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Dienstag, 18. Dezember 2018

Lou Reed – Coney Island Baby




Lou Reed – Coney Island Baby


Besetzung:

Lou Reed – vocals, rhythm guitar, piano


Gastmusiker:

Bob Kulick – lead and slide guitar
Bruce Yaw – acoustic bass, electric bass
Michael Suchorsky – drums, percussion
Joanne Vent – background vocals
Michael Wendroff – background vocals
Godfrey Diamond – background vocals


Zusätzliche Musiker der Bonus Tracks:

Doug Yule – bass on bonus tracks 2, 4-6, guitar on bonus tracks 4-6
Bob Meday – drums on bonus tracks 2, 4-6
Michael Fonfara – keyboards on bonus tracks 2, 4-6


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock, Glam Rock


Trackliste:

1. Crazy Feeling (2:54)
2. Charley’s Girl (2:39)
3. She’s My Best Friend (6:00)
4. Kicks (6:04)
5. A Gift (3:45)
6. Ooohhh Baby (3:46)
7. Nobody's Business (3:49)
8. Coney Island Baby (6:46)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung zum 30. Jubiläum:

9. Nowhere At All (aufgenommen am 18. & 21. 1975 November in den Mediasound Studios, NYC) (3:17)
10. Downtown Dirt (aufgenommen am 3. & 4. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (4:18)
11. Leave Me Alone (aufgenommen am 19, & 20. Oktober 1975 in den Mediasound Studios, NYC) (5:35)
12. Crazy Feeling (aufgenommenam 3. & 4. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (2:39)
13. She’s My Best Friend (aufgenommen am 4. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (4:08)
14. Coney Island Baby (aufgenommen am 6. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (5:41)

Gesamtspieldauer: 1:01:28




„Coney Island Baby“ nannte der US-amerikanische Musiker Lou Reed sein sechstes Solo-Album. Dieses erschien am 19. Januar 1976 auf dem Plattenlabel RCA Records. „Coney Island Baby“ ist noch ein wenig mehr ein bluesiges Rock-Album geworden, als die ersten Solo-Platten des Lou Reed, nehmen wir mal den direkten Vorgänger „Metal Machine Music“ aus, der in ganz anderen Bereichen fischte. Viele der Lieder auf „Coney Island Baby“ wurden inspiriert durch die damalige Freundin und Muse Lou Reeds, einer Transgender-Frau namens Rachel, und sind ihr auch gewidmet.

Entgegen anderslautenden Meinungen klingt die Platte für mich allerdings keinesfalls romantisch und auch kaum nach Liebesbekundungen. Jedoch muss man diese Aussage einschränken, denn die Texte gehen eindeutig in jene Richtung, wollen allerdings nicht so richtig zur Musik auf „Coney Island Baby“ passen. Die Musik klingt rockig und auch vom Blues angehaucht, doch mag irgendwie nichts so recht ins Ohr gehen von dieser Scheibe. Vielmehr läuft die Musik einfach nur durch und bleibt dabei kaum hängen. Kein Lied, an das man sich länger erinnert. Leider auch kein Lied, an das man sich wirklich auch länger erinnern möchte.

Das wiederum bedeutet nicht, dass sich auf „Coney Island Baby“ schlechte Musik befinden würde. Allerdings ist das Album mit Liedern angefüllt, die einfach nicht zünden und dabei zumeist auch noch langweilen. Um an dieser Stelle doch ein paar Lieder herauszuheben, sei die Nummer „She‘s My Best Friend“ erwähnt, ein langsamer Titel, der behäbig dahinplätschert und dabei durchaus unterhält. Das Lied „A Gift“ unterhält vor allen Dingen durch seinen etwas ironisch gehaltenen Text. Musikalisch plätschert der Titel ebenfalls ruhig dahin. Das eindrucksvollste Lied des Albums befand sich ursprünglich noch nicht mal auf der Platte und ist Bestandteil der Zugaben der Ausgabe zum 30. Jubiläum von „Coney Island Baby“. „Downtown Dirt“ ist ein sehr ruhiges und dunkles Lied, welches seine Atmosphäre intensiv transportiert.

Fazit: „Coney Island Baby“ ist ganz bestimmt nicht das beste Album des Lou Reed geworden. Bluesiger Rock oder rockiger Blues, ganz wie man mag. Das Problem der Scheibe ist das Liedmaterial, welches einfach weder ins Ohr gehen will noch sonst irgendwie spannend klingt. Alles läuft so durch, ohne etwas zu hinterlassen. Man könnte das ganze Album auch mit „langweilig“ betiteln – falsch wäre das nicht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: She‘s My Best Friend, A Gift, Downtown Dirt



Montag, 15. Oktober 2018

Lou Reed – Sally Can’t Dance




Lou Reed – Sally Can’t Dance


Besetzung:

Lou Reed – vocals, acoustic guitar on “Billy“


Gastmusiker:

Danny Weis – guitar, tambourine; backing vocals; horn arrangement
Paul Fleisher – saxophone on "Billy"
David Taylor – horn
Lou Marini – horn
Trevor Koehler – horn
Jon Faddis – horn
Alan Rubin – horn
Alex Foster – horn
Lew Soloff – horn
Steve Katz – harmonica, horn arrangement
Michael Fonfara – piano, keyboards, mellotron on “Ennui“
Prakash John – bass guitar; backing vocals
Doug Yule – bass guitar on “Billy“
Ritchie Dharma – drums on “Kill Your Sons“ and “Ennui“
Pentti “Whitey“ Glan – drums
Doug Bartenfeld – guitar
Michael Wendroff – backing vocals
Joanne Vent – backing vocals
Lew Soloff – horn arrangements
Martin Sheller – horn arrangements


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock, Glam Rock


Trackliste:

1. Ride Sally Ride (4:05)
2. Animal Language (3:05)
3. Baby Face (5:05)
4. N.Y. Stars (4:01)
5. Kill Your Sons (3:40)
6. Ennui (3:43)
7. Sally Can’t Dance (4:12)
8. Billy (5:10)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung von 2001:

9. Good Taste (previously unreleased) (3:30)
10. Sally Can’t Dance (Single Version) (2:54)

Gesamtspieldauer: 39:29



„Sally Can’t Dance“ heißt das vierte Solo-Album des US-amerikanischen Musikers Lou Reed. Veröffentlicht wurde „Sally Can’t Dance“ im August des Jahres 1974 auf dem Plattenlabel RCA Records. Es ist das Album des Lou Reed, welches die höchste Chart-Platzierung in den USA erreichte und sich immerhin zwei Wochen auf Platz 10 der US Billboard 200 Album-Charts halten konnte. Zudem ist „Sally Can’t Dance“ das erste Solo-Album von Lou Reed, welches keine Songs enthält, die ursprünglich von Reeds früherer Band Velvet Underground aufgenommen worden waren. Und es ist auch die erste Platte des Musikers, welche in den Vereinigten Staaten eingespielt wurde, da die vorherigen drei Alben alle in Großbritannien aufgenommen worden waren. Das Album hatte beim Publikum durchaus Erfolg, die Kritiken fielen jedoch zumeist weniger positiv aus.

Vergleicht man „Sally Can’t Dance“ mit dem Vorgänger „Berlin“, so stellt die Scheibe musikalisch gesehen tatsächlich einen Rückschritt dar. Allerdings wurde das Vorgänger-Album zunächst auch von den Kritikern „zerrissen“. Doch alle innovativen und experimentellen Ansätze in der Musik des ehemaligen Velvet Underground Mitgliedes waren verloren gegangen. „Sally Can’t Dance“ ist eine deutlich rockigere und auch bluesigere Scheibe geworden, als alle Veröffentlichungen zuvor und wenn dann auch noch jede Menge Bläser ihren Einsatz haben, fühlt man sich schon mal an eine Big Band erinnert. Die Musik ist deutlich mehr im Mainstream beheimatet, als man dies von Lou Reed zuvor kannte. Das etwas poppigere Coverbild transportiert den Ansatz des Albums ganz gut, auch wenn man hier keinen Pop hört. Doch irgendwie sollte wohl alles auffällig und offenkundig wirken. Man muss sich auf „Sally Can’t Dance“ wenig erarbeiten.

Die einzelnen Titel auf „Sally Can’t Dance“ sind allesamt im selben Stil gehalten. Leider bedeutet dies auch, dass keine Lieder besonders herausstechen. Andererseits natürlich auch, dass auch keine Ausfälle zu beklagen sind. Höhepunkte sind die beiden rockigen Stücke „N.Y. Stars“ und „Kill Your Sons“. Diese sind ganz bestimmt kein Hard Rock, trotzdem klang Lou Reed bisher nie härter. Auch das etwas folkige „Billy“ klingt, wenn hier auch der Saxophon-Einsatz etwas zu generös ausgeschüttet wird. Und schließlich lohnt auch die Zugabe der remasterten Wiederveröffentlichung, das bisher unveröffentlichte Lied „Good Taste“. Eine Nummer die schön ins Ohr geht und man fragt sich, wer da entscheidet, welcher Titel auf einem Album erscheint und welche doch noch entfernt wird.

Fazit: „Sally Can’t Dance“ ist alles andere als ein schlechtes Album, jedoch weit davon entfernt ein musikalischer Meilenstein zu sein. Eher fast schon biederen Rock gewürzt mit ein paar Blues-Anleihen bietet Lou Reed auf dieser Platte seinen Hörerinnen und Hörern dar. Das kann man alles gut anhören, doch begeisternd klingt das jedoch nicht. Wer jedoch auf handgemachten Rock steht, wird ganz bestimmt etwas auf „Sally Can’t Dance“ für sich entdecken können. Sieben Punkte.

Anspieltipps: N.Y. Stars, Kill Your Sons, Good Taste



Sonntag, 16. September 2018

Lou Reed – Berlin




Lou Reed – Berlin


Besetzung:

Lou Reed – vocals, acoustic guitar, choir


Gastmusiker:

Bob Ezrin – piano, mellotron
Steve Hunter – electric guitar
Dick Wagner – electric guitar, backing vocals
Jack Bruce – bass guitar, except “Lady Day“ & “The Kids“
Aynsley Dunbar – drums, except “Lady Day“ & “The Kids“
Steve Winwood – organ, harmonium
Michael Brecker – tenor saxophone
Randy Brecker – trumpet
Tony Levin – bass guitar on “The Kids“
B. J. Wilson – drums on “Lady Day“ & “The Kids“
Allan Macmillan – piano on “Berlin“
Gene Martynec – acoustic guitar, synthesizer and vocal arrangement on “The Bed“, bass guitar on “Lady Day“
Jon Pierson – bass trombone
Blue Weaver – piano on “Men Of Good Fortune“
Steve Hyden – choir
Elizabeth March – choir
Dick Wagner – choir


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock


Trackliste:

1. Berlin (3:24)
2. Lady Day (3:39)
3. Men Of Good Fortune (4:38)
4. Caroline Says I (3:57)
5. How Do You Think It Feels (3:42)
6. Oh, Jim (5:14)
7. Caroline Says II (4:13)
8. The Kids (7:55)
9. The Bed (5:51)
10. Sad Song (6:56)

Gesamtspieldauer: 49:34




„Berlin“ nannte der US-amerikanische Musiker Lou Reed sein drittes Solo-Album. „Berlin“ wurde im Juli des Jahres 1973 auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht. Die Platte kletterte im Vereinigten Königreich bis auf Platz 7 der Album Charts, erreichte in den USA jedoch lediglich Platz 98 und verkaufte sich allgemein relativ schlecht. Dies mag auch daran gelegen haben, dass die allgemeinen Kritiken im Jahr 1973 sehr schlecht ausfielen. Das Rolling Stone Magazine betitelte die Platte zum Beispiel mit der Überschrift „Desaster“. Genau jene Zeitschrift nahm dreißig Jahre später „Berlin“ mit in ihr Ranking der 500 besten Alben aller Zeiten auf und setzte das Album auf Platz 344.

Das Album-Konzept entstand, als Produzent Bob Ezrin Lou Reed gegenüber erwähnte, dass die Geschichten, die Reeds Songs erzählten, zwar großartige Anfänge hätten, aber nie wirklich zu Ende erzählt werden würden. Konkret wollte Ezrin wissen, was mit dem Paar aus Berlin passiert sei, welches auf seinem ersten Solo-Album in dem Titel „Berlin“ erwähnt wurde. So wurde aus einer Frage die Platte einer tragischen Rockoper, die die Geschichte des unglücklichen Paares Jim und Caroline erzählt. Dabei werden die Themen Drogenkonsum, Prostitution, Depression, häusliche Gewalt und Selbstmord verarbeitet. „The Kids“ zum Beispiel erzählt, wie Caroline von Behördenseite die Kinder weggenommen werden. Man hört in dem Lied Kinder im Hintergrund, die nach ihrer Mutter rufen, um diese weinen. Die auf Plattenbesprechungen ebenfalls bereits erwähnte Band The Waterboys hat ihren Namen aus einer Zeile in diesem Lied entnommen.

„Berlin“ ist musikalisch ein überaus abwechslungsreiches und spannendes Album geworden. Keine Ahnung ob es Platz 344 der besten Alben aller Zeiten einnehmen sollte, allerdings ist es alles andere als ein Desaster. „Berlin“ ist eine Platte geworden, die packt. Die Lieder klingen melodiös, zum Teil auch irgendwie besonders. Mal etwas entrückt, dann wieder herrlich auf den Punkt kommend. Lou Reed wagt hier seine Rock-Musik sehr viel deutlicher zu variieren, als auf den beiden Vorgänger-Alben. Er spielt mit Stimmungen und Atmosphären und schafft es dabei zum Teil bedrückende, ein anderes Mal fröhliche Stimmungen zu verbreiten. Da klingt es mal sphärisch, dann wieder rockig, schließlich auch mal nach Zirkus-Musik und an anderer Stelle voll und orchestral.

Es fällt schwer auf „Berlin“ einzelne Höhepunkte herauszuheben, denn es gibt einige auf diesem Album. „Lady Day“, „Men Of Good Fortune“, „Caroline Says II“, „The Bed“ und „Sad Song“ heißen diese. Wahrscheinlich hätte ich aber wohl an dieser Stelle auch den überwiegenden Teil der anderen Hälfte der Lieder aufzählen können, denn „Berlin“ weiß wirklich zu begeistern. Das Lied „Caroline Says II“ dürfte am bekanntesten auf diesem Album sein, wurde auch sehr oft von anderen Musikern gecovert. Am Intensivsten ist die Musik allerdings beim Lied „The Bed“. Hier kann man die Verzweiflung, die diesem innewohnt nicht nur hören, nein man spürt sie – obwohl oder gerade, weil die Instrumentierung so rudimentär ausfällt. Deshalb sei an dieser Stelle auch entsprechender Text mit abgedruckt.

This is the place where she lay her head
When she went to bed at night
And this is the place our children were conceived
Candles lit the room at night

And this is the place where she cut her wrists
That odd and fateful night
And I said, oh, oh, oh, oh, oh, oh, what a feeling
And I said, oh, oh, oh, oh, oh, oh, what a feeling

This is the place where we used to live
I paid for it with love and blood
And these are the boxes that she kept on the shelf
Filled with her poetry and stuff

And this is the room where she took the razor
And cut her wrists that strange and fateful night
And I said, oh, oh, oh, oh, oh, oh, what a feeling
And I said, oh, oh, oh, oh, oh, oh, what a feeling

I never would have started if I'd known
That it'd end this way
But funny thing I'm not at all sad
That it stopped this way
Stopped this way

Fazit: „Berlin“ von Lou Reed ist ein sehr beeindruckendes Album geworden. Selten klang die Musik des US-Amerikaners abwechslungsreicher und auch intensiver, sieht man mal von seinen Veröffentlichungen mit Velvet Underground ab. Mal klingt es auf „Berlin“ sanft und verzweifelt, dann wieder orchestral und optimistisch. Viele wunderschöne Melodien gibt es hier zu hören und zu entdecken. Dazu werden Geschichten erzählt, die bewegen. Sehr empfehlenswert. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Lady Day, Men Of Good Fortune, Caroline Says II, The Bed, Sad Song



Mittwoch, 15. August 2018

Lou Reed – Transformer




Lou Reed – Transformer


Besetzung:

Lou Reed – lead vocals, rhythm guitar


Gastmusiker:

Mick Ronson – lead guitar, piano, recorder, string arrangements
David Bowie – backing vocals, keyboards, acoustic guitar on “Wagon Wheel“ and “Walk On The Wild Side“
Herbie Flowers – bass guitar, double bass, tuba on “Goodnight Ladies“ and “Make Up“
John Halsey – drums
Trevor Bolder – trumpet
Ronnie Ross – soprano saxophone on “Goodnight Ladies“ and baritone saxophone “Walk On The Wild Side“
The Thunder Thighs – backing vocals
Barry DeSouza – drums
Ritchie Dharma – drums
Klaus Voormann – bass guitar on “Perfect Day“, “Goodnight Ladies“, “Satellite Of Love“ and “Make Up“


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock


Trackliste:

1. Vicious (2:58)
2. Andy's Chest (3:20)
3. Perfect Day (3:46)
4. Hangin’ ‘Round (3:35)
5. Walk On The Wild Side (4:15)
6. Make Up (3:00)
7. Satellite Of Love (3:42)
8. Wagon Wheel (3:19)
9. New York Telephone Conversation (1:33)
10. I'm So Free (3:09)
11. Goodnight Ladies (4:31)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung zum 30. Jubiläum:

12. Hangin’ ‘Round (acoustic demo) (3:57)
13. Perfect Day (acoustic demo - includes a hidden track featuring an advert for the album) (4:50)

Gesamtspieldauer: 46:02



„Transformer“ heißt das zweite Solo-Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Lou Reed. Das Album gilt als ein einflussreicher Meilenstein des Glam-Rock-Genres und enthält Lou Reeds erfolgreichste Single „Walk On The Wild Side“, welches inhaltlich kontroverse Themen wie die sexuelle Orientierung und den Drogenkonsum aufgriff. Produziert wurde „Transformer“ von David Bowie, arrangiert von Mick Ronson und es erschien im November 1972 auf dem Plattenlabel RCA Records. War das selbstbetitelte Debüt-Solo-Album, welches lediglich sieben Monate zuvor veröffentlicht worden war, noch relativ erfolglos, so sorgte nicht zuletzt auch die Beteiligung David Bowies dafür, dass „Transformer“ den Mainstream-Durchbruch für Lou Reed bedeutete.

Wie bereits auf seinem Debut Album, so enthält auch „Transformer“ Lieder, die Lou Reed bereits zu Zeiten von Velvet Underground geschrieben hat. Dieses sind die Titel „Andy's Chest“, „Satellite Of Love“, „New York Telephone Conversation“ sowie „Goodnight Ladies“. Auf „Transformer“ hört man erneut Rock, der dieses Mal jedoch sehr viel abwechslungsreicher und auch interessanter klingt, als noch auf dem selbstbetitelten ersten Solo Album des Lou Reed. Auch die Instrumentierung ist deutlich variantenreicher geworden, David Bowie hat hier ganze Arbeit geleistet.

Auf „Transformer“ klingen die Lieder zudem eingängiger und die Melodien bleiben länger haften. „Walk On The Wild Side“ ist sicherlich das bekannteste Lied von Lou Reed und auch ein kleiner Ohrwurm. Einmal gehört vergisst man diesen Titel nicht mehr. Doch auch die Lieder „Perfect Day“ und „Satellite Of Love“ tendieren in die Richtung des eingängigen Rock Songs, der ohne große Umwege ins Ohr geht. Alles klingt abwechslungsreich und Lou Reed startet sogar kleinere Experimente, ohne dabei gleich zu ausschweifend zu werden. Der 30-jährigrn Jubiläumsausgabe des Albums wurden zwei Zugaben hinzugefügt. Dabei handelt es sich um die akustischen Demos der Lieder „Hangin’ ‘Round“ sowie „Perfect Day“. Letzterem wurde noch, etwas versteckt, eine Radiowerbung der damaligen Zeit für das Album angehängt.

Fazit: „Transformer“ klingt deutlich spannender und interessanter als noch der Vorgänger, das selbstbetitelte Debut Album des Lou Reed. Man hört hier zumeist sanfte Rock Musik, die ins Ohr geht und auch länger dort verweilt. Auf der Platte befinden sich mit „Walk On The Wild Side“ sowie „Satellite Of Love“ zwei der bekanntesten Titel des Lou Reed. Die Produktion des David Bowie trägt auf „Transformer“ Früchte und macht die Platte zu einem sehr gelungenen Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Perfect Day, Walk On The Wild Side, Satellite Of Love



Dienstag, 10. Juli 2018

Lou Reed – Lou Reed




Lou Reed – Lou Reed


Besetzung:

Lou Reed – vocals, guitar


Gastmusiker:

Caleb Quaye – electric and acoustic guitars, piano
Steve Howe – guitar
Paul Keogh – electric and acoustic guitars
Rick Wakeman – piano
Les Hurdle – bass guitar
Brian Odgers – bass guitar
Clem Cattini – percussion
Kay Garner – harmony vocals
Helene Francois – harmony vocals


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock


Trackliste:

1. I Can't Stand It (2:37)
2. Going Down (2:56)
3. Walk And Talk It (3:41)
4. Lisa Says (5:32)
5. Berlin (5:16)
6. I Love You (2:20)
7. Wild Child (4:43)
8. Love Makes You Feel (3:13)
9. Ride Into The Sun (3:17)
10. Ocean (5:03)

Gesamtspieldauer: 38:42



Schlicht mit „Lou Reed“ betitelte der US-amerikanische Musiker Lou Reed sein Debut-Solo-Album, welches im April 1972 auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht wurde. Das war zwei Jahre, nachdem er Velvet Underground verlassen hatte. Das Album wurde mit Londoner Session Musikern eingespielt und auch die beiden Yes-Musiker Rick Wakeman und Steve Howe sind auf dem Album zu hören, was allerdings keinerlei Musik im Stile als Progressive Rock beinhaltet. „Lou Reed“ enthält acht Titel, die bereits in seiner Zeit mit Velvet Underground entstanden sind und dort nicht veröffentlicht worden waren. Dazu gibt es mit den Titeln „Going Down“ und „Berlin“ zwei ganz neue Lieder zu hören. Insgesamt hört man auf diesem Debut-Album eher unspektakulären Rock, der mit der Musik von Velvet Underground oder gar Yes nur wenig bis gar nichts gemein hat. Die Kritiken fielen nicht allzu gut aus und auch kommerziell war die Platte kein Erfolg und landete lediglich auf Platz 189 der US Billboard 200 Charts.

Nichts klingt schlecht auf „Lou Reed“ von Lou Reed, spektakulär oder außergewöhnlich klingt jedoch ebenfalls nichts. Vielmehr ist diese Scheibe eine Platte, angefüllt mit soliden Rock Nummern, die sicherlich auch grooven, jedoch nicht allzu schnell ins Ohr gehen und dort auch nicht länger verweilen. Das Album ist eher eine durchschnittliche Platte, mit durchschnittlicher Rock Musik geworden, die über keine Ausfälle und keine Höhepunkte verfügt. Einfach Durchschnitt eben. Dabei wird die Stimmung auf dem Album niemals zu rockig, meist steht die akustische Gitarre im Vordergrund, zu der Lou Reed mit seiner unverwechselbaren Stimme singt. Mehrere Durchläufe des Albums helfen definitiv dabei, sich die Melodien noch besser zu erschließen und diese für sich zu gewinnen.

Diesen einen, herausragenden Höhepunkt gibt es nicht auf „Lou Reed“. Trotzdem beinhaltet die Platte einige schöne Stellen. Die Lieder „I Love You“, „Love Makes You Feel“ und „Ocean“ wären an dieser Stelle zu erwähnen. Gerade letztgenanntes Lied überzeugt durch eine große Variabilität, in der Lou Reed auch gesanglich etwas variiert. Dazu verfügt dieser Titel über eine wunderschöne Piano-Linie, die die Nummer gleich beim ersten Mal des Hörens eingängig werden lässt.

Fazit: Ein solide gemachtes Rock-Album ist die Solo-Debut-Scheibe des Lou Reed geworden. Auf dieser Platte werden keine Experimente gestartet, es wird die eher sanfte Ausprägung der Rock Musik zelebriert. Die qualitativen Ausschläge nach oben wie nach unten fehlen auf diesem Album, was es zu einer durchschnittlichen, jedoch keineswegs schlechten Platte werden lässt. Acht Punkte.

Anspieltipps: I Love You, Love Makes You Feel, Ocean



Donnerstag, 9. Februar 2017

Lou Reed – Walk On The Wild Side - The Best Of Lou Reed




Lou Reed – Walk On The Wild Side - The Best Of Lou Reed


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: BMG Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Rock


Trackliste:

1. Satellite Of Love (3:43)
2. Wild Child (4:38)
3. I Love You (2:19)
4. How Do You Think It Feels (3:08)
5. New York Telephone Conversation (1:31)
6. Walk On The Wild Side (4:14)
7. Sweet Jane (Live) (3:39)
8. White Light/White Heat (Live) (5:17)
9. Sally Can't Dance (2:56)
10. Nowhere At All (3:13)
11. Coney Island Baby (6:37)

Gesamtspieldauer: 41:19




„Walk On The Wild Side - The Best Of Lou Reed“ heißt das erste Greatest Hits Album des Lou Reed. Im Jahr 1977 wurde es auf dem Label RCA Records als Platte veröffentlicht, im Jahr 1990 dann erstmals auf Compact Disc bei BMG Music. Lieder aus den Alben „Lou Reed“ (1972), „Transformer“ (1972), „Berlin“ (1973), „Sally Can‘t Dance“ (1974), „Coney Island Baby“ (1976) sowie vom 19754er Live-Album „Rock ‘n‘ Roll Animal“ sind darauf enthalten. Lediglich „Metal Machine Music“ aus dem Jahr 1975, wurde bei dieser Zusammenstellung mit keinem Lied berücksichtigt.

Mit dem Album bekommt man eine ganz gute Übersicht über das Schaffen des Lou Reed nach seiner Zeit bei Velvet Underground. Ganz auf seine frühere Band wollte Lou Reed bei diesem Greatest Hits Album allerdings nicht verzichten, denn die beiden, vom Live-Album „Rock 'n' Roll Animal“ stammenden Titel, „Sweet Jane“ und „White Light/White Heat“, sind noch Velvet Underground Nummern.

Die Musik auf dieser Zusammenstellung ist leicht bluesig angehaucht, doch auch die Rock-Komponente kommt dabei nicht zu kurz. Natürlich darf hier das wohl bekannteste Lied des Lou Reed keinesfalls fehlen: „Walk On The Wild Side“. Das Lied ist eine wunderbar relaxte Nummer, welches fünf verschiedene Personen auf ihrer Reise nach New York City beschreibt, wobei auch solch Themen wie Transsexualität, Drogen, männliche Prostitution und Oral-Sex angedeutet werden, was wiederum dazu führte, dass die Nummer in den USA nur in einer zensierten Form zu hören war. Produziert wurde das Lied von David Bowie, genau wie der Titel „Satellite Of Love“. Beide Lieder stammen vom 1972er Album „Transformer“ und unter der Mitwirkung David Bowies hat Lou Reed hier zwei seiner besten Lieder veröffentlicht. Ebenfalls ein sehr schöner Titel, der schnell ins Ohr geht, ist „I Love You“. Ein nettes kleines Liebeslied, welches auch keinen platten Text aufweist. Bei den restlichen Liedern muss jeder für sich die weiteren Höhepunkte finden, die allerdings nicht mehr die Qualität dieser drei Stücke erreichen.

Fazit: Eine schöne Übersicht erhält man mit diesem Kompilationsalbum über das frühe Solo-Schaffen des Lou Reed. Nicht alles darauf kann restlos überzeugen, jedoch einige Höhepunkte sind durchaus vorhanden. Von Rock über Blues bis Pop spannt sich der musikalische Bogen auf „Walk On The Wild Side - The Best Of Lou Reed“. Einige Lieder davon sind sehr bekannt, andere weniger. Acht Punkte.

Anspieltipps: Satellite Of Love, I Love You, New York Telephone Conversation, Walk On The Wild Side



Sonntag, 3. April 2016

Lou Reed – The Blue Mask




Lou Reed – The Blue Mask


Besetzung:

Lou Reed – guitar, vocals


Gastmusiker:

Robert Quine – guitar
Fernando Saunders – bass, backing vocals
Doane Perry – drums


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock


Trackliste:

1. My House (5:25)
2. Women (4:57)
3. Underneath The Bottle (2:33)
4. The Gun (3:41)
5. The Blue Mask (5:06)
6. Average Guy (3:12)
7. The Heroine (3:06)
8. Waves Of Fear (4:11)
9. The Day John Kennedy Died (4:08)
10. Heavenly Arms (4:47)

Gesamtspieldauer: 40:30




Es wäre wahrlich vermessen, Lou Reed irgendwelche kommerziellen Interessen vorzuwerfen, die er mit der Veröffentlichung von „The Blue Mask“ verfolgt hätte. Dieses, im Jahr 1982 veröffentlichte Album, gleichzeitig die elfte Solo-Platte des gebürtigen New Yorkers, entzieht sich sehr stark den Anfang der 80er Jahre vorherrschenden Musiktrends. Hier gibt es keine Synthesizer und Keyboards zu hören, keinerlei Synthie Pop, nur Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Zudem wurde die Platte live im Studio eingespielt, was in den 80ern auch kaum mehr praktiziert wurde.

Aber das ist es noch nicht einmal, was diese Scheibe weniger kommerziell werden lassen würde als andere Platten. Es ist die Musik selbst, die einen zu diesem Schluss kommen lässt. Sanft ist sie, überwiegend sehr ruhig gehalten. Doch dann gibt es auch wieder solch Ausbrüche, wie beim Titellied „The Blue Mask“, in dem sich die Musik, wie die Lava bei einem Vulkanausbruch, einfach ihren Weg sucht, brachial, kompromisslos, hart und rau. Dabei klingt das Ganze – egal ob leiser oder lauter Titel – allerdings nicht sehr melodiös, manches Mal sogar fast schon ein wenig atonal, geradezu so, als ob Lou Reed so ein klitzekleines bisschen mit Absicht den Ton nicht so hundertprozentig treffen mochte. Dieser Eindruck relativiert sich zwar etwas mit jedem weiteren Hören des Albums, verschwindet jedoch nie so ganz.

„The Blue Mask“ gilt allgemein als Wendepunkt in der Karriere des Lou Reed, da er nach vorher schwächeren Scheiben nun wieder „bessere“ Musik zu schreiben imstande war. Da hört man ihn im Titel „Women“ immer wieder wiederholen, dass er doch Frauen liebt, um vielleicht homosexuellen Gerüchten Einhalt zu gebieten und andererseits weist er darauf hin, dass er nur ein ganz durchschnittlicher Typ sei, wie man bei „Average Guy“ hört. Durchschnittlich ist die Musik des Lou Reed auf „The Blue Mask“ allerdings sicherlich nicht. Eher passen hier schon die Wörter „besonders“ und „außergewöhnlich“, um die einzelnen Lieder treffender zu umschreiben. Allerdings ist „The Blue Mask“ deshalb noch lange kein Meisterwerk geworden. Dazu ist die Musik des Lou Reed auf dieser Scheibe einfach ein wenig zu sperrig und dann doch nicht innovativ genug. Die Lieder auf dem Album wachsen mit der Zeit. Viele Dinge erschließen sich einem dabei erst nach vielen Durchläufen, ein „Ohrenschmeichler“ wird „The Blue Mask“ deshalb aber trotzdem nie werden.

Fazit: Manche Leute sagen „The Blue Mask“ von Lou Reed sei eine wunderbar eingängige Platte. Das kann ich so nicht bestätigen oder nachvollziehen. „The Blue Mask“ ist allerdings sicherlich eine interessante Platte, die vollgepackt ist mit Musik, die man so nur selten zu hören bekommt. Die Texte sind gut gemacht, spannend und auch nachdenklich, die Musik selbst wird melodiöser, je öfters man sie hört. Aber eingängig? Nun, vielleicht zum Teil, mehr aber sicherlich nicht – und da spielt es auch keine Rolle mehr, wie oft man sich das Album auflegt. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Blue Mask, The Heroine, The Day John Kennedy Died



Donnerstag, 15. Mai 2014

Lou Reed & John Cale – Songs For Drella




Lou Reed & John Cale – Songs For Drella


Besetzung:

John Cale – vocals, keyboards, viola
Lou Reed – vocals, guitar


Label: Sire Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Smalltown (2:04)
2. Open House (4:18)
3. Style It Takes (2:54)
4. Work (2:38)
5. Trouble With Classicists (3:41)
6. Starlight (3:28)
7. Faces And Names (4:12)
8. Images (3:31)
9. Slip Away (A Warning) (3:05)
10. It Wasn't Me (3:30)
11. I Believe (3:18)
12. Nobody But You (3:46)
13. A Dream (6:33)
14. Forever Changed (4:52)
15. Hello It's Me (3:03)

Gesamtspieldauer: 54:53




Im Jahr 1987 war Andy Warhol während einer Gallenblasenoperation plötzlich verstorben. Aus Anlass des Gedenkgottesdientes zu seinem Tod trafen sich Lou Reed und John Cale, die beiden kreativen Köpfe von Velvet Underground der ersten Jahre, zum ersten Mal nach langer Zeit wieder und kamen nach vielen Jahren des Streits erneut ins Gespräch. Die beiden beschlossen ihrem ehemaligen Förderer ein Album zu widmen, welches das Leben des Andy Warhol beleuchtet. Zwar schreibt Lou Reed zur Einführung im Booklet der CD: „SONGS FOR DREALLA – A Fiction is a brief musical look at the life of Andy Warhol and is entirely fictitious”, doch behandeln die Lieder Stationen im Leben des Andy Warhol, die sich mit seinem Werdegang, der „Factory“ und auch mit dem Attentat durch Valerie Solanas im Jahr 1968 beschäftigen. Beendet wird das Album mit einem sehr bewegenden, in Form eines Briefes vorgetragenen Liedes, in dem Lou Reed zum Ausdruck bringt, wie sehr es ihm heute leid täte, dass er Andy Warhol in den späteren Jahren quasi links liegen ließ, sich nicht kümmerte und sich wegdrehte, wenn er Warhol noch mal sah.

Musikalisch ist das Album eine breite Mischung verschiedenster Stile. Mal klingt es nach Folk, dann wieder rockiger, ein anderes Mal wiederum ist alles sehr minimalistisch und auch das gesprochene Wort gibt es in Form des Liedes „A Dream“. In diesem erzählt John Cale zu sphärischen Klängen einen fiktiven Traum des Andy Warhol, worin dieser unter anderem seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringt, nicht zur Hochzeit Lou Reeds eingeladen worden zu sein, weil Lou Reed wohl annahm, dass er zu viele Freunde mit zur Hochzeit bringen würde….

Neben sphärischen und experimentellen Ausflügen gibt auch jede Menge tolle Melodien und Harmonien auf der Platte zu entdecken. Stellvertretend hierfür stehen Titel wie „Style It Takes“, „Forever Changed” oder das bereits erwähnte „Hello It's Me“. „Images“ klingt dagegen sehr experimentell und hätte so durchaus auch auf einem der ersten Velvet Underground Platten Platz gefunden. Und ebenfalls soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass alle fünfzehn Titel ohne jegliches Schlagzeug oder andere Perkussion eingespielt wurden, was sicherlich auch nicht alltäglich ist.

Fazit: Ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Album ist „Songs For Drella“ geworden, bei dem sich auch ein Blick auf die Texte durchaus lohnt. Hier gibt es zudem das Experiment, neben dem eingängigen Stück, den minimalistischen Ansatz, neben dem vollen Sound. Dies alles passt trotzdem wunderbar zusammen. Wer das etwas Außergewöhnliche in der Musik sucht, der wird hier fündig werden. Fans des ersten Werks von Velvet Underground sowieso. Elf Punkte.

Anspieltipps: I Believe, Hello It's Me



Freitag, 27. September 2013

Lou Reed – New York




Lou Reed – New York


Besetzung:

Lou Reed – vocals, guitar, background vocals


Gastmusiker:

Mike Rathke – guitar
Rob Wasserman – clevinger electric upright six-string bass
Fred Maher – drums, fender bass
Maureen Tucker – percussion
Jeffrey Lesser – background vocals
Dion DiMucci – background vocals


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Romeo Had Juliette (3:11)
2. Halloween Parade (3:33)
3. Dirty Blvd. (3:31)
4. Endless Cycle (4:02)
5. There Is No Time (3:47)
6. Last Great American Whale (3:42)
7. Beginning Of A Great Adventure (4:57)
8. Busload Of Faith (4:50)
9. Sick Of You (3:26)
10. Hold On (3:25)
11. Good Evening Mr. Waldheim (4:37)
12. Xmas In February (2:58)
13. Strawman (5:54)
14. Dime Store Mystery (5:02)

Gesamtspieldauer: 56:54




Das Album „New York“ wird in zahlreichen Rezensionen als eines der besten Solo-Platten des Ex-Velvet Underground Mitglieds angesehen. Und was man auf „New York“ hört ist wahrlich gut gemachter Rock’n’Roll. Inhaltlich setzt sich Lou Reed in den vierzehn Songs mit „seiner“ Stadt auseinander, die allerdings meistens dabei nicht sehr gut wegkommt. Es scheint sich bei ihm also um so eine Art Hassliebe zu handeln. „New York“ ist übrigens bereits das sage und schreibe fünfzehnte Solo-Album Lou Reeds.

Nun, man muss diesen Sprechgesang des Lou Reed mögen, um überhaupt was mit der Musik des Amerikaners anfangen zu können. Die Songs auf „New York“ sind alle sehr zurückhaltend instrumentiert. Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug – das sind die Zutaten der vierzehn Titel. Und wenn es mal mehr sein soll, dann gibt es noch ein wenig Hintergrundgesang dazu - das war es dann aber auch schon.

Die Titel grooven alle durch die Bank weg. Mitunter hört man auch Country-Anleihen, wenn die Saiten der Gitarre in typisch amerikanischer Folklore-Manier gezogen werden, ohne dass dabei gleich eine Pedal-Steel Gitarre zum Einsatz kommen müsste. Glücklicherweise halten sich diese Ansätze, wie beim Titel „Endless Circle“, jedoch im Hintergrund. Nun, die Musik rockt und groovt, was mir jedoch ein wenig abgeht, das sind die tollen Melodien, die längerfristig hängenbleiben würden. So groovt und rockt „New York“ als Platte nicht schlecht, die Eingängigkeit geht ihr aber ab. Für mich der Nachteil dieses Albums. Freunde des Blues-Rock werden das aber mit Sicherheit ganz anders sehen.

Besser wird die Platte immer dann, wenn ordentlich gerockt wird. Das ist zum Teil so beim Opener „Romeo Had Juliette“ und vor allem bei „Strawman“. Hier ist es dann besonders schwer die Füße still zu halten, um nicht mit zu wippen. Auch sehr gelungen, aber aus einem ganz anderen Grund, ist die letzte Nummer des Albums „Dime Store Mystery“. Für mich sogar das beste Lied auf der Platte. Das Bass-Spiel Dave Wassermanns ist einfach klasse und erzeugt hier ein Flair in der Musik, der sonst nicht auf dem Album zu finden ist. Und dieser Bass wird hier mit einem Bogen gespielt, was zu dieser ganz unwirklichen Stimmung führt. Das ist jetzt auch kein Rock’n’Roll mehr, das ist nun eher so etwas wie Art-Rock. Interessant und absolut nicht alltäglich, spannend und auch melodisch - auf eine ganz abstrakte Weise.

Fazit: Eine Blues-Rock-Platte hat Lou Reed da 1989 vorgelegt, die von seinem Gitarrensound und seinem Sprechgesang lebt. Ein Jahr später veröffentlichte er zusammen mit John Cale ein Album, welches Andy Warhol gewidmet ist. Da gibt es diese tollen Melodien zu hören, die ich hier vermisse – bis auf diese eine Ausnahme. Und leider turnen mich solche Blues-Stücke wie „Beginning Of A Great Adventure“ absolut ab, da möchte ich am liebsten das Weite suchen. Na, das Album wird in den einschlägigen Fachzeitschriften als eines der besten Rock’n’Roll-Platten der 80er Jahre gelobt. Mich packt „New York“ von Lou Reed allerdings nur an den wenigsten Stellen. Mir fehlt einfach das Blues-Feeling – ich weiß. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Romeo Had Juliette, Hold On, Strawman, Dime Store Mystery