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Dienstag, 30. September 2025

Jordsjø – Salighet

 



Jordsjø – Salighet


Besetzung:

Håkon Oftung – vocals, flute, guitar, bass, keyboards
Kristian Frøland – vocals, percussion, drums


Gastmusiker:

Mats Lemjan – clarinet
Vilde Mortensen Storesund – vocals
Ståle Langhelle – keyboards ("Ura")




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Invokasjon (2:52)
2. Sankeren (7:21)
3. Salighet I (6:17)
4. Salighet II (6:10)
5. Ura (6:38)
6. Danseritualer Fra Jordsjø - Prosesjon & Ekstase (2:54)
7. Stjernestigen (10:22)

Gesamtspieldauer: 42:37



„Salighet“ heißt das fünfte Album der norwegischen Band Jordsjø. Das Album erschien im Jahr 2023 auf dem Plattenlabel Karisma Records. „Salighet“ heißt übersetzt „Seligkeit“ und wenn man dem Genre Progressive Rock viel abgewinnen kann, dann kann sich beim Hören dieses Albums durchaus so etwas wie Seligkeit einstellen – oder auch einfach „nur“ Freude.

„Salighet“ klingt spannend und abwechslungsreich und ist eine progressive Scheibe geworden, die mitunter auch jazzige Einfärbungen bereithält. Dies vor allen Dingen gegen Ende des Albums bei dem Titel „Danseritualer Fra Jordsjø - Prosesjon & Ekstase“, aber auch abschnittsweise im Lied „Sankeren“. Danach klingt das Album fast schon getragen und sanft mit „Stjernestigen“ aus, wobei die zwischenzeitlichen Ausbrüche in dieser Nummer immer sehr melodiös erklingen und gar nicht mehr jazzig. Zwei ziemliche Extreme gegen Ende der Scheibe und davor?

Davor startet das Album mit „Invokasjon“ ungemein rockig, mit tollem Flöteneinsatz und mal verzerrten, dann wieder akustischen Gitarren. Auch das sich anschließende „Sankeren“ startet mit einem rockigen Gitarrenlauf, um dann in ein melodisches und abwechslungsreiches Stück überzugehen, welches durch den Gesang auf Norwegisch für deutsche Ohren fast schon verwunschen klingt. Die Nummer ändert wieder ihren musikalischen Ansatz und klingt dann – wie oben bereits erwähnt – fast schon jazzig.

Anschließend folgen die beiden Titelnummern „Salighet I“ und „Salighet II“. Ganz klar die Höhepunkte der Platte, da hier die beiden Musiker einen wunderschön melodiösen Progressive Rock zelebrieren, der einen bereits beim ersten Hören einfängt. Tolle Musik, in die sich so trefflich und wunderbar eintauchen lässt, wenn man denn auf überraschende Wendungen, diverse Stimmungen in einem einzigen Lied, viele Tempo- und Rhythmuswechsel steht. Das Herz des Progressive Rock Fans schlägt zumindest hier höher.

Der Titel „Ura“ schließt sich da an, ebenfalls sehr hörenswert, wenn auch nicht ganz so überzeugend wie die beiden Titelnummern.

Fazit: Neben Jordsjø gibt es einige skandinavische Bands, die die Flagge des Progressive Rocks hochhalten. Und Jordsjø können das besonders gut. Musik mit vielen Überraschungen, eingängig, melodiös, fordernd und niemals langweilig. Musik für die Kopfhörer auf dem Lieblingsplatz. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Salighet I, Salighet II, Stjernestigen



Sonntag, 22. Juni 2025

Pattern-Seeking Animals – Spooky Action At A Distance

 



Pattern-Seeking Animals – Spooky Action At A Distance


Besetzung:

Ted Leonard – lead vocals and guitar
Jimmy Keegan – drums, percussion and vocals
Dave Meros – basses
John Boegehold – synthesizers, programming, mellotron, guitars, electric sitar, charango, ronrocco, vihuela, mandocello, autoharp, string arrangements and vocals


Gastmusiker:

Abbie Parker – backing vocals (1, 4, 10)
Alex Bone – tenor sax (4)
Diane Boothby – backing vocals (1, 2, 5, 6, 10)
Gary Cambra – additional guitar (10)
Holly Rix – backing vocals (7, 9)
Ivy Marie – backing vocals
Liz Hanks – cello (1)
Maisie Ireland – cor anglais (4)
Marcela Detroit – backing vocals (6)
Rich Mangicaro – percussion (4, 7, 8, 9)
Sue Winsberg – flute (4, 9)
Vesislava – cello (3)
Eliza James – violin (5, 6)
Rebecca Schlappich Charles – violin (5, 6)
Jennifer Wu – violas (5, 6)
Danica Pinner – cello (5, 6)




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Man Made Of Stone (7:03)
2. Window To The World (3:58)
3. What Awaits Me (5:22)
4. He Once Was (12:16)
5. Underneath The Orphan Moon (3:52)
6. Clouds That Never Rain (5:20)
7. Bulletproof (4:18)
8. Somewhere North Of Nowhere (6:48)
9. Summoned From Afar (7:35)
10. Love Is Still The Light (4:43)

CD2:

1. There Goes My Baby (3:52)
2. Orphans Of The Universe (Live at Progstock 2022) (10:41)
3. Elegant Vampires (Live at Progstock 2022) (4:29)
4. Time Has A Way (Live at Progstock 2022) (13:13)


Gesamtspieldauer: CD1 (1:01:19) und CD2 (32:17): 1:33:36



In sehr schöner Regelmäßigkeit hält, die aus aktuellen und ehemaligen Spock’s Beard Mitgliedern bestehende Band Pattern-Seeking Animals, das Banner des amerikanischen Progessive Rocks hoch. Seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 2019 vergingen zwischen zwei Veröffentlichungen maximal zwei Jahre. Dieses Mal hat es lediglich ein Jahr gedauert, bis nach „Only Passing Through“ im Jahr 2022 mit „Spooky Action At A Distance“ bereits das vierte Studioalbum der Pattern-Seeking Animals erschien.

Und erneut enttäuschen die vier Musiker keineswegs. Komponist John Boegehold hat erneut ein Album zusammengestellt, welches nur so von schönen Harmonien und eingängigen Melodien strotzt. Dabei sind es wieder einmal – wie könnte es bei einer Band im Umkreis des Progressive Rocks auch anders sein? – die längeren Titel, die besonders überzeugen. Viele Wendungen, atmosphärische- und Rhythmuswechsel, spannende Steigerungen, rockige Passagen neben ganz leisen Tönen und dazu noch wunderschöne Gesangsharmonien. Diese Mischung begeistert einmal mehr und wurde gerade in den Longtracks perfekt umgesetzt.

Beim Progressive Rock scheiden sich die Freunde dieser Musik oftmals in zwei Lager. Jene, denen es gar nicht experimentell genug sein kann, die frickelige Passagen lieben, auch mal atonale Töne als wahre Bereicherung und Auflockerung betrachten. Und dann sind da auf der anderen Seite die Hörer, welche die Harmonie und die wunderschöne Melodie suchen. Gemein ist beiden Gruppen die Freude an der Abwechslung, am unerwarteten Verlauf eines Titels. Die Pattern-Seeking Animals bedienen mit ihrem vierten Album allerdings „nur“ die zweite Fraktion, diese dann aber absolut konsequent. Das Album geht ins Ohr und macht Spaß.

Rockige Klänge, folkige Passagen, hymnische Abschnitte und auch ein wenig Pop paaren sich auf „Spooky Action At A Distance“ – und das in einer sehr gelungenen und überzeugenden Art und Weise. Übersetzt heißt der Albumtitel „Gespenstische Wirkung in der Ferne“ und widerspricht eigentlich dem idealen Hören des Albums. Dieses genießt man nämlich am besten ganz nah auf den Ohren, mit Kopfhörern auf seinem Lieblingsplatz.

Die zweite CD enthält das etwas poppige und eingängige There Goes My Baby“ sowie drei Live-Aufnahmen, je eine von den ersten drei Veröffentlichungen. Die Qualität der Aufnahmen ist sehr gut und man hört kaum, dass es sich dabei um Live-Einspielungen handelt. Vor allen Dingen die drei Live-Mitschnitte sind sehr hörenswert und eine schöne Zugabe.

Fazit: Auch das vierte Album der Pattern-Seeking Animals weiß zu überzeugen. Wer die ersten drei Platten der Band mochte, wird von „Spooky Action At A Distance“ sicherlich nicht enttäuscht werden. Eine Weiterentwicklung der Musik der Band gibt es nicht, der mit dem ersten Album eingeschlagene musikalische Weg wird konsequent fortgesetzt. Viele dürfte das freuen. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Man Made Of Stone, He Once Was, Summoned From Afar



Mittwoch, 12. März 2025

Eloy – Echoes From The Past

 



Eloy – Echoes From The Past


Besetzung:

Frank Bornemann – vocals, guitar
Steve Mann – keyboards
Klaus-Peter Matziol – bass
Stephan Emig – drums, percussion


Gastmusiker:

Tobias Reckfort – several additional keyboards on 1, 2, 4, 6, 7, programmings on 6
Nic Knoll – several additional keyboards on 1, 4, 6,7, 8
Arthur Kühfuss – backing vocals
Finn Mac Cozmac – backing vocals
Carinha – backing vocals
Elin Bell – backing vocals
Anke Renner – backing vocals
Kim Baete – backing vocals




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Conspiracy (5:44)
2. Compassion For Misery (3:04)
3. Echoes From The Past (5:39)
4. Danger (4:41)
5. Deceptive Glory (5:09)
6. Warning Signs (6:33)
7. Fate (3:20)
8. The Pyre (9:21)
9. Farewell (5:17)

Gesamtspieldauer: 48:53



„Echoes From The Past“ ist nicht nur das zwanzigste Studioalbum von Eloy, wenn man den Soundtrack „Code Name: Wild Geese“ von 1984 nicht mitrechnet, es ist auch der dritte und abschließende Teil der Trilogie um das Leben und Wirken der französischen Nationalheldin Jeanne d’Arc. „Echoes From The Past“ erschien im Jahr 2023 auf dem Plattenlabel Drakkar Entertainment.

Nun, lange muss man nicht in die Platte hineinhören, um zu spüren, dass es sich bei „Echoes From The Past“ um ein Eloy-Album handelt. Bereits im ersten Stück „Conspiracy“ gibt es eine Passage, die unüberhörbar an „Poseidon’s Creation“ aus dem 1977er Album „Ocean“ angelehnt ist. Doch auch ansonsten klingt diese Platte nach Eloy. Natürlich ist da der Gesang Frank Bornemanns, dessen Stimme nun etwas gealtert klingt – kein Wunder bei inzwischen 78 Jahren. Doch dieser Gesang gehört einfach zu Eloy und ist nicht wegzudenken. Schließlich sind es auch der Synthesizer-Sound sowie das Gitarrenspiel, alles Zutaten, die eindeutig nach Eloy klingen.

Alle Zutaten eines überzeugenden Eloy-Albums sind auch auf „Echoes From The Past“ enthalten. Opulente Instrumentierung, schöne Melodien und viele atmosphärische Wechsel im Liedaufbau. Das klingt mal sphärischer, dann wieder rockig, und das ein oder andere überzeugende Gitarrensolo lässt Frank Bornemann auch wieder mit einfließen. Kopfhörer auf, ein gemütliches Plätzchen gesucht und eine kleine musikalische geschichtliche Reise kann beginnen, die inhaltlich aber bekanntlich kein Happy End nahm. Dafür kann die Musik Eloy-Fans umso mehr überzeugen.

Im Booklet sind glücklicherweise alle Texte in einem Heftchen mit abgedruckt, wenn man denn die Geschichte mit verfolgen möchte ist das sicher eine angenehme Zugabe. Dazu gibt es noch ein kleines Poster, was allerdings natürlich sehr klein gefaltet werden musste. Trotzdem kein 08/15 Cover und insgesamt natürlich wertiger als jedes Streaming-Format.

Fazit: Wer die Musik von Eloy bereits lange verfolgt und diese zu schätzen weiß, der wird auch „Echoes From The Past“ mögen. Eloy experimentieren auf dieser Scheibe nicht mit ihrem musikalischen Stil, sondern präsentieren Musik, die nach Eloy klingt und die so wohl auch von Eloy-Fans gewünscht wird. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Danger, Farewell



Samstag, 22. Februar 2025

Balmorhea – Pendant World

 



Balmorhea – Pendant World


Besetzung:

Rob Lowe – juno-106, mellotron, mini moog, nylon guitar, op-1, parlor guitar, piano, percussion, samples, vocals
Michael A. Muller – acoustic guitar, bass guitar, electric guitar, mellotron, nylon guitar, parlor guitar, percussion, vocals


Gastmusiker:

Aisha Burns – violin, vocals
Sam Gendel – tenor saxophone
Steph Jenkins – vocals
Clarice Jensen – cello
Lisa Morgenstern – vocals
Joseph Shabason – ewi, flute, tenor saxophone
Jonathan Sielaff – clarinet
Jason Treuting – drum kit, percussion




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Post Rock


Trackliste:

1. Nonplussed (0:40)
2. Oscuros (4:15)
3. Step Step Step (4:01)
4. Desiderium (2:55)
5. The Bright Door (2:25)
6. Loess (2:53)
7. New Conditions (3:54)
8. Held (3:44)
9. Range (1:43)
10. Fire Song (2:05)
11. Violet Shiver (3:33)
12. Elsewhere (4:14)
13. Depth Serenade (5:32)

Gesamtspieldauer: 42:01



„Pendant World“ heißt das inzwischen neunte Studioalbum des US-amerikanischen Duos Balmorhea aus Austin, Texas. „Pendant World“ wurde im Jahr 2023 auf dem Plattenlabel Deutsche Grammophon veröffentlicht und beinhaltet einmal mehr überaus ruhigen, mitunter sogar minimalistischen Post Rock.

Oftmals werden die Lieder vom Piano dominiert, die wenigen Ausnahmen des Albums bestätigen hier die Regel. Insgesamt erklingt die Platte fast durchgängig sanft und zart, nur ganz selten hören sich die Lieder zumindest teilweise etwas „lebendiger“, wie zum Beispiel beim Stück „New Conditions“, an. Doch auch dieses Lied weist eine gewisse Melancholie auf, verströmt eine nicht zu überhörende Sentimentalität, die sich durch das komplette Album zieht. So ist „New Conditions“ auch eines der wenigen Stücke, die mit Perkussion unterlegt wurde.

Ist es mal nicht das Piano, welches ein Stück beherrscht, dann hört man sanfte Gitarrenklänge, die durch einen Titel leiten. Immer ruhig, zurückhaltend, nachdenklich. Und auch wenn in den Credits einige „Vocals“ aufgeführt sind, so wird auf „Pendant World“ doch nicht gesungen. Dieser „Gesang“ beschränkt sich auf ein paar „Aaahs“ und „Ooohs“, die ein Stück dann noch ein wenig bereichern. „Violet Shiver“ stellt bezüglich der Perkussion sowie des Gesangs allerdings eine Ausnahme dar, denn die Nummer erklingt alles andere als unaufgeregt und will so gar nicht zum Rest der Platte passen – lockert damit jedoch das Album auch auf.

Trotz der sanften, melancholischen Klänge kann man kaum davon sprechen, dass die einzelnen Lieder ins Ohr gehen. Sie klingen zwar melodisch und harmonisch, doch die einzelnen Melodien sind nicht so sehr ausgeprägt, dass sie sich verfangen könnten. Es sind Stimmungen und Atmosphären, die auf „Pendant World“ zelebriert werden, die zum Träumen und „Sich-Fallen-Lassen“ animieren, zum Ausruhen und Entspannen einladen.

Fazit: Die einen werden „Pendant World“ für ein sehr langweiliges Album halten, andere wiederum werden es für seine zarten Töne feiern, um sich dabei vom Stress des Tages zu erholen. „Pendant World“ ist keineswegs ein Album, welches man immer und zu jeder Tageszeit hören mag. Doch in den stillen Momenten des Tages oder der Nacht, wenn man sich denn darauf einlassen kann, in diesen Momenten klingt es nahezu perfekt, um die Situation zu untermalen. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Bright Door, Range, Depth Serenade



Freitag, 14. Februar 2025

Rival Sons – Darkfighter

 



Rival Sons – Darkfighter


Besetzung:

Jay Buchanan – vocals, acoustic guitars
Scott Holiday – acoustic & electric guitars, additional percussion on track 3
Michael Miley – drums
Dave Beste – bass guitars
Todd Ögren – keyboards


Gastmusiker:

Dave Cobb – acoustic guitars on tracks 6 &7, shaker on tracks 1, 2 & 5, additional percussion on track 3




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Rock


Trackliste:

1. Mirrors (5:01)
2. Nobody Wants To Die (3:42)
3. Bird In The Hand (4:28)
4. Bright Light (4:33)
5. Rapture (4:24)
6. Guillotine (5:05)
7. Horses Breath (6:04)
8. Darkside (6:18)

Gesamtspieldauer: 39:39



„Darkfighter“ heißt das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Band Rival Sons. Es wurde am 2. Juni 2023 auf dem Plattenlabel Atlantic Records veröffentlicht und enthält die beiden ausgekoppelten Singles „Nobody Wants To Die“ sowie „Bird In The Hand“. Die Platte belegte Platz 36 der US-Billboard Charts, Platz 30 der UK-Albums und kletterte in Deutschland sogar bis auf Platz 15 der Charts.

Auch mit „Darkfighter“ veröffentlichen die Rival Sons ein sehr überzeugendes Album. Die acht Titel der Platte rocken und gehen sehr schnell ins Ohr, bereits beim ersten Mal des Hörens. Dazu animieren die Nummern unverzüglich zum Mitwippen – Rock mitreißend und ansteckend. Klasse gelungen sind auch die Stimmungswechsel, die einen Titel von sanft klingend nach kompromisslos rockend und wieder zurück, wunderschön und spannend auflockern.

Wer auf eingängigen und niemals langweiligen Rock steht, die oder der wird auf diesem Album mit Sicherheit fündig. Zudem gibt es unter den acht Titeln keine negativen Ausreißer. Alle Lieder lohnen gehört zu werden. Höhepunkte sind dabei gleich der Opener „Mirrors“, eine Nummer, die die ganze Bandbreite der Musik der Rival Sons in sich vereinigt. „Bird In The Hand“ beginnt fast wie ein Folk-Stück, um sich dann zu einem stampfenden Rocker zu entwickeln, der sich schnell im Ohr festsetzt und ein wenig 80er-Vibes verströmt. „Bright Light“ klingt sehnsüchtig und im Refrain fast schon hymnisch. „Darkside“ stellt schließlich den würdigen Abschluss dieses Albums dar. Das Lied umschmeichelt einmal mehr das Ohr und spielt wunderschön mit den Atmosphären, indem es sich mal überaus sanft generiert, um dann wieder ordentlich los zu rocken.

Fazit: Mit „Darkfighter“ haben es die Rival Sons einmal mehr geschafft ein sehr überzeugendes Rock-Album vorzulegen. Es finden sich keine Ausfälle auf dem Album, dafür allerdings acht gute Titel. Für Rock-Fans sicherlich eine lohnende Sache. Und wenn man dann doch einen negativen Aspekt anführen möchte, dann ist es die relativ kurze Laufzeit von nicht mal vierzig Minuten. Ansonsten ein wahrlich gutes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Mirrors, Bird In The Hand, Bright Light, Darkside



Donnerstag, 30. Januar 2025

Agitation Free – Momentum

 



Agitation Free – Momentum


Besetzung:

Lutz Graf-Ulbrich – guitar, acoustic guitars, banjo
Michael Hoenig – keyboards, synthesizers, electronic percussion
Gustl Lütjens – guitar, acoustic guitar, vocals
Burghard Rausch – drums, electronic percussion
Daniel Cordes – bass, synthesizers


Label: MIG Music


Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Instrumentale Musik, Progressive Rock


Trackliste:

1. Nouveau Son (8:35)
2. Levant (7:54)
3. Nightwatch (9:27)
4. Lilac (6:19)
5. Momentum (9:19)
6. Shibuya (8:15)
7. InDaJungl (7:04)

Gesamtspieldauer: 56:57



Ganze drei Alben hatte die deutsche Band Agitation Free zuvor veröffentlicht gehabt. „Malesch“ (1972), „2nd“ (1973) sowie 26 Jahre später „River Of Return“ im Jahr 1999. Dieses Mal hat es nun „lediglich“ 24 Jahre gedauert, bis mit „Momentum“ das vierte Studioalbum der Band im Jahr 2023 folgte.

Zu Beginn ertönt eine französische Stimme, die Agitation Free ankündigt. Dann taucht man schnell ein in den Sound der Band, bei dem es sich um Instrumentalmusik handelt, die in sieben, sieben bis knapp neuneinhalb Minuten langen Liedern dargeboten wird. Lediglich beim Titellied erklingen einige eingesungene „Oooohs“. Man hört eine Mischung aus progressiven und psychedelischen Themen, die allerdings ganz im Hier und Jetzt verankert sind und nichts mit den bisherigen Veröffentlichungen der Band gemein haben.

Die Musik erklingt zumeist melodiös, an der einen oder anderen Stelle dann auch mal etwas experimenteller. Insgesamt gehen die Lieder gut ins Ohr, ein immer wiederkehrender Einschlag hin zur Weltmusik mit östlicher Einfärbung ist dabei auszumachen. Von den Instrumenten her steht die Gitarre deutlich im Vordergrund, diese jammt und rockt, doch ihr werden auch immer wieder zarte Töne entlockt.

Insgesamt klingt „Momentum“ durchaus hörenswert, allerdings bleibt die Musik auch nach mehrmaligem Hören nicht unbedingt hängen. Oftmals macht man diese Erfahrung bei instrumentaler Musik, die dann vielleicht nicht diesen einen außergewöhnlichen Musikbogen aufweist – und diesen gibt es hier nicht zu hören. Eine Sängerin oder ein Sänger hätten ganz eindeutig den Wiedererkennungswert der Musik erhöht, doch das ist natürlich nicht der Ansatz von Agitation Free. Trotzdem ist „Momentum“ gewiss keine schlechte Scheibe geworden. Gemütlich auf seinem Lieblingsplatz sitzend oder liegend, mit Kopfhörern ausgestattet, kann das Album seine volle Kraft für die Hörerin und den Hörer entwickeln.

Fazit: Ein schönes und abwechslungsreiches Instrumentalalbum ist „Momentum“ von Agitation Free geworden. Es erklingt eingängig, doch auch ein paar experimentellere Passagen gibt es zu hören, die „Momentum“ auflockern. Der ganz große Wurf ist die Scheibe nicht geworden, denn dazu fehlt irgendwie das Besondere, Außergewöhnliche. Trotzdem ein Album, was gehört werden sollte. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Levant



Donnerstag, 17. Oktober 2024

James Harries – Hiraeth

 



James Harries – Hiraeth


Besetzung:

James Harries – vocals, guitar


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Tranzistor


Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. Diamond Girl (3:14)
2. Stranger To Me (5:34)
3. Throw My Arms Around The World (3:43)
4. Gold (2:59)
5. Rita (3:04)
6. You Are Missing From Me (3:19)
7. I'm Not Talking To You (5:53)
8. Don‘t Tell Me How It Ends (5:09)
9. Home (4:24)
10. Could We Still Be Lovers (3:54)

Gesamtspieldauer: 41:18



Der aus Manchester stammende Musiker James Harries ist ein Singer-Songwriter und Filmkomponist, der seine beiden Lebensmittelpunkte in Großbritannien sowie Tschechien gefunden hat und zwischen diesen beiden Ländern hin- und herpendelt. „Hiraeth“ ist bereits die zehnte Soloplatte des Briten und erschien am 14. Juni 2023 auf dem Plattenlabel Tranzistor.

Auf „Hiraeth“ hört man eine sehr sanft klingende Folk-Pop-Mischung, die jederzeit ins Ohr geht. Fast schon zerbrechlich klingen die insgesamt zehn Nummern des Albums. Dies liegt zum einen an der sehr zurückhaltenden, von der akustischen Gitarre dominierten Instrumentierung sowie an dem weichen Gesang des James Harries, der seine Geschichten fast schon gehaucht in das Mikrophon singt.

Dabei klingt die Musik des englischen Musikers nie langweilig oder gar eintönig. Die ruhigen Stücke werden mitunter mit kurzen Bläsersätzen, Streicherarrangements, einem Piano oder einem Cello unterfüttert und auch die Perkussion ist nicht ganz außen vor, sondern wird in ausgewählten Stücken mit einem besonderen Part bedacht. Dabei klingt die Musik auf „Hiraeth“ immer wunderschön melodiös und an manchen Stellen fast schon träumerisch verwunschen. Musik zum Träumen und Entspannen.

Fazit: Ein schönes und sanftes Album ist James Harries mit „Hiraeth“ einmal mehr gelungen. Wer die sanften Töne in der Musik zu schätzen weiß, die oder der wird beim Hören von „Hiraeth“ einige magische Momente für sich entdecken können. Umso schöner, dass man Ende Oktober bis Mitte November 2024 auch die Möglichkeit hat, James Harries live in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen und zu hören. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: I’m Not Talking To You


Tourtermine:

26/10/2024 - Künzelsau - Kokolores
30/10/2024 - Stuttgart - Galao
31/10/2024 - Basel - Atlantis
01/11/2024 - Bad Frankenhausen - Panorama Museum
02/11/2024 - Bordersholm - Savoy Theatre
03/11/2024 - Lalendorf - Schloss Vietgest
04/11/2024 - Lübeck - Tonfink
06/11/2024 - Göttingen - Dots
07/11/2024 - Isny - Reflektorium
08/11/2024 - Karlsruhe - Nun Cafe
09/11/2024 - Freiburg - Schloss Cafe
10/11/2024 - Olten - Cielonoveno
12/11/2024 - Halle/Saale - Objekt 5
13/11/2024 - Ludwigslust - Braumanufaktur
14/11/2024 - Lüneburg - Kulturforum
15/11/2024 - Kiel - Leuchtturm
16/11/2024 - Berlin - Zimmer 16
17/11/2024 - Bad Kötzting - Bahnhof Kötzting
19/11/2024 - Vienna - Haus der Musik



Dienstag, 12. Dezember 2023

Peter Gabriel – I/O






Besetzung:

Peter Gabriel – lead vocals, backing vocals, treated vocals (on "And Still") keyboards, piano (on "The Court", "So Much", "Olive Tree", "Love Can Heal", "And Still" and "Live and Let Live"), synths, programming (on "Panopticom", "The Court", "I/O", "Road to Joy", "Olive Tree", "This Is Home", "And Still" and "Live and Let Live"), percussion (on "Four Kinds of Horses", "Love Can Heal","And Still" and "Live and Let Live"), manipulated charango (on "Road to Joy"), glass harp (on "And Still")


Gastmusiker:

David Rhodes – guitars (except on "Playing for Time"), acoustic guitar (on "Olive Tree"), acoustic 12 string guitar (on "So Much" and "Olive Tree"), backing vocals
Tony Levin – basses
Manu Katché – drums (except on "Four Kinds of Horses", "So Much","Love Can Heal" and "And Still")
Ged Lynch – percussion (on "Olive Tree" and "Love Can Heal")
Tom Cawley – piano (on "Playing for Time")
Evan Smith – saxophone (on "Olive Tree")
Josh Shpak – trumpet (on "Road to Joy" and "Olive Tree")
Melanie Gabriel – backing vocals (on "The Court", "Four Kinds of Horses", "So Much", "Love Can Heal" and "Live and Let Live)
Ríoghnach Connolly – backing vocals (on "Panopticom", "Love Can Heal" and "This Is Home")
Jennie Abrahamson – backing vocals (on "Love Can Heal")
Linnea Olsson – cello (on "Love Can Heal"), backing vocals (on "Love Can Heal")
Angie Pollock – synths (on "Love Can Heal")
Brian Eno – synths (on "Panopticom", "The Court", "This Is Home" and "Live and Let Live"), bells (on "Panopticom"), percussion (on "The Court"), rhythm programming and progressing (on "Four Kinds of Horses" and "Road to Joy"), electric worms and additional synths (on "Four Kinds of Horses"), manipulated guitar and ukulele (on "Road to Joy"), rhythm programming (on "Live and Let Live")
Oli Jacobs – synths (on "Panopticom", "Playing for Time", "I/O" and "This Is Home"), programming (on "Panopticom", "The Court", "I/O", "This Is Home" and "Live and Let Live"), piano (on "Four Kinds of Horses"), tambourine (on "This is Home")
Don-E – bass synth (on "Road to Joy")
Katie May – acoustic guitar (on "Panopticom" and "I/O"), percussion (on "The Court", "This Is Home" and "Live and Let Live"), Rickenbacker guitar (on "I/O"), synths (on "I/O"), rhythm programming (on "Four Kinds of Horses"), guitar effects (on "Love Can Heal")
Richard Evans – D whistle (on "I/O"), mandolin (on "Olive Tree")
Richard Chappell – programming (on "Panopticom", "The Court", "I/O", "Olive Tree", "And Still" and "Live and Let Live")
Richard Russell – filtered percussion (on "Four Kinds of Horses")
Hans-Martin Buff – additional percussion and synths (on "Road to Joy")
Ron Aslan – additional synths (on "Road to Joy")
Oli Middleton – percussion (on "This Is Home")
Paolo Fresu – trumpet (on "Live and Let Live")
Steve Gadd - brush loop (on "Live and Let Live")
Orchestral and choral musicians
Violins: Everton Nelson, Ian Humphries, Louisa Fuller, Charles Mutter, Cathy Thompson, Natalia Bonner, Richard George, Marianne Haynes, Martin Burgess, Clare Hayes, Debbie Widdup, Odile Ollagnon
Violas: Bruce White, Fiona Bonds, Peter Lale, Rachel Roberts
Cellos: Ian Burdge (including solo cello on "And Still"), Chris Worsey, Caroline Dale, William Schofield, Tony Woollard, Chris Allan
Double basses: Chris Laurence, Stacey Watton, Lucy Shaw
Trumpet: Andrew Crowley
Tenor trombone/Euphonium: Andy Wood
Tenor trombone: Tracy Holloway
Bass trombone: Richard Henry
Tuba: David Powell
French horn: David Pyatt, Richard Bissill
Flute: Eliza Marshall
Orchestra conductor: John Metcalfe
Orchestra leader: Everton Nelson
Orchestral arrangements: John Metcalfe, Peter Gabriel (on "The Court", "So Much", "Olive Tree", "And Still" and "Live and Let Live") and Ed Shearmur (on "Playing for Time")
The Soweto Gospel Choir: (on "I/O", "Road to Joy" and "Live and Let Live")[63]
Soprano: Linda Sambo, Nobuhle Dhlamini, Phello Jiyane, Victoria Sithole
Alto: Maserame Ndindwa, Phumla Nkhumeleni, Zanele Ngwenya, Duduzile Ngomane
Tenor: George Kaudi, Vusimuzi Shabalala, Xolani Ntombela, Victor Makhathini
Bass: Thabang Mkhwanazi, Goodwill Modawu, Warren Mahlangu, Fanizile Nzuza
Soloists: Phello Jiyane (Soprano), Duduzile Ngomane (Alto), Vusimuzi Shabalala (Tenor), Fanizile Nzuza (Bass), Victor Makhathini (Male voice Zulu improvisations), Phumla Nkhumeleni (Female ululating and chanting) (on "Live and Let Live")
Musical director / vocal arranger: Bongani (Honey) Ncube
Orphei Drängar: (on This Is Home)
First tenors: Per Bergeå Af Geijerstam, Lukas Gavelin, Stefan Grudén, Lionel Guy, Samuel Göranzon, Björn Hagland, Peter Hagland, Henrik Hallingbäck, Magnus Hjerpe, Oskar Johansson, Lars Plahn, Carl Risinger, Alexander Rosenström, Pär Sandberg, Magnus Sjögren, Magnus Store, Stefan Strålsjö, Henrik Sundqvist, Staffan Sundström, Jon Svedin, Olle Terenius, Maki Yamada
Second tenors: Johan Berglund, Kristian Cardell, Jens Carlander, Jun Young Chung, Joakim Ekedahl, Olle Englund, Nils Frykman, Anton Grönberg, Johan Hedlund, Daniel Hjerpe, Fredrik Kjellröier, Kristofer Klerfalk, Nils Klöfver, Mattias Lundblad, Per-Henning Olsson, Peter Stockhaus, Peter Stureson, Anders Sundin, Erik Sylvén, Clas Tegerstrand, Magnus Törnerud, Sebastian Ullmark, Oskar Wetterqvist, Erik Östblom
First basses: Jonas Andersson, Filip Backström, Nils Bergel, Rickard Carlsson, Daniel Dahlborg, Oloph Demker, Nils Edlund, Erik Hartman, Lars Johansson Brissman, Elis Jörpeland, Jan Magnusson, Johan Morén, Tobias Neil, David Nogerius, Stein Norheim, Jacob Risberg, Stefan Simon, Henrik Stolare, Tor Thomsson, Håkan Tribell, Gunnar Wall, Fredrik Wetterqvist, Kristofer Zetterqvist, Samuel Åhman
Second basses: Gustav Alberius, Lars Annernäs, Emil Bengtsson, Anders Bergendahl, Peter Bladh, Max Block, Ludwig Engblom Strucke, Stefan Ernlund, Fredrik Hoffmann, Boris Klanger, Adam Liifw, Andreas Lundquist, Marcus Lundwall, Joakim Lücke, Johan Muskala, Björn Niklasson, Mattias Nilsson, Elias Norrby, Ola Olén, Carl Sandberg, Magnus Schultzberg, Anand Sharma, Isak Sköld, David Stålhane, Stefan Wesslegård, Gustav Åström
Choir conductor: Cecilia Rydinger [sv]
Choir arrangement: Peter Gabriel with Dom Shaw and Cecilia Rydinger




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Rock, Pop Art Rock, Art Pop


Trackliste:


CD1 (Bright-Side Mix):

1. Panopticom (5:13)
2. The Court (4:20)
3. Playing For Time (6:17)
4. I/O (3:52)
5. Four Kinds Of Horses (6:47)
6. Road To Joy (5:21)
7. So Much (4:50)
8. Olive Tree (5:59)
9. Love Can Heal (5:59)
10. This Is Home (5:04)
11. And Still (7:41)
12. Live And Let Live (6:46)


CD2 (Dark-Side Mix):

1. Panopticom (5:13)
2. The Court (4:20)
3. Playing For Time (6:17)
4. I/O (3:52)
5. Four Kinds Of Horses (6:47)
6. Road To Joy (5:21)
7. So Much (4:50)
8. Olive Tree (5:59)
9. Love Can Heal (5:59)
10. This Is Home (5:04)
11. And Still (7:41)
12. Live And Let Live (6:46)

Gesamtspieldauer CD1 (68:09) und CD2 (68:09): 2:16:18



Wenn man zum ersten Mal in den 80ern mit Genesis aus den 70ern in Berührung kam und da auf diese besondere Band aufmerksam wurde und vielleicht sogar erst noch später „Solsbury Hill“ von Peter Gabriel hörte, von dessen Musik und diesem Musiker begeistert wurde, dann hat man irgendwie alles, was danach von Genesis und Peter Gabriel kam, genau verfolgt. Genesis war nach dem Weggang von Peter Gabriel auch noch interessant, auch wenn die Solo-Musik von Phil Collins genau allen denen gut gefallen hat, die sich eigentlich gar nicht für Musik interessierten… Doch Peter Gabriel war für mich anders. Peter Gabriel hat Solo-Alben veröffentlicht, die genial waren. Steve Hackett hat dies auch gemacht, wenn auch auf eine andere musikalische Art.

Jetzt aber zu diesem neuen Album von Peter Gabriel. Ich konnte es kaum glauben, dass er noch mal eine neue Platte veröffentlicht. „Up“, das achte Solo-Album, wurde schließlich vor sage und schreibe 21 Jahren veröffentlicht. Nun also „I/O“. Und jedes Mal zum Vollmond dieses Jahres wurde ein Titel im Internet veröffentlicht. Ich hatte ein Ticket für ein Konzert dieses Jahr gekauft und die Show war wieder unfassbar gut. Sehr viele Lieder von „I/O“ wurden dort gespielt. Ich hatte, wenn ich ehrlich bin, auf mehr alte Lieder gehofft. Trotzdem klang alles nach Peter Gabriel und das Konzert war sehr, sehr gut.

Jetzt habe ich das Album, lege es auf und wieder klingt alles nach Peter Gabriel. Die Musik ist mitreißend und anders, als dieser langweilige Mainstream, den man sonst meist so hört. Die Musik von Peter Gabriel war sowieso immer schon besonders. Und es ist so schön, dass es sowas überhaupt noch gibt, er ein weiteres Album veröffentlichte.

„I/O“ klingt absolut nach Peter Gabriel. Mit jedem Akkord, vom Anfang bis zum Ende des Albums. Ich bin ehrlich, darauf hört man kein „Sledgehammer“, kein „Solsbury Hill“, kein „San Jacinto“, etc. Aber man hört in jedem Moment Peter Gabriel. Und genau deswegen ist dieses Album gut und lohnt gehört zu werden von allen, die diese Musik mögen.

Fazit: Ich freue mich sehr, dass nach 21 Jahren Peter Gabriel wieder ein neues Album veröffentlicht hat, das auch nach Peter Gabriel klingt – und nach nichts anderem. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Court
 


Montag, 2. Oktober 2023

Sigrid & Marina – Zum Jubiläum das Beste

 



Sigrid & Marina – Zum Jubiläum das Beste


Besetzung:

Sigrid Hutterer – Gesang, Chor
Marina Löberbaur – Gesang, Chor


Gastmusiker:

Christian Zierhofer – Keyboards, Programming, Chor
Manuel Lopez – Gitarre
Fritz Koch – Gitarre, Chor
Hannes Wallner – Gitarre
Andreas Pirringer – Klarinette
Gerhard Zwickl – Trompete
Karl Heinz Promitzer – Trompete
Mitsch Keller – Chor
Tini Keinrath – Chor
Michaela Kollar – Chor
Daniel Gruber – Chor
Brigitte Lukasser – Chor




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Volkstümlicher Schlager


Trackliste:

CD1:

1. Das bleibt für immer (3:10)
2. Ein Handbuch für die Heimat (3:39)
3. Immer wieder Sommer (2:31)
4. Unheimlich schön (3:17)
5. Ein halbes Herz (3:16)
6. Bitte komm zurück (3:43)
7. Ti amo (3:23)
8. Herz an Herz (2:56)
9. Du bist mein Dahoam (3:10)
10. Fliege mit mir in den Himmel hinein (3:04)
11. Wo schöne Berge sind (2:45)
12. Wo die Alpenrosen blüh‘n (2:52)

CD2:

1. Volle Lust und volles G‘fühl (3:03)
2. Geh mit mir durchs dunkle Tal (3:40)
3. Dieser Tag gehört uns zwei (3:07)
4. Millionen Augenblicke (3:27)
5. Sommer ist die Zeit (3:14)
6. Bergbluat (3:43)
7. Wo ist der Mann (3:10)
8. Hörst du die Glocken von Stella Maria (2:33)
9. Ein liebes Wort (3:29)
10. Pure Lust am Leben (2:58)
11. An Jodler zum Gebet (3:41)
12. Das größte Glück (3:14)
13. Halleluja der Berge (3:26)

Gesamtspieldauer CD1 (37:51) und CD2 (42:50): 1:20:41



Wie heißt es im beiliegenden Booklet: „Auf diesem Album haben wir für Euch passend zu unserem Jubiläum 25 Titel ausgewählt, die einen Streifzug durch unsere musikalische Vielseitigkeit zeigen. Von Volksmusik über volkstümliche Melodien und Schlager bis hin zu sakralen Tönen... Neben „altbekannten“ Hits von uns dürfen wir Euch auch mit ein paar ganz neuen, bis jetzt unveröffentlichten Liedern überraschen.

Nun, Kompilationsalben, denen noch ein paar neue Lieder hinzugemischt wurden, hinterlassen immer einen schalen Geschmack. Soll das etwa ein Kaufanreiz für die Fans sein, die alles von ihren Lieblingen „besitzen“ möchten, obwohl sie die meisten Lieder bereits haben und kennen? Also trotz, dass man den Großteil der Musik bereits kennt, wird sie nochmals gekauft. Diesbezüglich besteht übrigens kein Unterschied zwischen Schlagermusik, Pop oder Rock, viele Bands machen das so. Etwas schade.

Und wie ist die Scheibe, beziehungsweise wie sind die beiden Scheiben sonst so? Nun, man bekommt tatsächlich einiges geboten von Sigrid und Marina. Allerdings sollte man Schlager und volkstümlicher Musik durchaus offen gegenüberstehen und schwache bis schwachmatische Texte aushalten können.

Sigrid und Marina klingen dann gut, wenn sie sich auf echte Volksmusik konzentrieren. Von der gibt es auf dieser Zusammenstellung deutlich zu wenig. Schlager mit Schlagzeug aus dem Synthesizer klingt halt leider schlecht.

Fazit: Zumeist Schlager, zu wenig Volksmusik. Drei Punkte.

Anspieltipps: Du bist mein Dahoam



Samstag, 30. September 2023

Steven Wilson – The Harmony Codex

 



Steven Wilson – The Harmony Codex


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, piano, synthesizer programming, basset horn, harp, acoustic and electric guitars, bass, hammond organ, percussion, strings, programming


Gastmusiker:

Theo Travis – flute (1), saxophone (4), duduk (6)
Nils Peter Molvaer – trumpet (1,6)
Adam Holzman – keyboards
David Kollar – guitar
Niko Tsonev – guitar
Pat Mastellotto – drums, percussion (1)
Nate Navaro – fretless bass (1)
Jack Dangers – vocal programming, drum machine (1,2)
Ninet Tayeb – vocals, background vocals, guitar (5)
Craig Blundell – drums (2,5,6,9)
Guy Pratt – bass (2)
Nate Woods – drums (4)
Ben Coleman – violin (4)
Lee Harris – electric guitar (4)
Rotem Wilson – voice (9), vocals (7)
Nick Beggs – guitar (9)




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: ArtPop, ArtRock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Inclination (7:16)
2. What Life Brings (3:39)
3. Economies Of Scale (4:18)
4. Impossible Tightrope (10:44)
5. Rock Bottom (4:25)
6. Beautiful Scarecrow (5:21)
7. The Harmony Codex (9:50)
8. Time Is Running Out (3:59)
9. Actual Brutal Facts (5:06)
10. Staircase (9:27)

Gesamtspieldauer: 64:05



„The Harmony Codex“ ist das siebte Solo-Studioalbum des Briten Steven Wilson, den man natürlich hauptsächlich als Musiker und Ideengeber „seiner“ Band Porcupine Tree kennt. Und nach dem fast schon unsäglichen, zwei Jahre zuvor erschienenen „The Future Bites“, durfte man wahrlich gespannt sein, was Steven Wilson seinen Hörerinnen und Hörern dieses Mal kredenzen würde.

Angekündigt wurde „The Harmony Codex“ als „genreübergreifende Sammlung, die sich wie eine musikalische Puzzleschachtel öffnet“. Dazu sollte das Album musikalisch komplexer klingen, als das bereits erwähnte „The Future Bites“, welches ein Pop bis Mainstream-Album war. Und tatsächlich, gleich beim ersten Hören fallen einem die musikalischen und genremäßigen Varianten auf, die das Album zu einer sehr abwechslungsreichen Scheibe werden lassen. Man hört auf „The Harmony Codex“ Progressive Rock, ArtPop und ArtRock, Ambient, elektronische Musik, experimentelle Musik, jazzige Anleihen, Rock und Pop. Klingt wirr und konstruiert, doch schnell merkt man, dass sich dies alles sehr schön zu einem gelungen, großen Ganzen zusammenfügt.

„The Harmony Codex“ lebt von der Abwechslung und die klingt vom ersten bis zum letzten Akkord sehr überzeugend. Dazu trägt auch bei, dass dieses Mal nicht nur Steven Wilson am Gesang zu hören ist. Ninet Tayeb lockert mit ihren Vocals das Album wunderschön auf und auch die Stimme von Rotem Wilson trägt zu diesem Eindruck bei. Und schließlich schafft es Steven Wilson auf diesem Album ruhige Momente mit treibenderen Passagen zu verbinden, sphärische Elemente mit jazzigen Tönen abzuwechseln, einfache Melodien mit komplexen, deutlich progiggeren Tonfolgen konkurrieren zu lassen und dabei auch sehr schöne Melodien zu kreieren, die sich im Ohr festsetzen. Bereits beim zweiten Hören hat man den Eindruck, dieses oder jenes Lied bereits zu kennen. Doch mit jedem weiteren Durchlauf wird dieses Gefühl noch intensiver und die Musik wirkt noch wertvoller.

Fazit: Nachdem letztes Jahr am 24.6. ein neues und überzeugendes Porcupine Tree-Album veröffentlicht worden ist, war man als Fan dieser Musik um Steven Wilson schon wieder ein wenig versöhnt. Nun lässt dieser tolle Musiker auch noch solo ein sehr gelungenes Album folgen, welches sich so variantenreich generiert, wie kaum eine Scheibe zuvor von Steven Wilson oder Porcupine Tree. Und das passt alles gut zusammen – sehr gut sogar. Elf Punkte.

Anspieltipps: Impossible Tightrope, The Harmony Codex



Donnerstag, 28. September 2023

Depeche Mode – Memento Mori

 



Depeche Mode – Memento Mori


Besetzung:

Dave Gahan – lead vocals (1–5, 7–12)
Martin L. Gore – synthesizer (all tracks), guitar (3–6, 11), backing vocals (1–11), lead vocals (6)


Gastmusiker:

Marta Salogni – programming
James Ford – programming, synthesizer (tracks 1–8, 10–12), drums, percussion (1, 3–6, 8, 10–12), guitar (4, 6, 11), strings (4, 12), pedal steel guitar (4), bass guitar (4, 5, 11, 12), piano (3), additional strings arrangement (4)
Davide Rossi – strings arrangement, strings, cello, violin (3–6, 8, 10, 12)
Desiree Hazley – violin (3–6, 8, 10, 12)
Luanne Homzy – violin (3–6, 8, 10, 12)
Christian Eigner – programming (8, 12)
Peter Gordeno – programming (8)




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

1. My Cosmos Is Mine (5:17)
2. Wagging Tongue (3:24)
3. Ghosts Again (3:58)
4. Don‘t Say You Love Me (3:48)
5. My Favourite Stranger (3:57)
6. Soul With Me (4:15)
7. Caroline‘s Monkey (4:16)
8. Before We Drown (4:05)
9. People Are Good (4:24)
10. Always You (4:19)
11. Never Let Me Go (4:03)
12. Speak To Me (4:37)

Gesamtspieldauer: 50:29



„Memento Mori“ heißt das fünfzehnte Studioalbum der englischen Band Depeche Mode. „Memento Mori“ wurde am 24. März 2023 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Aufgenommen wurde das Album von Juli bis Oktober, kurz nachdem Mitbegründer und Keyboarder Andy Fletcher am 26. Mai 2022 im Alter von 60 Jahren an einem Aorta-Riss verstarb. Andy Fletcher ist das Album auch gewidmet. Die Lieder „Ghosts Again“, „Wagging Tongue“, „Speak To Me“ sowie „My Favourite Stranger“ wurden als Singles ausgekoppelt.

Obwohl das Songwriting sowie Demoaufnahmen bereits vor dem Tod von Andy Fletcher begannen, hat Andy Fletcher keine Melodie und auch die Texte niemals gehört, so die Aussage der zwei verbliebenen Bandmitglieder. Das Todesthema des Albums war bereits vorher festgelegt worden, da Martin Gore über seine eigene Sterblichkeit und die COVID-19-Pandemie, die weltweit Hunderttausende von Menschen tötete, nachdachte, als er das Album schrieb. Kurze Zeit überlegten Dave Gahan und Martin Gore auch die Aufnahmen zu verschieben oder sogar ganz mit Depeche Mode aufzuhören. Nach nur wenigen Augenblicken allerdings waren sich beide einig, dass sie durch die Aufnahmen am besten mit dem Tod Andy Fletchers zurechtkommen würden, da sie die Arbeit ablenkte.

Depeche Mode war schon immer die Band, die zeigte, dass auch Synthie Pop interessant, spannend und auch intelligent klingen kann. Und auch auf diesem neuen Album haben Depeche Mode nicht enttäuscht. Musikalisch klingt „Memento Mori“ eindeutig und mit jedem Akkord nach Depeche Mode. Die Musik der Engländer hat schon immer etwas „dunkel“ und „düster“ geklungen, nicht überraschend also, dass sie sich auch auf diesem Album in dieser Weise zeigt – auch unabhängig vom Tod Andy Fletchers. Die einzelnen Lieder „zünden“ zwar nicht unbedingt beim ersten Mal des Hörens – ein paar Durchläufe benötigt man hier definitiv. Doch dann setzen sich auch diese Harmonien fester ins Ohr. Ein absolutes „Überlied“ fehlt dem Album zwar, doch „Memento Mori“ unterhält und lässt einen irgendwie auch wieder in die Zeit der 80er Jahre eintauchen, obwohl Depeche Mode hier ihre damalige Musik nicht imitieren.

Auf „Memento Mori“ befindet sich kein Ausfall. Vom ersten bis zum letzten Akkord hört man eingängige Depeche Mode Musik, bei der es nicht nötig ist, den Tonarm ein Lied überspringen zu lassen, beziehungsweise mit der Fernbedienung zu skippen. Sehr lohnenswert erklingen die Lieder „Don‘t Say You Love Me“, „My Favourite Stranger“ sowie „Speak To Me“. Da sich, wie bereits erwähnt, allerdings kein Ausfall auf dem Album befindet, könnte man hier durchaus auch andere Titel erwähnen. Geschmackssache eben.

Fazit: Dunkel klangen Depeche Mode schon immer. Durch den Tod von Andy Fletcher scheinen sie sich noch etwas düsterer anzuhören. Vielleicht auch nur Einbildung, denn laut Aussage der verbleibenden zwei Bandmitglieder waren Musik und Texte schon vorher geschrieben. Wie dem auch sei, „Memento Mori“ klingt gut und überzeugt und ist eindeutig als Depeche Mode Musik auszumachen. Wer die mag, wird auch „Memento Mori“ mögen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Don‘t Say You Love Me, My Favourite Stranger“, Speak To Me