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Dienstag, 25. Dezember 2018

Roxy Music – Avalon




Roxy Music – Avalon


Besetzung:

Bryan Ferry – lead vocals, keyboards, guitar synthesizer
Andy Mackay – saxophones
Phil Manzanera – lead guitar


Gastmusiker:

Neil Hubbard – guitars
Andy Newmark – drums (all tracks but 8 and 10)
Rick Marotta – drums (on track 8)
Suzanne Ciani – synthesizers (on tracks 1, 2, 3, 4, 6, 7 and 8)
Alan Spenner – bass guitar (on tracks 1, 3, 4, 5, 6, 8 and 10)
Neil Jason – bass guitar (on tracks 2, 6, 7 and 9)
Paul Carrack – piano (on track 8)
Jimmy Maelen – percussion (on tracks 1, 2, 3, 5, 7 and 9)
Kermit Moore – cello (on track 8)
Fonzi Thornton – backing vocals (on tracks 1, 2, 3, 5, 6, 7 and 9)
Yanick Etienne – backing vocals (on track 3)


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop Rock, Art Pop


Trackliste:

1. More Than This (4:30)
2. The Space Between (4:30)
3. Avalon (4:16)
4. India (1:44)
5. While My Heart Is Still Beating (3:26)
6. The Main Thing (3:54)
7. Take A Chance With Me (4:42)
8. To Turn You On (4:16)
9. True To Life (4:25)
10. Tara (1:43)

Gesamtspieldauer: 37:31




„Avalon“ nannte die englische Rockband Roxy Music ihr achtes und gleichzeitig letztes Studioalbum, welches im Mai 1982 auf den Plattenlabels E.G. Records und Polydor erschien. Die remasterte Wiederveröffentlichung erschien auf dem Label Virgin Records. „Avalon“ war das erfolgreichste Studioalbum der Band, erreichte für drei Wochen Platz 1 in Großbritannien und blieb dort über ein Jahr lang in den Albumcharts vertreten. Obwohl „Avalon“ in den Vereinigten Staaten nur bis auf Platz 53 der Charts kletterte, verkaufte es sich über einen langen Zeitraum hinweg und wurde zum einzigen Millionenverkauf der Band in den USA und dort schließlich mit Platin ausgezeichnet. Die Single „More Than This“ ging dem Album voraus und wurde zu einem Top-10-Hit in Großbritannien, Australien und mehreren europäischen Ländern. Der Titeltrack wurde als zweite Single des Albums veröffentlicht und erreichte die UK Top 20. Schließlich folgte als dritte Auskopplung noch „Take A Chance With Me“, platzierte sich unter den Top 30 und stellt damit den bisher letzten UK-Single-Hit von Roxy Music dar.

Ihre Art des eingängigen Pops hatte Roxy Music und Bryan Ferry auf „Avalon“ zur Perfektion gebracht. Jedes Lied klingt auf der Scheibe und ist ein Pop-Stück, welches keinem „weh tut“, allerdings auch nicht mehr so richtig zu überzeugen weiß. Ein klein wenig läuft die Scheibe durch, ganz nett an der einen oder anderen Stelle, doch richtig begeistern kann die Platte nicht mehr. Vieles auf „Avalon“ hört sich einfach zu glattgebügelt, zum Teil auch zu oberflächlich an. Die beiden kurzen Nummern „India“ und „Tara“ stellen dabei lediglich kurze Auflockerungen dar und sind eher im sphärischen Bereich angesiedelt. Nach Indien klingt „India“ zum Beispiel nicht.

Höhepunkte auf Avalon sind die Lieder „More Than This“, das Titelstück selbst, sowie die beiden kurzen Einschübe, da sie etwas aus der Reihe tanzen und zumindest ein klein wenig aufhorchen lassen – besonders „Tara“. „Take A Chance With Me“ klingt ebenfalls ganz nett, „True To Life“ wenigstens noch ansatzweise interessant. Ansonsten ist alles auf dieser Scheibe irgendwie maximal noch Durchschnitt, da es zum Teil fast ein wenig anbiedernd klingt und auf den schnellen Erfolg hinproduziert zu sein scheint. Der Erfolg sollte Bryan Ferry und seinen Mitmusikern Recht geben.

Fazit: Das letzte Studioalbum von Roxy Music war ihr erfolgreichstes. Leider ist es auch die uninteressanteste Platte der Band geworden. Vieles wurde auf „Avalon“ auf die schnelle Eingängigkeit hin getrimmt, ohne dabei allerdings besonders originell zu klingen oder noch einen besonderen Titel hervorzubringen. Sicherlich ist „Avalon“ kein schlechtes Album geworden, jedoch ein langweiliges. Sieben Punkte.

Anspieltipps: More Than This, Take A Chance With Me, True To Life, Tara



Mittwoch, 21. November 2018

Roxy Music – Flesh + Blood




Roxy Music – Flesh + Blood


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, keyboards, piano, synthesizer (on track 4), guitar (on track 4), and strings (on track 5)
Andy Mackay – saxophones, oboe
Phil Manzanera – guitar, bass (on track 6)


Gastmusiker:

Paul Carrack – strings (on track 2), organ, piano (on track 10)
Neil Hubbard – guitar (on tracks 1, 2, 5, and 7–10)
Neil Jason – bass (on tracks 2, 7, and 9)
Andy Newmark – drums (on tracks 4 and 5)
Simon Phillips – percussion (on track 5)
Allan Schwartzberg – drums (on tracks 1-3 and 6–10), percussion (on tracks 4 and 5)
Alan Spenner – bass (on tracks 3–5, 8, and 10)
Gary Tibbs – bass (on track 1)
Suzanne Ciani – synthesizers (on track 3, 4, 5, 8, and 9)


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop Rock, Art Pop


Trackliste:

1. In The Midnight Hour (3:13)
2. Oh Yeah (4:50)
3. Same Old Scene (3:57)
4. Flesh And Blood (3:13)
5. My Only Love (5:19)
6. Over You (3:26)
7. Eight Miles High (4:54)
8. Rain Rain Rain (3:20)
9. No Strange Delight (4:45)
10. Running Wild (5:04)

Gesamtspieldauer: 42:04




„Flesh + Blood“ heißt das siebte Studioalbum der englischen Rockband Roxy Music. Am 23. Mai 1980 wurde die Platte veröffentlicht und war sofort ein kommerzieller Erfolg. Im Juni des Jahres hatte „Flesh + Blood“ bereits für eine Woche Platz 1 der britischen Charts erklommen, kehrte anschließend im August für drei weitere Wochen auf diese Spitzenposition zurück. In Deutschland erreichte die Scheibe Platz 6. Drei Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt. „Over You“ wurde ein Nr. 5 UK-Hit, genau wie „Oh Yeah“. „Same Old Scene“ erreichte immerhin Platz 12. Überraschenderweise enthält „Flesh + Blood“ auch zwei Cover-Versionen. Zum einen den Byrds-Titel „Eight Miles High” sowie Wilson Picketts „In The Midnight Hour”. Das Album entstand, nachdem Schlagzeuger Paul Thompson die Band verlassen hatte, was Roxy Music zu einem Trio, bestehend aus Bryan Ferry, Andy Mackay und Phil Manzanera werden ließ.

Mit „Flesh + Blood“ waren Roxy Music endgültig in der Liga der erfolgreichsten Bands angekommen und das Album klingt auch dementsprechend eingängig und melodiös. Viele der Titel gehen ins Ohr und werden auch heute noch im Radio gespielt. Freilich geht das etwas auf Kosten des „Außergewöhnlichen“, wenn die Platte insgesamt auch „ganz nett“ klingt. Etwas Neues oder Besonderes wird man auf „Flesh + Blood“ allerdings nicht mehr finden.

Höhepunkt des Albums ist für mich ganz klar das Lied „Oh Yeah“. Eine Nummer, die man einmal gehört nicht mehr vergisst. Ein Ohrwurm eben, der dabei allerdings überhaupt nicht aufdringlich klingt. Ebenfalls sehr hörenswert, eingängig, etwas rockiger und gleichzeitig auch eine Singleauskopplung des Albums ist das Lied „Same Old Scene“. „My Only Love“ hört sich dagegen – wie man bei diesem Titel auch vermuten würde – sehr viel ruhiger an und überzeugt ebenfalls durch seine Melodiösität. „No Strange Delight“ klingt dagegen schon sehr nach New Wave und spiegelt den Sound der Musik Anfang der 80er Jahre sehr schön wider. Nicht zuletzt durch diesen Umstand ist der Titel hörenswert. Beschlossen wird die Platte mit der schönen Ballade „Running Wild“, während der Bryan Ferry nochmals wunderschön schmachtend seine unverwechselbare Stimme einsetzen kann.

Fazit: Sicherlich ist „Flesh + Blood“ nicht das beste Album von Roxy Music geworden. Allerdings ist die Platte längst nicht so schlecht, wie sie zuweilen gemacht wird. Man hört auf dieser Roxy Music Platte melodiöse Pop-Musik, die zwar keinerlei Risiken mehr eingeht, jedoch in ihrer eingängigen Machart durchaus ins Ohr geht. Ein klein wenig stellt „Flesh + Blood“ ein typisches Beispiel für die Musik Anfang der 80er Jahre dar. Auf so etwas stand man damals. Neun Punkte.

Anspieltipps: Oh Yeah, Same Old Scene, My Only Love, Running Wild



Montag, 22. Oktober 2018

Roxy Music – Manifesto




Roxy Music – Manifesto


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, keyboards, harmonica
Andy Mackay – oboe, saxophone
Phil Manzanera – electric guitar
Paul Thompson – drums
Alan Spenner – bass
Paul Carrack – keyboards
Gary Tibbs – bass


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Manifesto (5:29)
2. Trash (2:14)
3. Angel Eyes (3:32)
4. Still Falls the Rain (4:13)
5. Stronger Through The Years (6:16)
6. Ain’t That So (5:39)
7. My Little Girl (3:17)
8. Dance Away (3:48)
9. Cry, Cry, Cry (2:55)
10. Spin Me Round (5:15)

Gesamtspieldauer: 42:42



„Manifesto“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Rockband Roxy Music. Es wurde am 16. März 1979 von E.G. Records in Großbritannien, Polydor in Europa und Atco Records in den USA veröffentlicht. Die remasterte Wiederveröffentlichung erschien auf dem Label Virgin Records. Nach einer fast vierjährigen Pause und zwischenzeitlicher Bandauflösung stellt „Manifesto“ das erste Studioalbum von Roxy Music seit „Siren“ im Jahr 1975 dar. Die erste Singleauskopplung der Platte war der Titel „Trash“, der es kaum in die britischen Top 40 schaffte. Die zweite Single, das deutlich disco-geprägte „Dance Away“, brachte die Band jedoch wieder unter die Top 3 der Charts und war 1979 die neunt-meistverkaufte Single in Großbritannien. Die dritte Single aus dem Album stellt eine neu aufgenommene Version von „Angel Eyes“ dar, welches in dieser Version weitaus elektronischer und „disco“-artiger als auf der Platte selbst klang. Diese Single schaffte es im August ebenfalls unter die UK Top 5. Das Album selbst kletterte in Großbritannien bis auf Platz 7 der Charts, in Deutschland erreichte es Platz 37.

Diese Annäherung an den Disco-Zeitgeist der damaligen Zeit hört man nicht nur auf den Single-Auskopplungen, die ganze Platte ist sehr viel radiotauglicher und damit auch etwas oberflächlicher geworden. Den Disco-Sound hört man ausgeprägt zwar nur an ausgewählten Stellen, doch ein gewisser Mainstream-Pop ist auf dieser Scheibe unüberhörbar. Das wiederum macht die Musik von Roxy Music auf „Manifesto“ etwas langweilig und austauschbar, da zudem auch die richtigen Ohrwürmer fehlen und die einzelnen Lieder durchaus ein klein wenig vorbeilaufen ohne großes Aufsehen zu erregen.

Höhepunkte sind das zumindest etwas kreativer klingende „Stronger Through The Years“, welches nicht auf Anhieb gleich ins Ohr geht, gern erarbeitet werden möchte und somit erst später zu wirken beginnt. Die Stimmung dieses Liedes ist ein klein wenig mystisch und undurchsichtig, was das Lied deutlich spannender werden lässt. Schließlich sollte man an dieser Stelle auch noch den Hit der Platte, das Lied „Dance Away“ erwähnen. Ins Ohr geht diese Nummer durchaus, wenn sie auch nicht allzu lange darin hängenbleibt, doch ein melodiöser und eingängiger Titel ist „Dance Away“ auf jeden Fall. Ganz zum Schluss folgt mit „Spin Me Round“ noch eine melodische Ballade, die das Album einigermaßen versöhnlich ausklingen lässt.

Fazit: Als die Musiker von Roxy Music sich entschlossen doch wieder zusammen zu musizieren, setzten sie auf die eingängige und häufig auch unkomplizierte Variante ihrer Musik. Diese packten sie in Form von zehn Titel auf das Album „Manifesto“ und hatten mit dieser Vorgehensweise durchaus kommerziellen Erfolg. Interessant klingen dadurch allerdings nur noch wenige Lieder wie die Nummer „Stronger Through The Years“. Der Rest der Platte pendelt oftmals zwischen Pop und Disco und verblasst relativ schnell wieder – auch wenn „Manifesto“ kein schlechtes Album darstellt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Stronger Through The Years, Dance Away, Spin Me Round



Mittwoch, 3. Oktober 2018

Roxy Music – Siren




Roxy Music – Siren


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, keyboards, harmonica
John Gustafson – bass
Eddie Jobson – violin, synthesizers, keyboards
Andy Mackay – oboe, saxophone
Phil Manzanera – guitar
Paul Thompson – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Art Pop, Glam Rock


Trackliste:

1. Love Is The Drug (4:11)
2. End Of The Line (5:14)
3. Sentimental Fool (6:14)
4. Whirlwind (3:38)
5. She Sells (3:39)
6. Could It Happen To Me? (3:37)
7. Both Ends Burning (5:16)
8. Nightingale (4:11)
9. Just Another High (6:31)

Gesamtspieldauer: 42:33




Am 24. Oktober 1975 erschien mit dem Album „Siren“ die fünfte Studio-Veröffentlichung der englischen Rockband Roxy Music. Ursprünglich hieß das Plattenlabel in Europa Island Records, ATCO in den USA. Die remasterte Wiederveröffentlichung auf CD erfolgte auf dem Label Virgin Records. „Siren“ kletterte im Vereinigten Königreich bis auf Platz 4 der Charts, in den USA bis auf Platz 50. In Deutschland konnte sich das Album überraschenderweise überhaupt nicht in den Charts platzieren. Das Album belegt zudem Platz 371 in der 2003er Liste des Rolling Stone Magazins der „500 Greatest Albums Of All Time“. Das Cover zeigt Bryan Ferry‘s damalige Freundin, das Model Jerry Hall, auf Felsen in der Nähe von South Stack, Anglesey. Nach den Konzerten zur Unterstützung von „Siren“ lösten sich Roxy Music im Jahr 1976 auf.

„Siren“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden und noch nicht ganz so glatt und einheitlich graten, wie jene drei Platten, die nach der Re-Union 1978 eingespielt werden sollten. Auf „Siren“ wird durchaus noch etwas experimentiert, nicht alles klingt gleich radiotauglich und geht sofort ins Ohr, wie das sich langsam entwickelnde und zunächst sehr sphärisch, schräg und entrückt klingende „Sentimental Fool“. Klasse Nummer, aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die ihren Reiz allerdings erst nach mehreren Durchgängen freisetzt. Ganz anders gibt sich da das wohl bekannteste Lied von Roxy Music überhaupt: „Love Is The Drug“. Diese Nummer wurde selbst in den USA zum Hit, dem einzigen, den die Briten dort landen konnten. Ein Titel mit Ohrwurmcharakter, den man bereits nach dem ersten Mal des Hörens nicht mehr aus den Ohren bekommt.

Weitere schöne Nummern sind das groovende und ebenfalls ins Ohr gehende „She Sells“. Auch dieses Lied klingt im Instrumentalteil, der vom Saxophon des Andy Mackay dominiert wird, etwas schräger. Dazu gesellen sich Rhythmus- und Tempowechsel, die das Lied zu einem spannenden Erlebnis werden lassen. Schließlich sollte hier noch die letzte Nummer des Albums, „Just Another High“, Erwähnung finden. Ein etwas rockigerer Titel, der einmal mehr zeigt, welch Gespür Bryan Ferry für die eingängige Melodie besitzt.

Fazit: „Siren” ist ein schönes und abwechslungsreiches Roxy Music-Album geworden, auf dem es viel zu entdecken gibt. Noch ist nicht alles auf der Platte so uneingeschränkt radiotauglich, die Band experimentiert durchaus noch ein wenig, ohne dabei jedoch zu sehr in unerreichbare Gefilde abzudriften. Fast alles auf „Siren“ klingt und geht ins Ohr, zudem enthält die Scheibe mit „Love Is The Drug“ den wohl größten Ohrwurm der Band. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Love Is The Drug, Sentimental Fool, She Sells, Just Another High



Samstag, 22. September 2018

Roxy Music – Country Life




Roxy Music – Country Life


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, keyboards, harmonica
John Gustafson – bass
Eddie Jobson – strings, synthesizer, keyboards
Andy Mackay – oboe, saxophone
Phil Manzanera – guitar
Paul Thompson – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. The Thrill Of It All (6:24)
2. Three And Nine (4:04)
3. All I Want Is You (2:53)
4. Out Of The Blue (4:46)
5. If It Takes All Night (3:13)
6. Bitter-Sweet (4:50)
7. Triptych (3:09)
8. Casanova (3:27)
9. A Really Good Time (3:45)
10. Prairie Rose (5:12)

Gesamtspieldauer: 41:47




„Country Life“ heißt das vierte Album der englischen Rockband Roxy Music. Es erschien am 15. November 1974 auf den Plattenlabels Island Records sowie Polydor in Europa und wurde inzwischen in einer remasterten Version auf Virgin Records wiederveröffentlicht. Die Platte kletterte bis auf Platz 3 der britischen Charts und erreichte auch in den Vereinigten Staaten Platz Nummer 37 und war somit das erste Album der Engländer, welches sich in den USA unter den Top 40 platzieren konnte. Im Jahr 2003 wurde das Album auf Platz 387 der Liste der 500 größten Alben aller Zeiten des Rolling Stone Magazins geführt. Es war eines von vier Roxy Music-Alben, die auf dieser Liste eingereiht wurden. Die anderen sind „For Your Pleasure“, „Siren“ sowie „Avalon“.

Auf dem Cover sind die beiden leicht bekleideten Models Constanze Karoli (Cousine von Can‘s Michael Karoli) und Eveline Grunwald (zu der Zeit die Freundin von Michael Karoli) zu sehen. Bryan Ferry traf sie in Portugal und überredete sie, für das Cover auf diese Weise zu posieren. Zudem unterstützen sie ihn bei der Übersetzung einiger Sätze, die Bryan Ferry beim Lied „Bitter-Sweet“ auf Deutsch einsingt. Das Titelbild wurde in den USA, Spanien und den Niederlanden als zu pornographisch beziehungsweise sexistisch angesehen und dort zensiert. Stattdessen gab es dort dann die Rückseite der Platte auch auf der Vorderseite zu sehen. Man sieht Bäume.

Die Lieder stammen einmal mehr hauptsächlich aus der Feder des Bryan Ferry, Andy Mackay unterstützte ihn bei den Liedern „Three And Nine“ und „Bitter-Sweet“. Gitarrist Phil Manzanera tat selbiges bei den Titeln „Out Of The Blue“ sowie „Prairie Rose”. Auch auf „Country Life“ hört man sehr abwechslungsreichen und „intelligenten“ Pop-Rock, der zu allermeist mit sehr schönen Melodien aufwartet, die auch ins Ohr gehen. Die Stimmung auf der Platte ist ein klein wenig rockiger als noch auf „Stranded“, mit den Atmosphären wird allerdings auch auf „Country Life“ gespielt. Jedoch klingt dies alles deutlich weniger experimentell, sondern sehr viel geradliniger ausgerichtet, ohne dabei anbiedernd zu klingen. Doch der Weg in die Charts und zur sehr erfolgreichen Band ist bereits vorgezeichnet.

Die Höhepunkte der Platte befinden sich für mich in deren Mitte und heißen „Bitter-Sweet“ sowie „Triptych“. „Bitter-Sweet“ ist wie ein abwechslungsreiches Theater-Schauspiel arrangiert, bei dem Bryan Ferry diese paar Sätze auf Deutsch einsingt. Hier sind Roxy Music wieder mal im Progressive Rock verwurzelt. „Triptych“ startet wie ein Lied, welches im Mittelalter entstand. Die Instrumentierung gestaltet sich entsprechend. Die Melodie geht ins Ohr und trägt ebenso zur Mannigfaltigkeit des Albums bei.

Fazit: Alles wie gehabt bei Roxy Music. Und das ist sehr positiv gemeint. Auch „Country Life“ ist ein sehr abwechslungsreiches und spannendes Album geworden. Pop, härterer Rock, Progressive Rock, ein wenig Folk und etwas mittelalterliche Anleihen gibt es darauf zu hören. Die Musik entwickelt sich hier schon zum Teil in die Richtung der radiotauglichen Kompatibilität, ohne diese schon ganz zu erreichen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Bitter-Sweet, Triptych



Samstag, 8. September 2018

Roxy Music – Stranded




Roxy Music – Stranded


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, piano, electric piano, harmonica
John Gustafson – bass guitar
Eddie Jobson – synthesizers, keyboards, electric violin
Andy Mackay – oboe, saxophone, treatments
Phil Manzanera – guitar, treatments
Paul Thompson – drums, timpani


Gastmusiker:

Chris Laurence – string bass on “Sunset”
The London Welsh Male Choir – chorus on “Psalm”
Chris Thomas – bass on “Street Life”


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Street Life (3:29)
2. Just Like You (3:36)
3. Amazona (4:16)
4. Psalm (8:04)
5. Serenade (2:59)
6. A Song For Europe (5:46)
7. Mother Of Pearl (6:52)
8. Sunset (6:04)

Gesamtspieldauer: 41:10




„Stranded“ heißt das dritte Studioalbum der englischen Rockband Roxy Music. Es erschien am 1. November 1973 ursprünglich auf den Plattenlabels Island Records und Polydor in Europa. Die ursprüngliche Platte platzierte sich auf Platz 1 der UK-Album-Charts. Das Cover zeigt Bryan Ferry‘s damalige Freundin und das 1973er „Playmate Of The Year“, Marilyn Cole. Es ist das erste Roxy Music Album, auf dem Bryan Ferry nicht der alleinige Songwriter ist, da auch der Multi-Instrumentalist Andy Mackay („A Song For Europe“) und Gitarrist Phil Manzanera („Amazona“) je ein Lied zusammen mit Bryan Ferry schrieben. Obwohl „Stranded“ auch die erste Scheibe ohne Beteiligung Brian Eno war, der die Gruppe nach dem zweiten Album „For Your Pleasure“ verlassen hatte, betitelte dieser später das Album angeblich als beste Platte von Roxy Music.

Wer nur die Veröffentlichungen von Roxy Music kennt, die Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre entstanden sind und alle Charts stürmten, der kennt die Band Roxy Music wahrlich nur zu einem sehr kleinen Teil. Es sind gerade die ersten Veröffentlichungen der Engländer, die überaus beeindruckend sind und klingen. Hier hört man spannenden und abwechslungsreichen Pop, ein wenig Rock und Musik, die an mancher Stelle durchaus sogar mal etwas experimenteller klingen kann. Dabei verlieren die Musiker allerdings niemals die einprägsame Melodie aus den Augen beziehungsweise Ohren und machen auch „Stranded“ zu einem hörenswerten Erlebnis.

Die Höhepunkte auf „Stranded“ heißen „Just Like You“, „A Song For Europe“ und „Sunset“. Sehr gute Pop-Musik, hunderte Male abwechslungsreicher als alles, was heutzutage in den Charts zu hören ist. Dazu gehen diese Titel auch noch bei aller Komplexität und Andersartigkeit wunderbar ins Ohr und verbleiben dort mit sehr großer Nachhaltigkeit. Roxy Music machen keinen reinen Rock, das ist Art Pop allererster Güte. Freilich gilt dies nicht für alle Titel des Albums. Der Titel „Street Life“, ein gar nicht ungewöhnlicher Pop-Titel und ganz bestimmt nicht der Höhepunkt der Scheibe, wurde als einiges Lied der Platte als Single ausgekoppelt und kletterte in den britischen Charts bis auf Platz 9. Somit macht es auch die Mischung auf „Stranded“, die dieses Album zu einer richtig guten Platte werden lässt.

Fazit: Pop kann komplex klingen und dabei doch eingängig und melodiös sein. Dies beweisen die Musiker um Bryan Ferry hier auf ihrem dritten Album „Stranded“. Die Platte ist sehr abwechslungsreich, enthält poppige Abschnitte, einige rockige Passagen, ein paar Experimente und auch etwas progressiven Rock. Das macht Spaß, klingt interessant und geht auch nach weit über vierzig Jahren seit der Entstehung noch gut ins Ohr. Elf Punkte.

Anspieltipps: Just Like You, A Song For Europe, Sunset



Montag, 12. März 2018

Roxy Music – For Your Pleasure




Roxy Music – For Your Pleasure


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, piano, hohner pianet, mellotron, harmonica, rhythm guitar on „In Every Dream Home A Heartache“
Brian Eno – vcs3 synthesizer, backing vocals
Andy Mackay – oboe, saxophone, farfisa electronic organ
Phil Manzanera – electric guitar
Paul Thompson – drums


Gastmusiker:

John Porter – bass guitar


Label: E.G. Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Do The Strand (4:03)
2. Beauty Queen (4:41)
3. Strictly Confidential (3:48)
4. Editions Of You (3:51)
5. In Every Dream Home A Heartache (5:29)
6. The Bogus Man (9:20)
7. Grey Lagoons (4:13)
8. For Your Pleasure (6:51)

Gesamtspieldauer: 42:19




Auch das zweite Album der englischen Band Roxy Music klingt noch völlig unterschiedlich zu den Platten, die die Band Ende der 70er und mit Beginn der 80er Jahre veröffentlichte. „For Your Pleasure“ heißt das zweite Werk von Roxy Music und wurde am 23. März 1973 erneut auf dem Plattenlabel E.G. Records veröffentlicht. Die Scheibe klingt noch ein wenig experimenteller als das Debut-Album und ist dabei auch ein bisschen weniger eingängig, als das noch selbstbetitelte erste Album.

Auf dem Cover-Photo sieht man die damalige Freundin von Bryan Ferry, Amanda Lear. Die Musik, wie die Texte, stammen einmal mehr von Bryan Ferry. Trotzdem ist auch auf „For Your Pleasure“ der Einfluss von Brian Eno nicht zu überhören, der allerdings nach Fertigstellung des Albums die Band verließ und kurze Zeit später seine erste Solo-Platte mit dem Titel „Here Come The Warm Jets“ veröffentlichte. Ähnlichkeiten in der Musik beider Platten sind hier unüberhörbar. „For Your Pleasure“ selbst klingt also etwas experimenteller, als noch der Vorgänger. Dies macht sich zum Beispiel in solch einem Stück wie „The Bogus Man“ bemerkbar. Hier wird ein redundanter Rhythmus fast schon hypnotisierend wiederholt, um den herum sich die weiteren Instrumente, wie auch der etwas ungewöhnliche, ein klein wenig mystisch klingende Gesang herumgruppiert. Immer wieder hört man den ein oder anderen etwas schrägeren Akkord, den man an dieser oder jener Stelle so nicht erwartet hätte.

Besonders gelungen klingt „Strictly Confidential“, bei dem Andy Mackay seine Oboe wieder wunderschön zum Einsatz bringen kann. Weiter sehr überzeugend ist „Do The Strand“ aufgrund seiner Eingängigkeit. Das hypnotisierende „The Bogus Man“ wurde weiter oben bereits angesprochen und nicht unerwähnt soll an dieser Stelle auch das fast schon monotone und dabei doch eindringliche „In Every Dream Home A Heartache“ bleiben. Somit gibt es auch auf „For Your Pleasure“ einige Titel, die sich lohnen gehört zu werden, zumal es auf dieser Roxy Music Scheibe erneut keine Ausfälle zu beklagen gibt. Alles klingt und wirkt, wenn auch nicht ganz so eingängig.

Fazit: „For Your Pleasure“ ist die zweite Scheibe von Roxy Music und klingt fast noch ein wenig experimenteller und damit auch progressiver, als das Debut-Album der Engländer. Mit New Wave oder Pop hat diese Scheibe nur wenig gemein, ist dabei auch etwas schwerer zugänglich als spätere Werke von Roxy Music. Öfters klingen Roxy Music hier durchaus schräg und irgendwie seltsam. Dafür ist die Musik auf dem Album allerdings um Klassen interessanter und fesselnder. Jedoch, das sollte an dieser Stelle unbedingt erwähnt werden, wirkt das alles nur, wenn man eben das Außergewöhnliche in der Musik sucht und nicht dem Mainstream verpflichtet ist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Do The Strand, Strictly Confidential, The Bogus Man



Freitag, 2. Februar 2018

Roxy Music – Roxy Music




Roxy Music – Roxy Music


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, piano, hohner pianet, mellotron
Brian Eno – VCS3 synthesizer, tape effects, backing vocals
Andy Mackay – oboe, saxophone, backing vocals
Phil Manzanera – electric guitar
Paul Thompson – drums
Graham Simpson – bass guitar (except on „Virginia Plain“)


Gastmusiker:

Rik Kenton – bass guitar (on „Virginia Plain“)


Label: E.G. Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Re-Make / Re-Model (5:14)
2. Ladytron (4:26)
3. If There Is Something (6:34)
4. Virginia Plain (2:58)
5. 2 H.B. (4:30)
6. The Bob (Medley) (5:48)
7. Chance Meeting (3:08)
8. Would You Believe? (3:54)
9. Sea Breezes (7:03)
10. Bitters End (2:03)

Gesamtspieldauer: 45:42




Das selbstbetitelte Album „Roxy Music“ ist das erste Studioalbum der englischen Band, die Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre eine der erfolgreichsten musikalischen Pop-Acts werden sollten. Die Platte erschein am 16. Juni im Jahr 1972 und wurde ursprünglich auf dem Plattenlabel EG Records veröffentlicht. Darauf zu hören ist ein Art Pop / Art Rock Mix, der bis hinein in den Progressive Rock reicht. Absolut abwechslungsreich und immer wieder überraschend.

Die Musik von Roxy Music hat auf ihrem Debut-Album noch nicht so viel mit jener Musik gemein, die sie zehn Jahre später, auf ihrem achten und letzten Album, „Avalon“, praktizierten werden. Auf „Roxy Music“ gibt es noch einen Stilmix, der von Pop über Rock und in viele von dessen Unterkategorien reicht. Mal klingt es progressiver, dann kurz folkiger, anschließend wieder leicht jazzig und auch kurze Rock’n’Roll-Anleihen und sogar der Glam-Rock dürfen da nicht fehlen. Trotzdem kann für diese Art der Musik die Überschrift Art Rock und Art Pop gewählt werden, sehr abwechslungsreich und nach neuen Wegen suchend. Eindimensional klingt diese Platte auf jeden Fall nicht. Es ist das Zusammenspiel der Musiker, die auf „Roxy Music“ zu einem sehr gelungenen Gesamtergebnis führt.

Da ist der intensive Gesang des Bryan Ferry, der manches mal so wundervoll überheblich klingt, hier das völlig losgelöste und ungebremste Keyboard-Spiel des Brian Eno. Schließlich noch Andy Mackay an der Oboe und dem Saxophon in Verbindung zu Phil Manzanera an der Gitarre, Paul Thompson am Schlagzeug und Graham Simpson am Bass. All das zusammen ergibt etwas völlig Neues, ganz bestimmt nicht Alltägliches. Die Musiker probieren sich aus, beschreiten neue Wege, die es zur damaligen Zeit noch nicht in dieser Art und Weise gab. Somit ist „Roxy Music“ von Roxy Music ganz sicher keine allzu einheitliche Platte, jedoch ein sehr abwechslungsreiches und spannendes Album geworden.

Höhepunkte der Scheibe sind die überaus eingängigen Titel „Chance Meeting“ sowie „Bitters End“ und das siebenminütige „Sea Breezes“, welches aus mehreren Teilen aufgebaut ist und von sphärischer Gelassenheit bis hin zu rockigen Tönen einiges zu bieten hat. Doch auch die Nummern „2 H.B.“ und „The Bob“ machen Laune, wobei überhaupt und ganz allgemein festzustellen ist, dass nichts auf „Roxy Music“ nervt, langweilig oder nicht gelungen wäre. Die Platte ist in ihrer Gesamtheit sehr hörenswert.

Fazit: Auch Roxy Music fingen anders an, als sie später zu ihrer Hochzeit klangen. Waren es gegen Ende der Karriere von Roxy Music die musikalischen Genres Pop und New Wave, welche für die musikalische Ausrichtung von Roxy Music standen, so waren die Töne zu Beginn ihrer Karriere sehr viel progressiver und ungewohnter. Irgendwie etwas Besonderes. Dieses Debut-Album ist abwechslungsreich und bereitet jede Menge Spaß. Die Lieder gehen ins Ohr, ohne dabei anbiedernd oder platt zu klingen. Lohnenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Chance Meeting, Sea Breezes, Bitters End



Sonntag, 13. November 2016

Roxy Music – Street Life – 20 Great Hits




Roxy Music – Street Life – 20 Great Hits


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: E.G. Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Art Rock, Pop-Rock


Trackliste:

1. Virginia Plain (2:58)
2. A Hard Rain's A-Gonna Fall (4:15)
3. Pyjamarama (2:52)
4. Do The Strand (3:46)
5. These Foolish Things (Remind Me Of You) (4:51)
6. Street Life (3:27)
7. Let's Stick Together (2:59)
8. Smoke Gets In Your Eyes (2:53)
9. Love Is The Drug (4:04)
10. Sign Of The Times (2:28)
11. Dance Away (3:44)
12. Angel Eyes (2:51)
13. Oh Yeah (4:36)
14. Over You (3:26)
15. Same Old Scene (3:58)
16. In The Midnight Hour (3:08)
17. More Than This (4:10)
18. Avalon (4:16)
19. Slave To Love (4:17)
20. Jealous Guy (4:55)

Gesamtspieldauer: 1:14:04




Auf dem, 1986 beim Musiklabel E.G. Records erschienenen Kompilationsalbum „Street Life – 20 Great Hits“, hört man zwanzig mehr oder minder große Hits aus der Karriere der Band Roxy Music und ebensolche aus dem Solo-Schaffen des Frontmanns von Roxy Music, Bryan Ferry. Um eine Übersicht über die Musik von Roxy Music und eben Bryan Ferry zu erhalten, eignet sich dieses Album dabei vortrefflich.

Auf knapp 1¼ Stunden Spieldauer bekommt man hier Musik geboten, welche in den 70er und 80er Jahren sowohl im Radio, wie in diversen Diskotheken zum festen Bestandteil des Programms wurde. Dabei klingen die einzelnen Stücke noch nicht einmal danach, dass sie bereits über mehrere Jahrzehnte vor der heutigen Zeit entstanden sind. Trotzdem stellt „Street Life – 20 Great Hits“ gleichzeitig auch eine kleine Zeitreise dar, da beim Hören des Albums ganz zwangsläufig Erinnerungen an diese längst vergangenen Jahrzehnte aufkommen, sollte man zu dieser Zeit denn schon gelebt haben.

Nicht alles in der Pop-Welt von Roxy Music und Bryan Ferry klingt begeisternd und absolut überzeugend. Einmalig ist der Sound allerdings schon, absolut unverwechselbar und dies nicht nur durch den ausdrucksstarken Gesang des Bryan Ferry. Trotzdem, diesen manchmal vorherrschenden „Party-Sound“ muss man mögen, sonst wird es mitunter schwierig mit den Liedern dieser Band. Bryan Ferry hatte dagegen ein glückliches Händchen in der Auswahl der Stücke, die er coverte. So sind „These Foolish Things (Remind Me Of You)“, „Smoke Gets In Your Eyes“ und „Jealous Guy“ allesamt gecoverte Lieder, denen Bryan Ferry jedoch sehr überzeugend seinen eigenen Stempel verpasste. Nun und die Roxy Music Stücke „Oh Yeah“ sowie „Love Is The Drug“ sind natürlich wahre Perlen der Pop Musik der 70er Jahre und klingen heute noch genauso überzeugend, wie vor vierzig Jahren.

Fazit: Roxy Music waren eine große Nummer in den 70er Jahren und Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Nicht ganz unbegründet, denn eingängig ist die Musik der britischen Band allemal und mit Bryan Fery hatten sie zudem einen sehr charismatischen Sänger. Viele der Lieder auf dieser Zusammenstellung gehen gut ins Ohr und klingen keineswegs so alt, wie sie bereits sind. Neun Punkte.

Anspieltipps: These Foolish Things (Remind Me Of You), Smoke Gets In Your Eyes, Love Is The Drug, Oh Yeah, Jealous Guy