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Dienstag, 7. März 2023

Balmorhea – All Is Wild, All Is Silent

 



Balmorhea – All Is Wild, All Is Silent


Besetzung:

Michael Muller – guitar, piano, vocals
Rob Lowe – banjo, guitar, piano, vocals, melodica
Aisha Burns – violin
Travis Chapman – upright bass
Nicole Kern – cello
Taylor Tehan – drums



Gastmusiker:

Jesy Fortino – vocals on “Coahuila” & “November 1, 1832”




Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Post Rock


Trackliste:

1. Settler (6:39)
2. March 4, 1831 (2:06)
3. Harm And Boon (8:05)
4. Elegy (2:19)
5. Remembrance (5:49)
6. Coahuila (3:31)
7. Night In The Draw (4:09)
8. Truth (7:05)
9. November 1, 1832 (2:32)

Gesamtspieldauer: 42:19



„All Is Wild, All Is Silent“ heißt das dritte Studioalbum der texanischen Post Rock Band Balmorhea. „All Is Wild, All Is Silent“ wurde am 10. März 2009 auf dem Plattenlabel Western Vinyl veröffentlicht und aus dem ehemaligen Duo mit Michael Muller und Rob Lowe war inzwischen eine sechsköpfige Band geworden.

Erneut handelt es sich bei „All Is Wild, All Is Silent“ um ein Instrumentalalbum, auch wenn man Gesang hört, diesen jedoch lediglich in der wortlosen Variante. Beim Zuhören wird man vom ersten bis zum letzten Takt von dieser Musik eingefangen. Alle Lieder auf „All Is Wild, All Is Silent“ klingen so unfassbar intensiv und bewegend. „Bewegend“ ist dabei genau die richtige Umschreibung für das Album insgesamt, denn die Lieder packen einen allesamt mit ihrer melancholischen bis traurigen Atmosphäre und bewegen die eigene Stimmung.

Das klingt mal ein klein wenig mystisch, mal nach grenzenloser Freiheit, manchmal glaubt man nördliche Landschaften vor dem eigenen Auge zu sehen, dann wieder verwunschene Orte und oftmals erspürt man eine große Sehnsucht. Allen Liedern ist dabei eine Melodiösität und Eingängigkeit gemein, die ihresgleichen sucht. Die Musik erklingt sanft und akustisch, Cello, Violine und auch Banjo sorgen immer wieder für besondere Momente.

Auf „All Is Wild, All Is Silent“ hört man Musik für die ruhigen und auch für die besonderen Momente des Lebens. Einzelne Lieder dabei herauszuheben ist nicht einfach, da das Album mit jedem Titel überzeugt. Um an dieser Stelle doch zwei Lieder zu nennen seien hier die Stücke „Remembrance“ und „Truth“ genannt. Erstgenanntes Lied für seine wunderschöne und packende Steigerung und „Truth“ für das intensive und begeisternde Pianospiel in Verbindung zu den Streichern.

Fazit: Akustische Alben können wahrlich begeistern. Vor allen Dingen, wenn sie so intensiv, packend und wunderschön klingen wie „All Is Wild, All Is Silent“ von Balmorhea. Fühlt man hier beim Zuhören allerdings gerade selbst den Blues, so wird die eigene Gefühlslage durch diese Scheibe nochmals sehr verstärkt. Da sollte man definitiv aufpassen. Ansonsten für die ruhigen Momente des Lebens perfekt geeignet. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Remembrance, Truth



Freitag, 11. Februar 2022

Airbag – Identity

 



Airbag – Identity


Besetzung:

Asle Tostrup – lead vocals
Björn Riis – guitars & vocals
Jorgen Hagen – keyboards
Anders Hovdan – bassguitar
Joachim Slikker – drums


Gastmusiker:

Beate Schei – backing vocals on "Feeling Less"




Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Prelude (5:11)
2. No Escape (5:44)
3. Safe Like You (7:57)
4. Steal My Soul (8:00)
5. Feeling Less (5:07)
6. Colours (8:07)
7. How I Wanna Be (7:02)
8. Sounds That I Hear (7:29)

Gesamtspieldauer: 54:40



„Identity“ ist das erste offizielle Album der norwegischen Band Airbag. „Identity“ erschien im Jahr 2009 auf dem ebenfalls norwegischen Plattenlabel Karisma Records. Zuvor waren bereits drei EPs veröffentlicht worden. Airbag waren bisher als Pink-Floyd-Cover-Band unterwegs und ich finde das hört man auf „Identity“ nochmals stärker, als auf späteren Veröffentlichungen der Norweger.

„Identity“ klingt nach den letzten beiden Pink Floyd Alben, die nach „The Final Cut“ ohne Roger Waters entstanden sind. Die Gitarre klingt immer nach David Gilmour, die Stimmung spiegelt ebenfalls diese beiden Alben wider. Somit hört man auf „Identity“ sehr melodische, eingängige, meistens auch ruhige, sanfte Musik, die sofort ins Ohr geht. Alles auf diesem Album klingt melodiös und eingängig und ganz im Stile der späteren Pink Floyd Alben.

Was da jetzt besonders herausragt liegt sicherlich in und am Ohr der Hörerin oder des Hörers. Alles klingt gut auf „Identity“, wenn man Pink Floyd mag. „Steal My Soul“ klingt sehr abwechslungsreich. Doch es reiht sich im Grunde genommen auch nur in die Pink Floyd Reminiszenzen ein.

Fazit: Mit ihrem ersten offiziellen Album waren die norwegische Band Airbag noch nicht so innovativ, wie sie später klingen sollten. Auch auf späterem Alben war das Vorbild Pink Floyd präsent und unüberhörbar. Doch auf „Identity“ klingt es noch sehr viel mehr wie eine Band, die Pink Floyd Musk nachspielen möchte. Ihre Identität haben Airbag mit diesen Album noch nicht gefunden gehabt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Steal My Soul



Samstag, 17. Juli 2021

IQ – Frequency

 



IQ – Frequency


Besetzung:

Andy Edwards – drums and percussion
Michael Holmes – guitars and keyboards
John Jowitt – bass guitar
Peter Nicholls – lead vocal and backing vocals
Mark Westworth – keyboards




Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Frequency (8:31)
2. Life Support (6:29)
3. Stronger Than Friction (10:31)
4. One Fatal Mistake (4:53)
5. Ryker Skies (9:47)
6. The Province (13:45)
7. Closer (8:12)

Bonus Track der remasterten Wiederveröffentlichung:

9. The Province (live) (13:42)

Gesamtspieldauer: 1:15:54



„Frequency“ heißt das zehnte Studioalbum der britischen Progressive-Rock-Band IQ. „Frequency“ wurde im Mai 2009 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea veröffentlicht und war das erste und einzige Album auf dem Keyboarder Mark Westworth sowie Schlagzeuger Andy Edwards zu hören sind. Gleichzeitig ist es das letzte Album mit Bassist John Jowitt.

Wenn man ein IQ-Album erwirbt, dann kann man schon im Voraus ziemlich genau erahnen, was man zu hören bekommt. IQ bewegen sich in ihrer Musik im Bereich des Progressive Rocks, der sehr stark angelehnt ist an jene Musik dieses Genes, wie sie bereits Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts von einigen englischen Bands zu hören war. Eingängige Melodien, Lieder, welche sich wandeln und entwickeln und zu kleinen musikalischen Reisen mutieren. Und genau mit diesen Zutaten ist auch die Musik auf „Frequency“ ausgestattet.

Die Eingängigkeit steht dabei ganz oben in der Musik von IQ. Sanfte Akkorde umspielen das Ohr, wandeln sich, entwickeln sich hin zu schnelleren Passagen, die ihrerseits wieder in sanfte Abschnitte münden. IQ erfinden auf „Frequency“ einmal mehr die Musik nicht neu, doch sie weiten ihren musikalischen „Ansatz“ aus. Und so werden all diejenigen, die auch die früheren Alben der Band mochten, auch mit dieser Platte ihre Freude haben und auf ihre Kosten kommen.

Die Höhepunkte auf „Frequency“ sind der Opener und gleichzeitig das Titellied sowie das längste Lied des Albums, „The Province“. Dieses gibt es auf der remasterten Ausgabe des Albums in Form eines Live-Titels nochmals als Zugabe. Beide Lieder, Titellied wie längste Nummer, beinhalten alles, was die Musik von IQ ausmacht. Eben jene wunderschönen Melodien und die spannenden atmosphärischen Wechsel. Sehr überzeugend.

Fazit: IQ stehen für spannenden und eingängigen Progressive Rock, der eindeutig jene Musik dieses Genres in den 70er Jahren zum Vorbild hat. Trotzdem ist das, was man bei IQ zu hören bekommt kein Plagiat. Vielmehr erweitern sie auch mit „Frequency“ dieses musikalische Spektrum, welches sich definitiv zu hören lohnt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Frequency, The Province



Dienstag, 11. Mai 2021

Bruce Springsteen – Working On A Dream

 



Bruce Springsteen – Working On A Dream


Besetzung:

Bruce Springsteen – lead vocals, guitar, harmonica, keyboards, percussion, glockenspiel


Gastmusiker:

Roy Bittan – piano, Hammond organ, accordion
Clarence Clemons – saxophone, vocals
Danny Federici – Hammond organ
Nils Lofgren – guitar, vocals
Patti Scialfa – vocals
Garry Tallent – bass guitar
Steven Van Zandt – guitar, vocals
Max Weinberg – drums
Soozie Tyrell – violin, vocals
Patrick Warren – hammond organ, piano, keyboards ("Outlaw Pete", "This Life", "Tomorrow Never Knows")
Jason Federici – accordion ("The Last Carnival")
Eddie Horst – string and horn arrangements ("Outlaw Pete", "Tomorrow Never Knows", "Surprise Surprise", "Kingdom Of Days")




Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Rock


Trackliste:

1. Outlaw Pete (8:00)
2. My Lucky Day (4:00)
3. Working On A Dream (3:30)
4. Queen Of The Supermarket (4:39)
5. What Love Can Do (2:56)
6. This Life (4:30)
7. Good Eye (3:00)
8. Tomorrow Never Knows (2:13)
9. Life Itself (4:00)
10. Kingdom Of Days (4:02)
11. Surprise, Surprise (3:24)
12. The Last Carnival (3:29)

Bonus Track:

13. The Wrestler (3:50)

Gesamtspieldauer: 51:39



„Working On A Dream“ heißt das sechzehnte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Bruce Springsteen. Es erschien weltweit am 27. Januar 2009 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Lediglich in Deutschland und Irland war das Album bereits am 23. Januar veröffentlicht worden. Bei der Einspielung unterstützte ihn einmal mehr seine langjährige Begleitband, die E-Street Band. „Working On A Dream“ verkaufte sich weltweit mehr als 3 Millionen Mal. Das Titellied „Working On A Dream“ sowie die Lieder „My Lucky Day“, „The Wrestler“ und „What Love Can Do“ waren zusätzlich als Singles veröffentlicht worden.

Auf „Working On A Dream“ hört man eine poppig-rockige Mischung, die jederzeit gut ins Ohr geht. Der Groove zieht sich durch das gesamte Album, sodass man laufend den „Zwang“ verspürt beim Zuhören mit dem Fuß mitwippen zu wollen. Gut gemachter und melodiös klingender Mainstream Rock, der jederzeit eine gewisse Qualität besitzt und Fans von Bruce Springsteen kaum enttäuschen dürfte. „Working On A Dream“ ist solides Bruce Springsteen Album geworden, ohne große Ausfälle.

Dafür befinden sich auf der Platte allerdings zwei sehr hörenswerte Höhepunkte im Schaffen des Musikers. Zum einen ist da das etwas getragen und melancholisch klingende und trotzdem mit ordentlich Rhythmus und Tempo versehene „Life Itself“. Schöne Nummer, eingängig und länger nachhallend. Der Höhepunkt des Albums ist allerdings der wunderschöne Opener, das achtminütige „Outlaw Pete“. Hier paart Bruce Springsteen eine spannende, wenn auch traurige Geschichte mit sehr eindringlicher Musik, die sich auch durch die Instrumentierung von den anderen Stücken abgrenzt. Viele Streicher und ein wunderschön nach den 70ern klingender Hammond Orgel Sound unterstreichen die Sonderstellung dieses Stücks auf „Working On A Dream“. Ein Lied mit Ohrwurmcharakter – auch über die gesamte Laufzeit von acht Minuten hinweg.

Fazit: Ein grundsolides Album ist die sechzehnte Studioveröffentlichung des Bruce Springsteen geworden. Alle Freundinnen und Freunde seiner Musik dürften viel auf „Working On A Dream“ für sich entdecken. Und dann gibt es da noch das Lied „Outlaw Pete“, welches auch „neutralere“ Fans einzufangen versteht. Alleine wegen dieses Liedes lohnt sich bereits der Kauf des Albums. Neun Punkte.

Anspieltipps: Outlaw Pete, Life Itself



Sonntag, 5. April 2020

Placebo – Battle For The Sun




Placebo – Battle For The Sun


Besetzung:

Brian Molko – vocals, guitar, Springtime guitar, keyboards, piano
Stefan Olsdal – bass guitar, guitar, keyboards, piano, organ, backing vocals
Steve Forrest – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Bill Lloyd – keyboards
Fiona Brice – string arrangements
Peter Cardinalli – brass arrangements
Alex Cooksey – keyboards, piano, backing vocals
Hazel Fernandes – backing vocals
Valerie Etienne – backing vocals


Label: Pias


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Kitty Litter (3:47)
2. Ashtray Heart (3:32)
3. Battle For The Sun (5:33)
4. For What It‘s Worth (2:47)
5. Devil In The Details (4:28)
6. Bright Lights (3:23)
7. Speak In Tongues (4:06)
8. The Never-Ending Why (3:23)
9. Julien (4:43)
10. Happy You‘re Gone (3:50)
11. Breathe Underwater (3:44)
12. Come Undone (4:36)
13. Kings Of Medicine (4:15)

Gesamtspieldauer: 52:15



„Battle For The Sun“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Alternative Rock Band Placebo. Es wurde im Jahr 2008 in Mississauga, Ontario, Kanada aufgenommen und am 8. Juni 2009 auf dem Plattenlabel PIAS veröffentlicht. Nachdem Schlagzeuger Steve Hewitt die Band ein Jahr vor der Aufnahme verlassen hatte, ist es das erste Album auf dem der neue Schlagzeuger Steve Forrest zu hören ist. Das Album kletterte in Deutschland, Österreich und der Schweiz bis auf Platz 1 der Charts, in Großbritannien erreichte es Rang 8. Vier Singles wurden aus dem Album mit den Liedern „For What It‘s Worth“, „The Never-Ending Why“, „Ashtray Heart“ und „Bright Lights“ ausgekoppelt.

„Battle For The Sun“ klingt wieder härter, jedoch nicht rauer, als viele der Vorgänger. „Battle For The Sun“ ist eines der rockigsten Alben von Placebo geworden. Bei jedem Lied möchte man mit dem Fuß Mitwippen, Musik, ideal zum Autofahren und laut hören. Neben dem rockigen Einschlag vergessen Placebo auch nicht die Wichtigkeit der Melodie, viele Lieder auf „Battle For The Sun“ gehen gut ins Ohr. Natürlich ist es dementsprechend auch so, dass kleinere Experimente, allerdings auch Ecken und Kanten in der Musik von Placebo deutlich zurückgefahren wurden. Kaum eine Platte von Placebo klingt mehr nach Mainstream als „Battle For The Sun“. Nicht weiter verwunderlich also, dass diese Scheibe die ersten Plätze der Charts stürmte. Doch bei allem Ankommen im Massenmarkt klingt die Musik von Placebo weder seicht noch anbiedernd. Spaß macht das Zuhören durchaus.

Besonders ist dies bei den drei Titeln „Devil In The Details“, „Speak In Tongues“ und „The Never-Ending Why“ der Fall, den Höhepunkten des Albums. Klasse Melodien, guter Groove und dieser Wiederkennungswert, welcher gute Lieder oft von durchschnittlichen Stücken abhebt. Doch auch die an dieser Stelle nicht erwähnten Titel lohnen gehört zu werden, Ausfälle gibt es auf der Scheibe nicht, die vom ersten bis zum letzten Akkord gehört gehört.

Fazit: Auch mit „Battle For The Sun“ haben Placebo ein sehr gelungenes Album vorgelegt. Ein Album, welches zwar ohne großartige Schnörkel, Ecken und Kanten auskommt, dafür sehr schnell ins Ohr geht. Natürlich ist das Mainstream Musik, doch wenn diese immer so klingt, lohnt es sich ebenfalls sehr, diese zu hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Devil In The Details, Speak In Tongues, The Never-Ending Why



Freitag, 3. Januar 2020

Novalis – Letztes Konzert 1984




Novalis – Letztes Konzert 1984


Besetzung:

Lutz Rahn – Keyboards
Fred Mühlböck – Gesang, elektrische und akustischen Gitarren, Flöte, Variophon
Detlef Job – Elektrische und akustischen Gitarren, Gesang
Hartwig Biereichel – Schlagzeug
Heli Schneider – Bass, Gesang


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Kein Frieden (3:27)
2. Ich hab‘ noch nicht gelernt zu lieben (4:07)
3. Cassandra (3:31)
4. Spazieren im Morgen (3:59)
5. Nimm meine Hand (4:29)
6. Vielleicht bin ich ein Clown (6:37)
7. Über Stock und Stein (4:03)
8. Bumerang (4:50)
9. Mit den Zugvögeln (3:42)
10. Ansage (0:23)
11. Rückkehr (7:48)
12. Fährmann (4:38)
13. Kleinwenig mehr (3:14)
14. Sterntaucher (5:30)
15. Grenzen (7:06)
16. Medley (1. Wer Schmetterlinge lachen hört; 2. Irgendwo, irgendwann) (11:36)

Gesamtspieldauer: 1:19:08




Das letzte Album und gleichzeitig dritte Live-Album der Hamburger Band Novalis erschien im Jahr 2009 und trägt den Titel „Letztes Konzert 1984“. Darauf hört man dementsprechend keine Aufnahmen aus dem 21. Jahrhundert, vielmehr wird den Hörerinnen und Hörern der ursprüngliche Bootleg zum letzten Konzert im Jahr 1984 präsentiert, bei dem auch noch der langjährige Sänger Fred Mühlböck beteiligt war.

Auf „Letztes Konzert 1984“ hört man zum großen Teil dieselben Lieder, die bereits auf dem Live-Album mit dem Titel „Novalis Lebt!“ veröffentlicht worden waren. Dieses erschein im Jahr 1993, ebenfalls bereits Jahre nach der Bandauflösung. Von daher gibt es auf „Letztes Konzert 1984“ nicht mehr viel Lohnenswertes zu entdecken. Die Aufnahmequalität ist akzeptabel, doch die Unterhaltungen der Zuschauer nerven ein wenig. Da es sich jedoch um ein ursprüngliches Bootleg handelt, muss man darüber wohl hinwegsehen.

Auf „Letztes Konzert 1984“ bekommt man eine poppig-rockige Musikmischung geboten, die weder spektakulär noch sonst wie besonders hörenswert wäre. Von der Musik, mit der Novalis Anfang und Mitte der 70er Jahre seine Fans begeisterte, war nichts mehr übrig geblieben. Lediglich die etwas älteren Lieder „Vielleicht bin ich ein Clown“ und „Mit den Zugvögeln“ lohnen noch.

Fazit: Da es schon ein Album mit sehr ähnlicher Playlist gibt und die Musik an sich nicht mehr besonders spannend wirkt und klingt, zudem die Qualität der Aufnahme eher im niederen Bereich angeordnet ist, bleiben nicht viele Gründe dieses Album zu hören. „Vielleicht bin ich ein Clown“ und „Mit den Zugvögeln“ sind gute Lieder, die allerdings auf den Studioalben besser klangen. Nur für eingefleischte Novalis-Fans. Vier Punkte.

Anspieltipps: Vielleicht bin ich ein Clown, Mit den Zugvögeln



Montag, 4. November 2019

Crippled Black Phoenix – The Resurrectionists




Crippled Black Phoenix – The Resurrectionists


Besetzung:

Justin Graeves – electric guitars, acoustic guitars, ebow, left-handed drums, synthesizers, drums, feedback, saw, percussion, samples, bottle neck, effects, backup vocals
Joe Volk – vocals
Dominic Aitchison – bass guitar
Kostas Panagiotou – piano, mellotron, keyboards
Charlotte Nicholls – cello, vocals



Gastmusiker:

Matt Williams – hammond organ, synthesizers, accordion, gregorian vocals, rhodes organ
George Elgie – guitar
Thom Elgie – drums, right-handed drums
CBP Brutes Choir – gang vocals, congregation
Max Milton – trumpet
Suzi Gage – flute
Jack Rampling – violin
Dave Graeves – fucking awesome twin lead


Label: KScope


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Burnt Reynolds (8:41)
2. Rise Up And Fight (5:45)
3. Whissendine (4:57)
4. Crossing The Bar (7:05)
5. 200 Tons Of Bad Luck (5:53)
6. Please Do Not Stay Here (3:17)
7. Song For The Loved (13:38)
8. A Hymn For A Lost Soul (2:24)
9. 444 (5:49)
10. Littlestep (5:52)
11. Human Nature Dictates The Downfall Of Humans (7:40)

Gesamtspieldauer: 1:11:06



„The Resurrectionists“ heißt das zweite Album, welches die englische Band Crippled Black Phoenix im Jahr 2009 neben dem Album „Night Raider“ veröffentlichte. Einige Titel aus beiden Alben wurden überraschenderweise im selben Jahr auf einem weiteren Album unter der Überschrift „200 Tons Of Bad Luck“ nochmals veröffentlicht. Nur auf „The Resurrectionists“ und nicht auf der Zusammenstellung sind damit die Lieder „200 Tons Of Bad Luck“, „Please Do Not Stay Here”, „Song For The Loved” und „Human Nature Dictates The Downfall Of Humans“ erschienen. Das 35 Sekunden lange Stück „A Real Bronx Cheer“, welches auf dem Album „200 Tons Of Bad Luck“ noch extra aufgeführt wird, stellt auf „Night Raider“ übrigens die ersten 35 Sekunden des Liedes „Onward Ever Downwards“ dar. Da blicke noch jemand durch. Da auf „The Resurrectionists“ und auf „Night Raider“ eine ganze Menge mehr zu hören ist, lohnen sich diese Alben im Vergleich zu „200 Tons Of Bad Luck“ für den Fan auf jeden Fall, so viel sei schon mal vorweggenommen.

Denn ist die Veröffentlichungsstrategie der Band um Justin Graeves noch schwer nachvollziehbar, umso überzeugender ist dann die Musik der Band – auch oder gerade auf „The Resurrectionists“. Dieses Album stellt nochmals eine Steigerung gegenüber „Night Raider“ dar. Auch auf „The Resurrectionists“ ist die Bewunderung des Justin Graeves für die Musik von Pink Floyd unüberhörbar, alles jedoch im Rahmen und nie so, dass es „kopiert“ klingt – eher ein wenig beseelt. Die Anzahl der genreübergreifenden musikalischen Stile hält sich auf diesem Album auch in engeren Grenzen. Irgendwo zwischen Alternative Rock und Progressive Rock angesiedelt spielt die Musik auf „The Resurrectionists“ – mal etwas mehr in die eine, dann wieder in die andere Richtung ausschlagend.

Musik und Texte stammen wieder einmal allesamt aus der Feder von Justin Graeves, lediglich beim Titel „Please Do Not Stay Here“ erhielt er Unterstützung von Kostas Panagiotou. Wer beim Hören von Musik auf die eingängige Melodie steht, die beziehungsweise der wird auf „The Resurrectionists“ mit Sicherheit fündig, denn die Lieder klingen ohne Ausnahme melodiös und eingängig. Insgesamt ist die Stimmung auf dem Album eine dunklere, traurigere als noch auf „Night Raider“. Viele Lieder in Moll lassen das Herz schwer werden und bei einer Nummer wie „200 Tons Of Bad Luck“ erwartet man auch keine Musik, welche einen bei den Freudesprüngen unterstützt. Von daher nur konsequent.

„The Resurrectionists“ klingt über seine gesamte Laufzeit von über siebzig Minuten abwechslungsreich. Das Spiel mit den musikalischen Atmosphären beherrscht die Band hier vortrefflich, sodass die Musik jederzeit abwechslungsreich, spannend klingt und auch manches Mal eine überraschende Wendung einschlägt. Dabei sind es gerade jene Titel, die auf „200 Tons Of Bad Luck“ fehlen, die mit am deutlichsten beeindrucken und überzeugen. Das verzweifelte „200 Tons Of Bad Luck“, welches auf dem gleichnamigen Album fehlt, wäre da zu nennen. Das tieftraurige und sanft instrumentierte „Please Do Not Stay Here“ geht ins Ohr und klingt fast schon ergreifend, wobei die „singende Säge“ ein Stilmittel darstellt, über welches man geteilter Ansicht sein kann. Der Titel „Song For The Loved“, der eine weitere Reminiszenz an Pink Floyd darstellt stellt ebenso einen Höhepunkt dar wie die letzte Nummer des Albums, das Lied „Human Nature Dictates The Downfall Of Humans“. Sanft startend, fast schon hymnisch und kraftvoll weitergeführt, schließlich das Genre des Kammer-Pop streifend, das Tempo erneut anziehend und weiter wunderschön mit den Atmosphären spielend.

Fazit: „The Resurrectionists“ ist für mich eines der bisher besten Alben von Crippled Black Phoenix. Abwechslungsreichen Rock gibt es darauf zu hören, der immer wieder auch mal in progressivere Gefilde eindringt. Langweilig klingt das nie, häufig jedoch spannend und abwechslungsreich – und eingängig. Freundinnen und Freunde der Musik von Crippled Black Phoenix werden die Lieder des Albums wohl lieben. Gut, Pink Floyd Fans sicherlich ebenso. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Please Do Not Stay Here, Song For The Loved, Human Nature Dictates The Downfall Of Humans



Mittwoch, 30. Oktober 2019

Crippled Black Phoenix – Night Raider




Crippled Black Phoenix – Night Raider


Besetzung:

Justin Graeves – electric guitars, ebow, drums, samples, effects, bottle, acoustic guitars, banjo, percussion, bass guitar, piano
Kostas Panagiotou – synthesizer, mellotron, piano, keyboards, accordion
Dominic Aitchison – bass guitar, effects
Charlotte Nicholls – cello
Mark Orphidian – moog synthesizer, effects
Joe Volk – vocals



Gastmusiker:

John Attwood – baritone guitar, guitar
Dave Graeves – guitar
Jack Rampling – violin
Matt Williams – synthesizer, hammond organ, accordion, tramp voice
John E. Vistic – trombone
Paul Harris – trumpet
Thom Elgie – drums
CBP Brutes Choir – howling, wailing, chains, stomps, claps, etc.


Label: KScope


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Time Of Ye Life / Born For Nothing / Paranoid Arm Of Narcoleptic Empire (18:42)
2. Wendigo (3:52)
3. Bat Stack (3:46)
4. Along Where The Wind Blows (2:19)
5. Onward Ever Downwards (3:44)
6. A Lack Of Common Sense (7:14)
7. Trust No One (3:29)
8. I Am Free, Today I Perished (6:04)

Gesamtspieldauer: 49:14




Es ist wahrlich schwierig sich im Veröffentlichungsuniversum der englischen Band Crippled Black Phoenix zurecht zu finden. Da mal ein Album, dann eine EP, noch eine EP, aus zwei Alben wird eine Kompilation gemacht und so weiter. Im Jahr 2009 veröffentlichte die Band um Justin Graeves gleich zwei Platten, die dann auch noch als Kompilation und damit zusammengefasst und gekürzt im selben Jahr unter dem Titel „200 Tons Of Bad Luck“ erschienen. Den Sinn dahinter kann ich nicht nachvollziehen, doch die Alben, auf denen „200 Tons Of Bad Luck“ fußt, heißen „Night Raider“ und „The Resurrectionists“. Oder war das doch anders? Egal, diese beiden Alben enthalten auf jeden Fall die Lieder von „200 Tons Of Bad Luck“ und noch ein wenig mehr. Im Falle von „Night Raider“ sind die Titel „Time Of Ye Life / Born For Nothing / Paranoid Arm Of Narcoleptic Empire”, „Wendigo”, „A Lack Of Common Sense” sowie „I Am Free, Today I Perished” auf „200 Tons Of Bad Luck“ enthalten.

„Night Raider“ ist eine sehr facettenreiche Scheibe geworden. Da hört man Alternative Rock, Independent Rock, auch Anleihen des Progressive Rocks. Doch das ist noch lange nicht alles. Auch Pop fließt mit ein und als Krönung das Lied „Along Where The Wind Blows“, welches an die Shoulders erinnert und wohl genretechnisch mit „Drunken Carnival Music“ umschrieben werden kann. Ganz schön weit gefächert und ein ziemlicher Stilmix, den man auf „Night Raider“ vorfindet. Selbstverständlich sind es jedoch nicht nur die Shoulders, die einem beim Hören der Platte in den Sinn kommen. Im Falle des „Hauptstücks“ des Albums, dem dreigeteilten „Time Of Ye Life / Born For Nothing / Paranoid Arm Of Narcoleptic Empire“ kann man während der Passage von „Paranoid Arm Of Narcoleptic Empire“ nur an Pink Floyd denken. Genauer gesagt an deren Album „The Dark Side Of The Moon“ und noch genauer gesagt an den Titel „On The Run“. Ob da Tantiemen fällig waren?

Doch das ist es eben nicht nur, es fließen auch jede Menge eigene Ideen des Justin Graeves mit ein, der die Musik und die Texte des Albums – welches im Übrigen hauptsächlich instrumental gehalten ist –im Alleingang schrieb. So ist „Night Raider“ zu einer abwechslungsreichen Reise durch verschiedene musikalische Genres, durch verschiedene „Inspirationen“ geworden, welche nie langweilig wird und manchmal sogar überascht. Am Überzeugendsten klingt die Musik immer dann, wenn sie sich abseits des eher gängigen Rocks bewegt, ein wenig experimenteller wird, sich in einem Lied entwickelt. Dies findet sich am ehesten im schon erwähnten Dreiteiler „Time Of Ye Life / Born For Nothing / Paranoid Arm Of Narcoleptic Empire“ sowie im Stück „A Lack Of Common Sense“. Beides sind schon kleine Hörspiele, spannend und abwechslungsreich und hörenswert.

Fazit: „Night Raider“ ist ein überaus abwechslungsreiches Album geworden. Ich kenne kaum eine zweite Scheibe, auf der sich so viele unterschiedliche musikalische Genres befinden und es trotzdem irgendwie stimmig klingt. Seine Stärken hat das Album, wenn es eher in die progressive Richtung abdriftet – ohne, dass „Night Raider“ ein reines Progressive Rock Album wäre. Irgendwie eine Mixtur eben, aber eine gelungene Mischung. Elf Punkte.

Anspieltipps: Time Of Ye Life / Born For Nothing / Paranoid Arm Of Narcoleptic Empire, A Lack Of Common Sense



Donnerstag, 12. September 2019

Nive Nielsen & The Deer Children – Nive Sings!




Nive Nielsen & The Deer Children – Nive Sings!


Besetzung:

Nive Nielsen – vocals, guitar, ukulele


Gastmusiker:

Jan De Vroede – electric guitar, keyboards and much more

The Deer Children:
Alain Auger – guitar, drums, bass, slide (1,3,6,13)
Alden Penner – guitar, bass (4)
Anders Pedersen – guitar (8)
Angu Motzfeldt – vocals, guitar (2, 8)
Eric Craven – drums (6)
Giselle C. Webber – guitar, vocals, bass (10)
Howe Gelb – piano, guitar, vocals (5,11)
John Birdsong – horns (8)
John Parish – drums, guitar, trombone & stuff (2, 5, 7, 10, 11)
Lisa Gamble – saw, banjo (6)
Matt Bauer – banjo (12)
Peter Dombernowsky – drums (8)
Ralph Carney – horns, reeds (3, 7, 12, 14)
Patrick Carney – drums (14)


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsjahr: 2009 / 2012


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Room (4:36)
2. Good For You (2:53)
3. Aqqusernit (2:48)
4. Autoharps! (1:19)
5. Pirate Song (2:24)
6. Dear Leopold (3:09)
7. My Coffee Boy (2:33)
8. Circumstances (4:32)
9. Rock’n’Roll (For Abner Jay) (1:37)
10. Vacuum Cleaner Killer (2:31)
11. Done & Gone (3:59)
12. Winter Song (2:47)
13. Uulia (3:21)
14. Tuttukasik (2:52)

Gesamtspieldauer: 41:29



Musik aus Grönland hört man auch nicht alle Tage. Ich muss zugeben, ich habe bisher noch keine Musik von der größten Insel der Erde gehört. Als in dann die Debut CD von Nive Nielsen und ihren Deer Children eingelegt habe, hörte ich etwas, was ich so nicht erwartet hatte. Auf „Nive Sings!“ hört man eine folkige, manchmal leicht poppige musikalische Mischung, die einem verträumt, verspielt, mitunter auch irgendwie kindlich sanft um das Ohr herumschwebt. Das klingt nach Mystik und Elfen, nach dem Norden und doch auch wieder sehr bodenständig. Nive Nielsen hat es auf „Nive Sings!“ geschafft vierzehn Lieder zu vereinen, die sie allesamt selbst geschrieben hat und die einen einnehmen und vom ersten bis zum letzten Takt überraschen. Dabei ist die musikalische Spannbreite der Titel weit gefächert und sorgt jederzeit für Abwechslung.

Zumeist sind die Lieder der Nive Nielsen angefüllt mit Melodiösität. Das Lied über ihren Staubsauger („Vacuum Cleaner Killer“) stellt da eine Ausnahme dar, da in diesem Stück sogar deutlich dissonantere Töne zu hören sind. Bei diesem Liedtitel jedoch sicher durchaus erwartbar. Ansonsten ist die Platte angefüllt mit Harmonien und Eingängigkeit. Dazu erklingt die ein wenig unbeholfen und naiv klingende Stimme der Grönländerin und fertig ist das melodiöse Album, welches einen Tag sanft ausklingen lässt und auch sonst ziemlich entspannend wirkt. Das bedeutet jedoch nicht, dass man lediglich eine akustische Gitarre zur Begleitung des Gesangs zu hören bekommt. An der ein oder anderen Stelle wird die Scheibe durchaus rockig, das Lied „Uulia“ steht dafür exemplarisch und einige Blasinstrumente tragen zusätzlich zur Abwechslung bei.

Höhepunkt auf „Nive Sings!“ ist für mich der Titel „Dear Leopold“. Eine wunderschöne und sanfte Nummer mit einer Melodie zum Dahinschmelzen. Von der Instrumentierung her kommt in diesem Titel das Banjo wunderschön zum Tragen und eine singende Säge rundet den Gesamteindruck zusätzlich perfekt ab. Doch auch der Opener „Room“, das spannende „Circumstances“ oder das sanfte „Winter“ überzeugen sehr. Im Grunde genommen lässt sich kein Ausfall auf „Nive Sings!“ entdecken. Und wenn es an der einen oder anderen Stelle mal etwas schräger klingt, so lockert dies das Album lediglich zusätzlich auf.

Fazit: Das Debut Album der Grönländerin Nive Nielsen wurde zunächst im Jahr 2009 im Eigenverlag veröffentlicht. Im Jahr 2012 kam es dann zur Wiederveröffentlichung auf dem Plattenlabel Glitterhouse Records und somit wurde „Nive Sings!“ erst damit einem breiteren Publikum zugänglich. Wer auf melodiösen Folk steht, der allerdings noch Ecken und Kanten aufweist, die oder der ist mit dieser Platte sehr gut bedient. Und wer kennt denn sonst schon Musik aus Grönland? Elf Punkte.

Anspieltipps: Room, Dear Leopold, Circumstances, Winter Song



Dienstag, 26. März 2019

Missincat – Back On My Feet




Missincat – Back On My Feet


Besetzung:

Caterina Barbieri – vocals, guitars, bass, piano, vibraphone, glockenspiel, kazoo


Gastmusiker:

Mattia Boschi – cello
Madze Peng – double bass
Cristiano Bacherotti – drums on „If I Could Change The End“
Daniele Falletta – slide guitar and shakers
Diego Bartole – dums on „Absent Minded“
Raffaele Koelner – trumpet


Label: Revolver Distribution Service


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. Back On My Feet (2:36)
2. Inside My Heart (3:06)
3. Shoot! (2:59)
4. If I Could Change The End (2:59)
5. Everything (2:19)
6. Just For Love (3:07)
7. Never Kiss You Again (3:29)
8. I Don't Believe (2:36)
9. Absent Minded (2:09)
10. My Friend (2:55)
11. Again (3:36)
12. Say To Me (1:39)

Gesamtspieldauer: 33:25




Missincat, das ist das Pseudonym der Italienerin Caterina Barbieri, einer Singer-Songwriterin, die ursprünglich aus Mailand stammt und nach ihrem Umzug nach Berlin ihre bisher größten Erfolge in Deutschland feiert. „Back On My Feet“ heißt ihr erstes Studioalbum und dieses erschien am 20. Februar 2009 auf dem Label Revolver Distribution Service.

Auf „Back On My Feet“ hört man eine Mischung aus Folk und Pop, zumeist lediglich sehr zurückhaltend. Die Musik und die Texte stammen von Caterina Barbieri, das Album hat sie fast im Alleingang eingespielt. Die zwölf Titel des Albums gehen ins Ohr, alles klingt sanft und in Verbindung mit der Stimme der Italienerin fast schon ein wenig zerbrechlich bis hin zu schüchtern. Dabei verfügen die Lieder allesamt über sehr eingängige Melodien und können auch bereits mit dem ersten Mal des Hörens überzeugen. Das Zuhören macht jederzeit Laune und unterhält.

Alle Lieder auf „Back On My Feet“ sind in etwa im selben Stil gehalten. Da die Laufzeit des Albums allerdings lediglich ein wenig über eine halbe Stunde beträgt, mag und kann von daher gar keine Langweile aufkommen. Da zudem alles sehr melodiös klingt, kann einen diese Musik durch den ganzen Tag begleiten. Die Höhepunkte der Scheibe sind das Titellied „Back On My Feet“, welches im Vergleich zu den anderen Titeln fast schon gehetzt klingt, sowie die Nummern „Everything“ und „Again“. Doch diese Aussage ist nichts anderes als reine Geschmackssache, denn auch die anderen neun Titel bewegen sich in der gleichen musikalischen Phalanx und werden die eine oder den anderen genauso überzeugen – wenn denn sie oder er auf die sanften Töne in der Musik steht.

Fazit: Ein sehr melodiöses Folk-Pop-Album ist der Italienerin Caterina Barbieri alias Missincat mit ihrem Debut „Back On My Feet“ gelungen. Sanfte Musik, sehr sanfte Musik, die klingt und wirkt. Freilich hätte die Platte gern etwas länger ausfallen dürfen, sie überzeugt allerdings auch in dieser guten halben Stunde. Für Leute, die auf die ruhigen Momente in der Musik stehen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Back On My Feet, Everything, Again



Mittwoch, 13. März 2019

If These Trees Could Talk – Above The Earth, Below The Sky




If These Trees Could Talk – Above The Earth, Below The Sky


Besetzung:

Tom Fihe – bass
J.S. Kalal – guitar
Cody Kelly – guitar
Zack Kelly – drums
Mike Socrates – guitar


Gastmusiker:

Tim Gerak – additional guitars on “Deus Ex Machina”


Label: Metal Blade Records


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Post Rock, Instrumental Rock


Trackliste:

1. From Roots To Needles (6:42)
2. What’s In The Ground Belongs To You (4:14)
3. Terra Incognita (0:57)
4. Above The Earth (2:19)
5. Below The Sky (7:20)
6. The Sun Is In The North (5:45)
7. Thirty-Six Silos (4:39)
8. The Flames Of Herostratus (5:34)
9. Rebuilding The Temple Of Artemis (5:05)
10. Deus Ex Machina (2:24)

Gesamtspieldauer: 45:03



„Above The Earth, Below The Sky” heißt das Debut-Album der US-amerikanischen Post Rock Band If These Trees Could Talk. Ursprünglich war die Scheibe am 11. März 2009 von der Band selbst veröffentlicht worden. Es erfolgte eine Wiederveröffentlichung in Form einer LP und schließlich erschien das Album im Januar 2015 erneut, jetzt auf dem Plattenlabel Metal Blade Records. Auf „Above The Earth, Below The Sky” hört man eingängige Rockmusik, mal zart mal hart, die ohne Gesang auskommt.

Alles was man auf diesem Album zu hören bekommt klingt eingängig und melodiös. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Musik gerade rockiger oder aber sanfter an das Ohr dringt. Die einzelnen Nummern wirken allesamt und zu jeder Zeit. Da der Gesang und damit auch Inhalte fehlen, wirken die mit der Musik vermittelten Atmosphären für sich alleine. Drei Gitarristen und keine Keyboards prägen die Musik von If These Trees Could Talk auf „Above The Earth, Below The Sky”. Diese klingt insgesamt eher dunkler denn fröhlich. Stimmungen wissen die fünf Musiker dabei bestens zu erzeugen und zu transportieren. Die einzelnen Lieder hören sich jederzeit intensiv und packend an.

Allerdings beinhaltet der fehlende Gesang in der Musik von If These Trees Could Talk auch einen kleinen Nachteil. So klasse und überzeugend die Lieder auch aus den Lautsprechern dringen, sie klingen ähnlich. Mag beim ersten Mal des Hörens – trotz der guten Unterhaltung – noch nichts hängenbleiben, so wird dies mit jedem weiteren Durchlauf zwar besser, richtig herauskristallisieren sich die Höhepunkte der Scheibe jedoch nie völlig. Alles hört sich gut an, alles klingt schön auf „Above The Earth, Below The Sky”, jedoch eben leider alles auch sehr ähnlich.

Fazit: „Above The Earth, Below The Sky” ist ein schönes und eingängiges Rock Album geworden, auf dem man keinen Gesang hört. Die fünf Musiker verstehen es Atmosphären zu generieren und zu unterhalten. Gitarren-lastige Musik, welche klingt und wirkt bekommt man auf dieser Scheibe zu hören. Die Lieder ähneln zwar sehr, trotzdem bleibt „Above The Earth, Below The Sky” von If These Trees Could Talk selbstverständlich ein gutes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: From Roots To Needles, The Sun Is In The North, Rebuilding The Temple Of Artemis



Donnerstag, 7. Februar 2019

The Dreaming Tree – Progress Has No Patience




The Dreaming Tree – Progress Has No Patience


Besetzung:

Chris Buckler – vocals
Dan Jones – guitars and backing vocals
Jim Peterson – bass
Neil Ablard – drums and percussion
Steve Barratt – keyboards


Label: Bombsite Productions


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Mainstream, Pop


Trackliste:

1. Four Seconds Of Silence (0:04)
2. Silence Won't Steal (5:38)
3. Arcadia (3:01)
4. Grown Too Small (5:14)
5. Love And The Heart (4:21)
6. Moult (8:52)
7. Ophidia (8:15)
8. Slender Versions Of The Truth (6:45)
9. You The One (6:24)
10. Tide And The Mast (1:47)
11. Whisper Song (5:58)
12. The Only Truth (5:01)

Gesamtspieldauer: 1:01:26



The Dreaming Tree war eine Band, die insgesamt zwei Studioalben veröffentlichte. „Progress Has No Patience“ heißt die erste ihrer Veröffentlichungen und erschien wurde im Jahr 2010 auf dem Label Bombsite Productions. Auf „Progress Has No Patience“ hört man größtenteils Mainstream Rock, der zunächst nervt, im weiteren Verlauf der Platte dann jedoch deutlich interessanter klingt und wirkt.

Zu Beginn des Albums hört sich die Musik von The Dreaming Tree noch sehr belanglos und langweilig an. Die Musiker präsentieren ihre Musik in den ersten Titeln relativ uneinheitlich. Zu dem langweiligen Mainstream Rock gesellen sich jazzige Anleihen und man mag es kaum glauben, auch Disco-Ansätze sind hier zu vernehmen. Das klingt alles furchtbar schlimm, konstruiert und in höchstem Maße belanglos. Doch man soll Platten immer ganz durchhören, oftmals versteckt sich die Perle ganz am Ende einer Scheibe.

Im Falle von The Dreaming Tree und ihrem Album „Progress Has No Patience“ sind es jedoch keine „Perlen“, die man findet. Es ist die Musik, die mit und ab dem Titel „Moult“ besser und interessanter klingt. Das Lied ist ein abwechslungsreicher Titel, der auch über seine Laufzeit von fast neun Minuten hinweg nicht langweilig wird. Keine komplizierte Musik, dennoch eingängiger Rock, der mit den Rhythmen und Atmosphären spielt. Gegen Ende des Stücks folgt sogar noch ein mitreißendes Gitarren-Solo, bei dem man sich freuen würde, wenn Sänger Chris Buckler nicht ganz so lange sein „Yeahy, Yeahy“ dazwischen grölen würde. Auch die folgende Nummer „Ophidia“ klingt besser als der Beginn der Scheibe. Dieses Mal ist es ein Keyboardlauf in Verbindung mit der rockigen E-Gitarre, die das Lied zu einem gelungenen werden lässt.

Dies gilt auch für die weiteren Stücke. Ab jetzt hat die Musik von The Dreaming Tree etwas, was man gerne hört, wenn man auf Melodiösität in Verbindung mit Rock steht. Da wird keine Musik neu erfunden, doch zumindest kann man nun der Musik der Engländer unaufgeregt lauschen und sich unterhalten lassen. Dies gilt für alle restlichen Titel bis auf das kurze „Tide And The Mast“. Dieses kurze Pop-Liedchen klingt nach Wham und beweist einmal mehr, dass The Dreaming Tree auch in Verbindung zu verdammt grauenvoller Musik steht. Warum die Musiker sich zudem darauf einigten an mancher Stelle eine sehr tiefe Stimme mit in die Lieder zu integrieren, die zum Teil fast schon lächerlich klingt, das wird wohl für immer das gut gehütete Geheimnis der Engländer bleiben.

Fazit: Das erste Album der englischen Band The Dreaming Tree mit dem Titel „Progress Has No Patience“ ist zweigeteilt. Die ersten Titel klingen fürchterlich, sind uneinheitlich und absolut oberflächlich. Auch später bleibt die Musik von The Dreaming Tree im Mainstream Rock verhaftet, klingt allerdings zumindest eingängiger und unterhält somit an mancher Stelle deutlich besser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Moult, Ophidia, Whisper Song



Mittwoch, 23. Januar 2019

Steve Hackett – Out Of The Tunnel’s Mouth




Steve Hackett – Out Of The Tunnel’s Mouth


Besetzung:

Steve Hackett – vocals, guitars (1–8)


Gastmusiker:

Anthony Phillips – 12 string guitar (3,5)
Chris Squire – bass guitar (1,2)
Nick Beggs – bass guitar, Chapman stick (2,3,5,6,7)
Dick Driver – double bass (5)
Christine Townsend – violin, viola (5,6,8)
Ferenc Kovacs – violin (8)
Roger King – keyboards, programming (1–8)
John Hackett – flute (5,8)
Amanda Lehmann – vocals (3,5,7)
Jo Lehmann – backing vocals (7)
Lauren King – backing vocals (7)
Rob Townsend – soprano sax (3,8)


Label: Wolfwork Records


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Fire On The Moon (6:11)
2. Nomads (4:31)
3. Emerald And Ash (8:59)
4. Tubehead (3:36)
5. Sleepers (8:50)
6. Ghost In The Glass (2:59)
7. Still Waters (4:35)
8. Last Train To Istanbul (5:56)

Gesamtspieldauer: 45:42




„Out Of The Tunnel’s Mouth“ heißt das bereits zwanzigste Studioalbum des Ex-Genesis Gitarristen Steve Hackett. Das Album ist die erste Veröffentlichung Steve Hacketts, die auf seinem neuen Plattenlabel Wolfwork erschien, nachdem er sein bisheriges Label Camino verlassen hatte. „Out Of The Tunnel’s Mouth“ wurde am 30. Oktober 2009 veröffentlicht und Steve Hackett hat zahlreiche Gastmusiker darauf versammelt. Chris Squire spielt bei „Fire On The Moon” und bei „Nomads” den Bass. Nick Beggs spielte den Bass und Chapman Stick bei den restlichen Liedern ein. Schließlich ist auch noch Anthony Phillips zu hören. Ebenfalls Gitarrist wie Steve Hackett und sein Vorgänger und Gründungsmitglied bei Genesis. Diesen hört man auf den Titel „Emerald And Ash“ und „Sleepers“.

„Out Of The Tunnel’s Mouth“ ist ein sehr schönes Album geworden, wenn man auf abwechslungsreiche Musik steht. Steve Hackett präsentiert auf dieser Platte Lieder, die irgendwie verzaubern und märchenhaft klingen. Das bedeutet keineswegs, dass die Musik weichgespült wurde, doch sie klingt auf ihre Art anders und besonders. Das ist keine Genesis-Musik, auch kein Progressive Rock der frühen 70er Jahre mehr. Trotzdem klingen die Lieder auf „Out Of The Tunnel’s Mouth“ nicht wie aus dem Jahr 2009 –  ohne sich dabei alt und überholt anzuhören. Die Lieder sind melodiös gehalten, eingängig und abwechslungsreich. Man benötigt auch keineswegs viele Durchläufe, um sich den musikalischen Kosmos des Steve Hackett zu erschließen. Schwebende Melodien, die orchestral untermalt sind, wechseln sich mit doch rockigen Passagen ab. Und niemals verliert Steve Hackett dabei seinen Ansatz der Melodiösität.

Höhepunkte gibt es einige auf „Out Of The Tunnel’s Mouth“. Diese wären zum Beispiel die ersten beiden Titel mit Chris Squire am Bass, „Fire On The Moon“ und „Nomads“. Und auch die beiden längeren Nummern „Emerald And Ash“ sowie „Sleepers“ können überzeugen. Das sind Melodiösität und Abwechslung in einem. Zudem zeigt Steve Hackett in diesen Titeln auf beeindruckende Weise, welch guter Gitarrist er doch ist.

Fazit: Wer auf abwechslungsreiche, nicht alltägliche Musik steht, die oder der sollte definitiv mal ein Ohr bei „Out Of The Tunnel’s Mouth“ riskieren. Fans von Genesis der früheren Jahre dürfte dieses Album ebenfalls viel geben, obwohl sich die Musik durchaus deutlich von Genesis der 70er Jahre unterscheidet. Doch ein gewisser Zauber wohnte der Musik damals inne und dieser musikalische Zauber ist zum Teil auch auf „Out Of The Tunnel’s Mouth“ zu entdecken. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fire On The Moon, Nomads