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Freitag, 29. Oktober 2021

Journey – Frontiers




Journey – Frontiers


Besetzung:

Steve Perry – lead vocals
Neal Schon – lead guitar, backing vocals
Jonathan Cain – keyboards, rhythm guitar, backing vocals
Ross Valory – bass guitar, backing vocals
Steve Smith – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Randy Jackson – bass guitar on "After the Fall"




Erscheinungsjahr: 1983


Stil: Mainstream Rock


Trackliste:

1. Separate Ways (Worlds Apart) (5:23)
2. Send Her My Love (3:55)
3. Chain Reaction (4:21)
4. After The Fall (5:01)
5. Faithfully (4:27)
6. Edge Of The Blade (4:30)
7. Troubled Child (4:29)
8. Back Talk (3:17)
9. Frontiers (4:10)
10. Rubicon (4:19)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

11. Only The Young (from the soundtrack of "Vision Quest") (4:20)
12. Ask The Lonely (from the soundtrack of "Two Of A Kind") (3:57)
13. Liberty (2:58)
14. Only Solutions (from the soundtrack of "Tron") (3:33)

Gesamtspieldauer: 59:14



„Frontiers“ heißt das achte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Journey. Es erschien am 1. Februar 1983 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Nach diesem Album verließ Bassist Ross Valory die Band und wurde schließlich 1996 beim Einspielen des Albums „Trial By Fire“ wieder Mitglied bei Journey. „Frontiers“ verkaufte sich überaus erfolgreich und kletterte in den US Billboard 200 Charts bis auf Platz 2. In Deutschland erreichte die Platte Platz 30 der Albumcharts. Auch die vier ausgekoppelten Singles „Separate Ways (Worlds Apart“, „Faithfully“, „After The Fall“ sowie „Send Her My Love“ konnten sich in den USA allesamt in den Charts platzieren.

Journey erkennt man ziemlich schnell und gut am Sound der Band. Die Stimme des Steve Perry in Verbindung zur rockigen Musik, die immer einen gewissen, gleichen Einschlag aufweist, das ist ziemlich unverwechselbar. Journey gehen bei ihrer Musik keine Experimente ein, das Erfolgsrezept des Mainstream Rocks funktionierte gut. Und dazu gesellt sich eben noch der Umstand, dass die Band durchaus ein Gefühl für die eingängige Melodie besitzt. Unabhängig ob Ballade oder Rocker, die Musik geht ins Ohr.

Die auf der remasterten Version des Albums enthaltenen zusätzlichen Stücke fallen dagegen auch nicht ab. Zwei der Nummern dieser Bonus-Tracks, „Ask The Lonely“ und „Only The Young“, waren sowieso für das Album vorgesehen gewesen und wurden erst im letzten Moment durch „Back Talk“ und „Troubled Child“ ersetzt. Somit hält man mit „Frontiers“ ein Album in Händen, auf dem sich inzwischen fast eine Stunde eingängiger Mainstream befindet. Für Fans dieses Genres natürlich eine klasse Scheibe. Für mich ist der Höhepunkt des Albums gleich das erste Lied, „Separate Ways (Worlds Apart)“. Elektronischer Beginn und dann ein kraftvoller Rocker, bei dem man sogar das Haupthaar ordentlich durchschütteln kann. Und die Melodie ist natürlich auch wieder eingängig.

Fazit: Journey klingen ziemlich unverwechselbar. Eingängiger, US-amerikanischer Mainstream Rock, der auf allen 80er-Jahre-Radiostationen läuft. Für mich klingt das heute nicht mehr sonderlich unterhaltsam. Aber auch in den 80er Jahren war Journey keine Lieblingsband von mir. Bis auf die Hits der Band, die man immer wieder hört, finde ich das alles sehr austauschbar. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Separate Ways (Worlds Apart)



Sonntag, 19. September 2021

Bob Dylan – Infidels

 



Bob Dylan – Infidels


Besetzung:

Bob Dylan – guitar, harmonica, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Alan Clark – keyboards
Sly Dunbar – drums, percussion
Clydie King – vocals on "Union Sundown"
Mark Knopfler – guitar
Robbie Shakespeare – bass guitar
Mick Taylor – guitar
Benmont Tench – keyboards




Erscheinungsjahr: 1983


Stil: Pop, Rock, Reggae


Trackliste:

1. Jokerman (6:19)
2. Sweetheart Like You (4:35)
3. Neighborhood Bully (4:37)
4. License To Kill (3:38)
5. Man Of Peace (6:32)
6. Union Sundown (5:25)
7. I And I (5:12)
8. Don't Fall Apart On Me Tonight (5:56)

Gesamtspieldauer: 42:17



„Infidels“, zu Deutsch „Ungläubige“ heißt das 22. Studioalbum des US-amerikanischen Sängers und Songwriters Bob Dylan. „Infidels“ erschien am 27. Oktober 1983 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Produziert wurde das Album von Bob Dylan selbst und von Mark Knopfler, der auf dem Album auch an der Gitarre zu hören ist.

Obwohl das Album mit „Ungläubige“ betitelt wurde, so stellt es doch eine Abkehr von den drei vorher religiös dominierten Alben dar. Auf „Infidels“ lässt Bob Dylan wieder sehr persönliche und weltliche Themen in seine Musik einfließen. Das Album war kommerziell durchaus erfolgreich und ist angefüllt mit zum Teil poppig angehauchten Rocktiteln, bei denen auch mal Reggae-Akkorde zu hören sind. Direkt ins Ohr gehen die Lieder nicht, da hilft es eindeutig, dem Album mehrere Durchläufe zu gestatten, die einzelnen Titel scheinen dann zu wachsen. Slide-Gitarre und Mundharmonika bringen zusätzlich auch einen sehr amerikanischen Touch mit auf das Album.

Richtig begeistern kann mich allerdings keines dieser Lieder. Am Gelungensten hört sich für mich da noch das sehnsüchtig klingende „I And I“ an. In diese Nummer kann man wunderschön eintauchen und sie bekommt im weiteren Verlauf immer wieder auch einen klasse rockigen Groove. Die restlichen Stücke sind allesamt keine Ausfälle, doch so richtige Höhepunkte stellen sie im Schaffen des Bob Dylan leider auch nicht dar.

Fazit: Nach den vorherigen, religiös orientierten Alben stellt „Infidels“ die Rückkehr zur Weltlichkeit dar. Den Einfluss des Mark Knopfler an der Produktion kann man immer wieder heraushören. Trotzdem überzeugt die Scheibe nicht restlos. Aber sie unterhält und Bob Dylan Fans werden das eh ganz anders sehen. Acht Punkte.

Anspieltipps: I And I



Samstag, 13. Februar 2021

Ufo – Making Contact




Ufo – Making Contact


Besetzung:

Phil Mogg – vocals
Paul Chapman – guitars, bass
Neil Carter – keyboards, bass, backing vocals
Andy Parker – drums


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsjahr: 1983


Stil: Rock


Trackliste:

1. Blinded By A Lie (3:58)
2. Diesel In The Dust (4:29)
3. A Fool For Love (3:57)
4. You And Me (3:20)
5. When It‘s Time To Rock (5:26)
6. The Way The Wild Wind Blows (4:14)
7. Call My Name (3:14)
8. All Over You (4:24)
9. No Getaway (3:32)
10. Push, It’s Love (3:16)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

11. Everybody Knows (3:36)
12. When It‘s Time To Rock (Live Birmingham 26/03/83) (5:49)
13. Blinded By A Lie (Live from Oxford 25/03/83) (3:48)

Gesamtspieldauer: 53:09



„Making Contact“ heißt das elfte Studioalbum der britischen Rockband Ufo. Es erschien am 14. Februar 1983 auf dem Plattenlabel Chrysalis Records und ist das erste Album ohne Gründungsmitglied und Bassist Pete Way. Nach einer absolut erfolglosen Europatournee löste sich die Band im selben Jahr vorübergehend sogar noch ganz auf.

Ganz überraschend ist das nicht, dass die Europatournee so fehlschlug. Denn „Making Contact“ ist nicht viel mehr als ein irgendwie uninspiriertes und langweiliges Allerwelts-Rockalbum geworden. Diesen typischen Rock-Sound der 80er Jahre gibt es auf dem Album zu hören, Mainstream, der gerade noch den Durchschnitt erreicht – ohne dabei auch nur irgendeinen Eindruck zu hinterlassen. Außer oftmals den der Langeweile. Leider.

Dabei ist das Album immer noch keine schlechte Scheibe, allerdings eben eine, welche so durchläuft. Ein Lied überspringen muss man beim Hören nicht, aber es gibt eben auch kaum etwas, auf das man sich freut, es ein zweites Mal zu hören. Keine Melodie, die überzeugt oder sich festsetzt. Dazu gesellen sich – wie bei so vielen Mainstream-Rockbands der 80er Jahre – unterirdisch schlechte Texte, die sich fast ausnahmslos um das Thema der Liebe drehen und dabei deutlich überzuckert klingen. Sehr schade.

Fazit: Manchmal kann Musik auch langweilig sein, ohne dabei richtig schlecht zu klingen. Ein Paradebeispiel für solch eine Scheibe ist „Making Contact“ von Ufo. Aber was rede ich? Leute, die gerade diesen Mainstream mögen, werden das anders sehen. Vielleicht auch der ein oder andere Ufo-Fan. Begleitet man diese Band allerdings schon länger und liebt die früheren Alben von Ufo, so kann man beim Hören von „Making Contact“ nur enttäuscht werden. Sechs Punkte.

Anspieltipps: The Way The Wild Wind Blows



Dienstag, 21. April 2020

Paul Simon – Hearts And Bones




Paul Simon – Hearts And Bones


Besetzung:

Paul Simon – acoustic guitar, electric guitar, programming, vocals


Gastmusiker:

Rob Mounsey – synthesizer, vocoder
The Harptones – background vocals
Bernard Edwards – bass guitar
Nile Rodgers – electric guitar on "Think Too Much (a)", and "Cars Are Cars", programming
Al Di Meola – electric guitar solo on "Allergies"
Eric Gale – electric guitar on "When Numbers Get Serious"
Sid McGinnis – electric guitar on "The Late Great Johnny Ace"
Airto Moreira – percussion
Marin Alsop – violin on "The Late Great Johnny Ace"
Michael Boddicker – synthesizer on "The Late Great Johnny Ace"
Wells Christy – synthesizer
Tom Coppola – synthesizer
Steve Ferrone – drums on "When Numbers Get Serious" and "Think Too Much (a)", additional drums on "Allergies"
Steve Gadd – drums
Anthony Jackson – bass guitar
Jill Jaffe – viola on "The Late Great Johnny Ace"
Jesse Levy – cello on "Train In The Distance"
Mike Mainieri – marimba, vibraphone
George Marge – bass clarinet on "The Late Great Johnny Ace"
Marcus Miller – bass guitar on "Train In The Distance" and "Think Too Much (b)"
Jeff Porcaro – drums on "Train In The Distance"
Dean Parks – electric guitar, acoustic guitar
Greg Phillinganes – piano, Fender Rhodes on "Allergies", "Song About The Moon" and "The Late Great Johnny Ace"
Michael Riesman – synthesizer, conductor on "The Late Great Johnny Ace"
Mark Rivera – alto saxophone on "Train In The Distance"
Robert Sabino – synthesizer, piano
Richard Tee – synthesizer, piano, fender rhodes
Carol Wincenc – flute on "The Late Great Johnny Ace"
Frederick Zlotkin – cello on "The Late Great Johnny Ace"
Peter Gordon – French horn on "Train In The Distance"
Mark Rivera – saxophone on "Allergies" and "Cars Are Cars"
Jon Faddis – trumpet on "Allergies" and "Cars Are Cars"
Alan Rubin – trumpet on "Allergies" and "Cars Are Cars"
Dave Matthews – horn arrangements


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsjahr: 1983


Stil: Pop


Trackliste:

1. Allergies (4:39)
2. Hearts And Bones (5:39)
3. When Numbers Get Serious (3:26)
4. Think Too Much (b) (2:45)
5. Song About The Moon (4:11)
6. Think Too Much (a) (3:05)
7. Train In The Distance (5:12)
8. Rene And Georgette Magritte With Their Dog After The War (3:45)
9. Cars Are Cars (3:15)
10. The Late Great Johnny Ace (4:53)

Bonus Tracks remasterten Wiederveröffentlichung im Jahr 2004:

11. Shelter Of Your Arms (Unreleased Work-in-Progress) (3:12)
12. Train In The Distance (Original Acoustic Demo) (3:13)
13. Rene And Georgette Magritte With Their Dog After The War (Original Acoustic Demo) (3:47)
14. The Late Great Johnny Ace (Original Acoustic Demo) (3:22)

Gesamtspieldauer: 54:28



„Hearts And Bones“ heißt das sechste Solo-Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Paul Simon. Es wurde am 4. November 1983 ursprünglich auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Das Album wurde nach Simon & Garfunkels „The Concert In Central Park 1981“ und der anschließenden Welttournee des Duos von 1982-1983 geschrieben und aufgenommen. Mehrere Songs, die für „Think Too Much“ gedacht waren, wie das neue Simon & Garfunkel Album heißen sollte, wurden auf der Tournee bereits gespielt, und Art Garfunkel arbeitete mit Simon im Studio an einigen der Songs. Doch es kam erneut zu Streitereien zwischen den beiden Musikern, sodass Art Garfunkel das Duo wieder verließ. Paul Simon arbeitete das Material weiter aus und veröffentlichte es schließlich als sein sechstes Solo-Studioalbum unter dem Namen „Hearts And Bones“.

„Hearts And Bones“ ist ein reines Pop-Album geworden. Nur sehr wenig daran erinnert noch an die Folk Musik, für die das Duo Simon & Garfunkel ursprünglich einmal stand. Zudem klingt das Album auch ganz im Geiste der 80er Jahre. Drum-Machine und der Einsatz des Synthesizers verleihen dem Album den entsprechenden Klang. Würde als „Überschrift“ nicht der Name „Paul Simon“ über dem Album schweben, hätte die Platte sicherlich noch weniger Aufmerksamkeit erlangt. Immerhin kletterte sie in Deutschland bis auf Platz 51 der Charts, in den USA erklomm sie Platz 34 der US Billboard 200 Charts. Für die Verhältnisse von Paul Simon allerdings eher schlechte Platzierungen.

Diese Chart-Platzierungen überraschen jedoch nicht wirklich, denn bis auf die letzte Nummer „The Late Great Johnny Ace“, die an ihrem Ende einen etwa einminütigen Einschub von Philip Glass enthält, erreichen die restlichen Titel maximal durchschnittliche Qualität. Hörenswert sind dabei noch der Titeltrack „Hearts And Bones“ sowie die beiden Lieder „Song About The Moon“ und „Rene And Georgette Magritte With Their Dog After The War“. Der ganze Rest der Platte verliert sich eher unter dem Mantel des Schweigens, der diese zurecht bedeckt.

Der remasterten Fassung des Albums wurden noch vier Titel zugefügt. Akustische Versionen dreier bereits enthaltener Lieder sowie eines neuen Titels. Es sagt viel über die Musik der 80er Jahre aus, dass diese sanft instrumentierten Demo-Titel allesamt besser klingen als die original auf dem Album vertretenen Stücke.

Fazit: Ein Pop-Album von Paul Simon mit den Zutaten der Musik der 80er Jahre, dies ist das sechste Soloalbum des Paul Simon geworden. „Hearts And Bones“ kann nur an wenigen Stellen überzeugen, wenig geht ins Ohr und lässt ansonsten auf irgendeine Art und Weise aufhorchen. Höchstens noch schlechter Durchschnitt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: The Late Great Johnny Ace



Dienstag, 22. Oktober 2019

Novalis – Sterntaucher




Novalis – Sterntaucher


Besetzung:

Detlef Job – Gitarren
Fred Mühlböck – Gesang, Gitarren, Variophon
Lutz Rahn – Tasteninstrumente
Hartwig Biereichel – Schlagzeug


Gastmusiker:

Heinz Fröhling – Bass
Manfred Seegers – Saxophon „Kleinwenig mehr“


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1983


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Fährmann (4:54)
2. Ich will hier ’raus (4:08)
3. Abschied (3:50)
4. Keiner kann gewinnen (7:38)
5. Kleinwenig mehr (3:40)
6. Sterntaucher (4:38)
7. Grenzen (6:33)
8. Sinus (5:46)

Gesamtspieldauer: 41:11




Ab dem Jahr 1981 veröffentlichten Novalis bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1985 jährlich ein neues Album. „Sterntaucher“ erschien im Jahr 1983 und ist ganz im Stile der 80er Jahre und der Veröffentlichungen von Novalis davor und danach gehalten. Man hört auf der Platte eine Mischung aus Pop und Rock, die eher belanglos denn spannend klingt.

Zum größten Teil erklingt auf „Sterntaucher“ radiotaugliche Musik, wenn auch die Laufzeit des einen oder anderen Titels dies wohl verhinderte. Doch die allgemeine Massentauglichkeit ist der Musik auf dem Album nicht abzusprechen. Man hört unaufgeregten, poppigen Rock, ohne großartige Tiefe und Abwechslung. Einmal mehr sind es auch auf „Sterntaucher“ die Texte, die heutzutage einfach nicht mehr wirken und fast schon peinlich klingen. Es sei mal dahingestellt, ob dies im Jahr 1983 anders wirkte.

Höhepunkte, also Lieder, die länger hängenbleiben und einen bewegen diese Scheibe öfters aufzulegen, findet man auf „Sterntaucher“ nicht. Nachdem Novalis mit dem letzten Album „Neumond“ schon im Weltraum nicht fündig wurde, so verhält sich dies bei „Sterntaucher“ ebenso. Fred Mühlböck ist zudem kein Rocksänger. Wird es mal musikalisch „härter“, so klingt seine Stimme sehr gepresst und überhaupt nicht überzeugend. Damit ist es schließlich auch nicht weiter überraschend, dass der „Sterntaucher“ mit dem letzten Lied „Sinus“, einer Instrumentalnummer, seinen Höhepunkt doch noch findet – allerdings ohne Gesang. Der ganze Rest des Albums klingt langweilig, belanglos und schon lange überholt.

Fazit: Auf „Sterntaucher“ hört man eine poppig-rockige Mischung, die sich zwar Abseits der damals grassierenden Neuen Deutschen Welle bewegt, allerdings nichts Besonderes oder Hörenswertes mehr beinhaltet. Nur an wenigen Stellen des Albums lohnt es sich aufzuhorchen und man kann in die Musik etwas tiefer einsteigen. Aber das sind deutlich zu wenige Stellen. Dennoch stellt diese Platte eine deutliche Steigerung zur vorherigen Veröffentlichung „Neumond“ dar. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Sinus



Donnerstag, 13. Dezember 2018

The Catch – 25 Years




The Catch – 25 Years


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1983 / 2014


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

CD1:

1. 25 Years (Single Version) (3:58)
2. Voices (Single Version) (3:30)
3. On The Road Again (Single Version) (3:34)
4. Understood (Single Version) (4:22)
5. Under The Skin (Single Version) (3:32)
6. The End Of The Day (Single Version) (3:44)
7. Find The Love (Single Version) (3:38)
8. Across The Great Divide (Single Version) (3:08)
9. The Difference (Single Version) (3:30)
10. The Power To Change (Single Version) (4:01)
11. Soul Information (Single Version) (4:08)
12. Beyond Suspicion (Single Version) (3:39)
13. 25 Years (1991 Single Version) [Radio Mix] (3:59)
14. Style (The 1991 Version) (4:00)
15. A Man’s Gotta Do (What A Man’s Gotta Do) [Single Version] [Radio Mix] (3:32)
16. Against The Grain (4:51)
17. Balance On Wires (5:37)
18. 25 Years (Album Version 1991) (5:40)
19. 25 Years (1996 Version) (3:49)

CD2:

1. 25 Years (12 Inch Special Disco Version) (6:43)
2. On The Road Again (12 Inch Version) (6:19)
3. Under The Skin (12 Inch Version) (6:24)
4. Find The Love (12 Inch Version) (6:36)
5. Soul Information (Remix - 12 Inch Mix) (6:07)
6. The Difference (Remix - 12 Inch Mix) (6:06)
7. A Man’s Gotta Do (What A Man’s Gotta Do) [12 Inch Mix] (6:39)
8. 25 Years (Uk Mix) (5:06)
9. 25 Years (Breatbeat Mix) (7:04)
10. 25 Years (Mega Club Blast) [Version 96] (6:09)
11. 25 Years (25 Trips) [Version 96] (8:12)
12. 25 Years (Both Worlds Mix) [Version 96] (6:25)

Gesamtspieldauer CD1 (1:16:23) und CD2 (1:17:56): 2:34:19



Don Snow, der am 13. Januar 1957 in Nairobi, Kenia geboren wurde, ist ein Sänger, Hammond-Organist, Pianist, Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger und Saxophonist, der an mehreren Bands beteiligt war. Squeeze, The Sinceros oder auch Procol Harum seien hier genannt. Zudem tourte er häufig mit Van Morrison und spielte auf drei seiner Alben Hammond Orgel und Klavier. In den 80er Jahren hatte der die New Wave Combo The Catch gegründet, die im Grunde genommen lediglich aus ihm selbst bestand. Diese ist – auch wenn es im Begleittext zu dem vorliegenden Album anders steht – eine dieser One-Hit-Wonder-Bands, die einen Hit hatte und anschließend wieder in der Versenkung verschwand. Dieser Hit heißt „25 Years“, genau wie diese Zusammenstellung, die im Jahr 2014 in Form einer Doppel-CD erschien. Das Lied selbst stammt aus dem Jahr 1983 und war vor allen Dingen in Deutschland sehr erfolgreich, wo es bis auf Platz 3 der deutschen Charts kletterte, eine halbe Million Exemplare verkaufte und 40 Wochen lang in den Charts verblieb.

Das Lied „25 Years“ ist ein Ohrwurm. Der Titel verfügt über eine sehr eingängige Melodie zu der Don Snow, der sich inzwischen übrigens Jonn Savannah nennt und in Medford, New Jersey lebt, mit seiner Falsett-Stimme den Text zelebriert. Dazu gesellt sich eine Rhythmusfraktion, die erst nach knapp einer Minute einsetzt und im Video zum Lied unter anderem aus einem Hammer besteht, der einen Ambos leicht zeitversetzt malträtiert. Gerade diese Perkussion stellt ebenfalls etwas Besonderes dar und macht das Lied mit aus und zu dem Ohrwurm, zu dem es wird. Das Lied „25 Years“ ist auf dieser Zusammenstellung insgesamt zehn Mal (!) enthalten. Zehn verschiedene Ausführungen des Titels gibt es da zu erhören, von denen solche wie „25 Years (Mega Club Blast) [Version 96]“ nicht mehr als das ursprüngliche Lied zu erkennen sind. Auch sonst gibt es auf dieser Zusammenstellung einige Versionen, die einem fast das Herz bluten lassen. Richtig gelungen sind die Originalversion, die Versionen von „25 Years (1991 Single Version) [Radio Mix]“ sowie „25 Years (12 Inch Special Disco Version)“. Nicht jede Version ist also hörenswert.

Dasselbe kann man über den Rest auf diesem Kompilationsalbum sagen. Da hört man Lieder, welche noch mit dem Label „ganz nett“ umschrieben werden können wie die Nummer „Voices“ oder auch mit „gelungen“, wie das Canned Heat Cover „On The Road Again“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Lied von Willie Nelson). Der ganze Rest der Scheibe bewegt sich zwischen den Genres Disco, Funk und Soul. Auch diese Lieder sind zum Teil in mehreren Versionen enthalten. Kann man vielleicht mögen, muss man aber nicht. Das meiste klingt zumeist sehr langweilig, besitzt triefende Texte und machte The Catch oder Don Snow auch nicht berühmt. Es ist das Lied „25 Years“, welches den Erfolg dieser kurzlebigen „Band“ begründete. Der Text des Titels handelt übrigens auch nicht von Liebe und Herzschmerz. Bei „25 Years“ geht es um verschenkte und versäumte Zeit, um einen Neuanfang und dass jetzt eben nochmals 25 Jahre kommen, in denen etwas anders laufen kann als zuvor. Es ist immer genügend Zeit vorhanden, sich neu zu orientieren und zu verwirklichen – zumindest für den Protagonisten des Titels „25 Years“.

Fazit: Das Lied „25 Years“ ist eine schöne Nummer, ein Ohrwurm, typisch im Stil der 80er Jahre gehalten. Mit der Falsett-Stimme des Don Snow muss man natürlich zurechtkommen, das Lied selbst geht allerdings ins Ohr. Eingängige Melodie, besonderer Rhythmus. Alles andere, auch die diversen Mixe des Titelsongs, scheinen eher überflüssig. Wer jedoch mal wieder musikalisch intensiv in die 80er Jahre einsteigen möchte, die oder der wird mit vielem auf dieser Kompilation Spaß haben. Acht Punkte.

Anspieltipps: 25 Years (Single Version), 25 Years (12 Inch Special Disco Version)



Donnerstag, 8. November 2018

Paul McCartney – Pipes Of Peace




Paul McCartney – Pipes Of Peace


Besetzung:

Paul McCartney – bass guitar, guitars, piano, keyboards, synthesizer, drums, vocals


Gastmusiker:

Linda McCartney – keyboards, backing vocals
Michael Jackson – vocals on "Say Say Say" and "The Man"
Eric Stewart – guitars, backing vocals
Denny Laine – guitars, keyboards, vocals
Hughie Burn – guitar
Geoff Whitehorn – guitar
David Williams – guitar on "Say Say Say"
Stanley Clarke – bass guitar, vocals
Nathan Watts – bass on "Say Say Say"
Chris Hammer Smith – harmonica on "Say Say Say"
Bill Wolfer – keyboards on "Say Say Say"
Gavyn Wright – violin
Jerry Hey – strings, horns
Gary Herbig – flute
Chris Hammer Smith – harmonica
Andy Mackay – saxophone
Ernie Watts – saxophone
Gary Grant – horns
Ringo Starr – drums on "So Bad" and "Average Person"
Steve Gadd – drums
Dave Mattacks – drums
Ricky Lawson – drums on "Say Say Say"
James Kippen – tabla on "Pipes of Peace"
Pestalozzi's Children's Choir – backing vocals on "Pipes of Peace"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop


Trackliste:

CD1:

1. Pipes Of Peace (3:55)
2. Say Say Say (3:55)
3. The Other Me (3:58)
4. Keep Under Cover (3:06)
5. So Bad (3:22)
6. The Man (3:56)
7. Sweetest Little Show (2:52)
8. Average Person (4:34)
9. Hey Hey (2:54)
10. Tug Of Peace (2:56)
11. Through Our Love (3:30)


CD2 (Bonus CD der remasterten Wiederveröffentlichung von 2015):

1. Average Person (demo) (4:04)
2. Keep Under Cover (demo) (3:44)
3. Sweetest Little Show (demo) (3:00)
4. It's Not On (demo) (2:55)
5. Simple As That (demo) (3:16)
6. Say Say Say (2015 remix) (6:58)
7. Ode To A Koala Bear (3:47)
8. Twice In A Lifetime (3:02)
9. Christian Bop (2:03)

Gesamtspieldauer: CD1 (39:01) und CD2 (32:54): 1:11:56



„Pipes Of Peace“ ist das vierte Solo-Studioalbum des englischen Musikers Paul McCartney und das elfte, welches er nach der Auflösung der Beatles veröffentlichte. Die anderen sieben Platten dieser Reihe erschienen in Zusammenhang mit seiner neuen Band Wings. „Pipes Of Peace“ wurde am 17. Oktober 1983 auf dem Plattenlabel Parlophone veröffentlicht und ist randvoll gefüllt mit Pop-Musik, die durchaus auch im Bereich des Genres Disco fischt.

War auf dem Vorgängeralbum noch eine Kollaboration mit dem US-amerikanischen Musiker Stevie Wonder zu hören, die als Ergebnis unter anderem die Hit-Single „Ebony And Ivory“ beinhaltete, welche weltweit die Charts stürmte, so war es dieses Mal die Zusammenarbeit mit Michael Jackson, die auf „Pipes Of Peace“ zu hören ist. Im Falle des Liedes „Say Say Say“ klingt dies zumindest noch ganz nett, eine Pop-Nummer, die durchaus hängenbleibt, ohne dabei jedoch etwas Besonderes zu beinhalten oder einen Ohrwurm darzustellen. Die zweite Zusammenarbeit stellt das Lied „The Man“ dar, welches sehr an die Disco-Nummern des Michael Jackson erinnert. Auch sonst befindet sich auf dem Album allerhöchstens noch durchschnittlicher Pop der, wenn er denn nicht von Paul McCartney stammen würde, kaum von jemanden gehört werden würde. Im Falle von „So Bad“, bei dem sich Paul McCartney auch mal im Falsett-Gesang auszuprobieren scheint, klingt es dann richtiggehend peinlich – musikalisch wie textlich. Doch auch auf dem Album „Pipes Of Peace“ lässt sich durchaus auch etwas Lohnendes und Hörenswertes ausmachen.

Da ist zum einen der Titeltrack „Pipes Of Peace“, ein Lied, welches das Ohr umschmeichelt und sich in diesem festsetzt. Ganz klar ein Titel, der so auch aus der Zeit der Beatles stammen könnte. Eingängige Melodie mit Ohrwurmcharakter. Schließlich gibt es noch den Titel „Keep Under Cover“, welcher phasenweise wie ein Klon des Electric Light Orchestras aus dessen ersten Jahren daherkommt. Auch diese Nummer klingt sehr melodiös und geht ins Ohr. Schön gemacht und der zweite und letzte Höhepunkt der Platte. Der ganze Rest auf dieser Platte pendelt zwischen belanglos und schlecht hin und her. Allerwelts-Pop, der zumindest, wenn er denn nicht nervt, heftig langweilt. Schade.

Die Wiederauflage des Albums wird mit einer zweiten CD ausgeliefert, die mit einer Laufzeit von über einer halben Stunde gut ausgestattet ist. Dabei handelt es sich größtenteils um bisher noch nicht veröffentlichtes Material aus Demos, einem Remix und drei weiteren Stücken, die nicht auf dem ursprünglichen Album zu finden sind. Für den Paul McCartney Fan vielleicht ganz nett und lohnend auch diese Versionen zu besitzen, ansonsten wohnt diesen Liedern jedoch keinerlei Mehrwert inne.

Fazit: Paul McCartney hat wunderschöne Lieder geschrieben und damit die Musikwelt nachhaltig beeinflusst. Seine größten „Taten“ vollführte er natürlich innerhalb seiner kompositorischen Partnerschaft mit John Lennon bei den Beatles. Aber auch danach gibt es auf vielen Veröffentlichungen weitere Höhepunkte des Liverpoolers zu hören. Auch auf „Pipes Of Peace“ ist dies der Fall, nämlich durch das wirklich wunderschöne Titellied. Noch ein bis zwei weitere Nummern lassen sich auf dem Album finden, die es lohnt gehört zu werden. Doch der Rest ist zumeist belangloser Pop, der langweilt. Daran ändert auch die Zusammenarbeit mit Michael Jackson nichts. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Pipes Of Peace, Keep Under Cover



Montag, 16. Juli 2018

Rick Springfield – Living In Oz




Rick Springfield – Living In Oz


Besetzung:

Rick Springfield – lead vocals, guitar, bass, backing vocals, string arrangements


Gastmusiker:

Tim Pierce – guitar
Mike Seifrit – bass
Dennis Belfield – bass
Brett Tuggle – keyboards
Alan Pasqua – keyboards
Gabriel Katona – keyboards
John Philip Shenale – keyboards
Mitchell Froom – keyboards
Mike Baird – drums
Jack White – electronic drums
Richard Elliot – saxophone solo on "Human Touch"
Michael Fisher – percussion
Richard Page – backing vocals
Tom Kelly – backing vocals
Tom Scott – string arrangements on „Like Father, Like Son“, conductor
John Philip Shenale – string arrangements on „Like Father, Like Son“


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Human Touch (5:07)
2. Alyson (3:49)
3. Affair Of The Heart (4:33)
4. Living In Oz (3:48)
5. Me & Johnny (4:26)
6. Motel Eyes (3:12)
7. Tiger By The Tail (3:25)
8. Souls (4:15)
9. I Can’t Stop Hurting You (3:48)
10. Like Father, Like Son (2:57)

Gesamtspieldauer: 39:24



„Living In Oz“ heißt das siebte Studioalbum des australischen Rock-Musikers Rick Springfield. Das Album wurde im Juli 1983 auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht. Mit den Liedern „Human Touch“ und „Affair Of The Heart“ wurde zwei Singles ausgekoppelt. Für den Titel „Affair Of The Heart“ wurde Rick Springfield 1984 sogar für einen Grammy Award in der Kategorie „Beste männliche Rock-Performance“ nominiert. Das Lied kletterte bis auf Platz 10 der US Billboard Hot 100 und wurde in den USA mit Platin ausgezeichnet.

Auf „Living In Oz“ hört man zwar ebenfalls wieder diesen poppigen Rock, der so typisch ist für die Musik des Rick Springfield in den 80er Jahren. Doch hat es der Australier auf diesem Album geschafft, die Lieder abwechslungsreicher und unterhaltsamer zu gestalten. Die einzelnen Stücke gehen deutlich besser ins Ohr, als jener auf so manch anderer Vorgänger-Platte. Und glücklicherweise erweisen sie sich dabei auch nicht als Eintagsfliege, sondern verbleiben dort sogar ein wenig.

Beginnt die Platte mit „Human Touch“ noch recht gewöhnlich und steigert sich auch mit dem folgenden Titel „Alyson“ nicht großartig, so werden die einzelnen Stücke danach doch sehr viel interessanter und lohnender. „Affair Of The Heart“, das Titellied „Living In Oz“, das sich anschließende „Me & Johnny“, alles Nummern, die sich zwar im unspektakulären Mainstream bewegen, jedoch über Melodien verfügen, die dann doch wirken und nicht nur einfach so durchlaufen. Dies gilt ebenfalls die die folgenden Lieder und mündet schließlich im letzten und mit zahlreichen Streichern instrumentierten Titel „Like Father, Like Son“. Der Höhepunkt der Platte.

Fazit: Auch auf „Living In Oz“ erfindet Rick Springfield die Musik nicht neu und fischt im Mainstream des Pop Rocks. Viele der Lieder hallen allerdings besser nach, als noch auf so manchem Vorgänger-Album des Australiers. Von daher wird man mit dieser Scheibe gut unterhalten, wenn man sich mal nur etwas Berieseln lassen möchte und das Ganze dabei nicht zu kompliziert klingen soll. Acht Punkte.

Anspieltipps: Affair Of The Heart, Tiger By The Tail, Like Father Like Son



Donnerstag, 5. Oktober 2017

Joe Jackson – Mike’s Murder




Joe Jackson – Mike’s Murder


Besetzung:

Joe jackson – vocals, all keyboards, vibes, xylophone, percussion and alto sax


Gastmusiker:

Graham Maby – bass
Larry Tolfree – drums
Sue Hadjopoulos – congas, bongas and percussion
Joy Askew – synthesizer programming


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop, Instrumentalmusik, Soundtrack


Trackliste:

1. Cosmopolitan (4:36)
2. 1-2-3 Go! (This Town’s A Fairground) (3:00)
3. Laundromat Monday (3:31)
4. Memphis (4:44)
5. Moonlight (4:21)
6. Zémeo (11:05)
7. Breakdown (3:59)
8. Moonlight Theme (3:25)

Gesamtspieldauer: 38:50




„Mike‘s Murder“ heißt das sechste Studioalbum des Joe Jackson, obwohl es im Grunde genommen einen Soundtrack darstellt. Joe Jackson wurde gefragt, ob er zum Film „Mike’s Murder“ unter der Regie von James Bridges ein Lied beisteuern könnte. Der Engländer komponierte allerdings gleich ein paar Lieder mehr, die dann auch nicht im Film zu hören sind. Schließlich hatte er nun jedoch ein vollständiges Album fertiggestellt, welches er dann unter dem Filmtitel „Mike’s Murder“ im September 1983 auch veröffentlichte. Erschienen ist die Platte auf dem Label A&M Records.

Aus dem Album, welches sich in den USA in den Top 100 platzieren konnte, wurde die Single „Memphis“ ausgekoppelt. Das Lied „Breakdown“ erhielt eine Grammy-Nominierung zum besten Instrumental-Pop-Lied. Auf der ersten Plattenseite sind Lieder mit Gesang zu hören, die sich im Bereich des Pop bewegen. Die zweite Plattenseite enthält dagegen sehr unterschiedliche Instrumentalnummern. Somit ergibt sich ein zweigeteiltes Bild von „Mike’s Murder“, welches zum einen Pop, zum anderen typische Soundtrack-Lieder für die Hörerin und den Hörer bereithält, die vor allen Dingen atmosphärisch wirken. Die erste Seite der Platte ist dagegen wie eine ganz „normale“ Pop-Scheibe gehalten, die vor allen Dingen die Joe Jackson Fans ansprechen wird, denn diese Lieder entspricht vom Stil her ganz dem 1982er Album „Night And Day“.

Interessant hört sich vor allen Dingen die zweite Seite mit den Liedern ohne Gesang an. Die einzelnen Titel darauf sind mal weniger, mal mehr atmosphärisch, grooven dafür umso mehr. „Zémeo“ ist zum Beispiel eine völlig entspannte, rhythmische Nummer, bei der Joe Jackson auch am Saxophon zu hören ist. Ansonsten steht das Keyboard im Zentrum der Musik, welches mitunter fast schon wie bei einer Improvisation klingt, so ungezwungen wirkt das alles. „Breakdown“ hört sich dann dagegen schon sehr viel atmosphärischer und sphärischer an. Wirklich gelungen und intensiv. Eine sanfte Hintergrundmelodie wird durch etwas Rhythmus in Form gepresst. Das wirkt.

Fazit: Vor allem die zweite, instrumentale Seite des Albums „Mike’s Murder“ von Joe Jackson kann gefallen, da sie durchaus etwas Besonderes darstellt. Manchmal treibend, manchmal atmosphärisch gebiert sich hier die Musik des englischen Musikers. Die erste Seite dürfte dagegen mehr die Fans des Joe Jackson begeistern, denn hier hört man den, für ihn so typischen Pop der 80er Jahre. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Zémeo, Breakdown, Moonlight Theme



Mittwoch, 4. Oktober 2017

Henry Mancini – The Pink Panther




Henry Mancini – The Pink Panther


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Filmmusik, Ambient, Swing, Jazz


Trackliste:

1.The Pink Panther Theme (2:36)
2. It Had Better Be Tonight (Meglio Strasera Mental) (1:44)
3. Royal Blue (2:45)
4. Champagne And Quail (2:34)
5. The Village Inn (2:45)
6. The Tiber Twist (2:47)
7. It Had Better Be Tonight (1:56)
8. Cortina (1:52)
9. The Lonely Princess (2:25)
10. Something For Sellers (2:45)
11. Piano And Strings (2:34)
12. Shades Of Sennett (1:22)

Gesamtspieldauer: 28:05




„The Pink Panther“ ist der Original-Soundtrack zum Film „The Pink Panther“ von Blake Edwards mit Peter Sellers, David Niven, Robert Wagner und Capucine. Henry Mancini schrieb hierfür die Musik und setzte sich damit ein musikalisches Denkmal. Wer kennt sie nicht, diese relaxte und leicht beschwingte Melodie, die sich sofort in den Gehörgang einprägt und durch die, nach den Filmen gestartete Zeichentrickserie, noch an Popularität gewann. Der Film wurde ursprünglich im Jahr 1963 gedreht, bei dieser hier vorliegenden Veröffentlichung handelt es sich um eine Neuauflage der Filmmusik für den europäischen Raum aus dem Jahr 1983, die wie alle Titel des Henry Mancini, auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht wurde.

Damit ist im Grunde genommen bereits alles über diese Platte gesagt, die mit einer Laufzeit vom rund 28 Minuten noch nicht einmal die Halbstundenmarke erreicht. Das Titellied ist toll, kann man immer wieder hören, die restlichen Stücke allerdings sind eine Mischung aus Filmmusik, Ambient mit leichten Swing- und Jazz-Anleihen. Weder besonders spektakulär, noch besonders einprägsam, noch besonders melodiös. Mit den restlichen Liedern wurden Filmszenen untermalt, sehr zurückhaltend zumeist, sodass diese Nummern maximal mit den Bildern wirken können, wenn sie denn überhaupt auffallen.

Fazit: „The Pink Panther Theme“ von Henry Mancini ist ein wahrer Ohrwurm und auch der Titel, der als einziger von diesem Album hängenbleibt. Die restlichen Stücke bewegen sich größtenteils im Rahmen des Ambient und dienen lediglich zur Untermalung filmischer Szenen, wirken ohne diese visuelle Unterstützung kaum. Somit ist die gesamte Platte wohl nur für Cineasten oder absolute Pink Panther Fans interessant – sicherlich auch noch für Henry Mancini Komplettisten, die es vielleicht gibt. Das Lied „The Pink Panther Theme“ selbst, lohnt sich allerdings sehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Pink Panther Theme



Montag, 28. August 2017

Rainhard Fendrich – Auf und davon




Rainhard Fendrich – Auf und davon


Besetzung:

Rainhard Fendrich – Gesang, E-Gitarre, Chor


Gastmusiker:

Christian Kolonovits – Klavier und Synthesizer, Chor
Christian Felke – Saxophon, Klarinette, Lyrikon, Chor
Axel Heilhecker – E-Gitarre
Jürgen Zöller – Pearl Drums, Simmons Drums und Zildjian Cymbals
Harald Fendrich – Bass, Chor


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Liedermacher, Schlager


Trackliste:

1. Intro (1:10)
2. Auf und davon (4:23)
3. Es tuat so weh, wenn ma verliert (3:48)
4. Sekt und Kaviar (3:42)
5. Lügen, Die nach Wahrheit schmecken (3:58)
6. Ich bin ein Negerant Madam (3:30)
7. Der letzte Tag (6:48)
8. Schlafengeh'n (2:50)
9. Sorglos und blind (4:09)
10. Alte Helden (3:50)
11. Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk (3:32)

Gesamtspieldauer: 41:40




„Auf und davon“ heißt das vierte Studio-Album des Österreichers Rainhard Fendrich. Es erschien im Jahr 1983 im Vertrieb der Metronome Musik GmbH. Die Scheibe schaffte es als eine der wenigen von Rainhard Fenrdich nicht, sich auf Platz 1 der österreichischen Charts zu platzieren. Die Musik hatte sich auch geändert, wenn man die vorherigen Alben als Vergleich dazu heranzieht. Die sanften Töne standen nun noch weniger im Vordergrund. „Auf und davon“ klingt sehr viel elektronischer und noch poppiger, als die Veröffentlichungen davor.

Legt man die Platte auf und lauscht der ersten Seite, so rauscht diese Musik an einem vorbei, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Da geht wenig bis gar nichts ins Ohr, manchmal fühlt man sich stark an den Schlager erinnert und mitunter klingt das ganze fast schon anbiedernd und zu jeder Zeit ziemlich langweilig. Schade, zwanzig Minuten Lebenszeit vergeudet, in der man gute Musik hätte hören können.

Umso überraschter ist man anschließend, nachdem man die Scheibe umgedreht hat und dem ersten Titel der zweiten Seite lauscht. „Der letzte Tag“ ist nicht nur das längste Lied auf „Auf und davon“, sondern der auch das mit Abstand beste Titel der Platte. Jetzt geht die Musik des Rainhard Fendrich wieder ins Ohr, ist melodiös und besitzt auch einen Wiedererkennungswert. Sanfter als noch auf Seite 1 geht es danach auch im weiteren Verlauf weiter. Leider schaffen es diese folgenden Lieder jedoch trotzdem nicht mehr, einen einzufangen. Zwar besser geraten, als die ersten Nummern, jedoch wirklich überzeugend klingt das alles leider keineswegs mehr. „Alte Helden“ hört sich noch ganz gut an, klingt passagenweise aber viel zu sehr nach „Genug ist nicht genug“ von Konstantin Wecker. Schließlich wird dieses Lied dann sogar mal rockig und verliert seinen Charakter.

Fazit: Rainhard Fendrich wurde mit „Auf und davon“ ein wenig gewöhnlicher. Sein Gefühl für die tolle Melodie, welches er auf den vorherigen Veröffentlichungen öfters präsentierte, das scheint ihm nun etwas abhanden gekommen zu sein. Schade, für meine Ohren ist hier nur noch ein wirklich lohnendes Lied vorhanden, welches „Der letzte Tag“ heißt. Alles andere klingt irgendwie nach Schlager, ist austauschbar und hinterlässt keine Spuren. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Der letzte Tag



Samstag, 29. Juli 2017

IQ – Tales From The Lush Attic (2013 Remix)




IQ – Tales From The Lush Attic (2013 Remix)


Besetzung:

Peter Nicholls – vocals
Mike Holmes – acoustic, electric & twelve-string guitars
Martin Orford – keyboards, synthesizers, mellotron
Tim Esau – bass guitar
Paul Cook – drums, percussion


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Progressive Rock, Neo Prog


Trackliste:

CD:

1. The Last Human Gateway (20:20)
2. Through The Corridors (Oh! Shit Me) (2:38)
3. Awake And Nervous (7:47)
4. My Baby Treats Me Right 'Cos I'm A Hard Lovin' Man All Night Long (1:51)
5. The Enemy Smacks (14:06)


Bonus Tracks:

6. Wintertell (2012 Recording) (3:06)
7. The Last Human Gateway (End Section, Alternative Vocals) (2:48)
8. Just Changing Hands (Unfinished Demo) (5:38)
9. Dans Le Parc Du Chateau Noir (Unfinished Demo) (6:45)

Gesamtspieldauer CD: 1:05:14


DVD:

MP3s:

Tales From The Lush Attic (Original Mix 1983):

1. The Last Human Gateway (19:58)
2. Through The Corridors (Oh! Shit Me) (2:37)
3. Awake And Nervous (7:45)
4. My Baby Treats Me Right 'Cos I'm A Hard Lovin' Man All Night Long (1:46)
5. The Enemy Smacks (14:51)

Gesamtspieldauer: 45:59


Seven Stories Into Eight (Original Cassette Album):

1. Capital Letters (In Surgical Spirit Land) (3:45)
2. About Lake Five (5:01)
3. Intelligence Quotient (6:54)
4. For Christ`s Sake (5:04)
5. Barbell Is In (5:30)
6. Fascination (5:55)
7. For The Taking (4:16)
8. It All Stops Here (6:56)

Gesamtspieldauer: 43:25


Weiteres Audiomaterial:

1. The Enemy Smacks (First Attempts November 1982) (14:58)
2. The Last Human Gateway (Writing Session February 1983) (2:39)
3. Just Changing Hands (Instrumental Demo) (6:25)
4. Just Changing Hands (Rehearsal 11 February 1983) (5:47)
5. Wintertell (Demo 25 July 1983) (3:01)
6. The Last Human Gateway (1st Complete July 1983) (19:55)
7. Unused Idea From The Album 1 (Rehearsal 1983) (1:32)
8. Unused Idea From The Album 2 (Rehearsal 1983) (0:46)
9. Just Changing Hands (Cava Demo 1984) (5:14)
10. The Last Human Gateway (Middle Section 1992) (4:01)
11. Tales Audio Commentary (47:14)

Gesamtspieldauer: 1:51:37


Video:

Tales From The Lush Attic Live (De Boerderij, Zoertermeer, 23 October 2011):

1. The Last Human Gateway (21:26)
2. Through The Corridors (Oh! Shit Me) (2:53)
3. Awake And Nervous (12:11)
4. The Enemy Smacks (15:56)

Gesamtspieldauer: 52:26


Bidergallerie vom Beginn der Band




Wer die Musik von Genesis in deren Anfangszeit, bis zum Ausscheiden von Peter Gabriel liebt, die oder der wird auch das Debut-Album „Tales From The Lush Attic“ der englischen Band IQ lieben. Ursprünglich erschien die Platte im Jahr 1983 auf dem Plattenlabel Samurai. Nur leider hatte das Ganze einen Haken. Klang die Musik wahrlich gut und ganz im Stile der „alten“ Genesis, so war es die Aufnahmequalität, die doch sehr zu wünschen übrigließ. IQ hatten damals einfach zu wenig Geld, um für eine optimale Produktion ihrer Musik zu sorgen, was man der ursprünglichen Einspielung auch sehr stark anhört.

Im Jahr 2013, zum 30. Geburtstag seiner Ersterscheinung, wurde das Album am 15. September erneut, in Form einer „30th Anniversary Collector’s Edition“ vom Plattenlabel Giant Electric Pea auf den Markt gebracht. Ausgestattet wurde diese Wiederveröffentlichung mit Bonus Tracks, einer DVD und einem schön aufbereiteten Booklet mit zahlreichen Photos und der Geschichte zur Entstehung von „Tales Of The Lush Attic“. Alles schöne Zugaben, die jedoch nicht den Grund darstellen, weswegen sich auch ein erneuter Erwerb der Scheibe lohnt.

Der Grund für einen erneuten kauf liegt in dem Umstand, dass Gitarrist Mike Holmes die Musik auf der CD zu „Tales Of The Lush Attic“ neu abgemischt und klanglich deutlich verbessert hat. Auf der zusätzlichen DVD befindet sich unter anderem der Audio Kommentar zum Album. Gitarrist Mike Holmes und Sänger Peter Nicholls unterhalten sich hier über die Platte und den neuen Remix, während im Hintergrund das Album läuft. Und so erfährt man, dass Mike Holmes durchaus mit dem Gedanken spielte, die ganze Platte neu einzuspielen. Er kam jedoch davon ab, um möglichst nah beim Original zu bleiben. Er wollte es nun so abmischen, wie die Band es sich damals, vor dreißig Jahren, vorgestellt hatte, jedoch nicht verwirklichen konnte. Man kann Mike Holmes nur gratulieren, denn was er hier aus den Bändern herausholte, ist wahrlich aller Ehren wert. „Tales From The Lush Attic“ klingt nun soundtechnisch perfekt, an der Aufnahmequalität gibt es absolut nichts mehr auszusetzen.

Kommen wir zur Musik. Dass IQ als Vorbild Genesis mit Peter Gabriel hatten, ist an keiner Stelle des Albums zu verheimlichen. Die Musik von Genesis, welche 8 bis 14 Jahre vor dieser Veröffentlichung entstand, brachte die Inspiration zu „Tales From The Lush Attic“, dem Debutalbum von IQ. Und diese erste Platte von IQ ist gelungen, sehr gelungen sogar. IQ schaffen es hier den Progressive Rock wieder aufleben zu lassen, der nur wenige Jahre zuvor absolut nicht mehr aktuell schien. Bands wie Genesis waren spätestens nach dem Ausscheiden von Steve Hackett dem Pop verfallen und schwammen erfolgreich durch die Hitparaden dieser Welt. IQ wählten dagegen einen völlig anderen Weg, sie widmeten sich den deutlich komplexeren und anspruchsvolleren Melodien, Rhythmen und Arrangements – waren damit allerdings auch deutlich weniger erfolgreich, als die Vorbilder.

Die Musik von IQ geht ins Ohr. Sie ist sehr melodiös, manchmal etwas vertrackt, dann sanft und schließlich wieder rockig. Jede Menge Abwechslung bekommt man hier geboten und man wird in die Zeit der 70er Jahre zurückkatapultiert. Und auch wenn die Musiker von der damaligen Musik in Form des New Wave beeinflusst wurden, so kann ich diese Einflüsse auf der Scheibe kaum bis gar nicht ausmachen. Peter Nichols erinnert mit seiner Stimme sogar entfernt an Peter Gabriel und der häufige Einsatz des Mellotrons sorgt zusätzlich für die 70er Jahre Stimmung. Höhepunkt der Scheibe ist das Lied „The Last Human Gateway“. Eine unfassbar gute Nummer, die in meinen Ohren das beste Progressive Rock Lied ist, welches nach diesen 70er Jahren entstand. Absolut abwechslungsreich, melodiös, rockig, sphärisch, fordernd, sanft und immer überraschend. Mit jedem weiteren Durchlauf wächst dieses Lied dazu noch weiter.

Wunderschön klingt ebenfalls das kurze Piano-Stück mit dem langen Namen „My Baby Treats Me Right 'Cos I'm A Hard Lovin' Man All Night Long“. Und schließlich soll hier auch nicht das letzte Lied auf „Tales From The Lush Attic“ unerwähnt bleiben, „The Enemy Smacks“. Zwar erreicht dieses nicht ganz die Qualität von „The Last Human Gateway“, viel fehlt dazu allerdings nicht. Es ist der Abwechslungsreichtum, die hier enthaltenen Ideen und die Melodiösität, die auch diesen Titel zu einem sehr überzeugenden werden lassen.

Auf der CD sind noch vier Bonus-Lieder enthalten. „Wintertell” ist eine schöne, verträumte und ein wenig melancholische Nummer, die sanft ins Ohr geht. Der Ausschnitt aus „The Last Human Gateway” klingt wie das Original, lediglich der Text wurde hier etwas abgeändert. Und schließlich hört man noch zwei nicht fertiggestellte Demos, die allerdings auch nicht großartig gegenüber den „offiziellen“ Liedern abfallen und eine schöne Zugabe darstellen. Vor allen Dingen „Dans Le Parc Du Chateau Noir“ klingt schon sehr ausgereift und wurde sogar mit einem Text versehen, wohingegen „Just Changing Hands“ noch ein Instrumentalstück ist.

IQ haben es bei dieser Wiederveröffentlichung gut mit ihren Fans gemeint. Denn zum Umfang der Neuerscheinung gehört auch eine DVD, randvoll gefüllt mit verschiedenstem Material. Zum einen kann man sich hier einen Konzertmitschnitt zur Platte aus dem Jahr 2011 ansehen. Lediglich das Stück „My Baby Treats Me Right 'Cos I'm A Hard Lovin' Man All Night Long“ fehlt dabei. Des Weiteren gibt es jede Menge Musik in Form von MP3-Files zu hören. Da wäre zum einen der bereits erwähnte Audio-Kommentar von Mike Holmes und Peter Nicholls, der sich wirklich lohnt, da man viele Informationen erhält, wenn man denn des Englischen zumindest so einigermaßen mächtig ist. Zusätzlich gibt es das Album „Tales From The Lush Attic“ in seiner ursprünglichen Version von 1983 zu hören. Weiter wurde das Kassettenalbum „Seven Stories Into Eight“ aus dem Jahr 1982 hinzugefügt, mit dem man die ersten Aufnahmen der Band mitgeliefert bekommt. Die Aufnahmequalität ist beileibe nicht die beste und auch das hier enthaltene Material reicht längst nicht an „Tales From The Lush Attic“ heran. Doch interessant, nun die Ursprünge der Band zu hören, ist das jedoch allemal. Ansonsten gibt es noch insgesamt zehn weitere Demos, Probenmitschnitte und erste Versuche mit bestimmten Liedern zu hören, die das musikalische Gesamtbild dieser Wiederveröffentlichung abrunden. Ergänzt wird das alles schließlich noch durch eine Photogallerie, in der Bilder aus der Anfangszeit von IQ ineinander überführt werden.

Fazit: Die Wiederveröffentlichung von IQs „Tales From The Lush Attic“ ist eine Wiederveröffentlichung, wie man sie sich wünscht. Das originale Album ist enthalten, neben dem neu abgemischten Album, welches den Charakter der ursprünglichen Platte nicht zerstört hat. Dazu wird noch jede Menge an Zusatzmaterial mitgeliefert. Die CD selbst ist optisch sehr schön aufgemacht und mit einem ausführlichen Booklet versehen worden, welches die Geschichte der Platte erzählt und zahlreiche Bilder aus der damaligen Zeit zeigt. Das wäre allerdings alles nicht weiter interessant, wenn die Musik selbst auf „Tales From The Lush Attic“ nicht so gelungen wäre. Retro Prog, Neo Prog oder doch ganz einfach Progressive Rock, ganz egal wie man es nennt, die Musik überzeugt. Hier wird zwar nichts neu erfunden und ohne die britischen Progressive Rock Bands zehn Jahre zuvor würde es auch dieses Album von IQ nicht geben. Trotzdem kopieren die fünf Musiker keineswegs. Sie ergänzen – und das sehr überzeugend. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Last Human Gateway, The Enemy Smacks