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Dienstag, 12. März 2019

Focus – The Best Of Focus / Hocus Pocus




Focus – The Best Of Focus / Hocus Pocus


Besetzung:

Ohne weitere Angaben


Gastmusiker:

Ohne weitere Angaben


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Hocus Pocus (6:42)
2. Anonymus (6:35)
3. House Of The King (2:51)
4. Focus (9:46)
5. Janis (3:08)
6. Focus II (4:04)
7. Tommy (3:24)
8. Sylvia (3:30)
9. Focus III (6:05)
10. Harem Scarem (5:52)
11. Mother Focus (3:06)
12. Focus IV (3:57)
13. Bennie Helder (3:30)
14. Glider (4:41)
15. Red Sky At Night (5:48)
16, Hocus Pocus (U.S. Single Version) (3:24)

Gesamtspieldauer: 1:16:31




Mit dem im Jahr 1993 auf dem Plattenlabel Red Bullet veröffentlichten Kompilationsalbum „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ erhält man eine schöne Übersicht über das musikalische Schaffen der niederländischen Progressive Rock Band Focus in ihren früheren Jahren. Progressive Rock und jazzige Elemente sind in der Musik von Focus zu hören, die hier entsprechend präsentiert wird.

Die Liedauswahl kann dabei als durchaus gelungen angesehen werden, fast ausschließlich wurden die stärkeren Titel der Band dieser Zusammenstellung hinzugefügt. Und wenn man dann doch die eine oder andere Nummer wirklich nicht mag, ist das wohl eher dem persönlichen Geschmack geschuldet. Füllmaterial enthält „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ nämlich nicht, auch wenn nicht alles darauf zu überzeugen weiß…. Aber das hatten wir bereits.

Fazit: Wer lediglich an den Höhepunkten der ersten Jahre der niederländischen Band Focus interessiert ist, die oder der wird mit dem Kompilationsalbum „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ bestens bedient. Kenner der Band werden sicherlich die Titelzusammenstellung diskutieren und den einen oder anderen Titel vermissen, dafür wiederum ein anderes, enthaltenes Lied als überflüssig ansehen. Doch auch dies ist lediglich Geschmackssache. Nach dem Hören von „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ weiß man, wie die Band klingt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hocus Pocus, Janis, Focus III



Sonntag, 24. Februar 2019

Focus – X




Focus – X


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, flute, vocoder, spoken vocals (tracks 1, 7, 11)
Pierre van der Linden – drums, percussion
Menno Gootjes – guitar, acoustic guitars (track 8)
Bobby Jacobs – bass guitar


Gastmusiker:

Ivan Lins – vocals (tracks 6, 11)
Berenice van Leer – vocals (track 10)


Label: Eastworld Recordings


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Jazzrock, Fusion, Progressive Rock


Trackliste:

1. Father Bacchus (4:03)
2. Focus 10 (5:48)
3. Victoria (5:27)
4. Amok In Kindergarten (5:00)
5. All Hens On Deck (5:44)
6. Birds Come Fly Over (Le Tango) (5:26)
7. Hoeratio (5:38)
8. Talk Of The Clown (2:58)
9. Message Magique (3:52)
10. Crossroads (5:39)

Gesamtspieldauer: 49:40




„Focus X“ oder einfach „X“ heißt das zehnte Studioalbum der niederländischen Progressive Rock Band Focus, das am 5. November 2012 auf dem Plattenlabel Eastworld Recordings veröffentlicht wurde. „Focus X“ ist das erste Studioalbum der Gruppe seit sechs Jahren. Erneut hatte es einen Wechsel in der Besetzung gegeben. Menno Gootjes ist nun an der Gitarre zu hören, er ersetzt den vorherigen Gitarristen Niels van der Steenhoven. Das Cover des Albums wurde von Roger Dean entworfen und gemalt.

„Focus X“ ist wahrlich eine positive Überraschung geworden. Die Musik auf dem Album ist abwechslungsreich, mal etwas rockiger, dann wieder leicht jazzig angehaucht und schließlich auch verspielt und verträumt. Und sogar einige Klänge die nach Mittelalter klingen gibt es darauf zu hören. Dazu gibt es einige Nummern auf der Platte, die sehr schön ins Ohr gehen und sich alleine dadurch schon von den letzten Veröffentlichungen der Band abheben, wo man diese Stücke suchen musste und kaum fand.

Höhepunkt des Albums ist der Titel „Birds Come Fly Over (Le Tango)“. Eine irgendwie schleppend und relaxt beginnende Nummer, zu der Ivan Lins singt. Da Lied klingt schließlich leicht getragen und erschließt so sehr schön im Ohr. „Hoeratio“ hört sich spannend an. Hier wird in lateinischer Sprache ein Werk von Horatius vorgetragen, die Musik steht dabei zunächst fast im Hintergrund und endet in einem langen, rockigen Gitarren-Solo, nach Abschluss der Worte. Schließlich singt Horatius seine Verse in fast schon komödiantischer Art und Weise ein. Wahrlich ein außergewöhnliches Stück.

Fazit: Man hört auf „Focus X“ Rock, Pop, Jazz, Mittelaltermusik und etwas Ambient. Das alles vereint auf einem Album, welches nicht zusammengestückelt sondern sogar irgendwie passend klingt. Einige der Nummern gehen sehr gut ins Ohr und vieles auf „Focus X“ klingt ungewohnt und spannend. Kein Meilenstein der Musik, jedoch gute Unterhaltung. Neun Punkte.

Anspieltipps: Birds Come Fly Over (Le Tango), Crossroads



Samstag, 16. Februar 2019

Focus – Focus 9 / New Skin




Focus – Focus 9 / New Skin


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, flute, vocals (tracks 7, 11)
Niels van der Steenhoven – guitar
Bobby Jacobs – bass guitar
Pierre van der Linden – drums


Gastmusiker:

Jo de Roeck – vocals on "Just Like Eddy"


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Instrumentale Musik, Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Black Beauty (4:14)
2. Focus 7 (5:23)
3. Hurkey Turkey 2 (4:05)
4. Sylvia’s Stepson - Ubatuba (4:50)
5. Niels’ Skin (6:05)
6. Just Like Eddy (5:09)
7. Aya-Yuppie-Hippie-Yee (5:18)
8. Focus 9 (7:57)
9. Curtain Call (4:36)
10. Ode To Venus (4:30)
11. European Rap(sody) (10:23)
12. Pim (3:01)
13. It Takes 2 2 Tango (8:02)
14. Brazil Love (6:14)

Gesamtspieldauer: 1:19:55




„Focus 9“ beziehungsweise „New Skin“ heißt das neunte Studioalbum der niederländischen Rock Band Focus. „Focus 9 / New Skin“ wurde am 25. September des Jahres 2006 veröffentlicht und erschien auf dem Plattenlabel Red Bullet. Einen Rückkehrer gab es im Line-Up der Band. Pierre van der Linden, Schlagzeuger auf dem zweiten und dritten Focus Album 1972 und 1973 war zur Band zurückgekehrt. Eine weitere Umbesetzung betraf die Gitarre. Da hat Niels van der Steenhoven den Gitarristen Jan Dumée ersetzt.

Alles scheint wie immer zu sein auf „Focus 9 / New Skin“. Nur bei einem Lied wird gesungen, ansonsten hört man eher unverständliche menschliche Geräusche, wenn den überhaupt. Doch die meisten Lieder sind rein instrumental gehalten. Die Bandbreite der Musik reicht dabei von Pop über Rock zu jazzigen Ausflügen bis hin zu Progressive Rock. „Focus 9 / New Skin“ ist damit musikalisch gesehen ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, auf dem auch die Melodien immer wieder ins Ohr gehen. Doch es gibt auch die Phasen in der Musik auf dem Album, während der die Lieder sogar etwas experimentell und deutlich weniger eingängig klingen. Auch das kann auf dieser Platte durchaus spannend sein.

Die Höhepunkte auf „Focus 9 / New Skin“ heißen „Ode To Venus“ sowie „European Rap(sody)“. Bei erstgenanntem Titel steht zunächst das Piano im Vordergrund, bis die Gitarre mit einsetzt und diese beiden Instrumente abwechselnd die Nummer dominieren. Das klingt mal etwas schräger, mal etwas eingängiger, jedoch immer sehr entspannt. Thematisch geht das Lied dann in die nächste Nummer, „European Rap(sody)“, über. Zunächst getragen klingend, entwickelt sich hier ein sehr abwechslungsreiches Lied, während dem auch zahlreiche musikalische Klischees verschiedener Länder bedient werden. Trotzdem hat das was.

Fazit: Das neunte Studioalbum der niederländischen Rock-Band Focus mit dem Titel „Focus 9 / New Skin“ ist zumindest ein abwechslungsreiches geworden. Viele verschiedene musikalische Genres werden auf der Platte bedient, die von Pop bis hin zu jazzigen Akkorden reichen. Das klingt mal interessanter, mal weniger spannend. Einige der Lieder besitzen eine ganz nette Melodie, die auch ins Ohr geht. Insgesamt wirkt alles jedoch etwas zusammengestückelt und uneinheitlich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Ode To Venus, European Rap(sody)



Sonntag, 10. Februar 2019

Focus – Focus 8




Focus – Focus 8


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, flute, non-lexical vocables (tracks 1, 4, 7, 8, 11)
Jan Dumée – guitar, vocals (track 2), non-lexical vocables (tracks 7, 11)
Bobby Jacobs – bass guitar
Bert Smaak – drums


Gastmusiker:

Ruben van Roon – drums (track 8)
Geert Scheijgrond – additional guitar (track 4)
Tamara Krzelj – cello (track 2)


Label: Musea Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Instrumentale Musik


Trackliste:

1. Rock & Rio (3:27)
2. Tamara’s Move (5:17)
3. Fretless Love (6:08)
4. Hurkey Turkey (4:15)
5. De Ti O De Mi (6:30)
6. Focus 8 (6:19)
7. Što Čes Raditi Ostatac Života? (5:26)
8. Neurotika (3:47)
9. Brother (5:39)
10. Blizu Tébe (6:38)
11. Flower Shower (5:42)

Gesamtspieldauer: 59:13




„Focus 8“ heißt sinnigerweise das achte Studioalbum der niederländischen Rockband Focus, welches im Jahr 2002 auf dem Plattenlabel Musea Records veröffentlicht wurde. 17 Jahre nach der letzten Scheibe, für die sich die beiden Gründungsmitglieder Jan Akkerman und Thijs van Leer auszeichneten, veröffentlichte letztgenannter Musiker mit einigen neuen Kollegen nochmals ein neues Focus Album. Charttechnischen Erfolg erzielte diese Platte allerdings keinen mehr, trotzdem stellt „Focus 8“ musikalisch gesehen eine deutliche Verbesserung zu den Vorgängerscheiben dar.

Dies liegt jedoch nicht am Songwriting des Thijs van Leer, sondern an dem des neuen Gitarristen und Sängers Jan Dumée, der mit den drei Titeln „Tamara’s Move“, „Što Čes Raditi Ostatac Života?“ und „Blizu Tébe“ gleich die drei Höhepunkte der Platte beisteuerte. Zumeist sanfte Rock-Musik hört man mit diesen drei Liedern, die mal leicht das Tempo anziehen, dabei jedoch nie die Melodie aus dem Fokus verlieren. Eher typisch für die Musik des Thijs van Leer sind da der Opener und das letzte Lied des Albums. Vielleicht fehlt mir dazu allerdings auch nur der Humor, doch wie oft hat man auf den Alben von Focus nun schon gehört, dass Thijs van Leer jodeln kann? Nun, auf dem rockigen „Rock & Rio“ hört man dies erneut. Dazu ein Stampfrhythmus und fertig ist die zwar typische, inzwischen allerdings irgendwie überholt klingende Musik von Focus. Das hat man doch alles schon mal gehört.

Was man allerdings noch nicht gehört hat ist eine Nummer wie „Flower Shower“. Urkomisch soll das wahrscheinlich klingen, wenn hier zu einer seichten Melodie operettenhaft gesungen wird. Dazu ein paar Duschgeräusche, Drum-Computer und gespielte fröhliche Stimmung. Wenn es denn nur nicht so traurig wäre. Ansonsten hört man auf dem Album mit dem Lied „Brother“, welches Thijs van Leer wohl zusammen mit seiner Frau geschrieben hat, noch einen weiteren ganz netten und dieses Mal zunächst sehr getragenen Titel, bis dieser auch rockigere Töne anschlägt. Und der Rest? Ist nicht großartig der Erwähnung wert. Zu viele eingefleischte Focus-Fans gab es im Jahr 2002 auch nicht mehr, sodass die Scheibe an der Ladentheke nicht mehr zu überzeugen wusste.

Fazit: Immerhin eine Steigerung zu früheren Alben ist Thijs van Leer mit seiner Band Focus in neuen Jahrtausend gelungen. Nicht alles auf „Focus 8“ überzeugt, doch es gibt auch die hörenswerten und lohnenden Stellen auf dieser Platte. Insgesamt ist „Focus 8“ nur selten mitreißend, aber immerhin gibt es diese Passagen mal wieder zu hören. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Tamara’s Move, Što Čes Raditi Ostatac Života?, Brother, Blizu Tébe



Montag, 4. Februar 2019

Focus – Jan Akkerman & Thijs Van Leer




Focus – Jan Akkerman & Thijs Van Leer


Besetzung:

Thijs van Leer – keyboards, synthesizers, flute
Jan Akkerman – guitar, guitar synthesizers
Tato Gómez – bass
Mario Argandoña – drums


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Instrumentale Musik, Pop, Rock


Trackliste:

1. Russian Roulette (5:53)
2. King Kong (3:45)
3. Le Tango (4:57)
4. Indian Summer (5:51)
5. Beethoven’s Revenge (18:53)
6. Olé Judy (3:50)
7. Who’s Calling? (16:22)

Gesamtspieldauer: 59:34




Jan Akkerman und Thijs Van Leer hatten nach Jahren der Trennung und einer mehrjährigen Pause der niederländischen Band Focus doch noch einmal zusammengefunden und veröffentlichten gemeinsam das siebte Studioalbum der Band. Dieses war unbetitelt und kursiert nunmehr unter dem Namen der zwei Haupt-Protagonisten, die sich auch das Songwriting teilten. „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ erschien im Jahr 1985 ursprünglich auf dem Plattenlabel Vertigo.

Das siebte Focus-Album ist ein reines Instrumentalalbum geworden und erklingt ganz im Stile der achtziger Jahre. Das bedeutet, auf der Scheibe hört man jede Menge Synthesizer-Klänge, die zwar noch durch die Querflöte des Thijs van Leer etwas aufgelockert werden, synthetisch klingt die Musik auf dieser Platte trotzdem durchgängig. Bei den Nummern „Indian Summer“ und „Beethoven’s Revenge“ nimmt das Ganze sogar hast schon verheerende Ausmaße an. Ein dumpfer Beat aus der Drum-Machine, darüber eine unfassbar seichte Melodie gelegt und fertig sind die Titel zum Davonlaufen. Ganz schlimm und „Beethovens Rache“ ist wahrlich grausam und unerbittlich. Man fragt sich, was wir ihm angetan haben. Das Lied „Beethoven’s Revenge“ gehört definitiv zu den schlechtesten und vor allen Dingen nervigsten Liedern, die ich überhaupt kenne.

Noch ein wenig erträglicher sind die Nummern „King Kong“, „Le Tango“ sowie „Who’s Calling?“. Dies deutet allerdings keinesfalls auf Qualität hin, jedoch kann man sich diese Titel noch anhören, ohne schreiend den Raum verlassen zu müssen. Die etwas „besseren“ Stücke auf „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ klingen nach seichter Unterhaltung, leider nicht mehr und nicht weniger.

Fazit: Musik kann begeistern aber auch so unfassbar grausam sein. Grausam ist die Musik auf dem siebten Album der Niederländer von Focus nicht durchgängig, dafür leider doch ein wenig zu oft. Auf „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ gibt es hauptsächlich Pop zu hören, der weder ins Ohr, viel zu synthetisch klingt und insgesamt keine Spuren hinterlässt außer: „Muss man nicht haben!“ Drei Punkte.

Anspieltipps: Le Tango



Dienstag, 29. Januar 2019

Focus – Focus Con Proby




Focus – Focus Con Proby


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, electric piano, mellotron, synthesiser, flute
Bert Ruiter – bass guitar
Steve Smith – drums
Philip Catherine – acoustic guitar, lead guitar, rhythm guitar
Eef Albers – lead guitar, rhythm guitar
P. J. Proby – vocals on "Wingless", "Eddy", "Brother", "Tokyo Rose" and "How Long"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Funk, Disco, Jazz Fusion


Trackliste:

1. Wingless (5:35)
2. Orion (4:07)
3. Night Flight (3:40)
4. Eddy (5:54)
5. Sneezing Bull (4:26)
6. Brother (5:19)
7. Tokyo Rose (5:06)
8. Maximum (8:40)
9. How Long (5:19)

Gesamtspieldauer: 48:11




„Focus Con Proby“ heißt das sechste offizielle Studioalbum der der niederländischen Rockband Focus, da es sich bei dem Vorgängeralbum „Ship Of Memories“ um eine Zusammenstellung bisher zwar unveröffentlichten, jedoch älteren Materials handelte. „Focus Con Proby“ wurde im Januar 1978 auf dem Plattenlabel EMI Records veröffentlicht. Die Platte enthält fünf Lieder mit Gesang des amerikanischen Sängers P. J. Proby. Von der Besetzung des fünften Albums „Mother Focus“ waren lediglich noch Thijs van Leer und Bert Ruiter übrig geblieben. Jan Akkerman, Gitarrist und Gründungsmitglied, der mit dem Sound und dem Spiel seiner Gitarre die Musik von Focus maßgeblich mit beeinflusst hatte, war nun ebenfalls ersetzt worden.

Mit den ersten Alben der Band hat „Focus Con Proby“ musikalisch gesehen überhaupt nichts mehr gemein. Die Musik wandelt in den Liedern mit Text zwischen Funk, Soul und einer kleinen Prise Disco. Der Gesang des P.J. Proby will auch einfach nicht zur Musik von Focus passen, die nun zudem auch völlig untypisch für die Niederländer klingt. Jene vier Titel ohne textliche Untermalung schwanken zwischen langweiligem Rock, Allerweltspop, einem Hauch Blues und etwas Jazz Fusion hin und her. Nichts auf dieser Platte erzeugt auch nur den kleinsten Anflug von Spannung. Nichts auf „Focus Con Proby“ geht ins Ohr. Vieles auf diesem Album ist schwer verdaulich, wenn man Musik der niederländischen Progressive Rock Band Focus erwartet, die sie zu Beginn ihrer Karriere einmal waren.

Höhepunkte entdecke ich auf diesem kruden Stilmix keine mehr. Erträglich erklingen noch die Instrumentalnummer „Orion“ und das eingesungene „Brother“. Gerade letztgenanntes, sanftes Lied verfügt sogar über eine Melodie, die ins Ohr geht. Nicht selbstverständlich auf diesem Album. Über den ganzen Rest legt man besser das Mäntelchen des Schweigens.

Fazit: Die Zeit der niederländischen Band Focus schien nach der Re-Union mit diesem neu veröffentlichten Album definitiv vorbei. Auf „Focus Con Proby“ hört man jede Menge musikalische Genres, die irgendwie gedankenlos hintereinander oder durchmischt angeordnet worden zu sein scheinen. Nur ganz wenig davon lohnt gehört zu werden und „Focus Con Proby“ klingt absolut untypisch für Focus. Drei Punkte.

Anspieltipps: Orion, Brother



Donnerstag, 24. Januar 2019

Focus – Ship Of Memories




Focus – Ship Of Memories


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, moog synthesizer, drum machine (track 5), moog bass synth (track 6), flute, non-lexical vocables
Jan Akkerman – guitar, electric sitar (track
Bert Ruiter – bass guitar (tracks 1, 2, 3, 4, 5, 8, 10)
Martin Dresden – bass guitar (track 7)
Pierre van der Linden – drums (tracks 1, 2, 3, 4, 9)
Hans Cleuver – drums (track 7)
David Kemper – drums (track 6, 8)


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock, Instrumental Rock, Jazz Fusion, Funk


Trackliste:

1. P’s March (4:49)
2. Can’t Believe My Eyes (5:22)
3. Focus V (3:02)
4. Out Of Vesuvius (5:50)
5. Glider (4:38)
6. Red Sky At Night (5:50)
7. Spoke The Lord Creator (2:33)
8. Crackers (2:43)
9. Ship Of Memories (1:47)

Bonus Track:

10. Hocus Pocus (US Single Version) (3:25)

Gesamtspieldauer: 40:04




„Ship Of Memories“ betitelte die niederländische Band Focus ihr sechstes Studioalbum. Allerdings wird diese Platte nicht als offizielle sechste Platte der Band gezählt, da es sich dabei um eine Zusamenstellung älterer Aufnahmen handelt. „Ship Of Memories“ erschien im Jahr 1976 auf dem Plattenlabel EMI. „Ship Of Memories“ ist also die sechste Studioveröffentlichung der Band, gleichzeitig jedoch auch eine Scheibe, die aus altem Material besteht. Darauf zu hören sind Aufnahmen aus der Zeit von Januar 1970 bis Mitte 1975, um die gerade inaktive Zeit von Focus trotzdem mit einer Veröffentlichung zu füllen. Die ersten Lieder der Platte stammen dabei aus Studiosessions, die Ende 1972 bis 1973 stattfanden, um ein Nachfolgealbum für Focus 3 zu veröffentlichen. Aufgrund von Streitigkeiten innerhalb der Band kam es jedoch nicht dazu und stattdessen erschien im Jahr 1973 dann das Live-Album „At The Rainbow“.

Die Musik auf „Ship Of Memories“, die nun völlig ohne das gesungene Wort auskommt (sieht man mal von dem einen oder anderen Jodler ab), schwankt irgendwo zwischen jazzig angehauchten oder rockigen Einlagen bis hin zu funkigen Easing Listening Verschnitten. Innovativ, spannend oder sonst irgendwie hörenswert klingt auf diesem Album kaum etwas, welches wirklich wohl nur für Komplettisten und eingefleischte Fans der Band eine lohnende Anschaffung darstellt. Die Musik packt einen irgendwie gar nicht mehr. Im Booklet ist nachzulesen, dass in den Entstehungszeiten der Lieder ein einziges davon Thijs van Leer und Jan Akkerman zumindest noch so einigermaßen zufrieden stellte. Die ist die Nummer „P.‘s March“, die gerade durch das Flötenspiel des Thijs van Leer fröhlich klingt und ein klein wenig an Mittelaltermusik erinnert – zumindest in dem Abschnitt mit der Querflöte.

Außer „P.‘s March“ hört sich „Red Sky At Night“ noch ganz interessant an, eine etwas getragene rockige Nummer, die sogar ganz gut ins Ohr geht und noch am ehesten im Segment des Progressive Rock angesiedelt ist. Der Höhepunkt der geasamten Scheibe. Der Titel „Glider“ ist übrigens die Ur-Version des Liedes „Mother Focus“, welches ein Jahr zuvor veröffentlicht worden ist und die ersten Gehversuche der Band im Funk Rock einleitete. Ebenfalls neue Wege ging man beim Titel „Spoke The Lord Creator“, bei dem der Versuch gestartet wurde, Klassische Musik in einem Rock-Kontext zu integrieren. Diese Nummer wurde als Untertitel „Starter“ in veränderter Form dem 1974er „Hamburger Concerto“ beigefügt.

Fazit: Ziemlich viel Stückwerk hört man auf „Ship Of Memories“, dem sechsten Studioalbum der Band Focus. Kennt man die Entstehungsgeschichte der Platte, ist dies nicht weiter verwunderlich. Einige wenige ganz nette Titel gibt es auf der Scheibe, je mehr es allerdings nach Funk Rock klingt, umso weniger interessant klingt das alles. „Ship Of Memories“ ist eine Platte für Focus Fans. Sechs Punkte.

Anspieltipps: P.‘s March, Red Sky At Night



Samstag, 19. Januar 2019

Focus – Mother Focus




Focus – Mother Focus


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, electric piano, grand piano, solina string machine, synthesizers, concert and alto flutes, voices, synthesizers, piano, saxophone on track 8, flute, non-lexical vocables (track 1)
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar, vocals (track 2)
David Kemper – drums
Colin Allen – drums (track 2)


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Easy Listening, Funk Rock


Trackliste:

1. Mother Focus (3:05)
2. I Need A Bathroom (3:06)
3. Bennie Helder (3:32)
4. Soft Vanilla (3:03)
5. Hard Vanilla (2:36)
6. Tropic Bird (2:43)
7. Focus IV (3:58)
8. Someone’s Crying … What! (3:19)
9. All Together … Oh, That! (3:41)
10. No Hang Ups (2:56)
11. My Sweetheart (3:37)
12. Father Bach (1:34)

Gesamtspieldauer: 37:15




„Mother Focus“ heißt das fünfte Studioalbum der niederländischen Band Focus. Im Oktober des Jahres 1975 wurde das Album auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht. Mit dieser Scheibe gab es eine Zäsur in der Musik von Focus. Zum einen klangen die Lieder deutlich weniger progressiv, als noch einige auf den Vorgängeralben. Die Musik der Band hört sich nun deutlich funkiger an, wie in den Jahren zuvor. Zum anderen wurde die Band mit diesem stilistischen Wechsel auch immer weniger interessant für die Fans, was auch durch die nun noch schlechteren Chartplatzierungen zum Ausdruck kam. Aber immerhin gab es diese Listungen bei „Mother Focus“ noch.

Bassist Bert Ruiter steuerte dieses Mal vier Titel zum Album bei. Mit „I Need A Bathroom“ auch die einzige Nummer, auf der gesungen wird. An dem Stilwechsel scheint Ruiter einen maßgeblichen Anteil zu haben, denn gerade die Titel, die allein aus seiner Feder stammen, klingen deutlich anders, als jene vergangener Platten. Und somit kommen wir auch gleich zu den Schwachpunkten dieser Scheibe, die insgesamt kaum mehr zu überzeugen weiß. Die weiteren Lieder des Bert Ruiter heißen „Soft Vanilla“, „Hard Vanilla“ und „Tropic Bird“. Funkige Fahrstuhlmusik wäre meiner Ohren nach eine sehr passende Umschreibung für diese Art der Musik. Das ist Langeweile pur, Easy Listening der ganz besonders üblen Sorte. Doch man muss den Bassisten von Focus in Schutz nehmen. Auch der Rest der Platte ist maximal noch Durchschnitt und gerade so eben erträglich. Sind dann doch einmal Ansätze an frühere Zeiten in der Musik von Fokus zu hören, so sind diese sehr weichgespült und klingen zumeist eher kitschig als interessant. „Focus IV“ ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Den musikalischen Absturz, den viele Heroen des Progressive Rocks zwei bis drei Jahre später erlebten, den begingen Focus bereits im Jahr 1975.

Lediglich die beiden Nummern mit dem „!“ am Ende des Namens, setzen auch ein kleines Ausrufezeichen. „Someone’s Crying … What!“ klingt schön verträumt und phasenweise ein wenig nach Pink Floyds „Mudmen“ auf dem Album „Obscured By Clouds“. Der Höhepunkt auf „Mother Focus“ ist dann das folgende Lied „All Together … Oh, That!“. Etwas folkig angehaucht und fröhlich locker, entwickelt sich hier eine eingängige Melodie, die zumindest ein klein wenig besser ins Ohr geht. Aber Progressive Rock ist das natürlich schon lange nicht mehr.

Fazit: „Mother Focus“ ist ein Album, welches sehr viel mehr enttäuscht denn begeistert. Zumeist hört man darauf seichte, instrumentale Easy Listening Musik, die Taubheitsgefühle im ganzen Körper auslöst ohne, dass man dafür schnell zu Arzt rennen muss. Diese Risiken und Nebenwirkungen lassen sich durch einen raschen Tonträgerwechsel schnell wieder ausräumen. Sowas von langweilig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Someone’s Crying … What!, All Together … Oh, That!



Mittwoch, 16. Januar 2019

Focus – Hamburger Concerto




Focus – Hamburger Concerto


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, flute, piano, harpsichord, moog, arp synthesizer, recorder, mellotron, non-lexical vocables, vocals, accordion organ of St. Mary The Virgin
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar
Colin Allen – drums


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Delitæ Musicæ (1:13)
2. Harem Scarem (5:52)
3. La Cathedrale De Strasbourg (5:00)
4. Birth (7:46)
5. Hamburger Concerto (20:19)
     I. Starter
     II. Rare
     III. Medium I
     IV. Medium II
     V. Well Done
     VI. One For The Road
6. Early Birth (2:54)

Gesamtspieldauer: 43:07




„Hamburger Concerto“ heißt das vierte Studioalbum der niederländischen Progressive-Rock-Band Focus. Das Album wurde im April 1974 auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht Titel und erreichte in den britischen Charts immerhin noch Platz 20. Titelgebend ist das Stück „Hamburger Concerto“, welches auf Variationen eines Themas von Joseph Haydn von Johannes Brahms basiert.

Auf keinem anderen Focus-Album hört man solch eine starke Annäherung der niederländischen Musiker an das Genre der Klassik – allerdings handelt es sich bei der Musik auf „Hamburger Concerto“ keineswegs um „verklassischte“ Rockmusik, sondern ganz eindeutig noch um Progressive Rock. Dabei gehen Focus die leicht jazzigen Ansätze in der Musik verloren, dies allerdings mit einer sehr viel stärker ausgeprägten Harmonie in den Stücken. Die Lieder klingen allesamt sehr eingängig und melodiös. Wie auch bereits die vorherigen Alben der Band, so wird auch auf „Hamburger Concerto“ kaum gesungen, Focus ist und bleibt mit seinen Titeln hauptsächlich eine Instrumentalband. Die zum Teil sehr seltsamen Laute des Thijs van Leer, die in den Credits mit „Non-lexical Vocables“ angegeben werden, zähle ich bewusst mal nicht zum Gesang hinzu.

Die einzelnen Nummern gehen allesamt ins Ohr, klingen zum Teil schwelgerisch melodisch, wenig vertrackt. Selten nur hört man Jan Akkerman mit bluesigen Ausflügen auf seiner Gitarre wie auf dem Titellied. „Hamburger Concerto“. Die Platte ist durchgängige auf größtmögliche Eingängigkeit hin getrimmt. Das mag man oder man mag es eben nicht. Da die Musik auch sehr abwechslungsreich gestaltet ist, kann ich diesem Album trotzdem nicht die viel zitierten Ecken und Kanten absprechen. Besonders gelungen klingen die beiden längsten Stücke der Platte, „Birth“ sowie das Titellied „Hamburger Concerto“. Hier zeigt sich einmal mehr die Spielfreude der Niederländer, die ihre Musik zu zelebrieren scheinen. Abwechslungsreich, mal schwelgend, mal sanft, mal rockiger unterhalten diese beiden Stücke im Kontext des Progressive Rock bestens.

Fazit: Das Album „Hamburger Concerto“ der niederländischen Band Focus ist eines ganz im Stile des Progressive Rocks der früheren 70er Jahre geworden. Zumeist instrumental gehalten, klingt die Musik sehr abwechslungsreich und jederzeit melodiös und eingängig. Mitunter nähern sich die Lieder etwas der klassischen Musik an, ohne jedoch wie diese zu klingen. Die Platte unterhält und gehört zu den guten der Niederländer. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Birth, Hamburger Concerto



Mittwoch, 9. Januar 2019

Focus – At The Rainbow




Focus – At The Rainbow


Besetzung:

Thijs van Leer – keyboards, flute, vocals
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar
Pierre van der Linden – drums


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Focus III (3:53)
2. Answers? Questions! Questions? Answers! (11:29)
3. Focus II (4:36)
4. Eruption (Excerpt) (8:28)
5. Hocus Pocus (8:30)
6. Sylvia (2:47)
7. Hocus Pocus (Reprise) (2:49)

Gesamtspieldauer: 42:35




„At The Rainbow“ ist das erste Live-Album der niederländischen Rockband Focus, welches im Oktober 1973 auf dem Plattenlabel Imperial Records veröffentlicht wurde. Das Album wurde am 5. Mai 1973 im Rainbow Theatre in London aufgenommen. Ein Studioalbum war ursprünglich für die Veröffentlichung vorgesehen, wurde aber aufgrund von Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band verschoben (ein aus den Bändern dieser Sessions zusammengestelltes Album wurde später unter dem Titel „Ship Of Memories“ veröffentlicht).

Auf keinem anderen Album klingen Focus kraftvoller, abwechslungsreicher und auch progressiver als auf „At The Rainbow“. Sanfte Titel oder Passagen wechseln sich mit rockigeren und auch fordernden Abschnitten ab. Mal schwelgt man in der Musik, ein anders Mal versuchen die Füße einen fast schon arhythmischen Takt mitzuhalten. Von sanften Klängen bis hin zu jazzigen Abschnitten kann man alles auf diesem Live-Album hören, welches auch soundtechnisch äußerst gelungen ist. Jederzeit spürt man dabei die Spielfreude der Musiker, die an diesem Abend im Mai 1973 allerbestens aufgelegt zu sein schienen.

„At The Rainbow“ lässt sich in einem durchhören, es gibt dabei keine Schwächen auf der Platte zu beanstanden. Die Musiker von Focus haben für diese Platte auch die besten Stücke ihrer ersten drei Alben ausgesucht, um diese nun live zu zelebrieren. Der Auszug aus „Eruption“ und das verlängerte „Hocus Pocus“ sollten hier dann aber doch Erwähnung finden, da sie irgendwie stellvertretend für das ganze, wahrlich gelungene Album stehen.

Fazit: Ein sehr schönes Live-Album ist „At The Rainbow“ der niederländischen Band Focus geworden. Die Lieder klingen fast besser und ganz bestimmt mitreißender, als auf den einzelnen Studioalben. Von daher ist solch ein Live-Album dieser Art ganz bestimmt eine lohnende Anschaffung und wertet die Diskographie einer Band auf. Und auch für Leute, die einen Einstieg in die Musik von Focus suchen, stellt „At The Rainbow“ den perfekten Türöffner dar. Elf Punkte.

Anspieltipps: Eruption, Hocus Pocus



Samstag, 29. Dezember 2018

Focus – Focus 3




Focus – Focus 3


Besetzung:

Thijs van Leer – vocals, hammond organ, piano, alto flute, piccolo, harpsichord
Jan Akkerman – guitars, lute
Bert Ruiter – bass guitar
Pierre van der Linden – drums


Gastmusiker:

Mike Vernon – backing vocals on “Round Goes The Gossip”


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Round Goes The Gossip (5:12)
2. Love Remembered (2:49)
3. Sylvia (3:31)
4. Carnival Fugue (6:08)
5. Focus III (6:04)
6. Answers? Questions! Questions? Answers! (13:50)
7. Elspeth Of Nottingham (3:09)
8. Anonymus II (26:22)

Gesamtspieldauer: 1:07:09



Schlicht mit „3“ betitelte die niederländische Rockband Focus ihr drittes Studioalbum, welches im Juli 1972 eingespielt und schließlich im November 1972 auf dem Plattenlabel Imperial Records veröffentlicht wurde. Die Scheibe war ursprünglich als Doppelalbum erschienen und schließlich leider in etwas gekürzter Form auf CD wiederveröffentlicht worden. Zum ersten Mal hört man auf „3“ Bert Ruiter am Bass und damit den dritten Bassisten von Focus auf dem dritten Album. In den Niederlanden erklomm „3“ für eine Woche Platz 1 der Charts, im Vereinigten Königreich Platz 6 und den USA Platz 35 der US Billboard 200. Das Lied „Sylvia“ wurde als einzige Single des Albums veröffentlicht und erreichte in Großbritannien Platz 4 und Platz 89 in den USA.

„3“ ist einmal mehr hauptsächlich instrumental gehalten. Lediglich im Titel „Round Goes The Gossip“ wird – neben einem kurzen Strophentext – dieser Liedtitel intoniert. Ansonsten kommen die Lieder ohne das gesungene Wort aus. Die Musik ist dabei durchaus im Progressive Rock beheimatet, fischt jedoch ganz eindeutig auch im Bereich des Fusion Jazz. Und um das Gesamtbild noch ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten befindet sich mit dem Titel „Elspeth Of Nottingham“ noch ein Lied auf „3“, welches der Mittelaltermusik zugeschrieben werden kann. Ansonsten bewegt sich die Musik atmosphärisch zwischen sehr melodiös bis hin zu jazzig vertrackt. Langeweile kommt dabei beim Hören bestimmt nie auf.

Allerdings kann dieses Gefühl in einem durchaus während des Genusses des längsten Liedes der Platte, der Nummer „Anonymus II“, aufsteigen. Die 26 Minuten Spielzeit langweilen keineswegs durchgängig, beginnt das Stück doch sehr schön rockig mit einer ebenso rockig eingesetzten Querflöte. Auf den weiteren Minuten bekommt diese Nummer doch immer wieder Längen. Jeder Musiker darf mal ein Solo vom Stapel lassen und mit der Zeit wirkt dies alles künstlich in die Länge gezogen und etwas aufgesetzt und ausgewalzt. Lieder können durchaus lang sein und dabei durchgängig unterhalten. Im Falle von „Anonymus II“ fehlt es allerdings schlichtweg an Substanz für solch einen langen Titel. Schade.

Fazit: Das Album „3“ von Focus ist eine Platte, die Freunde progressiven Rocks durchaus gefallen dürfte, wenn sie nichts gegen eine Prise Jazz einzuwenden haben. Nicht unbedingt zu eingängig, dafür ein wenig experimenteller kann die Scheibe bei all jenen Punkten, die auch in der Musik etwas mehr das Abenteuer denn die Konvention suchen. Sicherlich ist das Lied „Anonymus II“ etwas langwierig ausgeartet, doch insgesamt bleibt „3“ eine spannende und abwechslungsreiche Scheibe. Neun Punkte.

Anspieltipps: Love Remembered, Focus III



Montag, 24. Dezember 2018

Focus – Moving Waves




Focus – Moving Waves


Besetzung:

Thijs van Leer – Hammond organ, piano, mellotron, harmonium, flutes, non-lexical vocables, vocals (track 4)
Jan Akkerman – guitars, bass guitar
Cyril Havermans – bass guitar, non-lexical vocables (track 6)
Pierre van der Linden – drums, percussion


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Hocus Pocus (6:42)
2. Le Clochard (2:01)
3. Janis (3:08)
4. Moving Waves (2:42)
5. Focus II (4:03)
6. Eruption (23:02)
1) Orfeus
2) Answer
3) Orfeus
4) Answer
5) Pupilla
6) Tommy
7) Pupilla
8) Answer
9) The Bridge
10) Euridice
11) Dayglow
12) Endless Road
13) Answer
14) Orfeus
15) Euridice

Gesamtspieldauer: 41:40




„Moving Waves“ nannte die niederländische Rockband Focus ihr zweites Studioalbum, welches im Oktober 1971 ursprünglich auf dem Plattenlabel Imperial Records veröffentlicht wurde. Nach dem Weggang von Martin Dresden und Hans Cleuver im Anschluss an die erste Scheibe der Band, stießen Cyril Havermans am Bass und Pierre van der Linden am Schlagzeug zu Focus hinzu. „Moving Waves“ enthält mit dem Lied „Hocus Pocus“ die erfolgreichste Single der Niederländer und mit „Eruption“ einen 23-minütigen Track nach der Oper „Euridice“ des Italieners Jacopo Peri. Die Platte stellt das kommerziell erfolgreichste Album der Band dar und erreichte Platz 2 in den UK Albums Chart und Platz 8 in den US Billboard 200.

Seltsam klingt das Ganze durchaus, zumindest beim Opener „Hocus Pocus“. Welche Band oder welcher Sänger jodelt sonst noch, wenn er nicht der alpenländischen Folklore oder dem tiefsten Western & Country frönt? Natürlich wird noch viel mehr auf der Welt gejodelt, nur wenn dies in der Rock Musik, der aus den Niederlanden speziell zu hören ist, dann klingt dies zumindest zunächst einmal überraschend. Schließlich gibt es noch weitere recht komische und menschliche Laute auf diesem Stück zu hören, das Ganze verpackt in ein Hard Rock Lied. Na, wenn das mal nicht Eindruck hinterlässt und eingängig ist es zudem auch noch. Zwar ist diese Nummer alles andere als typisch für Focus, doch wird das Bild der Band sehr stark auch durch dieses Lied geprägt.

Die nächsten beiden Nummern, „Le Clochard“ und „Janis“, stellen dann sanfte und verträumte Instrumentalstücke dar, die mich an die ersten Solo-Veröffentlichungen von Steve Hackett erinnern. Freilich waren Focus mit „Moving Waves“ allerdings bereits einige Jahre vor Steve Hackett in seiner Solo-Karriere aktiv. Das Titellied enthält nun auch Gesang, die sehr sanfte, nachdenkliche, fast schon zerbrechliche Stimmung bleibt allerdings erhalten. „Focus II“ ist im Anschluss daran schließlich erneut ein Instrumentalstück, welches jetzt durchaus progressive Abschnitt aufweist und aus mehreren verschiedenen Teilen zusammengesetzt ist.

Die ganze ehemalige zweite Seite der Platte nahm das Lied „Eruption“ ein. Inspiriert durch die Oper „Euridice“ des Italieners Jacopo Peri. Opernmusik hört man hier natürlich nicht, sondern eine sehr abwechslungsreiche und instrumentale Reise durch Landschaften progressiver Musik. Da wird mal mehr gerockt, mal mehr durch diverse Sphären geschwebt. Melodiösität und Eingängigkeit stehen dabei zumeist im Vordergrund, auch wenn diese nicht an jene in den Longtracks zum Beispiel der englischen Kollegen von Yes oder Genesis heranreichen. Trotzdem lässt sich das gut anhören, ist kurzweilig und unterhält.

Fazit: Ein hauptsächlich instrumental gehaltenes Album ist „Moving Waves“ von Focus geworden. Klassischen progressiven Rock gibt es darauf zu hören, der ins Ohr geht, abwechslungsreich ist und so manche Überraschung für die Hörerin beziehungsweise den Hörer parat hält. Wer den Progressive Rock der frühen 70er Jahre mag, die oder der sollte diese Platte mal gehört haben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hocus Pocus, Janis, Eruption und der Rest



Sonntag, 18. November 2018

Focus – In And Out Of Focus




Focus – In And Out Of Focus


Besetzung:

Thijs van Leer – vocals (tracks 2, 5, 6), flute, hammond organ, piano, electric piano, mellotron, harpsichord, vibraphone
Jan Akkerman – guitars, acoustic guitars
Martin Dresden – bass guitar, trumpet (tracks 4, 5), vocals (tracks 2, 3, 6)
Hans Cleuver – drums, bongos, vocals (tracks 2, 5, 6)


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock, Pop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Focus (Vocal Version) (2:44)
2. Black Beauty (3:08)
3. Sugar Island (3:05)
4. Anonymus (6:33)
5. House Of The King (2:51)
6. Happy Nightmare (Mescaline) (3:59)
7. Why Dream (3:57)
8. Focus (Instrumental) (9:45)

Gesamtspieldauer: 36:04




Focus sind eine niederländische Rockband, die 1969 in Amsterdam von Keyboarder, Sänger und Flötist Thijs van Leer gegründet wurde. Im Jahr 1970 folgte sodann das erste Studioalbum mit dem Titel „In And Out Of Focus”, das ursprünglich auf dem Plattenlabel Imperial Records erschien. „In And Out Of Focus” ist das einzige Album von Focus, welches in der ursprünglichen Besetzung mit Thijs van Leer, Jan Akkerman, Martin Dresden und Hans Cleuver eingespielt wurde.

Auf „In And Out Of Focus” hört man eine Mischung aus englischem Pop der 60er Jahre, jazzig angehauchtem Rock und auch ein paar Sequenzen mit Progressive Rock. Mitunter klingt das Ganze recht bieder, die Lieder werden jedoch dann interessant, wenn die Musik über den poppigen Ansatz hinausgeht. Dies ist zum Beispiel bei den beiden Nummern „Anonymus“ und „House Of The King“ der Fall. Hier klingen die Niederländer ein wenig nach Jethro Tull, was ganz eindeutig an dem Querflöten-Einsatz liegt, der einfach in dieser Art und Weise gespielt nach Ian Anderson klingt.

Höhepunkt für mich ist allerdings die Nummer „Happy Nightmare (Mescaline)“. Das Lied beginnt zunächst sehr getragen wie eine traurige Pop-Nummer aus der Zeit, geht dann im weiteren Verlauf in einen jazzig gejammten Teil über, der gegenüber dem restlichen Lied völlig aus dem Rahmen fällt. Fast schon hektisch vibriert das Stück nun, um schließlich wieder genau im ersten und sanften und melancholischen Teil zu münden. Hier klingen Focus deutlich interessanter als an so manch anderer Stelle des Albums.

Fazit: Ein wenig klingt das Debut von Focus so, als ob hier eine Band noch auf der Suche nach dem eigenen Sound ist. Biedere Pop-Nummern werden von jazzigen und progressiven Abschnitten flankiert. Alles wird kurz angespielt, ohne weiter ausgebaut zu werden. Insgesamt klingt die Musik von Focus auf „In And Out Of Focus” noch ein wenig durchwachsen, wenn auch schon bereits spannendere Ansätze zu hören sind. Acht Punkte.

Anspieltipps: Anonymus, Happy Nightmare