Posts mit dem Label Hawkwind werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hawkwind werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 31. Januar 2021

Hawkwind – Levitation

 



Hawkwind – Levitation


Besetzung:

Dave Brock – vocals, electric guitar, keyboards
Huw Lloyd-Langton – electric guitar, acoustic guitar, backing vocals
Harvey Bainbridge – bass guitar, keyboards, backing vocals
Tim Blake – keyboards, backing vocals
Ginger Baker – drums


Gastmusiker:

Steve Swindells – keyboards (on Hawklords at Rockfield Studios 1979 tracks)
Mick Smith – drums (on Hawklords at Rockfield Studios 1979 "Valium 10")
Simon King – drums (on Hawklords at Rockfield Studios 1979 tracks, except "Valium 10")
Keith Hale – keyboards (on Hawkwind live at Lewisham Odeon 1980 tracks), vocals ("Dangerous Vision")
Michael Moorcock – vocals (on Hawkwind live at Lewisham Odeon 1980 "Running Through the Back Brain")




Erscheinungsjahr: 1980


Stil: Space Rock


Trackliste:

CD1:

1. Levitation (5:47)
2. Motorway City (6:45)
3. Psychosis (2:25)
4. World Of Tiers (3:16)
5. Prelude (1:40)
6. Who‘s Gonna Win The War? (4:44)
7. Space Chase (3:10)
8. The 5th Second Of Forever (3:27)
9. Dust Of Time (6:23)

Hawklords Bonus Tracks:

10. Valium 10 (7:52)
11. Time Of... (4:10)
12. Who‘s Gonna Win The War? (4:52)
13. Douglas In The Jungle (6:53)
14. British Tribal Music (3:56)

Weitere Bonus Tracks:

15. Nuclear Toy [Single B-Side] (3:00)
16. Who‘s Gonna Win The War? [Single A-Side] (3:38)
17. Brainstorm [Live 1980] (5:47)

CD2:

1. Technicians Of Spaceship Earth / Levitation (7:27)
2. Motorway City (7:36)
3. Death Trap (4:43)
4. Angels Of Death (6:06)
5. Psychosis / The 5th Second Of Forever / Dust Of Time (12:01)

CD3:

1. Running Through The Back Brain (Messages) (6:23)
2. Dangerous Vision (5:06)
3. Who‘s Gonna Win the War? (7:26)
4. PSI Power (4:49)
5. Shot Down In The Night (7:15)
6. World Of Tiers (5:17)
7. Space Chase (4:10)

Gesamtspieldauer CD1 (1:17:55) und CD2 (37:55) und CD3 (40:29): 2:36:19



„Levitation“ heißt das zehnte Studioalbum der englischen Rockgruppe Hawkwind. Es wurde am 27. Oktober 1980 ursprünglich auf dem Plattenlabel Bronze veröffentlicht. Die hier besprochene Ausgabe stammt aus dem Jahr 2009 und erschien auf dem Label Cherry Red Records. „Levitation“ erreichte 1980 Platz 21 der UK-Album-Charts. Vor den Aufnahmen zum Album hatte Dave Brock die komplette Band ausgetauscht – selbstverständlich bis auf sich selbst. Und so hört man auf „Levitation“ Ex-Cream-Mitglied Ginger Baker am Schlagzeug und Ex-Gong-Musiker Tim Blake an den Keyboards – beide sollten allerdings danach wieder aussteigen. Bei Ginger Baker war das für immer der Fall, Tim Blake war dreißig Jahre später, ab dem Album „Blood Of The Earth“, wieder für zwei Alben festes Mitglied bei Hawkwind.

„Levitation“ ist ein Album geworden, welches den Space Rock lebt, wieder aufleben lässt und irgendwie sogar richtig zum Leben erweckt. Diese Verbindung aus rockigen und sphärischen Klängen vollführen die Musiker von Hawkwind auf diesem Album fast bis zur Perfektion. Im Gegensatz zu vorherigen Scheiben der Band, sind die Instrumentalpassagen nun deutlich länger und intensiver ausgestaltet und ausgestattet worden. Die Texte treten ein wenig in den Hintergrund, was vielleicht dem Weggang von Leadsänger und Texter Robert Calvert geschuldet ist. Den Gesang hat auf „Levitation“ nun vollends Dave Brock übernommen.

Die Lieder des Albums gehen allesamt gut ins Ohr, die Melodien auf „Levitation“ zünden ein ums andere Mal. Das Zusammenspiel der Musiker ist perfekt und so klingt jede Nummer wie eine gelungene Einheit. Und stimmt sich das Album langsam ein, so bekommt man ab „World Of Tiers“, einer Instrumentalnummer, einen Höhepunkt nach dem anderen geboten. Den Höhepunkt schlechthin erreicht man bereits kurze Zeit später mit dem sehr intensiven „Who‘s Gonna Win The War?“ geboten. Klasse Lied, welches sofort ins Ohr geht. Sehr zu empfehlen ist auch die Live-Version des Liedes auf CD3, auf der das sphärische Element des Liedes in Verbindung zu jeder Menge Spielspaß noch besser zum Tragen kommt. Ebenfalls herausragend die letzte Nummer des ursprünglichen Albums, das Lied „Dust Of Time“.

Mit der „Limited Expanded Edition” des Albums erhält man sehr viel Zusatzmaterial, vor allen Dingen in Form von Live-Auftritten. Das bereits erwähnte „Who‘s Gonna Win The War?“ ist darauf sogar noch dreimal in differierenden Versionen zu hören. Sicherlich eher etwas für den Fan, der nicht genug von „seiner“ Band bekommen kann. Die Soundqualität der diversen Live-Aufnahmen ist nicht perfekt, jedoch durchaus akzeptabel für die damalige Zeit, da diese Mitschnitte ursprünglich sicherlich nicht für eine Veröffentlichung gedacht waren.

Fazit: Wer Space Rock in einer seiner besten Ausführungen hören möchte, der oder dem sei „Levitation“ von Hawkwind sehr ans Herz gelegt. Hier gelingt es der Band um Dave Brock auf eine sehr gelungene Art und Weise Rockmusik und Synthesizer-Sounds zu verbinden. Das Zuhören macht Spaß, die Lieder scheinen mit jedem Durchlauf noch etwas wertvoller zu klingen. Hörvergnügen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Who‘s Gonna Win The War?, Dust Of Time



Dienstag, 4. Juli 2017

Hawkwind – Into The Woods




Hawkwind – Into The Woods


Besetzung:

Dave Brock – vocals, guitar, keyboards, synthesizer and theremin
Haz Wheaton – bass plus keyboards on track 11
Richard Chadwick – drums, percussion, vocals
Mr Dibs – vocals tracks 4 and 12, keyboards and synthesizer tracks 10 and 12
Magnus – keyboards tracks 4, 9, 11, guitar tracks 5 and 10
Big Bill Barry – fiddle tracks 5 and 10


Label: Cherry Red Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Rock, Space Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Into The Woods (6:16)
2. Cottage In The Woods (3:51)
3. The Woodpecker (0:51)
4. Have You Seen Them (6:58)
5. Ascent (3:41)
6. Space Ship Blues (6:35)
7. The Wind (4:09)
8. Vegan Lunch (5:18)
9. Magic Scenes (6:11)
10. Darkland (2:13)
11. Wood Nymph (5:57)
12. Deep Cavern (2:26)
13. Magic Mushroom (9:27)

Gesamtspieldauer: 1:04:03




„Into The Woods“ ist tatsächlich bereits das 30. Studioalbum der Space Rocker von Hawkwind. Am 5. Mai 2017 erschien die Platte auf dem Label Cherry Red Records. Der bald 76-jährige Dave Brock hat es einmal mehr geschafft, ein Album ganz in der Tradition von Hawkwind zu veröffentlichen, wenn dieses im Falle von „Into The Woods“ sogar auch ein wenig experimenteller ausgefallen ist.

Auf „Into The Woods“ hört man ihn natürlich noch, diesen Space Rock, deren Mitbegründer und Miterfinder Hawkwind sind. „Magic Scenes“, „Have You Seen Them“ und das lange Instrumentallied „Magic Mushroom“ am Ende des Albums stehen dafür. Allerdings hört man dieses Genre nicht nur. Immer wieder gibt es Einschübe mit Geräuschen und Gesprächen, die an Lieder angehängt werden oder auch mal, wie im Falle des kurzen Titels „The Woodpecker“, das ganze Lied darstellen und die Platte auflockern. Ebenso stilistisch ist die Scheibe breiter gefächert. „Space Ship Blues“ klingt nach einem Konglomerat aus Country & Western, Hard Rock und Blues, ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig und für mich das schlechteste und am wenigsten überzeugende Stück auf „Into The Woods“. Ganz anders die Nummer „Darkland“. Zwar mit ein paar „spacigen“ Hintergrundgeräuschen angereichert, ist das Lied mit einer wunderschönen und sanften Melodie ausgestattet und bewegt sich eher im Bereich des weichen Rocks und könnte gut für den Abspann eines traurigen Films herhalten.

„Into The Woods“ steigert sich in seinem Verlauf. In der ersten Hälfte ist es vor allen Dingen das Lied „Cottage In The Woods“, welches zu überzeugen weiß. Im zweiten Abschnitt hört man dann einige sehr bemerkenswerte und hörenswerte Stücke. Diese sind ganz unterschiedlicher Art und als Beispiele seien hier die bereits erwähnten Lieder „Magic Scenes“, „Darkland“, „Magic Mushroom“ oder das überaus eingängige und rockende „Wood Nymph“ erwähnt. Da machen Hawkwind wahrlich jede Menge Laune.

Fazit: Wer die Musik von Hawkwind mag, wird gewiss „Into The Woods“ auch zu schätzen wissen. Es ist immer wieder interessant zu sehen beziehungsweise zu hören, dass manche Musiker und Bands in ihrem späteren Werk erneut zur Hochform auflaufen und dann wieder Alben veröffentlichen, die über eine weniger gute und mittlere Schaffensphase hinwegtrösten. So verhält es sich auch bei „Into The Woods“ von Hawkwind. Das Album ist abwechslungsreich, rockt, hält nachdenklichere Passagen für die Hörerin und den Hörer parat und experimentiert auch ein wenig. Gelungen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Cottage In The Woods, Magic Scenes, Darkland



Mittwoch, 20. Juli 2016

Hawkwind – Stasis (The UA Years 1971 – 1975)




Hawkwind – Stasis (The UA Years 1971 – 1975)


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Dave Anderson
Dik Mik
Dave Brock
Terry Ollis
Nik Turner
Del Dettmar
Simon King
Lemmy
Simon House
Stacia


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1990 (Musik aus den Jahren 1971 - 1975)


Stil: Space Rock


Trackliste:

1. Urban Guerilla (3:42)
2. The Psychedelic Warlords (Single Version Edit) (3:58)
3. Brainbox Pollution (5:44)
4. Seven By Seven (Remixed Version) (5:25)
5. Paradox (Remixed Single Edit) (4:04)
6. Silver Machine (Original Single Mix) (4:41)
7. You'd Better Believe It (Single Version Edit) (3:23)
8. Lord Of Light (7:00)
9. Black Corridor (Live) (2:45)
10. Space Is Deep (Live) (8:02)


Bonus Tracks der CD-Veröffentlichung:

11. Earth Calling (Live) (1:42)
12. Born To Go (Live) (9:57)
13. Down Through The Night (Live) (5:46)
14. The Awakening (Live) (2:12)
15. You Shouldn't Do That (Live) (7:06)

Gesamtspieldauer: 1:15:35




„Stasis (The UA Years 1971 – 1975)“ heißt das sechste Kompilationsalbum der Space Rocker von Hawkwind. Darauf enthalten sind hauptsächlich Single Versionen diverser „Hits“ der Band aus ihrer Zeit bei United Artists von 1971 bis 1975. Auf der CD-Ausgabe des Albums gibt es dazu noch die komplette erste Seite des Live Albums „The Space Ritual Alive“ vom Mai 1973 als Bonus mitgeliefert.

Nun, „Stasis (The UA Years 1971 – 1975)“ ist mit Sicherheit nicht essentiell in der Diskographie von Hawkwind und wohl eher was für den wirklich eingefleischten Fan. Trotzdem erhält man mit diesem Album einen ganz guten Überblick über die Musik der Band zu Beginn ihrer Karriere. Die einzelnen Lieder sind allerdings Single-Versionen oder Remixe bereits anders veröffentlichter Titel, was bei der einen oder dem anderen, die oder der die Nummern bereits kennt, durchaus eine gewisse Zeit des Einhörens und des Gewöhnens erfordern wird. Auch ist die Musik auf „Stasis (The UA Years 1971 – 1975)“ keineswegs „nur“ Space Rock, auch Rock’n’Roll ist hier an mancher Stelle zu vernehmen.

Ein großer Teil der auf dem Album enthaltenen Lieder sind Live-Versionen, die zum Teil, wie bereits erwähnt, von der Platte „The Space Ritual Alive“ stammen, allerdings auch andere Aufnahmen sind hier vertreten. Das Hörerlebnis ist hier allerdings nicht uneingeschränkt ein zufriedenstellendes geworden, da so mancher dieser Live-Titel recht „schwammig“ und „verwaschen“ klingt.

Fazit: Einen kleinen Einblick bekommt man hier über die Musik von Hawkwind in den Jahren von 1971 bis 1975 durchaus geliefert. Allerdings ist dies definitiv kein „Best Of“-Album, sondern sehr viel eher eine Zusammenstellung bisher unbekannter, beziehungsweise in Vergessenheit geratener Variationen einzelner Lieder. Sicherlich nicht unbedingt etwas für den 08/15-Hawkwind-Anhänger, dagegen sehr viel eher etwas für den eingefleischten Fan, die oder der eben alles von seiner Band besitzen möchte. Acht Punkte.

Anspieltipps: Paradox, Space Is Deep



Sonntag, 17. April 2016

Hawkwind – Warrior On The Edge Of Time




Hawkwind – Warrior On The Edge Of Time


Besetzung:

Michael Moorcock – vocals ("The Wizard Blew His Horn" and "Warriors")
Dave Brock – guitar, keyboards, vocals, bass guitar ("Opa-Loka")
Nik Turner – saxophone, flute, vocals ("Standing At The Edge", "Dying Seas")
Lemmy (Ian Kilmister) – bass guitar, vocals ("Motorhead")
Simon House – violin, mellotron, VCS3, keyboards
Simon King – drums, percussions
Alan Powell – drums, percussion


Label: Cherry Red Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock, Space Rock


Trackliste:

1. Assault And Battery / The Golden Void (10:08)
2. The Wizard Blew His Horn (1:58)
3. Opa-Loka (5:09)
4. The Demented Man (3:57)
5. Magnu (8:15)
6. Standing At The Edge (2:46)
7. Spiral Galaxy 28948 (3:46)
8. Warriors (1:58)
9. Dying Seas (3:03)
10. Kings Of Speed (3:36)


Bonus Track der remasterten CD-Ausgabe:

11. Motorhead (3:04)

Gesamtspieldauer: 47:47




Eindeutig sehr besondere Musik haben Hawkwind einmal mehr auf ihrem fünften Album mit dem Titel „Warrior On The Edge Of Time“ geschaffen. Space Rock ist das, was man hier zu hören bekommt und man müsste den Begriff wohl erfinden, um die Musik der Band beim Hören zu umschreiben, wenn es dieses Genre noch nicht geben würde. Immer wieder surrt und fiept und quiekt es auf „Warrior On The Edge Of Time“, genau wie man sich irgendwelche Töne im Weltraum vorstellen würde, auch wenn man dort überhaupt keine Töne hören könnte.

Trotzdem beinhaltet diese Platte natürlich keine spacige Musik Instrumentalmusik, wie man sie zum Beispiel von Klaus Schulze kennt. Nein, Hawkwind machen Space Rock, also Rock, der mit entsprechenden Sounds ausgestattet wurde und durchaus auch in den Gefilden des Progressive Rock beheimatet ist. Dabei klingt das Ganze durchaus sehr experimentell, was man nicht zuletzt auch an den drei – glücklicherweise – kurzen „Sprechnummern“ „The Wizard Blew His Horn“, „Standing At The Edge” und „Warriors” hört. Hier übertreiben es die Musiker ein wenig, zumindest aus heutiger Sicht, mit ihrer Absicht eine Geschichte auf „Warrior On The Edge Of Time“ zu erzählen. Hier wird der Fluss des Albums leider etwas unterbrochen.

Allerdings gibt es jede Menge Höhepunkte auf „Warrior On The Edge Of Time“, die diese zwar interessanten, jedoch zu häufigen „Einschübe“ vergessen lassen. Das Spacerock Lied des Albums ist sicherlich der Opener „Assault And Battery / The Golden Void“, der auch zugegebenermaßen nicht gleich beim ersten Hören zündet, dann jedoch mit den weiteren Durchläufen immer weiter wächst. Die Höhepunkte der Scheibe sind jedoch das rockige und fast schon mit meditativ zu umschreibende „Opa-Loka“. Ein Instrumentalnummer, angefüllt mit Rhythmik und monotoner Melodiösität. Das folgende Lied heißt „The Demented Man“ und geht fast schon in die Folk-Schiene – aber nur fast. Ein Lied, welches sich sofort festsetzt und mit seinen Hintergrundgeräuschen, den Möwen, einfach nach Freiheit klingt.

Auch die restlichen Titel wirken, wenn sie denn auch nicht mehr so überzeugen können wie die Höhepunkte der Platte. Als Zugabe der remasterten und wiederveröffentlichten Ausgabe der Platte gibt es das letzte Lied, welches Lemmy für Hawkwind schrieb, der nach dieser Scheibe aufgrund seiner Alkoholprobleme die Band verlassen musste. Nun dass dieses Lied dann „Motorhead“ und seine neue Band Motörhead hieß, ist sicherlich kein Zufall.

Fazit: „Warrior On The Edge Of Time“ kommt für mich nicht an das Meisterwerk der Band „Hall Of The Mountain Grill“ heran, kann jedoch trotzdem überzeugen. Zu hören gibt es auf der Platte gut gemachten Space Rock, der auch mal in das Experimentelle abdriftet. Letzteres klingt, wenn es sich nur mehr um Sprache mit Hintergrundgeräuschen handelt, nicht mehr ganz so überzeugend. Ansonsten ist es diese Scheibe allerdings schon, die vor allen Dingen wegen den vorhandenen Höhepunkten und für alle Space-Rock-Freunde eine lohnenswerte Anschaffung ist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Opa-Loka, The Demented Man



Samstag, 22. März 2014

Hawkwind – Quark, Strangeness And Charm




Hawkwind – Quark, Strangeness And Charm


Besetzung:

Robert Calvert – vocals, percussion, morse, and strangeness
Dave Brock – guitar, synthesisers, sound FX, vocals, and quark
Simon House – keyboards, violin, anvil, vocals, and charm
Adrian Shaw – bass guitar, vocals, and hand-claps
Simon King – drums, percussion, and no-vocal


Label: Cherry Red Records


Erscheinungsdatum: 1977 (remasterte Version: 2009)


Stil: Space Rock, Rock


Trackliste:

CD1:

1. Spirit Of The Age (7:25)
2. Damnation Alley (9:02)
3. Fable Of A Failed Race (3:22)
4. Quark, Strangeness And Charm (3:41)
5. Hassan I Sabbah (5:22)
6. The Forge Of Vulcan (3:06)
7. The Days Of The Underground (3:11)
8. The Iron Dream (1:54)


Bonus Tracks:

9. Damnation Alley (Live Studio Version) (10:35)
10. A Minor Jam Session (9:52)
11. Spirit Of The Age (Demo Excerpt) (3:00)
12. Hash Cake Cut (4:26)


Bonus CD2 (The Rockfield Studios Session):

1. Damnation Alley (First Studio Version) (10:37)
2. Spirit Of The Age (Full Extended Version) (11:23)
3. The Days Of The Underground (First Version) (5:40)
4. Quark, Strangeness And Charm / Uncle Sam's On Mars (9:21)
5. Fable Of A Failed Race (Extended Version) (6:51)
6. Damnation Alley (Alternate Harmony Vocal Version) (8:25)
7. Spirit Of The Age (Live Recording September - October 1977) (5:56)
8. Robot (Live Recording September - October 1977) (5:59)
9. High Rise (Live Recording September - October 1977) (5:41)

Gesamtspieldauer: 2:14:49




Jede Menge Musik bekommt man hier auf der remasterten Version des siebten Albums der Spacerocker von Hawkwind zu hören. „Quark, Strangeness And Charm“ wurde ursprünglich 1977 veröffentlicht und 2009 in einer erweiterten Fassung mit Bonus CD wieder aufgelegt. Space Rock gibt es hier jede Menge zu hören, ein Genre, welches die Band miterfunden hat. Dabei ist festzuhalten, dass die Lieder auf dem Album häufig von Redundanzen leben, indem ein Motiv der Musik immer und immer wiederholt wird. Das Ganze ergibt so eine Art meditative Stimmung unter der man, ganz relaxt und mit geschlossenen Augen, in andere Sphären vorzudringen scheint. Nun, dies ist wohl auch eines der Ziele des Space Rocks, neue „Welten“ zu ergründen.

Genau in diesem Umstand liegt allerdings auch ein wenig die Gefahr bei der Musik auf „Quark, Strangeness And Charm“. Für Freunde der Abwechslung wird hier nicht allzu viel geboten. Ist ein Song erst einmal gestartet, wird das aktuelle Motiv massiv ausgeschlachtet und wiederholt, wiederholt und wiederholt. Die Titel sind dabei durch die Bank weg rockig gehalten, allerdings in durchaus gemäßigter Form. Futuristisch – und natürlich ebenfalls redundant – klingt es bei „The Forge Of Vulcan“, dem einzigen Titel des Original-Albums, neben dem letzten kurzen „The Iron Dream”, der ohne Gesang auskommt und der allein schon wegen dem fetten Hammond Orgel Sound im Hintergrund überzeugen kann. Allgemein ist die Musik durchaus mit dem Adjektiv „eingängig“ zu umschreiben, besonders herausstechende Titel fehlen zwar irgendwie, trotzdem hat hier alles seine Qualität. Noch ein klein wenig mehr gefallen und begeistern können einen da sogar die eher kürzeren Nummern gegen Ende des Albums.

Besondere Erwähnung sollen hier auch die zahlreichen Zugaben finden, die der remasterten Version in einer solchen Menge hinzugefügt wurden, dass gleich noch eine zweite CD hinzugefügt wurde. In unterschiedlichen Längen und Versionen wurden hier Titel des Albums nochmals hinzugefügt. So gibt es auf der CD nun neben der Album-Version von „Spirit Of The Age“ und „Damnation Alley“ noch je drei weitere alternative Versionen zu hören. Spannender sind da allerdings, die noch nicht auf dem ursprünglichen Album vorhandenen Titel wie „A Minor Jam Session“, eine ausschweifende und durch den Synthesizer-Sound spacige Instrumentalnummer. Selbiges lässt sich auch für „Hash Cake Cut” sagen, die Nummer klingt allerdings noch ein wenig relaxter. Ganz am Ende der CD2 befinden sich dann noch zwei Live-Titel, wobei vor allem „High Rise“ ein toller und eingängiger Titel ist. Und auch, wenn es dabei mit der Soundqualität nicht zum Besten bestellt ist, so lohnt das Lied auf jeden Fall.

Fazit: Die Titel zu Beginn des Albums sind zwar wahrlich nicht schlecht, so richtig überzeugen können sie allerdings dann doch nicht immer. Gegen Ende der Platte wird die Musik schließlich jedoch deutlich eindringlicher. Dazu gesellen sich noch jede Menge Zugaben, die das Album wahrlich lohnenswert werden lassen. Für Hawkwind-Fans ist die Scheibe sowieso ein Muss und auch in der Fan-Beurteilung sehr hoch angesiedelt. Ich persönlich finde die früheren Werke der Band noch einen Tick besser, höre allerdings auch auf „Quark, Strangeness And Charm“ meine Momente. Neun Punkte.

Anspieltipps: Damnation Alley, The Forge Of Vulcan, High Rise



Donnerstag, 26. Dezember 2013

Hawkwind – Astounding Sounds, Amazing Music




Hawkwind – Astounding Sounds, Amazing Music


Besetzung:

Robert Calvert – vocals
Dave Brock – electric guitar, keyboards, backing vocals
Nik Turner – saxophone, flute, vocals (on "Kadu Flyer")
Paul Rudolph – bass guitar, electric guitar
Simon House – violin, keyboards
Simon King – drums
Alan Powell – drums


Label: Cherry Red Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Space Rock, Rock


Trackliste:

1. Reefer Madness (6:03)
2. Steppenwolf (9:46)
3. City Of Lagoon (5:12)
4. The Aubergine That Ate Rangoon (3:37)
5. Kerb Crawler (3:47)
6. Kadu Flyer (5:32)
7. Chronoglide Skyway (4:42)

Bonus Tracks:


8. Honky Dorky (3:17)
9. Kerb Crawler (3:44)
10. Back On The Streets (3:06)
11. The Dream Of Isis (2:57)

Gesamtspieldauer: 51:42




Manchmal muss man sich eben selbst loben. Nicht viel anders kann man den Titel des sechsten Hawkwind Albums „Astounding Sounds, Amazing Music“ deuten. Robert Calvert war nun festes Mitglied der Band geworden und die Musik bewegt sich auf der Platte irgendwo zwischen Space-Sound und Rock. Nun, ist die Musik auf dieser Platte aber wirklich so „erstaunlich“, wie es uns die Band mit dem Album-Titel weismachen will? Wie so oft, so liegt auch hier die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Zutreffend ist dieses Adjektiv sicherlich bei den ersten beiden und längsten Titeln der Platte. „Reefer Madness” startet mit einer Zugsirene und dem Rattern eines ankommenden Zuges, rockt dann los und ist phasenweise sogar sehr eingängig, was nicht zuletzt an dem tollen Pianopart im Refrain liegt. Ausgedehnte Instrumentalpassagen gibt es hier ebenfalls zu hören, in die startende Flugzeuge mit integriert wurden und dann weist das Lied wieder Abschnitte auf, die von verfremdeten Stimmen leben. Das Ganze klingt sehr psychedelisch und geht schließlich erneut in diesen wahrlich schönen und treibenden Pianoteil über.

„Steppenwolf” bezieht sich auf den gleichnamigen Roman von Hermann Hesse und fällt am ehesten wohl ebenfalls in die Kategorie Psychedelic Rock. Und da darf es natürlich auch nicht fehlen, dass Robert Calvert zumindest einen Satz immer wieder auf Deutsch wiedergibt: „Isch weiß nicht, was isch sagen soll!“ Klasse gelungen ist hier die ganze Atmosphäre des Liedes, die durch schöne Violin-Läufe und abschnittsweise auch durch einen fetten Orgel-Sound untermalt wird.

„City Of Lagoon” und „The Aubergine That Ate Rangoon” sind im Anschluss daran etwas spacige Instrumental-Nummern, die dann aber so gar nicht mehr “erstaunlich”, sondern eher ein wenig langweilig klingen. Auch „Kerb Crawler” kann nicht so richtig überzeugen. Ein Rock-Song, unterfüttert mit spacig klingenden Keyboard-Einschüben. Besser wird es da schon wieder mit „Kadu Flyer”. Ein sehr melodiöses Stück im Mid-Tempo. Sicherlich nicht der Höhepunkt im Schaffen von Hawkwind, trotzdem eine ganz nette Nummer, was nicht zuletzt an der zweiten Hälfte des Liedes liegt, welches ein wenig experimentell geraten ist und in dem dieses Mal eine Sitar und orientalische Klänge dazu eingesetzt werden, einen psychedelischen Eindruck zu hinterlassen. Dies bewirkt darüber hinaus, dass in dem Lied eine fast schon meditative Stimmung erzeugt wird. Das ursprünglich letzte Lied der Platte war „Chronoglide Skyway”, eine sehr sphärische und auch wieder spacige Instrumental-Nummer, die nur allzu typisch ist für den Klang von Hawkwind.

Auf der 2009 wiederveröffentlichten und remasterten Version des Albums sind vier Zugaben den offiziellen Stücken angehängt worden. „Honky Dorky“ ist dabei ein Lied, welches einmal mehr auf die „Macht“ des Repetitiven in der Musik setzt. Im Grunde genommen ist das Stück ein langes Synthesizer-Solo, in dem ein immer wieder wiederholter und unverständlicher Satz mantraartig wiedergegeben wird. „Kerb Crawler” wird in einer etwas anderen Single-Version wiedergegeben. Bei „Back On The Streets” handelt es sich um einen sehr langweiligen Rock-Song, der so gar nichts Besonderes aufweist, wohingegen „The Dream Of Isis” wieder dieses meditative Moment aufgreift, sphärisch und ein klein wenig hektisch klingt und dabei trotzdem noch hörenswert bleibt.

Fazit: „Astounding Sounds, Amazing Music“ lebt ganz klar von den ersten beiden Liedern. Dieses können durchaus auch den Stempel „erstaunlich“ tragen. Noch besser wäre vielleicht sogar „ungewöhnlich“. Der ganze Rest der Platte ist dann – vielleicht noch mit Ausnahme von „Kadu Flyer” – längst nicht mehr so überzeugend. Entweder handelt es sich dann um etwas sphärische Instrumentalmusik oder aber um biederen Rock, den man glaubt schon hunderte Male gehört zu haben, ohne dass er einen jemals berührt hätte. Nein, richtig toll ist das Album nicht mehr. Da gibt es Besseres von Hawkwind. Neun Punkte.

Anspieltipps: Reefer Madness, Steppenwolf, Kadu Flyer



Freitag, 4. Mai 2012

Hawkwind – Doremi Fasol Latido





Hawkwind – Doremi Fasol Latido


Besetzung:

Dave Brock – vocals, lead guitar, 12 string guitar
Nik Turner – vocals, sax, flute
Lemmy Kilmister – vocals, bass, 6 string guitar
Dik Mik – generators and hot electronics
Del Dettmar – synthesizer
Simon King – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Space Rock


Trackliste:

1. Brainstorm (11:33)
2. Space Is Deep (6:23)
3. One Change (0:51)
4. Lord Of Light (6:59)
5. Down Through The Night (3:05)
6. Time We Left This World Today (8:44)
7. The Watcher (4:17)


Bonus Tracks:

8. Urban Guerilla (Bonus Track) (3:42)
9. Brainbox Pollution (Bonus Track) (5:43)
10. Lord Of Light (Single Version Edit) (Bonus Track) (4:02)
11. Ejection (Bonus Track) (3:48)




Bei der dritten Veröffentlichung der britischen Spacerocker von Hawkwind hat es zwei Umbesetzungen gegeben. Und diese betrafen die Rhythmusfraktion der Band. Am Bass konnte sich nun Lemmy Kilmister austoben, bis er das ein paar Jahre später bei Motörhead noch ein wenig intensivier ausleben durfte. Und am Schlagzeug wirbelte jetzt Simon King, der den Job von Terry Ollis übernommen hatte.

Von der Musik her hat sich auf „Doremi Fasol Latido“, im Vergleich zum Vorgänger, allerdings nicht zu viel geändert. Die dritte Scheibe Hawkwinds kommt ganz im Gewand der zweiten Platte daher. Wieder hört man kraftvollen Rock, harte Riffs, eine treibende Rhythmusabteilung und das Ganze aufgelockert mit Geräuschen, die die Musiker dem Synthesizer entlockten. Und fertig war sie erneut, die perfekte Zutatenliste für ein Spacerock Album.

Der erste Tracke, „Brainstorm” ist wieder der Longtrack des Albums. Und dieses Mal ist der Zugang ein klein wenig schwieriger, als beim Pendant „You Shouldn't Do That” auf dem Vorgängeralbum “In Search Of Space”. Bei „Brainstrom“ wird etwas weniger Wert auf die spacige Atmosphäre gelegt, hier kommt es vielmehr sofort zum „Brainstorming“ in Form von verkrampften Nackenmuskeln und durchgeschüttelten Gehirnwindungen. Das ist das Headbanging-Lied pur. Kraftvoller, völlig humorloser Rock, der keine Kompromisse kennt. Und dabei fallen diese spacigen Einspielungen des Synthesizers deutlich weniger ins Gewicht. Nachteil hier allerdings der Gesang von Nik Turner. Der kommt irgendwie sehr uninspiriert aus den Boxen und die Sänger von Hawkwind erweisen sich erst dann als akzeptable Vokalakrobaten, wenn sie im Chor auftreten. Da wirkt das Ganze schließlich etwas überzeugender.

„Space Is Deep“ heißt die zweite Nummer des Albums. Ein schöner Beginn mit der Akustik-Gitarre, flankiert vom „Space-Sound“ der Audiogeneratoren, ein Gesang, der dieses Mal deutlich besser passt und fertig ist das eingängige und deutlich ruhigere Stück. So bleibt es allerdings nur bis etwa zur Mitte des Titels. Dann kommen auch die E-Gitarren ins Spiel und es entwickelt sich eine richtig gute Nummer, die jetzt deutlich schneller voranschreitet und dabei ein wenig hypnotisierend und psychedelisch wirkt. Das Ende des Liedes hätte man so oder so ähnlich auch von Pink Floyd auf den Platten um 1970 hören können.

„One Change“ ist ganz kurz, noch nicht mal eine Minute lang. Ein Keyboardlied, bei dem mehr eine Stimmung als eine Melodie wiedergegeben wird und welches sich richtig gut anhört. Eine schöne kleine Abwechslung. Anschließend, bei “Lord Of Light”, ist es dann aber wieder vorbei mit der ruhigen und relaxten Stimmung. Hier wird jetzt wieder gerockt was das Zeug hält. Und das durchgängig. Auch die „weltraummäßigen Synthesizersounds“ treten ein wenig in den Hintergrund, wenn hier etwas spacig klingt, dann kommt es meistens von den Gitarren. Allerdings leidet das Lied etwas an seiner Monotonie. Interessanter und auch eingängiger wird es anschließend mit „Down Through The Night“. Hier stehen wieder mehr die Akustikgitarren im Vordergrund, der Synthesizer erzeugt wieder die berühmten Töne und dann gibt es noch eine Flöte im Hintergrund zu hören, die meist ziemlich abgefahrene Laute von sich gibt. Und dieses Stilmittel, beziehungsweise Instrument, macht den Song wirklich spannend und interessant. Dazu noch der Gesang, der hier passt und schon kann die Nummer vollends überzeugen.

Als sechstes Stück der regulären, ursprünglichen Veröffentlichung folgt „Time We Left This World Today”. Das zweitlängste Stück des Albums beginnt mit einem Frage-Antwort-Gesang. Dieses Vokalarrangement beherrscht die ersten zwei Minuten der Nummer und wird dann in leicht veränderter Form weiter fortgesetzt. Dazu werden der Gitarre einzelne Riffs entlockt und erst etwa ab der Mitte des Stücks bekommt die Musik hier einen etwas kraftvolleren Touch. Allerdings auch wieder nur für kurze Zeit, denn schließlich wird es wieder sphärischer und abgefahrener. So hört man hier ein sehr experimentelles Lied, bei dem auf eine Melodie weitestgehend verzichtet wurde. Hier stehen der Sound und die Atmosphäre im Mittelpunkt und sonst gar nichts.

Beschlossen wurde das Album ursprünglich von „The Watcher” aus der Feder Lemmy Kilmisters. Jetzt bewegen wir uns wieder im Bereich des sanften Rockliedes, welches von der Akustik-Gitarre begleitet, sonst allerdings nur spärlich instrumentiert wird. Nicht unbedingt ein Ohrwurm, aber eine schöne Abwechslung nach der vorherigen Nummer, um wieder ein wenig „herunterzukommen“.

Vier Bonus Tracks befinden sich auf der remasterten Version von 1996. „Urban Guerilla“ ist ein Rock’n’Roll, genau wie „Brainbox Pollution“. Beide Titel erinnern nur entfernt an das Genre „Space Rock“. Geradliniger Rock ist da zu hören, beim zweiten Track noch unterstützt von einem Saxophon. „Lord Of Light” wurde auch als Single veröffentlicht und diese Version gibt es als Bonus Track Nummer 3 zu hören. Hier erscheint das Lied deutlich kompakter, diese Version ist auch drei Minuten kürzer als die ursprüngliche Albumveröffentlichung und klingt in dieser Form gar nicht schlecht. Allerdings fällt hier sofort die schlechte Abmischung des Stücks auf. Es klingt alles irgendwie sehr breiig. Zum Schluss gibt es noch „Ejection“ zu hören. Wieder eine reine Rocknummer, bei der alle spacigen Sounds vergeblich gesucht werden. Für Fans der „schweren“ Gitarren sind diese vier Zugaben wahrlich nicht schlecht gewählt.

Fazit: Auch auf ihrer dritten Platte “Doremi Fasol Latido”, aus dem Jahr 1972, wissen Hawkwind zu gefallen. Wem bereits das Vorgängeralbum gefiel, der wird auch an “Doremi Fasol Latido” Gefallen finden. Allerdings sind hier die Sounds nicht mehr ganz so hypnotisierend und eingängig wie beim Vorgänger „In Search Of Space“. Trotzdem kein schlechtes Album und neun Punkte wert.

Anspieltipps: Brainstorm, Space Is Deep, One Change, Down Through The Night



Samstag, 28. April 2012

Hawkwind – Hall Of The Mountain Grill





Hawkwind – Hall Of The Mountain Grill


Besetzung:

Dave Brock – lead guitar, 12 string guitar, synthesizer, organ and vocals
Lemmy Kilmister – bass, vocals, rhythm and lead guitar on “Lost Johnny”
Simon House – keyboards, synthesizer and violin
Nik Turner – sax, oboe, flute and vocals
Del Dettmar – keyboards, synthesizer and kalimba
Simon King – drums and percussion


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock, Space Rock


Trackliste:

1. The Psychedelic Warlords (Disappear In Smoke) (6:50)
2. Wind Of Change (5:08)
3. D-Rider (6:15)
4. Web Weaver (3:15)
5. You'd Better Believe It (7:14)
6. Hall Of The Mountain Grill (2:25)
7. Lost Johnny (3:30)
8. Goat Willow (1:38)
9. Paradox (5:36)


Bonus Tracks:

10. You'd Better Believe It (Single Version Edit) (3:22)
11. The Psychedelic Warlords (Disappear in Smoke) (Single Version) (3:58)
12. Paradox (Remix Single Edit) (4:04)
13. It's So Easy (5:21)




Ganz so spacig klingen Hawkwind auf ihrem vierten Album “Hall Of The Mountain Grill” irgendwie nicht mehr. Alles ist einen Tick melodiöser geworden, was der Klasse der Musik allerdings keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil sogar. Die Musik wirkt nun durchdachter und packt einen vom ersten Lied weg. Wenn, ja wenn man zumindest auch ein wenig auf Space Rock steht. Denn diese spacigen Gimmicks aus dem Weltraum, erzeugt auf dem Synthesizer und auf den letzten beiden Alben immer wieder mit Begeisterung in die Musik integriert, sind zwar weniger geworden, allerdings immer noch präsent.

Eröffnet wird das Album durch „The Psychedelic Warlords (Disappear In Smoke)”. Eine klasse treibende Nummer, die noch am ehesten auf eines der zwei Vorgängeralben passen würde. Der Track ist treibend, sphärisch und hat einen wahnsinnigen Groove. Und dann geht das Stück auch noch unglaublich schnell ins Ohr. Das passiert vielleicht nicht gleich beim ersten, jedoch wohl schon mit dem zweiten Hören. Richtig gut ist dieser Song, denn zu all diesem „Klang“ gesellt sich schließlich noch ein wahrlich „arbeitendes“ Saxophon. Und fertig ist es, dieses Lied, welches gar nicht mal so richtig psychedelisch, dafür aber umso mehr hypnotisierend wirkt.

Mit dem nächsten Track wird es nun ein wenig abgefahren, was allerdings nicht unbedingt an der Musik dieses Stückes liegt, sondern an seiner Art der Musik. „Wind Of Change“ ist eine Kopie von Pink Floyds „A Saucerful Of Secrets“. „A Saucerful Of Secrets“ besteht aus drei Teilen und kopiert wurde hier der letzte Teil, der mit einer Art Donnergrollen eingeleitet wird und sich dann zu einem der „schwebensten“ Lieder von Pink Floyd entwickelt. Und bei „Wind Of Change“ beginnt es auch mit Donnergrollen und einem fetten Keyboardteppich, genau wie beim Original. Darauf entwickelt sich dann ein aus „Aaaahs“ bestehender Gesang. Auch hier stimmen beide Songs noch überein. Und jetzt kommt die Variation. Bei Hawkwind setzt nun eine Violine ein und gibt dem Stück einen zusätzlichen Touch. Ich habe noch nie was dagegen gehabt, wenn tolle Musik imitiert wird. Und hier wird sie es auch – aber glücklicherweise auch ein wenig variiert. Das Ganze hört sich bei Hawkwind nun wunderschön psychedelisch und melodisch an. Und da hätten wir sie also, die nächste Gemeinsamkeit. Dass Hawkwind Pink Floyd mochten, das können sie hier nicht mehr verbergen. Allerdings ist dies hier auf „Hall Of The Mountain Grill“ die einzige offensichtliche Annäherung an die Kollegen.

Bei „D-Rider“ gibt es sie dann wieder, die für Hawkwind typischen, spacigen Töne. Aber auch dieses Mal ist das Lied melodiöser, als zum Beispiel die Titel auf dem Vorgängeralbum. Die Melodie wird noch untermalt mit einem Chorsound und so findet auch dieses Lied sehr schnell den Eingang in die musikalischen Gehirnwindungen und verfestigt sich dort. „Web Weaver“, im Anschluss daran, präsentiert sich als akustische Nummer, hauptsächlich instrumentiert mittels Gitarre und Piano. Die Synthesizer-Töne spielen hier nicht die Hauptrolle, untermalen die Stimmung allerdings schön. Erst gegen Ende des Stücks wird es dann wieder ein wenig experimenteller und auch „abgefahrener“.

“You'd Better Believe It” heißt Titel Nummer 6 auf „Hall Of The Mountain Grill”. Der Song beginnt zunächst reichlich seltsam, mit einem am Synthesizer erzeugten Ton, der in seiner Höhe variiert wird. Dann setzen schließlich Bass, E-Gitarre, Schlagzeug und letztendlich auch der Gesang ein. Es entwickelt sich wieder eine treibende Nummer, in die sich Simon House immer wieder mit seiner Violine einbringen kann. Das Stück wirkt im weiteren Verlauf wieder sehr sphärisch und spacig, sodass das Genre nicht anders als mit Space Rock umschrieben werden kann. Es folgt der Titeltrack „Hall Of The Mountain Grill”. Das Lied ist eine wunderschöne Pianonummer, so wie man sie bisher von Hawkwind nicht kannte. Diese Nummer erzeugt eine ganz eigene Atmosphäre, die von düster bis sehnsüchtig reicht. Wahrlich eine Bereicherung der Platte.

Mit „Lost Johnny“ folgt eine Rock-Nummer, die ein klein wenig langweilig wirkt. „Goat Willow“ ist dagegen ein kurzer, zunächst reiner Synthesizer-Titel, bei dem dann noch Nik Turners Flöte, sowie ein spinettartiger Keyboardsound ihren Auftritt haben. Beendet wurde das ursprüngliche Album schließlich mit dem Song „Paradox“. Die Nummer ist zunächst ein Rock Song mit eingängigem Gesang, bis es dann deutlich härter wird. Und so rockt das Stück dem ursprünglichen Ende der Platte entgegen. Mit Einsetzen des mehrstimmigen Gesangs wird auch dieses Stück wieder sehr melodisch und gegen Ende fast schon bombastisch und symphonisch. Ein wahrlich würdiger Abschluss für dieses Album.

Mit vier Bonus Titeln wurde die remasterte Version von 1996 versehen. Dabei handelt es sich bei „You'd Better Believe It”, “The Psychedelic Warlords” und „Paradox” um stark gekürzte Single-Versionen der jeweiligen Album-Tracks. „It's So Easy”, die letzte Nummer auf der CD, ist dann ein Rock-Titel, der zwar nicht nervt, an die Qualität, der ursprünglich auf dem Album befindlichen Titel, jedoch nicht heranreicht. Einfach eine nette Zugabe für Hawkwind Fans.

Fazit: „Hall Of The Mountain Grill“ ist ein richtig gutes Album geworden, welches sowohl Space Rock Anhänger wie Freunde progressiver Rockmusik begeistern kann. Hier ist vieles melodischer als auf den ersten Veröffentlichungen der Band – ohne dabei jedoch langweilig zu wirken. Für mich ist „Hall Of The Mountain Grill“ eine Steigerung in der bisherigen Discographie von Hawkwind. Die Platte legt, obwohl die Vorgängeralben auch schon nicht schlecht waren, noch mal eine Schippe drauf und macht richtig Spaß. Hoch verdiente zwölf Punkte gibt es dafür.

Anspieltipps: The Psychedelic Warlords, Wind Of Change, Web Weaver, Hall Of The Mountain Grill



Samstag, 14. April 2012

Hawkwind – Hawkwind





Hawkwind – Hawkwind


Besetzung:

Dave Brock – vocals, six and twelve strings guitars, harmonica and percussion
John A. Harrison – bass guitar
Huw Lloyd – lead guitar
Terry Ollis – drums
Nik Turner – alto sax, vocals and percussion
Dikmik – electronics


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1970 / 2001


Stil: Progressive Rock, Space Rock


Trackliste:

1. Hurry On Sundown (5:01)
2. The Reason Is? (3:30)
3. Be Yourself (8:07)
4. Paranoia (Part 1) (1:09)
5. Paranoia (Part 2) (4:09)
6. Seeing It As You Really Are (10:49)
7. Mirror Of Illusion (7:08)


Bonus Tracks:

8. Bring It On Home (3:18)
9. Hurry On Sundown (5:06)
10. Kiss Of The Velvet Whip (5:28)
11. Cymbaline (4:04)




Noch deutlich anders, als auf den folgenden Alben der Band, ist diese erste Hawkwind Platte aus dem Jahr 1970. Bei den folgenden Veröffentlichungen sollte sich der Stil der Band erst noch genau herauskristallisieren und das Genre „Space Rock“ geboren werden, welches hier nur in Ansätzen zu vernehmen ist.

“Hurry On Sundown”, die erste Nummer auf dem Album, klingt eher nach Folk Rock als nach Space Rock. Es ist ein Titel, der so original auf eine der früheren Lindisfarne Platten gepasst hätte. Nicht zuletzt das Mundharmonikaspiel Dave Brocks trägt zu diesem Eindruck bei. „The Reason Is?“, im Anschluss daran, ist ein Titel, der sich sehr sphärisch anhört und wie die experimentelleren Sachen der frühen Pink Floyd klingt. „Be Yourself“ gestaltet sich dann zunächst ein wenig rockiger, um schließlich ebenfalls wieder in einen Part zu münden, der sich so auch auf der zweiten Pink Floyd Platte „A Saucerful Of Secrets“ hätte befinden können. Allerdings nur kurz, denn dann setzt ein Saxophon ein und der Track entwickelt nun doch ein wenig ein Eigenleben. Das Stück hat nun einen treibenden Rhythmus und variiert im weiteren Verlauf das Soloinstrument hin zur E-Gitarre. Schließlich wird die Musik zu einer groovenden Hochgeschwindigkeitsreise, bei der man nicht umhin kommt mit zu wippen.

„Paranoia (Part 1)“ ist kurz, ein wenig sphärisch und etwas mehr experimentell. „Paranoia (Part 2)“ präsentiert sich dann wieder in bester Pink Floyd Manier. Und auch hierbei bewegen wir uns wieder sehr im Bereich der experimentellen Stücke. Dann wird es meditativ betörend. Immer und immer wieder werden sechs Töne hypnotisierend wiederholt, bis das Ganze gegen Ende des Stückes immer langsamer abläuft und schließlich ganz zum Erliegen kommt.

„Seeing It As You Really Are“ ist anschließend mit knapp elf Minuten der längste Track auf dem Album. Und jetzt wird das Ganze noch einen Tick psychedelischer. Man hört zunächst sphärische Keyboardläufe, Geflüster, Sprachfetzen und einen im Mittelpunkt stehenden Bass. Das Gestöhne und Geflüster geht weiter und die E-Gitarre entwickelt auf diesem Untergrund ein Solo. Im Grunde genommen bleiben diese „Zutaten“ den ganzen Song über so erhalten, nur Nik Turners Saxophon bekommt noch mal eine Extrarolle zugedacht. Alles irgendwie abgefahren und schwer zu glauben, dass diese Art Musik so ohne kleine psychologische „Hilfsmittel“ komponiert werden konnte.

Beschlossen wurde das Album ursprünglich durch den Titel „Mirror Of Illusion“. Dieser hat nun wieder eine ganz normale Strophe sowie einen Refrain und stellt ein etwas treibenderes Rock-Lied dar. Und bei diesem Stück sind sie dann auch zu hören, diese kurzen, dem Synthesizer entlockten sphärischen Weltraumtöne, die hier in den Credits mit „Electronics“ umschrieben werden.

Vier Bonus Tracks gibt es auf der remasterten Version der CD zu hören. „Bring It On Home“ ist eine bluesige Country-Nummer, die ebenfalls wieder stark an Lindisfarne erinnert, allerdings von Willie Dixon stammt. „Hurry On Sundown” ist eine alternative Version zum ersten Lied des Albums und „Kiss Of The Velvet Whip“ ist ein leicht psychedelisch angehauchter Song mit einem abgefahrenen Saxophon-Solo. Schließlich gibt es ganz zum Schluss noch eine zweite Coverversion zu hören. Dieses Mal handelt es sich um Pink Floyds „Cymbaline“. Und diese Version ist wirklich überaus gelungen.

Fazit: Ganz war Hawkwind hier noch nicht beim Space Rock angekommen. Aber das Debut der Band um Dave Brock kann sich durchaus hören lassen. Hier frönen die sechs Musiker noch mehr dem Genre Psychedelic Rock, was ihnen auch gut gelingt. Wer sich für die Musik der Band interessiert, sollte allerdings lieber mit einem der nachfolgenden Alben beginnen, denn darauf erhält man einen besseren Eindruck von der Musik Hawkwinds – zumindest einen exemplarischeren. Acht Punkte.

Anspieltipps: Be Yourself, Seeing It As You Really Are



Mittwoch, 1. Februar 2012

Hawkwind – In Search Of Space





Hawkwind – In Search Of Space


Besetzung:

Nik Turner – alto sax, flute, audio generator, vocals
Dave Brock – vocals, electric guitar, acoustic 6 and 12 string, audio generator
Dave Anderson – bass, electric and acoustic 6 string guitars
Del Dettmar – synthesizer
Terry Ollis – drums, percussion
Dik Mik – audio generator


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Space Rock


Trackliste:

1. You Shouldn't Do That (15:42)
2. You Know You're Only Dreaming (6:38)
3. Master Of The Universe (6:17)
4. We Took The Wrong Step Years Ago (4:50)
5. Adjust Me ( 5:46)
6. Children Of The Sun (3:21)


Bonus Tracks:

7. Seven By Seven (original single version) (5:24)
8. Silver Machine (original single version) ( 4:40)
9. Born To Go (live single version edit) (5:04)




Auch wenn man den Begriff “Space Rock” noch nie gehört hat: Legt man Hawkwinds „In Search Of Space“ ein, so kommt man automatisch in die Situation, das gehörte irgendwie einzuordnen oder aber betiteln zu wollen. Und nichts passt dabei besser, kein Ausdruck ist in diesem Fall besser gewählt als „Space Rock“. Die Musik klingt in keinster Weise wie „Tangerine Dream“, Klaus Schulze oder sonstige Synthesizer Akrobaten, denn bei „Hawkwind“ stehen die Gitarren, zusammen mit Bass und Schlagzeug, im Vordergrund. Und dann gibt es zusätzlich noch den Synthesizer, der bei „Hawkwind“ im Booklet hier „Audio Generator“ genannt wird. Gleich drei Personen versuchen sich an diesem und erzeugen diese spacigen Sounds, dieses Fiepsen, Summen und Gurren, was durchaus an das Weltall denken lässt, obwohl es dort oben stumm ist, absolut stumm.

Nun und dann ist die Musik auch noch abgefahren. Fast schon monoton kann man das erste Stück „You Shouldn't Do That“ nennen. Da wird immer wieder auf demselben Riff rumgeritten und dann gibt es dazu jede Menge Saxophon Einlagen und eben diese „sphärischen“ Töne aus dem „Audio Generator“. Wenn man solche Musik macht, dann muss man was eingeworfen haben. Das braucht man allerdings nicht, um sich das Ganze anzuhören. „High“ wird man davon auch ohne Drogen – oder verrückt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass viele Leute mit diesem “Space Rock” nur wenig anfangen können. Allerdings hat das Lied was. Es ist nicht laut, es ist nicht atonal, es ist nicht besonders melodiös, aber es ist hypnotisierend und wenn man sich darauf einlassen kann auch richtiggehend packend. Und so trifft noch ein weiteres Adjektiv das Wesen dieses Stückes: Meditativ. Allerdings werden hierbei nur Meditationen unterstützt, die nicht der ganz leisen, ganz ruhigen Töne bedürfen.

„You Know You're Only Dreaming”, die zweite Nummer, wie auch „Adjust Me“, Track Nummer vier, erinnern stark an Stücke, wie sie auch auf „A Saucerful Of Secrets”, „More” oder „Ummagumma” von Pink Floyd hätten veröffentlicht worden sein können. In großen Teilen experimentell und ein wenig abgefahren. Da ist die Ähnlichkeit zu manchen Pink Floyd Stücken dieser Ära unüberhörbar. Titel Nummer 3, „Master Of The Universe” ist dann ein Hawkwind Klassiker. Ein harte und treibende Nummer, die zum „Head Banging“ einlädt. Rhythmisch ein richtiger Kracher und was auf den ersten Track zutraf, das stimmt auch hier: Das Stück ist monoton, aber genau darin liegt auch das „gewisse Etwas“.

Akustische Nummern gibt es ebenfalls auf dem Album. Da ist zum einen „We Took The Wrong Step Years Ago“, ein Stück, welches mit “synthetischem Mövengekreische eingeleitet wird. Und zum anderen der Titel „Children Of The Sun“. Und auch diese beiden Stücke haben was. Ersterer von den beiden gefällt durch seine schöne Melodie, letzterer kann mit einer schönen Flöteneinlage aufwarten und überzeugen.

Die remasterte Veröffentlichung aus dem Jahr 1996 wartet nun noch mit drei Bonustracks auf. Und darunter befindet sich sogar die „Original Single Version“ von „Silver Machine“, mit Sicherheit einem der bekanntesten Stücke von Hawkwind. Dazu noch die Single Version von „Seven By Seven“, sowie eine Live Single Version von „Born To Go“. Bei allen drei Titeln hört man zwar deutlich, dass es sich dabei um nicht remasterte Fassungen handelt, allerdings schmälert die schlechtere Qualität nur bei der letzten Aufnahme ein wenig den Hörgenuss.

Nicht unerwähnt sollte hier auch das Booklet bleiben. Das ist aufwendig und schön gestaltet und es enthält unter anderem die Geschichte der Reise des „Spacecraft Hawkwind“ in Form eines Logbuchs. Da hat man sich wirklich Mühe gegeben, doch ist das Ganze leider in so kleiner Schrift abgedruckt, dass eine Lupe zum Entziffern des Textes sehr hilfreich ist.

Fazit: Wer sich für Musik der siebziger Jahre interessiert und den Fokus dort auf die erste Hälfte des Jahrzehnts legt, der sollte auch „Space Rock“ kennen. Und zum Einstieg ist die 1971er Scheibe von Hawkwind „In Search Of Space“ bestens dazu geeignet. Derartige Musik gibt es heute nicht mehr. Allerdings, wenn man sich ab und an mit Techno die Dröhnung gibt und dazu abtanzt und gleiches dann mal mit dieser Platte bei voller Lautstärke ausprobiert… Ich bin mir nicht sicher, ob die dabei gemachten Erfahrungen so unterschiedlich sein werden. Aber man kann sich auch nur „hörend“ auf diese Scheibe einlassen, die sogar noch mit weiteren Durchgängen wächst - und damit zehn Punkte erreicht.

Anspieltipps: You Shouldn't Do That, You Know You're Only Dreaming, Master Of The Universe