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Dienstag, 21. März 2023

Terry Reid – The Driver

 



Terry Reid – The Driver


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben




Erscheinungsjahr: 1991


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Fifth Of July (5:11)
2. There‘s Nothing Wrong (5:05)
3. Right To The End (4:56)
4. The Whole Of The Moon (4:13)
5. Hand Of Dimes (3:04)
6. The Driver (Part 1) (0:44)
7. If You Let Her (4:29)
8. Turn Around (3:48)
9. Gimme Some Lovin‘ (4:20)
10. Laugh At Life (4:49)
11. The Driver (Part 2) (4:35)

Gesamtspieldauer: 45:20



Ganze zwölf Jahre dauerte es, bis Terry Reid nach „Rogue Waves“ einen neuen Anlauf unternahm und ein weiteres Album veröffentlichte (die nächste Platte sollte dann sogar erst 25 Jahre später erscheinen). „The Driver“ heißt das sechste Werk des Engländers und erschien im Jahr 1991.

Einen sehr großen Stilwechsel hat Terry Reid mit „The Driver“ durchlaufen. Waren seine Alben der 70er Jahre noch überwiegend vom Blues beeinflusste Scheiben, so ist davon auf „The Driver“ kaum mehr was zu hören. Der Musiker bewegt sich hier im Bereich des Pop-Rocks. Fünf der elf Lieder wurden von Terry Reid alleine geschrieben. Bei zwei weiteren Stücken ist er noch Co-Autor. Weitere Komponisten sind Hans Zimmer und Trevor Horn, der auch die meisten Lieder produzierte. Kein Wunder also, dass sich die Musik des Engländers nun im radiotauglichen Massenmarkt bewegt.

Daher auch nicht weiter verwunderlich, dass Terry Reid auf „The Driver“ noch das Lied „Gimme Some Lovin‘“ der Spencer Davis Group covert. In der Art wie er es covert, passt es sehr gut zum Rest des Albums. Trotzdem bleibt nicht viel davon hängen, denn einen besonderen Titel sucht man leider vergeblich auf dieser Platte, die leicht eingängige, unkomplizierte und manchmal mit synthetischen Sounds etwas überlastete Musik enthält. Nicht zuletzt der Drum-Computer trägt zu diesem „synthetischen“ Eindruck bei.

Nach Synthesizer und Keyboards klingt auch „There‘s Nothing Wrong“. Irgendwie sogar nach dem New Wave der 80er Jahre. Aber dieses Lied hallt zumindest etwas nach aufgrund seiner sehr eingängigen Melodie und dem rockigen Refrain-Teil. Von daher der Höhepunkt auf „The Driver“.

Fazit: Ein Album, welches perfekt in die 90er Jahre passt. Die einzelnen Stücke darauf gehen durchaus ins Ohr, verfangen sich dort allerdings leider nicht. „The Driver“ ist kein Album, welches man als Rock- Pop- oder Blues-Fan unbedingt gehört haben muss. Terry Reid Fans der 70er Jahre wird es beim Anhören sogar wohl eher grausen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: There‘s Nothing Wrong



Freitag, 10. Februar 2023

Distant – Heritage

 



Distant – Heritage


Besetzung:

Alan Grnja – vocals
Elmer Maurits – bass guitar
Nouri Yetgin – lead guitar
Vladimir Golic – rhythm guitar
Jan Mato – drums


Gastmusiker:

Will Ramos – vocals




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Deathcore


Trackliste:

1. Acid Rain (1:54)
2. Paradigm Shift (3:23)
3. Born Of Blood (3:17)
4. The Grief Manifest (3:33)
5. Exofilth (3:28)
6. Argent Justice (7:04)
7. The Gnostic Uprising (3:26)
8. A Sentence To Suffer (3:53)
9. Human Scum (4:34)
10. Heritage (4:03)
11. Orphan Of Blight (4:40)
12. Plaguebreeder (3:51)

Gesamtspieldauer: 47:11



Distant, das ist eine niederländisch-slowakischen Deathcore Band, die mit „Heritage“ am 10. Februar 2023 ihr neuestes Werk auf dem Label Century Media Records veröffentlichte.

Deathcore? Genau, Deathcore, absolut kompromisslosloser Deathcore in einer sehr subtilen Art. Pickelharter Rock, der allerdings mit dem für Distant so typischen Downtempo eingespielt wurde. Nicht ohne Grund beschreibt Sänger Alan Grnja mit einem Lächeln im Gesicht die Musik mit: „Es ist leise und langsam“.

Nun, „langsam“ ist relativ, doch das Wort „leise“ mit diesem Album zu verbinden, bedarf zumindest einer gewissen Kreativität. Auf „Heritage“ wird gerockt, stakkatoartig gespielte Gitarren und wütende Drums fliegen einem um die Ohren und auch der Bass versucht zum Teil neue Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen. Doch über allem steht in der Musik von Distant der Gesang des bereits erwähnten Alan Grnja. Schreien oder Growlen? Nun, er verbindet beide Spielarten des Gesangs zu einem infernalen Ergebnis, welches direkt aus der Hölle zu steigen scheint. Unglaublich, muss man gehört haben. Das ist alles, aber ganz bestimmt nicht „leise“.

Ganz treffend wird ihre Musik im Pressetext zur Veröffentlichung mit „Verschmelzung von brutalem Death Metal, Slam, Noise und Beatdown mit einem hyperdissonanten dissonanten Orchester des drohenden Untergangs“ beschrieben. Ein Erlebnis ist das allemal.

Fazit: Hart, härter, verstörender, so klingen Distant auf Heritage. Für Freundinnen und Freunde des Genres Deathcore sicherlich eine lohnende Scheibe. In ihrer Konsequenz überzeugend, jedoch ganz bestimmt nicht massentauglich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Heritage



Donnerstag, 7. Juli 2022

Al Stewart – Last Days Of The Century

 



Al Stewart – Last Days Of The Century


Besetzung:

Al Stewart – vocals, guitar


Gastmusiker:

Peter White – accordion, acoustic guitar, electric guitar, keyboards
Tim Renwick – electric guitar
Steve Farris – electric guitar
Steve Recker – acoustic guitar, electric guitar
Tim Landers – bass
Vinnie Colaiuta – drums
Steve Chapman – drums on "Helen And Cassandra", percussion
Dave Camp – flute, saxophones
Phil Kenzie – saxophones
Lee R. Thornburg – trumpet
Robin Lamble – background vocals
Tori Amos – background vocals on "Last Days Of The Century" and "Red Toupée"
Carroll Sue Hill – background vocals


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1988


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Prelude (1:11)
2. Last Days Of The Century (6:08)
3. Real And Unreal (3:35)
4. King Of Portugal (4:25)
5. Red Toupée (3:39)
6. Where Are They Now (5:57)
7. Bad Reputation (4:58)
8. Josephine Baker (4:13)
9. License To Steal (3:55)
10. Fields Of France (2:54)
11. Antarctica (4:05)
12. Ghostly Horses Of The Plain (2:28)

Gesamtspieldauer: 47:32



„Last Days Of The Century“ nannte der schottische Musiker Al Stewart sein bereits elftes Studioalbum. „Last Days Of The Century“ erschien am 24. August 1988 ursprünglich auf dem Plattenlabel Enigma und wurde später auf Parlophone wiederveröffentlicht. Interessant ist dabei in den Liner Notes zu lesen, dass Tori Amos bei den Liedern „Last Days Of The Century“ und „Red Toupée“ im Hintergrundgesang zu hören ist. Man sollte diesbezüglich die Lieder auch laut hören. Trotzdem erkennt man Tori Amos kaum.

Al Stewart klang immer dann gut, wenn er sich im Bereich des Folk bewegte, in dem er zu Beginn seiner Karriere auch sehr verwurzelt war. Im Laufe der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts sprang der Musiker dann (wie viele andere Bands, Musikerinnen und Musiker) auf den „Elektro-Zug“ auf. Die Musik wurde einerseits poppiger und andererseits sehr viel mehr vom Synthesizer dominiert.

Sehr schön kann man das auch auf „Last Days Of The Century“ hören. Hier gibt es poppige Stücke zu hören und solche, die dann doch zumindest etwas mehr im ursprünglichen Genre des Al Stewart verwurzelt sind. Selbst bei diesen hört man zwar eine poppige Attitude heraus, was häufig am Schlagzeug oder Keyboard und dessen Rhythmusmöglichkeiten liegt. Trotzdem macht es hier noch etwas mehr Spaß zuzuhören. Von daher wäre mein Höhepunkt des Albums auch das Lied „Where Are They Now“.

Möchte man Al Stewart mit reinem Folk hören, so muss man bis zum letzten Lied, der Instrumentalnummer „Ghostly Horses Of The Plain“ warten. Doch die Ansätze dazu gibt es immer wieder, wenn sie dann auch durch poppige Anwandlungen leider etwas „zerstört“ werden.

Fazit: Al Stewart war immer dann gut, wenn er zu seiner Gitarre griff, schöne Melodien erfand und dazu mit seiner sanften Stimme sang. English Folk. In diesem Fall sogar Scottish Folk. Der ganze Pop überzeugt nicht mehr. Somit hört man auf „Last Days Of The Century“ noch ein paar schöne Ansätze, doch restlos überzeugen kann das Album längst nicht mehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Where Are They Now, Ghostly Horses Of The Plain



Donnerstag, 19. Mai 2022

Terry Reid – Bang, Bang You're Terry Reid

 



Terry Reid – Bang, Bang You're Terry Reid 


Besetzung:

Terry Reid – guitar, bass, vocals


Gastmusiker:

Eric Leese – keyboards
Keith Webb – drums




Erscheinungsjahr: 1968


Stil: Rock


Trackliste:

1. Bang Bang (My Baby Shot Me Down) (4:17)
2. Tinker Taylor (2:55)
3. Erica (3:51)
4. Without Expression (4:48)
5. Sweater (2:06)
6. Something's Gotten Hold Of My Heart (5:02)
7. Season Of The Witch (10:10)
8. Writing On The Wall / Summertime Blues (10:14)
9. When I Get Home (3:40)
10. Loving Time (3:39)

Gesamtspieldauer: 50:46



Terry Reid ist ein englischer Musiker, der hauptsächlich dadurch bekannt wurde, dass er Jimmy Page aufgrund von Tourverpflichtungen absagte und nicht in dessen Band The New Yardbirds mitspielen wollte, aus denen sich Led Zeppelin entwickelte. Stattdessen schlug er Page Robert Plant als Sänger und John Bonham als Schlagzeuger vor. Auch Ritchie Blackmore sagte er für Deep Purple ab, als dieser einen Nachfolger für Rod Evans suchte.

Terry Reids Debut „Bang, Bang You're Terry Reid“ verkaufte sich nicht besonders erfolgreich, obwohl der Titel „Without Expression“ aus dem Album, den Terry Reid bereits mit 14 Jahren schrieb,  in der Interpretation anderer Bands und Musiker erfolgreich werden sollten. Das Lied wurde bereits im Erscheinungsjahr des Albums 1968 von The Hollies als "A Man With No Expression", 1969 von Crosby, Stills, Nash und Young als "Horses Through a Rainstorm", 1973 von REO Speedwagon als "Without Expression (Don't Be the Man)" und von John Mellencamp auf seinem Greatest Hits Album „The Best That I Could Do: 1978-1988“ gecovert.

Dass das Album selbst nicht so erfolgreich wurde lag womöglich an dem kruden Stilmix, den man auf dieser Platte zu hören bekommt. Von Hard Rock über Pop, Calypso-Klängen bis hin zum Blues und Folk bekommt man so ziemlich alles auf diesem Album geboten. Vier der zehn Titel sind dabei Cover-Versionen, sechs Lieder schrieb Terry Reid selbst. Das klingt phasenweise auch immer ganz nett, so restlos überzeugen die Lieder dann allerdings doch nicht. Irgendetwas scheint immer zu fehlen.

Trotzdem gehen viele der Titel ins Ohr und man ist überrascht, welchen breiten Sound Terry Reid bereits Ende der 60er Jahre auf Platte zu pressen verstand. Die Chance ein „Lieblingsalbum“ zu werden hat die Scheibe allerdings kaum, denn zu unterschiedlich klingen die Stile und musikalischen Richtungen, sodass man sich nie auf die Musik einstellen kann. Was spannend klingt, kann auch anstrengend sein.
Fazit: Nun, ein sehr abwechslungsreiches Debut-Album ist dem Engländer Terry Reid mit „Bang, Bang You're Terry Reid“ ganz bestimmt gelungen. Und dieses klingt sogar noch nicht mal unbedingt nach Ende der 60er Jahre. Trotzdem wirkt es so, als ob hier ein Musiker zu hören ist, der eines zumindest nicht wusste, nämlich in welchem musikalischen Genre er sich zu Hause fühlt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Bang Bang (My Baby Shot Me Down)



Mittwoch, 11. Mai 2022

The Incredible String Band – The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion

 



The Incredible String Band – The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion


Besetzung:

Robin Williamson – vocals, guitar, mandolin, oud, bowed and bass gimbri, flute, percussion, sitar
Mike Heron – vocals, guitar, harmonica


Gastmusiker:

Licorice McKechnie – vocals, percussion
Danny Thompson – double bass
John Hopkins – piano
Nazir Jairazbhoy – sitar, tanpura


Label: Elektra


Erscheinungsjahr: 1967


Stil: Psychedelic Folk


Trackliste:

1. Chinese White (3:40)
2. No Sleep Blues (3:52)
3. Painting Box (4:03)
4. The Mad Hatter‘s Song (5:39)
5. Little Cloud (4:04)
6. The Eyes Of Fate (4:02)
7. Blues For The Muse (2:48)
8. The Hedgehog‘s Song (3:30)
9. First Girl I Loved (4:53)
10. You Know What You Could Be (2:46)
11. My Name Is Death (2:45)
12. Gently Tender (4:48)
13. Way Back In The 1960s (3:10)

Gesamtspieldauer: 50:07



„The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ heißt das zweite Studioalbum der schottischen Psychedelic Folk Band The Incredible String Band. „The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ wurde im Juli 1967 auf dem Plattenlabel Elektra Records veröffentlicht. Nach dem Ausscheiden von Clive Palmer kamen Robin Williamson und Mike Heron als Duo schon bald nach dem Ausscheiden von Palmer wieder zusammen und spielten eine neue Platte ein. Das Album bewegt sich noch im Bereich des Folk, ist jedoch stark von indischer Musik beeinflusst. Die Platte konnte sich immerhin auf Platz 25 der britischen Charts einreihen.

Auf „The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ hört man besagte Folk Musik, bei der nun die Sitar das dominierende Instrument geworden ist. Das Songwriting haben sich Williamson und Heron geteilt und sind mit sieben beziehungsweise sechs Titeln vertreten. Für heutige Ohren klingt das zum einen relativ unspektakulär, jedoch nicht immer eingängig und melodiös. Das liegt nicht zuletzt am Gesang, der ein ums andere Mal schräg oder gar falsch klingt. Man kann nur hoffen, dass dies ein Stilmittel der Musiker war, alles andere wäre dann doch sehr überraschend.

Der etwas schräge Ansatz in den Liedern zieht sich über die gesamte Platte hinweg. Nicht ganz leicht gestaltet es sich da zuzuhören, wenn die Musik auch noch nicht das Stadium „verstörend“ erreichend. Und mit dem Lied „No Sleep Blues“ befindet sich sogar ein wirklich eingängiges Stück auf dem Album, von dem man sich mehr gewünscht hätte. Ansonsten ist „The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ ein kleines Abenteuer geworden, welches einen mitunter etwas ratlos zurücklässt. Betrachtet man das Album jedoch unter dem Gesichtspunkt „Psychedelic Rock“ ergibt es dann doch wieder Sinn – zumindest teilweise.

Fazit: Es ist schon interessant, wie sich Musik und Geschmäcker verändern. Wenn man überlegt, dass solch eine Platte sich sogar auf Platz 25 der britischen Charts platzieren konnte, erscheint dies heutzutage einigermaßen überraschend. Der psychedelische Faktor der Musik ist aufgrund des krummen und schrägen Gesangs immer vorhanden. Manche werden dies allerdings auch mit „Dilettantismus“ betiteln. Sieben Punkte.

Anspieltipps: No Sleep Blues



Montag, 9. Mai 2022

Al Stewart – Live

 



Al Stewart – Live


Besetzung:

Al Stewart – vocals, acoustic guitar, electric guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Peter White  keyboards, acoustic guitar, electric guitar, accordion
Adam Yurman – electric guitar, acoustic guitar, backing vocals
Robin Lamble – bass guitar, violin, backing vocals
Krysia Kristianne – keyboards, percussion, tin whistle, backing vocals
Bryan Savage – alto and tenor saxophones, flute


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Pop


Trackliste:

1. Running Man (4:44)
2. Time Passages (6:15)
3. Merlin‘s Time (2:56)
4. If It Doesn‘t Come Naturally, Leave It (4:25)
5. Roads To Moscow (7:52)
6. Nostradamus/World Goes To Riyadh (13:02)
7. Soho (Needless To Say) (3:47)
8. On The Border (4:31)
9. Valentina Way (4:09)
10. Clarence Frogman Henry (1:27)
11. Year Of The Cat (7:07)

Gesamtspieldauer: 1:00:21



„Live At The Roxy Los Angeles 1981“ heißt das erste Live-Album des schottischen Musikers Al Stewart mit vollem Titel. Es wurde ursprünglich als Doppel-LP mit einer Seite Studioaufnahmen veröffentlicht. Die fünf Studio-Lieder dieser ersten Schallplattenseite wurden später in Form von Bonus-Tracks der Wiederveröffentlichung von „24 Carrots“ angehängt. Das Album wurde mit Al Stewarts Begleitband zur damaligen Zeit „Shot In The Dark“ eingespielt, die ursprünglich auf dem Cover jedoch keine Erwähnung fand. In der Anmoderation des Konzertes werden sie aber vor dem ersten Lied erwähnt. Es ist die zweite und gleichzeitig letzte Zusammenarbeit von Al Stewart und Shot In The Dark.

Auf diesem Live-Album hört man eine Zusammenstellung der bis dahin bekanntesten Titel des Al Stewart. Im Grunde genommen ist dies eine Art „Best-Of-Album“ der 70er Jahre des Musikers. Man hört die sanfte Musik des Al Stewart, dem Saxophon wird eine schöne und größere Rolle eingeräumt und schließlich klingen einzelne Lieder auch ein wenig rockiger als im Original – jedoch nicht zu sehr und nur phasenweise.

Wer die vorherigen Platten des Al Stewart bereits kennt, benötigt diese Ausführungen der Lieder nicht mehr. Das Publikum spielt auf dem Album die Rolle der Applaudierer, ohne sonst weiter großartig in Erscheinung zu treten. Höhepunkte sind die Lieder „Roads To Moscow“ sowie „Year Of The Cat“, was sie auch auf den entsprechenden Studioalben sind. Alles nett und schön anzuhören, ebenso die restlichen neun Titel, wobei Al Stewart bei „Clarence Frogman Henry“ lediglich redet.

Fazit: Wer die Musik des Al Stewart mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Wer alle Lieder bereits kennt, kann sich dies sicherlich sparen, denn es passiert nicht viel Neues. Aber Komplettisten werden hier sicherlich trotzdem zugreifen, wenn sie alles von „ihrem“ Lieblingsmusiker besitzen möchten. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Roads To Moscow, Year Of The Cat



Samstag, 19. März 2022

Tears For Fears – Songs From The Big Chair

 



Tears For Fears – Songs From The Big Chair


Besetzung:

Roland Orzabal – guitar, keyboards, vocals, bass synth and linndrum programming (1), grand piano (5)
Curt Smith – bass guitar, vocals; bass synth
Ian Stanley – keyboards, linndrum programming, arrangements
Manny Elias – drums (except tracks 1 and 8), drum arrangement


Gastmusiker:

Sandy McLelland – backing vocals (Shout)
Chris Hughes – drums (Shout)
Jerry Marotta – percussion and saxophone arrangement (The Working Hour)
Will Gregory – saxophone solos (The Working Hour)
Mel Collins – saxophone (The Working Hour)
Andy Davis – grand piano (The Working Hour, Head Over Heels)
Neil Taylor – second guitar solo (Everybody Wants To Rule The World)
Chris Hughes – linndrum and midi programming (Everybody Wants To Rule The World)
Stevie Lange – backing vocals (Mothers Talk)
Will Gregory – saxophone (I Believe)
Neil Taylor – guitar solo (Broken)
Sandy McLelland – backing vocals (Head Over Heels)
Annie McCaig – backing vocals (Head Over Heels)
Marilyn Davis – backing vocals (Head Over Heels), operatic vocal (Listen)




Erscheinungsjahr: 1985


Stil: New Wave, Soul


Trackliste:

1. Shout (6:33)
2. The Working Hour (6:31)
3. Everybody Wants To Rule The World (4:11)
4. Mothers Talk (5:06)
5. I Believe (4:55)
6. Broken (2:38)
7. Head Over Heels (5:02)
8. Listen (6:53)

Gesamtspieldauer: 41:52



„Songs From The Big Chair“ heißt das zweite Studioalbum der englischen Pop-Rock-Band Tears For Fears und wurde am 25. Februar 1985 auf dem Plattenlabel Phonogram Records veröffentlicht. Das Album erreichte Platz zwei in Großbritannien und Platz 17 in Deutschland und wurde zum erfolgreichsten Album von Tears For Fears. Mit den Liedern „Mothers Talk“, „Shout“, „Everybody Wants To Rule The World“, „Head Over Heels“ sowie „I Believe“ wurden insgesamt fünf Singles aus dem Album ausgekoppelt.

Auf „Songs From The Big Chair“ hört man eine Mischung aus New Wave, Pop und Soul. Die bekanntesten Lieder, die auch in Deutschland Mitte der 80er Jahre Hits waren, sind natürlich die beiden Titel „Shout“ und „Everybody Wants To Rule The World“, welche in entsprechenden Einrichtungen und im Radio zur damaligen Zeit rauf und runter gespielt wurden. Weitaus weniger bekannt sind solche Stücke wie „Mothers Talk“ oder das soulige „I Believe“. Leider muss man festhalten, dass man diese Lieder auch nicht unbedingt kennen muss, da sie eher enttäuschend bis langweilig klingen. Die beiden bekannten Nummern spielen da musikalisch in einer ganz anderen Liga. Ohrwürmer eben, wie man sonst nicht mehr auf diesem Album findet.

So bleiben als Höhepunkte wahrlich nur die beiden bekannten Nummern des Albums, „Shout“ sowie „Everybody Wants To Rule The World“. Der ganze Rest des Albums ist entweder enttäuschend oder nicht weiter der Rede wert. Tears For Fears waren zwar kein One-Hit-Wonder, denn immerhin ein Viertel der Stücke auf „Songs From The Big Chair“ überzeugt. Doch das war es dann leider auch schon – und die restlichen Platten der Briten sind mir leider nicht bekannt.

Fazit: Zwei Höhepunkte gibt es auf diesem Album zu hören. Ansonsten benötigt man die Fernbedienung, falls man entsprechende CD sein Eigen nennt. Insgesamt klingt die Musik der Platte ganz typisch nach den 80er Jahren. Das löst bei der einen oder dem anderen sicherlich Erinnerungen hervor. Mit der Musik wird man später Geborene jedoch kaum noch begeistern können. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Shout, Everybody Wants To Rule The World



Mittwoch, 5. Januar 2022

Cigarettes After Sex – Cry

 





Besetzung:

Greg Gonzalez – vocals, guitar
Randall Miller – bass
Jacob Tomsky – drums
Phillip Tubbs – keyboards




Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Dream Pop


Trackliste:

1. Don‘t Let Me Go (4:22)
2. Kiss It Off Me (4:29)
3. Heavenly (4:46)
4. You‘re The Only Good Thing In My Life (4:35)
5. Touch (4:52)
6. Hentai (4:45)
7. Cry (4:16)
8. Falling In Love (4:05)
9. Pure (4:14)

Gesamtspieldauer: 40:30



„Cry“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Dream Pop Band Cigarettes After Sex. „Cry“ erschien am 25. Oktober 2019 auf dem Plattenlabel Partisan Records. Vorher war bereits die Single „Heavenly“ ausgekoppelt und veröffentlicht worden. In Deutschland erreichte das Album Platz 29 der Charts. In Großbritannien immerhin noch Platz 36 und im Heimatland der Musiker von Cry, in den USA, reichte es bis Platz 152 der US Billboard 200.

Auf „Cry“ hört man sanfte Musik. Sehr sanfte Musik. Zahlreiche Synthesizer-Teppiche legen sich über jeden Titel. Die Rhythmusfraktion aus Bass und Schlagzeug hält sich sehr zurück und auch die Gitarre klingt oftmals fast wie aus dem Hintergrund kommend. Zu all dem passt bestens der Gesang des Greg Gonzalez, der meistens gehaucht klingt, jedoch setzt er seine Stimme auch mal fast flüsternd ein. Das musikalische Genre Dream Pop umschreibt die Musik sehr gut, wobei die Lieder auch unter der Bezeichnung Ambient Pop durchaus zutreffend beschrieben sind.

Das klingt alles eingängig und melodiös, doch zu viel passiert nicht auf „Cry“. Und auch wenn man sanfte Melodien verfolgt, die Lieder stehen nicht im Verdacht einen Ohrwurm zu generieren. Zu sanft und fast schon entrückt klingt das alles. Und damit muss man sich beim Hören auch darauf einstellen, dass die vierzig Minuten Spieldauer des Albums allesamt recht ähnlich klingen. Jeder Titel ist im selben Tempo gehalten und noch schlimmer, da dann doch auch etwas langweilig, jedes Lied verbreitet die absolut gleiche Atmosphäre. Es entsteht an keiner Stelle Spannung oder Abwechslung, von Experimenten braucht man schon gar nicht zu sprechen.

Dementsprechend gestaltet es sich auch sehr schwierig einen Höhepunkt des Albums zu benennen. Alle Lieder klingen sehr ähnlich bis gleich und sind demnach allesamt als Anspieltipps und als Höhepunkt geeignet. Und wenn man diese Art der Musik nicht mag wird man auch kaum einen Titel finden, den man besser oder schlechter als die anderen findet. Die einzelnen Lieder sind wie ein langer Fluss, der sich dahinschlängelt und ergeben ein großes, einheitliches Ganzes. Zum Relaxen und Entspannen ist die Musik klasse. Doch habe ich immer nach dem Hören des Albums das Gefühl aufspringen zu müssen, um irgendetwas etwas zu erleben.

Fazit: Sanften, sehr sanften Dream Pop gibt es auf „Cry“ von Cigarettes After Sex zu hören. Musik zum Entspannen. Aufregend klingt da nichts, melodisch alles. Die Atmosphäre des Albums ist durchwegs getragen und zum Teil deshalb auch langweilig. Irgendwie fehlt die Abwechslung. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Alles



Dienstag, 7. Dezember 2021

Eminem – The Marshall Mathers LP

 



Eminem – The Marshall Mathers LP


Besetzung:

Eminem – vocals (tracks 1–3, 5–19)


Gastmusiker:

Dr. Dre – vocals (track 15)
Mike Elizondo – bass (tracks 2, 3, 5, 7–10, 14, 15), guitar (tracks 7, 8), keyboards (tracks 15)
Thomas Coster, Jr. – keyboards (tracks 2, 5, 7, 8, 10, 12)
DJ Head – drum programming (tracks 11, 13, 14, 17–19)
Sean Cruse – guitar (tracks 2, 3)
John Bigham – guitar (tracks 5, 10)
Jeff Bass – vocals (track 1)
Dido – vocals (track 3)
Paul "Bunyan" Rosenberg – vocals (track 4)
Steve Berman – vocals (track 6)
RBX – vocals (track 9)
Sticky Fingaz – vocals (track 9)
Camara Kambon – keyboards (track 9)
Dina Rae – vocals (track 13)
Bizarre – vocals (track 14)
Snoop Dogg – vocals (track 15)
Xzibit – vocals (track 15)
Nate Dogg – vocals (track 15)
D-12 – vocals (track 17)




Erscheinungsjahr: 2000


Stil: Rap, Hip Hop


Trackliste:

1. Public Service Announcement 2000 (0:25)
2. Kill You (4:24)
3. Stan (6:44)
4. Paul (0:10)
5. Who Knew (3:47)
6. Steve Berman (0:53)
7. The Way I Am (4:50)
8. The Real Slim Shady (4:44)
9. Remember Me? (3:38)
10. I'm Back (5:10)
11. Marshall Mathers (5:20)
12. Ken Kaniff (1:01)
13. Drug Ballad (5:00)
14. Amityville (4:14)
15. Bitch Please II (4:48)
16. Kim (6:17)
17. Under The Influence (5:22)
18. Criminal (5:19)

Gesamtspieldauer: 1:12:15



„The Marshall Mathers LP“ ist das dritte Studioalbum des US-amerikanischen Rappers Eminem. Es wurde am 23. Mai 2000 auf dem Plattenlabel Aftermath veröffentlicht. Das Album wurde hauptsächlich von Dr. Dre und Eminem produziert und enthält Texte, die selbst in deutschen Radios aufgrund der vielen Kraftausdrücke kaum gespielt werden können. Inhaltlich beschäftigt sich Eminem mit seinem Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär, die Kritik an seiner Musik auf den vorherigen Alben und seiner Entfremdung von seiner Familie und seiner Frau Kim. Als Gastmusiker sind unter anderem Dr. Dre, Dido, Bizarre und Snoop Dogg zu hören.

„The Marshall Mathers LP“ besteht aus „hartem“ Rap, was vor allen Dingen die Texte betrifft. Des Weiteren befinden sich auf der Platte kurze, eingesprochene Einspielungen, die ebenfalls nicht jugendfrei sind und in dieser Konsequenz fast schon langweilen. Provozieren um des Provozieren Willens? Keine Ahnung, aber genau so wirkt dieses Album, was nichtsdestotrotz zu den meistverkauften Alben aller Zeiten gehört. Aber genau dieser Umstand macht das Zuhören auch etwas schwierig. Vielleicht bin ich auch zu alt für sowas, aber so häufig das „F“-Wort in allen möglichen Konstellationen und weitere wahrlich üble Ausdrücke zu benutzen, langweilt irgendwann nur noch. Mich zumindest.

Der Rap des Marshall Mathers ist dagegen eingängig und beruht auf ins Ohr gehenden Melodien. Klar wird vermutet, dass dieses Album, bei dem sogar der richtige Name Eminems im Titel erscheint, eines seiner persönlichsten Alben darstellt. Ob das stimmt kann ich nicht beurteilen. Ich bin, wenn man diese Seite hier liest, kaum ein Freund von Hip Hop und Rap, trotzdem hat die Musik was, lässt selbst mich mitwippen. Wenn da nur nicht diese Sprache wäre. Ach so, das hatten wir schon.

Fazit: Viele Melodien auf „The Marshall Mathers LP“ gehen schnell ins Ohr. Vieles darauf klingt auch durchaus bewegend, selbst wenn man dem Rap nicht so zugetan ist. Doch ebenso Vieles an Text lassen einen manches Mal ein wenig sprachlos zurück. Zu ordinär, zu direkt, manches kann man nämlich genauso drastisch, jedoch intelligenter umschreiben. Über dreißig Millionen Verkäufe geben Marshall Mathers alias Eminem allerdings Recht. Gute Musik, schlechte Sprache. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Kill You, Stan, Kim



Dienstag, 23. November 2021

Guano Apes – Bel Air

 



Guano Apes – Bel Air


Besetzung:

Sandra Nasić – vocals
Henning Rümenapp – guitars
Stefan Ude – bass
Dennis Poschwatta – drums, vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 2011


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Sunday Lover (3:58)
2. Oh What A Night (3:12)
3. When the Ships Arrive (4:05)
4. This Time (3:51)
5. She’s A Killer (3:15)
6. Tiger (2:33)
7. Fanman (3:51)
8. All I Wanna Do (3:05)
9. Fire In Your Eyes (4:38)
10. Trust (7:07)
11. Staring At The Sun (3:12)

Gesamtspieldauer: 42:51



Nachdem die Guano Apes sich im Jahr aufgrund von finanziellen Differenzen getrennt hatten, kam es im Jahr 2009 zu einer Wiedervereinigung. Schnell wurde dann auch an neuem Material gearbeitet und am 1 April 2011 kam es schließlich zur Veröffentlichung des vierten Guano Apes Studioalbums mit dem Titel „Bel Air“. Die Platte platzierte sich in Deutschland auf Platz 1 der Charts und die Lieder „Oh What A Night“, „Sunday Lover“, „This Time“ sowie „When The Ships Arrive“ wurden als Singles zur Unterstützung des Albums ausgekoppelt.

„Bel Air“ klingt deutlich gezügelter als noch die ersten drei Veröffentlichungen der Band. Auf dem Album hört man Alternative Rock, der auch ganz leicht das Genre des Pops tangiert. Kein Nu Metal oder Funk Metal ist da mehr zu hören, die Guano Apes waren deutlich in Richtung der Massentauglichkeit unterwegs, was die Chartplatzierung auch beweist. Die elf Lieder rocken mal etwas mehr, mal etwas sanfter und sind allesamt mit Melodien ausgestattet, die relativ schnell ins Ohr gehen.

Die einzige Ausnahme auf „Bel Air“ stellt das Lied „Trust“ dar, bei dem sich die Musiker nochmals auszuleben scheinen und auf keinerlei Konventionen oder eben jene Massentauglichkeit Wert legen. Sicherlich das abwechslungsreichste Lied des Albums, welches man sich allerdings erst erarbeiten muss. Über sieben Minuten ist diese Nummer allerdings auch nicht lang, wie die angegebene Laufzeit vorzugaukeln scheint. Dem Titel wurde im Anschluss die Nummer „Running Out The Darkness“ hinzugefügt ohne, dass sie beim Abspielen auf dem Display des CD-Players zu sehen wäre. Höhepunkt der Scheibe ist das Lied „Fanman“. Ein Lied, eingängiger Alternative Rock, den man auch etwas länger in den Gehörgängen behält.

Fazit: Auf dem Wiedervereinigungsalbum „Bel Air“ klingen die Guano Apes gemäßigter und damit auch eingängiger und massenkompatibler als auf den drei vorherigen Veröffentlichungen. Das Album kletterte bis auf Platz 1 der deutschen Charts, ohne einen richtigen Höhepunkt zu besitzen. Insgesamt wirkt die Musik aber, geht ins Ohr. Richtig überzeugend klingt das alles allerdings leider trotzdem nicht mehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Fanman



Freitag, 5. November 2021

Jane – III

 



Jane – III


Besetzung:

Klaus Hess – guitars
Wolfgang Krantz – guitars, piano
Charly Maucher – bass, vocals
Peter Panka – drums, percussion, vocals


Label: Brain


Erscheinungsjahr: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. Comin’ Again (9:43)
2. Mother, You Don't Know Me (5:53)
3. I Need You (4:54)
4. Way To Paradise (3:29)
5. Early In The Morning (5:26)
6. Jane-Session (4:23)
7. Rock ’n‘ Roll Star (4:50)
8. King Of Thule (0:40)
9. Baby, What You‘re Doin‘ (3:08)

Gesamtspieldauer: 42:30



Wie der Name des Albums bereits aussagt, ist „III“ das dritte Studioalbum der deutschen Krautrockband Jane. „III“ erschien im Jahr 1974 ursprünglich auf dem Plattenlabel Brain. Im Jahr 2004 wurde die remasterte CD-Version des Albums auf dem Label Universal Music veröffentlicht.

Auf „III“ hört man keinen Progressive Rock, für den Jane zum Teil in ihrer Karriere auch standen. „III“ ist ein eines Rock-Album, welches sich zunächst im Bereich des Hard Rocks abspielt. Später gesellen sich auch einige balladeske Titel dazu. Selbstverständlich klingt die Scheibe von daher rockig, aber die Musik geht auch durchaus ins Ohr, ohne dort freilich allzu große Spuren zu hinterlassen. Das Album läuft so ein wenig durch und es gibt wenige Momente, die einen aufhorchen lassen. Die einzelnen Stücke wälzen ein Thema aus und Peter Panka singt dazu relativ verzweifelt – zumindest hört es sich so an.

Richtige Höhepunkte gibt es von daher auf „III“ auch nicht, dabei ist die Platte gar nicht mal schlecht und klingt nach dem Hard Rock, leicht bluesig angehaucht, der damals, in den 70ern des letzten Jahrhunderts eben angesagt war. Dies gilt für die rockigeren Stücke ebenso, wie für die Balladen wie zum Beispiel „I Need You“. Ganz am Ende der Platte steht dann noch ein sehr langweiliger Rock’n’Roll, der einen mit einem eher faden Beigeschmack aus dem Album entlässt. Um an dieser Stelle dann doch noch Höhepunkte zu erwähnen, sei das wahrlich schöne „Way To Paradise“ erwähnt, was sehr sanft eine klasse Melodie entwickelt und mit dem Space-Rock-ähnlichen „Jane-Session“ den Höhepunkt des Albums darstellt.

Fazit: Keinen Progressive Rock, dafür jede Menge Hard Rock bekommt man auf Janes drittem Album zu hören. Die Musik unterhält, stellt allerdings keinen Höhepunkt im Schaffen der Band dar und auch keinen im Genre des Hard Rocks. Insgesamt klingt das Album nach typischem Rock der damaligen Zeit. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Way To Paradise, Jane-Session



Montag, 1. November 2021

Bob Dylan – Dylan & The Dead

 



Bob Dylan – Dylan & The Dead


Besetzung:

Bob Dylan – guitar, vocals


Gastmusiker:

Jerry Garcia – guitar, vocals
Mickey Hart – drums
Bill Kreutzmann – drums
Phil Lesh – bass guitar
Brent Mydland – keyboards, vocals
Bob Weir – guitar, vocals




Erscheinungsjahr: 1989


Stil: Rock


Trackliste:

1. Slow Train (Foxborough, Massachusetts on July 4, 1987) (4:57)
2. I Want You (Oakland, California on July 24, 1987) (4:04)
3. Gotta Serve Somebody (Anaheim, California on July 26, 1987) (5:50)
4. Queen Jane Approximately (Eugene, Oregon on July 19, 1987) (6:38)
5. Joey (Foxborough, Massachusetts on July 4, 1987) (9:16)
6. All Along The Watchtower (Anaheim, California on July 26, 1987) (6:23)
7. Knockin‘ On Heaven‘s Door (Anaheim, California on July 26, 1987) (6:51)

Gesamtspieldauer: 44:03



„Dylan & The Dead“ ist ein gemeinsames Live-Album des US-amerikanischen Musikers Bob Dylan und der Band Grateful Dead, welches am 6. Februar 1989 auf dem Plattenlabel Columbia Records erschien. Auf dem Album sind sieben von Bob Dylan geschriebene und gesungene Lieder zu hören, die von Grateful Dead begleitet werden. Eingespielt wurde das Album auf einer Tour im Jahr 1987. Dabei traten The Grateful Dead sowie Bob Dylan manches Mal zusammen auf, gaben aber auch Einzelkonzerte.

Dass viele Lieder von Bob Dylan erst bei und durch die Interpretation anderer Künstler musikalisch so richtig gut wurden, weiß man schon länger. Gut hören kann man es auf „Dylan & The Dead“ zudem. Nehmen wir nur die zwei letzten Stücke des Albums, „All Along The Watchtower“ und „Knockin‘ On Heaven's Door“. Die Cover-Versionen von Jimi Hendrix und Guns ‘n‘ Roses toppen die Originale um Klassen. Ansonsten ist dieses Album eher etwas für eingefleischte Bob Dylan Fans. Ob Gateful Dead-Fans auch ihren Spaß am Album haben, darf bezweifelt werden, da sie hier nur in der interpretierenden Rolle zu hören sind.

Immerhin bekommt man die Lieder Bob Dylans hier in verlängerten Versionen zu hören, mit Soli an- und erfüllt. Das ist dann doch auch wieder eine neue Seite in der Musik des Bob Dylans. Das war es dann aber auch schon, viel mehr löst diese Platte nicht aus.

Fazit: Bob Dylan interpretiert zusammen mit The Grateful Dead Bob Dylan. Die Liedauswahl ist in Ordnung, die Titel gewinnen etwas durch längere Soli. Trotzdem reichen diese Interpretationen nicht an jene heran, die andere Musiker vorstellten. Sieben Punkte.

Anspieltipps: All Along The Watchtower



Freitag, 29. Oktober 2021

Journey – Frontiers




Journey – Frontiers


Besetzung:

Steve Perry – lead vocals
Neal Schon – lead guitar, backing vocals
Jonathan Cain – keyboards, rhythm guitar, backing vocals
Ross Valory – bass guitar, backing vocals
Steve Smith – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Randy Jackson – bass guitar on "After the Fall"




Erscheinungsjahr: 1983


Stil: Mainstream Rock


Trackliste:

1. Separate Ways (Worlds Apart) (5:23)
2. Send Her My Love (3:55)
3. Chain Reaction (4:21)
4. After The Fall (5:01)
5. Faithfully (4:27)
6. Edge Of The Blade (4:30)
7. Troubled Child (4:29)
8. Back Talk (3:17)
9. Frontiers (4:10)
10. Rubicon (4:19)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

11. Only The Young (from the soundtrack of "Vision Quest") (4:20)
12. Ask The Lonely (from the soundtrack of "Two Of A Kind") (3:57)
13. Liberty (2:58)
14. Only Solutions (from the soundtrack of "Tron") (3:33)

Gesamtspieldauer: 59:14



„Frontiers“ heißt das achte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Journey. Es erschien am 1. Februar 1983 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Nach diesem Album verließ Bassist Ross Valory die Band und wurde schließlich 1996 beim Einspielen des Albums „Trial By Fire“ wieder Mitglied bei Journey. „Frontiers“ verkaufte sich überaus erfolgreich und kletterte in den US Billboard 200 Charts bis auf Platz 2. In Deutschland erreichte die Platte Platz 30 der Albumcharts. Auch die vier ausgekoppelten Singles „Separate Ways (Worlds Apart“, „Faithfully“, „After The Fall“ sowie „Send Her My Love“ konnten sich in den USA allesamt in den Charts platzieren.

Journey erkennt man ziemlich schnell und gut am Sound der Band. Die Stimme des Steve Perry in Verbindung zur rockigen Musik, die immer einen gewissen, gleichen Einschlag aufweist, das ist ziemlich unverwechselbar. Journey gehen bei ihrer Musik keine Experimente ein, das Erfolgsrezept des Mainstream Rocks funktionierte gut. Und dazu gesellt sich eben noch der Umstand, dass die Band durchaus ein Gefühl für die eingängige Melodie besitzt. Unabhängig ob Ballade oder Rocker, die Musik geht ins Ohr.

Die auf der remasterten Version des Albums enthaltenen zusätzlichen Stücke fallen dagegen auch nicht ab. Zwei der Nummern dieser Bonus-Tracks, „Ask The Lonely“ und „Only The Young“, waren sowieso für das Album vorgesehen gewesen und wurden erst im letzten Moment durch „Back Talk“ und „Troubled Child“ ersetzt. Somit hält man mit „Frontiers“ ein Album in Händen, auf dem sich inzwischen fast eine Stunde eingängiger Mainstream befindet. Für Fans dieses Genres natürlich eine klasse Scheibe. Für mich ist der Höhepunkt des Albums gleich das erste Lied, „Separate Ways (Worlds Apart)“. Elektronischer Beginn und dann ein kraftvoller Rocker, bei dem man sogar das Haupthaar ordentlich durchschütteln kann. Und die Melodie ist natürlich auch wieder eingängig.

Fazit: Journey klingen ziemlich unverwechselbar. Eingängiger, US-amerikanischer Mainstream Rock, der auf allen 80er-Jahre-Radiostationen läuft. Für mich klingt das heute nicht mehr sonderlich unterhaltsam. Aber auch in den 80er Jahren war Journey keine Lieblingsband von mir. Bis auf die Hits der Band, die man immer wieder hört, finde ich das alles sehr austauschbar. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Separate Ways (Worlds Apart)



Sonntag, 5. September 2021

Hugo Race – Dishee

 



Hugo Race – Dishee


Besetzung:

Hugo Race – all intruments


Gastmusiker:

Virginia Alexander – gong




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Ambient


Trackliste:

1. So Hung (7:35)
2. Iamur (5:43)
3. Foa (4:00)
4. Akaal (15:21)
5. Blue Pearl (9:00)

Gesamtspieldauer: 41:41



Schon klar, diese CoVid-Pandemie hat natürlich unfassbar stark auch die Künstler getroffen, die einfach um ihre Möglichkeiten des Auftritts gebracht wurden. Vom Verkauf der Tonträger können heute sowieso nur noch die wenigsten Musiker leben, wenn man überall alles herunterladen kann. Zum Teil eben auch illegal und kostenlos. Ich sammele Alben. Platten wie CDs. Für mich ist es was Besonderes diese in den Händen zu halten und mir beim Hören Cover, Credits und nach Möglichkeit auch die Texte mit durchzulesen. Nicht mehr weit verbreitet diese Art des Musikhörens, was ich schade finde…. Aber egal, hier geht es jetzt um „Dishee“, dem neuen Album von Hugo Race.

Nun, dieses klingt keineswegs wie andere Hugo Race Scheiben, denn es ist vollgepackt mit sphärischer Musik, dem Ambient sehr nahe. Keine Melodien, keine Takte, nur ganz viel Atmosphäre, die dabei zum Teil auch noch mit der E-Gitarre bearbeitet wird. Dazu gesellen sich ab und an ein paar Sprachfetzen und das war es. Nicht besonders erwähnen muss man von daher, dass es diese Lieder nicht schaffen ins Ohr zu gehen. Sie laufen ganz einfach nebenher oder man hört sie intensiv auf den Kopfhörern. Zu oft wird dies allerdings wohl niemand machen, denn dazu ist diese Musik leider einfach auch zu langweilig.

Das bedeutet nicht unbedingt, dass das, was man auf „Dishee“ zu hören bekommt schlechte Musik wäre. Aber solch atmosphärische Strömungen lösen eben auch keine Begeisterungsstürme aus, sondern laufen irgendwie so mit, wenn man denn mal wieder die Muße verspürt, die Scheibe aufzulegen. Das war es leider schon, viel mehr gibt es zu dieser zwar stimmungsvoll intensiven Musik nicht zu sagen, die man dann aber trotzdem nicht mehr auflegt.

Fazit: Ambient mit E-Gitarre, so lässt sich dieses neueste Werk des Australiers Hugo Race wohl am besten beschreiben. Keine Melodien, kein Rhythmus. Nicht weiter schlimm, es gibt tolle Alben in diesem Bereich. Doch Hugo Races Musik ist das irgendwie nicht. Und es ist auch nicht „seine“ Musik, denn andere können das besser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Akaal