Rund um die Veröffentlichung ihres 2002er Werkes „It’s A Love Cult“ hatten die drei norwegischen Musiker noch etwas Material, welches ihrer Meinung nach wohl nicht auf das reguläre Album passte. Kurzerhand wurde im selben Jahr auch noch eine EP mit dem Titel „Serpentine“ veröffentlicht.
„Serpentine“ ist nicht nur der Titel der EP und auch gleich das erste Lied auf dieser Veröffentlichung, sondern dieses Lied befindet sich auch auf dem Album „It’s A Love Cult“ selbst. Überraschenderweise dort sogar in einer knapp zwei Minuten längeren Version. Musikalisch ist das Stück ansonsten identisch, es fehlen auf der EP allerdings der Mittelteil und das Ende. Nun, das ist sicherlich noch kein Grund zum Kauf der EP und auch kein Grund gesondert eine EP zu veröffentlichen.
Trotzdem lohnt diese kurze Scheibe, wenn man mal eine ganz andere Seite der Norweger hören möchte. Auf den ersten vier Titeln klingen Motorpsycho oftmals ruhiger, auch poppiger als auf anderen Veröffentlichungen des ersten Jahrzehnts in den 2000ern. Somit passt das Stück „Serpentine“ stilistisch sehr gut zu den nächsten drei Liedern. An einigen Stellen fühlt man sich sogar fast etwas an die Beatles erinnert. Erst im letzten Titel „Fade To Gray“ klingt es dann doch etwas rockiger und ab der Mitte dieses Titels gleitet die Musik schließlich in ein langes, vibrierendes Solo, welches einen kraftvoll – und für die EP ansonsten ganz untypisch – rockig aus der EP geleitet.
Fazit: Die EP „Serpentine“ ist sicherlich eher etwas für Leute, die alles von „ihrer“ Band besitzen wollen, Komplettisten soll es ja auch geben. Insgesamt ist „Serpentine“ eine kurze, überwiegend sehr eingängige Reise durch etwas andere Musik von Motorpsycho. Neun Punkte.
Anspieltipps: Little Ricky Massenburg, Fade To Gray
Steve Babb – lead and backing vocals, four and eight-string bass guitars, keyboards, pipe organ, hammond organ, mellotron
Fred Schendel – lead and backing vocals, steel guitars, electric and acoustic guitars, hammond organ, piano, pipe organ, keyboards, synthesizers, mellotron, mandolin, recorder, drums, percussion
Susie Bogdanowicz – lead vocals and backing vocals
Walter Moore – lead and backing vocals
Gastmusiker:
Sarah Lowell – lead and backing vocals
Haley McGuire – lead and backing vocals
Carrie Streets – backing vocals
Bjorn Lynne – lead guitar on "Tales of the Great Wars"
Charlie Shelton – lead guitar on "One King"
David Carter – lead guitar on "Further Up and Further In"
6. Music For Four Hands (And Temporal Anomaly) (2:19)
7. A Cup Of Trembling (7:50)
8. Centurion (7:47)
9. When We Were Young (9:57)
10. Goodnight (1:06)
11. Heroes And Dragons (3:45)
Gesamtspieldauer: 1:06:53
„Lex Rex“ nannte die US-amerikanische Progressive Rock Band Glass Hammer ihr sechstes Studioalbum. „Lex Rex“ wurde am 1. September 2002 auf dem Plattenlabel Arion Records veröffentlicht.
Auf „Lex Rex“ hört man Progressive Rock, der unweigerlich an die britischen Bands dieses Genres aus den 70er Jahren erinnert. Wahre Feuerwerke an Keyboard- und Synthesizer-Läufen, eingängige Gitarrensoli, Stimmungs- und Tempowechsel, melodische Wandlungen, sanfte und rockige Passagen und immer wieder neue musikalische Einfälle gibt es auf diesem Album zu hören. Genau dieses Zuhören macht hier sehr viel Spaß, wenn man eben die Musik von Yes und Genesis in ihren Anfängen mag. Dabei imitieren Glass Hammer keineswegs ihre musikalischen Vorbilder, sondern weiten dieses musikalische Erbe lediglich um elf weitere Titel aus.
„Lex Rex“ ist ein Konzeptalbum. Erzählt wird darauf die Geschichte eines römischen Soldaten, der während seiner Dienstzeit zahlreiche Abenteuer erlebt und dabei sogar auf Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe, der Schönheit, der sinnlichen Begierde und der Sexualität trifft. Das Album ist ein wahrer „Ritt“ durch diese Abenteuer, welches man am besten mit Kopfhörern genießt. Alles lässt sich wunderbar in einem durchhören, da die Platte keine Ausfälle aufweist und vom ersten bis zum letzten Akkord überzeugt.
Die einzelnen Lieder gehen ins Ohr, klingen jederzeit melodiös und harmonisch. Vertrackte oder frickelige Passagen findet man auf „Lex Rex“ allerdings nicht. Alles löst sich jederzeit in Wohlklang auf.
Fazit: „Lex Rex“ ist ein Album angefüllt mit Progressive Rock, welches sich auf die Vergangenheit dieses musikalischen Genres bezieht. Viele schöne Melodien und Harmonien gibt es auf der Platte zu entdecken, die alle Freundinnen und Freunde des Progressive Rocks der 70er Jahre überzeugen dürfte. Elf Punkte.
Chris Goss – guitar, keyboard, backing vocals (5, 10)
Paz Lenchantin – strings (2, 14)
Ana Lenchantin – strings (2, 14)
Molly McGuire – accordion (14)
John Gove – horns (14)
Kevin Porter – horns (14)
Brad Kintscher – horns (14)
Radio DJs (Einige Lieder auf „Songs For The Deaf” werden durch inszenierte Radiomitschnitte mit Gast-DJs unterbrochen. In der Reihenfolge ihres Erscheinens:
Blag Dahlia as DJ "Kip Kasper" of KLON - KLONE Radio of Los Angeles
Alain Johannes as DJ "Héctor Bonifacio Echeverría Cervantes de la Cruz Arroyo Rojas"
Chris Goss as DJ "Elastic Ass" of KRDL - Kurdle 109 of Chino Hills
C-Minus as DJ for KOOL
Casey Chaos as station ad promoting "All Death Metal, all the time."
Jeordie White as DJ Tom Sherman of Banning College Radio
1. You Think I Ain‘t Worth A Dollar, But I Feel Like A Millionaire (3:12)
2. No One Knows (4:38)
3. First It Giveth (3:18)
4. Song For The Dead (5:52)
5. The Sky Is Fallin‘ (6:15)
6. Six Shooter (1:19)
7. Hangin‘ Tree (3:06)
8. Go With The Flow (3:07)
9. Gonna Leave You (2:50)
10. Do It Again (4:04)
11. God Is In The Radio (6:04)
12. Another Love Song (3:16)
13. Song For The Deaf (6:42)
14. Mosquito Song (5:38)
15. Everybody‘s Gonna Be Happy (2:35)
Gesamtspieldauer: 1:03:37
„Songs For The Deaf“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Queens Of The Stone Age. „Songs For The Deaf“ wurde am 27. August 2002 auf dem Plattenlabel Interscope Records veröffentlicht. Dave Grohl ist darauf wie früher bei Nirvana am Schlagzeug zu hören und es ist das letzte Album der Queens Of The Stone Age auf dem Nick Oliveri am Bass zu hören ist. Die Platte ist ein lockeres Konzeptalbum, das die Hörerin und den Hörer auf eine Fahrt durch die kalifornische Wüste von Los Angeles zum Joshua Tree Nationalpark mitnimmt, wobei Radiosender aus Städten entlang des Weges eingeblendet werden.
„Songs For The Deaf“ stellt für die Queens Of The Stone Age den Durchbruch dar. Es wurde in den USA als erste Platte der Band mit Gold ausgezeichnet und verkaufte sich auch in Europa sehr gut. In Deutschland kletterte das Album bis auf Platz 9 der Charts, in England sogar bis auf Platz 4. Die Lieder „No One Knows“, „Go With The Flow“ und „First It Giveth“ wurden als Singles ausgekoppelt.
Auf „Songs For The Deaf“ hört man überaus abwechslungsreichen Rock, der mal härter klingt, dann allerdings auch wieder die weiche, sanfte Seite hören lässt. Gemein ist dabei allen Liedern des Albums, dass sie überaus eingängig ins Ohr zu gehen verstehen. Und dies gelingt den meisten Titeln bereits mit dem ersten Mal des Hörens. Diese Mischung aus kraftvollen und zugleich melodiösen Nummern hat was und unterhält bestens. Passagenweise kratzen die einzelnen Nummern dabei sogar am Genre des Metal und das Album wird in einigen „Bestenlisten“ auch unter Metal geführt.
Höhepunkte gibt es einige auf „Songs For The Deaf“. Das Album ist in sich gesehen bereits ein Höhepunkt. Um aber doch einzelne Lieder noch hervorzuheben sei an dieser Stelle die Singleauskopplung „No One Knows“ erwähnt. Das kraftvolle und doch so eingängige „The Sky Is Fallin‘“ sowie das mit den Stimmungen changierende und ebenfalls rockende „God Is In The Radio“. Und schließlich gibt es da noch das Lied „Moskito Song“. Die ruhigste Nummer des Albums und wie das Kinks-Cover „Everybody‘s Gonna Be Happy“ mit dem Label „Bonus Track“ versehen. Doch dieser „Moskito Song“ ist ein absoluter Höhepunkt, wenn nicht der Höhepunkt des Albums, falls man denn auch die leiseren Töne mag.
Fazit: „Songs For The Deaf“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, auf dem man Liedern von Metal bis fast hin zum Folk lauschen kann. Alles klingt eingängig und melodiös und die Rhythmen laden zum Mitwippen ein. Coole, optimistische Rock-Musik, die Spaß macht gehört zu werden. Zwölf Punkte.
Anspieltipps: No One Knows, The Sky Is Fallin‘, God Is In The Radio, Moskito Song
Rush – Vapor Trails Besetzung: Geddy Lee – bass guitar, vocals Alex Lifeson – electric and acoustic guitars, mandola Neil Peart – drums, cymbals Label: Atlantic Records Erscheinungsjahr: 2002 Stil: Rock Trackliste: 1. One Little Victory (5:08) 2. Ceiling Unlimited (5:28) 3. Ghost Rider (5:40) 4. Peaceable Kingdom (5:23) 5. The Stars Look Down (4:28) 6. How It Is (4:05) 7. Vapor Trail (4:57) 8. Secret Touch (6:34) 9. Earthshine (5:38) 10. Sweet Miracle (3:40) 11. Nocturne (4:49) 12. Freeze (Part IV Of Fear) (6:21) 13. Out Of The Cradle (5:03) Gesamtspieldauer: 1:07:20
„Vapor Trails“ heißt das bereits siebzehnte Studioalbum der kanadischen Rockband Rush. Es wurde am 14. Mai 2002 auf dem Plattenlabel Anthem Records beziehungsweise auf Altlantic Records veröffentlicht. Es hatte einige Jahre gedauert, bis Rush ein neues Album auflegten, was an der familiären Situation von Schlagzeuger und Texter Neil Peart lag. Dieser hatte in der Zeit von August 1997 bis Juni 1998 seine Tochter und seine Frau auf tragische Weise verloren. „Vapor Trails“ kletterte in Kanada bis auf Platz 3, in den USA immerhin bis auf Platz 6 der Charts. Die Lieder „One Little Victory“ und „Secret Touch“ wurden als Singles ausgekoppelt.
Nun, Progressive Rock hört man auch auf „Vapor Trails“ nicht mehr. Vielmehr gibt es auf dem Album ziemlich geradlinigen Rock zu hören, der manchmal im Genre des Hard Rocks beheimatet ist – dies allerdings auch nicht durchgängig. Nichts Besonderes also, trotzdem ist das Album nicht ganz langweilig geraten, da einige Lieder schon gut rocken und dabei auch sehr eingängig ins Ohr gehen. Ob es aber eine Hörerin oder einen Hörer auf dieser Welt gibt, die „Vapor Trails“ zu ihrem Lieblingsalbum küren würden, das wage ich zu bezweifeln. Geradlinigen, schnörkellosen Rock, der ab und an auch zum Mitwippen animiert, das hört man allerdings immerhin auf dem Album.
Höhepunkt des Albums ist ganz klar das Titellied „Vapor Trails“. Es ist das Stück des Albums, welches den meisten Eindruck hinterlässt und gerade durch seinen melodiösen Rock und mit seinem Aufbau überzeugen kann. Ein Lied, welches gleich beim ersten Mal des Hörens auffällt und mit jedem weiteren Durchgang noch besser wird.
Fazit: Ein ziemlich geradliniges Rock bis Hard Rock Album haben die Kanadier von Rush mit ihrem siebzehnten Studioalbum „Vapor Trails“ vorgelegt. Darauf gibt es zwar keine Musik mehr zu hören, die restlos begeistert, doch immerhin Rock, der unterhält und dreizehn Lieder umfasst, die kaum gegeneinander abfallen. Sieben Punkte.
Korn – Untouchables Besetzung: Jonathan Davis – vocals Munky – rhythm and lead guitars Head – lead and rhythm guitars Fieldy – bass David Silveria – drums Label: Epic Records Erscheinungsjahr: 2002 Stil: Nu Metal Trackliste: 1. Here To Stay (4:30) 2. Make Believe (4:37) 3. Blame (3:51) 4. Hollow Life (4:09) 5. Bottled Up Inside (4:00) 6. Thoughtless (4:32) 7. Hating (5:10) 8. One More Time (4:39) 9. Alone I Break(4:16) 10. Embrace (4:27) 11. Beat It Upright (4:15) 12. Wake Up Hate (3:12) 13. I‘m Hiding (3:57) 14. No One‘s There (9:24) Gesamtspieldauer: 1:05:05
„Untouchables“ nannte die US-amerikanische Nu-Metal-Band Korn ihr fünftes Studioalbum Es wurde am 11. Juni 2002 auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht. Aus dem Album wurden die Lieder „Here To Stay“, „Thoughtless“ und „Alone I Break“ als Singles ausgekoppelt. Das Lied „Here To Stay“ erhielt 2003 einen Grammy Award für die beste „Metal-Performance“. Die Aufnahmen für „Untouchables“ zogen sich über zwei Jahre hin und verschlangen mehr als drei Millionen Dollar an Produktionskosten.
Im Vergleich zu den ersten Alben der Band hatte sich Korn definitiv weiter in Richtung des Mainstreams entwickelt. So zumindest der Eindruck, der einem beim Hören der ersten Titel vermittelt wird. Was schon auf dem Vorgängeralbum „Issues“ zu hören war, das Öffnen gegenüber einer größeren Hörerschaft, diese Entwicklung wurde auf dem fünften Album fortgesetzt. Das ist allerdings keineswegs ein Nachteil des Albums, eher ein angenehmer Effekt. Korn klingen auch auf „Untouchables“ noch hart, an vielen Stellen sehr hart und kompromisslos, doch es wird viel mehr Wert auf die eingängige Melodie gelegt, wodurch die Lieder zusätzlich wachsen und sich im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu verfestigen wissen. Jonathan Davis setzt bei den ersten Titeln seine stimmliche Variabilität auch sehr viel häufiger ein. Er singt rockig, dann jedoch auch in deutlich höheren, für ihn bisher eher ungewohnten Lagen. Doch das klingt sehr überzeugend und bereichert die Musik von Korn nochmals zusätzlich.
Im zweiten Abschnitt der Platte werden die Lieder dann auch nochmals härter, klingen weniger melodiös. Jetzt steht die Härte des Nu Metal erneut deutlicher im Vordergrund. Headbanging ist definitiv angesagt. Bis der vorletzte Titel beginnt. „I‘m Hiding“ verfügt wieder über eine schöne Melodie und gesteigert wird dieser Eindruck schließlich mit dem letzten Titel auf „Untouchables“, dem Lied „No One‘s There“. Hierbei handelt es sich allerdings keineswegs um eine Nummer, die über neun Minuten lang läuft. Das Lied endet nach ziemlich genau fünf Minuten, dann gibt es sechs Sekunden der Stille und es folgt ein sogenannter Hidden Track, den Korn bisher auf jedes ihrer Alben gepackt hatten. Dieses Mal ist es das bereits erwähnte und mit einem Grammy ausgezeichnete Lied „Here To Stay“ allerdings in der T-Ray‘s Mix-Version.
Fazit: Wer Nu Metal mag, die oder der kommt mit „Untouchables“ sehr auf seine Kosten. Am Überzeugendsten klingen die US-Amerikaner dabei, wenn sie die Eingängigkeit ihrer Musik ebenfalls bedienen. „Untouchables“ ist das abwechslungsreichste Album von Korn bisher, da es alle Elemente der Musik der Band in sich vereint. Härte und Melodiösität. Für Korn kein Widerspruch. Neun Punkte.
Anspieltipps: Here To Stay, Hollow Life, No One‘s There
Focus – Focus 8 Besetzung: Thijs van Leer – hammond organ, piano, flute, non-lexical vocables (tracks 1, 4, 7, 8, 11) Jan Dumée – guitar, vocals (track 2), non-lexical vocables (tracks 7, 11) Bobby Jacobs – bass guitar Bert Smaak – drums Gastmusiker: Ruben van Roon – drums (track 8) Geert Scheijgrond – additional guitar (track 4) Tamara Krzelj – cello (track 2) Label: Musea Records Erscheinungsdatum: 2002 Stil: Instrumentale Musik Trackliste: 1. Rock & Rio (3:27) 2. Tamara’s Move (5:17) 3. Fretless Love (6:08) 4. Hurkey Turkey (4:15) 5. De Ti O De Mi (6:30) 6. Focus 8 (6:19) 7. Što Čes Raditi Ostatac Života? (5:26) 8. Neurotika (3:47) 9. Brother (5:39) 10. Blizu Tébe (6:38) 11. Flower Shower (5:42) Gesamtspieldauer: 59:13
„Focus 8“ heißt sinnigerweise das achte Studioalbum der niederländischen Rockband Focus, welches im Jahr 2002 auf dem Plattenlabel Musea Records veröffentlicht wurde. 17 Jahre nach der letzten Scheibe, für die sich die beiden Gründungsmitglieder Jan Akkerman und Thijs van Leer auszeichneten, veröffentlichte letztgenannter Musiker mit einigen neuen Kollegen nochmals ein neues Focus Album. Charttechnischen Erfolg erzielte diese Platte allerdings keinen mehr, trotzdem stellt „Focus 8“ musikalisch gesehen eine deutliche Verbesserung zu den Vorgängerscheiben dar.
Dies liegt jedoch nicht am Songwriting des Thijs van Leer, sondern an dem des neuen Gitarristen und Sängers Jan Dumée, der mit den drei Titeln „Tamara’s Move“, „Što Čes Raditi Ostatac Života?“ und „Blizu Tébe“ gleich die drei Höhepunkte der Platte beisteuerte. Zumeist sanfte Rock-Musik hört man mit diesen drei Liedern, die mal leicht das Tempo anziehen, dabei jedoch nie die Melodie aus dem Fokus verlieren. Eher typisch für die Musik des Thijs van Leer sind da der Opener und das letzte Lied des Albums. Vielleicht fehlt mir dazu allerdings auch nur der Humor, doch wie oft hat man auf den Alben von Focus nun schon gehört, dass Thijs van Leer jodeln kann? Nun, auf dem rockigen „Rock & Rio“ hört man dies erneut. Dazu ein Stampfrhythmus und fertig ist die zwar typische, inzwischen allerdings irgendwie überholt klingende Musik von Focus. Das hat man doch alles schon mal gehört.
Was man allerdings noch nicht gehört hat ist eine Nummer wie „Flower Shower“. Urkomisch soll das wahrscheinlich klingen, wenn hier zu einer seichten Melodie operettenhaft gesungen wird. Dazu ein paar Duschgeräusche, Drum-Computer und gespielte fröhliche Stimmung. Wenn es denn nur nicht so traurig wäre. Ansonsten hört man auf dem Album mit dem Lied „Brother“, welches Thijs van Leer wohl zusammen mit seiner Frau geschrieben hat, noch einen weiteren ganz netten und dieses Mal zunächst sehr getragenen Titel, bis dieser auch rockigere Töne anschlägt. Und der Rest? Ist nicht großartig der Erwähnung wert. Zu viele eingefleischte Focus-Fans gab es im Jahr 2002 auch nicht mehr, sodass die Scheibe an der Ladentheke nicht mehr zu überzeugen wusste.
Fazit: Immerhin eine Steigerung zu früheren Alben ist Thijs van Leer mit seiner Band Focus in neuen Jahrtausend gelungen. Nicht alles auf „Focus 8“ überzeugt, doch es gibt auch die hörenswerten und lohnenden Stellen auf dieser Platte. Insgesamt ist „Focus 8“ nur selten mitreißend, aber immerhin gibt es diese Passagen mal wieder zu hören. Sieben Punkte.
Anspieltipps: Tamara’s Move, Što Čes Raditi Ostatac Života?, Brother, Blizu Tébe
Pain Of Salvation – Remedy Lane Besetzung: Daniel Gildenlöw – lead vocals, guitar Kristoffer Gildenlöw – bass, backing vocals Johan Hallgren – guitar, backing vocals Fredrik Hermansson – keyboards Johan Langell – drums, backing vocals Label: InsideOut Music Erscheinungsdatum: 2002 Stil: Progressive Metal Trackliste: 1. Of Two Beginnings (2:24) Chapter I: 2. Ending Theme (4:59) 3. Fandango (5:51) 4. A Trace Of Blood (8:17) 5. This Heart Of Mine (I Pledge) (4:01) Chapter II: 6. Undertow (4:47) 7. Rope Ends (7:02) 8. Chain Sling (3:58) 9. Dryad Of The Woods (4:56) Chapter III: 10. Remedy Lane (2:15) 11. Waking Every God (5:19) 12. Second Love (4:21) 13. Beyond The Pale (9:56) Gesamtspieldauer: 1:08:13
„Remedy Lane“ nannte die schwedische Progressive Metal Band Pain Of Salvation ihr viertes Studio-Album. Es wurde am 15. Januar 2002 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und stellt einmal mehr ein Konzeptalbum dar. Dieses Mal wird die Suche nach der Selbstfindung in den Mittelpunkt der Scheibe gestellt.
Ansonsten „alles wie gehabt“ bei Pain Of Salavation könnte man sagen. Abwechslungsreicher und durchaus auch intelligenter Progressive Metal, der zudem ein klein wenig erarbeitet werden möchte. Die Lieder „zünden“ noch nicht beim ersten Mal des Hörens, werden allerdings mit jedem weiteren Durchlauf interessanter und auch eingängiger. So erscheint „Remedy Lane“ sehr facettenreich und enthält einige Überraschungen für die Hörerin und den Hörer parat. Selbstverständlich haben die fünf Schweden auch auf diesem Album ihr Gespür für Melodien und auch Stimmungen ausgespielt. Mal sanfter, mal rauer, sehr eingängig, dann wieder ein wenig frickeliger, all das gibt es auf „Remedy Lane“ zu hören, wobei niemals auch nur ansatzweise Langeweile aufkommt.
Die Höhepunkte sind dementsprechend breit gesät. Ausfälle gibt es übrigens keine auf der Scheibe zu beklagen, auch wenn solch ein fast schon durchgängig mit „lieblich“ zu umschreibender und zum Teil etwas nach Mittelalter klingender Instrumental-Track wie „Dryad Of The Woods“ im musikalischen Universum von Pain Of Salvation etwas seltsam klingt. Die andere Instrumental-Nummer und gleichzeitig der Titeltrack „Remedy Lane“ klingt dafür etwas synthetisch. Andererseits bereichert es natürlich auch den Gesamteindruck, den diese Platte hinterlässt. Im „ersten Kapitel“ des Albums überzeugen vor allen Dingen die beiden Lieder „Fandango“ und „A Trace Of Blood“. In Chapter II ist es der mitreißende Titel „Rope Ends“ und schließlich im Kapitel III das Lied „Waking Every God“. Jede Menge guter Musik also, die lohnt entdeckt zu werden, wenn man dem Progressive Metal etwas abzugewinnen weiß.
Fazit: Ein sehr abwechslungsreiches Album ist den Schweden von Pain Of Salvation mit ihrem vierten Studio-Album „Remedy Lane“ gelungen. Progressive Metal in seiner interessanteren Ausführung mit vielen Wendungen und Überraschungen. Die Lieder wirken und gehen ins Ohr, wenn auch nicht gleich beim ersten Mal des Hörens. Die Platte stellt somit eine schöne Erweiterung des Lied-Katalogs der Schweden dar und dürfte den Fans sehr gefallen. Zehn Punkte.
Anspieltipps: Fandango, A Trace Of Blood, Rope Ends, Waking Every God
Elvis – 30 #1 Hits Besetzung: Elvis Presley – vocals Gastmusiker: Keine weiteren Angaben Label: RCA Records Erscheinungsdatum: 2002 Stil: Rock’n‘Roll Trackliste: 1. Heartbreak Hotel (2:09) 2. Don’t Be Cruel (2:04) 3. Hound Dog (2:15) 4. Love Me Tender (2:44) 5. Too Much (2:36) 6. All Shook Up (2:00) 7. (Let Me Be Your) Teddy Bear (1:49) 8. Jailhouse Rock (2:37) 9. Don’t (2:51) 10. Hard Headed Woman (1:56) 11. One Night (2:34) 12. (Now And Then There’s) A Fool Such As I (2:41) 13. A Big Hunk O’Love (2:16) 14. Stuck On You (2:20) 15. It’s Now Or Never (3:17) 16. Are You Lonesome Tonight? (3:08) 17. Wooden Heart (2:04) 18. Surrender (1:55) 19. (Marie’s The Name) His Latest Flame (2:08) 20. Can’t Help Falling In Love (3:00) 21. Good Luck Charm (2:27) 22. She’s Not You (2:12) 23. Return To Sender (2:11) 24. (You’re The) Devil In Disguise (2:22) 25. Crying In The Chapel (2:26) 26. In The Ghetto (3:05) 27. Suspicious Minds (4:34) 28. The Wonder Of You (2:28) 29. Burning Love (2:59) 30. Way Down (2:39) Bonus Track: 31. A Little Less Conversation (JXL Radio Edit Remix) (3:33) Gesamtspieldauer: 1:19:35
Gibt man auf dem Portal Discogs den Namen Elvis Presley ein, um nach einer Veröffentlichung des US-amerikanischen Musikers zu suchen, erhält man nicht weniger als 3.245 Treffer. Dazu kann man in der Einleitung nachlesen: „Elvis Presley ist einer der berühmtesten und einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Er war in vielen Genres kommerziell erfolgreich, darunter Rock'n'Roll, Pop und Gospel, und ist der meistverkaufte Solokünstler in der Geschichte der Tonträger mit einem geschätzten Rekordabsatz von mehr als einer Milliarde Einheiten weltweit.“ Das ist mal eine Ansage wenn man bedenkt, dass Elvis Presley nie ein Lied selbst schrieb, sondern immer nur interpretierte und reproduzierte. „30 #1 Hits“ ist eine dieser 3.245 Veröffentlichungen und eines der hunderte an Kompilationsalben. Das Album erschien im Jahr 2002 auf dem Plattenlabel RCA Records.
Mit dieser Scheibe enthält man einen schönen Überblick über die Musik des Elvis Presley, die sich vor allem im Bereich des Rock’n’Rolls bewegt. Viele der Titel sind auch bekannt, werden zudem heute noch auf entsprechenden Oldie-Stationen gespielt. Bespiele hierfür wären die Lieder „Heartbreak Hotel“, „Hound Dog“, „Love Me Tender“, „Jailhouse Rock“, „It‘s Now Or Never“, „Are You Lonesome Tonight?“, „In The Ghetto“, „Suspicious Minds“, um nur ein paar zu nennen.
Den Titeln hört man freilich das Alter an, modern klingt da rein gar nichts mehr. Und solch ein Stück wie „Wooden Heart“, die englische Adaption des deutschen Volksliedes „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“, welches Elvis in einer Strophe auch auf Deutsch einsingt, erzeugt in heutiger Zeit zumindest Verwunderung. Ansonsten kann man das alles gut anhören, mitreißend klingt hier allerdings nichts mehr.
Fazit: Für Elvis Fans ist diese Zusammenstellung wahrscheinlich weniger geeignet, da sie die Lieder bereits anderweitig besitzen. Um sich allerdings einen Überblick über das Schaffen des Elvis Presley zu verschaffen, eignet sich „30 #1 Hits“ perfekt. Die Musik selbst klingt allerdings überholt und nach völlig anderen Zeiten, aber auch das werden Oldie-Fans ganz bestimmt ganz anders sehen. Vier Punkte.
Celine Dion – A New Day Has Come Besetzung: Celine Dion – vocals, background vocals Gastmusiker: Walter Afanasieff – bass, drum programming, keyboards, programming JoAnders Bagge – background vocals Janie Barnett – background vocals Francis Benítez – background vocals Kevin Breit – acoustic guitar, electric guitar Terry Britten – guitar Marcus Brown – bass, drums, keyboard programming, percussion Jorge Calandrelli – orchestral arrangements, piano Andreas Carlsson – guitar, background vocals Jennifer Carr – background vocals Sue Ann Carwell – background vocals Dorian Cheah – electric guitar Sébastien Chouard – guitar Christian B. – programming Datz Pyle – orchestra contractor Joey Diggs – background vocals Margaret Dorn – background vocals Felipe Elgueta – synthesizer programming Keith Fluitt – background vocals Kevin Fox – cello Simon Franglen – keyboards, synthesizer programming Gavin Greenaway – string arrangements, string conductor Mary Griffin – background vocals Rutger Gunnarsson – string arrangements, string conductor Nana Hedin – background vocals Paul Jackson, Jr. – guitar Henrik Janson – string arrangements, string conductor Uli Janson – string arrangements, string conductor Skyler Jett – background vocals Richie Jones – drum programming, guitar Chantal Kreviazuk – background vocals Eric Kupper – guitar, keyboard programming Michael Landau – guitar Robert John "Mutt" Lange – guitar, background vocals Thomas Lindberg – bass Kristian Lundin – keyboards, programming Chieli Minucci – guitar Steve Morales – midi programming, background vocals Maryanne Morgan – background vocals Kenny O'Brien – vocal arrangement, vocal editing, background vocals Esbjörn Öhrwall – guitar Jeanette Olsson – background vocals Rafael Padilla – percussion Richard Page – background vocals Mark Portmann – keyboards Claytoven Richardson – background vocals Guy Roche – drum programming, synthesizer Maggie Rodford – string coordinator William Ross – conductor, orchestral arrangements, string arrangements Sakai – background vocals David Siegel – keyboards Harry "Slick" Sommerdahl – piano Stockholm Session Orchestra – strings Shelene Thomas – background vocals Michael Hart Thompson – guitar Shania Twain – background vocals Dan Warner – guitar (acoustic), guitar (electric) Sam Watters – background vocals Yvonne Williams – background vocals Label: Columbia Records Erscheinungsdatum: 2002 Stil: Pop Trackliste: 1. I’m Alive (3:30) 2. Right In Front Of You (4:13) 3. Have You Ever Been In Love (4:08) 4. Rain, Tax (It's Inevitable) (3:25) 5. A New Day Has Come (4:19) 6. Ten Days (3:37) 7. Goodbye’s (The Saddest Word) (5:19) 8. Prayer (5:34) 9. I Surrender (4:48) 10. At Last (4:17) 11. Super Love (4:17) 12. Sorry For Love (4:10) 13. Aun Existe Amor (3:52) 14. The Greatest Reward (3:29) 15. When The Wrong One Loves You Right (3:49) 16. A New Day Has Come (5:42) 17. Nature Boy (3:45) Gesamtspieldauer: 1:12:23
„A New Day Has Come“ ist das elfte englischsprachige Studio-Album der kanadischen Sängerin Celine Dion. Veröffentlicht wurde die Scheibe am 22. März des Jahres 2002 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Es war ihre erste Veröffentlichung seit dem 1997er Album „Let‘s Talk About Love“. Vorher hatte sich Celine Dion zwei Jahre ganz aus dem Showgeschäft zurückgezogen, da 2001 ihr erstes Kind geboren wurde.
Auf „A New Day Has Come“ gibt es Lieder mit dem Titel „Have You Ever Been In Love“, „Super Love“, „Sorry For Love“ oder mal auf Spanisch „Aun Existe Amor“. Doch keine Sorge, die restlichen Titel drehen sich auch fast ausschließlich um das Thema „Liebe“. Die auf der Platte zu hörenden Titel stammen von fast vierzig verschiedenen Songschreibern – Celine Dion ist selbstverständlich nichtdarunter – die sich allesamt auf die Fahne geschrieben zu haben scheinen, möglichst viel Schmalz musikalisch zu verpacken. Man hört auf „A New Day Has Come“ Pop-Musik, welche mit allerlei Streichern unterlegt wurde, um noch süßlicher zu klingen. Die Texte sind an Primitivität kaum zu unterbieten, die Musik ist ein anbiederndes Gesäusel. Grausam.
Musik ist immer Geschmackssache – und das ist auch wunderschön und genau richtig so. Mit anspruchsvoller Musik hat dieses Album von Celine Dion allerdings trotzdem so gar nichts zu tun. Nun, das hat die Musik von Dieter Bohlen zum Beispiel auch nie, verkauft sich trotzdem sensationell. Genau wie Celine Dion. Allein dieses Album ging sich bisher über zwölf Millionen Mal über den Ladentisch. Ich finde darauf nur ein einziges Lied, was sich lohnt gehört zu werden. „Ten Days“, das war es. Musik ist reine Geschmackssache, Qualität in der Musik allerdings nicht.
Fazit: Mainstream Pop der ultrasüßlichen Sorte gibt es auf „A New Day Has Come“ von Celine Dion zu hören. Mir fehlt hier absolut entsprechendes musikalisches Gen, um mit solch einer Musik klar zu kommen. Auf dieser Platte biedert sich jemand an, versucht jegliche Ecken und Kanten wegzulassen, produziert es auf absolute Massentauglichkeit und endet in langweiliger und absoluter Belanglosigkeit. Ein Punkt.
Darius – Dive In Besetzung: Darius Danesh – vocals, guitar, background vocals Gastmusiker: Gini Ball – strings, violin Dinah Beamish – cello, strings Ellen Blair – strings Chris Braide – guitar, piano, background vocals Jon Cohen – string programming Phil da Costa – drum programming Pete Davies – programming Pete Davis – keyboards, programming Martin Ditchum – percussion Pete Glenister – bass, guitar, string arrangements Sophie Harris – strings Sally Herbert – strings, violin Alex James – programming Corky James – guitar Denny Lew – background vocals Jamie Maher – programming Ruben Martinez – vocals, background vocals Claire Orsler – strings, viola Dave Ruffy – drums Makoto Sakamoto – drums Sparx – background vocals Anne Stephenson – strings Brian G. Wright – strings Label: Mercury Records Erscheinungsdatum: 2002 Stil: Pop Trackliste: 1. Colourblind (3:35) 2. Rushes (3:43) 3. Incredible (What I Meant To Say) (3:37) 4. Girl In The Moon (4:02) 5. I'm Not Buying (4:23) 6. Dive In (3:40) 7. Gotta Know Tonight (4:13) 8. Sliding Doors (4:24) 9. Simple Like The Truth (3:59) 10. Better Than That (3:33) 11. Mockingbird (4:03) 12. Mercury Rising (4:59) 13. Gotta Know Tonight (Hidden Track & Songwriting Demo) (4:13) Gesamtspieldauer: 52:34
„Dive In“ heißt das erste von zwei Studio-Alben des Darius Campbell-Danesh. Das Album erschien am 2. Dezember 2002 auf dem Plattenlabel Mercury Records und war in Großbritannien überaus erfolgreich, erreichte dort Platz 6 der Charts sowie Platin-Status mit 300.000 verkauften Kopien. Dass Darius Danesh in Großbritannien durchstartete, jedoch in anderen europäischen Ländern eher unbekannt ist, liegt wahrscheinlich an seiner Teilnahme an diversen Talentwettbewerben im britischen Fernsehen, die er auch gewann. Nach „Dive In“ folgte zwei Jahre später noch das Album „Live Twice“. Danach veröffentlichte Darius Campbell-Danesh bis zum heutigen Tag nichts mehr und ist in der Zwischenzeit ein gut beschäftigter Musical-Sänger und hat das „Danesh“ in seinem Namen erst mal gestrichen. Die Lieder auf „Dive In“ komponierte der Brite alle mit, wenn auch keines alleine. Die erste Single des Albums, „Colourblind“ schaffte es bis auf Platz 1 der britischen Charts. Weitere Singles waren „Rushes“ (Platz 5), „Incredible (What I Meant To Say)“ (Platz 9) und als vierte Auskopplung das Lied „Girl In The Moon“, welches noch Platz 21 der Charts erreichte. Allerdings ist stellt gerade dieses letztgenannte Lied eines der schlechtesten Stücke des Albums dar. Auf „Dive In“ hört man Pop-Musik, die sich ab und an dem Rock annähert, ohne diesen wirklich zu erreichen. Manche der Stücke klingen gefährlich nach Boy Group Musik, andere sind dann wieder zumindest hörbare Pop-Lieder, die keinem wehtun, allerdings auch über den Status der Unwichtigkeit nicht hinausreichen. Somit läuft die Platte einfach so durch, ohne großartige Spuren zu hinterlassen oder Aufsehen zu erregen. „Dive In“ hat nicht das Zeug zur Lieblingsplatte. Und auch wenn es sehr schmalzig klingt, das schönste Lied auf der Platte heißt „Mercury Rising“. Fazit: Zumeist sanften Pop, der ab und an in den Gefilden des Rocks fischt, gibt es auf „Dive In“ des Briten Darius Campbell-Danesh zu hören. Die Musik ist zum überwiegenden Teil langweilig und austauschbar. Seichter Pop, der keiner und keinem den Tag versaut, diesen allerdings auch nicht aufzuhellen weiß. Mancher Titel klingt leider sehr nach Boy Group, andere dann wieder leicht erwachsener. Hat man „Dive In“ nicht gehört, hat man definitiv nichts verpasst. Vier Punkte.
Kaipa – Notes From The Past Besetzung: Hans Lundin – keyboards, vocals Roine Stolt – guitars, vocals Patrik Lundström – lead & backing vocals Morgan Ågren – drums Jonas Reingold – bass Gastmusiker: Aleena Gibson – vocals („A Road In My Mind“) Tove Thörn Lundin – vocals („In The Space Of A Twinkle“) Lennart Lind – trombone Lars Lindsjö – saxophone Tage Rolander – trumpet Label: InsideOut Music Erscheinungsdatum: 2002 Stil: Progressive Rock, RetroProg Trackliste: 1. Notes From The Past - Part I (3:09) 2. Night-Bike-Ride (On Lilac Street) (3:28) 3. Mirrors Of Yesterday (6:17) 4. Leaving The Horizon (14:10) 5. In The Space Of A Twinkle (3:28) 6. Folke’s Final Decision (4:03) 7. The Name Belongs To You (13:46) 8. Second Journey Inside The Green Glass (5:55) 9. A Road In My Mind (7:17) 10. Morganism (10:33) 11. Notes From The Past - Part II (6:58) Gesamtspieldauer: 1:19:08
Kaipa war eine schwedische Progressive Rockband, die in den 70er Jahren drei Alben veröffentlichte. Es folgten zwei eher poppige Platten zu Beginn der 80er Jahre, danach löste sich die Band wieder auf. Zwanzig Jahre nach der letzten Veröffentlichung erschien am 25. April 2002 nun das sechste Album von Kaipa mit dem Titel „Notes From The Past“. Auf diesem war jetzt auch Roine Stolt wieder Bandmitglied geworden, der Kaipa nach dem dritten Album im Jahr 1978 verlassen hatte und inzwischen mit den Flower Kings Erfolge feierte. Er und Hans Lundin, ebenfalls Gründungsmitglied und Haupt-Songschreiber von Kaipa, waren endlich wieder vereint und die Fans waren gespannt auf das Ergebnis dieser Reunion. „Notes From The Past“ erschien auf dem Plattenlabel InsideOut Music.
Auf „Notes From The Past“ hört man eingängigen RetroProg, der sehr viel eher mit melodiös, denn mit „frickelig“ zu umschreiben ist. Die meisten der Titel gehen schnell ins Ohr, auch wenn der ausgeprägte Wiedererkennungswert nicht unbedingt durchgängig vorhanden ist. Die einzelnen Stücke sind vielschichtig aufgebaut, neben den ruhigeren und sanfteren Passagen, wird durchaus auch mal gerockt. Das Spiel mit Atmosphären haben die Musiker von Kaipa nicht verlernt. Insgesamt klingt „Notes From The Past“ allerdings nicht zu rockig, sondern eher auf der melodiösen Seite verwurzelt. Dabei sind die Lieder abwechslungsreich gehalten und auch wenn nicht alle elf Titel restlos überzeugen, so gibt es für Freundinnen und Freunde progressiver Klänge einiges auf diesem Album zu entdecken.
Die beiden Höhepunkte höre ich zu Beginn der Platte. „Mirrors Of Yesterday“ sowie „Leaving The Horizon“ beinhalten all das, was spannenden RetroProg ausmacht. Deutlich an den Progressive Rock der 70er Jahre angelehnt, entstehen hier musikalische Landschaften, in die sich einzutauchen lohnt. Schöne Melodien umschwirren das Ohr, um dann von härteren Passagen abgelöst zu werden, die sich schließlich wiederum selbst in viel Harmonie auflösen. Da macht das genaue Zuhören viel Spaß und man kann perfekt in die Musik eintauchen. Viel Abwechslung in wenigen musikalischen Minuten.
Fazit: Zwanzig Jahre nach der Auflösung legen Kaipa ein durchaus interessantes und abwechslungsreiches Wiedervereinigungsalbum vor. Skandinavischer RetroProg von seiner besseren Seite gibt es auf „Notes From The Past“ zu hören. Und auch wenn nicht alles auf dem Album restlos überzeugt, so lohnt sich die Platte für alle Freundinnen und Freunde des Progressive Rock ganz gewiss. Zehn Punkte.
Anspieltipps: Mirrors Of Yesterday, Leaving The Horizon
Motorpsycho – It’s A Love Cult Besetzung: Håkon Gebhardt – drums, vocals, banjo, percussion, zither, guitars, glockenspiel & lap-steel Hans Magnus Ryan – guitars, vocals, fender rhodes, arp, sidstation, electric harmonium, viscount organ, percussion & lap-steel Bent Sæther – bass, vocals, guitar, piano, harmonium, mellotron, percussion & viscount organ Gastmusiker: Baard Slagsvold – vocals, piano, mellotron, clavinette & hammond organ Helge Sten – audio virus, percussion, echoplex, filters & theremin Øyvind Fossheim – strings Vegard Johnsen – strings André Orvik – strings Hans Morten Stensland – strings Jon W. Sønstebø – strings Anne Britt Søvig Årdal – strings Ketil Vestrum Einarsen – horns Lars Horntveth – horns Anne-Grethe Orvik – horns Øyvind Brække – horns Mathias Eick – horns Label: Stickman Records Erscheinungsdatum: 2002 Stil: Alternative Rock, Psychedelic Rock Trackliste: 1. Überwagner Or A Billion Bubbles In My Mind (5:36) 2. Circles (3:59) 3. Neverland (4:01) 4. This Otherness (6:30) 5. Carousel (7:16) 6. What If... (4:15) 7. The Mirror And The Lie (6:43) 8. Serpentine (5:16) 9. Custer's Last Stand (One More Daemon) (4:06) 10. Composite Head (2:25) Gesamtspieldauer: 50:12
„It’s A Love Cult“ ist das bereits zehnte Studio-Album der norwegischen Psychdelic Rock Band Motorpsycho. Das Album erschien am 30. September des Jahres 2002 erneut auf dem Plattenlabel Stickman Records – wie alle Motorpsycho-Veröffentlichungen. Es hatte sich allerdings etwas getan in der Musik der Norweger. Waren die beiden Vorgängeralben „Let Them Eat Cake“ (2000) und „Phanerothyme“ (2001) noch deutlich poppiger ausgefallen, was vor allen den Fans der frühen Phase der Band mächtig unangenehm aufstieß, so klangen Motorpsycho mit „It’s A Love Cult“ nun wieder deutlich rockiger, wenn auch noch der ein oder andere poppigere Ausflug zu verzeichnen war. Psychdelic Rock oder gar Progressive Rock hört man auf „It’s A Love Cult“ jedoch auch nicht.
Gleich mit dem Opener „Überwagner Or A Billion Bubbles In My Mind“ wird eine erneute Stilwende in Bezug zu den Vorgänger-Platten eingeleitet. Bei dem Titel könnte man durchaus auch eine Psychdelic- oder Progressive Rock-Nummer erwarten, doch „Überwagner Or A Billion Bubbles In My Mind“ rockt ziemlich geradlinig und schnörkellos. „Circles“ klingt im Anschluss daran wieder eher wie ein ArtPop Lied. Zunächst nicht ganz so eingängig, etwas schräg, bis sich mit „Neverland“ wieder eine rockige Nummer anschließt, bei der das Keyboard sehr an jenes von den Doors erinnert. Ray Manzarek lässt laut grüßen. Mit „This Otherness“ folgt darauf eine leicht buesige und relaxte Nummer. Erneut wieder mal völlig andere Töne von Motorpsycho. Doch es setzt Gesang ein, der mehrstimmig variiert wird und schließlich folgt ein Solo, welches nur wieder jazzig klingt. Alles perfekt aufeinander abgestimmt. Viel Abwechslung in einem Lied.
Doch der erste richtige Höhepunkt der Platte folgt mit dem nächsten und längsten Titel „Carousel“. Ein zunächst sehr sanftes Lied, mit der akustischen Gitarre eingeleitet, welches immer wieder variiert wird, sich verändert, sich neu erfindet, mit Streichern und Bläsern nicht geizt und dabei immer überaus melodiös klingt und ins Ohr geht. Ist die Atmosphäre des Titels zunächst sehr sanft und zurückhaltend, so schwillt die Musik gegen Ende hin immer weiter an, wird noch intensiver und klingt zum Ende hin ruhig aus. Weitere Höhepunkte auf „It’s A Love Cult“ sind die Lieder „The Mirror And The Lie“ sowie „Serpentine“. Erstgenanntes Stück ist eine sehr sanfte Nummer, fast schon schwebend, die ab Minute Vier in einen wunderschönen, fast schon orchestralen Abschnitt übergeht. „Serpentine“ wiederum ist ein fröhliches Pop-Lied mit Ohrwurm-Ansätzen. Locker beschwingt stellt dieses Lied einen schönen Kontrapunkt zu den eher dunkleren Liedern des Albums dar. Dunkel ist übrigens keinesfalls auch die letzte Nummer des Albums, „Composite Head“. Dieser Titel klingt, als ob die Beatles vergessen hätten ihn aufzunehmen. Eine ganz eindeutige Reminiszenz an musikalisch längst vergangene Zeiten.
Fazit: „It’s A Love Cult“ ist eine Platte geworden, die sowohl poppige wie rockige Passagen und Lieder enthält. Das kann man alles gut anhören und klingt zumeist auch ganz nett, ein Über-Album ist die Platte deswegen allerdings noch nicht geworden. Das richtig Besondere, Außergewöhnliche, was man auch immer wieder auf Alben von Motorpsycho findet – und sei es nur in Form eines einzigen herausragenden Titels – das findet man auf „It’s A Love Cult“ nicht. Dafür hört man einige Reminiszenzen an andere Bands heraus. Nichtsdestotrotz unterhält die Platte und alle die gut gemachte poppig-rockige Musik mögen, die nicht ganz im Mainstream beheimatet ist, werden diese Scheibe ebenfalls mögen. Neun Punkte.
Anspieltipps: Carousel, The Mirror And The Lie, Serpentine