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Mittwoch, 17. August 2016

Anthony Phillips – Private Parts & Pieces II – Back To The Pavilion




Anthony Phillips – Private Parts & Pieces II – Back To The Pavilion


Besetzung:

Anthony Phillips – 12 string guitar, classical guitar, electric guitar, piano, vocals, polymoog


Gastmusiker:

Andy McCulloch – drums and percussion
Mike Rutherford – bass
Rob Phillips – oboe
Mel Collins – flute


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Instrumentalmusik, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Scottish Suite:
     (i) Salmon Leap (2:47)
     (ii) Parting Thistle (2:26)
     (iii) Electric Reaper (3:00)
     (iv) Amorphous, Cadaverous and Nebulous (4:52)
     (v) Salmon’s Last Sleepwalk (2:02)
6. Lindsay (3:44)
7. K2 (9:00)
8. Postlude: End Of The Season (0:33)
9. Heavens (4:25)
10. Spring Meeting (3:52)
11. Romany’s Aria (0:51)
12. Chinaman (0:43)
13. Nocturne (4:04)
14. Magic Garden (1:54)
15. Von Runkel’s Yorker Music (0:45)
16. Will O’ The Wisp (3:34)
17. Tremulous (1:09)
18. I Saw You Today (4:33)
19. Back To The Pavilion (3:01)
20. Lucy: An Illusion (3:51)

Gesamtspieldauer: 1:01:14




Im Juni 1980 veröffentlichte Anthony Phillips den zweiten Teil seiner „Private Parts And Pieces“-Reihe, dieses Mal versehen mit dem Untertitel „Back To The Pavilion“. Somit stellt die Scheibe gleichzeitig das fünfte Solo-Album des Genesis Gitarristen der ersten Stunde und den nächsten Abschnitt seiner, bis zum Jahr 2012 bereits elfteiligen Reihe „Private Parts And Pieces“ dar. Auf dem Album ist hauptsächlich Instrumentalmusik zu hören, die zumeist sehr eingängig klingt und mitunter sogar mal fast in den New Age Bereich abdriftet.

Die fünf Teile der „Scottish Suite“ zu Beginn der Platte entspringen einem Projekt, in welchem Anthony Phillips Shakespeares McBeth vertonen wollte. Ein Vorhaben, was jedoch nicht zu Ende geführt wurde. Was bleibt sind diese fünf Teile der Suite, bei denen sein ehemaliger Genesis-Kollege Mike Rutherford am Bass und der Ex-King Crimson Schlagzeuger Andy McCulloch an den Drums zu hören sind. Die Teile der „Scottish Suite“ sind sehr melodiöse Instrumentalstücke, die zumeist sehr sanft und entspannt klingen, jedoch dann auch wieder rocken. Sehr abwechslungsreich in seiner Gesamtheit und gleichzeitig die Höhepunkte der gesamten Platte.

Die weiteren Stücke sind eine bunte, jedoch sehr relaxte Mischung aus sehr sanfter Musik. Mal steht das Piano im Vordergrund, mal ist es die Gitarre. Auch die Anzahl der jeweils involvierten Instrumente variiert. Die bereits erwähnte New Age Annäherung findet sich im Titel „K2“, in dem Synthesizer-Teppiche ausgebreitet werden, allerdings nur ganz zart und sanft, lediglich kurz unterbrochen von kleinen, aufgeregt klingenden Tastenläufen. Ebenfalls in die meditative Richtung geht „Will O’ The Wisp“, nur hier ist es die Gitarre, versehen mit Hall und Echo, die diesen meditativen Effekt vielleicht hervorzurufen vermag.

Einige sehr kurze Stücke befinden sich ebenfalls auf der Scheibe, in denen Ideen gerade lediglich angerissen scheinen. Gegen Ende der Platte singt Anthony Phillips sogar bei den Titeln „I Saw You Today“ und „Lucy: An Illusion“. Beides Balladen, bei denen der Gesang durch die akustische Gitarre begleitet wird und gleichzeitig zwei nicht gerade sonderlich aufregende Stücke.

Fazit: Eine sanfte, verträumte und sehr ruhige Zusammenstellung serviert Anthony Phillips hier seinen Hörerinnen und Hörern. Die fünfteilige „Scottish Suite“ ist dabei sicherlich der spannendste Aspekt des Albums. Allerdings gibt es auf „Private Parts & Pieces II – Back To The Pavilion“ auch nichts, was nicht doch auch irgendwie hörenswert wäre. Sicherlich ist das keine Scheibe für die Masse der Musikhörer, jedoch für all jene dann doch interessant, denen die Musik von Genesis in den 70er Jahren zusagt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Scottish Suite



Montag, 9. Mai 2016

Anthony Phillips – Sides




Anthony Phillips – Sides


Besetzung:

Anthony Phillips – guitars, keyboards, lead vocals, additional vocals


Gastmusiker:

Michael Giles – drums
John G. Perry – bass
Dale Newman –vocals, additional vocals
Dan Owen – vocals, additional vocals
Ray Cooper – percussion
Frank Ricotti – timpani
Morris Pert – congas
Mel Collins – tenor saxophone
John Hackett – flute
Ralph Bernascone – vocals
Vic Stench – cellos, bass


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Um & Aargh (4:52)
2. I Want Your Love (3:57)
3. Lucy Will (4:07)
4. Side Door (3:26)
5. Holy Deadlock (3:51)
6. Souvenir (3:45)
7. Sisters Of Remindum (4:32)
8. Bleak House (6:17)
9. Magdalen (7:47)
10. Nightmare (7:26)


CD2 (Bonus CD der remasterten Albumausgabe):

1. Um & Aargh (Instrumental Mix) (6:54)
2. I Want Your Love (Instrumental Mix) (3:56)
3. Sisters Of Remindum (Alternative Mix) (4:27)
4. Lucy Will (Original Mix) (4:10)
5. Magdalen (Instrumental Mix) (7:03)
6. Side Door (Original Mix) (3:18)
7. Um & Aargh (7" Single Mix) (3:54)
8. Souvenir (Instrumental Mix) (3:48)
9. Bleak House (Alternative Mix) (6:21)
10. Nightmare (Alternative Mix) (7:34)
11. Catch You When You Fall (Instrumental Mix) (3:21)
12. Before The Night (Demo) (5:05)

Gesamtspieldauer CD1 (50:04) und CD2 (59:57): 1:50:01




Wie schwer sich so manche Musiker mit dem veränderten Musikgeschmack des Großteils der Musikhörer ab etwa Mitte der 70er Jahre tat, kann man auch sehr gut auf Anthony Phillips‘ viertem Solo-Album „Sides“ hören, welches im April 1979 ursprünglich auf Virgin Records veröffentlicht worden war. Die remasterte Wiederveröffentlichung des Albums erschien im Jahr 2010 auf dem Label Voiceprint und enthält als Zugabe gleich eine ganze CD mit alternativen Mixen, Demos und instrumentalen Abmischungen der Lieder.

Nun, die erste Seite der ursprünglichen LP, also die erste Hälfte der CD, zeigt den oben angesprochenen Umstand bestens. Hier hört man lediglich Pop der sehr langweiligen Sorte, der mit dem zweiten Titel, „I Want Your Love“, die Grenze des Erträglichen nach unten hin durchbricht. Unfassbar schleimig und süßlich klingt Anthony Phillips hier und man möchte dem Erfinder der Fernbedienung am liebsten persönlich einen Nobelpreis für seine Entdeckung überreichen, der dieser grausamen Folter mit nur einem Tastendruck ein Ende bereitet. Furchtbar.

Bis zum Titel „Souvenir“ ist „Sides“ ein ganz schlechtes Album, erst danach bessert sich sowohl die Qualität der Lieder, wie auch die Stimmung der Hörer. Spätestens ab „Sisters Of Remindum“ klingt die Musik wieder spannender und hier kann man dann in Ansätzen sogar wieder von Progressive Rock sprechen. Die Lieder sind nicht mehr nach Schema F aufgebaut, verfügen über ein gewisses Maß an Melodiösität und gehen dementsprechend auch ins Ohr. Sicherlich hat das alles nur noch bedingt etwas mit der Musik des Progressive Rock in der ersten Hälfte der 70er Jahre zu tun, allerdings ist das, was Anthony Phillips hier mit diesen letzten vier Liedern seinen Hörerinnen und Hörern bietet, sehr viel progressiver, als das was seine ehemalige Band „Genesis“ zu selben Zeit veröffentlichte.

Die Bonus-CD ist eine nette Dreingabe, ohne dabei jedoch ein Kaufargument darzustellen. Die Instrumentalmixe lohnen sich wohl dann, wenn man vorhat, seine Freunde zu einem Anthony Philipps Karaoke-Abend einzuladen. Ansonsten ist diese Zugabe nett, aber ehrlich gesagt überflüssig.

Fazit: Wenn die erste Hälfte dieser Platte, die aus billigem und plattem Pop besteht, nicht wäre, dann wäre „Sides“ noch ein gutes Album geworden. Die letzten Lieder der Scheibe reißen es noch ein wenig heraus, ohne dabei selbst die absoluten „Kracher“ darzustellen. Wenn man allerdings auf Progressive Rock steht, findet man genau in diesen vier Stücken sicherlich etwas für sich – und das soll schon was heißen, so nah an den 80er Jahren. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sisters Of Remindum, Nightmare



Freitag, 22. Januar 2016

Anthony Phillips – Private Parts & Pieces




Anthony Phillips – Private Parts & Pieces


Besetzung:

Anthony Phillips – 12 string guitar, classical guitar, piano, electric guitar, pin piano, harmonium, vocals


Gastmusiker:

Harry Williamson – "graphics" on "Tibetan Yak Music"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock, Folk Rock


Trackliste:

1. Beauty And The Beast (4:10)
2. Field Of Eternity (5:16)
3. Tibetan Yak-Music (6:11)
4. Lullaby — Old Father Time (1:19)
5. Harmonium In The Dust (2:33)
6. Tregenna Afternoons (7:51)
7. Stranger (6:13)
8. Reaper (7:42)
9. Autumnal (6:02)
10. Flamingo (11:10)
11. Seven Long Years (3:04)


Bonus Tracks der remasterten CD-Ausgabe des Albums:

12. Silver Song (Demo) (3:22)
13. Movement IV From Guitar Quintet (7:07)

Gesamtspieldauer: 1:12:07




Bei „Private Parts & Pieces“ von Anthony Phillips, dem Ex-Gitarristen von Genesis, handelt es sich um eine Sammlung von Piano- und Gitarren Solo- und Duett-Aufnahmen, die in den Jahren 1972 bis 1976 eingespielt und im Jahr 1978 schließlich veröffentlicht wurden. Diese Scheibe hier sollte dabei den Anfang einer ganzen Reihe von Alben mit dem Titel „Private Parts & Pieces“ darstellen, von der im Jahr 2012 der bisher letzte und elfte Teil auf den Markt gebracht wurde. Bei diesem ersten Part handelt es sich hauptsächlich um Instrumentalmusik, lediglich bei den Nummern „Stranger“ und „Seven Long Years“ „ertönt“ Anthony Phillips auch gesanglic.

Zu hören ist auf dieser Scheibe sehr entspannte Musik, einmal steht dabei die Gitarre mehr im Vordergrund, ein anders Mal ist es das Piano. Dabei spielte Anthony Phillips die Instrumente allesamt alleine ein und das Fehlen des Schlagzeugs oder anderer Rhythmus-Instrumente weist schon beim Durchlesen der Credits darauf hin, welchen Weg die hier zu hörende Musik wohl einschlagen wird. Diese klingt zu allermeist sanft und zart, zum Teil sogar recht zerbrechlich. Alles ist sehr melodiös gehalten Harmonie reiht sich an Harmonie, einen schrägen Ton wird man hier nicht finden. Nichts, wirklich nichts stört diese musikalische „Idylle“.

Alles klingt also schön, was nun allerdings nicht bedeutet, dass dies immer auch überzeugend wäre. Zugegebenermaßen hört man dem Album nicht an, dass es irgendwie keine „richtige“ Platte ist, da sie ja nur aus Material besteht, welches zum Teil lange zuvor komponiert wurde. Nichtsdestotrotz weisen einige wenige Stücke darauf hin, dass sie anscheinend noch nicht ganz zu Ende komponiert wurden, stellen irgendwie Fragmente oder aber Urfassungen von Liedern dar, die dann doch nicht endgültig verwirklicht wurden. Somit ist auch nicht immer eine Songstruktur zu erkennen, die behält Anthony Phillips manches Mal für sich und reiht lieber einen musikalischen Teil an den anderen. Jedoch melodiös klingt das wahrlich trotzdem immer.

Einen Höhepunkt der Scheibe stellt für mich das Eingangsstück „Beauty And The Beast“ dar. Eine Mixtur aus Tasteninstrumenten und Gitarre ist hier zu hören, fast schon meditativ eingespielt und auf seine Art und Weise sogar ein wenig druckvoller, als das Gros der Stücke auf „Private Parts & Pieces“. Und dann sind da die zwei, lediglich mit der zwölfsaitigen Gitarre eingespielten Nummern „Reaper“ und „Flamingo“, die auch durchaus Abwechslung bieten und kleine musikalische Reisen darstellen durch bewegte Momente oder eher ruhige Abschnitte. Ähnliches widerfährt der Hörerin und dem Hörer bei „Autumnal“, nur dass es dieses Mal das Piano ist, welches einzig und allein im Mittelpunkt des Liedes steht. Jedoch wird man auch dieses Mal wieder sehr sanft und warm durch verschiedene kleine Welten begleitet.

Fazit: Mal wieder ein Album für die Träumerinnen und Träumer unter den Musikhörern, die sanfte und zarte Töne bevorzugen. Die erste Ausgabe der „Private Parts & Pieces“-Reihe kann durchaus überzeugen und es ist fast schon seltsam anmutend, dass sie hierauf Lieder befinden, die es nicht auf ein reguläres Album des Anthony Phillips geschafft haben sollen. Nicht alles kann hier zwar voll überzeugen, auf dieser angeblichen „Resteverwertung“, allerdings doch eine ganze Menge – wenn nicht sogar der absolut überwiegende Teil. Lohnt sich einfach. Elf Punkte.

Anspieltipps: Beauty And The Beast, Reaper, Autumnal, Flamingo



Donnerstag, 14. Januar 2016

Anthony Phillips – Wise After The Event




Anthony Phillips – Wise After The Event


Besetzung:

Anthony Phillips – vocals, guitar and harmonica


Gastmusiker:

Michael Giles – drums
John G. Perry – bass
The Vicar – guitars, keyboards and sundries
Jeremy Gilbert – keyboards on "Greenhouse", Harp on "Now What?"
Mel Collins – soprano saxophone on "We’re All As We Lie", flutes on "Birdsong"
Robin Phillips – oboe on "Sitars & Nebulous"
Rupert Hine – percussion, backing vocals, locks, probs, modes & vibes
Perkin Alanbeck – synthesizer on "Birdsong"
Humbert Ruse – drums on "Greenhouse"
Vic Stench – bass on "Greenhouse"
Rodent Rabble – clicks, claps and crampons
Gilbert Biberian – orchestra conduction on "Regrets"


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. We're All As We Lie (4:37)
2. Birdsong And Reprise (6:45)
3. Moonshooter (5:58)
4. Wise After The Event (10:28)
5. Pulling Faces (4:37)
6. Regrets (6:02)
7. Greenhouse (3:03)
8. Paperchase (5:34)
9. Now What (Are They Doing To My Little Friends?) (8:23)
10. Squirrel (4:30) (CD Bonus Track)


Bonus CD der Wiedrveröffentlichung aus dem Jahr 2008

1. We're All As We Lie (Link) (1:23)
2. Sleeping On An Interstellar Plane ("Greenhouse" Demo) (3:04)
3. Paperchase (Instrumental Demo) (5:31)
4. Birdsong (Instrumental Demo) (5:33)
5. Moonshooter (Cottage Tapes Demo) (5:37)
6. We're All As We Lie (Cottage Tapes Demo) (3:53)
7. Pulling Faces (Cottage Tapes Demo) (4:29)
8. Squirrel (Instrumental Mix) (4:28)
9. Wise After The Event (Instrumental Mix) (8:54)
10. Magic Garden (Solo Piano Mix) (1:55)
11. We're All As We Lie (7" Single Version) (3:49)
12. Regrets (Piano Mix) (6:00)
13. Chinaman (Basic Guitar Mix) (0:44)
14. Now What (Are They Doing To My Little Friends)? (Instrumental Mix) (8:14)

Gesamtspieldauer: CD1 (1:00:12) & CD2 (1:04:18): 2:04:30




Anthony Phillips hielt die Fahne des progressiven Rocks im Stile der Musik von Genesis auch Ende der 70er Jahre noch hoch, als die drei übriggebliebenen Genesis-Musiker Tony Banks, Michael Rutherford und Phil Collins solch ein Album wie „… And Then There Were Three …“ veröffentlichten. Und dies alles trotz der überraschenden Tatsache, dass Anthony Phillips die Band bereits im Jahre 1970 aufgrund von Auftritts-Lampenfieber nach der Platte „Trespass“ verlassen hatte. Dabei klingt die Musik auf dem zweiten Album des Gitarristen zwar nicht ganz so wie auf den frühen Platten von Genesis mit Peter Gabriel, doch ähnelt sie schon ein wenig solch Alben wie „A Trick Of The Tail“ oder „Wind & Wuthering", bei denen Steve Hackett des Gitarrenpart bei Genesis übernommen hatte.

„Wise After The Event“ erschien ursprünglich im Mai 1978 auf dem Label Virgin Records und ist eine Art sanfte Reise durch Harmonien und Melodiösität. Dabei sind es vor allen Dingen die ersten Titel, die hier sehr überzeugen können und sofort ins Ohr gehen. Und bei diesen kommen auch ein wenig mehr die Assoziationen zu den früheren Genesis Kollegen auf, als im weiteren Verlauf der Scheibe. Später klingt die Musik des Anthony Phillips nämlich dann manchmal auch ein bisschen „überzuckert“. Ganz deutlich wird dies beim Titel „Regrets“, welcher gleich mit einem Orchester eingespielt wurde. Nun und die Streicher, die hier zu hören sind, lassen das Ganze dann schon ein wenig sehr süßlich und etwas klebrig in den Ohren klingen.

Ansonsten ist „Wise After The Event“ allerdings eine schönes Album geworden. Sehr sanft zwar, jedoch eben auch sehr eingängig. Es lohnt sich auch sehr, die Scheibe gleich am Anfang etwas öfters aufzulegen, denn diese Titel scheinen im Laufe der Zeit irgendwie zu reifen, noch etwas eingängiger und melodiöser zu werden. Die Wiederveröffentlichung der Scheibe im Jahr 2008 hält noch ein ganz besonderes Schmankerl für die Hörerinnen und Hörer bereit, nämlich nicht nur ein paar Bonus Tracks, sondern deren gleich vierzehn auf einer Bonus CD. Auch wenn es sich hierbei hauptsächlich „nur“ um Demos handelt, stellt diese Scheibe wahrlich eine große Aufwertung für das ganze Album dar. Hauptsächlich hört man hier akustische Lieder, die alle sehr sanft eingespielt wurden und dadurch fast noch an Melodiösität gewinnen. Eine Zusatz CD zum Träumen.

Fazit: „Wise After The Event“ ist ein Album, welches aus den beiden Genesis Alben, welche im Jahr 1976 als Quartett eingespielt wurden, eine Trilogie gemacht hätte. Die Musik klingt häufig sehr nach der ehemaligen Band des Anthony Phillips, der hier, zusammen mit seinem ersten Album „The Geese And The Ghost“, sein überzeugendstes Solo-Albumveröffentlichte. Die erste Platte des Gitarristen ist sogar noch einen Wimpernschlag überzeugender als „Wise After The Event“ in seiner ursprünglichen Form, durch die Wiederveröffentlichung und der damit verbundenen Zugabe in Form einer Bonus CD, wird dieser kleine Unterschied allerdings völlig wettgemacht. Elf Punkte.

Anspieltipps: We're All As We Lie, Wise After The Event



Dienstag, 5. Januar 2016

Anthony Phillips & Harry Williamson – Gypsy Suite




Anthony Phillips & Harry Williamson – Gypsy Suite


Besetzung:

Anthony Phillips – 12 string guitar, 6 string guitar, piano, synthesizer, organ, percussion
Harry Williamson – 6 string guitar, bass, echoes, piano, autoharp, percussion, gliss


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 1994 (Aufnahmen aus den Jahren ‘75, ‘76 und ‘78)


Stil: Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Gypsy Suite
Movement I - First Light (7:59)
Movement II - Siesta (5:11)
Movement III - Evening Circle (5:44)
Movement IV - The Crystal Ball (10:04)
2. Tarka
Movement I -The Early Years (8:46)
Movement II
IIa - Stream River and Salmon Hunting (6:41)
IIb - Dunes & Estuary (6:38)
IIc - Moonfield - Postscript (1:21)

Gesamtspieldauer: 52:27




Nein, die Gypsy Suite von Anthony Phillips und Harry Williamson klingt so gar nicht nach Gypsy-Musik. Der Ex-Genesis Gitarrist und Multiinstrumentalist Anthony Phillips und der ebenfalls mit sehr vielen Musikinstrumenten vertraute Harry Williamson tragen hier ein Stück wunderschöner Gitarrenmusik vor, welches knapp zwanzig Jahre zuvor aufgenommen wurde, bevor es im Jahr 1994 endlich auf dem Label „Voiceprint“ erschien. Der Grund hierfür lag wohl in dem Umstand begründet, dass das Stück ursprünglich mit anderen Instrumenten eingespielt werden sollte, eine Idee, die letztendlich doch nicht umgesetzt wurde.

Die „Gypsy Suite“ für zwei Gitarren erinnert häufig an klassische Musik, ohne dass dies dabei von Bedeutung wäre, denn diese Scheibe überzeugt dabei und geht eben nicht so „nach hinten los“ wie der Versuch vieler anderer Rock-Musiker, klassische Musik in ihre zeitgenössischen Lieder zu integrieren. Nun, die Musik ist sehr zart und an mancher Stelle könnte es durchaus auch mal etwas „peppiger“ klingen, was man dann auch sofort mit der Musik der Sinti und Roma verbinden würde. Die Musik des Titelstücks „Gypsy Suite“ ist jedoch hauptsächlich sehr ruhig, zart und fast schon bedächtig und die einzelnen Nummern nehmen nur sehr selten mehr auf. Aber gerade hierin liegt auch ein wenig der Zauber dieser Musik begründet, die so wunderschön sanft klingt, so melodiös und eingängig.

Ein klein wenig voller klingt es dann bei den „Tarka-Movements“. Das liegt eindeutig daran, dass hier nun nicht mehr „nur“ Gitarren zu hören sind, sondern zum Beispiel auch Piano, Orgel, Synthesizer und Perkussion. Die Musik ist allerdings genauso eingängig und melodiös wie die „Gypsy Suite“ zuvor, wird jedoch durch die Variation an Musikinstrumenten noch abwechslungsreicher gestaltet. Wieder sind nur die beiden Musiker zu hören, die jetzt noch mehr musikalische Einflüsse zulassen und so Musik zelebrieren, die durchaus ein wenig magisch klingt.

Fazit: Diese Musik, die hier auf „Gypsy Suite“ zu hören ist, ist schon eine ganz besondere. Sehr leicht, frei, an manchen Stellen mystisch, immer entspannt und manches Mal verzaubernd klingen die Lieder von Anthony Phillips und Harry Williamson auf dieser Platte. Und manchmal meine ich auch, daraus die frühen Genesis heraushören zu können, aber das mag vielleicht nur Einbildung sein. Auf jeden Fall verdient diese Platte das Siegel „Überzeugend“ und ist neben „The Geese And The Ghost“ und natürlich dem Genesis-Album „Trespass“ das Beste, welches ich von Anthony Phillips kenne. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Alles



(Hier "Tarka" Part 1 in einer anderen Version)

Sonntag, 27. November 2011

Anthony Phillips – 1984





Anthony Phillips – 1984


Besetzung:

Anthony Phillips – keyboards, drumbox, guitar, basic percussion, polymoog, arp 2600, mellotron, bass, piano


Gastmusiker:

Richard Scott – percussion, effects, vocal ideas
Morris Pert – percussion (timps, tambourine, gong, congas, bell-tree, vibra-slap, marimbas, vibes, etc.)


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Instrumental


Trackliste:

1. Prelude '84 (4:23)
2. 1984 Part One (19:02)
3. 1984 Part Two (15:26)
4. Anthem 1984 (2:27)


Bonus CD:

1. Prelude '84 (early stage mix) (4:28)
2. Ascension (5:18)
3. 1984 Part One (early stage mix) (12:51)

Rule Britannia Suite:
4. Sally Theme (1:15)
5. Science & Technology (1:19)
6. Respect (0:59)
7. Church (0:51)
8. Military (1:39)
9. Power in the Land (1:45)

10. 1984 Part Two (early stage Mix) (4:26)
11. Anthem 1984 (early stage mix) (2:12)
12. Poly Piece (demo) (16:39)




Es ist schwer zu glauben, wenn man diese CD einlegt, dass dieser Sound Anfang der achtziger Jahre vielleicht mal interessant oder toll geklungen haben soll. Heute, 2011, klingt das einfach nur ganz, ganz billig. Und das liegt an der Rhythmusfraktion, die einem Synthesizer entspringen und so was von künstlich klingen, wie ich es bisher noch nicht gehört habe.

Nun, bei „Prelude '84“ kommt sogar noch etwas Weiteres hinzu, denn hier klingt auch das Keyboard absolut grausam – und billig. Da fällt mir irgendwie kein besseres Wort zu ein. Durch diese Instrumentierung ist das Lied grottenschlecht, da kann auch die eingängige Melodie nicht mehr helfen, die mir allerdings irgendwie bekannt vorkommt…

Es folgt „1984 Part One“. Was für den kurzen Opener galt, gilt für die nächsten neunzehn Minuten ebenso: Alles wirkt so unglaublich künstlich durch diese vermaledeite Instrumentierung. Und noch etwas fällt auf: Das Lied hat überhaupt keinen Bezug zum eigentlichen Thema, nämlich George Orwells Roman „1984“. Klasse kann man eine Geschichte zum Beispiel bei Alan Parsons „Fall Of The House Of Usher“ oder bei Camels „Snow Goose“ nachempfinden, beziehungsweise nachhören. Hier gelingt das überhaupt nicht. Kein noch so kurzer Abschnitt des Stücks weist auf den Roman hin. Aber vielleicht bin ich da auch einfach zu phantasielos. Musikalisch gesehen wird „1984 Part One“ allerdings im zweiten Teil deutlich besser als zu Beginn. Die Rhythmuslaute werden zwischenzeitlich leiser und hintergründiger, die Melodie wird schöner und das Lied gewinnt an Klasse. Gegen Ende des Stücks gestaltet sich die Instrumentierung allerdings leider wieder wie am Anfang. Ganz am Ende klingt die Nummer dann sphärisch aus.

Bei „1984 Part Two“ gestaltet es sich ähnlich. Zunächst wieder dieser billige Plastiksound, der dann in der Mitte des Stücks besser, ein bisschen schwebender wird, um den Hörer dann allerdings leider wieder mit den inzwischen bekannten Zutaten zu nerven. Kurz wird es dann noch mal ein wenig bombastisch, dann klingt der zweite Teil des Stückes „1984“ langsam aus. Und an dieser Stelle erkennt man dann auch das Werk, auf welchem die Musik fußt. „1984“ wird mehrmals im Hintergrund von einer elektronisch verfremdeten Stimme wiedergegeben.

Das letzte reguläre Stück der CD heißt „Anthem 1984“. Diese kurze Keyboardnummer wird durch einen breiten Keyboardsound geprägt, der das Stück „hymnenartig“ erklingen lässt. Nicht zu erwähnen brauche ich glaube ich, dass die Rhythmusfraktion auch hier wieder unter aller Kanone ist. Uuups, da habe ich es doch getan…

Aber nun zum Bonusmaterial. „Prelude '84 (early stage mix)“ klingt nicht viel anders als die Version auf der ersten CD. „Ascension“ ist anschließend ein Stück, das mit sehr breitem Keyboardteppich aufwartet und auch so sehr getragen wirkt. Die Rhythmuseinlagen fehlen, sodass das Stück immerhin Atmosphäre aufbauen kann. „1984 Part One (early stage mix)” klingt dann wieder sehr synthetisch, eine Verbesserung zum Stück auf CD1 kann ich dabei nicht raushören.

Es folgt die „Rule Britannia Suite“, aufgeteilt in sechs Stücke. Wie schon gehabt, der Sound klingt sehr künstlich, aber die Rhythmusmaschine fehlt zum größten Teil. „1984 Part Two (early stage Mix)“ wird dann richtig fies, denn in diesem Stück ist auch noch Tempo, sodass das „Klack-Klack“ “Tock-Tock“ doppelt so häufig seinen Weg zum Hörer findet. Und schließlich wäre da dann noch das getragene „Anthem 1984 (early stage mix)“ in einer etwas kürzeren Version.

Nun und dann kommt es, der eigentliche Höhepunkt des ganzen Albums, der allerdings nur die letzte Zugabe der CD darstellt. „Poly Piece (demo)“ ist eine richtig gute und verträumte Piano Nummer, die in ihren knapp siebzehn Minuten Dauer richtig viel Abwechslung für den Hörer bereithält. Mal wirkt dieser Track galoppierend, mal süßlich schwebend. Das Stück ist melodiös und spannend und für mich das absolute Highlight der CD, auch wenn es nur ein Bonustrack ist.

Fazit: Der Höhepunkt der CD versteckt sich im letzten Bonustitel. So etwas kannte ich bisher noch von keinem Album. Diesem Stück würde ich zehn Punkte geben, dem Rest nicht mehr als drei, da diese Rhythmusgeschichte einfach zu nervig ist. Zusammengenommen gibt es dann fünf Punkte.

Anspieltipps: Poly Piece (Da das Stück hier völlig aus der Reihe fällt.)






Montag, 5. September 2011

Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Ivory Moon





Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Ivory Moon


Besetzung:

Anthony Phillips – piano


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Instrumental


Trackliste:

1. Suite: Sea-Dogs Motoring i) Sunrise over Sienna (3:20)
2. Suite: Sea-Dogs Motoring ii) Basking Shark (5:09)
3. Suite: Sea-Dogs Motoring iii) Sea-Dogs' Air (2:37)
4. Suite: Sea-Dogs Motoring iv) Safe Havens (1:15)
5. Tara's Theme (from Masquerade) (3:23)
6. Winter's Thaw (9:40)
7. The Old House (15:22)
8. Moonfall (from Masquerade) (4:02)
9. Rapids (8:30)
10. Let us now make love (6:31)




Dass Anthony Phillips nicht nur Gitarre spielen kann, sondern auch auf dem Piano Hörenswertes zu produzieren im Stande ist, das beweist er uns auf der CD „Private Parts And Pieces: Ivory Moon, Piano Pieces 1971- 1985“.

Auf der CD befinden sich also zehn reine Pianostücke, die zumeist klassisch inspiriert sind. Die Ausnahme bildet da der 10. und letzte Track „Let us now make love“, ein alter Genesistitel aus dem September 1968, den Phillips hier auf dem Piano interpretiert.

Ich bin ja eigentlich immer eher der Meinung: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ und warum muss Anthony Phillip hier, ein sich an der Klassik orientiertes Album, veröffentlichen? Ich musste beim Durchhören aber immerhin positiv überrascht feststellen, dass Anthony Phillips bei dieser Veröffentlichung nicht herumexperimentiert, sondern alle Stücke durchdacht und durchkomponiert klingen. Es gibt keine „planlosen“ Abschnitte und das sorgt zum einen für Abwechslung, zum anderen für richtig schöne Melodien, wie in den Nummern „Sea-dogs‘ air“ oder aber in den Stücken „Basking shark“ und „Tara’s theme“, wenngleich ich auch glaube, letztes Stück schon mal von einem anderen Interpreten gehört zu haben. Mitunter plätschert die Musik aber auch sehr belanglos dahin, ohne einen wirklich packen zu können. Das bedeutet nicht, dass der Großteil der Nummern schlecht wäre, allerdings kann er auch nicht mitreißen.

Fazit: Wer an die Klassik angelehnte Musik mag, die sehr oft auch noch melodiös und eingängig ist, der wird auch mit diesem Werk etwas anfangen können. Hier klingt zwar nichts nach Genesis, sondern alles eher nach klassischer Musik, wem allerdings reine Klaviermusik gefällt, der wird auch an diesem Album Gefallen finden. Von mir gibt es dafür 7 Punkte. Die CD gibt es zur Zeit auch im Doppelpack mit „Private Parts And Pieces – Twelve“ für kleineres Geld.

Anspieltipps: Basking shark, Sea-dogs’ air, Tara’s theme




Sonntag, 4. September 2011

Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Twelve





Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Twelve


Besetzung:

Anthony Phillips - 12-string acoustic guitar


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Ambiente, Instrumental


Trackliste:

1. January (5:56)
2. February (4:37)
3. March (5:10)
4. April (4:48)
5. May (4:37)
6. June (5:33)
7. July (6:19)
8. August (5:18)
9. September (4:05)
10. October (6:23)
11. November (5:11)
12. December (6:29)




Eine nette Idee hatte Anthony Phillips da, die zwölf Monate auf der akustischen Gitarre zu vertonen. So etwas Ähnliches gab es ja schon mal in der klassischen Musik, nur dass Vivaldi sich auf die vier Jahreszeiten beschränkte.

Und da wären wir bereits bei der Musik von „Twelve“ und deren Umsetzung. Die Idee war wie gesagt gut, aber an der Umsetzung scheitert es doch gewaltig. Denn auch nach mehrmaligem Hören schaffen es die zwölf Stücke nicht, in irgendeiner Art und Weise hängenzubleiben. Gut, der Vergleich mit Vivaldi ist nicht ganz fair, jedoch kann ich bei den „Vier Jahreszeiten“ das Sommergewitter „akustisch sehen“ beziehungsweise die Kälte im Winter spüren. Bei „Twelve“ spüre ich gar nichts. Genauso gut hätten die Lieder auch Montag, Dienstag, Mittwoch und so weiter heißen können, meine Assoziationen wären dieselben gewesen: Das ist Gitarrenmusik, die nicht immer ganz melodiös, manchmal sogar dissonant und atonal klingt.

Lediglich „drei Monate“ treten aus dem für mich fast schon monotonen Geschrammel heraus. Das wären der April, der November und der Dezember, wobei ich im November irgendwie ein Sommergewitter ausmache und überhaupt nicht den trüben und nasskalten, vorletzten Monat des Jahres. Aber vielleicht sollte ich da auch einen Herbststurm hören, wer weiß das schon? April und Dezember verfügen über ganz nette Melodien, die sich aus dem sonst so eintönigen Allerlei doch noch hervorzuheben wissen.

Fazit: Die Idee war gut, an der Umsetzung scheitert es dann aber. Für mich klingen die Stücke alle ziemlich gleich. Und die drei „besseren Monate“ lohnen den Kauf auch nicht, dazu ist das restliche Dreiviertel einfach zu schwach. Mehr als vier Punkte kann ich hier leider nicht vergeben. Die CD gibt es allerdings zur Zeit ziemlich günstig im Doppelpack zusammen mit "Private Parts And Pieces VI - Ivory Moon". Vielleicht ist das ja dann ein Kaufargument.

Anspieltipps: April, November und December



Samstag, 27. August 2011

Anthony Phillips – The Geese And The Ghost





Anthony Phillips – The Geese And The Ghost


Besetzung:

Anthony Phillips – acoustic 12 string guitar, 6 string classical guitar, electric 6 and 12 strings guitar, bass, dulcimer guitar, bouzouki, synthesizers, mellotron, harmonium, piano, organ, celeste, pin piano, drums, glockenspiel, timbales, bells and chimes, gong, vocals on “collections”


Gastmusiker:

Mike Rutherford - guitar, bass, organ, percussion
Phil Collins - vocals (2, 4)
Rob Phillips - oboe (6, 8)
Lazo Momulovich - oboe, cor anglais (3, 6)
John Hackett - flute (4, 7, 8)
Wil Sleath - flute (3)
Jack Lancaster - flute, lyrikon (3)
Charlie Martin - cello (5, 6)
Kirk Trevor - cello (5, 6)
Nick Hayley and friend - violin (6)
Martin Westlake - timpani (3, 5, 6)
Viv McCauliffe - vocals (4)


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Progressive Rock


Trackliste CD1:

1. Wind-tales (1:03)
2. Which way the wind blows (5:52)
3. Henry: Portraits from Tudor times (14:03)
  • a. Fanfare
  • b. Lutes’ chorus
  • c. Misty battlements
  • d. Henry goes to war
  • e. Death of a knight
  • f. Triumphant return
4. God if I saw her now (4:15)
5. Chinese mushroom cloud (0:46)
6. The geese and the ghost (15:51)
7. Collections (3:07)
8. Sleepfall: The geese fly west (4:36)


Trackliste CD2:

1. Master of time (demo) (7:38)
2. Title inspiration (0:34)
3. The geese and the ghost Part one (basic track) (7:48)
4. Collections link (0:42)
5. Which way the wind blows (6:28)
6. Silver song (basic track) (4:25)
7. Henry: Portraits from Tudor times (basic track) (5:40)
  • a. Fanfare 0:56
  • b. Lutes’ Chorus 2:00
  • c. Lutes’ chorus reprise
  • d. Misty battlements
8. Collections (demo) (4:18)
9. The geese and the ghost Part two (basic track) (7:33)
10. God if I saw her now (basic track) (4:20)
11. Sleepfall (basic track) (4:26)
12. Silver song (unreleased single version, 1973) (4:14)




Sieben Jahre nach seinem Ausstieg bei Genesis, veröffentlichte Anthony Phillips 1977 sein erstes Solowerk, auf dem er von den Genesis Kollegen Phil Collins und Michael Rutherford unterstützt wurde. Die Zeit der progressiven Rockmusik war zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon vorbei, und ein Jahr später sollte Genesis eines ihrer schlechtesten Alben „And then they were three“ veröffentlichen. Und trotzdem handelt es sich bei „The geese and the ghost“ um klassischen Prog, auf dem Anthony Phillips seine ehemalige Beteiligung an Genesis nicht verleugnen kann.

„Wind-Tales“ ist ein kurzer Synthesizer-Song, der das Album einleitet. Wind kann ich bei diesem Stück allerdings nicht ausmachen. Es folgt mit „Which way the wind blows” ein netter kleiner Song, der vom Stil her so auch auf den Genesis Alben “Wind and wuthering” oder aber “The trick of the tail” hätte veröffentlicht werden können. Dort würde er dann aber zu den schlechteren Tracks gezählt werden. Phil Collins singt auf diesem Stück, aber irgendwie ist das Lied deutlich zu langweilig geraten.

Kommen wir zum ersten, längeren Stück auf der CD: „Henry: Portraits from Tudor times“. Ein Lied im klassischen Prog-Stil. Viele verschiedene Teile, viele überraschende Melodie-, Tempo- und Rhythmuswechsel, Einsatz diverser Instrumente. Das Lied ist rein instrumental gehalten und sicherlich eines der Höhepunkte auf der CD. Klasse hier vor allem auch das Gitarrenspiel von Anthony Phillips. Ein rundum gelungenes Stück, an dem Freunde der progressiven Musik ihre Freude haben werden.

Es folgt mit „God if I saw her now” wieder ein sehr ruhiges Stück, auf dem sich Viv McCauliffe mit Phil Collins den Gesang teilt. Hier hört man sie auch wieder, die Querflöte, die auf vielen progressiven Rockstücken die Instrumentierung bereichert. Anschließend folgt das kurze „Chinese mushroom cloud”, welches trotz seiner Kürze sehr bombastisch daherkommt.

Danach folgt der Titeltrack „The geese and the ghost“. Und was ich für „Henry: Portraits from Tudor times“ geschrieben habe, gilt hier ebenfalls. Ein Stück im klassischen, progressiven Stil, zusammengesetzt aus mehreren verschiedenen Teilen, welches ebenfalls zu den Höhepunkten im Schaffen des Anthony Phillips gezählt werden darf, auch wenn das Stück nicht ganz an die Klasse des dritten Tracks heranreicht. Auch dieses Lied wird instrumental vorgetragen und ist gitarrenlastiger als vergleichbare Genesis-Kompositionen, was der Güte des Stücks jedoch keinen Abbruch tut. Die Nummer vereint von ganz ruhigen Passagen, bis hin zu fast schon bombastischen Abschnitten, die ganze Bandbreite eines progressiven Longtracks und kann ebenfalls überzeugen.

Es folgt mit „Collections” wieder ein kürzeres Stück. Hierbei handelt es sich um ein piano- und streicherdominiertes Stück, auf dem Anthony Phillips selbst zum Mikrophon greift. Das Lied wirkt sehr melancholisch und verfügt über eine schöne Melodie. Und auch das letzte Stück auf der ersten CD wird vom Piano und Orchester dominiert. Ein fast schon sphärisch schwebender Titel, der dem einen oder anderen vielleicht zu langweilig erscheint, aber meiner Meinung nach einen schönen Abschluss für die CD darstellt.

Auf der zweiten CD sind hauptsächlich Basic Tracks der Lieder von CD 1 zu hören. Dazu gesellen sich noch das Demo „Master of time“, „Title inspiration“ und „Silver song“, eine unveröffentlichte Singleversion aus dem Jahre 1973. Bei „Master of time“, eigentlich einem schönen und ruhigen Stück, zeigt es sich allerdings, dass die Gesangskunst Anthony Phillips‘ doch recht limitiert ist, was man von seinem Gitarrenspiel nicht behaupten kann, denn das ist auch hier klasse. Und so wird das Lied zu einer netten Zugabe. „Titel inspiration“ ist mit seinen 34 Sekunden Länge nicht weiter erwähnenswert, da es sich dabei auch nur um einzelne Töne handelt, die Phillips dem Synthesizer entlockt. Ganz nett ist dagegen wieder „Silver song“. Ein nettes kleines Poplied, das Anthony Phillips zusammen mit Michael Rutherford und Phil Collins einspielt. Es passt nicht ganz zum Rest der CD, ist aber gut gemacht und somit stellt diese Zugabe doch noch eine Bereicherung der ganzen CD dar.

Fazit: Mit den beiden Longtracks „Henry: Portraits from Tudor times” und “The geese and the ghost” hat Anthony Phillips zwei sehr schöne Stücke progressiver Rockmusik geschaffen, die durchaus mit den Veröffentlichungen von Genesis in der Nach-Peter-Gabriel-Phase mithalten können. Und auch unter den restlichen Stücken findet sich so manche schöne Nummer und kein einziger Ausrutscher, sodass ich dieses Album dem Freund progressiver Rockmusik bedenkenlos empfehlen kann. Von mir gibt es dafür 11 Punkte.

Anspieltipps: Henry: Portraits from Tudor times, The geese and the ghost



Samstag, 20. August 2011

Anthony Phillips – Missing Links Volume IV: Pathways & Promenades





Anthony Phillips – Missing Links Volume IV: Pathways & Promenades


Besetzung:

Anthony Phillips – all instruments


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 2.11.2009


Stil: Ambiente


Trackliste

1. The golden road to Samarkand (1:33)
2. Promenade (4:02)
3. Sceptred isle (2:46)
4. Danza cuccaracha (5:43)
5. Fallen idol (2:22)
6. Cascades (2:08)
7. Sky dawn (6:17)
8. Misty mountains (2:34)
9. It’s all Greek to me (2:27)
10. Haven from the sea (2:23)
11. Heavenly gene (2:18)
12. Ironclad (2:38)
13. Water gardens (2:36)
14. Night train (1:02)
15. Sleeping giant (1:39)
16. Sombrero (2:37)
17. Irish lament (1:26)
18. Aurora (3:03)
19. Without you (1:39)
20. Sad exodus (2:30)
21. Summer of love (3:10)
22. Light rain (3:20)
23. Halycon days (5:55)



Mit „Pathways & Promenades“ legte Anthony Phillips in seiner Reihe „Missing Links“, als vierte Veröffentlichung, eine reine Ambiente-Platte vor. Auf der CD ist Musik zu hören, die perfekt zu Yoga-Übungen oder aber zu einer Meditation passen würde. Spielt bei den ersten Tracks noch die Gitarre eine Rolle, so taucht sie bei den späteren Stücken auf der CD gar nicht mehr auf, diese Stücke sind reine Synthesizer-Kompositionen, die zwar sphärisch sind, jedoch meistens keine Melodieführung aufweisen. Diese Stücke können nur als Hintergrundmusik dienen oder, wie schon erwähnt, eine Meditation unterstützen. Mich würde es auch nicht wundern, wenn „Pathways & Promenades“ von einem Masseur bei seiner Tätigkeit aufgelegt werden würde.

Die Musik auf „Pathways & Promenades“ hat also nichts mit den ersten Veröffentlichungen Anthony Phillips zu tun, bei denen er sein früheres Engagement bei Genesis als Steve Hackett Vorreiter, nicht leugnen konnte.

Welche Titel sind auf der CD hervorzuheben, beziehungsweise stechen aus dem sphärischen Allerlei heraus? Das sind sicher die Titel, die zumindest noch über eine eigenständige Melodie verfügen, die Phillips auf der Gitarre spielt. Die da wären: „Promenade“, „Danza cuccaracha“ und „Sky dawn“. Auch noch gelungen sind die Tracks 6 und 13, „Cascades“ und „Water gardens“ sowie das kurze Klavierstück „Irish lament“. Der Rest der Stücke setzt einzig und allein auf, auf dem Synthesizer erzeugte Atmosphäre, die allerdings ein Klaus Schulze wesentlich besser zu produzieren versteht.

Fazit: Auch wenn die meisten Stücke sehr kurz sind, so schaffen sie es doch sehr oft Langeweile zu erzeugen. Die ist sicherlich kein Album, welches man intensiv hört, sondern eine CD, die größtenteils im Hintergrund läuft. Mit Genesis-Musik hat die Scheibe überhaupt nichts zu tun. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht meditiere, aber mir ist das ganze deutlich zu langatmig und langweilig geraten, das können die paar Highlights auch nicht ausbügeln. Mehr als fünf Punkte kann ich für „Pathways and Promenades“ nicht vergeben.

Anspieltipps: Die schon genannten Stücke mit etwas Abwechslung: Promenade, Danza cuccaracha, Sky dawn, Cascades, Water gardens und Irish lament. Der Rest ist „Sphäre“ pur.