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Samstag, 28. Januar 2023

Uriah Heep – Chaos & Colour




Uriah Heep – Chaos & Colour


Besetzung:

Mick Box – guitar, vocals
Phil Lanzon – keyboards, vocals
Bernie Shaw – lead vocals
Dave Rimmer – bass guitar, vocals
Russel Gilbrook – drums & percussion




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Rock


Trackliste:

1. Save Me Tonight (3:30)
2. Silver Sunlight (4:31)
3. Hail The Sunrise (4:23)
4. Age Of Changes (5:49)
5. Hurricane (4:49)
6. One Nation, One Sun (7:35)
7. Golden Light (5:08)
8. You‘ll Never Be Alone (7:57)
9. Fly Like An Eagle (3:48)
10. Freedom To Be Free (8:11)
11. Closer To Your Dreams (3:37)

Gesamtspieldauer: 59:24



Mit „Chaos & Colour“ erschien am 27. Januar 2023 das inzwischen 25. Studioalbum von Uriah Heep, fast 53 Jahre nach ihrem Debutalbum „...Very ‘Eavy ...Very ‘Umble“ im Juni des Jahres 1970. Von den Gründungsmitgliedern ist lediglich noch Mick Box vertreten, doch Sänger Bernie Shaw und Phil Lanzon an den Keyboards sind inzwischen ebenfalls seit Mitte der 80er Jahre feste Bandmitglieder.

Nun, auch wenn sich die Zusammensetzung der Bandmitglieder über solch einen langen Zeitraum immer wieder veränderte, so stimmt das nicht für die Musik von Uriah Heep. Musik versucht auch Gefühle zu transportieren, denn dann wirkt sie am besten und schönsten und packendsten. Man spürt etwas beim Hören und Erinnerungen kommen auf. Und genau das schaffen Uriah Heep auf mit ihrem neuesten Album „Chaos & Colour“.

Klar, „Chaos & Colour“ ist kein zweites „...Very ‘Eavy ...Very ‘Umble“ oder „Salisbury“ oder „Look At Yourself“ geworden, doch die „Zutaten“, welche bereits auf diesen ersten Alben vorhanden waren, die hört man auch auf der neuesten Uriah Heep Platte. Dieser Sound der Gitarre, die wunderschönen und packenden Keyboardläufe und dieses Spiel zwischen den rockigen Passagen und den sanften melodiösen Abschnitten, all das ist auch wieder auf „Chaos & Colour“ vorhanden. Die Lieder rocken und gehen ins Ohr.

Somit legt man „Chaos & Colour“ auf beziehungsweise ein und fühlt sich beim Hören gleich angekommen. Uriah Heep ist eine Band, die mich bereits mein ganzes Leben lang begleitet und nun haben die Engländer um Mick Box ein weiteres Kapitel hinzugefügt, welches mich schon beim ersten Mal des Hörens einnahm – und mit jedem neuen Durchlauf klingt das Album noch besser. Danke Uriah Heep, dass Ihr keine „Experimente“ unternommen habt, sondern dem treu bleibt, was Ihr am besten könnt: Rocken!

Fazit: Der Sound und die Musik auf „Chaos & Colour“ klingen eindeutig nach Uriah Heep. Wem die Musik der Engländer gefällt und wer die Band schon länger verfolgt wird sicherlich nicht enttäuscht werden von diesem neuen Album. Und wer gerne in Erinnerungen schwelgt bekommt hier mit neuer Musik die Gelegenheit dazu, denn Uriah Heep kopieren sich auf „Chaos & Colour“ nicht selbst, doch sie klingen nach Uriah Heep. Und das ist schön so. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hail The Sunrise



Donnerstag, 26. Juni 2014

Uriah Heep – Raging Silence




Uriah Heep – Raging Silence


Besetzung:

Trevor Bolder – bass, vocals
Mick Box – guitars
Lee Kerslake – drums
Phil Lanzon – keyboards, vocals
Bernie Shaw – vocals


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Hold Your Head Up (4:35)
2. Blood Red Roses (4:11)
3. Voice On My TV (4:20)
4. Rich Kid (4:50)
5. Cry Freedom (4:32)
6. Bad Bad Man (4:09)
7. More Fool You (3:35)
8. When The War Is Over (5:09)
 9. Lifeline (4:53)
10. Rough Justice (4:24)


Bonus Tracks:

11. Miracle Child (4:11)
12. Corina (3:48)
13. Mr. Majestic (4:58)
14. Pacific Highway (4:49)
15. Blood Red Roses (5:50)
16. Hold Your Head Up (6:15)
17. Corina (4:42)

Gesamtspieldauer: 1:19:11




„Raging Silence“ heißt das siebzehnte Studioalbum der britischen Hard Rock Formation Uriah Heep. Und dieses Album ist vollgefüllt mit Mainstream Rock. Stadion-Rock, der hauptsächlich auf den amerikanischen Markt abzielt. Sehr deutlich wird das sofort beim ersten Titel „Hold Your Head Up“. Eingängige Melodie, unterlegt mit einem treibenden Rhythmus und die Textzeile „Hold Your Head Up“ wird immer und immer wieder wiederholt, sodass einem Mitgrölen auf Konzerten nichts mehr im Wege steht.

Bernie Shaw hat hier seinen ersten Auftritt als Sänger von Uriah Heep. Nach vielen Umbesetzungen in den letzten Jahren hatte die Band nun ihre Mitglieder für die nächsten zwanzig Jahre gefunden, denn auch an den Keyboards hatte es nun eine Neuerung gegeben. Phil Lanzon ersetzte John Sinclair und ist bis heute, genau wie Bernie Shaw, festes Mitglied bei Uriah Heep.

Auf „Raging Silence“ reiht sich Titel an Titel, die Machart bleibt dabei immer identisch. Eingängig musste es klingen, ohne große Umwege schnell ins Ohr gehen. Ob diese Nummern dabei auch eine gewisse Nachhaltigkeit versprühen würden, stand dabei sicherlich nicht ganz oben auf der Agenda. Neben den Gitarren kommt dem Synthesizer eine große Rolle zu, da dieser mit eingängigen Melodieläufen für die Harmonie der einzelnen Stücke sorgt. Kompliziert ist dabei überhaupt nichts mehr. Die Musik ist darauf angelegt schnell, ganz schnell zu zünden, ohne jegliche „Verwirrung“. Peinlich kann das jedoch mitunter auch werden, wenn man dann solch eine Nummer wie „When The War Is Over” hört. Absoluter Schmalz, sowohl vom Text her, als auch von der Musik. Da wird es dann wahrlich schlimm und macht auch überhaupt keinen Spaß mehr.

Lobend erwähnen muss man allerdings die Zugaben auf der remasterten Album-Version. Diese sind wie häufig bei den neuaufgelegten Platten von Uriah Heep sehr großzügig bemessen. Von der Qualität her reihen sich diese Titel nahtlos in den Rest der Platte ein.

Fazit: Ganz klar, es gibt interessantere Alben – auch von Uriah Heep. Alles klingt nach Sommer, Sonne und guter Laune. Der Anspruch ist dementsprechend nicht allzu hoch, solche Musik kann man immer und überall hören. Muss auch nichts Schlechtes bedeuten, mitunter braucht man eben genau solch eine Platte: Reinlegen, laufen lassen und sich unterhalten fühlen. Musikalisch ganz gut gemacht, aber zu viel sollte man von solch einer Scheibe auch nicht erwarten. Acht Punkte.

Anspieltipps: Hold Your Head Up, Cry Freedom, Blood Red Roses



Samstag, 14. Juni 2014

Uriah Heep – Abominog




Uriah Heep – Abominog


Besetzung:

Mick Box – guitars
Bob Daisley – bass guitar
Peter Goalby – vocals
Lee Kerslake – drums
John Sinclair – keyboards, synthesizer, guitars, back-up vocals


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Too Scared To Run (3:49)
2. Chasing Shadows (4:40)
3. On The Rebound (3:15)
4. Hot Night In A Cold Town (4:03)
5. Running All Night (With the Lion) (4:29)
6. That's The Way That It Is (4:07)
7. Prisoner (4:33)
8. Hot Persuasion (3:48)
9. Sell Your Soul (5:27)
10. Think It Over (3:36)


Bonus Tracks:

11. Tin Soldier (3:51)
12. Son Of A Bitch (4:08)
13. That's The Way That It Is [Alternate Demo Version] (4:28)
14. Hot Persuasion [Alternate Demo Version] (4:03)

Gesamtspieldauer: 58:15




“Abominog” ist das bereits vierzehnte Studioalbum der Hard Rocker von Uriah Heep. Es hatte einen großen Umbruch in der Band gegeben. Vom letzten Line-Up auf der Vorgängerplatte war nur noch Mick Box übrig geblieben, das einzige Mitglied der Formation, welches an jedem Album von Uriah Heep beteiligt ist. Die Musik wurde ebenfalls „umgebaut“. Weg vom schweren Orgel-Sound des Ken Hensley, hin zu sehr viel leichteren Synthesizer-Klängen in Verbindung mit einem geradlinigen Gitarren-Sound. Der Weg auf den amerikanischen Markt war bereitet, denn genau dieser Sound war damals dort angesagt, wie auch die Erfolge von Foreigner, Boston, etc. beweisen.

Die Musik ist eingängig, nicht zu hart gehalten. Immer wieder werden neben der Gitarre Keyboard- und Synthesizer-Läufe integriert, die die Musik noch ein wenig weicher und melodiöser werden lassen. Und so finden sich auf „Abominog“ auch gleich einige Titel, die ziemlich schnell ins Ohr gehen. Überragend oder irgendwie besonders ist das zwar alles nicht, jedoch legte die Band hier eine Scheibe vor, die in einem Guss durchläuft und sich auch musikalisch sehr positiv vom Vor-Vorgänger „Fallen Angel“ abhebt. Die einzelnen Kompositionen sind wieder sehr viel durchdachter und auch bei den Texten ist ein zumindest etwas höherer Anspruch zu attestieren, denn nicht mehr nur das Thema „Liebe“ findet inhaltlichen Einzug in die Musik der Band.

Vier Zugaben gibt es auf der remasterten CD zu hören. Die letzten beiden Nummern sind dabei Demo-Versionen bereits vorhandener Titel, deshalb etwas weniger interessant. „Tin Soldier“ und „Son Of A Bitch“ waren jedoch Teil der „Abominog Junior“ EP und passen sich sehr gut dem Rest der Platte an. Beide sind ebenfalls eingängige und melodiöse, etwas härter eingespielte Stücke, die qualitativ in keinster Weise vom Rest der Platte abfallen. Eine schöne Ergänzung.

Fazit: Eingängigen Stadion-Rock gibt es auf „Abominog“ zu hören. Das Album-Cover ist da ein bisschen verwirrend, denn so hart, wie diese Fratze dort vermuten lässt, ist die Musik von Uriah Heep auf dem Album wahrlich nicht. Hierauf finden sich jede Menge Titel, an denen selbst keine eingefleischten Hard Rock Fans gefallen finden dürften, ohne jedoch, dass das ganze Album zu weich gespült wäre. Wer also auf diesen vollen, aus einer Mischung aus Gitarren und Synthesizer bestehenden Sound steht, der immer sehr eingängig aus den Boxen wabert, der kann hier getrost zugreifen. Nichts Außergewöhnliches, allerdings auch garantiert nicht schlecht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Chasing Shadows, On The Rebound, Sell Your Soul, Think It Over



Montag, 26. Mai 2014

Uriah Heep – Fallen Angel




Uriah Heep – Fallen Angel


Besetzung:

John Lawton – lead vocals
Trevor Bolder – bass guitar
Mick Box – guitars
Ken Hensley – keyboards, synthesizer, guitars, back-up vocals
Lee Kerslake – drums, back-up vocals


Gastmusiker:

Chris Mercer – saxophone


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock


Trackliste:

1. One More Night (4:04)
2. Falling In Love (2:53)
3. Woman Of The Night (3:31)
4. I'm Alive (4:08)
5. Come Back To Me (4:20)
6. Whad'Ya Say (3:40)
7. Save It (3:34)
8. Love Or Nothing (3:01)
9. Put Your Lovin' On Me (4:17)
10. Fallen Angel (5:03)


Bonus Tracks:

11. Cheater (4:04)
12. Gimme Love (Struttin') (3:17)
13. Right To Live (3:37)
14. Been Hurt (5:06)

Gesamtspieldauer: 54:35




„Fallen Angel“ heißt das zwölfte Studioalbum von Uriah Heep und es erschien im Jahr 1978. Und wenn man sich diese Scheibe so anhört, dann kann man kaum glauben, dass es sich hierbei um dieselbe Band handeln soll, die nur wenige Jahre zuvor tolle und abwechslungsreiche Rock-Musik zelebrierte. Uriah Heep hatte nun anscheinend den Versuch unternommen, zehn Titel auf Platte zu pressen, die alle eingängig und radiotauglich sind. Doch leider schlug dieses Unterfangen gründlich fehl, denn das, was man hier zu hören bekommt, ist zumeist sehr oberflächlicher und unausgegorener Rock, der mitunter sogar in die Pop-Schiene abdriftet.

Beim Lesen der einzelnen Titel beschleicht einen schon das ungute Gefühl, dass die Texte sich wohl sehr schmachtend um das Thema „Liebe“ drehen werden. Dieser erste Eindruck wird dann beim Hören der Musik bestätigt. Unglaublich seichte Texte à la „Please love me“, „Please don’t leave me“, „I love you forever“, „I felt in love with you“ und so weiter und so fort. Unsäglich und irgendwie fast schon an der Grenze zur Peinlichkeit. Leider wird es bei der Musik auch nicht viel besser. Bestes Beispiel hierfür ist der Titel „Save It“. Natürlich steht auch dieses Mal wieder das Thema „Liebe“ auf der Agenda und obwohl die Nummer noch ganz rockig beginnt, entwickelt sich das Lied dann ein wenig in die Boogie Woogie Schiene. Der Gesang klingt dazu gerade beim Refrain wie eine Mischung aus den Village People und einem Gospel-Chor. Hier benötigt man wahrlich starke Nerven, um dieses Lied durchhören zu können. Grauenvoll. Leider ist diese Nummer allerdings nicht der einzige Ausreißer nach unten. „Come Back To Me” soll wohl eine Ballade sein, klingt richtiggehend soulig und auch hier kommt zusätzlich noch der Text zum Tragen, der die Nummer fast schon unerträglich werden lässt.

Erträglich wird „Fallen Angel“ immer dann, wenn die Band das macht, was sie am besten kann, nämlich rocken. Rock-Musik gibt es bei den beiden ersten Titeln zu hören. „Whad'Ya Say“ klingt ebenfalls noch ganz okay, obwohl man hier bereits die gerade losbrechende Disco-Welle mit zu hören glaubt. „Put Your Lovin' On Me” stellt den Höhepunkt auf einem wahrlich nicht guten Album dar. Hier steht jetzt auch wieder der Rock im Vordergrund, der die Nummer zu einem hörenswerten Titel werden lässt. Die ersten beiden Bonus-Tracks passen sich dem Niveau der Platte bestens an. „Right To Live” ist dagegen wieder durchaus hörenswert. Gute Melodie, schönes Gitarren-Solo, den Text vergessen wir jetzt einfach mal. „Been Hurt” startet etwas funkig und natürlich war es auch hier wieder eine Dame, die Sänger John Lawton „verletzt“ hat. Schwierig.

Fazit: Ken Hensley, der sich für den Großteil der Kompositionen verantwortlich zeigt, schienen irgendwie die Ideen abhanden gekommen zu sein oder die Band glaubte mit flachen und unkomplizierten Stücken ihren Erfolg noch vermehren zu können. So wurde aus dem Album „Fallen Angel“ eine Aneinanderreihung von langweiligen und mitunter schmierigen Titeln, die man nicht zu oft hören muss. Musikalische Belanglosigkeit hat ihren Namen gefunden: „Fallen Angel“ von Uriah Heep. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Save It, Put Your Lovin' On Me



Sonntag, 27. April 2014

Uriah Heep – The Magician’s Birthday




Uriah Heep – The Magician’s Birthday


Besetzung:

David Byron – vocals
Mick Box – guitars
Ken Hensley – keyboards, guitars, moog synthesizer
Lee Kerslake – drums, percussion, kazoo
Gary Thain – bass


Gastmusiker:

Brian John Cole – Pedal Steel Guitar on "Tales"


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Sunrise (4:06)
2. Spider Woman (2:29)
3. Blind Eye (3:37)
4. Echoes In The Dark (4:52)
5. Rain (4:01)
6. Sweet Lorraine (4:18)
7. Tales (4:11)
8. The Magician's Birthday (10:22)

Gesamtspieldauer: 37:56




„The Magician’s Birthday” ist das fünfte Album von Uriah Heep und ebenfalls die fünfte Scheibe, die die Band innerhalb von lediglich 29 Monaten eingespielt hatte. Nun könnte man befürchten, dass sich dieser Umstand negativ auf die Qualität des Songmaterials ausgewirkt haben könnte, doch die Mannen um Ken Hensley, der sich bei den meisten Liedern als Komponist auszeichnete, legten zu Beginn der 70er Jahre und somit zu anfangs ihrer Karriere, eine unglaubliche Kreativität an den Tag.

„The Magician's Birthday” ist ein sehr typisches Album für Uriah Heep geworden. Rock-lastig, erneut mit einem längeren Titel versehen, mit vielen guten Ideen ausgestattet und über allem schwebt wieder die eindringliche und unverwechselbare Stimme des David Byron, der zu dieser Zeit seiner Karriere noch nicht so sehr durch seine Alkoholabhängigkeit eingeschränkt war.

Sehr melodiös sind die Titel gehalten, manchmal klingt das auch ein wenig sehnsüchtig wie beim beeindruckenden „Echoes In The Dark“. Bei diesem Titel steht jetzt auch nicht mehr der harte Rock im Vordergrund, der Titel wirkt mitunter sogar ein wenig symphonisch, was durch den Hintergrundgesang und den Synthesizer bewirkt wird. Dazu gesellt sich ein wahrlich gelungenes Gitarren-Solo des Mick Box und fertig ist der Höhepunkt der Scheibe. Auch nicht unerwähnt bleiben soll hier das Titellied der Platte „The Magician's Birthday”. Kraftvoll wird die Nummer eingeleitet, geht wieder in einen melodiösen Gesangsteil über und wartet auch mit einem spaßigen Gimmick auf, wenn dem Zauberer im Lied ein Geburtstagständchen dargeboten wird. Aus mehreren Teilen zusammengesetzt ergibt dies ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Lied.

Ausfälle gibt es im Grunde genommen nicht auf dem Album, auch wenn der Rock’n’Roll „Spider Woman“ nicht so richtig überzeugen kann. Dafür stellt „Sunrise” einen sehr gelungenen Einstieg in die Platte dar, der ein wenig an „Salisbury” vom zweiten Album erinnert. Ebenfalls sehr überzeugend ist der Titel „Blind Eye”. Hier bewirkt jetzt das Zusammenspiel von akustischer und elektrischer Gitarre diesen besonderen Moment, der manche Lieder über andere heraushebt.

Fazit: „The Magician's Birthday” ist ein überzeugendes Album geworden, ganz im Stile der frühen Uriah Heep. Schöne Melodien lassen sich hier entdecken, genau wie eingängige Riffs und spannende und ideenreiche Gitarrensoli. Dazu der Gesang des David Byron und fertig ist eine gute Uriah Heep-Scheibe. Wem die ersten Veröffentlichungen von Uriah Heep gefallen, diese Scheibe hier aber noch nicht kennt, der kann ganz unbesorgt zugreifen, „The Magician's Birthday” wird ihr oder ihm gefallen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Echoes In The Dark, The Magician's Birthday



Donnerstag, 9. Januar 2014

Uriah Heep – Demons And Wizards




Uriah Heep – Demons And Wizards


Besetzung:

David Byron – lead vocals
Mick Box – lead guitar, vocals
Ken Hensley – acoustic, electric and slide guitar, vocals, keyboards, percussion
Lee Kerslake – drums, percussion, vocals
Gary Thain – bass guitar
Mark Clarke – bass guitar, lead vocals ("The Wizard")


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. The Wizard (3:03)
2. Traveller In Time (3:27)
3. Easy Livin' (2:38)
4. Poet's Justice (4:18)
5. Circle Of Hands (6:27)
6. Rainbow Demon (4:28)
7. All My Life (2:48)
8. Paradise / The Spell (12:42)

Gesamtspieldauer: 39:51




„Demons And Wizards” nannten die englischen Rocker von Uriah Heep ihr viertes Album, welches 1972 veröffentlicht wurde. Und auch auf dieser Veröffentlichung gibt es wieder jede Menge gut gemachten Hard Rock zu hören, der allerdings nicht mehr diese Höhepunkte bereithält, die man auf den Vorgängerplatten immer wieder finden konnte. Trotzdem hält die Scheibe einige gute Titel parat, die mit jedem weiteren Hören zu schönen Begleitern werden können.

Das bekannteste Stück des Albums ist wohl „Easy Livin'“. Eine treibende und rockige Nummer, die auch mit vom genialen Sound der fetten Orgel Ken Hensleys lebt. Das Stück geht einem sofort in die Beine, die unweigerlich mitwippen möchten. Ebenfalls überaus gelungen ist „Traveller In Time”. Das Lied setzt sich aus sanfteren und sehr rockigen Abschnitten zusammen, ist dabei überaus melodiös und geht schnell ins Ohr. Dies gilt auch für „Circle Of Hands”, wobei hier wieder der Orgel Ken Hensley eine dominierende Rolle zufällt. Gerade in den ruhigeren Passagen kommt auch die Stimme David Byrons klasse zur Geltung. Die Orgel steht auch beim darauffolgenden Song „Rainbow Demon” zunächst im Mittelpunkt. Schwer und kraftvoll wirkt sie hier und es entwickelt sich schließlich eine etwas getragenere und durchaus auch melodiöse Nummer, die sich schnell im Ohr festsetzt.

Den Ausschlag nach unten bildet die vorletzte Nummer „All My Life“. Das wiederum liegt nicht nur an der Musik alleine, die es irgendwie nicht schafft, den Hörer einzufangen. Es ist auch dieser schleimig, schmalzige Text, der einen vor allen gegen Ende des Liedes, nach dem hundertsten „I will love you all my live“, fast schon Reißaus nehmen lässt. Es folgt als letztes Lied, das mit knapp dreizehn Minuten Spieldauer gleichzeitig längste Stück des Albums ist: „Paradise / The Spell”. Auch hier gibt es sehr schöne und begeisternde Abschnitte zu hören, dann allerdings auch wieder Passagen, die einen sehr viel weniger zu packen verstehen. Da gibt es so einen Part, der ein wenig an „Boogie Woogie“ erinnert, so gar nicht zum Rest des Liedes passen will und somit wirkt die Nummer hier auch ein kleinwenig „zusammengestöpselt“ – ist sie wohl auch, da sie sogar zwei verschiedene Titel hat und anscheinend auf späteren Veröffentlichungen durch ein wenig Stille getrennt wurde.

Fazit: Die Höhepunkte gibt es auf „Demons And Wizards“. Dabei auch nur wenig „Ausschussware“ und ein paar Songs, die in die Richtung „Mittelmaß“ tendieren. Trotzdem lohnenswert, für all diejenigen Musikfreunde, die auf etwas härteren Rock der frühen 70er Jahre stehen und natürlich auch für alle Uriah Heep Fans. Neun Punkte.

Anspieltipps: Circle Of Hands, Rainbow Demon



Samstag, 23. Juni 2012

Uriah Heep – …very ‘eavy …very ‘umble





Uriah Heep – …very ‘eavy …very ‘umble


Besetzung:

David Byron – lead vocals
Ken Hensley – organ, slide guitar, mellotron, piano and vocals
Mick Box – lead guitar, acoustic guitar, vocals
Paul Newton – bass guitar, vocals
Ollie Olsson – drums, percussion


Gastmusiker:

Alex Napier – drums all tracks except “Dreammare” and “Lucy Blues”
Colin Wood – keyboard on “Melinda” and “Wake Up”


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1970 / 2004


Stil: Hard Rock, Blues


Trackliste:

1. Gypsy (6:38)
2. Walking In Your Shadow (4:30)
3. Come Away Melinda (3:49)
4. Lucy Blues (5:10)
5. Dreammare (4:40)
6. Real Turned On (3:39)
7. I'll Keep On Trying (5:27)
8. Wake Up (Set Your Sights) (6:28)


Bonustracks:

9. Bird Of Prey (4:08)
10. Born In A Trunk ( 4:32)
11. Come Away Melinda (Previously Unreleased Version) (4:17)
12. Gypsy (Extended Version) (7:08)
13. Wake Up (Set Your Sights) (Previously Unreleased Version) (6:32)
14. Born In A Trunk (Instrumental) (4:36)
15. Dreammare (BBC Session 5/5/70) (3:08)
16. Gypsy (BBC Session 5/5/70) (5:14)




„…very ‘eavy …very ‘umble“ ist das Debut-Album von Uriah Heep aus dem Jahr 1970. Und zum Teil ist das wirklich beeindruckend, was die britische Band, die sich nach einer Figur aus Charles Dickens‘ Roman „David Copperfield“ benannte, auf ihrem ersten Album dem Hörer darbietet. Das beginnt gleich mit dem Cover-Foto der Platte beziehungsweise CD, welches als durchaus eindrucksvoll und einprägsam bezeichnet werden kann. Dort sieht man das Gesicht David Byrons‘, dem Sänger der Band, überzogen von Spinnweben und mit weit aufgerissenem Mund. Richtig ekelhaft. Weiterhin ist festzustellen, dass Ken Hensley, der sich auf späteren Veröffentlichungen der Band häufig für die Kompositionen verantwortlich zeigte, hier auf „„…very ‘eavy …very ‘umble“ noch an keiner Entstehung eines Lied beteiligt war. Dafür zeichneten sich beim Debut David Byron und vor allem Mick Box hauptsächlich für Text und Musik aus.

Das Album beginnt gleich mit einem der Klassiker im Songkatalog der Band. „Gypsy“ ist wahrlich eine mitreißende Nummer. Hier wird gerockt, was das Zeug hält und trotzdem ist das Lied überaus melodiös und eingängig. Und wer auf den fetten Hammond-Orgel Sound steht, der Anfang der 70er Jahre in der Rockmusik so in war, der wird mit „Gypsy“ bestens bedient. Dabei ist das Lied überaus abwechslungsreich in seinen verschiedenen Teilen und streift dabei auch das Genre „Progressive Rockmusik“.

„Walking In Your Shadow“, Track Nummer 2 der CD beziehungsweise Platte, kann damit nicht mithalten. Ein Rocker, der weder besonders nach oben, noch nach unten ausschlägt. Nichts Besonderes eben. Das gibt es aber gleich wieder mit „Come Away Melinda“. Eine absolut klasse, naja, wohl Ballade, die nicht von Uriah Heep geschrieben wurde, also ein Cover. Das Stück wird toll mit einer Flöte eingeleitet, ist akustisch instrumentiert, sanft und leise und verfügt über eine wunderschöne Melodie. Dazu gesellt sich noch ein schön arrangierter Hintergrundgesang und fertig ist das überaus stimmungsvolle Lied. Ein weiterer Höhepunkt des Debut-Albums der britischen Band.

„Lucy Blues“ ist, wie der Name schon sagt, ein Blues. Das Lied langweilt unglaublich, bin mir aber nicht ganz sicher, ob nur ich nichts damit anfangen kann. Deutlich rockiger wird es dann wieder bei „Dreammare“. Das Lied beginnt richtig gut, kann dieses Niveau allerdings nicht halten, was nicht zuletzt an diesem „La-la-la-la-la“ Gesinge liegt. Das geht einem fürchterlich schnell auf den Senkel. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich auch die Melodie bereits beim zweiten Hören als überaus einfach und platt herausstellt.

Kompromissloser präsentiert sich da „Real Turned On“. Hier wird durchgerockt, ein paar nette Breaks werden gesetzt und das Lied zieht vorbei, ohne einen in irgendeiner Art und Weise groß zu belasten oder zu beeindrucken. Das gelingt im positiven Sinn dann deutlich besser bei „I'll Keep On Trying“. Das Stück startet mit einem schönen Orgellauf und diesen, für Uriah Heep so typischen Chorgesang gibt es auch gleich zu Beginn zu hören. Das Stück ist aus mehreren Parts aufgebaut, vom sehr ruhigen bis hin zum treibenden Teil. Es kommt zwar nicht an die Klasse von „Gypsy“ heran, hörenswert ist es allerdings doch. Selbiges lässt sich auch für das ehemals letzte Lied des Albums, „Wake Up (Set Your Sights)“ sagen beziehungsweise schreiben. Die Nummer ist erneut abwechslungsreich, steigert sich und groovt auch immer wieder. Allerdings geht ihm, genau wie dem Vorgänger, diese Melodie ab, die sich beim Hörer festsetzt. Und damit kommt es auch über den Status „durchaus hörenswert, allerdings nichts Besonderes“ auch nicht hinweg. Das Lied geht etwa ab der Mitte des Stücks in einen sehr ruhigen, schwebenden Part über. Und hier wird es jetzt sogar ein wenig progressiv und auch deutlich besser.

Die Zugaben sind üppig auf der remasterten Version vertreten. Da bekommt man als Bonus gleich „Bird Of Prey“ kredenzt, in der Veröffentlichung, die sich auf dem Album „Salisbury“ in der Version für den amerikanischen Markt befand. Und das Lied stellt auch in dieser Ausführung einen Höhepunkt dar. „Born In A Trunk“ kann dagegen nicht wirklich packen und begeistern. Die restlichen sechs Titel sind Variationen des bisher Gehörten. Alles bisher unveröffentlichte Versionen oder aber Versionen, die im Rahmen einer BBC Session entstanden sind. Besonders gelungen ist dabei die „extended version“ von „Gypsy“. Selbiges gilt auch für die alternative Version von „Come Away Melinda“, die auch länger ist, als die offizielle Veröffentlichung auf dem Album.

Fazit: An die Klasse der beiden Nachfolgeralben kommt „…very ‘eavy …very ‘umble“ nicht ganz ran. „Gypsy“ und „Come Away Melinda“ sind klasse Stücke - kein Zweifel. Der Rest ist allerdings allerhöchstens noch Durchschnitt und erreicht diesen noch nicht mal immer. Somit ist die Platte natürlich ein Muss für jeden Uriah Heep und David Byron Fan, genauso wie für die Rocker, die den Hard Rock der ersten Stunden zu schätzen wissen. Daraus ergeben sich für dieses Debut-Album von Uriah Heep neun Punkte.

Anspieltipps: Gypsy, Come Away Melinda, Bird Of Prey, Gypsy und Come Away Melinda in den “extended versions”



Dienstag, 22. Mai 2012

Uriah Heep – Look At Yourself





Uriah Heep – Look At Yourself


Besetzung:

Ken Hensley – organ, piano, guitar, acoustic guitar and vocal
Mick Box – lead guitar and acoustic guitar
David Byron – lead vocal
Paul Newton – bass guitar
Ian Clarke – drums


Gastmusiker:

Manfred Mann – keyboards auf “July Morning”
Osibisa – percussion auf “Look At Yourself”


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1971 / 2004


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Look At Yourself (5:12)
2. I Wanna Be Free (4:01)
3. July Morning (10:33)
4. Tears In My Eyes (5:02)
5. Shadows Of Grief (8:40)
6. What Should Be Done (4:13)
7. Love Machine (3:43)


Bonustracks:

8. What's Within My Heart (Out-Take From Look At Yourself Sessions) (5:24)
9. Why (Look Out Yourself Out-Take) (11:18)
10. Look At Yourself (Alternative Single Version) (3:19)
11. Tears In My Eyes (Extended Version) (5:38)
12. What Should Be Done (Out-Take, Original Studio Version) (4:27)
13. Look At Yourself (BBC Session) (4:33)
14. What Should Be Done (BBC Session) (3:27)




Nein, das dritte Album der britischen Band von Uriah Heep, “Look At Yourself”, welches im selben Jahr wie der Vorgänger „Salisbury“ veröffentlicht wurde, ist keine Platte mehr mit progressiver Rockmusik. Vielleicht noch ganz am Rande hört man hier und da etwas, was in die „progressive“ Richtung geht, meistens hört man hier jedoch Rock oder besser gesagt Hard Rock. Und dann fällt noch auf, dass Ken Hensley nun das Heft des Handelns in die Hand genommen hatte. War er auf dem Debut „Very 'eavy...Very 'umble“ noch an keiner Komposition beteiligt, waren es auf „Salisbury“ bereits derer fünf Beteiligungen. Und hier, auf „Look At Yourself“, war er bei allen Kompositionen mit eingebunden.

Das Album wird eröffnet mit dem Titellied „Look At Yourself“, der gleich ordentlich und ziemlich kompromisslos losrockt. Klasse hier der fette Orgelsound Ken Hensleys und der absolut passende und treffende Gesang David Byrons. Dazu gesellen sich noch eindrucksvolle Soli Mick Box‘ und fertig ist eines der Höhepunkte auf „Look At Yourself“. „I Wanna Be Free” ist ebenfalls ein Rocker, der zwar etwas zurückhaltend beginnt, dann allerdings kraftvoll Fahrt aufnimmt. Dabei ist das Stück überaus eingängig, fast schon ein wenig zu sehr eingängig, sodass die Gefahr des „Überhörens“ hier durchaus besteht.

Und dann folgt er, der „Haupttrack“ des Albums und das mit zehneinhalb Minuten auch längste Lied auf „Look At Yourself“. „July Morning“ ist eine tolle Nummer und wenn Uriah Heep der progressiven Rockmusik Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts auf diesem Album nahekommt, dann hier, mit diesem Lied – und das nicht nur wegen der Länge des Stücks. Hier wechseln sich treibende mit ruhigeren, ganz leisen Passagen ab. Hier gibt es rockige Abschnitte und fast schon frei schwebende Passagen zu hören. Und all dies wird eingepackt in wunderschöne Melodien. Besonders hervorzuheben hier auch wieder der Gesang David Byrons, der sogar an einer Stelle Assoziationen zu Ian Gillan, Deep Purple und „Child In Time“ aufkommen lässt, welches ein Jahr vorher entstand. Und die Orgel Ken Hensleys nimmt ebenfalls wieder eine dominierende Rolle ein und trägt dazu bei, dass dieses Lied eines der besten Stücke im Liederkatalog von Uriah Heep ist.

Nicht ganz so spektakulär geht es mit „Tears In My Eyes” weiter. Ein schneller Rock’n’Roll wird dem Hörer hier geboten, der im Vergleich zum Vorgängerlied nur verlieren kann. Hier fehlt ganz klar das vorher vorhandene „Besondere“. Zumindest zu Beginn und am Ende des Stücks. Der Mittelteil ist nämlich klasse gelungen und weiß mit seinem mehrstimmigen Gesang, akustischen Gitarren und Breaks zu gefallen. „Shadows Of Grief“ ist erneut eine abwechslungsreiche und schnellere Rocknummer. Startet das Lied ziemlich rasant durch, so gibt es doch auch hier einen etwas anders gestalteten Mittelteil, der fast schon sphärisch daherkommt, unterbrochen nur durch die sehr hohen „Aaahs“, die David Byron im Hintergrund beisteuert. Dann rockt es wieder und schließlich „windet“ sich der Song einem fast schon „Pink-Floyd-mäßigen“ Ende entgegen.

„What Should Be Done“ startet balladenartig wird dann zu einer Bluesnummer. Nun da gibt es auf „Look At Yourself“ andere, wesentlich bessere Songs zu hören. Beendet wurde das ursprüngliche Album durch das kürzeste Lied „Love Machine“. Und das ist ein ganz gerader Rocker, der mit breitem Orgelsound eingeleitet wird und dann losknallt. Und so geht es das ganze Lied über weiter.

Einige Bonustracks finden sich auch wieder auf der remasterten Version des Albums aus dem Jahr 2004. Hervorzuheben ist da gleich der erste Bonustitel „What’s Within My Heart“. Ein ganz ruhiger Titel, lediglich akustisch instrumentiert und ganz sanft und leise gesungen. Eine schöne Abwechslung für das Album. Ebenfalls ruhiger, als die ursprünglichen Titel des Albums zeigt sich der zweite Out-Take „Why“. Das Stück ist sogar länger als „July Morning“ und lebt vor allem von der Atmosphäre, die es erzeugt und von der Steigerung, die ihm innewohnt. Das Lied zündet mit jedem Mal Hören mehr und man kann dem digitalen Zeitalter nur dankbar sein, dass jetzt auch solche, sonst wohl verloren gegangene Titel, hier den Zugang zum Publikum doch noch erhalten.

Die restlichen fünf Bonus-Titel sind dann alternative Versionen der bereits ursprünglich auf dem Album enthaltenen Titel. Nett anzuhören, jedoch in keinster Weise mehr essentiell.

Fazit: An „Salisbury“ kommt das dritte Album von Uriah Heep „Look At Yourself“ nicht ganz heran. Auch hier sind zwar tolle Songs vertreten, allerdings einige auch nur noch durchschnittliche Titel. Hier rockt es noch ein bisschen mehr als auf dem Vorgänger und wer gerade diese Musik, also die Anfänge des Hard Rock am Anfang der 70er des letzten Jahrhunderts mag, der kann hier bedenkenlos zugreifen, denn das ist dann genau ihre beziehungsweise seine Musik. Dazu gibt es noch zwei hörenswerte Zugaben, die sonst nirgendwo zu hören sind. Das macht summa summarum elf hochverdiente Punkte.

Anspieltipps: Look At Yourself, July Morning, Shadows Of Grief, Why



Mittwoch, 9. Mai 2012

Uriah Heep – Salisbury





Uriah Heep
– Salisbury



Besetzung:

David Byron – lead vocals
Ken Hensley – organ, piano, slide and acoustic guitars, harpsichord, vibes and vocals
Mick Box – lead guitar, acoustic guitar, vocals
Paul Newton – bass guitar, vocals
Keith Baker – drums


Gastmusiker:

John Fiddy – brass and woodwind arrangements on “Salisbury”


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1971 / 2006


Stil: Hard Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Bird Of Prey (4:13)
2. The Park (5:43)
3. Time To Live (4:02)
4. Lady In Black (4:42)
5. High Priestess (3:41)
6. Salisbury (16:14)


Bonustracks:

7. Simon The Bullet Freak (US Album Version) (3:25)
8. Here Am I (Previously Unreleased Version) (7:50)
9. Lady In Black (Previously Unreleased Version) (3:31)
10. High Priestess (Single Edit) (3:34)
11. Salisbury (Previously Unreleased Single Edit) (4:20)
12. The Park (Previously Unreleased Version) (5:16)
13. Time To Live (Previously Unreleased Version) (4:14)




Das zweite Album der Briten von Uriah Heep, “Salisbury”, aus dem Jahr 1971, rockt, säuselt und ist immer wieder auch progressiv. Vor allem im ursprünglich letzten Stück der ehemaligen Platte, dem Titellied „Salisbury“. Doch dazu später mehr. Denn das Album startet zunächst überaus rockig. „Bird Of Prey” kracht gleich richtig los und man ist stets beeindruckt von den Gesangskünsten eines David Byron, der in der stimmlichen Höhe keine Grenzen zu kennen scheint. Zudem ist das Stück auch eingängig und melodiös. Eine richtig gute Rocknummer.

„The Park“, im Anschluss daran, ist dagegen eine sanfte und ruhige Ballade. Ebenfalls sehr eingängig, allerdings singt David Byron hier nun so, dass es irgendwie ein wenig gekünstelt und nicht mehr ganz so „cool“ klingt. Trotzdem ist „The Park“ eine schöne sentimentale Nummer, die auch dann immer bezüglich des Gesangs überzeugen kann, wenn dieser mehrstimmig wird. Schließlich folgt in dem Lied noch ein ziemlich progressiver und unrhythmischer Orgeleinschub, bis der Titel wieder im Falsett-Gesang ausklingt. Für Abwechslung ist also gesorgt.

Bei „Time To Live“ wird wieder gerockt, ohne, dass das Lied dabei an Melodiösität einbüßt. Überzeugen kann hier auch der fette und breite Orgelsound, der dem Stück immer wieder die nötige Dichte verleiht. Tja und dann sitzt man schließlich am Lagerfeuer! „Lady In Black“ ist wohl der bekannteste Song Uriah Heeps und dieses „Aaaah haaa haaa haaah haaa aaah aaah“ kann wohl schon seit zwei Generationen jeder mitsingen, egal wie hoch der Bierlevel am Lagerfeuer oder beim Grillen auch immer ist. Unglaublich eingängig. Sogar so eingängig, dass es für den damaligen Sänger David Byron zu banal klang und er sich weigerte, das Stück zu singen. Und so musste der Keyboarder der Band, Ken Hensley, der das Stück komponiert und getextet hatte, es sogar selbst einsingen. Ob David Byron das wohl jemals bereut hatte?

Als nächstes erklingt auf „Salisbury“ mit „High Priestess“ der kürzeste Song auf dem ursprünglichen Album. Fängt das Lied auch langsam an, so entwickelt sich dann daraus doch noch eine flotte und treibende Rocknummer, bei der der Refrain wieder im Chor geschmettert wird.

Und schließlich folgt er, der mit über sechzehn Minuten längste Track und gleichzeitig das Titellied des Albums: „Salisbury“. Und dieses Stück ist wahrlich großes Kino. Ganz großes Kino sogar. Bombastisch eingeleitet mit Bläsern, einem ganz fetten Orgelsound und Chor entwickelt sich hier ein Lied, welches rockt und treibt, dann wieder mit leiseren und ruhigeren Tönen aufwartet, um schließlich wieder Fahrt aufzunehmen. Perfekt ist hier auch die orchestrale Instrumentierung in das Lied integriert. Und anders, als bei Deep Purples „April“, stehen sich bei „Salisbury“ nicht orchestral instrumentierte Passagen und dann wieder klassische Rockelemente gegenüber. Nein, hier sind beide Parts ineinander verwoben. Hier hört man Fagott und Querflöte gleichberechtigt neben E-Bass und Gitarre. Hier gibt es mitreißende Gitarrensoli auf die Ohren, in die sich die Bläser-Fraktion einfach mit einklinkt. Und dieses Gemisch wirkt in keinster Weise „erzwungen“ oder „aufgesetzt“, sondern überaus stimmig. Und auch der Gesang David Byrons ist hier einfach nur als perfekt zu bezeichnen. Alles in allem ein ganz tolles Lied, welches man als Rockmusikfreund unbedingt mal gehört haben sollte. Progressiv, einnehmend, packend!

Und auf der remasterten CD-Version wird auch mit den Bonus-Tracks nicht gegeizt. „Simon The Bullet Freak” war ursprünglich nur auf der US Album Version von “Salisbury” zu hören und ersetzte dort den ersten Track der europäischen Albumausgabe: „Bird Of Prey“. „Simon The Bullet Freak” ist dabei ebenfalls ein Rocklied, welches allerdings ganz klar vom Piano dominiert wird und bluesige Anleihen aufweist. Danach gibt es mit „Here Am I” noch mal einen fast achtminütigen Song, der allerdings nur in seinen schnelleren Parts überzeugen kann, ansonsten eher etwas langweilig wirkt. Und schließlich gibt es noch alternative Versionen der Stücke zwei bis sechs des Albums zu hören. Nicht mehr essentiell, aber eine nette Zugabe.

Fazit: Allein schon wegen „Salisbury“ lohnt es sich diese Platte oder CD zu besitzen. Da ist er mal wieder, so ein Meilenstein einer Band. Klar, „Lady In Black“ ist auch auf dem Album, der Klassiker der Band schlechthin. Nach mehrmaligem Hören könnte dieses Lied allerdings anfangen zu nerven. Bei „Salisbury“ ist das jedoch kaum vorstellbar. Und auch der Rest der Platte ist gut, Ausfälle sucht man auf „Salisbury“ vergebens. Wer Rockmusik mag und diese Platte noch nicht sein Eigen nennt, der sollte hier zugreifen. Das sind zwölf Punkte für das Album „Salisbury“, wobei das Lied „Salisbury“ sogar vierzehn Punkte verdient hätte.

Anspieltipps: Bird Of Prey, Time To Live, Lady In Black, Salisbury, Simon The Bullet Freak