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Montag, 28. November 2022

Dissidenten – Sahara Elektrik

 



Dissidenten – Sahara Elektrik


Besetzung:

Friedo Josch – flute
Uve Müllrich – bass, guitar
Marlon Klein – drums, keyboards
Mathias Keul – synthesizer, bass on “El Mounadi”
Cherif My. Lamrani – vocals, mandolin, cello, percussion
Mbark Chadili – vocals percussion
Mohammed Ayoubi – vocals, percussion


Label: Exil


Erscheinungsjahr: 1984 / 2022


Stil: World Music


Trackliste:

Seite A:

1. Inshallah (6:54)
2. Fata Morgana (6:46)
3. El Mounadi (6:22)
4. Shadows Go Arab Intro (0:46)

Seite B:

5. Sahara Elektrik (11:26)
6. Casablanca - Wacha Wacha (10:28)

Gesamtspieldauer: 42:42



Die Münchener Band Embryo wurde im Jahr 1969 gegründet und war in den sich anschließenden 70er Jahren eine der Größen des Krautrocks in Deutschland. Auf einer längeren Indienreise im Jahr 1981 spaltete sich davon die Band Embryo’s Dissidenten ab, die sich später in Dissidenten umbenannte, nachdem Keyboarder Michael Wehmeyer ausgestiegen war.

Obwohl die Dissidenten in Deutschland eher als Geheimtipp kursierten, erregten sie international durchaus Aufsehen. Das Lied „Fata Morgana“ auf „Sahara Elektrik“ sorgte zum Beispiel in spanischen und italienischen Discos für volle Tanzflächen. Dabei stehen die Dissidenten für Weltmusik, die westlichen Pop und Rock mit Einflüssen des Mittleren Ostens, Nordafrikas und Indiens zu verbinden verstanden.

Fast 40 Jahre nach der Erstveröffentlichung erscheint nun das remasterte Album auf Vinyl. Und diese Kombination aus westlicher Pop-Musik und arabischen Klängen klingt auch heute noch spannend und gilt gemeinhin als Geburtsstunde der Weltmusik. Wunderbar kann man in diese wahrlich nicht alltägliche Musk eintauchen und sich in einen ganz anderen kulturellen Raum begeben ohne die eigene Heimat zu verlassen.

Und wie heißt es auf dem Plattencover: „During among 40 years, differing variations of SAHARA ELEKTRIK have been released around the globe. This remastered edition finally covers all historically correct data.“ („Im Laufe von 40 Jahren sind weltweit unterschiedliche Varianten von SAHARA ELEKTRIK erschienen. Diese remasterte Ausgabe enthält endlich alle historisch korrekten Daten.“)

Fazit: Das Kultalbum der Weltmusik in seiner finalen Fassung. Klingt auch heute noch spannend und in dieser Version absolut gelungen.

Anspieltipps: Sahara Elektrik



Sonntag, 29. Mai 2022

Al Stewart – Russians & Americans

 



Al Stewart – Russians & Americans


Besetzung:

Al Stewart – vocals, acoustic guitar, electric guitar, keyboards


Gastmusiker:

Denny Carmassi – drums
Steve Chapman – drums
Lynn Davis – backing vocals
Mike Fisher – percussion
Mike Flicker – percussion
Joyce Kennedy – backing vocals
Phil Kenzie – saxophone
Robin Lamble – bass, acoustic guitar, accordion
Marcy Levy – backing vocals
Marc "Caz" Macino – harmonica
Charity McCrary – backing vocals
Harry Stinson – drums
Peter White – accordion, acoustic guitar, electric guitar, keyboards
Adam Yurman – electric guitar
Len Barry– vocalis


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1984


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Lori, Don‘t Go Right Now (4:25)
2. Rumours Of War (5:28)
3. The Gypsy And The Rose (4:18)
4. Accident On 3rd Street (3:33)
5. Strange Girl (3:56)
6. Russians & Americans (4:32)
7. Cafe Society (5:38)
8. One, Two, Three (1, 2, 3) (3:14)
9. The Candidate (2:09)



Gesamtspieldauer: 37:16



„Russians & Americans“ heißt das zehnte Studioalbum des schottischen Musikers Al Stewart. Das Album wurde ursprünglich im Mai 1984 auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht. Auf dem Album sind noch einige der Musiker seiner kurzlebigen Begleitband Shot In The Dark zu hören. Ergänzt wurden sie durch Studiomusiker. „Russians & Americans“ ist das letzte Al Stewart Album, welches sich wenigstens noch in Großbritannien in den Charts platzieren konnte. Hier erreichte es noch mal Platz 83.

Auf dem Album hört man sehr typische Al Stewart-Musik. Meist eher sanft und warm gehalten, dazu der unverwechselbare Gesang des Schotten. Geändert hat sich zu früheren Veröffentlichungen die Instrumentierung. Al Stewart zollte der Zeit Tribut und so hört man sehr viele elektronische Klänge auf dem Album, welches nur noch wenig an seine folkigen Töne und Stücke zu Beginn seiner Karriere erinnern. Die Musik spielt sich nun sehr viel mehr im Pop ab, streift manches Mal sogar den Rock. Trotzdem ist die Al Stewart Musik noch eindeutig zu vernehmen, nur eben an die Zeit angepasst.

Man kommt nie in Versuchung ein Lied überspringen zu müssen, alles klingt ganz nett bis gut. Höhepunkt ist für mich das Stück „Cafe Society“, eine Nummer mit viel Pianoklängen und Saxophon, welches sich deutlich vom Rest der Platte abhebt. Im Grunde kein typisches Al Stewart Lied, zumindest deutlich weniger als der Rest der Platte. Ob es daran liegt, dass man sonst alles bereits von Al Stewart gehört zu haben glaubt? Keine Ahnung, aber diese leicht rockende Nummer groovt klasse.

Fazit: Auf seinem zehnten Album transformiert Al Stewart seinen Folk in die Genres des Pop und des Rock. Es bleibt unverwechselbare Al Stewart Musik, doch irgendwie punktet der Schotte auf „Russians & Americans“ dann am meisten, wenn er mal anders klingt. Für Al Stewart Fans selbstverständlich ein Muss. Acht Punkte.

Anspieltipps: Cafe Society



Montag, 11. Oktober 2021

Bob Dylan – Real Live

 



Bob Dylan – Real Live


Besetzung:

Bob Dylan – guitar, harmonica, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Colin Allen – drums
Ian McLagan – keyboards
Carlos Santana – guitar on “Tombstone Blues”
Gregg Sutton – bass guitar
Mick Taylor – guitar




Erscheinungsjahr: 1984


Stil: Rock


Trackliste:

1. Highway 61 Revisited (5:10)
2. Maggie’s Farm (4:54)
3. I And I (6:03)
4. License To Kill (3:46)
5. It Ain‘t Me, Babe (5:26)
6. Tangled Up In Blue (7:02)
7. Masters Of War (6:33)
8. Ballad Of A Thin Man (4:17)
9. Girl From The North Country (4:28)
10. Tombstone Blues (4:33)

Gesamtspieldauer: 52:17



„Real Live“ ist das vierte offizielle Live-Album des US-amerikanischen Musikers Bob Dylan. Es wurde am 29. November 1984 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Die Aufnahmen setzen sich aus verschiedenen Konzerten zusammen. „License To Kill“ sowie „Tombstone Blues“ stammen vom 5. Juli 1984 während eines Konzertes im St. James‘ Park in Newcastle. „I And I“ und „Girl From The North Country“ wurden am 8. Juli in Slane Castle in Irland aufgenommen und die restlichen Aufnahmen stammen von einem am 7. Juli 1984 gespielten Konzert im Wembley-Stadion, London.

Die Aufnahmen fanden im Rahmen der Europa-Tournee des Bob Dylan zur Unterstützung seines Albums „Infidels“ statt. Mit den Liedern „I And I“ und „License To Kill“ finden sich allerdings lediglich zwei Stücke dieses Albums auf „Real Live“. Der Veröffentlichungstermin Ende November brachte Bob Dylan etwas Kritik ein, zu nah lag diese Veröffentlichung am beginnenden Weihnachtsgeschäft.

Auf „Real Live“ hört man ein kleines Potpourri des Schaffens von Bob Dylan. Folk hört man auf dem Album nur ansatzweise, Bob Dylan rockt auf „Real Live“. Manchmal bis hin zum Hard Rock. Das klingt durchaus überzeugend und die Füße scheinen ganz automatisch beim Hören mitzuwippen. Das Publikum ist ebenfalls zu hören, beim Titel „It Ain‘t Me, Babe“ singt es sogar lautstark mit, sodass die Live-Atmosphäre des Albums aufgrund des rockigen Ansatzes und dem Mitwirken der Zuschauer auch gut zu vernehmen ist.

Klasse auch die ausgedehnten Soli, die die einzelnen Lieder nochmals aufwerten. Auch wenn die Kritiker nicht sehr begeistert von diesem Album waren, es sich zudem auch schlecht verkaufte, mich überzeugt „Real Live“ durch den rockigen Ansatz, der oftmals richtig mitreißend gelungen ist und begeistert. Besonders gilt das für die Lieder „I And I“ und „Masters Of War“. Beides auch die längsten Stücke, bei denen die Instrumentalpassagen klasse ausgebaut wurden.

Fazit: „Real Live“, das steht für den rockigen Bob Dylan, der seinen Liedern nochmals Tempo und ausgedehnte Instrumentalpassagen hinzufügte. Die Platte groovt und macht Spaß. Mit Folk hat das nur am Rande zu tun, mit Rock sehr viel mehr. Diese Bearbeitung der Lieder ist es durchaus wert, genauer angehört zu werden. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: I And I, Masters Of War



Sonntag, 3. Mai 2020

Jean-Michel Jarre – Zoolook




Jean-Michel Jarre – Zoolook


Besetzung:

Jean Michel Jarre – keyboards, electronic devices, fairlight cmi


Gastmusiker:

Laurie Anderson – vocals ("Diva")
Adrian Belew – guitars, effects
Yogi Horton – drums
Marcus Miller – bass guitar
Frederick Rousseau – additional keyboards
Ira Siegel – additional guitars


Label: Disques Dreyfus


Erscheinungsjahr: 1984


Stil: Elektronische Musik


Trackliste (Vierte Edition, 2015):

1. Ethnicolor (11:48)
2. Diva (7:22)
3. Zoolook (3:52)
4. Wooloomooloo (3:18)
5. Zoolookologie (4:21)
6. Blah Blah Cafe (3:21)
7. Ethnicolor II (3:52)

Gesamtspieldauer: 37:56



„Zoolook“ heißt das bereits siebte Studioalbum des französischen Elektronik-Musikers und Komponisten Jean-Michel Jarre. Das Album erschien im November 1984 auf dem Plattenlabel Disques Dreyfus. Auf „Zoolook“ hört man eine Verschmelzung von elektronischer Musik, Sampling und eher traditionellen Rockinstrumenten – wobei der Schwerpunkt sehr stark auf dem elektronischen Aspekt liegt. 1984, 1985, 1997 und 2015 erschien das Album in unterschiedlichen Editionen. Diese unterscheiden sich in der Anordnung der Titel voneinander sowie dadurch, dass einzelne Lieder neu remastert wurden oder gleich in einer neuen Version eingespielt worden sind. Zu groß sind die Unterschiede zwischen der ersten und letzten Version, die ich kenne, allerdings nicht.

Für eine Jean-Michel Jarre Platte ist auf dem Album sehr viel „Sprache“ zu hören. Diese allerdings eher unzusammenhängend und in 25 verschiedenen Sprachen. Zudem hatte der französische Musiker mit Laurie Anderson und Adrian Belew zwei namhafte Musiker für sein neues Projekt gewinnen können. Laurie Anderson ist beim Gesang auf „Diva“ zu hören, Adrian Belew steuert die Gitarre und weitere Effekte bei. Laurie Anderson klingt zumindest in der ersten Hälfte ihrer Performance auf „Diva“ so, als ob dieses Lied auch auf ihrem Debut „Big Science“ oder dem Nachfolger „Mister Heartbreak“ hätte enthalten sein können. Diese erschienen im Jahr 1982 und 1984, was somit wohl auch der zeitlichen Nähe der Veröffentlichungen geschuldet sein dürfte.

Die Musik selbst ist wohl ebenso dem damaligen Zeitgeist geschuldet. Viele Samples, elektronische Geräusche, Klang-Fetzen, Stimmen, mal verändert, mal eher im Ursprung erhalten. Manchmal scheint es so, als ob jeder Effekt, den es den diversen Synthesizern zu entlocken gibt, auch noch untergebracht werden musste. So klingt es spätestens ab Titel 4, „Wooloomooloo“, deutlich langweiliger nach etwas uninspirierter Computer-Musik, der noch ein wenig Pop beigemischt wurde. Alles irgendwie leer und leblos.

Doch gilt dies nicht für den Beginn der Scheibe. Das bereits erwähnte „Diva“ verschmelzt ein wenig die Stile der Laurie Anderson und jenem von Jean-Michel Jarre. Klingt auf seine Art durchaus gelungen. Besonders hörenswert ist allerdings der Titel „Ethnicolor“, das erste Lied der Platte und glücklicherweise auch der längste Track des Albums. Das Stück klingt nicht nur sehr eingängig, sondern auch spannend und abwechslungsreich. Es entwickelt sich, unterzieht sich einigen Wendungen und hier klingen nun die diversen Sprachfetzen bestens eingesetzt. Die Musik ist hier atmosphärisch dicht und hört sich gerade zu Beginn ein klein wenig „verwunschen“ an. Neben den bekannten Titeln auf „Oxygene“ und „Equinoxe“ für mich eine der besten Nummern des französischen Musikers.

Fazit: „Zoolook“ kann zu Beginn sehr gut überzeugen, dann gleitet das Album leider etwas in die Belanglosigkeit ab. Doch dieser Anfang, vor allem mit dem tollen „Ethnicolor“, entschädigt für die Langeweile am Ende und macht „Zoolook“ damit doch noch zu einem hörenswerten Erlebnis. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ethnicolor



Samstag, 2. November 2019

Novalis – Bumerang




Novalis – Bumerang


Besetzung:

Hartwig Biereichel – Schlagzeug
Detlef Job – Gitarre
Fred Mühlböck – Gesang, V.-Sax, Querflöte, Gitarren
Lutz Rahn – Tasten, Moog Bass


Gastmusiker:

„Thissy“ Thiers – Bass („Nimm meine Hand“, „Setz‘ Dich zu mir“, „Spazieren im Morgen“, „Torero der Nacht“, „Horoskop“, „Talisman“)


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1984


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Nimm meine Hand (4:41)
2. Setz‘ Dich zu mir (3:28)
3. Spazieren im Morgen (3:54)
4. Torero der Nacht (4:19)
5. Über Stock und Stein (3:55)
6. Bumerang (4:36)
7. Wien (3:35)
8. Horoskop (3:43)
9. Espresso (3:14)
10. Talisman (3:53)

Gesamtspieldauer: 39:22




Auch mit ihrem zehnten Studioalbum „Bumerang“ konnte die Hamburger Band Novalis nicht mehr an ihre guten Alben in den 70er Jahren anknüpfen. „Bumerang“ erschien im Jahr 1984 und war einmal mehr eine Mischung aus Deutsch Pop und Deutsch Rock, bei der es ab und an auch kleinere Ausflüge in den Bereich des Schlagers zu hören gibt.

Im Grunde genommen ist die Scheibe vom ersten bis zum letzten Takt langweilig bis belanglos geraten. In der Band waren die Auflösungserscheinungen inzwischen angeblich unübersehbar geworden, Sänger Fred Mühlböck verließ Novalis auch nach dem Einspielen des Albums, um sich bei einem Musikverlag um Produktionen anderer Künstler zu kümmern. Heinz Fröhling war zudem nicht mehr am Bass vertreten, diesen Part übernahm nun – ebenfalls nicht als festes Bandmitglied – „Thissy“ Thiers. Die Musiker waren anscheinend auch nicht mehr mit dem Ergebnis „Bumerang“ zufrieden. Ob sich damit solch unsägliche Titel wie „Spazieren im Morgen“ oder „Torero der Nacht“ erklären lassen, die schon deutlich in das Gefilde des Schlagers eintauchen?

Es fällt schwer die Höhepunkte auf „Bumerang“ zu benennen. Sind es die drei Instrumentalstücke „Über Stock und Stein“, „Wien“ und „Espresso“? Wohl kaum. „Über Stock und Stein“ klingt nach Neuer Deutscher Welle ohne Gesang, „Wien“ rockig, jedoch völlig uninspiriert und „Espresso“ schließlich erneut nach dem Zeitgeist der Neuen Deutschen Welle. Lassen wir lieber als Höhepunkt der Platte das letzte Lied „Talisman“ gelten. Das Lied verfügt zumindest über eine ganz eingängige Melodie und erzählt immerhin noch den Anfang einer Geschichte. Das Ende hat man sich allerdings selbst auszudenken. Man muss auch bei „Talisman“ damit klarkommen, dass Fred Mühlböck nicht sehr gerne reimte, wenn er Texte komponierte. Im Falle von „Talisman“ ist dies jedoch nicht ganz so störend wie bei anderen Nummern von Novalis aus den 80ern. Von daher lässt das Ende des Albums zumindest etwas Aufhorchen.

Fazit: Die Zeit von Novalis war vorbei. Die Lieder der Band klingen auf ihrem vorletzten Album zumeist höchstens noch uninspiriert. Diese Mischung aus Pop und Rock und Schlager war schon in den 80ern kaum mehr erfolgreich. Heutzutage würde sie es als Neuveröffentlichung noch sehr viel weniger sein. Langweilig, belanglos, zum Teil nervend, das sind die Eindrücke, die von „Bumerang“ bleiben. Für Novalis-Komplettisten geeignet, sonst würde mir da niemand mehr einfallen, dem das gefallen könnte. Vier Punkte.

Anspieltipps: Talisman



Montag, 6. August 2018

Toto – Isolation




Toto – Isolation


Besetzung:

Fergie Frederiksen – lead vocals, backing vocals
Steve Lukather – guitars, backing vocals, lead vocals on “How Does It Feel“
David Paich – keyboards, backing vocals, lead vocals on “Stranger In Town“ and “Holyanna“, co-lead vocals on “Carmen“, orchestral arrangements on “How Does It Feel“ and “Change Of Heart“
Steve Porcaro – keyboards, electronic sounds
Mike Porcaro – bass
Jeff Porcaro – drums, percussion


Gastmusiker:

The London Symphony Orchestra – strings
James Newton Howard – orchestral arrangements on “How Does It Feel“ and “Change Of Heart“
Lenny Castro – percussion
Joe Porcaro – percussion
Mike Cotten – synthesizer on “Stranger In Town“
Chuck Findley – trumpet
Jerry Hey – trumpet, horn arrangements on “Lion“
Tom Scott – saxophone
Tom Kelly – backing vocal on “How Does It Feel“
Richard Page – backing vocal on “How Does It Feel“
Gene Morford – bass vocal on “Stranger in Town“
Bobby Kimball – backing vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop, New Wave, Rock


Trackliste:

1. Carmen (3:25)
2. Lion (4:48)
3. Stranger In Town (4:49)
4. Angel Don't Cry (4:24)
5. How Does It Feel (3:51)
6. Endless (3:43)
7. Isolation (4:06)
8. Mr. Friendly (4:22)
9. Change Of Heart (4:11)
10. Holyanna (4:17)

Gesamtspieldauer: 42:01




„Isolation“ heißt das fünfte Studio-Album der US-amerikanischen Band Toto. Es erschien am 18. Oktober im Jahr 1984 und ist einmal mehr angefüllt mit den für Toto bekannten Sounds aus Rock, Pop und auch weiteren musikalischen Genres wie Disco, Soul oder sogar New Wave. Eine wichtige Änderung hatte es jedoch gegeben. Sänger Bobby Kimball war nicht mehr Teil von Toto, wurde während der Entstehung des Albums gefeuert und durch Fergie Frederiksen ersetzt. Ob aus musikalischen Gründen oder aufgrund seines Drogenkonsums lässt sich nicht zweifelsfrei klären, da darüber unterschiedliche Aussagen kursieren. Nichtsdestotrotz kehrte er später noch zweimal als Toto-Lead-Sänger zurück, zudem ist er auch noch auf „Isolation“ beim Hintergrundgesang zu hören.

„Isolation“ war nicht mehr ganz so erfolgreich wie der Vorgänger „Toto IV“, erreichte in den USA allerdings noch Gold-Status. Mit der Single-Auskopplung „Stranger In Town“ erreichte die Band überdies die höchste Platzierung eines Toto-Liedes in den Mainstream-Charts der USA. Die Lieder der Platte spielten auf späteren Konzerten der Band jedoch keine Rolle mehr. Dies liegt wohl daran, dass ein richtiger Hit dem Album fehlt und kein Lied über den Status des maximal Mittelmäßigen hinauskommt. Toto klingen wie viele andere US-amerikanische Bands der 80er Jahre, wie Boston, Chicago oder Journey. Findet man diese Bands langweilig, erhält man mit „Isolation“ von Toto exakt dasselbe.

Auf dem Album hört man Mainstream-08/15-Musik, die einmal mehr mit katastrophal schlechten Texten versehen wurde, welche schmalzig und schleimig von Herzschmerz oder aber erfüllter Liebe erzählen. Die Platte läuft von vorne bis hinten durch, ohne dabei auch nur den Hauch von Interessantem zu verströmen. Nichts überzeugt, nichts macht Lust auf mehr und auch gar nichts bleibt von diesen Liedern hängen. Kommerzielle Massenware, die größtenteils einfach schrecklich langweilt und belanglos ist.

Fazit: Es ist so eine Sache mit solch Bands wie Chicago, Boston, Journey oder eben Toto. Man mag sie oder man mag sie eben nicht. In meinen Ohren klingen allerdings Toto besonders und absolut langweilig und völlig uninteressant. Musik, die niemanden aufregt, andererseits jedoch über keinerlei Nachhaltigkeit verfügt. Die Aufreger sind einmal mehr die dahingeklatschten Texte, über die man einfach nur noch den Kopf schütteln kann. Wenn einem gar nichts mehr einfällt, dann singt man eben über die Liebe. Toto fiel gar nichts mehr ein. Vier Punkte.

Anspieltipps: Change Of Heart



Dienstag, 19. September 2017

Roger Chapman – How, How, How (Maxi Single)




Roger Chapman – How, How, How (Maxi Single)


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Instant Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Rock


Trackliste:

1. How, How, How (6:02)
2. Hold That Tide Back (3:07)

Gesamtspieldauer: 9:09




Normalerweise werden auf diesen Seiten keine Singles und Maxi-Singles besprochen. Im Falle von Roger Chapmans „How, How, How“ handelt sich allerdings um eine sehr gelungene alternative Version eines Liedes, welches in ursprünglicher Version auf dem ebenfalls im Jahr 1984 erschienen Album „The Shadow Knows“ enthalten ist. Deshalb mal eine Ausnahme.

„How, How, How“ rockt gut und geht ins Ohr. Auch der etwas verlängerte Instrumentalteil schließt sich hier sehr gut an und verlängert den Groove. Das Lied ist zum Teil sogar ein klein wenig funky geraten und scheint irgendwie zu vibrieren. Gut geeignet für 80er Partys, um die Tanzfläche zu füllen. Auf der Rückseite befindet sich der Titel „Hold That Tide Back“, welcher keiner großartigen Erwähnung bedarf und wohl nicht umsonst nicht auf dem Album „The Shadow Knows“ enthalten war.

Fazit: „How, How, How“ ist in dieser Version ein gelungener alternativer Mix des ursprünglich „nur“ rockigen Liedes, welches sich auf dem achten Solo-Album des gebürtigen Leicesters befindet. Ein Lied, wie geschaffen für 80er-Revival-Partys, bei denen nicht der Synthie-Pop im Vordergrund stehen soll. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: How, How, How



Samstag, 16. September 2017

The Art Company – Get It Out Of Your Head




The Art Company – Get It Out Of Your Head


Besetzung:

Nol Havens – vocals
Frans Baudoin – keyboards
Roel Jongenelen – bass
Ferd Berger – guitars
Jos van der Dries – drums
Ferdi Lancee – additional guitars and keyboards


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. Get It Out Of Your Head (3:31)
2. I Don't Wanna Be Without You (4:07)
3. Susanna (4:43)
4. Marianne (3:35)
5. A Life Like Yours (3:00)
6. I Can See A Future (3:25)
7. Maybe Tomorrow (3:37)
8. She's There (And I Know She Cares) (3:30)
9. 17th Floor (3:13)
10. Simon (2:50)

Gesamtspieldauer: 34:31




The Art Company, eine Band die eigentlich VOF de Kunst heißt, ist eine niederländische Popgruppe aus Tilburg. Im Jahr 1983 wurde sie von Sänger Nol Havens gegründet und ging ziemlich schnell europaweit auf Tournee. Hier schien dann der niederländische Bandname nicht ganz zu passen und so taufte man sich extra für das Ausland in The Art Company um, der Name VOF de Kunst blieb für die Niederlande. Schnell wurde auch mit dem Lied „Susanna“ eine Single veröffentlicht und diese wurde in vielen Ländern zum Hit.

„Get It Out Of Your Head“ ist das zweite Album der Band und beinhaltet eben jenes „Susanna“, einen kleinen Ohrwurm, der auch hängenbleibt. Ansonsten hört man auf der Platte weiteren, sehr unaufgeregten Pop, der locker leicht aus den Boxen zu quellen scheint. Alles von The Art Company auf „Get It Out Of Your Head“ klingt fröhlich und relaxt. Keine komplizierte Musik, eher einfach gestrickt, jedoch nicht primitiv anbiedernd, wie so manche andere Band der 80er Jahre.

Man wird unterhalten mit dem Album, das allerdings auch nicht sonderlich in die Tiefe geht. Ein zweiter Titel wie „Susanna“ ist nicht mehr enthalten, trotzdem lässt sich alles auf dieser Scheibe gut anhören, wenn man nicht zu hohe Ansprüche an die Musik stellt. Jedes Lied der Platte ist radiotauglich und „Susanna“ läuft dort auch heute noch ab und an. The Art Company haben sich allerdings bald aus dem Pop-Geschäft verabschiedet und widmeten sich anschließend ganz der Musik für Kinder, für die sie immer noch in Kindertheatern in den Niederlanden auftreten.

Fazit: Fröhliche Pop-Musik bietet die niederländische Pop Band The Art Company ihren Hörerinnen und Hörern. Alles auf „Get It Out Of Your Head“ wirkt eingängig und entspannt. Sicherlich keine Musik für anspruchsvolle Musikkonsumenten, eher etwas für „Nebenbeihörer“. Mit „Susanna“ enthält das Album sogar einen kleinen Ohrwurm. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Susanna



Dienstag, 5. September 2017

Klaus Lage Band – Schweissperlen




Klaus Lage Band – Schweissperlen


Besetzung:

Klaus Lage – Gesang, Gitarre


Gastmusiker:

Rolf (Rocco) Klein – Gitarre, Gesang
Göran Walger – Keyboards, Gesang
Wolf Simon – Schlagzeug
Martin Engelien – Bass
Bernhard Dill – Mundharmonika
“Detroit” Gary Wiggins – Saxophon


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop, Deutsch Rock


Trackliste:

1. Wieder Zuhaus (4:16)
2. Schweissperlen (5:23)
3. Monopoli (3:22)
4. Zwischen Null Und Zero (3:58)
5. Eins, Zwei, Drei (2:24)
6. 1000 Und 1 Nacht (Zoom!) (3:23)
7. Mit Dir (3:50)
8. Aber Sonst (3:43)
9. Tante Lu (4:08)
10. Ich Hab Dich Lieb (4:14)

Gesamtspieldauer: 38:41




„Schweißperlen“ heißt das vierte Album des Klaus Lage, welches unter der Überschrift Klaus Lage Band eingespielt wurde. Im Jahr 1984 erschien die Scheibe auf dem Label EMI und ist bis heute das erfolgreichste Album des gebürtigen Soltauers. Der Erfolg des Albums lag wohl zum allergrößten Teil an dem auf „Schweißperlen“ enthaltenen Lied „1000 Und 1 Nacht (Zoom!)“, welches bis auf Platz 5 der deutschen Charts kletterte und sich insgesamt 22 Wochen in diesen hielt.

Das Lied hat definitiv einen gewissen Wiedererkennungswert und ist neben „Faust auf Faust“, dem 1985er Titellied eines Schimanski-Tatorts, das wohl bekannteste Stück von Klaus Lage. Ansonsten hört man auf „Schweißperlen“ eine Mischung aus Pop- und Rock-Stücken, wobei der Schwerpunkt ein wenig in Richtung des Rocks rückt. Überzeugen kann diese Musik allerdings kaum mehr. Weder textlich noch musikalisch gibt es hier viel zu bewundern. Ganz im Gegenteil sogar, solch Titel wie „Mit Dir“ lässt einen ganz automatisch zum Platenteller hechten und den Tonarm zum nächsten Lied heben – nur leider wird es dann auch nicht viel besser. Oftmals wenig melodiöser Pop bis Rock, langweilig und mit Texten versehen, die ebenfalls oft nerven. Das liegt daran, dass Klaus Lage hier in seinen Liedern wohl „cool“ zu klingen versucht. Ein bisschen Liebe, ein bisschen Sozialkritik, ein wenig Nostalgie. Alles zusammen hört sich etwas anbiedernd an.

Somit bleibt kaum etwas außer „1000 Und 1 Nacht (Zoom!)“. Die restlichen Lieder klingen maximal durchschnittlich, zum Teil nerven sie sogar und klingen ein wenig kitschig. „Wieder Zuhaus“ und „Monopoli“ wurden ebenfalls noch als Single ausgekoppelt, konnten allerdings längst nicht an den Erfolg der ersten Single anknüpfen.

Fazit: Auf „Schweissperlen“ von Klaus Lage hört man eine Mischung aus Pop und Rock, die nicht wirklich überzeugen kann. Vielleicht ist es gerade dieses Zwitterdasein der Musik, die es zu nichts Halben und nichts Ganzen werden lässt. Das Lied „1000 Und 1 Nacht (Zoom!)“ ist bekannt, weil es eine eingängige Melodie besitzt. Viel mehr kann man zu „Schweissperlen“ kaum sagen. Für Freundinnen und Freunde des deutschen Pop-Rock unter Umständen geeignet. Fünf Punkte.

Anspieltipps: 1000 Und 1 Nacht (Zoom!)



Mittwoch, 2. August 2017

Mike Oldfield – The Killing Fields




Mike Oldfield – The Killing Fields


Besetzung:

Mike Oldfield – guitars, synthesizer and fairlight computer


Gastmusiker:

Morris Pert – percussion on “Étude”
Preston Heyman – oriental percussion on “Blood Sucking”
Orchestra of the Bavarian State Opera
Tölzer Boys Choir


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Soundtrack


Trackliste:

1. Pran's Theme (0:49)
2. Requiem For A City (2:10)
3. Evacuation (5:13)
4. Pran's Theme 2 (1:40)
5. Capture (2:24)
6. Execution (4:47)
7. Bad News (1:12)
8. Pran's Departure (2:05)
9. Worksite (1:16)
10. The Year Zero (0:28)
11. Blood Sucking (1:17)
12. The Year Zero 2 (0:38)
13. Pran's Escape / The Killing Fields (3:16)
14. The Trek (2:01)
15. The Boy's Burial / Pran Sees The Red Cross (2:44)
16. Good News (1:45)
17. Étude (4:42)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

18. Evacuation (Single Edit) (4:10)
19. Étude (Single Edit) (3:06)

Gesamtspieldauer: 45:54




Das zehnte Studioalbum des Mike Oldfield ist der Soundtrack zum gleichnamigen Film „The Killing Fields“. Dieses erschein ein knappes halbes Jahr nach dem Album „Discovery“ im Dezember des Jahres 1984 und wurde ebenso wie der Vorgänger auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht. Und noch eine Gemeinsamkeit weist diese Scheibe zum neunten Studioalbum auf des Mike Oldfield auf: Auch diese Musik komponierte Mike Oldfield in seinem, aufgrund von steuerrechtlichen Gründen selbst gewählten Exil in den Schweizer Bergen im Ort Villars-sur-Ollon.

Das waren sie dann allerdings, die Gemeinsamkeiten. Ansonsten hat „The Killing Fields“ absolut nichts mit der sonstigen Musik des Mike Oldfield zu tun – weder mit jener des Progressive Rock, noch mit der späteren Pop-Musik. „The Killing Fields“ ist ein reines Soundtrack-Album mit viel Orchestermusik und eher sphärischen Klängen, welches nur in Zusammenhang mit dem sehenswerten Film funktionieren kann. Ohne die entsprechenden Bilder wirkt diese Scheibe überhaupt nicht, klingt nicht nach Mike Oldfield und ist unfassbar langweilig. Hier werden Szenen untermalt, Stimmungen transportiert, die einer Erklärung durch die Filmszenen bedürfen. Mehr ist zu dieser Scheibe nicht zu sagen. Daran ändert übrigens auch nichts die remasterte Version des Albums, dem zwei Single-Editionen des Albums in Form von Bonus-Tracks hinzugefügt wurden.

Fazit: Dieses Album kann man sich nur zulegen, wenn man Komplettist ist und wirklich alles von „seinem“ Lieblingsmusiker besitzen möchte. Selbst der Filmfan kann mit diesen Geräuschen und kurzen Orchesterstücken, die größtenteils noch nicht einmal sehr melodisch sind und nicht ins Ohr gehen, wohl nur wenig anfangen. Von daher absolut überflüssig. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Pran's Departure



Dienstag, 25. Juli 2017

The Who – Who’s Last




The Who – Who’s Last


Besetzung:

Roger Daltrey – vocals, harmonica
John Entwistle – bass guitar, vocals
Kenney Jones – drums
Pete Townshend – lead guitar, vocals


Gastmusiker:

Jim Gorman – keyboards


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Rock


Trackliste:

Seite 1:

1. My Generation (3:23)
2. I Can't Explain (2:35)
3. Substitute (2:57)
4. Behind Blue Eyes (3:40)
5. Baba O'Riley (5:37)

Seite 2:

1. Boris The Spider (2:41)
2. Who Are You (6:35)
3. Pinball Wizard (2:52)
4. See Me Feel Me/Listening To You (4:41)

Seite 3:

1. Love Reign O'er Me (5:13)
2. Long Live Rock (3:34)
3. Reprise (1:38)
4. Won't Get Fooled Again (11:21)

Seite 4:

1. Doctor Jimmy (4:56)
2. Magic Bus (6:54)
3. Summertime Blues (3:07)
4. Twist And Shout (3:59)

Gesamtspieldauer: 78:13




„Who‘s Last“ ist nach „Live At Leeds“ das zweite Live-Album der englischen Rock Band The Who. Aufgenommen wurde es im Jahr 1982 während ihrer sogenannten „Farewell Tour“. Veröffentlicht wurde das Album schließlich auf MCA Records im Herbst des Jahres 1984. Der Titel erschließt sich daraus, dass diese Platte definitiv die letzte der Band sein sollte. Nun, dies war dann glücklicherweise jedoch doch nicht der Fall – es sollte viel später sogar noch ein Studio-Album veröffentlicht werden.

Die meisten Live-Aufnahmen stammen vom Auftritt der Band am 14. Dezember 1982 im Richfield Coliseum in Cleveland, Ohio, welches auch ihr letztes Konzert in den USA sein sollte, wie Pete Townshend nach dem Titel „Won't Get Fooled Again“ verkündet. Lediglich vier Nummern stammen von anderen Konzerten. „Behind Blue Eyes“ wurde dem Konzert am 10. Oktober in der Brendan Byrne Arena in East Rutherford entnommen. „Magic Bus“ und „Summertime Blues“ wurden am 20. Oktober im Kingdome in Seattle eingespielt und „Substitute“ stammt schließlich von der Show am 27. Oktober im Jack Murphy Stadium in San Diego.

Obwohl die Aufnahmen Ende 1982 entstanden und das Album erst 1984 veröffentlicht wurde, fehlen hier völlig Lieder der beiden vorherigen Studioalben „Faces Dances“ von 1981 und „It’s Hard“ aus dem Jahr 1982, die noch bei Polydor veröffentlicht worden waren. Lieder dieser Alben wurden zwar auf den Konzerten gespielt, jedoch nicht diesem, von MCA Records herausgegebenen Album hinzugefügt.

„Who’s Last“ ist bei Fans wie bei Kritikern einigermaßen umstritten, werden doch laufend Vergleiche zu ihrer ersten Live-Veröffentlichung „Live At Leeds“ gezogen, die vielen Hörerinnen du Hörern sehr viel authentischer und packender klingt. Nun, etwas unpersönlich wirkt „Who’s Last“ wirklich. Kaum Ansagen sind zu hören, die Lieder beginnen und enden meist in einheitlichem Jubel. Und ein klein wenig wirkt die Scheibe somit wie ein „Best Of…“-Album der Band – und zwar der Platten, die noch mit Keith Moon am Schlagzeug eingespielt worden waren, denn die letzten beiden Alben fehlen, wie bereits erwähnt. Auf „Who’s Last“ gibt es somit ausschließlich die „Hits“ der Band zu hören.

Allerdings kommt die Spielfreude von The Who hier sehr gut rüber, auch wenn viele Hörerinnen und Hörer das in diesem Fall anders sehen. Die einzelnen Titel klingen dynamisch, trotz des nicht immer ganz reinen Sounds der Aufnahmen. Zudem erhält man einen sehr guten Überblick über das Schaffen der Band in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, denn die einzelnen Lieder stellen gleichzeitig eine kleine Zeitreise durch die Geschichte von The Who dar. Am Ende der Platte stehen mit „Summertime Blues“ sowie „Twist & Shout“ zwei Cover-Versionen, die auf Konzerten schon sehr früh bei The Who mit eingebaut worden waren. Ob dies bei einem Album, welches ursprünglich als die allerletzte Veröffentlichung vorgesehen war, so geschickt war, dies sei allerdings mal dahingestellt.

Fazit: Mit „Who’s Last“ kann man gut eintauchen in die musikalische Welt von The Who. Bis auf die letzten beiden Alben werden hier alle Schaffensphasen der Band abgebildet. Die großen Hits der Band sind vertreten, der Sound ist jedoch nicht immer ganz auf der Höhe. Die Spielfreude der Musiker meine ich herauszuhören, ansonsten wirkt das Album bei den Übergängen allerdings etwas „kalt“, da Ansagen oder sonstige Kommunikation mit den Zuschauern weitestgehend fehlt. Trotzdem lohnend. Neun Punkte.

Anspieltipps: Won't Get Fooled Again



Dienstag, 18. Juli 2017

Eric Clapton – Backtrackin’




Eric Clapton – Backtrackin’


Besetzung:

Eric Clapton – guitars, vocals


Gastmusiker:

Yvonne Elliman – backing vocals
George Terry – backing vocals, guitar
Dick Sims – organ, keyboards
Albhy Galuten – piano
Carl Radle – bass, percussion
Jamie Oldaker – drums
Marcy Levy – backing vocals
Jack Bruce – bass, vocals, harmonica
Ginger Baker – drums
Felix Pappalardi – keyboards
George Harrison (credited as L'Angelo Misterioso) – rhythm guitar
Duane Allman – guitar
Bobby Whitlock – keyboards, acoustic guitar, organ
Jim Gordon – drums, piano
Rita Coolidge – backing vocals
Delaney Bramlett – backing vocals, rhythm guitar
Bonny Bramlett – backing vocals
Leon Russell – piano
Stevie Winwood – keyboards, vocals
Rich Grech – bass
Chris Stainton – keyboards
Albert Lee – guitar, keyboards, vocals
Dave Markee – bass
Henry Spinetti – drums


Label: Starblend Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Blues, Reggae, Rock


Trackliste:

Seite 1 (Singles):

1. I Shot The Sheriff (4:26)
2. Knockin' On Heaven's Door (4:26)
3. Lay Down Sally (3:55)
4. Promises (3:05)
5. Swing Low, Sweet Chariot (3:35)
6. Wonderful Tonight (3:45)


Seite 2 (History):

1. Sunshine Of Your Love (4:14)
2. Tales Of Brave Ulysses (2:50)
3. Badge (2:46)
4. Little Wing (5:38)
5. Layla (7:10)


Seite 3 (Classics):

1. Cocaine (3:40)
2. Strange Brew (2:48)
3. Spoonful (6:32)
4. Let It Rain (5:08)
5. Have You Ever Loved A Woman? (7:04)
6. Presence Of The Lord (4:49)


Seite 4 (Live):

1. Crossroads (Live) (4:17)
2. Roll It Over (Live) (6:39)
3. Can't Find My Way Home (Live) (5:16)
4. Blues Power (Live) (7:26)
5. Further On Up The Road (Live) (7:08)

Gesamtspieldauer: 1:45:54




Das Doppelalbum „Backtrackin’“ bietet einen schönen Überblick über das Wirken und Schaffen des Eric Clapton. Darauf enthalten sind die bekanntesten Lieder des gebürtigen Briten aus Ripley in der Grafschaft Surrey aus seiner Solo-Karriere sowie mit Cream, Blind Faith und Derek And The Dominos in der Zeit von 1966 bis 1980. Veröffentlicht wurde „Backtrackin’“ im Jahr 1984 auf dem Label Starblend Records und erschien ursprünglich zuerst auf dem deutschen Markt, ist in den USA nur als Import zu erhalten. Die einzelnen Seiten der LP sind mit „Singles“, „History“, „Classics“ und „Live“ betitelt, was auch auf die CD-Neuausgabe übertragen wurde.

„Backtrackin’“ war das bereits sechste „Best Of…-Album“ des englischen Musikers und überraschend dabei ist, liest man die Credits genauer, wie wenig Lieder Eric Clapton im Grunde genommen selbst geschrieben hat. Seine „Hits“ sind zum größten Teil Cover-Versionen anderer Künstler oder aber er ist lediglich der Co-Autor. Seine bekanntesten Stücke sind allerdings allesamt enthalten und so erhält man mit diesem Album eine Zusammenstellung aus Rock-, ein wenig Pop-, Blues- und Reggae-Stücken, die allesamt, falls wirklich „Hits“, fest mit Eric Clapton assoziiert sind und nur noch wenig mit den ursprünglichen Songschreibern.

Einige der Lieder auf „Backtrackin’“ klingen dabei bereits sehr nach „Oldie“ aus den 60er Jahren. Anderes von Eric Clapton klingt dagegen immer noch aktuell und modern. Bekannt ist viel, jedoch nicht alles. Vor allen Dingen die dritte LP-Seite mit der Überschrift „Classics“ hält, nach dem sicherlich allseits bekannten „Cocaine“ des J.J. Cale, einige eher unbekanntere Stücke des Eric Clapton parat. Um die Scheibe wirklich genießen zu können, sollte man dem Blues auch etwas aufgeschlossen gegenüberstehen.

Fazit: „Backtrackin’“ enthält eine Zusammenstellung mehr oder weniger bekannter Stücke von Eric Clapton, die im Bereich des Blues, Rock und zum Teil noch Reggae beheimatet sind. Die Scheibe lohnt sicherlich nicht für den Eric Clapton Fan, da dieser die einzelnen Stücke wohl schon mit den ursprünglichen offiziellen Veröffentlichungen besitzt. Möchte man sich allerdings einen Überblick über das Wirken und Schaffen des britischen Musikers verschaffen, so kann „Backtrackin‘“ durchaus eine lohnende Anschaffung darstellen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Tales Of Brave Ulysses



Samstag, 15. Juli 2017

Mike Oldfield – Discovery




Mike Oldfield – Discovery


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments (except drums)


Gastmusiker:

Maggie Reilly – vocals
Barry Palmer – vocals
Simon Phillips – Tama Drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. To France (4:43)
2. Poison Arrows (3:52)
3. Crystal Gazing (3:02)
4. Tricks Of The Light (3:52)
5. Discovery (4:34)
6. Talk About Your Life (4:24)
7. Saved By A Bell (4:38)
8. The Lake (12:13)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

9. To France (Extended Version) (5:33)
10. In The Pool (3:42)
11. Bones (3:20)
12. Afghan (2:41)
13. Tricks Of The Light (3:55)

Gesamtspieldauer: 1:00:36




„Discovery“ oder „Discovery And The Lake“, wie man auf der Rückseite der Platte nachlesen kann, nannte Mike Oldfield sein neuntes Studioalbum. Im Juni des Jahres 1984 wurde die Scheibe auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht. Auf dem Album befindet sich jede Menge Pop-Musik, worauf die Plattenfirma, nach dem großen Erfolg des Stücks „Moonlight Shadow“ vom Vorgängeralbum „Crisis“, sehr großen Wert gelegt hatte.

Auf dem ersten Titel, „To France“, hört man dann auch wieder Maggie Reily singen, die dies auch schon bei dem gerade erwähnten „Moonlight Shadow“ tat. Pop-Musik in Reinkultur ist das, fast schon einen Tick zu lieblich. Das Lied geht in die Nummer „Poison Arrows“ über. Hier hört man jetzt Barry Palmer am Gesang. Dieses Stück ist etwas rockiger gehalten und wirkt auch ansonsten sehr viel spannender als noch der Opener. Poppig geht es dann wieder weiter mit „Crystal Gazing“ und erneut Maggie Reilly als Sängerin. Erneut sehr lieblich, jedoch noch ganz okay. Der Tiefpunkt folgt schließlich mit „Tricks Of The Light“. Beide, Sängerin und Sänger sind hier zu hören und das Lied ist wahrlich einfachster Pop, extrem langweilig und belanglos. Wenn man sich überlegt, welche Art der Musik Mike Oldfield nur wenige Jahre zuvor schrieb, so blutet einem das Herz.

Es wird wieder zumindest ein wenig besser. Der Titelsong „Discovery“ ist deutlich rockiger, wird wieder nur von Barry Palmer eingesungen und verfügt dabei über eine Melodie, die tatsächlich etwas hängenbleibt. Es folgen die Stücke „Talk About Your Life” sowie „Saved By A Bell“. Fast schon unfassbar, wie langweilig die Musik von Mike Oldfield klingen kann. Dies bedeutet nicht, dass diese Stücke nicht melodiös wären, jedoch sind sie dabei fast schon anbiedernd und nur dazu gemacht, auch im Radio gespielt werden zu können. Schlimm. Bliebe noch das über zwölfminütige „The Lake“. Aus steuertechnischen Gründen hatte Mike Oldfield seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt, genauer gesagt nach Villars-sur-Ollon in den Schweizer Alpen, hoch über dem Genfer See. Dieser Anblick hat ihn angeblich zu diesem Stück inspiriert. „The Lake“ ist auch der Höhepunkt der Platte. Zwar nicht mehr in einem Atemzug zu nennen wie die Longtracks auf seinen ersten Veröffentlichungen, dennoch eine schöne Instrumentalnummer, etwas verklärt und mit einer schönen Melodie versehen, die sich im Laufe des Liedes wandelt und entwickelt.

Auf der remasterten Version des Albums bekommt man fünf Zugaben mitgeliefert. Eine verlängerte Version von „To France“, eine Instrumentalversion von „Tricks Of The Light“ sowie drei bisher noch nicht veröffentlichte Titel. Diese Bonus Tracks lohnen die Anschaffung keineswegs, denn diese Version von „Tricks Of The Light“ schafft es tatsächlich noch schlechter zu sein, als das Original und den drei neuen Stücken hört man an, warum sie es nicht auf eine offizielle Platte geschafft haben.

Fazit: Mit „Discovery” war Mike Oldfield ganz tief in den Niederungen des Pop angekommen. Der Erfolg sollte ihm allerdings Recht geben, denn seine Platten verkauften sich nun sehr viel besser als früher. Der letzte Titel „The Lake“ scheint da nur ein Versöhnungsangebot an die alten Fans zu sein, die gerne „ihren“ Mike Oldfield von früher wieder hören würden. Aber die Zeit war vorbei, jetzt war erst mal Pop angesagt. Pop, der zwar klingt, zumeist jedoch unfassbar langweilig ist. Schade. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Poison Arrows, The Lake