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Mittwoch, 11. Dezember 2019

Leonard Cohen – Thanks For The Dance




Leonard Cohen – Thanks For The Dance


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Javier Mas – laúd
Patrick Leonard – piano
Matt Chamberlain – drums, percussion
Daniel Lanois – guitar and piano
Beck – guitar, Jew's harp
David Campbell – conductor, orchestrator
George Doering – ukulele
Jennifer Warnes – backing vocals
Damien Rice – backing vocals
Leslie Feist – backing vocals
Shaar Hashomayim Synagogue Choir and Berlin-based Cantus Domus choir – backing vocals on "Puppets"
Avi Avital – mandolin on "Moving On"
Sílvia Pérez Cruz – backing vocals
Jamie Thompson – drums on "The Hills"


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. Happens To The Heart (4:33)
2. Moving On (3:11)
3. The Night Of Santiago (4:15)
4. Thanks For The Dance (4:13)
5. It‘s Torn (2:57)
6. The Goal (1:12)
7. Puppets (2:39)
8. The Hills (4:17)
9. Listen To The Hummingbird (2:00)

Gesamtspieldauer: 29:17



Ganz in schwarz ist es gehalten, das fünfzehnte und letzte Studioalbum des kanadischen Musikers Leonard Cohen, welches am 22. November 2019 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht wurde. In goldener Schrift liest man darauf zum einen den Namen des Leonard Cohen, zum anderen den Titel dieses Albums: „Thanks For The Dance“, welches drei Jahre nach dem Tod des gebürtigen Kanadiers veröffentlicht worden ist.

Der Gesang des Leonard Cohen wurde bereits während der Aufnahmen zum vorherigen Album „You Want It Darker” aufgenommen. Leonard Cohens Sohn Adam entschloss sich nun auch diese Aufnahmen noch für die Nachwelt zu erhalten, da sein Vater und er bereits die Instrumentierung und die Atmosphäre der Lieder besprochen hatten. Es wäre auch wahrlich zu schade gewesen, wenn diese Musik nicht mehr der Allgemeinheit zugänglich gemacht worden wäre.

Inhaltlich und atmosphärisch schließt das Album perfekt an den Vorgänger an. Die Stimmung ist traurig und melancholisch, an manchen Stellen klingt das Ganze fast schon verzweifelt und an jeder Stelle des Albums sehr intensiv. Über allem schwebt selbstverständlich die intensive und sonore Stimme des Leonard Cohen, welche die traurige Atmosphäre der Platte zusätzlich mit unterstreicht.

Bei aller Melancholie, welche das nahende Ende des Lebens des Leonard Cohen wiederspiegelt, sind die einzelnen Titel doch sehr eingängig und melodiös gehalten. Chöre verstärken die jeweilge Stimmung an mancher Stelle noch ein wenig, die Melodiösität und Eingängigkeit der Musik werden dadurch zusätzlich nochmals gesteigert. Dabei klingt die Musik auf “Thanks For The Dance” jederzeit zerbrechlich und fragil und steigert so ebenfalls nochmals ihre Intensität.

Fazit: Ein intensives, trauriges, melancholisches und fragiles Album ist „Thanks For The Dance“ geworden. Das Abschiedsgeschenk des Leonard Cohen für seine Fans welches sein Sohn Adam verwirklicht hat. Das Album ist sehr kurz geraten, doch dies ist wohl den Umständen geschuldet, Leonard Cohen ist während des Entstehungsprozesses verstorben. Was bleibt ist intensive Musik, die einen packt. Danke für viele Stunden schöner Musik, Mister Leonard Cohen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Happens To The Heart, It‘s Torn




Mittwoch, 19. Dezember 2018

Leonard Cohen – Popular Problems




Leonard Cohen – Popular Problems


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Patrick Leonard – keyboards
Joe Ayoub – bass
Brian MacLeod – drums
Alexandru Bublitchi – violin
James Harrah – guitar
Charlean Carmon – backing vocals
Dana Glover – backing vocals
Donna De Lory – backing vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Folk Pop


Trackliste:

1. Slow (3:25)
2. Almost Like The Blues (3:28)
3. Samson In New Orleans (4:39)
4. A Street (3:32)
5. Did I Ever Love You (4:10)
6. My Oh My (3:36)
7. Nevermind (4:39)
8. Born In Chains (4:55)
9. You Got Me Singing (3:32)

Gesamtspieldauer: 36:00




„Popular Problems“ nannte der kanadische Sänger und Songschreiber Leonard Cohen sein dreizehntes Studioalbum. Es erschien am 19. September 2014 auf dem Plattenlabel Columbia Records und ist einmal mehr mit dieser warmen und sanften Musik angefüllt, die von einem sonoren Sprechgesang begleitet wird. In vielen Ländern kletterte das Album bis auf Platz 1 der Charts, in Deutschland erreichte es immerhin Platz 4.

Sehr häufig kommt auf „Popular Problems“ weiblicher Hintergrundgesang zum Einsatz. Mal hört man die Sängerinnen im Chor, mal auch einzeln. Dieses Stilmittel wird auf dem Album fast schon inflationär eingesetzt, wobei hier „etwas weniger“ sicherlich interessanter gewesen wäre. Trotzdem wirkt die Musik auf „Popular Problems“ sogar noch ein wenig intensiver, als noch auf dem Vorgängeralbum „Old Ideas“. Die Stimme des Leonard Cohen klingt rauer, sogar gebrochener und lässt die einzelnen Titel dabei noch etwas packender wirken. Diese gehen erneut ins Ohr, umschmeicheln dieses sanft und bilden den perfekten Abschluss für einen aufregenden Tag.

Mit „My Oh My“ enthält „Popular Problems“ auch wieder eines dieser ganz besonderen Lieder, die die Musik des Leonard Cohen ebenfalls auszeichnen. „My Oh My“ ist ein Lied, welches bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht, ein Lied, welches aufhorchen lässt. Genial dabei auch die Bläsereinsätze, die dem Titel diese wunderschöne Entspanntheit verleihen. Auch die restlichen Nummern auf „Popular Problems“ wirken, lediglich das „My Oh My“ nachfolgende „Nevermind“ klingt in meinen Ohren etwas zu synthetisch, etwas monoton, mit zu viel Hintergrundgesang ausgestattet und nicht mehr ganz so überzeugend. Dazu gesellen sich noch arabische Töne, aber das ist ganz gewiss Geschmackssache, bei mir mag es eben leider nicht zünden.

Fazit: Auch mit „Popular Problems“, seinem dreizehnten Studio-Album, ist Leonard Cohen eine sehr überzeugende Scheibe gelungen. Man hört darauf den für den Kanadier so typischen Sound, sanfte Musik, die von seiner ausdrucksstarken Stimme dominiert wird. Mit „My Oh My“ ist zudem ein wunderschöner Ohrwurm enthalten, der diese Platte nochmals hörenswerter werden lässt. Neun Punkte.

Anspieltipps: My Oh My



Freitag, 26. Oktober 2018

Leonard Cohen – Old Ideas




Leonard Cohen – Old Ideas


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals, programming, guitar


Gastmusiker:

Patrick Leonard – programming
E.L. Sanders – vocals, guitar
Sharon Robinson – vocals, synth bass
The Webb Sisters – vocals
Dana Glover – vocals
Jennifer Warnes – backing vocals
Neil Larsen – hammond b3, piano, synth bass, percussion, cornet
Robert Korda – violin
Chris Wabich – drums
Jordan Charnofsky – guitar
Bela Santeli – violin


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Folk Pop


Trackliste:

1. Going Home (3:51)
2. Amen (7:35)
3. Show Me The Place (4:09)
4. Darkness (4:29)
5. Anyhow (3:08)
6. Crazy To Love You (3:05)
7. Come Healing (2:52)
8. Banjo (3:22)
9. Lullaby (4:45)
10. Different Sides (4:05)

Gesamtspieldauer: 41:26



„Old Ideas“ heißt das zwölfte Studioalbum des kanadischen Sängers Leonard Cohen. „Old Ideas“ wurde am 27. Januar 2012 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht, fast acht Jahre nach dem elften Album „Dear Heather“. „Old Ideas“ stellt die höchste Platzierung eines Leonard Cohen Albums in den USA dar und kletterte dort immerhin bis auf Platz 3 der Billboard 200 Charts. In elf Ländern erreichte die Platte sogar die Spitzenposition der jeweiligen Charts.

Auf „Old Ideas“ hört man sehr sanfte Musik, die von dem markanten und tiefen Sprechgesang des Leonard Cohen geprägt ist. Die Lieder klingen wieder melodiöser und eingängiger, als noch auf den letzten Platten vor seiner mehrjährigen Schaffenspause. Sehr ruhig und sehr entspannt fließen warme und sanfte Töne aus den Lautsprechern und versorgen die Umgebung mit Wärme und Heimeligkeit. Die Lieder bilden eine Mischung aus Folk und Pop und mögen für Rock-Freundinnen und -Freunde vielleicht ein wenig zu ruhig gehalten sein, doch die einzelnen Titel gehen eindeutig ins Ohr, haben nicht den Auftrag zum Tanzen zu animieren, sondern in Stimmungen zu schwelgen, zu entspannen, Atmosphäre zu erschaffen. Die Musik ist bestens dazu geeignet die Augen zu schließen und den Tag Revue passieren zu lassen. Sehr schöne Entspannung.

Alle Titel auf „Old Ideas“ sind im selben Stil gehalten. Viel Piano gibt es zu hören, Orgel, dazu akustische Gitarre. Jedes Lied wird sehr zurückhaltend instrumentiert. Chöre und weibliche Begleit-Sängerinnen sorgen für zusätzliche Fülle. Die Höhepunkte höre ich am Beginn des Albums. „Going Home“, „Amen“ sowie „Show Me The Place“ sind allesamt sehr eingängige Lieder, die das sanfte Gefühl der Platte bestens transportieren. „Crazy To Love You“ fällt ebenfalls noch in diese Kategorie, wohingegen einige der restlichen Titel diese Qualität leider nicht ganz halten können.

Fazit: Ein sanftes und weiches Album ist „Old Ideas“ von Leonard Cohen geworden. Wie sollte es aber auch anders sein bei einem Album des Kanadiers? Es gibt einige Höhepunkte auf der Platte neben ein paar Liedern, die nicht ganz so gelungen sind und etwas weniger überzeigen. Trotzdem, wer die Musik des Leonard Cohen mag, die oder der wird auch Gefallen an „Old Ideas“ finden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Going Home, Amen, Show Me The Place, Crazy To Love You



Sonntag, 24. Dezember 2017

Leonard Cohen – Greatest Hits




Leonard Cohen – Greatest Hits


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Folk


Trackliste:

1. Suzanne (3:50)
2. Sisters Of Mercy (3:36)
3. So Long, Marianne (5:40)
4. Bird On The Wire (3:27)
5. Lady Midnight (2:58)
6. The Partisan (3:25)
7. Hey, That's No Way To Say Goodbye (2:57)
8. Famous Blue Raincoat (5:09)
9. Last Year's Man (5:59)
10. Chelsea Hotel No. 2 (3:07)
11. Who By Fire (2:32)
12. Take This Longing (4:05)

Gesamtspieldauer: 46:51



„Greatest Hits“ ist das erste Kompilationsalbum des Kanadiers Leonard Cohen. Diese „Best Of…“-Platte wurde im Jahr 1975 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Leonard Cohen stimmte der Veröffentlichung nur zu, da er die volle Kontrolle über die Zusammenstellung hatte. So suchte er die Lieder aus, genau wie das Cover, was ihn 1968 in einem Hotel in Mailand zeigt. Das Album verkaufte sich in Europa und Australien gut, hatte jedoch keinen Erfolg in Amerika.

Die Lieder stammen allesamt von den ersten vier Studio-Alben des Leonard Cohen. „Songs Of Leonard Cohen“ aus dem Jahr 1967 ist viermal vertreten, von seinem zweiten Album „Songs From A Room“ aus dem Jahr 1969 stammen drei Titel. Das dritte Album, „Songs Of Love And Hate“ aus dem Jahr 1971 steuerte zwei Lieder dazu und vervollständigt wurde die Zusammenstellung mit dem 1974er Album „New Skin For The Old Ceremony“, dem drei Titel entnommen wurden. Fast sind die Lieder auch chronologisch angeordnet. Lediglich das Lied „Hey, That's No Way To Say Goodbye“, was vom ersten Album stammt, ist hier nach dem zweiten, „Songs From A Room“, eingereiht.

Besitzt man die Originalalben, ist dieses „Greatest Hits“-Album selbstverständlich absolut überflüssig. Natürlich werden die einzelnen Lieder, falls man die vier zugrundeliegenden Alben kennt, auch nicht unbedingt die eigenen „Greatest Hits“ sein, aber immerhin erfährt man auf diese Weise, welche seiner Lieder Leonard Cohen am besten gefielen. Möchte man sich dagegen unvoreingenommen einen Überblick über das Schaffen des Leonard Cohen zu Beginn seiner Karriere verschaffen, so erhält man diesen sehr gut mit diesem Kompilationsalbum. Leonard Cohen zelebriert hier sanften und melancholischen Folk, der an jeder Stelle, mit jedem Akkord ins Ohr gehrt. Weich und sanft klingt diese Musik durchgehend. Absolut untanzbar, dazu gedacht sich zurückzulehnen, zuzuhören und all das Gehörte wirken zu lassen. Man wird den Stress des Alltags vergessen.

Fazit: Lediglich zum „Antesten“ der Musik des Leonard Cohen ist dieses Kompilationsalbum geeignet. Gefällt diese Musik, lohnt sich sehr wohl der Erwerb der Originalalben, denn die Atmosphäre der Musik des Leonard Cohen zu Beginn seiner Karriere wird auf diesem „Greatest Hits“-Album sehr gut widergegeben. Besitzt man die Originalalben bereits, ist die Scheibe völlig sinnlos. Die Musik, sanfter und melodischer Folk, macht Spaß. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Suzanne, Sisters Of Mercy, The Partisan



Dienstag, 24. Oktober 2017

Leonard Cohen – You Want It Darker




Leonard Cohen – You Want It Darker


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Bill Bottrell – electric guitar, pedal steel guitar
Michael Chaves – keyboards, bass guitar, drum programming
Adam Cohen – classical guitar
Patrick Leonard – keyboards, organ, piano, bass synthesizer, bass guitar, percussion, drum programming
Brian Macleod – drums
Zac Rae – guitar, classical guitar, mandolin, keyboards, mellotron, celesta, piano, wurlitzer, floor tom, octophone


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Pop, Blues


Trackliste:

1. You Want It Darker (4:44)
2. Treaty (4:02)
3. On The Level (3:27)
4. Leaving The Table (3:47)
5. If I Didn't Have Your Love (3:36)
6. Traveling Light (4:22)
7. It Seemed The Better Way (4:22)
8. Steer Your Way (4:23)
9. String Reprise / Treaty (3:26)

Gesamtspieldauer: 36:13




„You Want It Darker” heißt das vierzehnte und letzte Studioalbum des kanadischen Musikers Leonard Cohen. Es erschien am 21. Oktober des Jahres 2016 auf dem Plattenlabel Columbia Records, 19 Tage bevor Leonard Cohen starb. „You Want It Darker” ist eine sehr bewegende Platte geworden, die sich inhaltlich häufig mit den Themen Gott und Tod auseinandersetzt. Der Gesang des Albums wurde im Wohnzimmer des Leonard Cohen aufgenommen, der zu dieser Zeit schon unter starken Schmerzen litt. Die hier entstandenen Einspielungen wurden dann per E-Mail weitergesendet.

Auf „You Want It Darker” singt Leonard Cohen seine Texte nicht mehr, er spricht sie ein. Das wirkt überaus zerbrechlich und trägt, neben der Musik selbst, am sehr grauen, fast schon ein wenig verzweifelten Gesamteindruck des Albums bei. Alles klingt auf diesem Album nach Tod und Vergänglichkeit, wirkt sehr getragen, ohne dabei auch nur einen Hauch des Kitsches zu verströmen. Sehr bewegend ist dieses „You Want It Darker” geworden, ein Album, bei dem man in jedem Takt, mit jedem Akkord hört, dass hier jemand Abschied nimmt.

Die Musik ist sehr ruhig gehalten, oftmals akustisch eingespielt und klingt an jeder Stelle sehr melodiös und eingängig. Chöre, die manchmal wie Choräle klingen, Streicher, die die Lieder noch weicher und voller werden lassen unterstreichen die sehr intensive Atmosphäre dieser Platte. Die Lieder gehen dabei ins Ohr und schaffen es auch dort länger zu verbleiben. Dass beim Hören keine Tanzstimmung aufkommt, dürfte sicherlich keine Überraschung darstellen. Vielmehr wirkt hier alles nachdenklich und genauso lässt einen diese Musik des Leonard Cohen auch zurück. Nachdenklich und auch beeindruckt.

Fazit: Ein sehr intensives und beeindruckendes Album ist „You Want It Darker” von Leonard Cohen geworden. Die einzelnen Lieder der Platte sind packend und ergreifend, über allem scheint der Tod von Leonard Cohen zu schweben, der sich mit dieser Scheibe verabschiedete. Man hört auf dem Album getragenen und nachdenklichen Sprechgesang, der mit sanfter, trauriger, sentimentaler und melancholischer Musik unterlegt wurde. Elf Punkte.

Anspieltipps: You Want It Darker, Treaty



Sonntag, 26. Mai 2013

Leonard Cohen – Dear Heather




Leonard Cohen – Dear Heather


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals, guitar, jew’s harp, piano


Gastmusiker:

Sharon Robinson – various instruments, vocals
Roscoe Beck – bass
John Bilezikjian – oud
Richard Crooks – drums
John Crowder – bass, vocals
Johnny Friday – drums
Ron Getman – steel guitar, vocals
Bill Ginn – piano
Raffi Hakopian – violin
Garth Hudson – accordion
Sarah Kramer – trumpet
Sarah Kramer – trumpet
Jeremy Lubbock – string arrangements
Paul Ostermayer – flute
Stan Sargeant – bass
Bob Sheppard – tenor saxophone
Anjani Thomas – piano, vocals, backing vocals
Mitch Watkins – guitar, vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Pop, Blues, Soul


Trackliste:

1. Go No More A-Roving (3:43)
2. Because Of (3:03)
3. The Letters (4:48)
4. Undertow (4:22)
5. Morning Glory (3:32)
6. On That Day (2:07)
7. Villanelle For Our Time (5:57)
8. There For You (4:40)
9. Dear Heather (3:43)
10. Nightingale (2:31)
11. To A Teacher (2:36)
12. The Faith (4:20)
13. Tennessee Waltz (4:05)

Gesamtspieldauer: 49:27




70 Jahre war Leonard Cohen 2004 geworden, als mit “Dear Heather” sein elftes Studio-Album erschien. Dieses steht in direkter Tradition zur vorherigen Platte, die Musik ist ähnlich geartet: Sehr ruhig, mitunter fast schon monoton, viel weiblicher und souliger Hintergrundgesang. Allerdings ist auf jeden Fall schon mal positiv anzumerken, das hier jetzt wieder Musiker zum Einsatz kamen, um das Ganze auch einzuspielen. Also zum Beispiel kein Drum-Computer mehr, sondern ein Mensch, der auf eine Trommel und diverse Becken schlägt, wenn auch sehr zurückhaltend, bei dieser sehr sentimentalen bis melancholischen Musik.

Nun genau diese muss man mögen, oder man kann das eben nicht. Viel dazwischen wird es nicht geben. Diese rauchige Stimme ist da, aber hier auf „Dear Heather“ redet sie mehr, als sie singt. Ruhiger Sprechgesang, der ganz sanft mittels diverser Musikinstrumente begleitet wird, unterstützt durch soulige Frauenstimmen. Folk ist das definitiv nicht mehr, davon hatte sich Leonard Cohen aber schon vor vielen, vielen Jahren verabschiedet. Auf „Dear Heather“ gibt es eine ganze Menge sehr unaufgeregte Musik zu hören, die dieses Mal auch nicht so „technisch“ klingt, wie oftmals auf den Vorgänger-Alben, als dort die echten Musik-Instrumente fehlten. Meist stimmt diese Feststellung für „Dear Heather“, nicht jedoch beim zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftigen Titelsong selbst. Der ist dagegen irgendwie experimentell bis plastikmäßig und eben wieder so unvorteilhaft instrumentiert.

Fazit: Es ist nur noch wenig übriggeblieben von der Magie der Musik des Leonard Cohen. Klar die Stimme zieht einen immer noch in seinen Bann. Tief und sonor und hier auch nicht übertrieben. Aber das war es auch schon. Die paar kleineren Höhepunkte der Platte sind von jeder Menge Belanglosigkeit umgeben, die bei mir einfach nicht zünden will. Vielleicht ist aber auch genau dies das Problem, da ich die ersten Platten des Kanadiers zuerst kannte. Die waren auch traurig, sentimental, melancholisch und nur sehr zurückhaltend instrumentiert. Ruhige, stille Musik eben. Genau wie auf „Dear Heather“. Aber die Titel auf den früheren Alben hatten etwas, was diese hier nicht mehr oder nur noch sehr wenig haben oder aber was sich mir einfach nicht erschließen will. Etwas, was die Magie der Musik ausmacht. Etwas, das bestimmt, ob Musik wirkt oder eben nicht. Hier bei „Dear Heather“ bin ich bei „oder eben nicht“ angekommen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: The Letters, There For You, The Faith







Sonntag, 21. April 2013

Leonard Cohen – Ten New Songs




Leonard Cohen – Ten New Songs


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Sharon Robinson – all instruments, vocals
Bob Metzger – guitar
David Campbell – string arrangements


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Pop, Soul


Trackliste:

1. In My Secret Life (4:56)
2. A Thousand Kisses Deep (6:29)
3. That Don't Make It Junk (4:28)
4. Here It Is (4:19)
5. Love Itself (5:26)
6. By The Rivers Dark (5:21)
7. Alexandra Leaving (5:26)
8. You Have Loved Enough (5:42)
9. Boogie Street (6:05)
10. The Land Of Plenty (4:36)

Gesamtspieldauer: 52:47




Neun Jahre dauerte es, bis Leonard Cohen sein zehntes Album aufnahm. Inzwischen war er zum Mönch erklärt worden, nachdem er jahrelang in einem buddhistischen Kloster gelebt hatte. Alle Lieder auf dem Album schrieb er zusammen mit Sharon Robinson, die auch alle Instrumente, bis auf die Gitarre, selbst einspielte. Erstmals war ein Cohen-Album zudem digital aufgenommen worden. Das Job-Sharing beim Komponieren lief anscheinend so ab, dass Leonard Cohen für die Texte, Sharon Robinson für die Musik zuständig war.

Die Musik ist, wie immer bei einem Leonard Cohen Album, sehr ruhig gehalten. Folk ist das allerdings nicht mehr, Pop mit Soul- und Blues-Einflüssen beschreibt die Musik auf „Ten New Songs“ wohl noch am besten. Manches Mal gibt es sogar so etwas wie angedeutete Gospel-Einschübe. Eingängig ist es auch wieder, wenn auch nicht dergestalt, dass die Lieder sich unmittelbar, gleich beim ersten Hören im Gehirn festsetzen. Ein paar Durchgänge benötigt man da schon. Auch gelingt dies nicht bei jedem Song, denn mitunter leben diese auch von der Monotonie, welche einem längeren Verweilen im Musikzentrum des Gehirns entgegenwirkt.

Schade, dass Leonard Cohen auch bei den Aufnahmen zu „Ten New Songs“ erneut auf einen Drum-Computer setzte, denn dieser Sound klingt einfach billig und oberflächlich. Für ein Lied kann man diesen natürlich mal einsetzen, aber über die gesamte Länge eines Albums erfordert das schon eine gewisse, gar nicht mal so geringe Toleranz beim Hörer.

Fazit: Ich kann jeden verstehen der sagt, diese Platte sei ihm zu ruhig, zu monoton, zu einförmig. Genau das ist sie auch, sehr ruhig, oftmals monoton und auch einförmig. Aber das alles wiederum ist auch eine Stärke der Platte, die ihre Höhepunkte in der Stille hat. Musik zum Ausruhen, die auch ganz entspannt nebenher laufen kann. Ein Nachteil sind die fehlenden „echten“ Instrumente. Alles ist hier digital, so verwundert es auch nicht, dass Sharon Robinson das alles selbst einspielen konnte. Viel zum Einspielen gab es da nämlich nicht. Mich packt das alles auch nicht mehr. Die Stimme Leonard Cohens ist schön, klar. Die Musik allerdings erschließt sich mir nicht mehr, packt mich nicht mehr, regt mich noch nicht mal mehr auf. Die Musik auf „Ten New Songs“ plätschert so dahin. Sechs Punkte.

Anspieltipps: A Thousand Kisses Deep, Here It Is, By The Rivers Dark




Freitag, 29. März 2013

Leonard Cohen – The Future




Leonard Cohen – The Future


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:


John Barnes – bass, synthesizer bass
Perla Batalla – choir, vocals, backing vocals
Bob Blaub – bass
Peggy Blue – backing vocals
David Campbell – strings, backing vocals
Lenny Castro – percussion, tambourine
Julie Christensen – choir, vocals, backing vocals
Ronald Clark – strings
Leonard Cohen – saxophone, violin
Vinnie Colaiuta – drums
Larry Corbett – strings
Jim Cox – piano
Steve Croes – synclavier
Joel Derouin – strings
Bruce Dukov – strings
Donald Ferrone – strings
Brandon Fields – tenor saxophone
Mike Finnigan – organ
Jeff Fisher – keyboards
Bob Furgo – saxophone, violin
James Gadson – drums
Berj Garabedian – strings
Bill Ginn – synclavier
Bob Glaub – bass
Jacquelyn Gouche-Farris – backing vocals
Ed Greene – drums
Dennis Herring – electric guitar
Paul Jackson, Jr. – guitar
Jean Johnson – vocals, backing vocals
Suzie Katayama – strings
Suzie Kattayama – strings
Randy Kerber     – keyboards
Steve Lindsey – keyboards, mellotron, organ, piano, wurlitzer
Steve Meador – drums
Bob Metzger – bass, acoustic, electric and steel guitar
Sid Page – strings
Dean Parks – acoustic guitar, mandolin
Greg Phillinganes – piano
Lon Price – tenor saxophone
Lee Sklar – bass
Leland Sklar – bass
Daniel Smith – strings
Greg Smith – baritone saxophone
Greg "Frosty" Smith – baritone saxophone
Thomas Tally – strings
Lee Thornburg – horn arrangements, trombone, trumpet
Raymond Tischer – strings
Jennifer Warner – backing vocals
Jennifer Warnes – vocals, backing vocals
Freddie "Ready Freddie" Washington – bass
Edna Wright – vocals, backing vocals
Tony Warren – vocals, backing vocals
Anjani Thomas – vocals, backing vocals
Valerie Pinkston-Mayo – vocals, backing vocals
David Morgan – vocals, backing vocals
Donald Taylor – choir director
Gigi Bailey – choir
Julia Waters – choir
Oren Waters – choir
Carmen Twillie – choir
Nysa Larry – choir
Brenda Lee Eager – choir
Aladrain Elmore – choir
Patricia Finnie – choir
Raven Kane – choir
Maxine Willard Waters – choir
Sonya Griffin – choir
LaVan Davis – choir
Lashanna Dendy – choir
Cynthia Bass – choir


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Pop, Blues


Trackliste:

1. The Future (6:43)
2. Waiting For The Miracle (7:43)
3. Be For Real (4:32)
4. Closing Time (6:01)
5. Anthem (6:09)
6. Democracy (7:15)
7. Light As The Breeze (7:17)
8. Always (8:04)
9. Tacoma Trailer (5:58)

Gesamtspieldauer: 59:42




Sein neuntes Studio-Album nannte Leonard Cohen „The Future“ und es wurde 1992 veröffentlicht. Nun und dieses Werk ist wahrlich ein Beißer geworden. Die Platte war durchaus erfolgreich, allerdings ist sie für jemanden, der Leonard Cohen über seine ersten Platten kennengelernt hat, schon ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Das liegt zum einen an der Stimme des Sängers auf „The Future“. Nun, diese war schon immer das Markenzeichen, Leonard Cohens. Tief und sonor klang diese schon seit seinem ersten Album. Auf dieser neunten Platte des Kanadiers ist dies allerdings so etwas von dermaßen akzentuiert worden, dass es oftmals irgendwie nur noch seltsam klingt. So gewollt, auf Teufel komm raus. Da ist das Ganze dann eher schon ein Brummen und Grollen. Ganz tiefer, zum Teil sogar eher Sprechgesang ist hier zu hören, der mitunter richtig störend wirken kann. Zumindest auf Dauer eines ganzen Albums.

Nicht nur die Stimme hat sich geändert, auch die Musik wurde einem Wechsel unterzogen. Der Blues hat starken Einzug in die Lieder des Leonard Cohen gefunden. Sehr gut zu hören ist das bei den Nummern „Be For Real“, „Light As The Breeze“ und vor allem beim mit über acht Minuten längsten Song der Platte: „Always“. „Closing Time“ und „Democracy“ klingen dagegen fast schon poppig. Alles in allem kann keines dieser Lieder einen wirklich überzeugen, im Falle der Blues-Stücke ist das Ganze sogar überaus gewöhnungsbedürftig.

Richtig gut gelungen sind der Anfang und das Ende des Albums. Sowohl der Titelsong „The Future“ wie die nachfolgende Nummer „Wainting For The Miracle“ haben etwas. Beides auch eher poppige Nummern, aber angenehm melodiös und mit Wiedererkennungswert. Das letzte Stück der Platte „Tacoma Trailer“ ist eine Instrumentalnummer, die einfach gut klingt. Ein schöner Abschluss für ein mittelmäßiges Album.

Fazit: „The Future“ von Leonard Cohen ist schwierig zu fassen, da es Titel enthält, die ich mir kaum anhören kann. Dann aber auch wieder Lieder, allerdings leider nur wenige Stücke, die mir gut gefallen, die wirken. Und zwischendrin gibt es jede Menge Belanglosigkeit. Ruhige Musik ist das natürlich wieder, mit sehr viel weiblichem Hintergrundgesang, den man in der Art auch erst mal mögen muss. Sechs Punkte.

Anspieltipps: The Future, Waiting For The Miracle, Closing Time, Tacoma Trailer





Dienstag, 19. März 2013

Leonard Cohen – I’m Your Man




Leonard Cohen – I’m Your Man


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals, keyboards


Gastmusiker:

Jude Johnson – vocals
Anjani Thomas – vocals
Jennifer Warnes – vocals
Mayel Assouly – backing vocals
Evelyine Hebey – backing vocals
Elisabeth Valletti – backing vocals
Jeff Fisher – keyboards
Bob Stanley – guitar
Sneaky Pete Kleinow – pedal steel guitar
Peter Kisilenko – bass
Tom Brechtlein – drums
Vinnie Colaiuta – drums
Lenny Castro – percussion
Michel Robidoux – drums, keyboards
John Bilezikjian – oud
Richard Beaudet – saxophone
Raffi Hakopian – violin


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Pop


Trackliste:

1. First We Take Manhattan (6:02)
2. Ain't No Cure For Love (4:51)
3. Everybody Knows (5:37)
4. I'm Your Man (4:26)
5. Take This Waltz (6:00)
6. Jazz Police (3:54)
7. I Can't Forget (4:32)
8. Tower Of Song (5:39)

Gesamtspieldauer: 41:00




1988 erschien das achte Album Leonard Cohens, welches mit dem Titel “I’m Your Man” versehen wurde. Dieses Album ist nun noch mal ein wenig poppiger geworden als der Vorgänger. Folk Musik ist das nun eigentlich nicht mehr, der Synthie-Pop-Hintergrund ist allgegenwärtig. Dabei klingt die Stimme Leonard Cohens hier auf diesem Album sogar noch ein wenig sonor und tiefer und eindringlicher. Das funktioniert gut, was jedoch deutlich weniger passt, zumindest am Beginn des Albums, das ist der Hintergrundgesang, dieses soulige Geschleime mit “Baby”- oder “Oh Baby”-, „Aaaahs“- und „Oooohs“-Ausrufen nervt bereits beim ersten Hören und wird mir den weiteren Durchgängen leider auch nicht besser.

Die einzelnen Stücke haben allerdings was. Sie gehen sehr schnell ins Ohr und besitzen auch durchaus die Qualität dort länger zu verweilen. Eingängig und melodiös ist die gesamte Platte geworden, Ausnahme ist da vielleicht das ein wenig schräge und irgendwie experimentelle „Jazz Police“, mit dem wohl eine ganze Menge Hörer des früheren Leonard Cohens weniger anfangen können werden. Alle anderen Stücke wirken, mal mehr, mal weniger.

Fazit: Wenn jemand keine Probleme mit gelegentlichem Synthie-Sound hat, an tollen Texten interessiert ist, eine sehr tiefe Stimme zu schätzen weiß und melodiöse Musik mag, dann wird sie oder er mit „I’m Your Man“ bestens bedient. Klar, das ist hier nicht mehr der Leonard Cohen der 60er Jahre. Aber irgendwie ist er es doch noch. Der Sound ist ein völlig anderer geworden, die Botschaften sind jedoch dieselben geblieben und die eingängigen Melodien auch. Das Album hat was, da kann man ruhig mal ein Ohr riskieren. Neun Punkte.

Anspieltipps: First We Take Manhattan, Everybody Knows, I'm Your Man, Take This Waltz





Montag, 11. März 2013

Leonard Cohen – Various Positions




Leonard Cohen – Various Positions


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals, guitar


Gastmusiker:

Jennifer Warnes – vocals
John Lissauer – piano, keyboard orchestrations, backing vocals
John Crowder – backing vocals, bass guitar
Anjani Thomas – backing vocals
Crissie Faith – backing vocals
Erin Dickins – backing vocals
Lani Groves – backing vocals
Merle Miller – backing vocals
Ron Getman – backing vocals
Yvonne Lewis – backing vocals
Sid McGinnis – guitar
Richard Crooks – drums


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Folk-Pop


Trackliste:

1. Dance Me To The End Of Love (4:41)
2. Coming Back To You (3:36)
3. The Law (4:29)
4. Night Comes On (4:42)
5. Hallelujah (4:40)
6. The Captain (4:10)
7. Hunter's Lullaby (2:27)
8. Heart With No Companion (3:05)
9. If It Be Your Will (3:44)

Gesamtspieldauer: 35:32




Dieses Mal hatte sich Leonard Cohen ganze fünf Jahre Zeit gelassen, bis er sein siebtes Album unter dem Titel “Various Positions” veröffentlichte. Und ich kann mir gut vorstellen, wie der geneigte Leonard Cohen Fan damals aus allen Socken kippte, als er die Platte zum ersten Mal auf den Plattenteller gelegt hatte und dort dann das Album mit einer Rhythmusmaschine startete. Das elektronische Zeitalter hatte die Musik Leonard Cohens erreicht. Noch eine weitere Neuerung gab es zu bestaunen: Jenniger Warnes wurde auf jedem Lied als Vokalistin geführt, natürlich neben Leonard Cohen selbst, aber immerhin. Und sie nimmt in der Umsetzung der Lieder auch durchaus eine tragende Rolle ein – mal mehr, mal weniger.

Nun, die Musik auf “Various Positions” ist sehr eingängig und das geht gleich mit dem ersten Song “Dance Me To The End Of Love“ los, auch wenn diese Rhythmusmaschine ihr monotones Geklopfe, oder wie man das auch immer nennen will, konsequent das ganze Lied über durchzieht. “Coming Back To You” ist dann etwas countrymäßig angehaucht, wie übrigens auch der vorletzte Titel „Heart With No Companion“. “The Law”, die dritte Nummer der Platte ist erneut wieder sehr eingängig, geht jetzt allerdings schon deutlich in die Richtung Pop-Musik.

Dieser Hang hin zum populäreren Bereich der Musik ist bei so gut wie allen Titeln auszumachen. Nun, wenn sie dann auch noch eine solch eingängige Melodie wie “Halleluja” haben, ein Titel, der bereits viele Male gecovert wurde, dann ist man automatisch im Bereich der etwas radiotauglicheren Musik angekommen, denn Musiker wollen natürlich auch von etwas leben und Geld verdienen.

Fazit: Man muss sich etwas an diese elektronischen „Geräusche“ auf einem Album Leonard Cohens gewöhnen. Die Musik selbst, die Atmosphäre die hier transportiert wird, ist allerdings noch dieselbe, wie sie es auch schon vor fünfzehn Jahren war. Melancholie und ein wenig Traurigkeit zeichnen die Lieder auch auf „Various Positions“ aus. Ein Abdriften hin zum Country gab es bisher auch auf jedem Album mit ein bis zwei Liedern. So auch hier. Für mich ist „Various Positions“ nicht das beste aller Leonard Cohen Alben, aber sicherlich auch nicht das schlechteste. Acht Punkte.

Anspieltipps: Dance Me To The End Of Love, The Law, Hallelujah, If It Be Your Will





Dienstag, 26. Februar 2013

Leonard Cohen – Recent Songs




Leonard Cohen – Recent Songs


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Raffi Hakopian – violin
Charles Beck – bass
John Bilezikjian – guitar, oud
Earl Dumler – oboe
Jim Gilstrap – vocals
Bill Ginn – keyboards
Ricardo Gonzalez – guitar
Garth Hudson     – keyboards
Abraham Laboriel – bass
John Lissauer – keyboards
Steve Meador – drums
John Miller – bass
Paul Ostermayer – saxophone
Jose Perez – trumpet
Roger St Kennerly – vocals
Everado Sandoval – guitar
Pablo Sandoval – trumpet
Stephanie Spruill – vocals
Julia Tillman Waters – vocals
Randy Waldman – keyboards
Jennifer Warnes – harmony, vocals
Mitch Watkins – guitar
Maxine Willard Waters – vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Folk


Trackliste:

1. The Guests (6:37)
2. Humbled In Love (5:13)
3. The Window (5:54)
4. Came So Far For Beauty (4:01)
5. The Lost Canadian (Un Canadien Errant) (4:39)
6. The Traitor (6:13)
7. Our Lady Of Solitude (3:12)
8. The Gypsy's Wife (5:12)
9. The Smokey Life (5:17)
10. Ballad Of The Absent Mare (6:20)

Gesamtspieldauer: 53:26




Das sechste Album des kanadischen Sängers und Songschreibers Leonard Cohen erschien 1979 unter dem Titel „Recent Songs“. Diese Platte stellte wieder eine völlige Abkehr zum vorherigen Album dar und ist eher in der Tradition der ersten vier Veröffentlichungen zu sehen. Sehr ruhige Musik gibt es nun erneut auf „Recent Songs“ zu hören, wobei dieses Mal einer Violine ein sehr großes Betätigungsfeld eingeräumt wurde. Genau hierin liegt auch der große Unterschied zu den früheren Alben, auf denen dieses Instrument noch nicht, zumindest nicht in der Solo-Variante, präsent war. Dieser Umstand bringt es allerdings auch mit sich, dass man sich so manches Mal beim Hören der Platte oder CD an Zigeunermusik erinnert fühlt.

Allerdings hört man auf „Recent Songs“ natürlich keine Zigeuner-Musik beziehungsweise steht diese nicht im Vordergrund, sondern die Violine erweckt nur bei einzelnen Titeln diese Assoziation. Allgenmein gibt es sie hier wieder diese leichte und sanfte und auf ihre Art tiefe Folk-Musik zu hören, mit der Leonard Cohen auch schon in früheren Zeiten überzeugen konnte. Doch Überraschungen kommen auch zum Vorschein, wenn zum Beispiel beim Titel „The Lost Canadian (Un Canadien Errant)“ eine Mariachi Band in das Lied einleitet und Leonard Cohen das Stück in Französisch zum Besten gibt. Die Sprache weniger, aber die Instrumentierung ist in diesem Fall schon ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Fazit: Es gibt sie wieder, die sanften und ruhigen Töne des Leonard Cohen. Diese können auf „Recent Songs“ durchaus sehr intensiv und packend sein. So ist dieses Album hier auch wieder ein sehr nachdenkliches und melancholisches geworden, welches sich allerdings durch die Instrumentierung von den früheren Werken Leonard Cohens abgrenzt. Auf dem sechsten Album des Kanadiers gibt es nun mehr als nur die sanften Gitarrenklänge zu hören. Okay, eine Mariachi-Band, das musste nicht unbedingt sein, aber der Versuch eine Solo-Violine in die Lieder mit einzubinden hat durchaus was. Die absoluten Überstücke fehlen jedoch leider. Allerdings ist dieses Album wieder um Klassen besser, als der völlig überinstrumentierte Vorgänger. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Guests, The Traitor, The Gypsy's Wife, Ballad Of The Absent Mare





Montag, 18. Februar 2013

Leonard Cohen – Death Of A Ladies’ Man




Leonard Cohen – Death Of A Ladies’ Man


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Phil Spector – guitar, keyboards, backing vocals
Art Blaine – guitar
Hal Blaine – drums
Ronee Blakley – backing vocals
Bobby Bruce – fiddle, violin
Brenda Bryant – backing vocals
Conte Candoli – trumpet
Jesse Ed Davis – guitar
Billy Diez – backing vocals
Steve Douglas – flute, saxophone, wind
Oma Drake – backing vocals
Bob Dylan – backing vocals
Gene Estes – percussion
Venetta Fields – backing vocals
Gerald Garrett – backing vocals
Terry Gibbs – percussion, vibraphone
Allen Ginsberg – backing vocals
Barry Goldberg – keyboards
Tom Hensley – keyboards
David Isaac – guitar
Pete Jolly – keyboards
Jim Keltner – drums
Dan Kessel – organ, synthesizer, guitar, keyboards, backing vocals
David Kessel – guitar, backing vocals
Clydie King – backing vocals
Sneaky Pete Kleinow – guitar, pedal steel, slide guitar
Michael Lang – keyboards
Charles Loper – trombone
Sherlie Matthews – backing vocals
Bill Mays – keyboards
Don Menza – flute, saxophone, wind, horn arrangements
Jay Migliori – saxophone
Art Munson – guitar
Ray Neapolitan – electric & upright bass
Al Perkins – pedal steel, slide guitar
Ray Pohlman – bass, guitar
Emil Radocchia – percussion
Don Randi – keyboards
Jack Redmond – trombone
Bob Robitaille – synthesizer, synthesizer programming
Devra Robitaille – synthesizer
Bill Thedford – backing vocals
Julia Tillman Waters – backing vocals
Oren Waters – backing vocals
Lorna Willard – backing vocals
Robert Zimmitti – Percussion


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Pop


Trackliste:

1. True Loves Leaves No Traces (4:28)
2. Iodine (5:05)
3. Paper Thin Hotel (5:45)
4. Memories (6:03)
5. I Left A Woman Waiting (3:29)
6. Don't Go Home With Your Hard-On (5:38)
7. Fingerprints (3:01)
8. Death Of A Ladies’ Man (9:24)

Gesamtspieldauer: 42:53




1977 erschien das fünfte Album Leonard Cohens unter dem Titel „Death Of A Ladies‘ Man“. Auf diesem Album des Kanadiers ist alles ganz anders, als auf den vorherigen vier Scheiben. Es ist der Sound, der den Unterschied macht, was man bereits an der Anzahl der beteiligten Musiker feststellen kann. Fette Chorhintergründe, mitunter fast schon Big-Band-Sound und immer zahlreiche Instrumente, die an so gut wie allen Liedern beteiligt sind. Dieses ruhige, nur ganz dezent mit Gitarre instrumentierte Lied, dieses sucht man auf „Death Of A Ladies‘ Man“ vergeblich.

Nun, das vorliegende Ergebnis war auch nicht gerade das, was sich Leonard Cohen von dem Album erhofft hatte. Die Musik auf „Death Of A Ladies‘ Man“ stammt hauptsächlich vom Produzenten Phil Spector, die Texte wie immer von Leonard Cohen selbst. Beide hatten jedoch völlig unterschiedliche Ansichten über die Instrumentierung der Songs. Letztendlich setzte sich Phil Spector, wohl gegen den Willen Leonard Cohens durch, der dieses Album auch als seine schlechteste Platte bezeichnet.

Gerade die Instrumentierung ist es zugegebenermaßen, die das ganze Album sehr gewöhnungsbedürftig werden lässt. Aber leider ist das nur die halbe Wahrheit, denn die Songs, die sich auf dieser fünften Platte Leonard Cohens befinden, sind einfach nicht so gut. Oder aber sie verstecken sich unter dieser Überinstrumentierung. Mal Pop, mal Country, mal Big Band Sound und wieder ein anderes Mal irgendwie schwülstige Musical-Musik. Meist heiter und fröhlich, ruhige Töne gibt es auf „Death Of A Ladies‘ Man“ nicht. Alles klingt, leider oftmals relativ schrill. Das Album ist auf seine Weise „laut“, nicht sehr melodisch, von wirklich guten Songs fehlt gar jede Spur.

Fazit: Die Abkehr vom Bewährten war für Leonard Cohen wahrlich kein Meisterwerk. Langweilige 08/15 Musik ist hier zu hören, die belanglos in das eine Ohr hineingeht, nur um ganz schnell wieder aus dem anderen zu entweichen. Und wenn ein Lied dann doch mal ganz nett ist, dann wird es mit Klängen übertüncht und überfrachtet. Chöre, Bläser und jedes einzelne Instrument scheint seinen großen Auftritt zu wollen und diesen auch zu bekommen – leider alle immer gleichzeitig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Paper Thin Hotel, Death Of A Ladies' Man