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Montag, 24. Februar 2025

The Incredible String Band – The Big Huge

 





Besetzung:

Robin Williamson – lead vocals, guitar, bass guitar, percussion, violin, piano, hammond organ, flute, kazoo, whistle, harmonica, irish harp, drums, backing vocals
Mike Heron – lead vocals, guitar, sitar, organ, percussion, harmonica, backing vocals


Gastmusiker:

Rose Simpson – percussion (1, 6, 7), backing vocals
Licorice McKechnie – percussion (1, 6), irish harp (7), backing vocals


Label: Elektra


Erscheinungsjahr: 1968


Stil: Psychedelic Folk


Trackliste:

1. Maya (9:24)
2. Greatest Friend (3:47)
3. The Son Of Noah's Brother (0:22)
4. Lordly Nightshade (5:13)
5. The Mountain Of God (1:56)
6. Cousin Caterpillar (5:19)
7. The Iron Stone (6:31)
8. Douglas Traherne Harding (6:21)
9. The Circle Is Unbroken (4:41)

Gesamtspieldauer: 43:38



„The Big Huge“ ist das fünfte Studioalbum der schottischen Psychedelic Folk Gruppe The Incredible String Band. Es wurde zum Teil auch als Doppelalbum mit dem Album „Wee Tam“ vertrieben. Beide Platten erschienen im November 1968.

Einmal mehr passt das Label „Psychedelic Folk“ sehr gut zu der auf „The Big Huge“ zu hörenden Musik. Denn psychedelisch ist das auf jeden Fall, was die zwei Musiker hier ihren Hörerinnen und Hörern bieten. Beim Aufnahmeprozess scheint einiges konsumiert worden zu sein, was diesbezüglich in der damaligen Zeit als bewusstseinserweiternd galt. Da wird falsch gesungen und auch so manches Instrument klingt einfach falsch. Ob dies nun gewollt ist oder einfach nur unbeholfen und dilettantisch, das bleibt wohl das Geheimnis von Robin Williamson und Mike Heron, die beide aus Edinburgh stammen.

Mit Genuss anhören kann man diese Platte kaum. Zu sehr wird man immer wieder durch diese falschen Töne und Akkorde erschüttert oder durch wahrlich schlechten Gesang völlig aus allen Träumen gerissen. Überraschenderweise wurde diese abstruse Musik von Kritikern sogar relativ positiv bewertet. Bei den Hörern fiel sie jedoch bereits in den 1968er Jahren durch. In den Billboard 200 Charts konnte sich die Scheibe kurz auf Platz 180 einreihen, ob dies in Großbritannien auch gelang ist nicht mehr bekannt.

Einziges einigermaßen hörenswertes Lied ist die letzte Nummer „The Circle Is Unbroken“. Ansonsten wird man beim Hören fast waghnsinnig.

Fazit: Fürchterlich falsch klingende Musik bekommt man auf „The Big Huge“ der Incredible String Band geboten. Gitarre und Sitar sowie der Gesang stehen dabei im Vordergrund und alles klingt dabei schräg und falsch. Eine sehr seltsame Platte, kaum anhörbar. Drei Punkte.

Anspieltipps: The Circle Is Unbroken



Donnerstag, 6. Oktober 2022

The Incredible String Band – Wee Tam

 





Besetzung:

Robin Williamson – lead vocals, guitar, bass guitar, guimbri, percussion, sarangi, violin, harpsichord, piano, flute, kazoo, whistle, harmonica, backing vocals
Mike Heron – lead vocals, guitar, sitar, bass guitar, organ, harpsichord, washboard, percussion, harmonica, backing vocals


Gastmusiker:

Rose Simpson – violin, backing vocals
Licorice McKechnie – backing vocals


Label: Elektra


Erscheinungsjahr: 1968


Stil: Psychedelic Folk


Trackliste:

1. Job‘s Tears (6:49)
2. Puppies (5:25)
3. Beyond The See (2:21)
4. The Yellow Snake (2:09)
5. Log Cabin Home In The Sky (4:05)
6. You Get Brighter (5:50)
7. The Half-Remarkable Question (5:07)
8. Air (3:18)
9. Ducks On A Pond (9:10)

Gesamtspieldauer: 44:17



„Wee Tam“ heißt das vierte Studioalbum der schottischen Psychedelic-Folk-Gruppe The Incredible String Band. Es erschien in Europa im November 1968 auf dem Platternlabel Elektra Records. Das Album wurde als Einzel-LP oder in Verbindung mit dem Album „The Big Huge“ als Doppel-LP veröffentlicht. In den USA erschienen nur die Einzel-LPs.

Hört man die Platte heute an, so lässt sie einen etwas fragend zurück. War das wirklich alles so gewollt? Psychedelic Folk, schon klar, aber ist das „psychedelic“, wenn man falsch singt? Und auch falsch oder unbeholfen spielt? Und überhaupt, war das Absicht? Nun, es hilft nichts, viele der Lieder klingen einfach schräg und seltsam. Gegen Ende des Albums verstärkt sich dieser Eindruck leider immer noch ein wenig mehr und es wird immer schwieriger hier zuzuhören.

Dabei klingen die Ansätze der Lieder – zumindest zu Beginn des Albums – durchaus manchmal noch ganz interessant. Die Sitar steht häufig im Mittelpunkt des Geschehens. Folk mit einem kleinen psychedelischen Akzent. Das hört sich in den ersten Takten zunächst noch spannend und an mancher Stelle gar melodiös an, wenn dann nur eben nicht diese falschen Töne zu hören wären. Dies gilt übrigens deutlich weniger für die beiden Damen, die ebenfalls singenderweise auf dem Album zu hören sind.

Fazit: Ein sehr seltsames Album hat die Incredible String Band mit „Wee Tam“ veröffentlicht. Wer mag so etwas heutzutage noch hören? Nostalgiker wohl am ehesten. Falsche Töne, ob gespielt oder gesungen, bleiben falsche Töne, fallen auf und können ein „Liederlebnis“ deutlich negativ beeinflussen. Genau das passiert hier. Schwere Kost, bei der man irgendwann einfach an den Punkt gelangt, „dringend mal was anderes auflegen zu müssen“. Vier Punkte.

Anspieltipps: Job‘s Tears



Sonntag, 3. Juli 2022

The Incredible String Band – The Hangman‘s Beautiful Daughter

 



The Incredible String Band – The Hangman‘s Beautiful Daughter


Besetzung:

Robin Williamson – vocals, guitar, gimbri, penny whistle, percussion, pan pipe, piano, oud, mandolin, jaw harp, chahanai, water harp, harmonica
Mike Heron – vocals, sitar, hammond organ, guitar, hammered dulcimer, harpsichord


Gastmusiker:

Dolly Collins – flute organ, piano
David Snell – harp
Licorice McKechnie – vocals, finger cymbals
Richard Thompson – vocals on “The Minotaur’s Song”
Judy Dyble – vocals on “The Minotaur’s Song”


Label: Elektra


Erscheinungsjahr: 1968


Stil: Psychedelic Folk


Trackliste:

1. Koeeoaddi There (4:48)
2. The Minotaur's Song (3:20)
3. Witches Hat (2:34)
4. A Very Cellular Song (13:03)
5. Mercy I Cry City (2:46)
6. Waltz Of The New Moon (5:07)
7. The Water Song (2:52)
8. Three Is A Green Crown (7:44)
9. Swift As The Wind (4:51)
10. Nightfall (2:30)

Gesamtspieldauer: 49:40



„The Hangman‘s Beautiful Daughter“ heißt das dritte Album der schottischen Psychedelic Folk Band The Incredible String Band. Das Album wurde ursprünglich im März 1968 auf dem Plattenlabel Elektra Records veröffentlicht. „The Hangman‘s Beautiful Daughter“ wurde zum erfolgreichsten Album der Band. Es erreichte Platz 5 der britischen Albumcharts und Platz 161 der US-Billboard 200 in den USA und ist damit das meistverkaufte Album der Incredible String Band in beiden Ländern.

Robin Williamson und Mike Heron scheinen sich einmal mehr auch auf diesem dritten Album einfach auszuprobieren. Das klingt gerade zu Beginn des Albums auch ganz überzeugend, entwickelt sich im weiteren Verlauf allerdings in wahrlich gewöhnungsbedürftige musikalische Gefilde. Natürlich loten die beiden Musiker Robin Williamson und Mike Heron auf diesem Album erneut Grenzen aus, hören sich mitunter dabei phasenweise durchaus experimentell an. Warum man dazu jedoch so falsch singen muss, das erschließt sich einem heute kaum noch.

Doch genau das ist es, was dieses Album zu einer manchmal schwereren Kost werden lässt. Klingt der Gesang zu Beginn des Albums noch einigermaßen tonal, so ändert sich dies im weiteren Verlauf der Platte und zerrt mitunter an den Nerven der Zuhörerin und des Zuhörers. Einzelne Lieder, die durchaus hörenswert klingen, kann man immer wieder anhören. Doch das gesamte Werk in einem Zug durchzuhören bereitet immer wieder Probleme.

Die Lieder „Koeeoaddi There“, „Witches Hat“ sowie „A Very Cellular Song“ lohnen dabei und sind eingängige Nummern mit nur leichten atonalen Anspielungen. In diesen drei Titeln hört man Psychedelic Folk, der auch unterhält und dabei sogar spannend klingt. Bei den anderen Nummern des Albums ist das mal mehr oder sehr viel weniger der Fall.

Fazit: Die Musik der Incredible String Band macht es den Hörerinnen und Hörern nicht immer ganz leicht. Auch auf „The Hangman‘s Beautiful Daughter“ gibt es gelungene und hörenswerte Lieder und solche, bei denen man sich verwundert das Ohr tätschelt: „Höre ich das falsch oder singen die wirklich falsch?“ Sie singen falsch. Kann man mögen, muss man aber nicht. Doch die Höhepunkte lohnen trotzdem. Acht Punkte.

Anspieltipps: Koeeoaddi There, Witches Hat, A Very Cellular Song



Donnerstag, 19. Mai 2022

Terry Reid – Bang, Bang You're Terry Reid

 



Terry Reid – Bang, Bang You're Terry Reid 


Besetzung:

Terry Reid – guitar, bass, vocals


Gastmusiker:

Eric Leese – keyboards
Keith Webb – drums




Erscheinungsjahr: 1968


Stil: Rock


Trackliste:

1. Bang Bang (My Baby Shot Me Down) (4:17)
2. Tinker Taylor (2:55)
3. Erica (3:51)
4. Without Expression (4:48)
5. Sweater (2:06)
6. Something's Gotten Hold Of My Heart (5:02)
7. Season Of The Witch (10:10)
8. Writing On The Wall / Summertime Blues (10:14)
9. When I Get Home (3:40)
10. Loving Time (3:39)

Gesamtspieldauer: 50:46



Terry Reid ist ein englischer Musiker, der hauptsächlich dadurch bekannt wurde, dass er Jimmy Page aufgrund von Tourverpflichtungen absagte und nicht in dessen Band The New Yardbirds mitspielen wollte, aus denen sich Led Zeppelin entwickelte. Stattdessen schlug er Page Robert Plant als Sänger und John Bonham als Schlagzeuger vor. Auch Ritchie Blackmore sagte er für Deep Purple ab, als dieser einen Nachfolger für Rod Evans suchte.

Terry Reids Debut „Bang, Bang You're Terry Reid“ verkaufte sich nicht besonders erfolgreich, obwohl der Titel „Without Expression“ aus dem Album, den Terry Reid bereits mit 14 Jahren schrieb,  in der Interpretation anderer Bands und Musiker erfolgreich werden sollten. Das Lied wurde bereits im Erscheinungsjahr des Albums 1968 von The Hollies als "A Man With No Expression", 1969 von Crosby, Stills, Nash und Young als "Horses Through a Rainstorm", 1973 von REO Speedwagon als "Without Expression (Don't Be the Man)" und von John Mellencamp auf seinem Greatest Hits Album „The Best That I Could Do: 1978-1988“ gecovert.

Dass das Album selbst nicht so erfolgreich wurde lag womöglich an dem kruden Stilmix, den man auf dieser Platte zu hören bekommt. Von Hard Rock über Pop, Calypso-Klängen bis hin zum Blues und Folk bekommt man so ziemlich alles auf diesem Album geboten. Vier der zehn Titel sind dabei Cover-Versionen, sechs Lieder schrieb Terry Reid selbst. Das klingt phasenweise auch immer ganz nett, so restlos überzeugen die Lieder dann allerdings doch nicht. Irgendetwas scheint immer zu fehlen.

Trotzdem gehen viele der Titel ins Ohr und man ist überrascht, welchen breiten Sound Terry Reid bereits Ende der 60er Jahre auf Platte zu pressen verstand. Die Chance ein „Lieblingsalbum“ zu werden hat die Scheibe allerdings kaum, denn zu unterschiedlich klingen die Stile und musikalischen Richtungen, sodass man sich nie auf die Musik einstellen kann. Was spannend klingt, kann auch anstrengend sein.
Fazit: Nun, ein sehr abwechslungsreiches Debut-Album ist dem Engländer Terry Reid mit „Bang, Bang You're Terry Reid“ ganz bestimmt gelungen. Und dieses klingt sogar noch nicht mal unbedingt nach Ende der 60er Jahre. Trotzdem wirkt es so, als ob hier ein Musiker zu hören ist, der eines zumindest nicht wusste, nämlich in welchem musikalischen Genre er sich zu Hause fühlt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Bang Bang (My Baby Shot Me Down)



Dienstag, 1. Dezember 2020

The Monkees – The Birds, The Bees & The Monkees




The Monkees – The Birds, The Bees & The Monkees


Besetzung:

Micky Dolenz – vocals, backing vocals, percussion
Davy Jones – vocals, backing vocals, percussion
Michael Nesmith – vocals, backing vocals, guitars, percussion
Peter Tork – piano


Gastmusiker:

Many, many musicians


Label: Colgems Records


Erscheinungsjahr: 1968


Stil: Pop, Oldie, Rock


Trackliste:

1. Dream World (3:21)
2. Auntie‘s Municipal Court (4:05)
3. We Were Made For Each Other (2:25)
4. Tapioca Tundra (3:08)
5. Daydream Believer (3:00)
6. Writing Wrongs (5:08)
7. I‘ll Be Back Up On My Feet (2:26)
8. The Poster (2:21)
9. P.O. Box 9847 (3:16)
10. Magnolia Simms (3:48)
11. Valleri (2:15)
12. Zor And Zam (2:10)

Bonus Tracks der Wiederveröffentlichung im Jahr 1994:

13. Alvin (Previously Unissued) (0:27)
14. I‘m Gonna Try (Previously Unissued) (2:44)
15. P.O. Box 9847 (Previously Unissued Alternate Mix) (3:15)
16. The Girl I Left Behind Me (Previously Unissued Early Version) (2:40)
17. Lady‘s Baby (Previously Unissued Alternate Mix) (2:29)

Gesamtspieldauer: 49:06




„The Birds, The Bees & The Monkees“ heißt das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen Pop Band The Monkees. Es erschien im 22. April 1968 und war das erste Monkees-Album, das nicht die Nummer 1 der US Billboard 200 erreichte und lediglich auf Platz 3 der Charts kletterte. Es war auch ihr erstes Album, das die britischen Charts insgesamt verfehlte, wobei die vier vorherigen Alben alle die Top Ten erreichten. Das Album hat sich insgesamt allerdings trotzdem über eine Million Mal verkauft.

Nachdem die vier Musiker auf den letzten beiden Alben zumindest etwas zu einer Band geworden waren und einige Titel selbst komponierten, viele der Lieder selbst und vor allen Dingen zusammen einspielten, gehörte dies auf „The Birds, The Bees & The Monkees“ bereits wieder der Vergangenheit an. Dieses Mal war es allerdings keine Plattenfirma oder der Produzent, der dies verlangte, es waren die Musiker selbst, die sich Studiomusiker und Freunde zusammensuchten und parallel in verschiedenen Studios unterschiedliche Titel aufnahmen. Chip Douglas, der Produzent der beiden vorherigen Alben, sollte am Ende alles wieder zusammenführen, wurde allerdings von dieser Aufgabe entbunden, sodass jeder der vier Musiker irgendwie sein eigenes Süppchen köchelte.

So ist „The Birds, The Bees & The Monkees“ ein recht abwechslungsreiches Album geworden. Ein wenig Musical-Rock von Davy Jones, Country-Anleihen und psychedelische Experimente von Michael Nesmith sowie eine Prise Rock von Micky Dolenz waren die Ingredienzien für dieses Album, bei dem sich allerdings nur Michael Nesmith mit eigenen Kompositionen durchsetzen konnte. Die meisten Lieder stammten wieder von anderen Songwritern. Auch sind die Monkees bis auf den Gesang kaum beim Einspielen der Scheibe beteiligt gewesen. Am Schlimmsten traf es dabei Peter Tork. Mehrere seiner Kompositionen wurden für die Veröffentlichung auf dem Album in Betracht gezogen, allerdings wurden letztendlich alle abgelehnt. Abgesehen davon, dass er beim Stück „Daydream Believer“ Klavier spielte, ist Peter Tork an der Entstehung der Platte überhaupt nicht beteiligt.

Wie bei allen Platten der Monkees findet man einige poppige Oldies, reichlich Uninteressantes. Insgesamt hatte die Musik der Band allerdings doch eine gewisse Entwicklung durchlaufen. Die Lieder waren bezüglich der bedienten Genres breiter aufgestellt, das Ergebnis insgesamt deutlich abwechslungsreicher. Höhepunkte auf „The Birds, The Bees & The Monkees“ sind die Lieder „Daydream Believer“, „Writing Wrongs“ und „Zor And Zam“. „Daydream Believer“ ist ein kleiner Ohrwurm und eines der bekanntesten Stücke der Monkees, geschrieben vom ehemaligen Kingston Trio-Mitglied John Stewart. „Writing Wrongs“ schrieb Michael Nesmith und ist ein psychdelischer Ausflug. „Zor And Zam“ wurde von Bill und John Chadwick für die Monkees und ihre TV-Show geschrieben und ist eine kurze aber spannende Nummer, ebenfalls mit leicht psychedelischem Einschlag.

Fazit: Auch wenn sich „The Birds, The Bees & The Monkees“ immer noch sehr gut verkaufte und mit „Valleri“ und „Daydream Believer“ auch noch zwei weitere Nummer 1 Singles in der langen Liste der Monkees hinzusteuerte, so stellte diese Platte doch einen Einschnitt dar. Im Jahr 1968, dem Jahr der Entstehung von „The Birds, The Bees & The Monkees“ wurde ihre Fernseh-Serie abgesetzt. Ein Kinofilm und ein Fernsehspecial floppten und Ende des Jahres verließ Peter Tork die Band. Und obwohl die Monkees hier nicht mehr als Einheit auftraten hat die Platte ihre Höhepunkte und gehört mit den beiden Vorgängern zu den besseren Scheiben der Band. Acht Punkte.

Anspieltipps: Daydream Believer, Writing Wrongs, Zor And Zam



Samstag, 9. Februar 2019

Cream – Wheels Of Fire




Cream – Wheels Of Fire


Besetzung:

Jack Bruce – lead vocals, bass guitar, cello, harmonica, calliope, acoustic guitar, recorder
Ginger Baker – drums, percussion, bells, glockenspiel, timpani, vocals, spoken word on “Pressed Rat And Warthog”
Eric Clapton – guitar, vocals


Gastmusiker:

Felix Pappalardi – viola, bells, organ, trumpet, tonette


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 1968


Stil: Psychedelic Rock, Blues Rock


Trackliste:

CD1 (In The Studio):

1. White Room (5:03)
2. Sitting On Top Of The World (5:01)
3. Passing The Time (4:37)
4. As You Said (4:23)
5. Pressed Rat And Warthog (3:18)
6. Politician (4:16)
7. Those Were The Days (2:57)
8. Born Under A Bad Sign (3:13)
9. Deserted Cities Of The Heart (3:38)

CD2 (Live At The Fillmore):

1. Crossroads (4:18)
2. Spoonful (16:46)
3. Traintime (7:01)
4. Toad (16:15)

Gesamtspieldauer: CD1 (36:28) und CD2 (44:22): 1:20:50




„Wheels Of Fire“ heißt das dritte Album der britischen Rockband Cream. Es wurde im August 1968 als Zweiplatten-Vinyl-LP auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht, wobei eine Schallplatte im Studio und die andere live aufgenommen wurde. „Wheels Of Fire“ erreichte Platz drei der Charts in Großbritannien und Platz eins in den entsprechenden Charts in den Vereinigten Staaten und wurde damit dort zum weltweit ersten platinverkauften Doppelalbum. Im Mai 2012 wurde es vom Rolling Stone Magazin auf Platz 205 der 500 größten Alben aller Zeiten gewählt. Die Platte wurde allerdings auch einzeln verkauft, als „Wheels Of Fire“ (Studioversion) und „Wheels Of Fire“ (Live At The Fillmore).

Interessant ist einmal mehr, dass Gitarrist Eric Clapton kaum was kompositorisch zur Musik von Cream beitrug. Der Schlagzeuger der Band, Ginger Baker, schrieb zusammen mit dem Pianisten Mike Taylor drei Songs für das Studioalbum. Bassist Jack Bruce hat zusammen mit dem Dichter Pete Brown vier Songs geschrieben. Eric Clapton hingegen bearbeitete lediglich zwei ältere, bereits veröffentlichte Blues Titel und ist auf „Wheels Of Fire“ lediglich für die zwei Cover-Songs zuständig.

Diese beiden Blues-Titel, „Sitting On Top Of The World” und „Born Under A Bad Sign“ sind auch gleichzeitig die schlechtesten und am wenigsten überzeugenden Stücke der Platte, die ansonsten wahrlich gelungen ist. Wie schon auf dem Vorgängeralbum „Disraeli Gears“ hört man auch auf der Studioplatte „Wheels Of Fire“ Psychedelic Rock, der etwas Neues darstellt, irgendwie besonders klingt und dabei auch ins Ohr geht. Ausgesprochen gelungen sind dabei die Nummern „White Room“, „Passing The Time“ sowie „Pressed Rat And Warthog“. Erstgenanntes Stück stammt von Jack Bruce und ist wohl der Cream Klassiker schlechthin, ein Lied, welches man sofort mit den Briten in Verbindung bringt. „Passing The Time“ und „Pressed Rat And Warthog“ schrieb Ginger Baker. Beide Lieder stellen sehr eingängige Stücke dar, die ein etwas schräges Flair verströmen und ebenfalls im Bereich des Psychedelic Rocks angesiedelt sind.

Für die zweite Platte wählte Produzent Felix Pappalardi Lieder aus, die am 7., 8. und 10. März 1968 in San Francisco eingespielt wurden, um die einzelnen Musiker zu präsentieren. Auf „Traintime“ ist Jack Bruce mit einem langen Mundharmonikasolo zu hören. „Spoonful“ und „Crossroads“ sollen Eric Claptons Fertigkeiten an der Gitarre demonstrieren und „Toad“ ist schließlich eine wahre Schlagzeug-Orgie, in der Ginger Baker kaum gebändigt werden kann. Genial. „Spoonful“ und „Toad“ gehören dabei für mich mit zu den mitreißendsten Live-Einspielungen überhaupt. Überraschend an der zweiten Scheibe ist allerdings, dass diese „Live At The Fillmore“ heißt. Denn lediglich „Toad“ wurde am 7. März im Fillmore aufgenommen. „Traintime“ dagegen am 8. März im „Winterland“, genau wie „Crossroads“ und „Spoonful“ am 10. März 1968.

Fazit: Eine Mischung aus Psychedelic Rock und Blues gibt es auf „Wheels Of Fire“ zu hören. Die erste Platte ist dabei ein Studioalbum, die zweite Scheibe ein Live-Konzertmitschnitt. Cream klingen immer dann gut, wenn sie die Musik selbst geschrieben haben und sich eher im Bereich des Psychedelic Rocks bewegen. Überraschenderweise hat Eric Clapton kaum etwas dazu beigetragen. Dafür klingen die Beiträge von Jack Bruce und Ginger Baker umso besser. Zehn Punkte.

Anspieltipps: White Room, Passing The Time, Pressed Rat And Warthog



Mittwoch, 12. Dezember 2018

The Jimi Hendrix Experience – Electric Ladyland




The Jimi Hendrix Experience – Electric Ladyland


Besetzung:

Jimi Hendrix – lead vocals, guitar, piano, percussion, comb and tissue paper kazoo, electric harpsichord, bass on "Have You Ever Been (To Electric Ladyland)", "Long Hot Summer Night", "Gypsy Eyes", "1983", "House Burning Down", and "All Along The Watchtower"
Noel Redding – backing vocals, bass on "Crosstown Traffic", "Little Miss Strange", "Come On (Let The Good Times Roll)", "Burning Of The Midnight Lamp", and "Voodoo Child (Slight Return)", acoustic guitar and lead vocals on "Little Miss Strange"
Mitch Mitchell – backing vocals, drums (except on "Rainy Day Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"), percussion, lead vocals on "Little Miss Strange"


Gastmusiker:

Jack Casady – bass on "Voodoo Chile"
Brian Jones – percussion on "All Along The Watchtower"
Al Kooper – piano on "Long Hot Summer Night"
Dave Mason – twelve-string guitar on "All Along The Watchtower", backing vocals on "Crosstown Traffic"
The Sweet Inspirations – backing vocals on "Burning Of The Midnight Lamp"
Steve Winwood – Hammond organ on "Voodoo Chile"
Chris Wood – flute on "1983... (A Merman I Should Turn To Be)"
Larry Faucette – congas on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"
Mike Finnigan – organ on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"
Buddy Miles – drums on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"
Freddie Smith – tenor saxophone on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"


Label: Sony Music (ursprünglich: Reprise Records / Track Records)


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Psychedelic rock


Trackliste:

1. And The Gods Made Love (1:22)
2. Have You Ever Been (To Electric Ladyland) (2:10)
3. Crosstown Traffic (2:26)
4. Voodoo Chile (14:59)
5. Little Miss Strange (2:52)
6. Long Hot Summer Night (3:27)
7. Come On (Let The Good Times Roll) (4:09)
8. Gypsy Eyes (3:43)
9. Burning Of The Midnight Lamp (3:39)
10. Rainy Day, Dream Away (3:42)
11. 1983... (A Merman I Should Turn To Be) (13:39)
12. Moon, Turn The Tides...Gently Gently Away (1:01)
13. Still Raining, Still Dreaming (4:25)
14. House Burning Down (4:32)
15. All Along The Watchtower (4:00)
16. Voodoo Child (Slight Return) (5:13)

Gesamtspieldauer: 1:15:28




„Electric Ladyland“ heißt das dritte und letzte Studioalbum der Englisch-US-amerikanischen Rockband The Jimi Hendrix Experience. Das Doppelalbum, welches ursprünglich am 16. Oktober 1968 auf den Plattenlabeln Reprise Records in Nordamerika und Track Records in Europa veröffentlicht wurde, war die einzige Platte der Band, die Jimi Hendrix auch selbst produzierte. Bis Mitte November hatte das Album in den Vereinigten Staaten Platz 1 erreicht, wo es sich zwei Wochen lang an der Spitze halten konnte. „Electric Ladyland“ war die kommerziell erfolgreichste Veröffentlichung der Jimi Hendrix Experience und ihr einziges Nummer 1 Album in den USA. In Großbritannien erreichte das Album immerhin den sechsten Platz; in Deutschland Platz 12. „Electric Ladyland“ enthält das Bob Dylan Cover „All Along The Watchtower“, was zur meistverkauften Single der Band wurde. Die ursprünglich als Doppel-LP veröffentlichte Platte ist auf vielen Listen vertreten, wenn es darum geht die besten Alben aller Zeiten zu küren. So belegt Electric Ladyland“ Platz 55 in der Liste des Rolling Stone Magazines der „500 größten Alben aller Zeiten“.

Die Musik auf „Electric Ladyland“ ist sehr breit gefächert. Von Pop über Rock, hin zu Psychedelic und Blues gibt es auf dieser Platte jede Menge unterschiedlicher musikalischer Genres zu hören. Genau dies macht diese Scheibe auch so spannend. Solch einen Titel wie „Voodoo Chile“, der irgendwo zwischen den Genres Psychdelic Rock und improvisiertem Blues angesiedelt ist, den gab es so zuvor noch nie. Gleiches gilt für den zweiten Longtrack „1983... (A Merman I Should Turn To Be)“ eine tolle und abgefahrene Nummer, bei der man nur selten Abschnitte mit Eingängigkeit entdeckt. Sehr viel mehr hört man sphärische Klänge oder auch mal ein Schlagzeug-Solo. Das ist Psychedelic Rock, in den man sehr tief eintauchen kann und sich darin zu verlieren scheint, wenn man denn das Außergewöhnliche sucht. Solche Musik war wahrlich neu für die damalige Zeit.

Es gibt allerdings noch weitere Höhepunkte auf diesem Album. Das bereits erwähnte Bob Dylan Cover „All Along The Watchtower“ ist nicht nur eines der bekanntesten Lieder des Jimi Hendrix. Es wertet auch die ursprüngliche Version von Bob Dylan selbst um Klassen auf. Und schließlich sollte an dieser Stelle auch noch die Nummer „Burning Of The Midnight Lamp“ Erwähnung finden. Psychdelic Rock in sehr melodiöser Form, wie er schnell und ohne Umwege ins Ohr geht. Auch dieses Lied wurde als Single ausgekoppelt und erreichte im Vereinigten Königreich immerhin Platz 18 der Charts. Der Rest der Scheibe ist ebenfalls abwechslungsreich, kann vielleicht nicht mehr ganz so beeindrucken, wie die bereits erwähnten Nummern, lohnenswert ist das jedoch allemal.

Fazit: „Electric Ladyland“ ist wohl das bekannteste und auch das erfolgreichste Album der Jimi Hendrix Experience geworden. Und das auch nicht ohne Grund, denn es gibt viel zu entdecken auf dieser Scheibe, die mit den musikalischen Genres spielt und immer wieder Überraschungen für die Hörerin und den Hörer parat hält. Für Menschen, die mit der heutigen Musik des Radios sozialisiert wurden, mag das ein oder andere oder vielleicht sogar das meiste auf „Electric Ladyland“ neu oder gar seltsam klingen. Für Menschen, die der Musik offen gegenüberstehen, überwiegen dagegen die spannenden und mitreißenden Abschnitte. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Voodoo Chile, Burning Of The Midnight Lamp, 1983... (A Merman I Should Turn To Be), All Along The Watchtower



Sonntag, 28. Oktober 2018

Iron Butterfly – Heavy




Iron Butterfly – Heavy


Besetzung:

Ron Bushy – drums
Darryl DeLoach – tambourine, vocals
Doug Ingle – organ, vocals
Jerry Penrod – bass, vocals
Danny Weis – guitar


Label: ATCO


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Rock, Pop, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Possession (2:46)
2. Unconscious Power (2:32)
3. Get Out Of My Life, Woman (3:58)
4. Gentle As It May Seem (2:28)
5. You Can’t Win (2:41)
6. So-Lo (4:05)
7. Look For The Sun (2:14)
8. Fields Of Sun (3:12)
9. Stamped Ideas (2:08)
10. Iron Butterfly Theme (4:34)

Gesamtspieldauer: 30:43



„Iron Butterfly“, die US-amerikanische Rockband, dürfte den allermeisten wohl aufgrund ihres 1968er Hits „In-A-Gadda-Da-Vida“ bekannt sein, der den Weg zur Entwicklung von eher biederem Rock hin zu Hard Rock und Heavy Metal Musik ebnete. Die Band aus San Diego, Kalifornien, gibt es auch im Jahr 2018 immer noch, einziges verbliebenes Gründungsmitglied ist der Schlagzeuger Ron Bushy. In der Band spielten seitdem an die 50 Musiker, die sich auch Band-Mitglieder nennen durften. Es gab zahlreiche Auflösungen und erneute Neugründungen, das letzte Album wurde im Jahr 1975 veröffentlicht. Da scheint eine Band nun fast schon ein halbes Jahrhundert von ihren alten Taten zu leben. Allerdings gab es bereits vor der Platte „In-A-Gadda-Da-Vida“ eine Veröffentlichung, welche am 22. Januar desselben Jahres erschien („In-A-Gadda-Da-Vida“ wurde am 14. Juni 1968 als zweites Album veröffentlicht). „Heavy“ heißt das Debut-Werk von Iron Butterfly und wurde auf dem Plattenlabel ATCO Records veröffentlicht.

Auf der Scheibe hört man eine Mischung aus Rock und Pop, wobei der Schwerpunkt deutlich auf dem Genre des Rocks liegt. Die Hard Rock-Ansätze in der Musik der US-Amerikaner sind bereits vorhanden, jedoch noch nicht zu stark ausgeprägt. Mit „gemäßigtem“ Hard Rock könnte man viele der Lieder der Band auf „Heavy“ umschreiben, bei denen auch der Orgel eine durchaus größere Rolle zukommt. Viele der Nummern gehen dabei ins Ohr und die Lieder wirken durchaus etwas ihrer Zeit voraus. Man hört auf „Heavy“ definitiv keinen 60ies Pop, wie er für viele Bands typisch war – einige wenige derartige Stellen, wie beim Titel „So-Lo“ oder der Nummer „Stamped Ideas“ gibt es allerdings auch auf „Heavy“ zu hören. Glücklicherweise stellen diese jedoch eine Ausnahme dar. Und so bleibt festzuhalten, dass sich die Musik Ende der 60er Jahre in einer Art Aufbruchstimmung befand und Iron Butterfly waren vorne mit dabei und durchaus stilbildend.

Höhepunkte des Albums sind die Titel „Possession“, „You Can’t Win“ sowie „Fields Of Sun“. Gerade beim erst- und letztgenannten Lied kann man die frühen Ansätze des Hard Rocks sehr schön heraushören. Alle drei Titel gehen dabei gut ins Ohr und wachsen sogar mit den Durchläufen noch ein wenig. Richtige Ausfälle gibt es auf der Platte glücklicherweise auch nicht zu beklagen, sodass man die Platte in einem genießen kann und dabei zwischen den Jahrzehnten zu wechseln scheint, denn die Verweise auf die Zukunft der Rock Musik sind unüberhörbar.

Fazit: Auch wenn „Heavy“ von Iron Butterfly kein „großes“ Album geworden ist, so ist es doch ein interessantes, spannendes und auch wegweisendes geworden. Diese Art der Musik zur damaligen Zeit stellt definitiv etwas Besonderes dar. Heutzutage ist das natürlich längst überholt und klingt gewöhnlich. Für das Jahr 1968 stellte diese Musik dagegen durchaus etwas Neues dar. Somit ist „Heavy“ eine kleine Zeitreise, die sich für alle diejenigen Hörerinnen und Hörer lohnt, welche sich für die Entwicklung der populären Musik interessieren. Acht Punkte.

Anspieltipps: Possession, You Can’t Win, Fields Of Sun



Donnerstag, 8. März 2018

July – July




July – July


Besetzung:

Chris Jackson – drums
Tom Newman – vocals
Alan James – bass
Tony Duhig – guitars
John Field – flute, keyboards


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. My Clown (3:21)
2. Dandelion Seeds (4:26)
3. Jolly Mary (2:19)
4. Hallo To Me (2:57)
5. You Missed It All (2:47)
6. The Way (3:19)
7. To Be Free (2:46)
8. Move On Sweet Flower (3:22)
9. Crying Is For Writers (2:33)
10. I See (2:39)
11. Friendly Man (3:07)
12. A Bird Lived (2:36)

Gesamtspieldauer: 36:19




„July“ war eine Psychedelic Rock Band, die aus dem Stadtteil Ealing in London stammte und in den Jahren 1968 und 1969 aktiv war. Das selbstbetitelte Album „July“ war zum damaligen Zeitpunkt die einzige Veröffentlichung der Band und erschien im Jahr 1968. Die Platte wurde damals auf Parlophone veröffentlicht und im Jahr 2014 erneut aufgelegt. Die Musik der Band war eine Mischung aus psychedelischem Rock und psychedelischem Pop, der eher an den amerikanischen Psychedelic Rock angelegt war, denn an der der britischen Kollegen. Trotzdem erinnert die Platte an manchen Stellen etwas an Syd Barretts Pink Floyd und auch an die Beatles zur damaligen Zeit – ohne jedoch vergleichbare Titel hervorzubringen, die ebenso ins Ohr gehen. July wirkt und klingt da etwas spröder.

Man benötigt ein paar Durchläufe, um in diese Musik besser eintauchen zu können. Die Lieder sind zumeist um die drei Minuten lang und wirken erst nach einigen Durchgängen. Vielleicht liegt es daran, dass die Titel wohl mit bewusstseinserweiternder Unterstützung geschrieben wurden und ein Anhören und Eintauchen in diese Musik ohne diese „Hilfe“ etwas Anlauf benötigt. Dann aber, nach einer gewissen Zeit, klingt das Ganze ganz interessant, hat was. Versucht man etwas mehr über diese Band zu erfahren, stößt man immer wieder auf den ersten Titel des Albums, „The Clown“, der bei manchem Hörer und Kritiker als einer der besten psychedelischen Singles gilt – obwohl keine Veröffentlichung der Band sich jemals in den Charts platzieren konnte. Der Titel „The Clown“ steht allerdings durchaus beispielhaft für die Musik der Band auf ihrem gleichnamigen Album. Etwas verschroben, Stimmenverzerrer und eine Gitarre, die im Solo anders, schräger klingen möchte.

Die Betonung des Genres liegt auf der Betonung Psychedelic Rock, denn der ist hier deutlich mehr vertreten als selbiger Pop. Die allgegenwärtige Gitarre sorgt für diesen Eindruck, die sich auch mal in einem Solo verlieren kann. Dazu gesellen sich immer wieder Einfälle und Ausflüge in etwas schrägere Gefilde, sei es in Form von veränderten Stimmen, kurzzeitig anders klingenden Passagen oder seltsamen Sounds. Das macht den psychedelischen Effekt der Platte aus – neben manchem Sitar-Ausflug, der zur damaligen Zeit einfach nicht mehr fehlen durfte und den Ansatz noch unterstrich. Sehr gelungen ist vor allen Dingen der Beginn der Scheibe mit den Stücken „The Clown“ und „Dandelion Seeds“. Auch „The Way“ weiß durchaus zu überzeugen mit seinem intensiven Ausflug nach Indien und einer Gesangsstimme, die von einem dreizehnjährigen Jungen zu stammen scheint. Langweilig wird es immer nur dann, wenn die Musik von July in den Pop der endsechziger Jahre abrutscht. Dann klingt die Musik austauschbar und überflüssig, was jedoch glücklicherweise nur selten eintritt.

Fazit: Psychedelic Rock der ersten Stunde hört man auf „July“ von July. Ein klein wenig Ausflüge in den Psychedelic Pop sind dabei ebenfalls vorhanden. Die Band arbeitet mit Soundeffekten, die damals möglich waren und auch die Sitar hat das eine oder anderer Mal ihren Einsatz. Insgesamt klingt das ganz nett, ganz bestimmt nach einer anderen Zeit und gerade Freundinnen und Freunde des Psychedelic Rock der 60er Jahre finden hier eine schöne Ergänzung ihrer Sammlung. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Clown, Dandelion Seeds, The Way



Donnerstag, 8. Februar 2018

The Idle Race – The Birthday Party




The Idle Race – The Birthday Party


Besetzung:

Jeff Lynne – vocals, guitar, piano
Dave Pritchard – guitar, vocals
Greg Masters – bass guitar, vocals
Roger Spencer – drums, vocals


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Pop, Psychedelic Pop


Trackliste:

1. Skeleton And The Roundabout (2:26)
2. Happy Birthday (0:24)
3. The Birthday (2:59)
4. I Like My Toys (2:12)
5. Morning Sunshine (1:48)
6. Follow Me, Follow (2:48)
7. Sitting In My Tree (2:00)
8. On With The Show (2:22)
9. Lucky Man (2:38)
10. (Don't Put Your Boys In The Army) Mrs. Ward (2:14)
11. Pie In The Sky (2:27)
12. The Lady Who Said She Could Fly (2:22)
13. End Of The Road (2:05)

Gesamtspieldauer: 28:51



The Idle Race ist eine englische Psychedelic Pop Band, die von 1966 bis 1972 existierte und in dieser Zeit drei Studioalben veröffentlichte. „The Birthday Party“ heißt das erste Album dieser kurzen Reihe, erschien auf dem Plattenlabel Parlophone und wurde auf selbigem im Jahr 2014 auf CD wiederveröffentlicht. Die sehr kurze Platte bekam durchaus gute Kritiken, floppte allerdings an der Kasse, verkaufte sich kaum und konnte sich auch in keiner der Charts platzieren.

Legt man die Scheibe auf und hört die Musik, wird man zwangsläufig an Jeff Lynne und sein Electric Light Orchestra erinnert, denn die Musik zu „The Birthday Party“ komponierte fast vollständig der damals einundzwanzig-jährige Musiker aus Birmingham, der zwei Jahre später, im Jahr 1970, ELO gründen sollte. Auch auf dem nachfolgenden und selbstbetitelten Album war er noch beteiligt und Teil der Band, dann verließ er The Idle Race. Die Musik auf „The Birthday Party“ klingt harmlos und zumeist nach typischem 60ies-Pop. Ab und an hört man leichte psychedelische Einschübe, bei manchem Lied – jedoch längst nicht durchgängig – bereits den Electric Light Orchestra Sound. „The Birthday Party“ von The Idle Race ist dabei weder sehr innovativ, noch sehr beeindruckend. „Schlecht“ klingt allerdings auch anders, jedoch wird dieses Album wohl keine Spuren hinterlassen und ist nur daher etwas interessanter, da es die erste Veröffentlichung des Jeff Lynne war.

Empfehlenswert und überzeugend sind lediglich zwei Titel am Anfang der Platte. „Skeleton And The Roundabout“ klingt lustig und so herrlich unbeschwert. Dazu verfügt es noch über eine Melodie, die gut ins Ohr geht. Dieses Lied ist auch der Titel des Albums, der am ehesten hängenbleibt. Ebenfalls noch gelungen ist „The Birthday“. Diese Nummer erinnert zunächst entfernt an die Beatles und ändert dann ihren Charakter in ein Lied, welches man zwangsläufig Jeff Lynne zurechnen wird, wenn man die Musik des Electric Light Orchestras zumindest ein klein wenig kennt. Die restlichen Stücke laufen mehr oder weniger schnell durch. Das wiederum liegt zum einen daran, dass kaum mehr ein Titel packt und Spuren hinterlässt. Zum anderen in dem Umstand begründet, dass die Scheibe mit noch nicht einmal einer halben Stunde Spielzeit wahrlich kurz geraten ist und heute wohl nur als EP durchgehen würde.

Fazit: Eine kurze und unaufgeregte Pop-Scheibe ist „The Birthday Party“ von The Idle Race geworden. 60ies Pop, der ab und an einen leichten psychedelischen Einschlag aufweist. Ansonsten ist die Platte wohl eher deswegen interessant, weil sie die erste Veröffentlichung von Jeff Lynne, dem Gründer des Electric Light Orchestras ist. Ab und an ganz nett, mitunter auch langweilig. Sieben Punkte.



Mittwoch, 31. Januar 2018

The Gods – Genesis




The Gods – Genesis


Besetzung:

John Glascock – bass, vocals
Ken Hensley – guitar, percussion, keyboards, vocals
Lee Kerslake – drums
Joe Konas – guitar, vocals


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Rock, Psychedelic Rock, Pop


Trackliste:

1. Towards The Skies (3:23)
2. Candles Getting Shorter (4:27)
3. You're My Life (3:19)
4. Looking Glass (4:13)
5. Misleading Colours (3:37)
6. Radio Show (3:16)
7. Plastic Horizon (3:32)
8. Farthing Man (3:17)
9. I Never Know (5:40)
10. Time And Eternity (2:29)

Gesamtspieldauer: 37:29



„Genesis“ heißt das Debut-Album der englischen Band The Gods. Die Scheibe wurde im Jahr 1968 aufgenommen und veröffentlicht und erschien damals auf dem Plattenlabel EMI. Im Jahr 2014 gab es eine Wiederveröffentlichung, dieses Mal auf Parlophone, inzwischen ein Tochterlabel der Warner Music. Zu diesem Zeitpunkt waren Ken Hensley und Lee Kerslake Mitglieder der Band, die später für den Sound und die Musik von Uriah Heep prägend sein sollten. Des Weiteren ist John Glascock am Bass und beim Gesang zu hören, er spielte bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1979 noch bei Jethro Tull. Vor Veröffentlichung dieses Albums waren ebenfalls noch Greg Lake und Mick Taylor Mitglieder bei The Gods, einer Band also, die eine ganze Anzahl sehr erfolgreicher Musiker hervorbrachte.

Das erste Album der Band ist geprägt vom schweren Orgelsound des Ken Hensley, sodass hier unweigerlich Assoziationen zu Uriah Heep aufkommen. Dieser Sound ist das Überzeugende an diesem Einstiegsalbum von The Gods, die im Übrigen insgesamt drei Studioalben veröffentlichten. Allerdings gibt es sonst leider nicht nur Positives von dieser Band auf „Genesis“ zu berichten. Die hier zu hörende Beat-Musk im Stile der ausgehenden 60er Jahre klingt heute nicht mehr durchgehend so interessant, wenn sie damals vielleicht deutlich innovativer klang. Vieles auf dem Album hört sich wie der damals typische Pop-Rock an und das psychedelische Moment der Scheibe liegt wohl in den Liedübergängen verborgen. Hier hört man leicht sphärische oder auch mal seltsame Geräusche und Klangfolgen, zumeist elektronisch erzeugt – für wenige Sekunden. Diese Parts werden unter anderem mit Mickey Mouse-Stimmen angefüllt, die zur damaligen Zeit mit Sicherheit sehr „cool“ klangen, heutzutage wie dem Kinderkanal entsprungen klingen.

Schlecht ist die Musik auf „Genesis“ jedoch auf keinen Fall, es ist auch kein 08/15-Pop-Rock der damaligen Zeit, damit würde man dem Album nicht gerecht werden. Dieser fette Uriah Heep-Sound hat durchaus was und bei solch Liedern wie „Looking Glass“ oder „I Never Know“ kommt gerade deswegen auch Freude auf, da sie gut rocken und ins Ohr gehen. Auch hier ist es ganz speziell der fette Orgel-Sound, der am meisten zu überzeugen weiß. Zudem ist die Platte deutlich mehr dem Rock zugewandt, denn dem Pop – wenn es auch leicht poppige Anleihen auf der Scheibe zu hören gibt.

Fazit: Eher Rock mit leichten Pop-Bezügen hört man auf „Genesis“, dem ersten Album der englischen Band „The Gods“. Unter Psychedelic Rock läuft die Scheibe wohl auch mitunter, da die Lieder durch recht ausgefallene Parts miteinander verbunden sind, die heute allerdings längst nicht mehr so spektakulär klingen, wie sie damals, Ende der 60er Jahre, geklungen haben mögen. Wer allerdings den Klang und die Musik von Uriah Heep zu Beginn derer Karriere mag, die oder der kann hier getrost zugreifen und wird etwas Lohnendes für sich entdecken. Neun Punkte.

Anspieltipps: Looking Glass, I Never Know



Sonntag, 27. November 2016

Procol Harum – Shine On Brightly




Procol Harum – Shine On Brightly


Besetzung:

Gary Brooker – lead vocals (1-7b, 7d), piano (all but 7e)
Robin Trower – guitar, co-lead vocals (4)
Matthew Fisher – organ, lead vocals (7c), piano (7e)
Dave Knights – bass guitar
B.J. Wilson – drums
Keith Reid – lyrics


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Quite Rightly So (3:40)
2. Shine On Brightly (3:32)
3. Skip Softly (My Moonbeams) (3:47)
4. Wish Me Well (3:18)
5. Rambling On (4:31)
6. Magdalene (My Regal Zonophone) (2:50)
7. In Held 'Twas In I (17:31)
     a) Glimpses Of Nirvana
     b) 'Twas Teatime At The Circus
     c) In the Autumn Of My Madness
     d) Look To Your Soul
     e) Grand Finale

Gesamtspieldauer: 39:09




„Shine On Brightly“ heißt das zweite Studio-Album der britischen Band Procol Harum. Es erschien im September des Jahres 1968, auf den beiden Musiklabels „Regal Zonophone“ und „A&M Records“. Weltweit bekannt geworden sind Procol Harum durch das Stück „A Whiter Shade Of Pale“, welches noch vor der ersten Langspielplatte als Single veröffentlicht worden war. „Shine On Brightly“, das zweite Album, enthält nun ein Lied, welches ebenfalls ein ganz besonderer Titel ist. Mit „In Held 'Twas In I“ legten die Briten so etwas wie den Grundstein für den späteren Progressive Rock. Proto Progressive Rock könnte man fast sagen.

Als die Platte entstand, da erklangen viele Pop-Lieder noch nicht einmal drei Minuten lang. Länger war noch nicht „in“. Und plötzlich hört man solch eine Nummer wie „In Held 'Twas In I“ auf „Shine On Brightly“, klassische klingende Elemente zusammen mit eindeutig dem Rock zugehörigen Passagen. Ein Lied aufgebaut aus vielen unterschiedlichen Teilen, auch das gab es so, in dieser Form noch nicht so häufig. „In Held 'Twas In I“ ist eine tolle und abwechslungsreiche Nummer geworden, eine kleine musikalische Reise, die nur so überquillt vor Ideen. Alles klingt hier, ist melodiös, die Atmosphäre mal fordernder, mal nachdenklicher und dazu gibt es hier einen leicht ironischen Text zu hören, der die Sinnfrage des Lebens ein wenig genauer beleuchtet. Wirklich überzeugend, über die ganzen siebzehneinhalb Minuten hinweg.

Auch die weiteren Lieder auf „In Held 'Twas In I“ lohnen gehört zu werden. Dieses Zusammenspiel der Orgel des Matthew Fisher, der bluesigen Gitarre Robin Trowers und des unverwechselbaren Gesangs Gary Brookers bildet dabei dieses, für Procol Harum so typische Gesamtbild. Auch die weiteren Stücke der Platte gehen gut ins Ohr, immer sehr melodiös gehalten und so gar nicht vergleichbar mit dem Pop, der ansonsten zur damaligen Zeit gespielt wurde. Lediglich „Wish Me Well“ ist eine reine Blues-Nummer und will auch irgendwie gar nicht richtig zum Rest des Albums passen, welches übrigens neben dem bereits erwähnten „In Held 'Twas In I“ mit „Skip Softly (My Moonbeams)“ seinen weiteren Höhepunkt hat. Auch hier ist es die Eingängigkeit, gepaart mit verschiedenen Teilen, die selbst bei diesem relativ kurzen Lied jede Menge Spannung und Abwechslung aufkommen lassen.

Fazit: Sehr überzeugend und sehr spannend klingt „Shine On Brightly“ das zweite Studio-Album von Procol Harum. Hier, auf diesem Album, entwickelt sich ein Lied zum ersten Mal in die Richtung des Progressive Rock. Die Zutaten sind alle vorhanden. Viele der weiteren Titel gehen dabei zudem gut ins Ohr, sind ebenfalls überaus melodiös. Procol Harum klingen auf „Shine On Brightly“ in keiner Weise so, wie viele andere Bands zu damaligen Zeit. Macht Spaß, viel Spaß. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Skip Softly (My Moonbeams), Rambling On, In Held 'Twas In I



Mittwoch, 18. März 2015

The Moody Blues – In Search Of The Lost Chord




The Moody Blues – In Search Of The Lost Chord


Besetzung:

Mike Pinder – vocals, mellotron, piano, harpsichord, acoustic guitar, bass guitar, cello, autoharp, tambura
Ray Thomas – vocals, C flute, alto flute, soprano saxophone, oboe, french horn, tambourine
Justin Hayward – vocals, acoustic guitar, electric guitar, 12-string guitar, sitar, harpsichord, bass guitar, percussion
John Lodge – vocals, bass, acoustic guitar, cello
Graeme Edge  vocals, drums, timpani, tambourine, piano, percussion, tabla, spoken vocal


Label: Decca Records


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: ArtPop, ArtRock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Departure (0:45)
2. Ride My See-Saw (3:39)
3. Dr. Livingstone, I Presume (2:58)
4. House Of Four Doors (Part 1) (4:13)
5. Legend Of A Mind (6:36)
6. House Of Four Doors (Part 2) (1:47)
7. Voices In The Sky (3:28)
8. The Best Way To Travel (3:14)
9. Visions Of Paradise (4:15)
10. The Actor (4:39)
11. The Word (0:49)
12. Om (5:52)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

13. Simple Game (Justin Hayward Vocal Mix) (3:28)
14. The Best Way To Travel (Additional Vocal Mix) (4:05)
15. Visions Of Paradise (Instrumental Sitar Mix) (4:32)
16. What Am I Doing Here (Alternate Mix) (3:55)
17. The Word (Mellotron Mix) (1:04)
18. Om (Full Version) (6:09)
19. Dr. Livingstone, I Presume (BBC Session - Top Gear 16/7/68) (2:59)
20. The Best Way To Travel (BBC Session - Top Gear 16/7/68) (3:40)
21. A Simple Game (3:44)

Gesamtspieldauer: 1:16:00




Freund der schönen Melodie, was willst Du mehr? Kaufe Dir das dritte Album der Moody Blues mit dem Titel „In Search Of The Lost Chord” aus dem Jahr 1968 und Du wirst begeistert sein. Wahrlich, denn alles auf dieser Scheibe klingt lieblich, manchmal etwas verwunschen, geht jedoch immer ins Ohr. Dies ob der Tatsache, dass den Musikern dieses Mal kein ganzes Orchester mehr zur Seite stand, wie noch beim Vorgänger „Days Of Future Passed“. Nun, was macht man da dann als ambitionierter Musiker? Genau, man lernt eben mal schnell die ganzen Instrumente und spielt sie selbst ein. So geschehen im Falle der Moody Blues auf „In Search Of The Lost Chord”, daher wohl auch der Titel der Scheibe. Unglaublich ist dies allerdings schon ein wenig – jedoch wahr.

Nun, wer auf mellotron-geschwängerte Musik steht, die symphonisch und immer absolut harmonisch und melodiös klingt, die oder der muss dieses Album einfach lieben. So manch einem Musikhörer wird das Ganze dann jedoch auch ein wenig zu süßlich klingen, was ebenfalls nicht weiter verwunderlich wäre, denn man kann wahrlich nicht behaupten, dass die Musik der Moody Blues auf „In Search Of The Lost Chord” mit Ecken und Kanten gespickt wäre. Nein, die Scheibe läuft schön gleichmäßig durch und somit hat jeder Hörer die Chance, aus einer ganzen Reihe eingängiger Nummern seinen Favoriten herauszuhören – oder sich eben gelangweilt abzuwenden.

Auch den Einfluss der Beatles kann man auf „In Search Of The Lost Chord” nachhören, denn der Besuch der vier Liverpooler in Indien bewirkte nun auch, dass die Sitar so einige Auftritte auf dem Album erhält. Aber natürlich gibt es auch jede Menge Mellotron und Querflöte zu hören. Zudem ist die Stimmung der Musik eine Besondere. „Fröhlich“ klingt auf jeden Fall anders. Über den Titeln der Moody Blues schwebt hier eine gewisse Melancholie, eine fast schon greifbare Traurigkeit. Das wiederum macht so manchen Song der Band auf ihrem dritten Album noch ein wenig ergreifender.

Fazit: Der Musik hört man das Entstehungsdatum an, zweifellos. Macht jedoch nichts, wie langweiliger 60ies Pop klingt das nämlich keinesfalls. Auch ist die Scheibe perfekt abgemischt und trotzdem steckt sehr viel Zeitgeist in den einzelnen Titeln, der in der heutigen Zeit so nicht mehr vorhanden ist. Man macht also eine kleine musikalische Zeitreise mit süßen und zum größten Teil unschuldigen Klängen. Mancher mag das vielleicht langweilig finden, andere finden das einfach nur schön. Zehn Punkte.

Anspieltipps: House Of Four Doors (Part 1), Legend Of A Mind