz nette Melodie, doch auch in diesem Fall ist es leider wieder der Text, der das Zuhören sehr schwierig gestaltet und einen tief Luftholen lässt.

Fazit: In der bisherigen Diskographie der Band sicherlich der musikalische Tiefpunkt von Novalis. Pop mit Schlager, ein wenig instrumentale Atmosphäre, das findet und hört man auf „Neumond“. Dazu gesellen sich heutzutage peinlich klingende Texte. Obwohl? Es ist zu befürchten, dass dieser Eindruck auch bereits Anfang der 80er Jahre bestand gehabt hat. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Anakonda



Montag, 9. September 2019

Novalis – Augenblicke




Novalis – Augenblicke


Besetzung:

Detlef Job – Gitarren, Gesang
Fred Mühlböck – Gesang, Gitarren, Querflöte, Variophon „GIG“
Heino Schünzel – Bass
Lutz Rahn – Tasteninstrumente, PPG Wave Computer
Hartwig Biereichel – Gretsch Drums, Paiste Cymbals


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Danmark (3:34)
2. Ich hab‘ noch nicht gelernt zu lieben (3:32)
3. Cassandra (3:28)
4. Herbstwind (4:49)
5. Mit den Zugvögeln (3:16)
6. Sphinx (3:26)
7. Als kleiner Junge (5:18)
8. Magie einer Nacht (3:58)
9. Begegnungen (4:48)

Gesamtspieldauer: 36:12




Im Jahr 1981 erschien das siebte Studioalbum der Hamburger Band Novalis. Dieses trägt den Namen „Augenblicke“ und stellt erneut eine Mischung aus Liedern dar, die zum einen instrumental gehalten sind, zum anderen mit sehr poetischen Texten versehen wurden, die nicht aus der Zeit der 80er Jahre zu stammen scheinen.

Vom Progressive Rock hatten sich Novalis inzwischen größtenteils entfernt – wie inzwischen fast alle Bands, die in diesem musikalischen Genre ursprünglich Zuhause waren. Mitunter klingt die Musik auf dem Album durchaus auch geradliniger, nach Deutsch Rock beziehungsweise Deutsch Pop. Als Beispiel hierfür steht solch eine Nummer wie „Ich hab‘ noch nicht gelernt zu lieben“. Doch ganz so weit, wie viele Kollegen, hatten sich Novalis noch nicht von ihren Ursprüngen wegentwickelt. Auch auf „Augenblicke“ kann man noch Melodien und Lieder entdecken, die vom herkömmlichen 08/15-Aufbau „Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Solo-Refrain“ deutlich abweichen und spannender klingen und auch ins Ohr gehen.

„Danmark“, „Cassandra“, „Mit den Zugvögeln“ und „Sphinx“ sind allesamt Instrumentalstücke. Gerade das Lied „Mit den Zugvögeln“ kann hier am meisten überzeugen. Eine sanfte, irgendwie schwebende Melodie, die sehr sentimental bis melancholisch klingt und den Höhepunkt auf „Augenblicke“ darstellt. Die anderen Lieder ohne Gesang funktionieren ebenfalls gut. Bei den mit Text versehenen Stücken ist dies nicht immer der Fall. Diese leichte Melancholie schwebt zwar über allen Titeln, doch die Texte selbst lassen einen zum Teil etwas ratlos zurück und suhlen sich mitunter in Pathos oder Kitsch. Die Musik überzeugt dabei durchaus noch, die Texte einmal mehr nicht mehr.

Fazit: Wahrlich kein schlechtes Album ist „Augenblicke“ geworden. Die Musik trifft immer noch ins Ohr und unterhält bestens, wenn diese auch etwas rockig-poppiger klingt als noch in den 70er Jahren. Die Texte der Band lassen einen jedoch ab und an Verzweifeln. Diese sind nicht aus der heutigen Zeit, irgendwie jedoch auch nicht aus den 80ern und zum Teil fast peinlich. Trotzdem hat „Augenblicke“ noch einige Stellen zu bieten, die das Album hörenswert werden lassen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Mit den Zugvögeln



Mittwoch, 21. August 2019

Novalis – Flossenengel




Novalis – Flossenengel


Besetzung:

Lutz Rahn – Tasteninstrumente
Heino Schünzel – Bass und Gesang
Fred Mühlböck – Gitarren und Gesang
Detlef Job – Gitarren und Gesang
Hartwig Biereichel – Schlagzeug und Perkussion


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1979


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Atlanto (4:40)
2. Im Brunnen der Erde (4:27)
3. Brennende Freiheit (2:19)
4. Im Netz (8:10)
5. Flossenengel (3:28)
6. Walzer für einen verlorenen Traum (3:28)
7. Sklavenzoo (5:05)
8. Alle wollen leben (5:07)
9. Rückkehr (6:32)
10. Ob Tier, ob Mensch, ob Baum (1:50)

Gesamtspieldauer: 45:11




Auf dem sechsten Studioalbum der Hamburger Band Novalis mit dem Titel „Flossenengel“ wird die Geschichte des Wals „Atlanto“ erzählt, der zunächst gefangen wird, im Zoo landet und dort quasi ausgestellt von allen Menschen betrachtet werden kann. Doch die Geschichte nimmt eine positive Wendung, denn seine Fänger, die inzwischen von Gewissensbissen geplagt sind, entlassen das Tier schließlich wieder ins Meer. „Flossenengel“ erschien im Jahr 1979 ursprünglich auf dem Plattenlabel Brain, wurde unter anderem auf Vertigo Records wiederveröffentlicht.

Die Musik auf „Flossenengel“ klingt noch sehr überzeugend nach spannendem Progressive Rock, abwechslungs- und ideenreich. Keine Selbstverständlichkeit mehr zur damaligen Zeit, als die ehemaligen Heroen des Progressive Rocks stark die Richtung hin zum einfachen Pop eingeschlagen hatten. So weit, so gut. Trotzdem fällt einem das Hören von „Flossenengel“ nicht leicht – auch falls man hier seine Lieblingsmusikrichtung hört. Das liegt zum Teil am sehr theatralischen Gesang des Fred Mühlböck und noch viel mehr an den heute fast schon peinlich klingenden Textzeilen. Sehr viel Pathos wurde auf „Flossenengel“ in den Inhalt der Lieder gesteckt und textlich sowie gesanglich umgesetzt. Was musikalisch noch sehr überzeugend klingt, lässt einen etwas überrascht bis frustriert zurück, wenn man sich auch auf die Texte und den Gesang konzentriert.

Absoluter Höhepunkt der Platte ist gleichzeitig das längste Lied auf „Flossenengel“, die Nummer „Im Netz“. Das Stück stellt eine sehr abwechslungsreiche Reise durch verschiedene Melodien dar, die aneinandergereiht ein sehr überzeugendes Gesamtwerk ergeben. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass auf den über acht Minuten Spieldauer des Liedes kaum gesungen wird. Es ist die Musik, die hier im Fokus steht und bestens überzeugt. Auch viele der restlichen Stücke haben musikalisch durchaus ihren Reiz und unterhalten diesbezüglich gut. „Atlanto“ und „Walzer für einen verlorenen Traum“ sind zudem reine Instrumentalnummern, die von den vermittelten Atmosphären leben.

Fazit: Wäre „Flossenengel“ ein reines Instrumentalalbum, würde es noch überzeugender klingen. Wäre das Album in einer unverständlichen Sprache eingespielt worden, so bliebe immer noch der manchmal etwas überzogene, theatralische Gesang. Dieser nimmt im Zusammenspiel mit den ausformulierten Sätzen etwas vom Reiz dieses Albums. Musikalisch gesehen ist die Scheibe ein Höhepunkt des Progressive Rock im Jahr 1979. In seiner Gesamtheit betrachtet allerdings nur noch ein gutes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Im Netz



Mittwoch, 14. August 2019

Novalis – Vielleicht Bist Du Ein Clown?




Novalis – Vielleicht Bist Du Ein Clown?


Besetzung:

Detlef Job – Elektrische und akustische Gitarren, Slide-Gitarre, Gesang
Fred Mühlböck – Gesang, elektrische Gitarre, 12-saitige Gitarre und akustische Gitarre, Querflöte
Lutz Rahn – Hammond h-100, akustischer und elektrischer Flügel, Stringensemble, Mellotron, PPG Synthesizer, D6 Clavinet
Hartwig Biereichel – Schlagzeug, Pauken und Perkussion
Heino Schünzel – Bass, Gesang


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1978


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Der Geigenspieler (8:17)
2. Zingaresca (5:15)
3. Manchmal fällt der Regen eben lang (3:53)
4. Vielleicht bin ich ein Clown? (6:26)
5. City Nord (6:11)
6. Die Welt wird alt und wieder jung (4:37)

Gesamtspieldauer: 34:42




Ihr fünftes Studioalbum versah die Hamburger Band Novalis mit dem etwas ungewöhnlichen Titel „Vielleicht Bist Du Ein Clown?“. Dieses erschien im Jahr 1978 ursprünglich auf dem Plattenlabel Brain, um später auf diversen anderen Labeln wiederveröffentlicht zu werden. Die Mitglieder von Novalis waren dieselben wie schon auf den letzten beiden Veröffentlichungen. Die Band hatte sich dementsprechend gefunden.

Mit „Brandung“ war die Ära der Konzeptalben für Novalis abgeschlossen. Die Plattenfirma verlangte nach Musik, die auch im Radio gespielt werden konnte. Man sollte kompakter und geradliniger klingen. Noch eine Änderung gab es auf „Vielleicht Bist Du Ein Clown?“. Dieses Mal wurde kein Text mehr des frühromantischen Dichters Friedrich Freiherr von Hardenberg alias Novalis vertont, auf dem neuen Album war es die musikalische Umsetzung des Gedichts „Die Welt wird alt und wieder jung“ von Friedrich Schiller, die es auf das Album schaffte. Die Musik hat sich, trotz der zumindest kleinen Abkehr vom komplizierteren Liedaufbau, dagegen nicht großartig verändert. Musik mit wunderschönen Melodien, die sich schnell festsetzen. Die Lieder waren dabei zwar etwas kompakter geworden, doch immer noch gibt es Instrumentalnummern sowie Lieder mit Texten – und genau diese Texte wirken auch auf „Vielleicht Bist Du Ein Clown?“ für die heutige Zeit an der einen oder anderen Stelle etwas überholt.

Gar nicht „überholt“ klingt dagegen die Musik selbst. Diese ist eingängig, geht ins Ohr und dabei jederzeit abwechslungsreich und spannend gestaltet. Nichts ist ohne Weiteres vorhersehbar, nichts wirkt langweilig, keiner Nummer fehlt es an der gewissen Spannung. Auch die Atmosphären von sanft bis rockig werden bedient, sodass eine „Vielleicht Bist Du Ein Clown?“ eine schöne musikalische Reise darstellt, die lohnt angetreten zu werden. Absoluter Höhepunkt ist das „Quasi“-Titellied „Vielleicht bin ich ein Clown?“. Diese Nummer ist eher ein frischer Rock-Titel denn ein progressives Rock Lied. Macht nichts, denn gute Musik bleibt es. Novalis waren zu der Zeit auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und so stellt diese Platte eine kleine Mischung aus eher „typischen“ Novalis-Nummern und dem etwas massentauglicheren Rock-Bereich dar. Weiterer Höhepunkt ist das sanfte und bereits erwähnte „Die Welt wird alt und wieder jung“. In diesem Lied klingen Novalis nochmals wie in den Jahren zuvor und zeigt die Abwechslung auf der Platte. Auch hier sehr gelungen.

Fazit: Eine schöne und überzeugende Scheibe ist „Vielleicht Bist Du Ein Clown?“ geworden. Diese enthält Musik, die noch an die frühere Zeit der Band erinnert und beinhaltet ebenso bereits Stücke, die eher radiotauglich klingen. Progressive Rock mit geradlinigen Rock-Einschüben gibt es auf dem Album zu hören. Die Mischung passt, klingt und macht Spaß. Für Novalis-Fans sicherlich ein Höhepunkt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Vielleicht bin ich ein Clown?, Die Welt wird alt und wieder jung



Dienstag, 6. August 2019

Novalis – Brandung




Novalis – Brandung


Besetzung:

Detlef Job – Gitarren, Gesang
Heino Schünzel – Bass, Gesang
Lutz Rahn – Hammond Orgel, PPG Synthesizer, Clavinet, Mellotron, Flügel, Fender Piano, Stringensemble
Fred Mühlböck – Gesang, akustische Gitarren, Querflöte
Hartwig Biereichel – Schlagzeug, Perkussion


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1977


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Irgendwo, Irgendwann (4:42)
2. Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren (3:09)
3. Astralis (8:57)
4. Sonnenwende
a. Brandung (3:43)
b. Feuer bricht in die Zeit (3:46)
c. Sonnenfinsternis (3:01)
d. Dämmerung (5:41)

Gesamtspieldauer: 33:02



„Brandung“ heißt das insgesamt fünfte Album der Hamburger Band Novalis. Zählt man nur die Studioalben, dann steht Brandung an vierter Stelle in der Band-Diskographie. Nachdem der Österreicher Fred Mühlböck den Gesangspart übernommen hatte, war er bereits auf dem im selben Jahr erschienenen Live-Album „Konzerte“ zu hören. „Brandung“ stellt damit also sein Studioalbum Debut dar. Dieses erschien Ende 1977 zunächst auf dem Plattenlabel Brain und wurde inzwischen mehrmals bei weiteren Plattenfirmen wiederveröffentlicht.

Die Musik auf „Brandung“ ist noch ganz im Progressive Rock verwurzelt, wenn auch das erste Lied der Scheibe, die Nummer „Irgendwo, Irgendwann“ irgendwie unspektakulär rockig klingt und gleichzeitig den schlechtesten Eindruck aller Titel des Albums hinterlässt. Das Lied ist auf seine Weise einfach belanglos. Musikalisch gesehen sind die folgenden Nummern deutlich interessanter, klingen abwechslungsreicher und sind dabei auch eingängiger. Deutlich schwieriger stellt sich auch bei diesen Titeln allerdings der Gesang dar, der an vielen Stellen zu gekünstelt wirkt. In manchen Passagen klingt das heutzutage, also über vierzig Jahre nach dem Entstehen, einfach seltsam, zum Teil auch überholt. Dies gilt ausdrücklich nicht für die Musik ab dem zweiten Titel auf „Brandung“. Wenn man auf Progressive Rock steht und auch der deutschen Variante dieses musikalischen Genres etwas abzugewinnen weiß, kann man perfekt in diese Musik eintauchen und diese genießen.

Die drei letzten Nummern überzeugen allesamt – musikalisch. Vor allen Dingen das Lied „Sonnenwende“ in den Teilen „Brandung“, „Sonnenfinsternis“ und „Dämmerung“ ist hier besonders hervorzuheben. Abwechslungsreichen und melodiösen Progressive Rock kann man hier hören. Der erste Teil des Liedes ist rein instrumental gehalten, die Abschnitte zwei bis vier wurden dann mit Text versehen, der ein Weltuntergangsszenario mit anschließender Rettung einiger weniger Menschen beschreibt. Dramatisch ganz sicher, die Musik setzt auch die Worte gekonnt musikalisch um, nur hätte man sich diese Worte selbst besser nicht gesungen, sondern im Cover erzählt gewünscht.

Fazit: „Brandung“ ist ein schönes Progressive Rock Album aus Deutschland geworden. Novalis sind hier auf der Höhe ihrer Schaffensperiode und somit stellt dieses Album eine sehr hörenswerte Platte dar, die auch heute noch wirkt. Dies gilt weniger für den Text, der mitunter antiquiert klingt. Doch sei es drum, „Brandung“ lohnt musikalisch und stellt einen weiteren Höhepunkt im Schaffen von Novalis dar. Elf Punkte.

Anspieltipps: Astralis, Sonnenwende



Freitag, 2. August 2019

Novalis – Konzerte




Novalis – Konzerte


Besetzung:

Heino Schünzel – Fender Bass, Gesang
Detlef Job – Bibson Les Paul, Gesang
Lutz Rahn – Hammond H100, Mellotron M 400, PPG Synthesizer, Fender Piano, Clavinet, Solina Strings
Fred Mühlböck – Gesang, elektrische und akustische Gitarren, Querflöte
Hartwig Biereichel – Ludwig Drums, Paiste Cymbals und Gongs


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1977


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Bolero (0:51)
2. Dronsz (1:52)
3. Es färbte sich die Wiese grün (8:51)
4. Impressionen (9:45)
5. Wer Schmetterlinge lachen hört (9:12)
6. Wunderschätze (11:24)
7. Sommerabend (18:57)
8. Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren (3:30)
9. Astralis (10:11)
10. Irgendwo, irgendwann (4:30)

Gesamtspieldauer: 1:19:08



„Konzerte“ nannte die Hamburger Band Novalis ihr viertes Album, welches, wie der Plattentitel bereits vorwegnimmt, ein Live-Album darstellt. Darauf zu hören sind Lieder des zweiten und dritten Albums. Mit der CD-Wiederveröffentlichung des Albums wurden am Ende noch drei Stücke („Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“, „Astralis“ und „Irgendwo, irgendwann“), des ebenfalls noch im Jahr 1977 veröffentlichten Studioalbums „Brandung“ hinzugefügt. „Konzerte“ war ursprünglich auf dem Plattenlabel Brain veröffentlicht worden, erschien dann in diversen Neuauflagen. Die Aufnahmen zu „Konzerte“ entstanden zwischen Januar und April 1977 bei Konzerten in Göttingen, Oldenburg, Hamburg, Essen und Lüneburg. Mit von der Partie war nun ein neuer Sänger und Gitarrist, der Österreicher Fred Mühlböck. Angeblich bestanden seine ersten Übungen darin, nicht mehr österreichisch zu klingen, da man die Musik akzentfrei halten wollte. Zudem spielt Fred Mühlböck auch noch Querflöte, setzt das Instrument in der Musik von Novalis auf „Konzerte“ jedoch eher sehr dezent ein.

Auf „Konzerte“ hört man eine sehr gelungene Übersicht, über dass Schaffen der Band in ihren Anfangsjahren, auch wenn das englischsprachige Debut-Album dabei ausgelassen wurde. Sehr stimmungsvollen, melodischen und sich in langen Instrumentalpassagen verlierenden Progressive Rock „Made in Germany“ gibt es auf dem Album zu hören, welches an jeder Stelle eine unaufgeregte und sehr eingängige Stimmung verströmt. An manchen Stellen klingen die Lieder ein klein wenig rockiger als die Originale, was allerdings für ein Live-Album durchaus die Regel darstellt. Der Klang der Scheibe ist in Ordnung, kann allerdings mit den Originalen – verwundert ebenfalls nicht – nicht mithalten.

Die Platte lässt sich gut in einem Durchhören und man kann in die Musik von Novalis bestens eintauchen. Die Höhepunkte sind demnach auch alle Lieder, Ausfälle gibt es keine zu beklagen und diese „Novalis-Atmosphäre“ zieht sich über die gesamte Scheibe hinweg. Besonders lohnenswert sind aber sicherlich die langen Instrumentalpassagen, die dann gegenüber den Original-Versionen noch leicht variiert werden und durchaus etwas rockiger erklingen. Und genau diese Passagen gibt es in einigen Liedern auf „Konzerte“ zu hören.

Fazit: „Konzerte“ eignet sich bestens, um sich einen Überblick über die Musik von Novalis zu Beginn ihrer Karriere zu verschaffen. Der Neue Sänger Fred Mühlböck macht seine Sache sehr gut, die Lieder klingen dicht und atmosphärisch, melodiös und abwechslungsreich. Dass man klanglich ein paar Abstriche machen muss, erscheint selbstverständlich. Die Musik von Novalis ist nicht gerade prädestiniert für ein Live-Album, wenn auch das erlebte Live-Erlebnis sicherlich etwas Besonderes darstellt. Zum Reinhören und Kennenlernen der Musik von Novalis allerdings uneingeschränkt zu empfehlen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Wer Schmetterlinge lachen hört



Sonntag, 28. Juli 2019

Novalis – Novalis




Novalis – Novalis


Besetzung:

Lutz Rahn – Tasteninstrumente
Detlef Job – Gitarre
Hartwig Biereichel – Schlagzeug
Heino Schünzel – Bass, Gesang
Carlo Karges – Gitarre, Tasteninstrumente


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Sonnengeflecht (4:08)
2. Wer Schmetterlinge lachen hört (9:16)
3. Dronsz (4:57)
4. Impressionen (9:00)
5. Es färbte sich die Wiese grün (8:20)

Bonus Track:

6. Impressionen (live) (10:35)

Gesamtspieldauer: 46:18



Schlicht mit „Novalis“ betitelte die Hamburger Progressive- oder auch Krautrock Band Novalis ihr zweites Studioalbum, welches im Jahr 1975, zwei Jahre nach dem Debut, ursprünglich auf dem Plattenlabel Brain erschien. Die Besetzung der Band hatte sich verändert. Jürgen Wenzel, auf „Banished Bridge“ noch Sänger und Gitarrist von Novalis, hatte Novalis kurz vor Beginn der Arbeiten zur neuen Platte verlassen. Dafür waren nun Detlef Job und Carlo Karges an der Gitarre zu hören, wobei letztgenannter auch noch am Einspielen der Tasteninstrumente mitwirkte. Seinen größten Erfolg sollte Carlo Karges jedoch einige Jahre später mit Nena und ihren „99 Luftballons“ feiern, ein Lied, welches er mitkomponierte. Den Gesang auf „Novalis“ übernahm nun hauptsächlich Heino Schünzel. Doch dies war nicht die einzige Änderung, die die Band zum vorherigen Album vollzog. Die Texte waren ursprünglich erneut in englischer Sprache gehalten, aufgrund einer Anregung von Achim Reichel entschlossen sich die Bandmitglieder nun zu ihrer Muttersprache zu wechseln. Kurzerhand wurden die englischen Lyrics in deutsche Sprache übersetzt und eingesungen.

„Novalis“ von Novalis ist ein absolut tolles Album geworden, was den musikalischen Geist der damaligen Zeit wunderbar einfängt und konserviert. Progressive Rock aus Deutschland, das waren im Falle von Novalis langanhaltende Instrumentalpassagen, sehr rhythmische Abschnitte, Melodien, die sich festsetzen und Texte, die einem heute ein Fragezeichen bis hin zu einem Lächeln in das Gesicht zaubern. Im Falle des Textes von „Wer Schmetterlinge Lachen hört“, der von Carlo Karges stammt, klingt das durchaus irgendwie besonders und noch von den End-60ern beeinflusst. „Es färbte sich die Wiese grün“ ist dagegen die Vertonung eines Gedichts von Friedrich Freiherr von Hardenberg aus dem Jahr 1798. Die restlichen drei Stücke sind Instrumentalnummern.

Letztgenanntes Lied, „Es färbte sich die Wiese grün“, ist gleichzeitig auch der Höhepunkt des Albums. Ein elegisches Stück Musik, angefüllt mit musikalischen Redundanzen sowie ausgedehnten Gitarrensoli und einem Keyboardsolo, welche in ihrer Gesamtheit einen etwas hypnotisierenden Effekt erzeugen, wenn man sich dieser Musik völlig hingibt. Das Lied groovt dabei, wird durch einen Keyboardlauf zusammengehalten und durch den Gedichttext perfekt ergänzt. Auch sonst gibt es auf „Novalis“ einiges zu entdecken. Die restlichen Nummern der Platte enthalten ebenfalls stimmungsvollen und eingängigen Progressive Rock, der durchgehend überzeugt. Die Wiederveröffentlichung des Albums wurde noch um eine Live-Version des Stückes „Impressionen“ ergänzt, welches laut den Angaben der Band im Jahr 1975 in der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Hagen heimlich von Eroc mitgeschnitten wurde. Diese Version steht der Studioaufnahme in nichts nach und man kann Eroc danken, dass er diese Version des Liedes für die Nachwelt erhalten hat.

Fazit: Progressive Rock aus Deutschland zu Beginn bis Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hat einfach etwas und ist sehr oft sehr hörenswert. Im Falle von „Novalis“ von Novalis stimmt dies definitiv. Tolle Musik, besondere Texte und eine musikalische Atmosphäre, die hier transportiert wird, welche es einem sehr leicht macht, in diese Musik einzutauchen. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Es färbte sich die Wiese grün



Sonntag, 14. Juli 2019

Novalis – Banished Bridge




Novalis – Banished Bridge


Besetzung:

Heino Schünzel – Bass
Jürgen Wenzel – Gesang und Akustik-Gitarre
Lutz Rahn – Orgel, Klavier, Mellotron, Synthesizer
Hartwig Biereichel – Schlagzeug und Percussion


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Banished Bridge (17:12)
2. High Evolution (4:31)
3. Laughing (9:13)
4. Inside Of Me (Inside Of You) (6:38)

Gesamtspieldauer: 37:36




„Banished Bridge“ heißt das erste Studioalbum der Hamburger Band Novalis, welches im Jahr 1973 ursprünglich auf dem Plattenlabel Brain erschien. Das Album wurde komplett ohne E-Gitarren eingespielt und darauf zu hören sind neben den vier Bandmitgliedern auch noch drei nicht namentlich aufgeführte Bläser. Die Zahl der Musiker wurde noch durch ebenso anonym gebliebene sechs Background-Sängerinnen ergänzt, die eigentlich im Hamburger Studio für eine Single-Aufnahme von Roberto Blanco engagiert worden waren, jedoch von Produzent Jochen Petersen zur Teilnahme an den Aufnahmen zu „Banished Bridge“ überzeugt werden konnten.

Auf dem Album hört man vier Stücke, die allesamt in englischer Sprache eingesungen wurden. Auf den folgenden Alben wechselte die Band zu deutschen Texten, wobei diese oft vom Namensgeber der Band, dem frühromantischen Dichter Friedrich Freiherr von Hardenberg stammen, der sich das Pseudonym „Novalis“ verlieh. Die vier Titel auf „Banished Bridge“ sind ein schönes Beispiel für gelungenen Progressive Rock „Made in Germany“ in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Eingängig, abwechslungsreich und zum Teil auch experimentell verspielt. Sanfte Passagen wechseln sich mit rockigeren Abschnitten ab, immer legt die Band dabei Wert auf Melodiösität. Die Harmonien treffen und verfangen sich. Der Sound der Band ist dabei stark Orgel- und Synthesizer-lastig. Die Musik auf „Banished Bridge“ klingt voll und dicht, durchdacht, spannend und niemals langweilig. Das Fehlen einer E-Gitarre hinterlässt in diesem Falle keinen negativen Eindruck.

Alle vier Titel auf „Banished Bridge“ sind gelungen und überzeugen. Wunderschön kann man in die Lieder eintauchen und sich der Musik hingeben. Bei der Nummer „High Evolution“ klingt der Keyboardlauf im Hintergrund zu Beginn zwar etwas hektisch, doch ist dies wahrlich der einzige kleine musikalische Kritikpunkt, den man an dieser Stelle anführen kann. Allerdings gibt es in der Geschichte der Pop- und Rock-Musik ganz sicher kreativer gestaltete Platten-Cover. Die Musik wirkt dafür deutlich mehr nach. Das Titellied „Banished Bridge“ bietet bei seiner Länge von über siebzehn Minuten selbstverständlich die größte Abwechslung in der Musik, doch auch „Laughing“ sowie „Inside Of Me (Inside Of You)“ lohnen gehört zu werden und tragen mit zu dem sehr gelungenen Gesamteindruck der Platte bei.

Fazit: Progressive Rock aus Deutschland, der im Ausland auch unter der Überschrift „Krautrock“ eingruppiert wird, gibt es auf „Banished Bridge“ zu hören. Es ist die einzige Platte der Band, auf der sie nur englischsprachige Lieder einsingt. In Verbindung mit der Musik klingt das alles sehr überzeugend und lohnt für alle Freunde des melodischen Progressive Rock der 70er Jahre – egal, ob dieser aus England, Italien oder Deutschland stammt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Banished Bridge, Laughing



Montag, 14. April 2014

Novalis – Sommerabend




Novalis – Sommerabend


Besetzung:

Detlef Job – Gitarren, Gesang
Lutz Rahn – Tasteninstrumente
Heino Schünzel – Bass, Gesang
Hartwig Biereichel – Schlagzeug


Label: Metronome Musik / Brain


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Aufbruch (9:42)
2. Wunderschätze (10:45)
3. Sommerabend (18:19)
     a. Wetterleuchten
     b. Am Strand
     c. Der Traum
     d. Ein neuer Tag
     e. Ins Licht

Gesamtspieldauer: 38:46




Novalis war eine deutsche Progressive Rock-Band, die sich nach dem Künstlernamen des Frühromantikers, Philosophen, Juristen und Bergbauingenieur Friedrich Freiherr von Hardenberg benannte. „Sommerabend“ ist dabei die dritte Platte der Band, die mit Ausnahme des ersten Albums alle ihre Texte in Deutsch verfasste. Prog ist das zwar, was uns die Musiker hier auf „Sommerabend“ bescheren, Progressive Rock jedoch nur am Rande. Die Musik von Novalis ist sehr Keyboard- und Synthesizer-lästig, das Tempo wird nur ab und an einmal angezogen.

Alles auf „Sommerabend“ wirkt so ein wenig schwebend und abgehoben, was jedoch nichts Negatives bedeuten soll. Klangwelten bauen sich immer wieder vor dem Hörer auf, in die er nur noch eintauchen muss und durchaus auch kann. Einiger Durchläufe der Scheibe bedarf es dazu allerdings und schon werden die Harmonien vertrauter und immer eingängiger. Schrägere Töne sucht man auf „Sommerabend“ sowieso vergeblich, alles ist überaus melodiös gehalten. Wenn man hier etwas kritisieren möchte, dann am ehesten noch den etwas „gewöhnungsbedürftigen“ Gesang, denn dieser ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Kommt Titel Nummer 1, „Aufbruch“, noch ohne Text aus, so greift die Band bei „Wunderschätze“ auf einen Originaltext des Dichters Novalis zurück, der leicht bearbeitet wurde. Der Titel-Track „Sommerabend“ wurde dann mit einem eigenen Text versehen. Dies soll wohl alles sehr lyrisch klingen, hört sich mitunter allerdings auch seltsam an. Zudem wirkt der Gesang mitunter ein wenig gelangweilt, vielleicht ist das aber auch genau so gewollt.

Trotzdem ist „Sommerabend“ ein sehr schönes Album geworden. Immer wieder lassen sich Passagen entdecken, die ein klein wenig nach Eloy oder Jane klingen, dann wieder Abschnitte, die ganz für sich alleine stehen, ohne Vergleiche aufkommen zu lassen. Die Musik wirkt überaus entspannt und wenn man mal eine Zeitlang auf dem Sofa entspannen möchte, dann ist „Sommerabend“ eine sehr gute Unterstützung dafür. Lediglich beim ersten Titel „Aufbruch“ ist so etwas wie ein durchgängiger „Groove“ auszumachen, bei den beiden anderen Titeln beschränkt sich das auf einzelne Abschnitte.

Fazit: Ruhige, sphärische und schwebende Musik gibt es hauptsächlich auf „Sommerabend“ zu hören. Sicherlich nichts für jeden Musikhörer, Krautrock-Fans und allgemein Freunde des Prog werden hier jedoch einiges für sich entdecken. Der Gesang klingt zwar mitunter ein wenig seltsam, ist allerdings nur ein kleiner Teilaspekt, da vor allem die Instrumentalmusik auf „Sommerabend“ im Vordergrund steht. Eine schöne Platte. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Bei nur drei Titeln: alles!