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Freitag, 22. Mai 2026

Noah Derksen – Mercy On The Skyline

 



Noah Derksen – Mercy On The Skyline


Besetzung:

Noah Derksen – vocals


Gastmusiker:

Cody Iwasiuk –  drums, percussion
Dominique Adams – vocals (1, 4, 8)
Fontine – vocals (3)
John Baron – bass guitar
Keiran Placatka – keyboards
Kris Ulrich – electric guitar
Lori McKenna – vocals (6)
Mackenzie Friesen – vocals (2,9)
Madeleine Roger – vocals (5)
May Erlewine – vocals (7)
Robbie Grunwald – keyboards


Erscheinungsjahr: 2026


Stil: Folk, Country, Blues, Pop


Trackliste:

1. And You Living Your Live (4:34)
2. Chuck Palahniuk (3:24)
3. Walking Home (3:06)
4. Who Do You Wanna Be (3:42)
5. Nothing Goes Your Ways (3:23)
6. Mercy On The Skyline (4:42)
7. Lover I'm Gonna Miss You (3:51)
8. What Lights Up Your Dark (3:44)
9. Still Haven't Figured It Out (3:46)
10. My Mother's Voice (3:56)

Gesamtspieldauer: 38:11



Mit „Mercy On The Skyline“ veröffentlicht der kanadische Musiker Noah Derksen am 22. Mai 2026 bereits sein fünftes Studioalbum. Darauf zu hören sind überwiegend sanfte, folkige Töne, die auch mal einen gewissen Country-Einfluss zulassen, selten rockiger klingen und immer von der sanften Stimme des Musikers getragen werden.

„Stimmen“ spielen auf „Mercy On The Skyline“ sowieso eine große Rolle. Denn die meisten der Lieder werden durch weibliche Stimmen in den Harmony-Vocals ergänzt. Tatsächlich sind es sogar sechs unterschiedliche Sängerinnen, die häufig, wie auch der Musiker, aus Winnipeg, Kanada stammen. Neun musikalische Duette bekommt man so zu hören, die der überwiegend sanften Musik noch zusätzlich Ausdruck verleihen.

„Still Haven't Figured It Out“ stellt eine kleine Ausnahme auf dem Album dar, denn hier rockt Noah Derksen sogar mal, natürlich wieder unterstützt von einer weiblichen Stimme. Auch „Chuck Palahniuk“, ein Lied über den gleichnamigen US-amerikanischen Schriftsteller und Journalist, der durch sein Erstlingswerk „Fight Club“ Berühmtheit erlangte, rockt und bewegt sich etwas in der Grauzone zwischen Rock und Pop. Über ein weiteres Alleinstellungsmerkmal verfügt auch der letzte Titel „My Mother's Voice“. Ein sehr berührendes Lied, das ruhigste der ganzen Platte, auf dem der Sänger allerdings solo zu hören ist. Auch hier überzeugt Noah Derksen.

Die Musik des Albums läuft, einmal aufgelegt, ohne Ausreißer nach unten durch. Mal ist der Folk-Einschlag etwas mehr zu hören, dann doch ein wenig Country oder Blues oder Rock. Alles wird immer durch die überzeugende Stimme des Noah Derksen zusammengehalten, die man auch noch länger im Ohr behält und welche einen hohen Wiedererkennungswert besitzt.

Fazit: „Mercy On The Skyline“ ist ein eingängiges Album, das größtenteils absolut unaufgeregt aus den Boxen oder Kopfhörern strömt. Klasse gelungen sind die gesanglichen Arrangements, welche die Musik deutlich bereichern. Die Musik läuft als Ganzes durch, zum Überspringen gibt es hier nichts. Jedes Lied ist hörenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: What Lights Up Your Dark, Still Haven't Figured It Out, My Mother's Voice



Mittwoch, 24. September 2025

David Gilmour – Luck And Strange

 



David Gilmour – Luck And Strange


Besetzung:

David Gilmour – guitar (all), piano (1), lead vocals (2–4, 7–9), ukulele (3), höfner bass (3, 8), farfisa organ (3), backing vocals (2-4, 6–8), keyboards (6, 9), hammond organ (7), bass guitar (9), leslie piano (9), cümbüş (8)


Gastmusiker:

Richard Wright – electric piano, hammond organ (2)
Romany Gilmour – lead vocals (6), backing vocals (2–4, 6–8), harp (5–6)
Gabriel Gilmour – backing vocals (3, 4)
Rob Gentry – synthesiser (1–4, 6, 9), keyboards (3, 6, 8–9), piano (4, 6, 8–9), organ (7)
Roger Eno – piano (1, 9)
Guy Pratt – bass guitar (2, 3, 6–9)
Adam Betts – percussion (2, 4, 6–9), djembe (3), drums (4)
Steve DiStanislao – drums (2)
Steve Gadd – drums, percussion (3, 6–9)
Tom Herbert – bass guitar (4)
Charley Webb - backing vocals
Hattie Webb - backing vocals
Louise Marshall - backing vocals
Edmund Aldhous – organist and director of music at Ely Cathedral
Ely Cathedral Choir – vocals
Angel Studios Choir – vocals
Angel Studios Orchestra


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 2024


Stil: Rock


Trackliste:

1. Black Cat (1:32)
2. Luck And Strange (6:56)
3. The Piper‘s Call (5:15)
4. A Single Spark (6:04)
5. Vita Brevis (0:46)
6. Between Two Points (5:47)
7. Dark And Velvet Nights (4:44)
8. Sings (5:14)
9. Scattered (7:33)

Bonus Tracks:

10. Yes, I Have Ghosts (3:50)
11. Luck And Strange (Original Barn Jam) (13:59)

Gesamtspieldauer: 1:01:44



„Luck And Strange“ heißt das fünfte Studioalbum des ehemaligen Pink Floyd Gitarristen David Gilmour. Veröffentlicht wurde das Album am 6. September 2024 auf dem Plattenlabel Sony Music. Für die Texte zeichnet sich größtenteils David Gilmours Frau Polly Samson verantwortlich. Aber auch ihre beiden Kinder Romany und Gabriel tragen zum Album bei. Gabriel wie Romany als Backgroundsänger, Romany übernimmt allerdings beim „Between The Points“-Cover der Montgolfier Brothers sogar den Gesang und ist bei diesem Lied, wie beim kurzen Instrumentalstück „Vita Brevis“, ebenso an der Harfe zu hören.

Mit der ersten, kurzen Instrumentalnummer „Black Cat“ wird man in das Album eingeführt. Sehnsüchtig klingt dieses Lied und erinnert entfernt durchaus auch an manch stimmungsvolles Stück von Pink Floyd. Dies ist allerdings, neben einigen unverkennbaren Gitarrenklängen, der einzige Vergleich, der sich bei „Luck And Strange“ zu Pink Floyd ziehen lässt. „Luck And Strange“ ist ein reines David Gilmour Solo-Album und klingt auch genau so.

Dabei hört man beim zweiten Titel „Luck And Strange“ sogar Richard Wright an den Keyboards. Das Lied entstammt einer Jam-Session in David Gilmours Studio im Jahr 2007, wurde also ein Jahr vor Richard Wrights Tod aufgenommen. Die ganze Jam-Session ist auf der CD-Ausgabe als Bonus-Track beigefügt. Schön, hier noch mal Richard Wright hören zu können. Das Lied selbst ist eine eingängige, allerdings auch unspektakuläre Nummer, bei der man jedoch gerade in den höheren Lagen nicht überhören kann, dass David Gilmour im Jahr 2024 auch bereits 78 Jahre geworden ist.

Die Lieder des Albums sind allesamt im Bereich des Rocks angesiedelt. Ziemlich geradlinig und rhythmisch fließen die einzelnen Nummern aus den Boxen und gehen dabei mal mehr, mal etwas weniger ins Ohr. Einen Ausfall gibt es dabei jedoch glücklicherweise nicht zu beklagen. Einen Höhepunkt – sieht man mal vom Umstand ab, dass man hier Rick Wright nochmals zu hören bekommt – gibt es jedoch auch nicht zu entdecken. Das Album läuft durch und man merkt, dass man das letzte Lied der CD erreicht hat, wenn sich David Gilmour und Richard Wright gegenseitig in den Soli des Jams abwechseln und daran durchaus Spaß zu haben scheinen, wie man am Lachen zum Ende des Liedes hört.

Fazit: David Gilmour ist ein klasse Gitarrist. Seine wahre Stärke auch in Bezug auf das Songwriting konnte er allerdings immer nur in Verbindung zu den Kollegen von Pink Floyd zeigen. So ist „Luck And Strange“ ein gutes, aber auch unaufgeregtes Solo-Album geworden, ein Rock-Album, welches kaum Spuren hinterlassen wird. Neun Punkte.

Anspieltipps: Scattered



Donnerstag, 8. Mai 2025

Motorpsycho – Serpentine

 



Motorpsycho – Serpentine


Besetzung:

Håkon Gebhardt – drums, vocals, percussion
Hans Magnus Ryan – guitars, vocals, percussion
Bent Sæther – bass, vocals, guitar, piano




Erscheinungsjahr: 2002


Stil: Alternative Rock, Pop


Trackliste:

1. Serpentine (3:30)
2. Shane 2Am (2:53)
3. Little Ricky Massenburg (4:12)
4. Safu (4:36)
5. Fade To Gray (5:37)

Gesamtspieldauer: 20:50



Rund um die Veröffentlichung ihres 2002er Werkes „It’s A Love Cult“ hatten die drei norwegischen Musiker noch etwas Material, welches ihrer Meinung nach wohl nicht auf das reguläre Album passte. Kurzerhand wurde im selben Jahr auch noch eine EP mit dem Titel „Serpentine“ veröffentlicht.

„Serpentine“ ist nicht nur der Titel der EP und auch gleich das erste Lied auf dieser Veröffentlichung, sondern dieses Lied befindet sich auch auf dem Album „It’s A Love Cult“ selbst. Überraschenderweise dort sogar in einer knapp zwei Minuten längeren Version. Musikalisch ist das Stück ansonsten identisch, es fehlen auf der EP allerdings der Mittelteil und das Ende. Nun, das ist sicherlich noch kein Grund zum Kauf der EP und auch kein Grund gesondert eine EP zu veröffentlichen.

Trotzdem lohnt diese kurze Scheibe, wenn man mal eine ganz andere Seite der Norweger hören möchte. Auf den ersten vier Titeln klingen Motorpsycho oftmals ruhiger, auch poppiger als auf anderen Veröffentlichungen des ersten Jahrzehnts in den 2000ern. Somit passt das Stück „Serpentine“ stilistisch sehr gut zu den nächsten drei Liedern. An einigen Stellen fühlt man sich sogar fast etwas an die Beatles erinnert. Erst im letzten Titel „Fade To Gray“ klingt es dann doch etwas rockiger und ab der Mitte dieses Titels gleitet die Musik schließlich in ein langes, vibrierendes Solo, welches einen kraftvoll – und für die EP ansonsten ganz untypisch – rockig aus der EP geleitet.

Fazit: Die EP „Serpentine“ ist sicherlich eher etwas für Leute, die alles von „ihrer“ Band besitzen wollen, Komplettisten soll es ja auch geben. Insgesamt ist „Serpentine“ eine kurze, überwiegend sehr eingängige Reise durch etwas andere Musik von Motorpsycho. Neun Punkte.

Anspieltipps: Little Ricky Massenburg, Fade To Gray



Samstag, 22. Februar 2025

Balmorhea – Pendant World

 



Balmorhea – Pendant World


Besetzung:

Rob Lowe – juno-106, mellotron, mini moog, nylon guitar, op-1, parlor guitar, piano, percussion, samples, vocals
Michael A. Muller – acoustic guitar, bass guitar, electric guitar, mellotron, nylon guitar, parlor guitar, percussion, vocals


Gastmusiker:

Aisha Burns – violin, vocals
Sam Gendel – tenor saxophone
Steph Jenkins – vocals
Clarice Jensen – cello
Lisa Morgenstern – vocals
Joseph Shabason – ewi, flute, tenor saxophone
Jonathan Sielaff – clarinet
Jason Treuting – drum kit, percussion




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Post Rock


Trackliste:

1. Nonplussed (0:40)
2. Oscuros (4:15)
3. Step Step Step (4:01)
4. Desiderium (2:55)
5. The Bright Door (2:25)
6. Loess (2:53)
7. New Conditions (3:54)
8. Held (3:44)
9. Range (1:43)
10. Fire Song (2:05)
11. Violet Shiver (3:33)
12. Elsewhere (4:14)
13. Depth Serenade (5:32)

Gesamtspieldauer: 42:01



„Pendant World“ heißt das inzwischen neunte Studioalbum des US-amerikanischen Duos Balmorhea aus Austin, Texas. „Pendant World“ wurde im Jahr 2023 auf dem Plattenlabel Deutsche Grammophon veröffentlicht und beinhaltet einmal mehr überaus ruhigen, mitunter sogar minimalistischen Post Rock.

Oftmals werden die Lieder vom Piano dominiert, die wenigen Ausnahmen des Albums bestätigen hier die Regel. Insgesamt erklingt die Platte fast durchgängig sanft und zart, nur ganz selten hören sich die Lieder zumindest teilweise etwas „lebendiger“, wie zum Beispiel beim Stück „New Conditions“, an. Doch auch dieses Lied weist eine gewisse Melancholie auf, verströmt eine nicht zu überhörende Sentimentalität, die sich durch das komplette Album zieht. So ist „New Conditions“ auch eines der wenigen Stücke, die mit Perkussion unterlegt wurde.

Ist es mal nicht das Piano, welches ein Stück beherrscht, dann hört man sanfte Gitarrenklänge, die durch einen Titel leiten. Immer ruhig, zurückhaltend, nachdenklich. Und auch wenn in den Credits einige „Vocals“ aufgeführt sind, so wird auf „Pendant World“ doch nicht gesungen. Dieser „Gesang“ beschränkt sich auf ein paar „Aaahs“ und „Ooohs“, die ein Stück dann noch ein wenig bereichern. „Violet Shiver“ stellt bezüglich der Perkussion sowie des Gesangs allerdings eine Ausnahme dar, denn die Nummer erklingt alles andere als unaufgeregt und will so gar nicht zum Rest der Platte passen – lockert damit jedoch das Album auch auf.

Trotz der sanften, melancholischen Klänge kann man kaum davon sprechen, dass die einzelnen Lieder ins Ohr gehen. Sie klingen zwar melodisch und harmonisch, doch die einzelnen Melodien sind nicht so sehr ausgeprägt, dass sie sich verfangen könnten. Es sind Stimmungen und Atmosphären, die auf „Pendant World“ zelebriert werden, die zum Träumen und „Sich-Fallen-Lassen“ animieren, zum Ausruhen und Entspannen einladen.

Fazit: Die einen werden „Pendant World“ für ein sehr langweiliges Album halten, andere wiederum werden es für seine zarten Töne feiern, um sich dabei vom Stress des Tages zu erholen. „Pendant World“ ist keineswegs ein Album, welches man immer und zu jeder Tageszeit hören mag. Doch in den stillen Momenten des Tages oder der Nacht, wenn man sich denn darauf einlassen kann, in diesen Momenten klingt es nahezu perfekt, um die Situation zu untermalen. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Bright Door, Range, Depth Serenade



Sonntag, 2. Februar 2025

We Mavericks – Heart Of Silver

 



We Mavericks – Heart Of Silver


Besetzung:

Victoria Vigenser – vocals, guitar
Lindsay Martin – vocals, violin, mandolin, guitar, piano


Gastmusiker:

Julia Day – drums, percussion, bass guitar
Rachel Johnston – cello
Trent Arkleysmith – cello
Matt – Nightingale
Ruby Martin – vocals


Erscheinungsjahr: 2024


Stil: Folk, Country


Trackliste:

1. Heart Of Silver (3:49)
2. All This Noise (3:14)
3. The Bed You Made (4:13)
4. Carefree (3:41)
5. Paper Darts (4:18)
6. Ballad Of A Firefly (4:02)
7. Balm In Gilead (4:35)
8. Wildfire (3:25)
9. Hold Me (4:15)
10. The Outro (1:52)

Gesamtspieldauer: 37:28



We Mavericks, das sind Victoria Vigenser und Lindsay Martin. „Heart Of Silver“ heißt das zweite Studioalbum des australisch-neuseeländischen Duos und wurde am 18. Oktober 2024 veröffentlicht.

Auf „Heart Of Silver“ hört man eine Mischung aus Folk und Country, wobei der Schwerpunkt sehr auf den Folk-Liedern liegt. Sanft und gefühlvoll klingt die Musik von We Mavericks, die immer wieder wunderschön durch die Violine oder ein Cello noch eingängiger untermalt wird. Auch der Harmoniegesang der beiden Musiker weiß hier zu überzeugen, wobei der Hauptpart diesbezüglich ganz klar der Neuseeländerin Victoria Vigenser zufällt, die mit ihrer schönen und klaren Stimme durchweg zu überzeugen weiß.

Die Musik auf „Heart Of Silver“ ist vom ersten bis zum letzten Lied hörenswert. Die einzelnen Stücke sind alle in einem eher langsamen Tempo angesiedelt, welches nur marginal variiert wird. Dadurch kann man sich auf eine sanfte Reise einstellen, die mit schönen Melodien und Harmonien überzeugt und bereits beim ersten Durchlauf ins Ohr geht. Perfekt abgerundet wird das Album mit dem Instrumentalstück „The Outro“, welches einen irgendwie melancholisch angefasst in die Realität zurückschickt.

Fazit: Wer auf schönen, sanften und warmen Folk steht, die oder der wird auf „Heart Of Silver“ von We Mavericks viel Musik für sich entdecken können. Die Instrumentierung überzeugt, die Gesänge ebenso und die Melodien gehen ins Ohr. Schöne Musik zum Träumen, Luftholen und Entspannen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hold Me, The Outro



Wer sich von We Mavericks live überzeugen möchte, kann dies dieser Tage auch genießen. We Mavericks spielen an folgenden Tagen und Orten:

2. Februar, Bergneustadt, Schauspielhaus Bergneustadt
4. Februar, Hannover, Hölderlin Eins
5. Februar, Lübeck, Tonfink
6. Februar, Berlin, Artliners
7. Februar, Magdeburg, Volksbad Buckau
8. Februar, Jena, Fiddler’s Green
9. Februar, Zwickau, Kulturzentrum St. Barbara
10. Februar, Chemnitz, Inspire
12. Februar, Wien A, Clash Wien
14. Februar, Offenburg, Spitalkeller
15. Februar, Kreuzlingen CH, Kult-X



Freitag, 10. Januar 2025

Three For Silver – Modern Man

 



Three For Silver – Modern Man


Besetzung:

Lucas Warford – vocals, basses, mandolin, keyboards, percussion


Gastmusiker:

Bex Beloved – vocals, violin (1, 2, 3, 7, 8, 9)
Strangely – accordion (3)
James Rossi – violin (9)
Ira Echo – violin (3, 7, 8, 9)
Micah Hummel – drums (1, 2, 3, 5, 7, 8, 9, 10)
Kendall Lujan – vocals (10)
Corwin Zekley – vocals, violin (4)
Willo Sertain – vocals (4, 5)
Daniel Vincent Lombard – horn arrangement, trumpet (5)
Janew Covert-Bowlds – baritone saxophone (5)
Jimmy Austin – trombone (5)
Rebekah Way – alto saxophone (5)


Label: Bandcamp


Erscheinungsjahr: 2024


Stil: Folk, Americana, Country


Trackliste:

1. Dark Sun (5:04)
2. Modern Man (3:07)
3. These Laughing Bones (4:34)
4. Things Just Get Away From You (3:20)
5. Does Me Good (3:01)
6. One Last Train (3:52)
7. Windmill Full Of Corpses (ft. Bex Beloved) (3:01)
8. Ever Westward (3:40)
9. That Whiskey Song (Stagger Lee #2) (3:47)
10. Our Lady Of The Dark Country (ft. Kendall Lujan) (4:47)

Gesamtspieldauer: 38:16



Die Konstante bei Three For Silver ist der US-amerikanische Musiker Lucas Warford aus Bellingham, Washington. Bereits seit 2013 tourt er mit seiner Band in verschiedenen Besetzungen um die ganze Welt und vergisst dabei auch nicht immer wieder neues „Material“ einzuspielen.

Und auch auf der neuesten Veröffentlichung mit dem Titel „Modern Man“, die am 25. Oktober 2024 auf Bandcamp veröffentlicht wurde, zelebriert Lucas Warford erneut einen wilden Ritt durch verschiedenste musikalische Genres. Ausgehend vom Folk entwickeln sich Lieder im Stile von Americana, Country, Jazz, Swing oder Rockabilly. Zugegebenermaßen bleibt man beim ersten Hören etwas ratlos zurück, da es unmöglich ist, sich auf einen bestimmten musikalischen Stil einzustellen. Immer wieder und von Lied zu Lied verändert sich die Musik und reizt die Grenzen aus. Mit den weiteren Durchläufen des Albums relativiert sich allerdings dieser erste Eindruck und plötzlich erklingen die einzelnen Stücke wie gut aufeinander abgestimmt.

Zur Abwechslung der Scheibe trägt auch bei, dass Lucas Warford seinen Gesang immer wieder zu variieren weiß. Da klingt er mal fordernd, dann wieder irgendwie verspielt und nicht selten glaubt man Tom Waits etwas herauszuhören. Und auch die weiteren Sänger und Sängerinnen überzeugen diesbezüglich. Seine Stärken hat das Album immer dann, wenn die Melodien ohne großartige Umwege direkt ins Ohr gehen – und dies passiert dann sogar gleich mit dem ersten Auflegen des Albums.

Fazit: Viel musikalische Abwechslung bekommt man wieder einmal auf einem Three For Silver Album geboten. Das Reinhören lohnt und um sich die klanglichen Welten des Lucas Warford noch besser zu erschließen, sollte man es nicht nur beim ersten Hören belassen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Dark Man, Our Lady Of The Dark Country



Dienstag, 18. Juni 2024

DeLaSar – In To

 



DeLaSar – In To


Besetzung:

DeLaSar – guitar, bass, piano, keyboards, hammond, synthesizer, vocals


Gastmusiker:

François Torche – drums (1-10)
Sara Oswald – cello (1, 7, 8, 9)
Xavier Moillens – violins (1, 9)
Pierre Gilardoni – additional guitar (2, 4, 9)
Laurent Poget – additional guitar (5)


Label: Life Records


Erscheinungsjahr: 2024


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Across The Line (2:40)
2. Some Of Us (3:09)
3. Blues In My Veins (2:22)
4. Beautiful (4:01)
5. Fountain Of Whispers (4:24)
6. Something In Our Hands (3:39)
7. Into The Dark (4:20)
8. I’m Riding Away (3:01)
9. Time Has Come (3:51)
10. Expectation (5:18)

Gesamtspieldauer: 36:50



DeLaSar, dahinter verbirgt sich der Musiker Yves Zbaeren, der sein drittes Album im Heimstudio einspielte und es mit „In To“ betitelte. Musikalisch fühlt man sich beim Hören des Albums zunächst um einige Jahrzehnte zurückversetzt. Nicht verwunderlich ist also, dass laut Pressetext gerade Fans der Pet Shop Boys, von Tears For Fears und The Beloved sich besonders angesprochen fühlen werden – und das kann man durchaus bestätigen.

Die Musik auf „In To“ klingt eher fröhlich als traurig, eher optimistisch, denn pessimistisch. Mit den ersten Liedern wird eine Art Gute-Laune-Musik zelebriert, die melodisch ins Ohr geht, dort allerdings nicht zu lange verweilt. Das ändert sich jedoch mit der sehr sentimentalen Nummer „Into The Dark“. Ein tolles Lied, was nun wirklich auch länger in den Gehörgängen hängenbleibt. Schöne Melodie und eine überzeugende Steigerung, bis das Lied wieder nachdenklich und sanfter beendet wird. Der Höhepunkt des Albums.

Doch auch danach geht es durchaus noch interessant weiter. Auch „I’m Riding Away“ sticht angenehm durch eine sehr eingängige Melodie heraus. Viel Piano und der Klang des Cellos verleihen diesem Lied zusätzlich einen hohen Wiedererkennungswert. Mit dem anschließenden „Time Has Come“ wird es auf „In To“ sogar noch mal richtig rockig, bevor das Album dann mit dem Titel „Expectation“, dem längsten der Platte, erneut sehr melodiös ausklingt.

Fazit: Größtenteils Pop bekommt man auf „In To“ zu hören. Der klingt im ersten Teil des Albums ganz nett, ohne jedoch restlos zu überzeugen. Die besseren und nachhaltigeren Titel befinden sich am Ende des Albums. Insgesamt schön anzuhören und ohne Ausfall. Alleine schon wegen der letzten vier Nummern lohnt sich „In To“. Und wer voll auf Pop der 80er und 90er abfährt, die oder der wird wohl im ersten Teil der Platte belohnt werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Into The Dark, I’m Riding Away



Sonntag, 24. September 2023

Bruce Soord – Luminescence

 



Bruce Soord – Luminescence


Besetzung:

Bruce Soord – all instruments


Gastmusiker:

Everton Nelson – violin
Marianne Haynes – violin
Richard George – violin
Bruce White – viola
Chris Worsey – cello
Hetty Snell – cello


Label: KScope


Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Pop


Trackliste:

1. Dear Life (3:27)
2. Lie Flat (3:51)
3. Olomouc (3:55)
4. So Simple (2:05)
5. Never Ending Light (4:11)
6. Day Of All Days (3:19)
7. Nestle In (3:13)
8. Instant Flash Of Light (3:37)
9. Rushing (3:03)
10. Stranded Here (3:41)
11. Read To Me (2:08)
12. Find Peace (3:46)

Gesamtspieldauer: 40:21



Bruce Soord kennt man als Musiker und Ideengeber der Band The Pineapple Thief. Mit „Luminescence“ ist nun am 22. September 2023 sein drittes Solowerk veröffentlicht worden. „Luminescence“ erschien auf dem Plattenlabel KScope.

Wer nun erwarten würde, dass man auf diesem Album Musik à la Pineapple Thief zu hören bekommen würde, die oder der dürfte überrascht oder gar enttäuscht werden. Auf „Luminescence“ hört man zwölf kompakte und sanfte Lieder, die wenig mit Progressive Rock zu tun haben. Bei den einzelnen Stücken steht zumeist die akustische Gitarre im Vordergrund in Einheit mit dem sanften Gesang des Bruce Soord. Ausnahme hier ist das Stück „Rushing“, ein vom Synthesizer dominiertes Instrumentalstück.

Die Lieder hören sich allesamt melodisch an und gehen auch ins Ohr. Die sanften Melodien werden durch Streicherpassagen untermalt und klingen absolut entspannt und unaufgeregt. Dabei allerdings auch nicht allzu spannend. Der inhaltliche Hintergrund des Albums wird dabei wie folgt umschrieben: „Inspiriert von der Idee, inneren Frieden zu finden, erforscht Bruce Soords neuestes Solowerk „Luminescence“ die Schwierigkeiten des Lebens in den Metropolen der modernen Welt.“ Um dies noch besser umzusetzen hört man im Hintergrund oftmals Geräusche, die Bruce Soord auf seiner letzten Tournee mit dem Recorder in den Städten aufnahm.

Die Lieder ähneln sich alle sehr und klingen dadurch in der Gesamtheit – lang. Und dies obwohl sie nur selten an der Vierminuten-Grenze kratzen. Dazu kommt, dass Bruce Soord bei einigen Titeln einen Drum-Computer einsetzt, dessen Sound mitunter stark an den Synthie-Pop der 80er Jahre erinnert. Und gerade dieser Sound vermiest einem dann doch etwas den Hörgenuss. Sehr gut nachzuhören bei den beiden ersten Stücken der Platte.

Fazit: „Luminescence“ ist ein eingängiges und melodisches Album geworden, welches allerdings trotz der relativ kompakten Lieder Längen aufweist, da sich die einzelnen Titel stark ähneln. Der Sound mit dem Drum-Computer klingt zumindest gewöhnungsbedürftig. Insgesamt klingt das Ganze trotzdem ganz nett, da eben herrlich entspannt. Allerdings reicht „Luminescence“ bei Weitem nicht an die Musik von Pineapple Thief heran. Neun Punkte.

Anspieltipps: Find Peace



Freitag, 22. September 2023

Noel Gallagher‘s High Flying Birds – Council Skies

 





Besetzung:

Noel Gallagher – vocals, backing vocals, acoustic guitar (all tracks), electric guitar (tracks 1, 2, 4, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13), bass guitar (tracks 2, 5, 10, 11), baritone guitar (tracks 9, 11, 13), piano (tracks 3, 12) mellotron (tracks 1, 2, 3, 4, 9, 12), percussion (tracks 22, 23, 24)


Gastmusiker:

Gem Archer – acoustic guitar (tracks 1), electric guitar (tracks 1, 12), baritone guitar (tracks 1, 12), mouth organ (tracks 23)
Russ Pritchard – bass guitar (tracks 1, 3, 4, 7, 8, 12, 22, 23)
Chris Sharrock – drums (tracks 1, 4, 8, 10, 12, 13)
Mikey Rowe - keyboards (tracks 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 22, 23, 24)
Jess Greenfield - backing vocals (tracks 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 9, 10, 11)
Charlotte Marionneau - percussion (tracks 1, 4, 8)
Johnny Marr – electric guitar (tracks 2, 4, 7)
Paul 'Strangeboy' Stacey – electric guitar (tracks 1, 4, 6, 8, 9, 11, 13), baritone guitar (tracks 1, 9), Mellotron (tracks 1, 8), piano (track 4), bass guitar (tracks 6, 8, 9, 11, 13)
Jeremy Stacey – drums (tracks 2, 6, 7, 9, 11), percussion (tracks 6, 7)
Callum Marinho – the tube (tracks 1, 3, 4, 8, 11, 24), keyboards (tracks 2, 3, 5, 6, 9, 13), drum machines (track 2), glockenspiel (track 3), Mellotron (tracks 5, 8, 9), percussion (track 7), piano (track 12)
Clement St. Leonard – percussion (tracks 1–13), the funk box (track 2), tubular bells (tracks 3, 4), sound effects (tracks 5, 6, 8, 9, 11), keyboards (track 6)
Alistair White – trombone (tracks 1, 9)
Graeme Blevins – saxophone (tracks 1, 7)
Steve Hamilton – saxophone (tracks 1, 7, 12)
Tom Walsh – trumpet (tracks 1, 7, 9)
Joe Auckland – trumpet (tracks 1, 7)
Ben Edwards – trumpet (track 12)
Mark Frost – bass trombone (tracks 1, 7, 9)
Geraint Watkins – accordion (track 3)
Phillip Woods – french horn (track 5)
Ruth O'Reilly – french horn (track 5)
Franciso Gomez – french horn (track 5)
Derryck Nasib – french horn (track 5)
Daniel Higham – trombone (track 5)
Thomas Dunnett – trombone (track 5)
Pete North – trombone (track 5)
Jody Linscott – percussion (track 7)
Peter Eckford – percussion (track 7)
Gary Hammond – percussion (track 7)
The Wired Strings – strings (tracks 1, 3, 4, 5, 7, 11)
Emre Ramazanoglu – drums (track 18)
Keefus Ciancia – keyboards (track 18)
Jason Faulkner – bass guitar (track 18)
Pet Shop Boys – additional vocals (track 19)
Robert Smith – guitar and piano (track 20)
Jason Cooper – drums (track 20)
Johnny Copland – live bass (track 21)
Piney Gir – backing vocals
Amy Ashworth – backing vocals
Emma Brammer – backing vocals
Louise Clare Marshall – backing vocals
Andrea Grant – backing vocals
Lucita Jules – backing vocals




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

CD1:

1. I‘m Not Giving Up Tonight (4:02)
2. Pretty Boy (4:48)
3. Dead To The World (4:09)
4. Open The Door, See What You Find (3:59)
5. Trying To Find A World That‘s Been And Gone: Part 1 (2:57)
6. Easy Now (3:52)
7. Council Skies (4:39)
8. There She Blows! (3:56)
9. Love Is A Rich Man (4:21)
10. Think Of A Number (5:43)

CD2:

1. Don‘t Stop... (4:44)
2. We‘re Gonna Get There In The End (4:10)
3. Mind Games (4:28)
4. Pretty Boy (Instrumental) (4:50)
5. Dead To The World (Instrumental) (4:13)
6. Council Skies (Instrumental) (4:42)
7. Think Of A Number (Instrumental) (5:47)
8. I‘m Not Giving Up Tonight (David Holmes Remix) (5:42)
9. Think Of A Number (Pet Shop Boys Magic Eye 12" Remix) (5:12)
10. Pretty Boy (Robert Smith Remix) (5:43)
11. Council Skies (The Reflex Revision) (5:25)
12. Flying On The Ground (Radio 2 Session, 08/09/21) (3:12)
13. You Ain‘t Goin‘ Nowhere (Radio 2 Session, 08/09/21) (2:16)
14. Live Forever (Radio 2 Session, 08/09/21) (4:51)

Gesamtspieldauer CD1 (42:29) und CD2 (1:05:21): 1:47:50



„Council Skies“ heißt das inzwischen vierte Studioalbum der englischen Rockband Noel Gallagher‘s High Flying Birds. Produziert wurde es von Noel Gallagher selbst sowie von seinem langjährigen Tontechniker Paul Stacey. „Council Skies“ wurde am 2. Juni 2023 auf Noel Gallaghers eigenem Plattenlabel Sour Mash Records veröffentlicht. Mit den Liedern „Pretty Boy“, „Easy Now“, „Dead To The World“, „Open the Door, See What You Find“ sowie dem Titellied „Council Skies“ wurden insgesamt fünf Stücke des Albums als Singles ausgekoppelt.

Auf „Council Skies“ hört man Noel Gallagher-Musik – und das vom ersten bis zum letzten Akkord. Natürlich erinnert das unweigerlich auch an Oasis. Die Musik scheint ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein und hätte so auch durchaus in den 90er Jahren von eben Oasis eingespielt worden sein. Sein Bruder Liam Gallagher singt hier zwar nicht, doch da auch Noel Gallagher selbst einige Lieder bei Oasis eingesungen hatte, bleibt trotzdem die Verbindung zu ihrer früheren Band bestehen.

Die Lieder auf „Council Skies“ klingen gut und gehen ins Ohr. Sogar bereits beim ersten Mal des Hörens. Doch leider war es das schon. Sie gehen beim zweiten Hören genau so ins Ohr und beim dritten Durchlauf. Das ändert sich auch nicht mehr. Doch diese Stücke bleiben nicht hängen, sie hallen nicht nach – leider. Dabei ist „Council Skies“ ganz bestimmt kein schlechtes Album, sicherlich nicht. Aber es ist ein Pop-Album, welches austauschbar ins Ohr geht, ohne den oder die Höhepunkte. Ein Album, welches beim Hören gefällt und dann schnell wieder vergessen wird.

Die zweite CD bei der Deluxe-Ausgabe ist eine nette Zugabe, zumal sie nicht sehr viel mehr kostet als das reine Originalalbum. Ein paar Instrumentalnummern, aber auch noch eine paar zusätzliche Titel, die von der Qualität der ersten CD in nichts nachstehen. Für Fans von daher sicherlich doch lohnend. Und das Lied „Pretty Boy“ ist in diesem Robert Smith-Mix sogar mitreißender als die Originalversion der ersten CD.

Fazit: Noel Gallagher Musik, die immer noch sehr an Oasis erinnert, bekommt man auf „Council Skies“ geboten. Das klingt alles gut und nett und eingängig und melodiös und… irgendwie doch nicht restlos überzeugend, da austauschbar. Wenn man aber auf den Oasis-Sound steht, erweitert dieses Album nochmals die Musik, die man sich gerne anhört. Neun Punkte.

Anspieltipps: Pretty Boy (Robert Smith Remix)



Mittwoch, 20. September 2023

Keegan McInroe – Agnes

 



Keegan McInroe – Agnes


Besetzung:

Keegan McInroe – vocals, guitar, electric resonator


Gastmusiker:

Forris Gump Massey – drums, vocals
Aden Bubeck – bass
Morris Holdahl – guitar, vocals
Gary Grammer – harmonica
Doug Moreland – fiddle
Ted Arbogast – keyboards
Sarah Burton – vocals
Bill Palmer – vocals




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Country, Folk, Blues, Rock


Trackliste:

1. Old Road (5:12)
2. Agnes (6:05)
3. Boom Or Bust (2:58)
4. Then You’ll Know (3:41)
5. Talkin' Site Unseen Blues (3:38)
6. Stoned And Broken Hearted (4:25)
7. La Puerta (6:17)
8. Man In The Ground (3:02)
9. Chisos Mission Blues (5:56)

Gesamtspieldauer: 41:17



Keegan McInroe ist ein aus Fort Worth, Texas stammender Sänger und Musiker. Am 22. September erscheint nun bereits sein sechstes Album mit dem Titel „Agnes“. Keegan McInroe steht mit seiner Musik für eine Mischung aus Country, Folk und Blues – und genau dies bekommt man auch auf „Agnes“ zu hören – dazu allerdings auch eine Prise Rock.

Die einzelnen Stücke klingen oft eher nachdenklich, die Violine kommt häufig zum Einsatz und vermittelt eine zusätzliche Prise Melancholie. Dass Keegan McInroe jedoch auch rocken kann, das beweist er mit dem Stück „Boom Or Bust“, welches man sich auch gerne sechs Minuten anhören würde und nicht nur über die Laufzeit von 2:58.

Sehr hörenswert ist auch der Titelsong „Agnes“. Dieser spiegelt den gerade schon erwähnten eher nachdenklichen, bis fast schon traurigen Aspekt in der Musik des US-Amerikaners wider. Weiterer Höhepunkt ist das Lied „Then You’ll Know“. Tolle, eingängige Melodie und der Text lehnt sich an die Weissagung der Cree an: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, … werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Der zweite Teil des Albums fällt etwas gegenüber dem Anfang ab. Leute die den Blues lieben, könnten das allerdings auch ganz anders sehen, denn die Lieder klingen nun deutlich bluesiger und auch die Country-Fraktion wird in der zweiten Hälfte des Albums etwas stärker betont. Ausnahme ist der Titel „Man In The Ground“, bei dem erneut gerockt wird und der damit dann auch wieder mehr überzeugt.

Fazit: „Agnes“ von Keegan McInroe hält einiges für die Hörerinnen und Hörer parat. Blues, Country, Folk und Rock gibt es auf dem Album zu hören. Jeder kann hier für sich seine persönlichen Höhepunkte entdecken – ganz nach eigenem Genregeschmack. Somit ist „Agnes“ kein einheitliches Album geworden, doch eine Scheibe, die für jeden etwas bereithält. Neun Punkte.

Anspieltipps: Agnes, Boom Or Bust, Then You’ll Know, Man In The Ground


Einen eigenen Eindruck kann man sich live auf den Konzerten machen, die Keegan McInroe im Herbst in Deutschland gibt. Lohnt sich.

09.11. Frankfurt am Main | Lime House concert, DE
10.11. Herdecke | Shakespeare, DE
11.11. Berlin, DE tba
13.11. Lübeck | Tonfink, DE
15.11. Hamburg | Komm Du, DE
16.11. Wuppertal | Bürgerbahnhof, DE
17.11. Osnabrück | Lagerhalle, DE
18.11. Altlandsberg | Salon Buchholz, DE
22.11. Dillenburg | Erbse, DE
24.11. Hanau | Ellis, DE
25.11. Bad Königshofen | Darre, DE
30.11. Göttingen | Vinyl Reservat, DE
01.12. Münster | Heile Welt, DE



Montag, 18. September 2023

Gary Jules – Trading Snakeoil For Wolftickets

 



Gary Jules – Trading Snakeoil For Wolftickets


Besetzung:

Gary Jules – vocals, guitars, mandolin, harmonica


Gastmusiker:

Michael Andrews – guitars, bass, vocals, piano, keyboards, melodica, drums, percussion
Sarah Brysk – vocals
Robert Walter – piano
Al Sgro – vocals
George Sluppick – drums (tracks 2 and 9)
Matt Lynott – drums (tracks 1 and 11)




Erscheinungsjahr: 2001


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Broke Window (2:40)
2. No Poetry (3:57)
3. DTLA (3:39)
4. Lucky (1:54)
5. Something Else (4:25)
6. Pills (2:21)
7. Boat Song (4:07)
8. Umbilical Town (3:56)
9. The Princess Of Hollywood Way (3:55)
10. Patchwork G (3:28)
11. Barstool (5:03)
12. Mad World (3:04)
13. Keep (5:26)

Gesamtspieldauer: 48:01



„Trading Snakeoil For Wolftickets“ heißt das zweite Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Gary Jules. Das Album wurde im Jahr 2001 auf dem Plattenlabel Sanctuary Records veröffentlicht. Trotz des Erscheinungsdatums dauerte es drei Jahre, bis sich „Trading Snakeoil For Wolftickets“ sowohl im Vereinigten Königreich, als auch in den USA in die Charts platzieren konnte. Das lag sicherlich am Tears For Fears-Cover „Mad World“, welches auf dem Album enthalten ist. Das Lied nahm Gary Jules für den Film Donnie Darko auf, der im Jahr 2001 erschien und Teil dessen Soundtracks es ist. Doch erst im Jahr 2003 veröffentlichte Gary Jules das Lied schließlich zur Vorweihnachtszeit auch als Single, wodurch es sich in den Charts platzieren konnte.

Manche Lieder klingen in den Cover-Versionen einfach besser als im Original. Das ist zwar nicht allzu häufig der Fall, manches Mal aber eben doch. Als Beispiel fällt mir hier das grandiose „Hurt“ in der Version des Johnny Cash ein und eben jenes „Mad World“. Es ist in der Tears For Fears Version ein gutes Lied, bei Gary Jules wird es zu einem besonderen Lied mit absolutem Wiedererkennungswert. Klasse.

Und der Rest von „Trading Snakeoil For Wolftickets“? Der ist in Ordnung, allerdings reicht die Musik, die restlichen zwölf Titel nicht an dieses „Mad World“ heran. Man hört auf „Trading Snakeoil For Wolftickets“ sanfte Musik, die auch durchaus ins Ohr geht. Im Zentrum steht zumeist die akustische Gitarre und der sanfte Gesang des Gary Jules. Das klingt gut und unterhält zudem, auch findet sich kein Ausfall auf dem Album, sodass man es sehr schön in einem Durchhören kann und immer wieder gerne hinhört. Vom Genre her bewegen sich die Lieder zumeist im Bereich des Folk. Nach dem Hören, auch dem wiederholten Mal des Hörens, bleibt allerdings doch nur „Mad World“ im Ohr.

Fazit: „Trading Snakeoil For Wolftickets“ von Gary Jules ist ein sanftes und schönes Album geworden. Es wird durch die Cover-Version von „Mad World“ sehr aufgewertet. Denn während der Rest des Albums nett oder gut klingt, überdauert dieses „Mad World“ eine sehr viel längere Zeit im Ohr. Neun Punkte.

Anspieltipps: Umbilical Town, Mad World



Dienstag, 12. September 2023

Birth Control – Open Up

 



Birth Control – Open Up


Besetzung:

Peter Föller – vocals
Martin Ettrich – guitars
Sascha Kühn – bass
Manni von Bohr – keyboards
Hannes Vesperums – drums


Label: Look At Me


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock, Hard Rock, Funk


Trackliste:

1. Gammy Ray 2.0 (4:29)
2. The Last Word (8:09)
3. Wrestling Mama (4:46)
4. Open Sesame (9:41)
5. I Don't Mind (6:33)
6. Wannabe (7:14)
7. Plans Get Lost (6:59)
8. These Are The Days (5:09)

Gesamtspieldauer: 53:03



Da legt man die neue Birth Control Platte mit dem Titel „Open Up“ auf, ist man zunächst schon etwas überrascht, als Einstieg gleich eine neue Version des Klassikers „Gamma Ray“, ursprünglich aus dem Jahr 1973, in einer stark verkürzten Version zu hören. Nach dem Tod von Bernd Noske im Jahr 2014 hatte sich die Band 2016 wieder neu formiert und mit „Here And Now“ auch gleich ein neues Album aufgelegt. Nun, sechs Jahre später erscheint also Album Nummer 18 in der langen Bandgeschichte und es beginnt mit einem Rückgriff auf längst vergangene Zeiten.

Kann man so machen, muss man aber nicht. Überraschend ist das Ganze jedoch zumindest. Festzuhalten bleibt dabei jedoch gleich, dass diese „Gamma Ray 2.0“-Version es nicht mit dem Original aufnehmen kann. Warum also gleich diesen Vergleich heraufbeschwören? Nun, Birth Control klingen auf „Open Up“ wie ein wenig aus der Zeit gefallen. Und das ist durchaus positiv gemeint. Die Musik auf diesem Album erinnert vom Sound her immer wieder an die Zeit der frühen 70er Jahre, in denen Birth Control ihre größten Erfolge feierte.

Doch dies gilt nicht durchgängig für dieses Album, welches bezüglich seines Genres am stärksten im Hard Rock angesiedelt ist. Nicht alles in diesen Hard Rock-Passagen klingt da besonders oder mitreißend. Ab und an hört man auch – zwar technisch gut gemachte – doch wenig mitreißende Musik, von der man glaubt, diese schon oft so oder so ähnlich gehört zu haben.

Am überzeugendsten klingt dabei der fette Orgelsound – und dies durchgängig, über das komplette Album hinweg.  Wahrscheinlich trägt auch dieser Sound am stärksten mit zu den aufkommenden Vergleichen zu den 70er Jahren bei. Da macht „Open Up“ dann immer besonders Spaß und wird zu einer sehr kurzweiligen Angelegenheit.

Fazit: Immer dann, wenn es die Musik auf "Open Up" am stärksten schafft, Erinnerungen an die frühen 70er Jahre und damit an die ersten Alben der Band aufkommen zu lassen, immer dann klingt sie auch am überzeugendsten. Dies gilt allerdings nicht für den Opener "Gamma Ray 2.0", der ist im Original einfach besser. Ansonsten ist "Open Up" ein gutes Hard Rock Album geworden, welches jedoch mit diesen Hard Rock Titeln nicht lange im Gedächtnis bleibt. In der Vergangenheit zu schwelgen ist da deutlich schöner. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Last Word








Freitag, 8. September 2023

Glass Hammer – Dreaming City

 



Glass Hammer – Dreaming City


Besetzung:

Steve Babb – bass, keyboards, lead and backing vocals
Fred Schendel – keyboards, guitars, backing vocals
Aaron Raulston – drums
Reese Boyd – guitars, lead and backing vocals
John Beagley – lead and backing vocals
Brian Brewer – guitars
Susie Bogdanowicz – lead vocals
Joe Logan – lead vocals


Gastmusiker:

Barry Seroff – flute
James Byron Schoen – guitar solo (11)




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Hard Rock, Progressive Rock, Pop


Trackliste:

1. The Dreaming City (7:14)
2. Cold Star (7:29)
3. Terminus (4:19)
4. The Lurker Beneath (1:41)
5. Pagarna (3:33)
6. At The Threshold Of Dreams (4:11)
7. This Lonely World (4:52)
8. October Ballad (4:10)
9. The Tower (2:44)
10. A Desperate Man (4:12)
11. The Key (6:13)
12. Watchman On The Walls (11:35)

Gesamtspieldauer: 1:02:20



Glass Hammer sind eine sehr „fleißige“ Band. In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichen die US-Amerikaner neue Alben. „Dreaming City“ ist bereits ihre achtzehnte Veröffentlichung und erschien im Jahr 2020 auf dem Plattenlabel Arion Records.
 
„Dreaming City“ ist erneut ein Konzeptalbum geworden, welches die Fantasy-Geschichte von Skallogrim erzählt. Dieser Bursche ist ein Schwertkämpfer, der mit dunkler Magie in Konflikt geraten ist. Er ist auf der Suche nach seiner verlorenen Liebe, die er schnellstmöglich finden muss, um sie vor dem Tod zu retten. Unterstützt wird er dabei durch Terminus, seinem Schwert und Talisman, welches ihm hilft seine Gegner zu besiegen. Fantasy pur also.

Was man „Dreaming City“ keinesfalls absprechen kann, dass ist die Abwechslung, die man auf diesem Album zu hören bekommt. Zu Beginn und gegen Ende rockt die Scheibe beachtlich. Im mittleren Teil hört man dann auch vermehrt den Einsatz des Synthesizers, der Sound klingt künstlicher und mag thematisch gar nicht so richtig zum Anfang und Ende des Albums passen. Langeweile kommt da zwar nicht auf, eher eine gewisse Art der Überraschung. Kann man mal so machen, wenn man eine Geschichte erzählen möchte. Das schnulzige „This Lonely World“ sowie das nochmals weicher gewaschene „October Ballad“, eingesungen von Susie Bogdanowicz, fallen dann allerdings doch schon etwas zu sehr aus dem Rahmen und schrammen haarscharf am Rande des Kitsches vorbei – wenn sie diesen nicht sogar schon berühren.

Die Höhepunkte auf „Dreaming City“ liegen ganz klar im Bereich der rockigeren Titel zu Beginn und am Ende des Albums. Hier klingen Glass Hammer packend und mitunter sogar richtiggehend mitreißend. Der fette Orgelsound lässt dabei Erinnerungen zu entsprechenden Rock Bands der frühen 70er Jahre aufkommen. Das abschließende Epos „Watchman On The Walls“ überzeugt schließlich auch den Freund progressiver Musik durch die vielen unterschiedlichen Parts und Stimmungswechsel, die hier sehr geschickt, kurzweilig und nicht konstruiert klingend, miteinander verbunden wurden. Highlight des Albums ist allerdings das tolle „Cold Star“. Viele musikalische Erinnerungen werden in diesem Titel an die ersten Jahre des Progressive Rocks geweckt. Ist das nicht alles schon mal dagewesen? Klar, doch in diesem Lied wird es sehr schön wiederbelebt. 

Fazit: „Dreaming City“ klingt keineswegs langweilig, denn für jede Menge musikalische Abwechslung ist durchaus gesorgt. Durchgängig überzeugend klingt dieses Album allerdings leider auch nicht. Das liegt nicht daran, dass der rockige Anstrich im Mittelteil eher fehlt, sondern daran, dass die Qualität der Lieder dort nicht das Niveau des Beginns und des Endes des Albums erreichen. Für Fans der Band aber natürlich hörenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Cold Star