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Montag, 22. Januar 2018

Kin Ping Meh – Concrete




Kin Ping Meh – Concrete


Besetzung:

Geff Harrison – vocals
Gagey Mrozeck – guitars
Chris Klöber – keyboards
Alan "Joe" Wroe – basses
Charly Weber – drums & percussion


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock, Blues Rock, Hard Rock, Rock’n’Roll, Live-Album


Trackliste:

1. Light Entertainment (4:35)
2. Come Together (5:49)
3. Too Many People (4:22)
4. Me And I (4:43)
5. I Want To Die A Millionaire (8:06)
6. Night-Time Glider (6:55)
7. East Winds (7:06)
8. High Time Whiskey Flyer (11:46)
9. Blue Horizon (7:27)
10. Dancing In The Street (3:42)
11. Don't Force Your Horse (4:37)
12. Good Time Gracie (3:50)
13. Rock Is The Way (6:32)

Gesamtspieldauer: 1:19:34




„Concrete“ ist ein Live-Doppelalbum der deutschen Band Kin Ping Meh. „Concrete“ erschien ursprünglich im Jahr 1976, wurde dann im Jahr 2016 auf dem Plattenlabel Warner Musik in Form einer remasterten CD wiederveröffentlicht. Die Mannheimer Band Kin Ping Meh ist dabei ein gutes Beispiel für ein weit verbreitetes Missverständnis. Hat eine Band in den 70er Jahren oder auch später Lieder in einer Länge über sechs bis sieben Minuten veröffentlicht, dann wurde sie sogleich von irgendwelchen „Fachleuten“ dem Genre des Progressive Rock zugeordnet. Auch Kin Ping Meh werden häufig dort „abgelegt“ oder aber in einem Atemzug mit Psychedelic Rock erwähnt. Doch die Musik der Mannheimer hat genauso viel mit Progessive Rock oder Psychedelic Rock zu tun, wie Helene Fischer mit AC/DC. Beides Mal geht es um Musik, aber das ist schon die Gemeinsamkeit.

Kin Ping Meh machen Rock und Blues Rock und spielen manchmal ein Thema sehr stark ausgewalzt immer und immer wieder an. Einen gewissen hypnotischen Effekt, der auch mal mit dem Wort „Langeweile“ umschrieben werden kann, möchte ich der Band dabei gar nicht absprechen, jedoch ist das sicherlich kein Progressive Rock. Ausgedehnte Soli gibt es auf „Concrete“ zu hören und Musik, die vom Genre Rock auch mal in den Hard Rock hinüberwechselt. Das Ganze wird unterfüttert durch Rock’n’Roll und Blues Rock. Freundinnen und Freunde entsprechender musikalischer Genres können da vielleicht das ein oder andere für sich entdecken.

Lege ich diese Musik auf, so strömt sie leider lediglich an mir vorbei. Nichts bleibt da hängen oder fesselt besonders. Während des Stücks „Blue Horizon“ hört man ein ausgedehntes Schlagzeug-Solo, ganz nett, trotzdem nichts Begeisterndes. Auch die Cover-Version des Beatles-Klassikers „Come Together“ hat man schon überzeugender gehört, trotzdem gehört sie auf „Concrete“ noch zu den Höhepunkten der Scheibe. Dies gilt ebenfalls für eine weitere Cover-Version, jene von „Dancing In The Street“. Immerhin eine Melodie, die hängenbleibt. Irgendwie ist auf „Concrete“ jedoch lediglich jede Menge Allerwelts-Rock’n’Roll zu hören, der einfach nicht packt – zumindest mich nicht. Dazu kommt noch der Umstand, dass die Aufnahme dumpf klingt. Definitiv gibt es soundtechnisch bessere Einspielungen – auch aus der Zeit damals. Das Remastering ist im Falle von „Concrete“ nicht gelungen, sodass auch der Klang des gesamten Albums kaum dazu beiträgt, der Platte doch noch etwas mehr abgewinnen zu können.

Fazit: Keinen Progressive Rock, sondern Rock’n’Roll und Blues Rock bieten Kin Ping Meh ihren Hörerinnen und Hörern vor allen Dingen. Dafür gibt es sicherlich Interessenten. Sucht man allerdings das Besondere in der Musik, so ist diese Scheibe von Kin Ping Meh definitiv die falsche Wahl. Irgendwie langweilig. Dazu gesellt sich ein mieser und dumpfer Klang des Albums. Nein, „Concrete“ überzeugt ganz und gar nicht. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Blue Horizon



Dienstag, 22. Dezember 2015

Kin Ping Meh – Virtues & Sins




Kin Ping Meh – Virtues & Sins


Besetzung:

Geff Harrison – lead vocals
Gagey Mrozeck – 6 & 12 string guitar
Alan "Joe" Wroe – bass
Frieder Schmitt – organ, string organ, piano & synthesizer
Kalle Weber – drums & percussion


Gastmusiker:

Jean-Jaques Kravetz – string organ on "Rich Kid Blues"
Chris Klöber – keyboard
Ralle Oberpichler – background vocals
Rolf Köhler – background vocals
Freya – background vocals
Puppa – background vocals


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Good Time Gracie (3:33)
2. You're A Liar (7:25)
3. Night-Time Glider (5:44)
4. When Summer's Gone (5:40)
5. Whiskey Flyer (5:48)
6. Rich Kid Blues (6:58)
7. Living Your Lies (5:43)
8. Virtue And Sin (4:33)


Bonustracks der remasterten Ausgabe des Albums von 1998:

9. Me And I (3:25)
10. Blue Horizon (3:07)

Gesamtspieldauer: 52:00




Kin Ping Meh ist eine deutsche Rockband, die in den Jahren 1970 bis 1977 aktiv war, in dieser Zeit fünf Studioalben veröffentlichte und ab 2005 wieder zusammenfand, ohne jedoch eine weitere Platte aufzunehmen. Bei „Virtues & Sins“ handelt es sich um die vierte Scheibe der Band, die im Jahr 1974 auf dem Label Nova Records veröffentlicht wurde.

Die Band Kin Ping Meh, die sich nach einem in der Spätzeit der Ming-Dynastie entstandenen chinesischen Sittenroman benannte, wir natürlich auch wieder dem „Krautrock“ zugeordnet – wie alles, was damals deutsche Musiker in Englischer Sprache veröffentlichten. Doch wer mit Krautrock, Progressive Rock à la Grobschnitt, Jane oder Birth Control gleichsetzt, die oder der wird beim Hören von „Virtues & Sins“ Erstaunliches erleben, denn dem ist im Falle von Kin Ping Meh und ihrer vierten Platte nicht so. Kin Ping Meh machen nämlich keinen progressiven Rock. Lediglich die Nummer „You're A Liar“ auf diesem Album geht vielleicht mal abschnittsweise in diese musikalische Richtung, das war es dann aber auch schon. Ansonsten spielen die Mannheimer Rock Musik – oftmals der härten Art – Blues und auch einige folkig angehauchte Stücke.

Das Ergebnis ist etwas zwiespältig. Das bereits erwähnte „You're A Liar“ punktet durch seinen überaus großen Abwechslungsreichtum, „Night-Time Glider“ durch die hier vorhandene relaxte Atmosphäre und die unüberhörbare Eingängigkeit. Besonders herauszuheben ist auch noch „Rich Kid Blues“. Der Name des Titels ist dabei etwas irreführend, denn ein Blues ist dieses Lied eher weniger. „Rich Kid Blues“ ist eine sanfte Rock Nummer, sehr melodiös, die sofort ins Ohr geht und ganz im Gegenteil zu manch anderem Titel auf dieser Scheibe, sogar bereits beim allerersten Hören zu überzeugen weiß. Besonders gelungen dabei die immer alles untermalende, fette Orgel im Hintergrund.

Und der Rest? Auch in Ordnung. Zwar keine Höhepunkte mehr, allerdings gut hörbar und was man den Nummern auch nicht absprechen kann ist, dass diese verstehen im Ohr des Hörers zu reifen. Einzig das Titellied „Virtue And Sin“ dürfte wohl lediglich den absoluten Blues Fans ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Fazit: Eine, mit ein paar Höhepunkten versehenes Rock Album, ist „Virtue & Sin“ von Kin Ping Meh geworden. Sicherlich ist diese Scheibe kein Höhepunkt des deutschen Krautrock, allerdings werden sich hier Leute gut aufgehoben fühlen, die auf Rock mit Blueseinflüssen stehen. Nichts absolut Besonderes, jedoch durchaus hörenswert. Acht Punkte.

Anspieltipps: You're A Liar, Night-Time Glider, Rich Kid Blues