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Donnerstag, 22. September 2016

The Inchtabokatables – Mitten Im Krieg




The Inchtabokatables – Mitten Im Krieg


Besetzung:

Jan Klemm – vio
B.Deutung – cello
Robert Beckmann – vox / vio
Titus – drums
Moch – bass


Label: Strange Ways Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

CD1:

1. Unsatisfied (4:07)
2. Healing Hands (7:27)
3. Rain (3:02)
4. Birthing Of A Day (8:02)
5. Escape (6:56)
6. Endless Rail (5:18)
7. Come With Me (4:30)
8. Closed Eyes (7:14)
9. Wenn Du schläfst (5:00)

Gesamtspieldauer: 51:38




Im Jahr 2001 erschien das sechste und bisher letzte Studioalbum der The Inchtabokatables mit dem Titel „Mitten Im Krieg“. Danach, im Jahr 2002, wollte die Band eine elfjährige Pause einlegen, die inzwischen allerdings nochmals verlängert wurde. Veröffentlicht wurde „Mitten Im Krieg“ auf dem Musiklabel „Strange Ways Records“. Darauf zu hören ist durchaus mitreißender Alternative Rock, der einmal mehr ohne jegliche Gitarren auskommt. Mag sein, dass die Band früher auch mal im Gene des Mittalalter-Rock beheimatet war, so ist davon auf dieser Scheibe jedoch absolut nichts mehr zu vernehmen.

Auf „Mitten Im Krieg“ hört man Alternative Rock, der zumeist sehr eingängig ist und ins Ohr geht. Oftmals wird die Musik dabei immer weiter gesteigert, was durchaus mitreißend klingen kann. Und trotz dieser Eingängigkeit fehlt auf „Mitten Im Krieg“ nicht auch ein gewisses experimentelles Element, welches die Musik von den Inchtabokatables noch ein wenig spannender macht. Diese kleineren „Experimente“ betreffen nicht nur den Sound der Musik selbst, der durch die gar nicht so rockmäßigen Instrumente erzielt wird, es sind auch die Abläufe, die nicht mehr herkömmlichen Pop- oder Rock-Konventionen entsprechen. Lieder müssen eben nicht nach der Devise „Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe – Refrain“ funktionieren. Die Inchtabokatables beweisen das hier einmal mehr.

Einzelne Titel des Albums besonders herauszuheben ist dabei gar nicht so einfach, da alle Nummern auf der Scheibe durchaus überzeugen – keiner fällt hier besonders ab. Noch etwas mehr gelungen sind für meine Ohren jedoch die längeren Lieder auf „Mitten Im Krieg“, da hier nun die Musik noch ein wenig mehr zu etwas Besonderem wird. Irgendwo angesiedelt zwischen Industrial, experimenteller Musik, Pop und Rock klingt das einfach spannend und eben anders, als das, was man sonst so zu hören bekommt. Gelungen und außergewöhnlich eben.

Fazit: Alternative Rock ohne Gitarren ist mal etwas Anderes. Wobei man feststellen muss, dass man immer wieder glaubt, eine Gitarre zu hören. So ganz konnten oder wollten auch die Jungs von den Inchtabokatables anscheinend nicht auf den Sound dieses Instruments verzichten. Die Musik auf „Mitten Im Krieg“ klingt eingängig und anders, experimentell und vertraut. Die Texte sind bis auf den letzten Titel in English gehalten und die Musik wirkt. Hörerinnen und Hörer, die auch mal was Anderes hören wollen als „normalen“ Pop oder Rock, Musik, bei der auch dem Unerwarteten etwas Spielraum eingeräumt wird, diese wird „Mitten Im Krieg“ überzeugen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Healing Hands, Birthing Of A Day, Endless Rail



Montag, 28. September 2015

The Inchtabokatables – Too Loud




The Inchtabokatables – Too Loud


Besetzung:

Moeh – basses, piano, piano on “Wer?”
Deutung – violoncello
Herr Jeh – violin, programming
Dr. T.B. ex K.M.N. – drums, funny samples
BB – vocals, violin
Vadda – ears


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rock, Mittelalter Rock, Industrial Rock


Trackliste:

1. Red Skies (4:51)
2. Confined Love (4:00)
3. Selling Our Souls (3:28)
4. Destination (4:16)
5. Destination (Reprise) (2:18)
6. You Chained Me Up (4:30)
7. Too Loud (3:57)
8. Kiss Your Ear (Six) (4:29)
9. Watch Out (5:12)
10. Chachoo - Choocha (3:04)
11. My Eyes (3:33)
12. Wer? (3:40)
13. Sleep Well (5:49)

Gesamtspieldauer: 53:14




Ihr fünftes und bisher vorletztes Album nannten die fünf Berliner der Band The Inchtabokatables „Too Loud“. Veröffentlicht wurde die Scheibe 1998 und stellt schon einen großen Stilbruch im bisherigen musikalischen Oevre der Band dar. Folk ist out, dafür geht die Musik sehr viel eher in die Richtung Industrial Rock, wenn sich auch immer noch vereinzelte Mittelalter-Klänge in die einzelnen Lieder verirren.

Natürlich gibt es auch noch jede Menge Streicherpassagen auf der Scheibe, jedoch wurden diese oftmals sehr stark verfremdet. Somit erinnert nicht mehr allzu viel an die ersten drei eher folkigen Alben. Die Inchtabokatables klingen nun deutlich rockiger, verzerrter und lauter. Von daher passt der Albumtitel sogar sehr gut. Klar war den Musikern sicherlich auch, dass dies einigen Fans der ersten Stunde nicht mehr gefallen würde Auf den Konzerten der Band wurde nun allerdings noch ausgelassener mitgetanzt. Von daher: Wohl alles richtig gemacht.

Mich überzeugt das, was ich hier zu hören bekomme ebenfalls, denn dieser Klang, diese Arrangements, das hat schon was. Rock Musik mit vielen Streichern, ohne dabei auch nur den Hauch einer Klassikadaption zu versprühen, das gibt es nicht zu oft. Die Melodien gehen dabei ins Ohr, haben auch die Qualität, dort sehr viel länger zu verbleiben. Das macht durchaus Spaß. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist die etwas deutsche Aussprache so mancher Textzeile. Gerade auch bei dieser Art der Musik wären deutsche Texte, die es ja zum Teil auch auf „Too Loud“ gibt, vielleicht eine noch gelungenere Sache gewesen.

Fazit: „Too Loud” ist eine sehr überzeugende Scheibe geworden, die Spaß macht. Sehr viel Abwechslung gibt es darauf zu hören. Manch rockiger Abschnitt reiht sich an fast schon meditative Klangwiederholungen. Mal zart, mal hart und dabei immer ins Ohr gehend. Wer mal das etwas Außergewöhnliche in der Musik hören möchte, die oder der kann hier getrost zugreifen, denn das hier ist schon nicht mehr ganz so alltäglich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Red Skies, Too Loud, Watch Out