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Dienstag, 14. Februar 2017

Efterklang – Leaves – The Colour Of Falling




Efterklang – Leaves – The Colour Of Falling


Besetzung:

Mads Brauer – electronics
Casper Clausen – vocals
Rasmus Stolberg – bass


Gastmusiker:

Lisbeth Balslev – vocals (soprano)
Katinka Fogh Vindelev – vocals (soprano)
Morten Grove Frandsen – vocals (counter tenor)
Nicolai Elsberg – vocals (bass)
Jenny Lüning – viola
Josefine Weber – viola
Josefine Opsahl – cello
Marie Louise Lind – cello
Bjarke Mogensen – accordion
Michael Min Knudsen – harmonium and celeste
Ying-Hsueh Chen – percussion
Sara Bigard Rosendal – percussion


Label: Tambourhinoceros


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Moderne Klassik, Oper, Art Pop


Trackliste:

1. Cities Of Glass (6:22)
2. Imagery Of Perfection (6:59)
3. Spider's Web (4:03)
4. The Color Not Of Love (3:58)
5. Leaves (2:24)
6. Stillborn (5:50)
7. Abyss (6:37)
8. No Longer Me (7:00)
9. Eye Of Growth (9:51)
10. Wind (5:37)

Gesamtspieldauer: 58:46




„Leaves – The Colour Of Falling” ist das fünfte Studioalbum der dänischen Band Efterklang und wurde im November des Jahres 2016 auf dem Label Tambourhinoceros veröffentlicht. Bei dem Album handelt es sich um eine Auftragsarbeit des Kopenhagener Opern Festivals, welche in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Kasten Fundal entstand. Uraufgeführt wurde das Ganze in einer ehemaligen Klinik, die unter dem früheren städtischen Krankenhaus untergebracht war und für den Fall eines atomaren Krieges ihre Arbeit aufgenommen hätte.

Nun, eine Auftragsarbeit im Rahmen eines Operfestivals hat zwangläufig etwas „Opernähnliches” zur Folge. Nichts anderes ist auch „Leaves – The Colour Of Falling” geworden. Moderne Oper, zusätzlich noch angefüllt mit einigen, wenigen poppigen Abschnitten. Leider ist dem Booklet nicht zu entnehmen, wer sich hier genau für was verantwortlich zeigt. Kasten Fundal für den überwiegenden Teil, die Oper und die Band Efterklang für den poppigen Rest? Nun, wenn dem so wäre würde das bedeuten, dass der Hauptnamensgeber des Albums nur dafür herhalten musste, um mehr Kopien von diesem Werk zu verkaufen. Wenn allerdings Efterklang auch mit bei den weit überwiegenden Opernteilen kompositorisch beteiligt gewesen sind, so deutet dies, wie bei vielen Pop- und Rock-Musikern, die einen Ausflug in dieses musikalische Genre unternehmen, auf ein gewisses Maß an Selbstüberschätzung hin.

Das, was auf „Leaves – The Colour Of Falling” zu hören ist, kann mich in keiner Weise überzeugen. Wenn man dieses Album mit Werken eines Nicholas Lens zum Beispiel vergleicht, so kommt man nicht umhin, den Ansatz von Efterklang als gescheitert anzusehen. Spannend ist hier nichts, ins Ohr gehen wollen einem nur jene Passagen, die dann doch nach Pop und Rock klingen. Und diese gibt es in den Stücken „Cities Of Glass“ und „The Color Not Of Love“ zu hören. Alles andere klingt – zumindest in meinen Ohren – langweilig, zum Teil etwas zu dissonant und irgendwie überflüssig.

Fazit: Stillstand bedeutet das Ende jeglicher Entwicklung. Warum also nicht mal was Neues ausprobieren? Klar kann man immer und ist auch erwünscht, doch muss sich das Ergebnis dann auch hören lassen können. Ganz gewiss ist das, wie im Fall von „Leaves – The Colour Of Falling”, absolute Geschmackssache. Ich stehe auch Opern nicht unbedingt abgeneigt gegenüber, jedoch das Ergebnis, welches mir hier Efterklang und Karsten Fundal präsentieren, das überzeugt mich nur selten – zu selten. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Cities Of Glass, The Color Not Of Love, Leaves



Freitag, 22. Februar 2013

Efterklang – Parades




Efterklang – Parades


Besetzung (Parades):

Mads Brauer – ohne Instrumentenangabe
Casper Clausen – ohne Instrumentenangabe
Thomas Husmer – ohne Instrumentenangabe
Rune Mølgaard – ohne Instrumentenangabe
Rasmus Stolberg – ohne Instrumentenangabe


Gastmusiker (Parades):

Josefine Lidstrand – female vocal & choir
Melianne Blais – violin
Yorrick Troman – violin
Mina Fred – viola
Tobias Wallin – cello
Niels Skovmand – violin
Nils Grøndahl – violin
Edda Rún Ólafsdottir – viola
Morten Svenstrup – cello
Andreas Bennetzen – double bass
Max Median – additional percussion
Niklas Antonson – trombone
Bo Rande – trumpet & flügelhorn
Thomas Caudery – trumpet & flügelhorn
Jeppe Skjold – bass clarinet, tenor & bass saxophone
Tine Vitkov – clarinet & bass clarinet
Erik Levander – clarinet, noise
Øivind Slaatto – tuba
Jennifer Dill – flute
Chris Taylor – flute & additional vocals
Rosalinde Solskin – harp
Czeslaw Mozil – accordion
Sofia Feuer – female choir
Maya Agnas – female choir
Clara Luise Bryld – female choir
Dubbelgänger Mens Choir with Frederic Teige and Niklas Antonson – choir
Joachim Bertelsen – boys choir
Niels Skovgaard Andersen – boys choir
Søren Rosendahl Eriksen – boys choir
Niklas De Fries – boys choir


Besetzung (Under Giant Trees) Efterklang Live Band:

Niklas Antonson – ohne Instrumentenangabe
Peter Broderick – ohne Instrumentenangabe
Mads Brauer – ohne Instrumentenangabe
Anna Brønsted – ohne Instrumentenangabe
Casper Clausen – ohne Instrumentenangabe
Thomas Husmer – ohne Instrumentenangabe
Rasmus Stolberg – ohne Instrumentenangabe
Frederic Teige – ohne Instrumentenangabe


Gastmusiker (Under Giant Trees):

Niklas Antonson – trombone
Thomas Caudery – trumpet
Qarin Wikström – vocals
Josefine Lindstrand – vocals
Dubbelgänger Men's Choir – choir
Hélianne Blais – violin
Hildur Ársælsdóttir – violin
Edda Rún Ólafsdóttir – viola, violin
Morten Svenstrup – cello
Andreas Bennnetzen – double bass


Label: The Leaf Label LTD.


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Post Rock


Trackliste:


Disk 1: Parades

1. Polygyne (6:58)
2. Mirador (5:08)
3. Him Poe Poe (2:21)
4. Horseback Tenors (5:49)
5. Mimeo (1:23)
6. Frida Found A Friend (5:18)
7. Maison De Réflexion (5:34)
8. Blowing Lungs Like Bubbles (2:47)
9. Caravan (4:59)
10. Illuminant (4:33)
11. Cutting Ice To Snow (4:13)

Spieldauer: 49:03


Disk: 2: Under Giant Trees

1. Falling Horses (7:13)
2. Himmelbjerget (7:37)
3. Hands Playing Butterfly (4:31)
4. Towards The Bare Hill (3:10)
5. Jojo (6:58)
6. Mirador (Live) (5:44)
7. Cutting Ice To Snow (Live) (6:33)

Spieldauer: 41:45

Gesamtspieldauer: 90:48




In Dänemark wohnen die glücklichsten Menschen der Erde heißt es immer wieder, wenn diverse Umfragen zu den Lebensbedingungen in den verschiedenen Ländern der Welt ausgewertet werden. Und dann kommt da diese Band Efterklang aus Kopenhagen daher und präsentiert auf ihrem zweiten Album „Parades“ aus dem Jahr 2007, wunderschöne, aber tieftraurige und melancholische Musik, die zu beschreiben gar nicht so einfach ist, da sie irgendwie in kein Schema passen möchte.

Auf „Parades“ hört man Musik, die aus viel Chorgesang, Streichern und Blechblasinstrumenten besteht. Gitarre, Bass und Schlagzeug bekommt man nur ab und an zu Gehör. Alles wirkt sehr stimmungsvoll, orchestral und manches Mal fast schon richtiggehend symphonisch. Über allem schwebt dabei eine gewisse Traurigkeit, wie sie häufig auf Werken skandinavischer Künstler zu vernehmen ist. Ein Umstand, der nicht nur für Musiker, sondern auch für Buchautoren gilt. Trotz des „glücklichen Lebensgefühls“ scheint auch die etwas dunklere Seite des Lebens in den Ländern Skandinaviens ausgelebt werden zu wollen.

Die Musik auf „Parades“ klingt mitunter etwas „schräg“ und benötigt einige Zeit zum Reifen im Ohr des Hörers, andererseits wirkt das Ganze bereits beim ersten Hören doch immer melodiös und harmonisch. Es gibt viele „Aaaahs“ und „Oooohs“ zu belauschen, die hier jedoch absolut perfekt zur Art der Musik passen. Eine dichte Atmosphäre umgibt die einzelnen Stücke, die den Hörer einhüllt und weich bettet. Musik zum Augenschließen und Träumen, die manchmal auch sehr gut zu einer Dokumentation über die Dünenlandschaft Dänemarks passen würde. Dazu gesellt sich ein sehr zurückhaltender, mitunter eher gehaucht gesprochener Gesang, der die etwas düstere Stimmung nochmals verstärkt.

2010 wurde nun die Deluxe-Version der CD veröffentlicht, die als Zugabe die ursprünglich ebenfalls im Jahr 2007 erschienene EP „Under Giant Trees“ enthält - ergänzt um zwei Live-Einspielungen („Mirador“ und „Cutting Ice To Snow“). Die Musik auf dieser zweiten CD passt stilistisch hervorragend zu den Titeln auf „Parades“. Die Stimmung ist dieselbe, diese wohlige Wärme wird auch mit diesen fünf Nummern transportiert. Insgesamt erhält man so, für gar nicht mal großes Geld, über anderthalb Stunden sehr eindringliche Musik. Dazu gibt es noch ein schönes Booklet sowie ein Poster mit der Stadt, die in dem sehr gelungenen Video zu „Mirador“ eine Hauptrolle spielt.

Fazit: Efterklang machen ganz andere Musik. Musik die von der Atmosphäre lebt, die melodiös und eindringlich ist, immer unaufgeregt bleibt und nie hektisch zu werden droht. Musik, mit der sich trefflich entspannen lässt, die einen in den ruhigen Momenten des Tages begleitet. Musik die wirkt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Polygyne, Mirador, Cutting Ice To Snow, Falling Horses, Himmelbjerget