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Freitag, 29. Juni 2012

The Alan Parsons Project - Gaudi




The Alan Parsons Project – Gaudi


Besetzung:

Eric Woolfson – pianos, vocals, keyboards
Ian Bairnson – guitars
Laurie Cottle – bass
Stuart Elliott – drums, percussion
Richard Cottle – synthesizers, saxophones
John Miles – vocals
Lenny Zakatek – vocals
Chris Rainbow – vocals
Geoff Barradale – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Pop


Trackliste:

1. La Sagrada Familia (8:48)
2. Too Late (4:31)
3. Closer To Heaven (5:54)
4. Standing On Higher Ground (5:49)
5. Money Talks (4:26)
6. Inside Looking Out (6:27)
7. Paseo De Gracia (3:53)


Bonus Tracks:

8. Too Late (Eric Woolfson Rough Guide Vocal) (4:13)
9. Standing On Higher Ground / Losing Proposition (Vocal Experiments) (3:59)
10. Money Talks (Chris Rainbow / Percussion Overdubs) (0:38)
11. Money Talks (Rough Mix Backing Track) (4:29)
12. Closer To Heaven (Sax / Chris Rainbow Overdub Section) (0:50)
13. Paseo De Gracia (Rough Mix) (3:47)
14. La Sagrada Familia (Rough Mix) (7:25)

Gesamtspieldauer: 1:05:07



Bei “Gaudi” aus dem Jahr 1987 handelt es sich um das letzte offizielle Album des Alan Parsons Projects. Alles was daraufhin noch folgte, waren Soloalben von Eric Woolfson oder Alan Parsons. Und mit der bayerischen Spaßgesellschaft hat das Album auch nichts zu tun, vielmehr beschäftigt es sich thematisch mit dem katalanischen Architekten Antoni Gaudi.

Der Opener „La Sagrada Familia“ lässt Erinnerungen zu längst vergangene Zeiten des Alan Parsons Projects aufkommen. Alles wirkt hier wieder ein wenig bombastisch, klasse durchgedacht und gut konzipiert. Der Orchestereinsatz weiß zu überzeugen, die leiseren und lauteren Parts sind perfekt aufeinander abgestimmt. Das Lied hätte es wohl nicht auf „Tales Of Mystery And Imagination“ geschafft, dem ersten Album der Band, aber trotzdem ist es ein Highlight im Schaffen des Alan Parsons Projects der letzten Jahre.

Und dieser erste gute Eindruck wird mit „Too Late“ gleich wieder kaputt gemacht. Wieder mal so ein Schmachtfetzen, der mit folgenden Zeilen beginnt: „When you are standing in the rain I gave you shelter. When I was knocking on your door you gave me none.” Na, wo kämen wir denn da auch hin, wenn mir einer gerade mal einen Schirm hinhält, ich ihn dafür gleich zu mir nach Hause einladen müsste! „Too Late“ ist ein etwas rockiger, eingängiger aber langweiliger Mainstream-Song, der am besten mit dem Wort „überflüssig“ charakterisiert ist.

Auch „Closer To Heaven“ schmachtet, ist dabei allerdings viel ruhiger gehalten. Hier bewegen wir uns jetzt wieder auf „Amonia Avenue“ und „Vulture Culture“ Niveau. „Standing On Higher Ground“ geht in die Richtung Disco-Pop und ist ebenfalls in keinster Weise nachhaltig. Auch dieser Song ist Musik, die man ganz schnell wieder vergisst. Mit „Money Talks“ wird es dann wieder rockiger und auch ein klein wenig besser. Zwar ebenfalls keine Übernummer, aber zumindest ein Lied, welches sich angenehm von den vorherigen absetzt, indem es nicht nur „durchläuft“, sondern auch Akzente setzt.

Mit „Inside Looking Out” wird es dann richtig fies. Das Stück ist so etwas von schmierig und schnulzig, dass man selbst in ganz entspannten Momenten vom Sofa glitscht. Beendet wird das Album mit „Paseo De Gracia“, erneut einer Instrumentalnummer, mit der die ursprüngliche Platte zumindest ein noch einigermaßen versöhnliches Ende findet. Hier hört man Spanische Gitarren und Kastagnetten gleichberechtigt neben der Bläserfraktion. Das Stück hat wieder was, ist klasse arrangiert und entlässt den Hörer dann doch nicht ganz so enttäuscht.

Sieben Bonus-Titel haben es auf die remasterte Version aus dem Jahr 2008 geschafft. Alle Titel sind Variationen der bereits ursprünglich vorhandenen Lieder. Essentiell ist dies also nicht. Lobenswert allerdings auch bei diesem Album wieder die Klangqualität, die wirklich Klasse hat und immer überzeugen kann.

Fazit: Na irgendwie hätte man dem Alan Parsons Project schon einen etwas würdigeren Abschied gewünscht. Aber was sollte man erwarten, nach diesen Veröffentlichungen in den 80er Jahren. Immerhin zwei gute Titel haben es noch auf die Platte geschafft, das erste sowie das letzte Lied der Scheibe – beides Instrumentalstücke. Und es erscheint so beim Hören des Albums, dass die Zeit für das Alan Parsons Project nun wahrlich und endgültig abgelaufen war. Vier Punkte.

Anspieltipps: La Sagrada Familia, Money Talks, Paseo De Gracia

Montag, 25. Juni 2012

The Alan Parsons Project – Stereotomy





The Alan Parsons Project – Stereotomy


Besetzung:

Eric Woolfson – pianos, vocals
Ian Bairnson – guitars
David Paton – bass
Stuart Elliott – drums, percussion
Richard Cottle – synthesizers, saxophones
John Miles – vocals
Chris Rainbow – vocals
Gary Brooker – vocals
Graham Dye – vocals
Steve Dye – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop, New Wave, Rock


Trackliste:

1. Stereotomy (7:15)
2. Beaujolais (4:27)
3. Urbania (Instrumental) (4:34)
4. Limelight (4:39)
5. In The Real World (4:17)
6. Where's The Walrus? (Instrumental) (7:34)
7. Light Of The World (6:22)
8. Chinese Whispers (Instrumental) (1:02)
9. Stereotomy Two (1:18)


Bonus Tracks:

10. Light Of The World (Backing Track) (6:14)
11. Rumour Goin' Round (Demo) (5:02)
12. Stereotomy (Eric Woolfson Guide Vocal) (6:38)
13. Stereotomy (Backing Rough Mix) (1:24)




Kaum zu glauben, aber nach dem absoluten Tiefpunkt mit “Vulture Culture” hat es das Alan Parsons Project doch noch mal geschafft, eine zumindest etwa bessere Platte auf den Markt zu bringen. „Stereotomy“ heißt diese und veröffentlicht wurde sie 1986. Was beim Hören des Albums sofort auffällt ist der geänderte Stil. Waren es zu Beginn der Band noch Pop mit Prog-Einflüssen, so entwickelte sich das Alan Parsons Project mit jeder Veröffentlichung weiter zu einer reinen Pop-Band, die später auch noch nicht mal mehr gute Pop-Platten auf den Markt brachte. Hier, mit „Stereotomy“, gingen Eric Woolfsson und Alan Parsons noch mal einen Schritt in eine neue Richtung, denn „Steretomy“ klingt schon sehr nach New Wave. Der Zeitgeist hatte also zugeschlagen.

Offensichtlich wird dies bei den beiden „Stereotomy“-Stücken, die das ganze Album einrahmen. Die beiden Nummern haben einen treibenden Beat und zeichnen sich auch durch das Vorhandensein der etwas „schwereren“ Gitarren aus, sodass die Musik immer wieder auch in die Richtung Rock abdriftet. Gänzlich nach New Wave klingt es dann beim zweiten Titel „Beaujolais“. Ganz interessant, allerdings konnten dies andere Bands, die mit dieser Musik starteten, dann doch noch einen Tick besser.

„Urbania“ ist eine mitunter etwas härtere Instrumentalnummer, die zeitweise richtig gut groovt. Und dann folgt mit „Limelight“ eines der Höhepunkte des Albums. Ein richtig schöner Song mit eingängiger und harmonischer Melodie. Hier beweisen Eric Woolfson und Alan Parsons dann noch einmal, dass sie nach „Ammonia Avenue“ und „Vulture Culture“ doch noch Pop-Songs komponieren können, die ein etwas längeres Verfallsdatum haben. „In The Real World“ startet wie ein Rock-Lied. Und das bleibt dann auch so im weiteren Verlauf des Stücks. Richtig überzeugen kann dieses Lied allerdings nicht. Es klingt so wie eine 08/15-Mainstream-Rocknummer. Nicht schlecht, eben aber auch nichts Besonderes.

Etwas Besonderes wartet dann allerdings doch noch auf den geneigten Zuhörer. „Where’s The Walrus“ ist eine packende Instrumentalnummer, die vibriert und pulst. Das Lied erinnert irgendwie an das Stück „The Race“ von Yello. Da Letzteres allerdings zwei Jahre später, also 1988 auf der Platte „Flag“ veröffentlicht wurde, kann ein gewissen „Abkupfern“ aus England in Richtung zur Schweiz nicht stattgefunden haben. Aber vielleicht ist die Ähnlichkeit ja auch nur zufällig oder eingebildet. Das Lied ist auf jeden Fall klasse und beinhaltet einen Break, bei dem absolute Ruhe herrscht, um dann wieder los zu vibrieren.

„Light Of The World“ geht dann leider wieder ein wenig in die Richtung Schnulze. Alles wirkt so getragen und „schlimm“, dass man da irgendwie gar nicht richtig hinhören möchte. Es folgt mit „Chinese Whispers“ noch mal eine kurze Instrumentalnummer. Die ist mit einer Minute wahrlich nicht lang und eher sphärisch angelegt. Etwas „chinesisches“ hört man hier auch nur mit ganz viel Phantasie heraus. Dann wurde die Platte, wie oben bereits erwähnt, mit „Stereotomy Two“ richtig rockig beendet.

Auf der remasterten Version von 2008 gibt es noch vier Bonus-Tracks zu hören. Der erste ist die Instrumentalfassung des Liedes „Light Of The World“. Allerdings gewinnt der Song auch ohne Gesang nicht an Klasse. Anschließend folgt mit „Rumour Goin' Round“ ein Stück, welches es nicht auf das Album geschafft hat. Es liegt in der Demo-Version vor, vom Gesang hört man nur ein „Lalala“. Ansonsten ist es auch ein Rockstück, in dem die Abwechslung zwischen härteren und sanfteren Abschnitten im Vordergrund steht. Es folgen noch zwei Demo-Versionen des Titeltracks, bei der die erste dieses Mal von Eric Woolfson gesungen wird.

Fazit: “Stereotomy”, das vorletzte Album des Alan Parsons Projects war zumindest wieder ein Schritt in die richtige, die bessere Richtung. Hier sind die weniger guten Stücke nicht ganz schlecht und die „besseren Lieder“ gibt es auch auf dem Album. Auf der Platte findet sich ein Stilmix von Pop über New Wave zu Rock – für Abwechslung ist also gesorgt. Und, das sollte hier auch nicht unerwähnt bleiben, die klangliche Qualität ist natürlich, wie bei allen Veröffentlichungen des Alan Parsons Projects, wieder erstklassig. Das ergibt wohl verdiente sieben Punkte.

Anspieltipps: Stereotomy, Limelight, Where's The Walrus?



Dienstag, 19. Juni 2012

The Alan Parsons Project – Vulture Culture





The Alan Parsons Project – Vulture Culture


Besetzung:

Alan Parsons – keyboards, dx7 synthesizer, fairlight
Eric Woolfson – piano, vocals, keyboards
David Paton – vocals, bass
Chris Rainbow – vocals, backing vocals, harmony vocals
Mr Laser Beam – oral rendition
Richard [Trix] Cottle – synthesizers, sequencers, keyboards, saxophone
Ian Bairnson – guitars
Stuart Elliott – drums and percussion
Lenny Zakatek – vocals
Monica, Abby Road Canteen – oral rendition
Colin Blunstone – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop


Trackliste:

1. Let's Talk About Me (4:29)
2. Separate Lives (4:38)
3. Days Are Numbers (The Traveller) (4:53)
4. Sooner Or Later (4:25)
5. Vulture Culture (5:23)
6. Hawkeye (3:49)
7. Somebody Out There (4:56)
8. The Same Old Sun (5:27)


Bonus Tracks:

9. No Answers Only Questions (Final Version) (2:12)
10. Separate Lives (Alternative Mix) (4:19)
11. Hawkeye (Demo) (3:18)
12. The Naked Vulture (10:44)
13. No Answers Only Questions (First Attempt) (2:57)




1985 veröffentlichte das Alan Parsons Projects sein achtes Album unter dem Titel „Vulture Culture“. Diese Platte befasst sich inhaltlich mit unserer Konsumgesellschaft und versucht dieses Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Und wer sich nach dem siebten Album „Ammonia Avenue“ fragte, ob es denn musikalisch gesehen für diese Band noch schlechter werden könnte, der erhält hier die Antwort: Ja, sogar ganz eindeutig. „Vulture Culture“ ist eine Ansammlung „billigster“ Popsongs, die sich den Weg in das Ohr bahnen, um das Hirn auf der anderen Seite des Kopfes sofort wieder zu verlassen. Das Alan Parsons Project bewegt sich hier in der Nähe des Deutschen Schlagers. Auf „Vulture Culture“ werden mitunter einfachste Harmonien von der Drum-Maschine unterstützt, um es wirklich absolut glattgebügelt klingen zu lassen. Als Beispiel sei hier Lied Nummer zwei, „Seperate Lives“, genannt. Unfassbar.

Eine andere Variante ist, dass die Songs vor Schmalz nur so triefen, wie zum Beispiel bei „Days Are Numbers (The Traveller)“, bei dem Assoziationen zu „Heal The World“ von Michael Jackson aufkommen. Und auch das ursprünglich letzte Stück des Albums, „The Same Old Sun“ geht ganz stark in diese Richtung - in die Richtung des schmachtenden Schlagers.

Beachtenswert sind nur wenige Stücke. Da wäre zum Beispiel „Hawkeye“, ein Instrumentalstück. Nicht überragend, allerdings noch annehmbar. Und „Somebody Out There“. Das Lied fängt zwar ebenfalls wieder gewöhnungsbedürftig an, wird dann allerdings ein wirklich ganz netter Popsong, der spannend klingt und eine schöne Melodie hat.

Erwähnenswert an dieser Stelle vielleicht auch noch, dass auf „Vulture Culture“, als bis dahin einziges Album des Alan Parsons Projects, auf eine orchestrale Instrumentierung verzichtet wurde. Auf dieses Stilmittel wurde bei den anderen Alben immer wieder und manchmal auch öfters zurückgegriffen. Eine Aussage über die Qualität der Musik lässt sich aus dieser Information allerdings natürlich nicht ableiten.

Das war es schon, nein halt, es gibt ja wieder die üppigen Zugaben in Form von Bonus-Tracks auf der remasterten Version von 2007. Und da fällt gleich der erste Track „No Answers Only Questions“ positiv auf. Eine Nummer, instrumentiert nur mit Akustikgitarre und Gesang. Nett gemacht. Und dann gibt es auch wieder das Medley aus allen Titeln in Form von „The Naked Vulture“. Eine immerhin durchdachte Zugabe, wenn auch die Musik gewaltig zu wünschen übrig lässt.

Fazit: Ich frage mich, warum ich diese CD besitze. In meinem musikalischen Weltbild ist die Musik auf „Vulture Culture“ unterste Kategorie. Das ist einfallsloser, billiger und langweiliger Pop, der in keinster Weise überzeugen, geschweige denn begeistern kann. Mit „Somebody Out There“ und „No Answers Only Questions“, gibt es nur zwei etwas bessere Titel, die dann dem Album jeweils noch einen Punkt einbringen. Bezeichnender Weise ist ein Track davon sogar eine Zugabe. Mehr als zwei Punkte gehen für mich allerdings wahrlich nicht. Warum nur besitze ich diese CD?

Anspieltipps: Hawkeye, Somebody Out There, No Answers Only Questions



Freitag, 15. Juni 2012

The Alan Parsons Project – Ammonia Avenue





The Alan Parsons Project
– Ammonia Avenue



Besetzung:

Alan Parsons – wurlitzer piano, fairlight guitars, backing vocals, linn drum
Eric Woolfson – vocals, piano, synthesizer, wurlitzer piano, keyboards, backing vocals, fairlight
Chris Rainbow – backing vocals, vocals, keyboards
Ian Bairnson – electric and acoustic guitars, guitar synthesizer, spanish guitar
David Paton – bass, acoustic guitars
Stuart Elliott – drums and percussion
Lenny Zakatek – vocals
Andrew Powell – orchestral arrangements
Mel Collins – saxophone
Colin Blunstone – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. Prime Time (5:03)
2. Let Me Go Home (3:21)
3. One Good Reason (3:37)
4. Since The Last Goodbye (4:35)
5. Don't Answer Me (4:12)
6. Dancing On A High Wire (4:24)
7. You Don't Believe (4:27)
8. Pipeline (3:57)
9. Ammonia Avenue (6:45)


Bonus Tracks:

10. Don't Answer Me (Early Rough Mix) (5:10)
11. You Don't Believe (Demo) (2:22)
12. Since The Last Goodbye (Chris Rainbow Vocal Overdubs) (0:30)
13. Since The Last Goodbye (Eric Guide Vocal - Rough Mix) (4:25)
14. You Don't Believe (Instrumental Tribute To The Shadows) (3:09)
15. Dancing On A Highwire / Spotlight (Work In Progress) (3:57)
16. Ammonia Avenue Part (Eric Demo Vocal - Rough Mix) (2:42)
17. Ammonia Ave (Orchestral Overdub) (1:22)




Ammonia Avenue aus dem Jahr 1984, ist die siebte Platte des Alan Parsons Projects. Und diese Platte enthält auch den größten Hit, den das Musikduo, bestehend aus Eric Woolfson und Alan Parsons, jemals landen konnte: „Don’t Answer Me“. Und jenes Lied kann durchaus stellvertretend für das ganze Album stehen. Wer auf eingängigen, unaufgeregten Pop steht, der wird hier seine Erfüllung finden. Das ganze Album ist voll davon!

Wieder andere werden sagen, das, was hier zu hören ist, das ist nicht eingängiger, sondern absolut seichter Pop. Auch ein Standpunkt, den man durchaus nachvollziehen kann. Nun zur Musik. Ein großer Unterschied zu den vorherigen Platten besteht darin, dass hier die orchestrale Instrumentierung immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird. Die gibt es zwar noch, zum Beispiel bei „Since The Last Goodbye“. Das Stück ist allerdings so ein Schmachtfetzen – fast unbeschreiblich. Kitschiger geht es keines Falls mehr. Unglaublich.

Auf „Pipeline“ und dem Titeltrack „Ammonia Avenue“ hört man ebenfalls noch ein Orchester im Hintergrund. „Pipeline“ ist dabei das einzige Instrumentalstück des Albums und auch das hat das Alan Parsons Project schon deutlich besser hinbekommen. Mitreißen kann dieses Stück wahrlich nicht mehr. Aber zumindest „Ammonia Avenue“ kann immerhin zeitweilig gefallen. Zwar startet auch dieses Stück überaus kitschig, wartet dann allerdings mit einem netten, instrumentalen Mittelteil auf. Dieser dauert allerdings nur kurz und man watet erneut durch tiefsten Schmalz.

Nun, was ist mit den restlichen sechs Titeln? Nun der Vergleich zu „Don’t Answer Me“ passt ganz gut. In diese Richtung gehen auch die Stücke „Prime Time“ und „Dancing On A High Wire“. Ebenso wie die Titel „One Good Reason“ und „You Don't Believe“, zwei Nummern, welche allerdings noch einen Tick mehr zum Synthie-Pop tendieren. „Let Me Go Home“ schließlich versucht zu rocken und fällt dadurch ein wenig aus dem Rahmen des Albums.

Acht Bonus-Titel gibt es noch auf der remasterten Version von 2008 zu hören. Das sind alternative Versionen zu den bereits auf die CD gepressten Nummern. Nicht essentiell aber für Fans vielleicht interessant, da man hier schön die Entwicklung eines Songs verfolgen kann.

Fazit: Wie bereits erwähnt: Wer auf eingängigen Pop steht und Musik gerne im Hintergrund hört, der könnte hier Spaß haben. Wer es gerne etwas anspruchsvoller haben möchte, der liegt mit dieser Platte falsch. Definitiv. Für mich ist diese CD nichtssagend und nervend. Damit ergeben sich noch drei freundliche gemeinte Punkte.

Anspieltipps: You Don't Believe, Pipeline, Ammonia Avenue



Sonntag, 10. Juni 2012

The Alan Parsons Project – Eye In The Sky





The Alan Parsons Project – Eye In The Sky


Besetzung:

Alan Parsons – failight, backing vocals, keyboards, linn drum machine
Eric Woolfson – keyboards, vocals, wurlitzer, backing vocals
Haydn Bendall – keyboards
Ian Bairnson – electric and acoustic guitars, pedal steel guitar, backing vocals
Stuart Elliott – drums, percussion
David Paton – bass, vocals
Andrew Powell – orchestral arrangements, piano
Chris Rainbow – vocals, backing vocals
John Wallace – piccolo trumpet
The English Chorale – choir
Bob Howes – choirmaster
Lenny Zakatek – vocals, backing vocals
Elmer Gantry – vocals
Jack Harris – backing vocals
Colin Blunstone – vocals
Mel Collins – saxophone


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop


Trackliste:

1. Sirius (1:55)
2. Eye In The Sky (4:36)
3. Children Of The Moon (4:51)
4. Gemini (2:10)
5. Silence And I (7:21)
6. You're Gonna Get Your Fingers Burned (4:22)
7. Psychobabble (4:53)
8. Mammagamma (3:35)
9. Step By Step (3:54)
10. Old And Wise (5:05)


Bonus Tracks:

11. Sirius (Demo) (1:56)
12. Old And Wise (Eric Woolfson Vocal) (4:35)
13. Any Other Day (Studio Demo) (1:42)
14. Silence And I (Eric Woolfson Vocal) (7:34)
15. The Naked Eye (10:49)
16. Eye Pieces (Classical Naked Eye) (7:51)




Irgendwie hat das Alan Parsons Project mit ihrer sechsten Veröffentlichung noch mal einen Schritt in die falsche Richtung getan. Nein, keinen allzu großen, aber immerhin. Hier gibt es sie wieder, so unsägliche Songs wie „Step By Step“, eine komisch geartete Disco-Funk-Nummer, bei der man sich nur noch fragt: „Was soll das?“ Oder aber das Pop-Lied „Children Of The Moon“. Unglaublich langweilig und absolut belanglos. Und ebenfalls beim „Rocker“ „You're Gonna Get Your Fingers Burned“ braucht man Nerven wie Drahtseile, um beim Hören nicht die Aus-Taste der Stereoanlage zu drücken. Auch bei diesem Stück passt das Siegel: Total langweilig bis nervig. „Old And Wise“ ist orchestral instrumentiert und so ein typischer Alan Parsons Project Schmachtfetzen. Solche Musik muss man mögen, oder ... Mir ist das eindeutig zu glitschig.

Aber, es gibt auch die besseren Lieder auf „Eye In The Sky“, dem Album, welches sich thematisch mit dem Thema „Überwachung“ auseinandersetzt. „Sirius“, der Opener ist gleich ein schönes Beispiel dafür. Diese elektronische Instrumentalnummer pulsiert und weiß zu begeistern. Eingängig aber in keinster Weise platt. Das Stück geht ohne Pause in den Titeltrack „Eye In The Sky“ über. Auch wieder eine sehr melodiöse Nummer, die allerdings durchaus das Potential hat, nach mehrmaligem Hören zu nerven. Bei manchem Hörer passiert dies allerdings gewiss auch schön beim ersten Kontakt, da es sich hier um doch relativ seichten Pop handelt. „Gemini“ ist dagegen so ein Beißer. Zwar klingt dieser Song ebenfalls überaus lieblich, ist mit seinen mehrstimmigen Gesängen allerdings sehr gut arrangiert. Das Lied lebt von der Atmosphäre, die es vermittelt. Wahrlich kein Höhepunkt im Schaffen des Alan Parsons Projects, allerdings mal was anderes, außergewöhnlicheres.

„Silence And I“ ist mit etwas mehr als sieben Minuten das längste Stück des Albums. Auch hier fängt alles so zuckersüß und fast schon schleimig an, aber das Stück hat dann einen mitreißenden Mittelteil. Einen Instrumentalpart, hauptsächlich orchestral instrumentiert, der überaus gelungen ist. Zu oft kann man den allerdings wohl ebenfalls nicht hören, denn die Assoziationen zu „Rondo Veneziano“ kommen irgendwie zwangsläufig auf. Und so etwas muss man dann eben auch mögen – oder eben nicht. Bei „Psychobabble“ hat sich die Band Mühe gegeben, um auch irgendwie „psycho“ zu klingen. Elmer Gantry hat dies mit seinem Gesang ganz gut hinbekommen. Das Lied ist wieder eine etwas flottere Nummer bei der auch die weiteren Gesangs-Arrangements gefallen können.

„Mammagamma“ ist erneut ein Instrumentalstück in bester Alan Parsons Project Manier. Hier groovt und pulst es wieder. Das Lied könnte eine gute Hintergrundbegleitung zu Filmszenen darstellen, die sich mit dem Reisen oder Fahren befassen. Diese Assoziationen steigen zumindest bei mir beim Hören auf.

Schön ausgestattet ist die remasterte Version mit einigen Bonustracks. Besonders zu empfehlen sind hier „The Naked Eye“ und „Eye Pieces (Classical Naked Eye)“. Das sind instrumentale Medleys mit den Stücken des Albums. Schön gemacht.

Fazit: Von dem Alan Parsons Project, welches noch auf den ersten Platten zu hören war, von dem ist nicht mehr viel übrig geblieben. Viel zu oft hört man hier nur noch seichten Pop, der sich sicherlich gut verkaufen lässt, allerdings überaus anspruchslos ist. Das ist Musik zum „Nebenbei-Hören“, großartige Aufmerksamkeit bedarf es hier beim Hören nicht mehr. Zumindest meistens nicht. Ein paar ganz nette Ansätze sind noch da, aber das war es dann auch schon. Schade. Nur Ansätze reichen für maximal fünf Punkte.

Anspieltipps: Sirius, Gemini, Silence And I, Psychobabble, Mammagamma, The Naked Eye, Eye Pieces (Classical Naked Eye)



Dienstag, 5. Juni 2012

The Alan Parsons Project – The Turn Of A Friendly Card





The Alan Parsons Project – The Turn Of A Friendly Card


Besetzung:

Alan Parsons – guitars, keyboards
Eric Woolfson – keyboards, vocals
Ian Bairnson – guitars
David Paton – bass, vocals
Stuart Elliott – drums, percussion
Lenny Zakatek – vocals
Elmer Gantry – vocals
Chris Rainbow – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop


Trackliste:

1. May Be A Price To Pay (5:00)
2. Games People Play (4:23)
3. Time (5:14)
4. I Don't Wanna Go Home (4:52)
5. The Gold Bug (4:34)
6. The Turn Of A Friendly Card (Part 1) (2:44)
7. Snake Eyes (3:15)
8. The Ace Of Swords (2:57)
9. Nothing Left To Lose (4:07)
10. The Turn Of A Friendly Card (Part 2) (3:22)


Bonus Tracks:

11. May Be A Price To Pay (Intro - Demo) (1:30)
12. Nothing Left To Lose (Basic Backing Track) (4:33)
13. Nothing Left To Lose (Chris Rainbow Overdub Vocal Compilation) (2:00)
14. Nothing Left To Lose (Early Studio Version With Eric's Guide Vocal) (3:09)
15. Time (Early Studio Attempt) (4:40)
16. Games People Play (Rough Mix) (4:31)
17. The Gold Bug (Demo) (2:49)




Nach dem schon etwas gewöhnungsbedürftigen Vorgänger-Album „Eve“, auf dem man gut gemachte und etwas anspruchsvollere Musik schon suchen musste, war man sehr gespannt auf den Nachfolger, der 1980 veröffentlicht wurde. „The Turn Of A Friendly Card“ heißt dieses Album und befasst sich thematisch, wie der Name schon ausdrückt, mit dem Glücksspiel. Musikalisch gesehen wurde es hier besser, allerdings leider nicht sehr viel besser, als auf „Eve“. Die Musik bewegt sich im Dreieck von Pop, Disco und seichtem Schlager. Da fällt der Opener „May Be A Price To Pay“ fast schon aus dem Rahmen, denn hier wird sogar ein wenig gerockt. Dazu ist die Nummer auch noch einigermaßen eingängig. Das zweite Stück des Albums, „Games People Play“ ist dann schon ein reines Pop-Lied, welches allerdings ebenfalls sofort ins Ohr geht. Nicht schlecht also, jedoch auch nichts Besonderes.

„Time“, im Anschluss, beginnt kurz wie eine Ballade, wird dann jedoch so was von getragen, dass einem fast die Worte fehlen. Das Lied ist so abgrundtief „süß“, aufgrund eines säuselnden Gesangs und schmachtenden Streichern, dass es schwerfällt, nicht die Skip-Taste der Stereoanlage zu betätigen. „I Don't Wanna Go Home” beginnt spannend, mit einem sehr eingängigen Melodielauf, um sich dann zu einer Disconummer zu entwickeln. Gefallen können hier immer wieder die Gitarreneinlagen, der Gesang klingt nach Stevie Wonder, überzeugen kann das Stück allerdings nicht.

Ebenfalls spannend beginnt „The Gold Bug“. Durch das Gepfeife fühlt man sich unvermittelt in einen Italo-Western hineinversetzt. Daraus entwickelt sich eine pulsierende und groovende Instrumentalnummer, die Spaß macht. Hervorzuheben ist hierbei vor allem das Saxophon-Spiel. Es folgt mit „The Turn Of A Friendly Card” der Titeltrack des Albums. Sehr eingängig, fast schon ein wenig zu eingängig. Da bewegt sich das Alan Parsons Project wieder sehr gefährlich an der Grenze zur Schnulze. „Snake Eye“ lässt dann Erinnerungen an das Album „Pyramid“ aufkommen. Einen gewissen groovigen Pop kann man diesem Stück wahrlich nicht absprechen.

Das folgende Stück, „The Ace Of Swords“, ist eine Instrumentalnummer, die zunächst nach Mittelalter klingt, dann Fahrt aufnimmt und alles in allem ganz nett anzuhören ist. Einer der Höhepunkte des Albums. Ebenfalls wieder sehr eingängig ist „Nothing Left To Lose”. Das konnten Alan Parsons und Eric Woolfson – melodiöse und harmonische Lieder schreiben. Den Abschluss der ursprünglichen Platte bildet schließlich „The Turn Of A Friendly Card (Part 2)”. Der Unterschied zum ersten Teil liegt in der Instrumentierung, die hier sehr orchestral gewählt wurde. Die sieben Zugaben auf der remasterten Version sind Demos oder Variationen der ursprünglich auf der Platte vorhandenen Lieder. Für eingefleischte Alan Parsons Project Fans sicherlich interessant, für alle anderen entbehrlich.

Fazit: “The Turn Of A Friendly Card” ist kein schlechtes Album. Allerdings ist es sicherlich auch keine gute Platte geworden. Hier finden sich zwar wieder sehr eingängige Melodien, allerdings sind diese auch nicht so gut, dass sie länger hängenbleiben würden. Ganz nett ab und zu, aber dann wird das Ganze auch wieder schnell vergessen. “The Turn Of A Friendly Card” ist ein „Rauscht-Durch-Album“. Eben noch gehört und dann stellt sich die Frage: „War da was?“ Sieben Punkte.

Anspieltipps: May Be A Price To Pay, Games People Play, The Gold Bug, The Turn Of A Friendly Card (Part 1), The Ace Of Swords, Nothing Left To Lose



Mittwoch, 23. Mai 2012

The Alan Parsons Project – Eve





The Alan Parsons Project – Eve


Besetzung:

Alan Parsons – keyboards
Eric Woolfson – keyboards
Duncan Mackay – keyboards
Ian Bairnson – guitars
David Paton – bass, vocals
Stuart Elliott – drums, percussion
Lesley Duncan – vocals
Chris Rainbow – vocals
Clare Torry – vocals
Dave Townsend – vocals
Lenny Zakatek – vocals
Orchester der Kammeroper München


Label: Sony Music

Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop


Trackliste:

1. Lucifer (5:09)
2. You Lie Down With Dogs (3:49)
3. I'd Rather Be A Man (3:54)
4. You Won't Be There (3:43)
5. Winding Me Up (3:56)
6. Damned If I Do (4:53)
7. Don't Hold Back (3:37)
8. Secret Garden (4:44)
9. If I Could Change Your Mind (5:59)


Bonus Tracks:

10. Elsie's Theme From The Sicilian Defence (The Project That Never Was) (3:01)
11. Lucifer (Demo) (2:48)
12. Secret Garden (Rough Mix) (4:42)
13. Damned If I Do (Rough Mix) (4:46)
14. Don't Hold Back (Vocal Rehearsal Mix) (3:43)
15. Lucifer (Early rough Mix) (4:18)
16. If I Could Change Your Mind (Rough Mix) (5:47)




Auf dem vierten Album des Alan Parsons Projects geht es wieder einen Schritt zurück. Die beiden Musiker, die sich hauptsächlich für den Inhalt dieser CD auszeichnen, Alan Parsons und Eric Woolfson, waren endgültig im Pop angekommen. Das wiederum muss an sich nichts Schlechtes bedeuten und so beginnt das Album mit „Lucifer“ auch eindrucksvoll. Das Album „Eve“, welches sich thematisch mit den Frauen und deren Einfluss auf Männer auseinandersetzt, beginnt mit einem Lied namens „Lucifer“. Echt interessant. Da würden mich die Hintergründe und Gedankengänge der Komponisten schon sehr interessieren … Es fällt allerdings schwer, beim Hören dieses Liedes, Assoziationen zum Teufel aufkommen zu lassen. Vielmehr ist das Stück eine treibende und melodische Instrumentalnummer, die kurze Zeit später die Titelmusik für das Magazin Monitor in der ARD werden sollte. Wohl auch deswegen mit eines der bekanntesten Stücke des Alan Parsons Projects.

Nun, jetzt wird es allerdings deutlich poppiger und auch nichtssagender. „You Lie Down With Dogs“ beinhaltet zwar noch ein Gitarrensolo, ist allerdings trotzdem ein Pop-Lied. Und noch nicht mal ein gutes. „I'd Rather Be A Man“ ist im Anschluss daran eine Synthie-Pop-Nummer. Diese ist jedoch ausgestattet mit einer ins Ohr gehenden Melodie. Schlimm wird es dann bei „You Won't Be There“. Das Stück ist so was von getragen und schmalzig, dass man unweigerlich nach Luft schnappt, da hier irgendetwas modrig riecht.

Auch poppig, aber gar nicht mehr schmalzig und damit wieder deutlich besser, ist dann „Winding Me Up“. Eine Pop-Nummer mit einer netten Melodie, die man auch mehrmals anhören kann. „Damned If I Do“ erinnert ein wenig an das Vorgängeralbum „Pyramid“. Das Lied groovt, poppt und ist auch nicht schlecht, aber leider eben auch nicht mehr gut. Irgendwie so ein Durchschnittstitel, wie man ihn häufiger im Radio hört. Einen Tick schlechter wird es dann mit „Don’t Hold Back“. Absolut seichter Pop. Und dabei singt hier sogar Clare Torry. Genau die Clare Torry, die durch ihren Gesang auf „The Great Gig In The Sky“ von Pink Floyd Berühmtheit erlangte. Wenn man allerdings dieses Lied hier hört, kann man kaum glauben, dass es sich beide Male um dieselbe Sängerin handelt. „Secret Garden“ ist ein Instrumentalstück, von denen Woolfson und Parsons auch schon bessere produziert haben. Auch hier gilt: Nicht richtig schlecht, man vermisst allerdings auch nichts, wenn man es nie wieder hört.

Getragen wird es auch auf dem letzten offiziellen Titel der ursprünglichen Platte: „If I Could Change Your Mind“. Wer Musicals mag, der findet sicherlich auch dieses Stück toll. Und wer Andrew Lloyd Webber noch am Allerbesten findet, der wird beim Hören dieses Stücks überrascht sein, dass nicht nur er solche Lieder schreiben konnte. Gesungen wird das Lied übrigens von Lesley Duncan. Und damit ist sie, zusammen mit Clare Torry, die einzige Dame, die jemals einen Song des Alan Parsons Projects auf einem Album intonierte.

Sieben Zugaben gibt es als Bonusmaterial. Sechs davon sind alternative Versionen oder Demoversionen, wobei hier „Lucifer“ sogar zweimal verewigt ist. So bleibt als richtig neue Nummer noch „Elsie's Theme From The Sicilian Defence (The Project That Never Was)“. Eine ruhige Klaviernummer, die gefallen kann. Schön getragen, ohne dabei schnulzig oder schmalzig zu klingen.

Fazit: Sie können es wirklich, Alan Parsons und Eric Woolfson. Leider zeigen sie das nur nicht immer und manches klingt nur allzu banal. Und gerade das Album „Eve“ geizt genau mit diesen „weniger guten“ Songs überhaupt nicht. Ganz viel schlageresken Pop, vollgesogen mit viel Pathos und Schmalz, bekommt man auf „Eve“ zu hören. Alles in allem ein ganz klarer Rückschritt im Vergleich zum Vorgängeralbum und mir gerade mal fünf Punkte wert. Das Album nervt einfach an viel zu vielen Stellen gewaltig.

Anspieltipps: Lucifer, I’d Rather Be A Man, Winding Me Up, Damned If I Do, Elsie's Theme From The Sicilian Defence (The Project That Never Was)



Samstag, 19. Mai 2012

The Alan Parsons Project – Pyramid





The Alan Parsons Project – Pyramid


Besetzung:

Alan Parsons – guitars, keyboards
Eric Woolfson – keyboards
Ian Bairnson – guitars
David Paton – bass, vocals
Stuart Elliott – drums, percussion
Duncan Mackay – keyboards
Andrew Powell – orchestral and choir arrangements
Colin Blunstone – vocals
John Miles – vocals
Dean Ford – vocals
Lenny Zakatek – vocals
Jack Harris – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Pop


Trackliste:

1. Voyager (2:14)
2. What Goes Up (3:40)
3. The Eagle Will Rise Again (4:22)
4. One More River (4:17)
5. Can't Take It With You (5:07)
6. In The Lap Of The Gods (5:31)
7. Pyramania (2:43)
8. Hyper-Gamma-Spaces (4:20)
9. Shadow Of A Lonely Man (5:44)


Bonus Tracks:

10. Voyager / What Goes Up / The Eagle Will Rise Again (Instrumental) (8:56)
11. What Goes Up / Little Voice (Early Version Demo) (4:08)
12. Can’t Take It With You (Early Version Demo) (1:45)
13. Hyper-Gamma-Spaces (Demo) (2:21)
14. The Eagle Will Rise Again (Alternative Version - Backing Track) (3:21)
15. In The Lap Of The Gods (Part 1 - Demo) (3:15)
16. In The Lap Of The Gods (Part 2 - Backing Track Rough Mix) (1:56)




Auf dem dritten Album des Alan Parsons Projects, „Pyramid“ aus dem Jahre 1978 ging es wieder einen Schritt weg vom Disco-Sound und Schmalzgedudel, der auf dem Vorgänger „I Robot“ doch immer wieder zu hören war. Manches auf „Pyramid“ klingt sogar in Ansätzen progressiv und für jede Menge Abwechslung ist auf dem Album ebenfalls gesorgt.

Drei Instrumentalstücke gibt es auch „Pyramid“ zu hören. Das wären die Titel „Voyager“, „In The Lap Of The Gods“ sowie „Hyper-Gamma-Spaces“. „Voyager“ bildet dabei den Einstieg in das Album. Klasse wird hier zunächst Spannung aufgebaut und das Lied wird dann ehr sphärisch, um schließlich in einen relaxten und ganz entspannten Teil überzugehen, der zum Mitwippen einlädt. Genauso spannend startet „In The Lap Of The Gods“. Kirchenglocken, eine sehnsüchtige, weit entfernte Melodie, dann ein Knall und ein fetter Orgelsound. Schließlich startet ein Marsch, es ertönen spanische Gitarren, man hört Chöre, Streicher und alles klingt und fügt sich zu einem Gesamtkunstwerk zusammen, welches überaus bombastisch endet. Unglaublich packend gemacht. Das dritte Instrumentalstück, „Hyper-Gamma-Spaces“, gibt schon mal einen Ausblick auf einen der bekanntesten Songs des Alan Parsons Projects, auf „Lucifer“. Ein Lied, welches auf dem nächsten Alum „Eve“ veröffentlicht werden sollte. In seiner Machart relativ ähnlich.

Dann gibt es auf „Pyramid“ solch Lieder, die das Mystische, welches einer ägyptischen Pyramide innewohnt, zu transportieren versuchen. So geschehen zum Beispiel auf „What Goes Up“. Das Lied verfügt dabei noch über eine sehr schöne Melodie und einen sehr gelungenen Bläserpart in der Mitte des Liedes. „Pyramania“ ist dagegen eine Art Synthie-Pop-Nummer, die allerdings immer wieder Überraschungen aufweist. Das Lied hat eine schöne Melodie und bleibt nicht zuletzt wegen des „eindrucksvollen“ Gesangs länger hängen, der zumindest ungewöhnlich ist.

Besonders erwähnenswert ist auf jeden Fall auch noch die letzte Nummer des ursprünglichen Albums „Shadow Of A Lonely Man“. Zunächst orchestral eingeleitet entwickelt sich daraus eine schöne Ballade. Dies ist hier besser gelungen, als bei „The Eagle Will Rise Again“, einer weiteren Ballade. Und diese geht dann schon einen Tick weiter in die Richtung: Kurz vor dem Schmalz. Blieben noch „One More River“, ein Stück, welches sogar ein wenig rockt, durchaus - aber auch in einer Disco gespielt werden könnte sowie „Can’t Take It With You“. Letzteres weist auch immer wieder etwas „mystischere“ Parts auf, geht von seiner Gesamtheit her aber schon stark in die Richtung Pop.

Dann gibt es erneut jede Menge Zugaben. Diese sind ganz nett anzuhören, von der musikalischen Tonqualität her jedoch in ihrem ursprünglichen Zustand belassen worden. Wer sich also für die Entwicklung eines Liedes interessiert, der findet hier etwas für sich.

Fazit: „Pyramid“ ist deutlich besser gelungen als sein Vorgänger „I Robot“ und um Klassen besser als sein Nachfolger „Eve“. Auf „Pyramid“ gibt es schöne Melodien zu hören und richtig spannende Lieder, die nicht mit Abwechslung geizen. Dazu finden sich hier überhaupt einige der besten Stücke des Alan Parsons Projects, sodass das Album für Freunde dieser Art von Musik ein „Muss“ darstellt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Voyager, What Goes Up, In The Lap Of The Gods, Pyramania




Donnerstag, 10. Mai 2012

The Alan Parsons Project – I Robot





The Alan Parsons Project – I Robot


Besetzung:

Alan Parsons – keyboards, guitar, programming, projectron, backing vocals
Eric Woolfson – keyboards, clavinet, piano, wurlitzer, backing vocals
David Paton – bass, guitars
Ian Bairnson – guitars, backing vocals
Stuart Tosh – drums, percussion, water gongs
Lenny Zakatek – vocals
Allan Clarke – vocals
Steve Harley – vocals
Jack Harris – vocals, backing vocals
Dave Townsend – vocals
Peter Straker – vocals
Jaki Withren – vocals
Hilary Western – soprano vocal
Duncan Mackay – synthesizer, keyboards
John Leach – cimbalom, kantele
Andrew Powell – choir arrangement and conduction, hammond organ
Bob Howes & The English Chorale – choir
Tony Rivers – backing vocals
John Perry – backing vocals
Stuart Salver – backing vocals
The New Philharmonia Chorus – choir
John Wallace – piccolo trumpet
B.J. Cole – pedal steel guitar
David Paton – backing vocals, guitar


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: ArtPop, ArtRock


Trackliste:

1. I Robot (6:02)
2. I Wouldn't Be Like You (3:23)
3. Some Other Time (4:06)
4. Breakdown (3:53)
5. Don't Let It Show (4:26)
6. The Voice (5:23)
7. Nucleus (3:22)
8. Day After Day (3:57)
9. Total Eclipse (3:12)
10. Genesis Ch. 1 V. 32 (3:31)


Bonus Tracks:

11. I Robot (Boules Experiment) (2:00)
12. Breakdown (Early Demo Of Backing Riff) (2:11)
13. I Wouldn't Want To Be Like You (Backing Track Rough Mix) (3:30)
14. Day After Day (The Show Must Go On) (Early Stage Rough Mix) (3:42)
15. The Naked Robot (Early Stage Instrumental Mixes) (10:19)




Bei ihrem zweiten Album ließen sich Eric Woolfson und Alan Parsons von Issac Asimov und dessen Erzählungssammlung „I, Robot“ inspirieren. Um jedoch nicht in irgendwelche Rechtestreitigkeiten zu geraten, wurde das Komma im Titel von Isaac Asimovs Veröffentlichung weggelassen und das Album unter dem Titel „I Robot“ veröffentlicht. Inhaltlich beschäftigt sich das Album mit dem Zusammenleben von Mensch und Maschine.

Die ursprüngliche Platte wurde von zwei Instrumentalstücken eingerahmt, denn sowohl der Opener „ I Robot“, sowie das letzte Stück auf der ehemaligen Plattenseite 2, „Genesis Ch. 1 V. 32“, kommen ohne Text aus. Und beide Stücke stellen auch Höhepunkte der gesamten Scheibe dar. Wird bei „I Robot“ sehr schön das Thema „Roboter“ instrumental umgesetzt, das Stück pulsiert irgendwie, so lebt „Genesis Ch. 1 V. 32“ von einer wunderschönen sphärischen Stimmung, die an einen Flug durch das Weltall erinnert, obwohl dies bisher nur die wenigsten Menschen auch so erlebt haben. Wahrlich zwei richtig gute Lieder im Songkatalog des Alan Parsons Projects.

Dass es allerdings auch sehr viel schlechter geht, beweisen die Musiker mit „I Wouldn’t Want To Be Like You“. Da beschleichen einen fast zwangsläufig solch Assoziationen wie die eines mitwippenden Afrolooks, der den Musikern von Earth, Wind & Fire gut zu Gesicht stand. Aber dem Alan Parsons Project? Nein, das passt nicht, ist aber wohl dem damaligen Zeitgeist und der dazu passenden Musik geschuldet: Die Disco-Welle hatte die Welt ergriffen und Herr Parsons und Herr Woolfson ließen sich auch dadurch inspirieren.

„Some Other Time“ ist anschließend eine ruhige und getragene Ballade. Von der Machart her hätte dieses Stück auch sehr gut auf das erste Album „Tales Of Mystery And Imagination“ gepasst. „Breakdown“ ist schließlich wieder starker Tobak - im negativen Sinne. Eingängiger und seichter Pop ist hier zu hören. Ein Lied zum Vergessen, wenn, ja wenn da nicht das Ende des Stückes wäre. Die Musik gipfelt dort in einen Chor-Part und der ist klasse. Und wenn dann noch die Bläser einsetzen …

Schwülstig und schmalzig geht es mit „Don’t Let It Show“ weiter. Freunde sehr ruhiger und getragener Musik werden allerdings auch hieran ihren Spaß haben. „The Voice“ groovt anschließend. Hier gibt es allerdings keine Disco-Musik zu hören, sondern das Ganze geht schon sehr in die Richtung Rock. Das Lied hat was und kann nicht nur durch einen ungewöhnlichen Mittelteil gefallen. Weiter geht es mit „Nucleus“, einer atmosphärischen und schwebenden Nummer, die an Tangerine Dream oder Klaus Schulze erinnert.

„Day After Day“ ist anschließend wieder so ein ruhiger, getragener Titel, der durchaus glitschig wirkt, da er, von der ersten bis zur letzten Sekunde seiner Dauer, überaus schmalzig vor sich hin wabert. Gruselig. Es folgt schließlich „Total Eclipse“, welches sich so anhört, als ob es noch von „The Fall Of The House Of Usher“ übrig geblieben wäre, dem längsten Stück auf dem Vorgängeralbum. Orchestral instrumentiert ist hier nichts melodisch oder harmonisch, es geht ganz eindeutig in die Richtung: Lasst uns mal ein wenig Atmosphäre erzeugen.

Kurz noch zu den Bonustracks, die sind mit über 20 Minuten Spielzeit wieder üppig vertreten. Dabei handelt es sich bei den ersten vier Stücken um alternative Versionen, die mitunter, wie „I Robot (Boules Experiment)“, auch etwas abgefahrener sein können. Das letzte Stück, „The Naked Robot (Early Stage Instrumental Mixes)“ stellt ein Medley aus den drei Instrumentalstücken des Albums dar. Eine nette Variation.

Fazit: Nein, an die Klasse des Vorgängers kommt „I Robot“ nicht heran. Bei weitem sogar nicht. Zwar gibt es hier ein paar ganz nette Stücke zu hören, allerdings auch Disco-Gedudel und Schmalz in Vollendung. Für Alan Parsons Fans natürlich trotzdem ein Muss-Kauf. Für alle anderen gilt: Das erste und das dritte Album des Alan Parsons Projects setzen die Maßstäbe. Aus nostalgischen Gründen gibt es hier noch acht Punkte.

Anspieltipps: I Robot, The Voice, Genesis Ch. 1 V. 32



Montag, 30. April 2012

The Alan Parsons Project – Tales Of Mystery And Imagination





The Alan Parsons Project – Tales Of Mystery And Imagination


Besetzung:

Alan Parsons – vocals, projectron, new synths, new “cathedral” organ
Eric Woolfson – keyboards, backing vocals, harpsichord, keyboard loop, organ, new synth
Orson Welles – narration
Joe Puerta – bass
Stuart Tosh – drums, timps, backward cymbals
Billy Lyall – keyboards, recorders, piano, fender Rhodes, glockenspiel
Ian Bairnson – electric guitars, acoustic guitars
David Paton – acoustic guitars, bass, backing vocals
Leonard Whiting – vocoder, narration
Burleigh Drummond – drums
David Pack – guitars
Christopher North – keyboards
Bob Howes and The English Chorale – choir
Andy Powell – orchestra arrangement, keyboard loop, organ
Arthur Brown – vocals
Jack Harris – additional vocals
John Miles – vocals, guitars
Terry Sylvester – vocals, additional vocals
Francis Monkman – organ, harpsichord
Darryl Runswick – string bass
Laurence Juber – acoustic guitar
Kevin Peek – acoustic guitar
David Snell – harp
John Leach – cimbalom, kantele
Hugo D’Alton – mandolin
Westminster City School Boys Choir – choir


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: ArtPop, ArtRock


Trackliste:

1. A Dream Within A Dream (4:14)
2. The Raven (3:58)
3. The Tell-Tale Heart (4:39)
4. The Cask Of Amontillado (4:34)
5. (The System Of) Dr. Tarr And Professor Fether (4:21)
6. The Fall Of The House Of Usher
I. Prelude (7:03)
II. Arrival (2:40)
III. Intermezzo (1:00)
IV. Pavane (4:36)
V. Fall (0:51)
7. To One In Paradise (4:47)




Alan Parsons war Tontechniker in den Abby Road Studios und arbeitete dort mit den Beatles zusammen. Ein paar Jahre später produzierte er schließlich sogar „The Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd. Und in dieser Zeit muss wohl sein Wunsch entstanden sein, einmal selbst Musik zu komponieren und zu verfassen. Dies konnte er verwirklichen, als er seinen kongenialen Partner und Ideengeber Eric Woolfson kennengelernt hatte und mit ihm das Alan Parsons Project gründete.

Die Band gab es eigentlich gar nicht und war auch nicht darauf ausgelegt, Konzerte zu spielen. Mit jeder Menge Musiker sollten die Einfälle von Woolfson und Parsons im Studio umgesetzt und auf Platte gepresst werden. Und die erste Idee Woolfsons war jene, die Geschichten oder Gedichte von Edgar Allan Poe musikalisch umzusetzen. Und das Ergebnis lag schließlich 1976 vor, das erste Album des Alan Parsons Project mit dem Titel: „Tales Of Mystery And Imagination“.

Gleich eine Anmerkung zur remasterten CD-Version. Diese unterscheidet sich von der Platten-Ausgabe des Albums dadurch, dass hier bei den Stücken „A Dream Within A Dream“ und „The Fall Of The House Of Usher“ Orson Welles entsprechende Stellen aus den Werken Poes rezitiert. Die Angabe auf der CD, „Instrumental“, bei beiden Liedern, stimmt so also nicht mehr ganz.


Nun, die Umsetzung, also das Vertonen der Gedichte und Geschichten Edgar Allen Poes, kann als durchaus gelungen betrachtet werden. Immer wieder schaffen es die Musiker, diese düstere, mystische Stimmung zu transportieren, die vielen der Werke Poes anhängt. Als Beispiel sei hier die Nummer „The Raven“, welche sich auf das gleichnamige Gedicht Poes bezieht, genannt. Packend und rockig wird das Stück hier umgesetzt und wenn dann das berühmte „Nevermore“ des Raben immer wieder wiederholt wird und das Lied schließlich in getragenen Hintergrundgesang übergeht, kann man nur feststellen: Richtig gut gelungen.

Und auch bei „The Tell-Tale Heart“ hört man etwas heraus. Nämlich den Wahnsinn, dem der Protagonist der Geschichte anheimgefallen ist. Diese menschliche Verhaltensweise wird perfekt durch seinen Gesang Arthur Browns transportiert. Auch dieses Lied ist eine treibende Rocknummer und keineswegs synthesizerlastig, wie viele der späteren Veröffentlichungen des Alan Parsons Projects. Und der Gesang bedarf auch einer besonderen Erwähnung beim nächsten Stück: „The Cask Of Amontillado“. Dieses Stück wird zunächst orchestral instrumentiert und John Miles, der im selben Jahr auch noch mit „Music“ einen Welthit hatte, singt hier so wunderschön verzweifelt. Dabei versucht er sein Vorgehen in dieser Geschichte, in der er einen Widersacher lebendig einmauert, dem Zuhörer zu erklären und fassbar zu machen. Auch hier ist die Umsetzung bestens gelungen. Das Lied ist jetzt allerdings kein Rock-Stück mehr, sondern eher ein Lied für Orchester und Gesang. Ebenfalls durchaus eindrucksvoll.

Gerockt wird dann wieder, wenn es ums „Teeren und Federn“ in „The System Of Doctor Tarr And Professor Fether“ geht. Wieder eine groovende und treibende Rocknummer, die allerdings nicht ganz an die Klasse der vorherigen Stücke heranreicht.

Es folgt, mit über sechszehn Minuten Länge, das Hauptstück des Albums: „The Fall Of The House Of Usher“. Wohl auch mit das bekannteste Stück aus der Feder Edgar Allen Poes. In fünf Abschnitte unterteilt, beginnt das Lied orchestral. Ob dies gelungen ist sei mal so dahingestellt. Dieses Stück klassischer Instrumentalmusik wirkt zunächst irgendwie zäh und gewinnt erst dann an Klasse, wenn das Ende dieses ersten Teils naht und es von der Stimmung her spektakulärer und aufgeregter wird. Bei Teil 2, „Arrival“, handelt es sich dann allerdings wieder um Rockmusik, die jetzt ein wenig sphärisch und entspannt wirkt. Gut gelungen. Das kurze „Intermezzo“ ist erneut orchestral instrumentiert und dient zur Spannungssteigerung. Mit „Pavane“ geht es anschließend richtig gut weiter. Wunderschön melodiös und eingängig werden hier Mandoline, Cembalo, Kantele und Zymbal intoniert. Eine sehr packende und interessante Stimmung wird dadurch kreiert. Und schließlich endet das Lied im fünften und letzten Teil, „Fall“, bei dem, wie der Titel schon sagt, das Haus derer von Usher untergeht. Das dauert dann mit 51 Sekunden auch gar nicht mal so lange und wird über einige, mitunter atonale Synthesizer-Passagen, in die dann das gesamte Orchester einsteigt, umgesetzt. In einem lauten Grollen, Donnern, Knallen und Erbeben findet das Stück letztendlich sein Ende.

Es folgt mit „To One In Paradise“ das genaue Gegenstück. Zuckersüß fließt hier jetzt die Musik, ein eingängiger Pop-Titel, der leider auch überaus oberflächlich ist und keiner großartigen, weiteren Erwähnung bedarf.

Fazit: Etwas Spannendes ist den beiden hauptsächlichen Protagonisten dieses Projekts, Parsons und Woolfson, mit „Tales Of Mystery And Imagination“ gelungen. Einige Titel sind wirklich gut umgesetzt und die Musik schafft es, die Atmosphäre, die auch Edgar Allen Poe mit seinen Werken erzeugt, zu transportieren. Wer gerne mal etwas hören möchte, was nicht so ganz alltäglich ist, trotzdem aber noch schöne Melodien und treibende Rhythmen aufweist, der sollte sich dieses Erstlingswerk des Alan Parsons Projects mal zu Gemüte führen. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Raven, The Cask Of Amontillado, The Fall Of The House Of Usher