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Sonntag, 26. August 2018

Gnidrolog – Lady Lake




Gnidrolog – Lady Lake


Besetzung:

Stewart Goldring – lead guitar
Colin Goldring – rhythm guitar, vocals, recorder, tenor horn
Nigel Pegrum – percussion, flute, oboe
John Earle – soprano, tenor, baritone saxes, flute, lead vocal on “Social Embarrassment“
Peter Cowling – bass guitar, cellos


Gastmusiker.

Charlotte Fendrich – piano on “Same Dreams“


Label: Bet Goes On Records (ursprünglich RCA Records)


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. I Could Never Be A Soldier (11:37)
2. Ship (6:43)
3. A Dog With No Collar (2:08)
4. Lady Lake (8:54)
5. Same Dreams (2:47)
6. Social Embarassment (6:32)

Gesamtspieldauer: 38:44




Im Dezember des Jahres 1972 veröffentlichte die englische Band Gnidrolog auch noch ihr zweites und für lange Zeit letztes Album mit dem Titel „Lady Lake“, nachdem im selben Jahr bereits das Debut-Album „In Spite Of Harry’s Toe-Nail“ veröffentlicht worden war. Kurz danach lösten sich Gnidrolog wieder auf, da beiden Platten keinerlei kommerzieller Erfolg beschieden war. Die Plattenfirma RCA Records war auch nicht mehr an einem weiteren Engagement interessiert, nachdem man mit David Bowie und Lou Reed zwei große Namen unter Vertrag hatte, die deutlich andere Musik veröffentlichten und eine anderer Hörerschaft ansprachen.

Auch auf „Lady Lake“ hört man überzeugenden Progressive Rock, der typisch für diese Art der Musik Anfang der 70er Jahre war. Sehr abwechslungsreiche Lieder, die oftmals nur so vor Ideen überquellen kann man auf diesem Album hören. Dazu gibt es eine Instrumentierung, die weit über Gitarre, Bass und Schlagzeug hinausgeht und zusätzlich für Abwechslung sorgt. Soweit gleichen sich die Zutaten von „Lady Lake“ und dem Vorgänger. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass diese dissonanten Töne, die es immer wieder auf „In Spite Of Harry’s Toe-Nail“ zu hören gab, auf dem zweiten Album deutlich in den Hintergrund treten. Diese gibt es zwar noch, allerdings sehr viel weniger. An Stelle dieser Klänge sind kurze Ausflüge in die Richtung des Jazz Rocks zu hören, die nun ihrerseits das Gesamtbild des Albums auflockern und die Platte sehr viel spannender gestalten.

Ganz klar, „Lady Lake“ klingt um einiges konventioneller als noch der Vorgänger. Dabei erscheint der Gesamteindruck der Platte allerdings auch einheitlicher und irgendwie abgestimmter. Mit dem leicht jazzig angehauchten Titellied „Lady Lake“ und der letzten Nummer „Social Embarassment“ sind auch auf diesem Album zwei Stücke enthalten, die zumindest ein wenig schräger klingen, in denen Blas- und Streichinstrumente vermehrt zum Einsatz kommen und die dann auch wieder deutlich mehr an Gentle Giant erinnern. Beide Titel sind sehr viel komplexer gehalten als der Rest der Platte, variieren Rhythmen, Atmosphären und Tempi. Ansonsten bewegen sich die Engländer auf „Lady Lake“ jedoch klar in den Gefilden des melodiösen, einprägsamen Progressive Rock.

Fazit: Auch das zweite Album der Band Gnidrolog mit dem Titel „Lady Lake“ ist eine überzeugende Platte geworden. Vieles auf diesem Album geht schnell ins Ohr, gleich beim ersten Mal des Hörens. Zwei Lieder klingen etwas fordernder, schräger, ohne jedoch zu sehr aus dem Rahmen zu fallen. „Lady Lake“ klingt insgesamt spannend und abwechslungsreich und stellt für Freundinnen und Freunden von Gentle Giant mit Sicherheit eine schöne Bereicherung dar. Elf Punkte.

Anspieltipps: I Could Never Be A Soldier, A Dog With No Collar, Lady Lake, Same Dreams



Freitag, 6. Juli 2018

Gnidrolog – In Spite Of Harry’s Toe-Nail




Gnidrolog – In Spite Of Harry’s Toe-Nail


Besetzung:

Colin Goldring – lead vocals, guitars, recorders, tenor sax, horn, harmonica
Stewart Goldring – lead guitar, vocals
Peter Cowling – bass, cello
Nigel Pegrum – percussion, flute, oboe, piano


Label: Beat Goes On Records (ursprünglich RCA Records)


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Long Live Man Dead (9:44)
2. Peter (3:28)
3. Snails (7:15)
4. Time And Space (7:34)
5. Who Spoke (2:23)
6. In Spite Of Harry's Toenail (9:27)

Gesamtspieldauer: 39:54




Gnidrolog war eine englische Progressive Rock Band, die lediglich im Jahr 1972 insgesamt zwei Alben veröffentlichte und sich anschließend wieder auflöste. Gegründet wurde Gridnolog im Jahr 1969 von den Zwillingen Colin und Stewart Goldring sowie Peter Cowling und Nigel Pegrum. Der etwas seltsame Name ist ein Anagramm des Nachnamens der beiden Goldring-Zwillinge. Zuerst absolvierte die Band zahlreiche Auftritte in den einschlägigen Clubs und erst drei Jahre später erschien die erste Platte mit dem Namen „In Spite Of Harry’s Toe-Nail“ auf dem Plattenlabel RCA.

Auf dieser Scheibe ist Musik zu hören, die schon sehr an jene von Gentle Giant erinnert. Zumeist allerdings an jede der harmonische Ausflüge von Gentle Giant. Ein weiteres Kennzeichen der Musik der vier Engländer, welches ebenfalls auf Gentle Giant hindeutet, ist die nicht ganz alltägliche Instrumentenauswahl. Neben den eher „normalen“ Rock-Instrumenten kommen auch Saxophon, Horn, Harmonika, Cello, Flöte, und Oboe zum Einsatz. Das macht die Musik von Gnidrolog an sich schon mal besonders. Und in welcher Band gibt es noch einen Schlagzeuger, der zusätzlich auch Piano, Flöte und Oboe spielt?

All diese Instrumente deuten auf sehr viel Harmonie und Melodiösität in der Musik von Gnidrolog hin. Diese melodiösen Harmonien gibt es durchaus, doch Gnidrolog haben noch wesentlich mehr zu bieten. Manchmal klingt das Ganze auch einfach nur schräg und gewollt dissonant und kann sogar am Ende eines Liedes in ein fürchterliches Chaos münden. Somit kommt beim Hören des Albums niemals Langeweile auf, da Melodiösität und auch die Atonalität sich abwechseln. Dies ist auch der Grund, warum die Platte ganz eindeutig keine massentaugliche ist. Dementsprechend schlecht gestalteten sich auch die Verkäufe, was wohl zur Kurzlebigkeit der Band beitrug.

Die ersten Titel auf „In Spite Of Harry’s Toe-Nail“ sind ganz im Progressive Rock verhaftet. Sehr abwechslungsreiche Musik, mitunter sehr melodisch, dann jedoch wieder sehr dissonant. Spannend klingt das an jeder Stelle der Scheibe. Der Titeltrack, der in den ersten Ausgaben des Albums noch genauso in zwei Teile unterteilt war wie der Opener „Long Live Man Dead“, ist schließlich jedoch eine rockige Nummer, die nur noch Anleihen des Progressive Rock aufweist und so ähnlich von Wishbone Ash hätte stammen können. Allerdings auch das klingt in meinen Ohren.

Fazit: „In Spite Of Harry’s Toe-Nail“ ist ein spannendes und abwechslungsreiches Progressive Rock Album der englischen Band Gnidrolog geworden. Alle Facetten des klassischen Progressive Rock gibt es auf dieser Platte zu erhören. Von außergewöhnlicher Instrumentierung über wunderschöne Melodiösität bis zu atonalen Passagen, alles ist hier enthalten, was das Herz des Fans des Progressive Rocks der ersten Hälfte der 70er Jahre höherschlagen lässt. Spannende sowie abwechslungsreiche Musik, die zudem noch mit den Durchgängen wächst. Alles andere als alltäglich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Long Live Man Dead, Who Spoke