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Freitag, 21. Mai 2021

Ten Years After – Recorded Live

 



Ten Years After – Recorded Live


Besetzung:

Alvin Lee – guitar and vocals
Leo Lyons – bass
Chick Churchill – organ and piano
Ric Lee – drums




Erscheinungsjahr: 1973 (Wiederveröffentlichung mit Bonus Tracks 2013)


Stil: Blues Rock


Trackliste:

CD1:

1. One Of These Days (6:27) (Frankfurt)
2. You Give Me Loving (6:02) (Frankfurt)
3. Good Morning Little Schoolgirl (7:26) (Frankfurt)
4. Hobbit (8:36) (Frankfurt)
5. Help Me (11:03) (Amsterdam)
6. Time Is Flying (Bonus Track) (5:36) (Frankfurt)
7. Standing At The Station (Bonus Track) (11:50) (Frankfurt)
8. Jam (Bonus Track) (18:09) (Amsterdam)

CD2:

1. Help Me (Bonus Track) (12:05) (Paris)
2. I Woke Up This Morning (Bonus Track) (4:26) (Rotterdam)
3. Sweet Little Sixteen (Bonus Track) (4:24) (Frankfurt)
4. Jam (Bonus Track) (16:32) (Frankfurt)
5. Classical Thing (0:52) (Paris)
6. Scat Thing (0:57) (Paris)
7. I Can‘t Keep From Cryin‘ Sometimes (Part 1) (1:57) (Paris)
8. Extension On One Chord (10:45) (Paris)
9. I Can‘t Keep From Cryin‘ Sometimes (Part 2) (3:12) (Paris)
10. Silly Thing (1:08) (Frankfurt)
11. Slow Blues In 'C' (8:14) (Frankfurt)
12. I‘m Going Home (10:54) (Frankfurt)
13. Choo Choo Mama (3:21) (Frankfurt)

Gesamtspieldauer CD1 (1:15:11) und CD2 (1:18:53): 2:34:04



Am 6. März 2013 ist Alvin Lee verstorben und im Juni desselben Jahres wurde das zweite und erfolgreichste Live-Album von Ten Years After „Recorded Live“ neu aufgelegt und in Form einer Doppel-CD mit jeder Menge Bonus-Material wiederveröffentlicht. Die sieben Bonus-Titel befinden sich am Ende von CD1 und überraschenderweise zu Beginn von CD2. Aufgenommen wurden die Lieder während der Konzerte am 26. bis 29. Januar 1973 in Frankfurt, Rotterdam, Amsterdam und Paris.

Wer Blues Rock mag kommt an Ten Years After einfach nicht vorbei. Denn genau das zelebrieren Alvin Lee, Leo Lyons, Chick Churchill und Ric Lee auf „Recorded Live“. Tief kann man mit diesem Album in diese Musik eintauchen und sich während zweier exzessiver Jams, die nun in Form von Bonus-Tracks auch auf dieser Veröffentlichung enthalten sind, ihr ganz hingeben. Nun bin ich wahrlich kein Blues-Rocker, doch gerade diesen losgelösten Stücken wohnt etwas Besonderes inne.

Umso unverständlicher, warum auf der ursprünglichen Ausgabe des Albums das Lied „Standing At The Station“ nicht enthalten war. In diesem Lied feiern Ten Years After den Blues Rock mit der Akzentuierung auf dem Wort „Rock“. Alles fließt, alles vibriert, alles groovt. Rock at it’s best. Man kann den vier Musikern die Spielfreude noch heute anhören. Perfektes Spiel zwischen Orgel und Gitarre, einfach mitreißend. Allein wegen dieses Stücks lohnt sich der Erwerb von „Recorded Live“ bereits.

Fazit: Wer auf Blues Rock steht oder Ten Years After beziehungsweise Alvin Lee Fan ist, wird jede Menge Spaß mit diesem Album haben. Exzessiver Blues Rock, in keiner Weise begrenzt oder reglementiert. Und auf alle Freundinnen und Freunde des Rocks wartet dann noch der zwölfminütige Bonus Track „Standing At The Station“. Unfassbar gut. Acht Punkte.

Anspieltipps: Standing At The Station



Sonntag, 14. Februar 2016

Ten Years After – Ssssh.




Ten Years After – Ssssh.


Besetzung:

Alvin Lee – guitar, vocals
Leo Lyons – bass
Ric Lee – drums
Chick Churchill – organ


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Bad Scene (3:30)
2. Two Time Mama (2:02)
3. Stoned Woman (3:30)
4. Good Morning Little Schoolgirl (7:01)
5. If You Should Love Me (5:27)
6. I Don't Know That You Don't Know My Name (2:02)
7. The Stomp (4:35)
8. I Woke Up This Morning (5:30)

Gesamtspieldauer: 33:37




Manche Art der Musik wird heutzutage einfach nicht mehr gemacht – oder sie scheint einfach völlig an mir vorbeizugehen. Diese Art des Blues Rock, den Ten Years After hier auf ihrem dritten Album mit dem interessanten Namen „Ssssh.“ zelebrierten, den gibt es so in der heutigen Zeit zum Beispiel nicht mehr von anderen Bands aktuell gespielt. „Ssssh.“ wurde 1969 auf dem Label Chrysalis Records veröffentlicht und enthält acht Lieder, die allesamt vom Gitarristen Alvin Lee komponiert wurden, der im März 2013 in Spanien bei einer Routineoperation im Alter von 68 Jahren verstarb.

Auf „Ssssh.“ bekommt Blues Rock der etwas rockigeren Ausprägung zu hören. Die Scheibe und die darauf enthaltene Musik hat ihre Stärke ganz klar in den längeren und rockigen Instrumentalpassagen, wie zum Beispiel beim über siebenminütigen „Good Morning Little Schoolgirl“. Hier gibt sich Alvin Lee für meine Ohren eben nicht selbstverliebt dem Blues hin, sondern packt das Ganze in ein Rockgewand, was dann auch zu überzeugen weiß und einfach zum Mitwippen animiert. Selbiges gilt auch für den nachfolgenden Titel „If You Should Love Me“, der fast wie ein Folk Song beginnt, sich dann jedoch auch wieder in eine Rock-Nummer wandelt, in deren Verlauf es ebenfalls wieder lang anhaltende Instrumentalpassagen gibt, die dieses Mal sogar übersungen werden. Von daher ist der Begriff „Instrumentalpassage“ im Grunde genommen falsch gewählt. Da die Stimme des Alvin Lee sowie alle Instrumente hier irgendwie zu einer Einheit verschmelzen, der gesungene Text zudem keinerlei Relevanz mehr hat, stimmt die Aussage dann allerdings doch wieder. Klasse auch, wie diese Gitarren-lastige Musik doch immer wieder von etwas im Hintergrund stehenden, jedoch für den Sound wichtigen Orgelklängen unterstützt wird und dadurch an kraftvoller Fülle gewinnt.

Auch Freunde des Blues kommen bei „Ssssh.“ auf ihre Kosten, denn auch diese Nummern finden sich auf der doch recht kurzen Scheibe. In der heutigen Zeit würde solch ein Album auch höchstens als EP durchgehen, denn keine 34 Minuten Laufzeit sind nicht gerade üppig. Egal, der Blues regiert auf alle Fälle die letzten beiden Titel der Scheibe. Von allen Dingen bei „I Woke Up This Morning“ dürfte der Herzschlag von entsprechenden Fans ordentlich an Fahrt gewinnen. Hier sind dann Gesangspassage und Solo wieder deutlich voneinander getrennt und in beiden Abschnitten groovt die Nummer.

Fazit: Etwas kurz, dafür allerdings nicht weniger überzeugend. Rockigen Blues Rock bekommt man auf „Ssssh.“ zu hören. Der geht sogar ins Ohr, obwohl man bei dieser Art der Musik natürlich keine Ohrwürmer erwarten sollte, dafür jedoch Lieder, die mit einem Eins werden, die man aufsaugt, genau kennt und die mit der Zeit zu guten Freunden werden, welche beim Hören einen kleinen Urlaub vom Alltag darstellen. Für alle diejenigen Musikhörer gedacht, die vielleicht sogar mit reinem Blues gar nicht so viel anzufangen wissen, jedoch der rockigeren Variante dieses musikalischen Genres durchaus etwas abgewinnen können. Neun Punkte.

Anspieltipps: Good Morning Little Schoolgirl, If You Should Love Me