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Sonntag, 10. September 2023

Greenslade – Greenslade

 



Greenslade – Greenslade


Besetzung:

Dave Greenslade – keyboards
Dave Lawson – keyboards, vocals
Tony Reeves – bass
Andy McCulloch – drums




Erscheinungsjahr: 1973 (Wiederveröffentlicht 2018)


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Feathered Friends (6:46)
2. An English Western (3:27)
3. Drowning Man (5:50)
4. Temple Song (3:36)
5. Melange (7:29)
6. What Are You Doin' To Me? (4:43)
7. Sundance (8:46)

CD2:

1. Temple Song (BBC Recordings January 1973) (4:09)
2. Feathered Friends (BBC Recordings January 1973) (6:54)
3. An English Western (BBC Recordings January 1973) (3:39)
4. Sundance (BBC Recordings April 1973) (8:45)
5. Drowning Man (BBC Recordings April 1973) (6:15)
6. Feathered Friends (BBC Recordings April 1973) (6:42)
7. Melange (BBC Recordings April 1973) (7:47)

Gesamtspieldauer CD1 (40:40) und CD2 (44:14): 1:24:54



Greenslade war eine englische Progressive-Rock-Band, die im Herbst 1972 von Keyboarder Dave Greenslade und Bassist Tony Reeves zusammen mit Keyboarder Dave Lawson und Schlagzeuger Andrew McCulloch gegründet wurde. Im Jahr 1976, nach insgesamt vier Studioalben löste sich die Band auf, um im Jahr 2000 nochmals ein wenig überzeugendes Comeback-Album zu veröffentlichen.

„Greenslade“ heißt auch das Debut der Band, benannt nach Keyboarder und Hauptsongschreiber Dave Greenslade. Dieser war zuvor genau wie Bandkollege und Bassist Tony Reeves bei Colosseum aktiv. Schlagzeuger Andy McCulloch kennt man noch von King Crimson. Dort ist er auf dem 1970er Album „Lizard” zu hören.

Auf „Greenslade“ von Greenslade hört man klassischen Progressive Rock, der sich von der Instrumentierung her dadurch auszeichnet, dass keine Gitarren zum Einsatz kommen. Die zwei Keyboarder gleichen das jedoch aus, sodass dieser Umstand beim Hören zunächst gar nicht so sehr auffällt. Greenslade klingen in allen sieben Titeln sehr melodiös und eingängig. Dabei bekommt man auch immer wieder leicht jazzige Passagen zu hören, keine große Überraschung bei den Vorgeschichten der einzelnen Musiker. Die Lieder klingen voll und abwechslungsreich und Bassist Tony Reeves verleiht den einzelnen Stücken eine ordentliche Portion Groove.

Gesungen wird nicht sehr viel auf diesem Debut-Album, vieles ist rein instrumental gehalten. Die wenigen Gesangsparts übernimmt der zweite Keyboarder Dave Lawson. Dies klingt nicht immer ganz überzeugend und sicher, doch man gewöhnt sich bereits nach dem zweiten Durchlauf des Albums an die Stimme, die dann doch irgendwie dazu gehört.

Bei der Neuauflage des Albums wurden die Lieder aus zwei BBC-Sessions auf CD2 hinzugefügt. Durchaus lohnenswert. Die einzelnen Stücke werden leicht variiert und der Sound ist klar und hell. Dies gilt übrigens auch für die erste, originale Album-CD, bei der das Remastering zum ursprünglichen Album einiges soundtechnisch verbessert hat.

Fazit: Manches Mal kann man es einfach nicht verstehen, warum eine Band eines Genres durchstartet, die andere nicht. Greenslade standen immer in der zweiten Reihe, hätten ein größeres Publikum jedoch sicherlich verdient gehabt. Das Debut der Engländer kann sich hören lassen und wird alle überzeugen, die auf klassischen, symphonischen Progressive Rock mit einer Prise jazziger Anleihen steht. Elf Punkte.

Anspieltipps: Drowning Man, Sundance



Montag, 3. Oktober 2022

Terry Reid – River

 



Terry Reid – River


Besetzung:

Terry Reid – vocals, guitar


Gastmusiker:

David Lindley – electric guitar, steel guitar, slide guitar, violin
Lee Miles – bass guitar
Conrad Isidore – drums
Willie Bobo – percussion parts on "River"




Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Blues


Trackliste:

1. Dean (4:45)
2. Avenue (5:08)
3. Things To Try (4:25)
4. Live Life (5:11)
5. River (5:45)
6. Dream (5:20)
7. Milestones (5:52)

Gesamtspieldauer: 36:29



„River“ heißt das dritte Studioalbum des englischen Sängers und Gitarristen Terry Reid. Es wurde im Jahr 1973 ursprünglich auf dem Plattenlabel Atlantic Records veröffentlicht – ganze vier Jahre nach dem zweiten Album des Briten.

Wer auf Blues steht, die oder der hört mit „River“ von Terry Reid zumindest ein Album, welches das Lieblingsmusikgenre bedient. Blues hört man nämlich eine ganze Menge auf dieser Scheibe. Im Grunde genommen sogar vom ersten bis zum letzten Takt. Die ersten vier Lieder sind dabei mit der Band eingespielt und beinhalten einen sehr relaxten, dabei leider auch sehr wenig abwechslungsreichen Blues. Beim Titellied wurden dann noch lateinamerikanische Töne mit untergemischt und die Perkussion wird von Willie Bobo übernommen. Die letzten beiden Stücke „Dream“ und „Milestones“ zeichnen sich schließlich dadurch aus, dass man bei diesen Terry Reid am Gesang und mit einer akustischen Gitarre hört – beim letzten Lied hört man ihn sogar zu Beginn pfeifenderweise. Selbstverständlich handelt es sich bei diesen beiden Titeln auch wieder um Bluesstücke.

Insgesamt klingen die sieben Lieder allerdings leider, wie lediglich gejammte, auf jeden Fall jedoch unfertige Stücke. Manchmal erscheint es fast so, als ob Terry Reid beim Spielen noch auf der Suche nach der Melodie und des Ablaufs ist. Das hört sich überwiegend überraschend unausgegoren und manchmal auch sehr langweilig an. Hier packt einen Weniges und das Album scheint auf seine Art einfach so dahinzuplätschern – ohne einen zu packen.

Fazit: „River“ von Terry Reid ist ein Bluesalbum geworden. Leider jedoch ist diese Platte eine recht langweilige Scheibe, die Lieder erklingen weder ausgereift, noch irgendwie packend. Mitunter klingt das nach ersten Liedideen, die noch ausgearbeitet werden sollten, dann aber vergessen wurden. Schade. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Milestones



Dienstag, 15. März 2022

Man – Back Into The Future

 



Man – Back Into The Future


Besetzung:

Micky Jones – guitar, vocals
Terry Williams – drums, vocals
Phil Ryan – keyboards, vocals
Will Youatt – bass, vocals
Allen “Tweke” Lewis – guitar


Gastmusiker:

The Gwalia Male Choir – choir (7, 8)


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Rock


Trackliste:

1. A Night In Dad‘s Bag (4:03)
2. Just For You (5:18)
3. Back Into The Future (4:06)
4. Don‘t Go Away (4:00)
5. Ain‘t Their Fight (7:42)
6. Never Say Nups To Nepalese (7:31)
7. Sospan Fach (3:35)
8. C‘mon (19:03)
9. Jam Up Jelly Tight – Oh No, Not Again (Spunk Rock 73) (21:02)

Gesamtspieldauer: 1:16:23



„Back Into The Future“ heißt das siebte Album der walisischen Rockband Man. Es wurde im September 1973 ursprünglich auf dem Plattenlabel United Artists veröffentlicht und war das erste Man-Album, welches nach dem Weggang von Clive John aufgenommen wurde. Ursprünglich war „Back Into The Future“ als Doppel-LP veröffentlicht worden. Die erste LP stellte damals ein neues Studioalbum dar, wohingegen man auf der zweiten LP Stücke eines Konzertes hörte, welches am 24. Juni 1973 im Londoner Roundhouse aufgenommen worden war. Dies sind die letzten drei Lieder auf der CD-Ausgabe des Albums. Das Album hielt sich drei Wochen lang in den britischen Albumcharts und erreichte Platz 23, die höchste Chartposition eines Man-Albums überhaupt.

Die für Man relativ hohe Chartplatzierung verwundert kaum, denn mit diesem Album überzeugen Man wahrlich. Auf der ehemaligen ersten LP-Seite (hier die Lieder 1-4) sind noch eher harmlose poppig rockige Nummern zu hören, die kaum Eindruck hinterlassen. Ganz nett anzuhören zwar und auch eingängig, doch eben kaum der Rede wert. Sehr viel interessanter wird es dann auf der zweiten LP-Seite mit den Liedern „Ain‘t Their Fight“ sowie „Never Say Nups To Nepalese“. Klasse progressive Titel, die sich steigern, immer wieder verändern und sehr cool grooven. Besonders gelungen sind dabei die langen Instrumentalpassagen, die von langen Soli durchzogen sind. Macht richtig Laune da zuzuhören.

Die Live-Platte beginnt schließlich mit dem Lied „Sospan Fach“, welches vom The Gwalia Male Choir bestritten wird. Und dann, mit „C’mon“ (im Original auf dem Album „Be Good To Yourself At Least Once A Day“ zu hören), jammen die Waliser los. Das Lied groovt ebenfalls und die Musik scheint fast zu vibrieren. Dabei hört man redundante Passagen genauso wie leicht entrückte Abschnitte, die allesamt zu packen verstehen. Psychedelic Rock der besonders feinen Sorte. Schließlich nimmt das Lied Fahrt auf und mündet in ein progressiv-jazziges Ende.

Das letzte Stück des Albums „Jam Up Jelly Tight – Oh No, Not Again (Spunk Rock 73)“ ist ein bluesig rockiger Jam, der dann am meisten überzeugt, wenn man eben auf Blues Rock auch in „gejammter“ Form steht. Auch dieses Lied animiert zum Mitwippen, reicht qualitativ allerdings trotzdem nicht ganz an die ursprünglichen Seiten Zwei und Drei des Albums heran.

Fazit: „Back Into The Future“ gehört sicherlich mit zum Besten, was die walisische Band Man in ihrer Karriere produziert hat. Vor allen Dingen die Lieder „Ain‘t Their Fight“ und „Never Say Nups To Nepalese“ sowie das live eingespielte „C‘mon“ tragen zu diesem Eindruck bei. Steht man auf redundanten progressiven bis psychedelischen Rock, der immer wieder die Stimmungen, Rhythmen und Tempi variiert, wird man hier fündig. Der Rest des Albums ist ebenfalls hörenswert, sodass sich „Back Into The Future“ lohnt gehört zu werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: Ain‘t Their Fight, Never Say Nups To Nepalese, C‘mon



Freitag, 11. März 2022

Various Artists – Christmas At The Patti

 



Various Artists – Christmas At The Patti


Besetzung:

George Ace – bass, vocals
Georgina Ace – bass
Martin Ace – bass, guitar, vocals
Martin Belmont – guitar, vocals
Paul Burton – bass
Dave Charles – drums, vocals
B.J. Cole – guitar (steel), pedal steel
Dave Edmunds – guitar, vocals
Nick Garvey – bass
Mickey Gee – guitar
Plum Hollis – vocals
Clive John – guitar, keyboards, vocals
Micky Jones – guitar, vocals
Deke Leonard – guitar, vocals
Malcolm Morley – guitar, keyboards, vocals
Stan Phifer – vocals
Tim Roper – drums
Phil Ryan – keyboards, organ, vocals
Richard Treece – guitar, harmonica
Sean Tyla – guitar, vocals
Terry Williams – drums, vocals
Will Youatt – bass, vocals


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Blues, Boogie-Woogie, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. The Flying Aces – Welcome To The Party (2:54)
2. Ducks Deluxe – Boogaloo Babe (3:45)
3. The Jets – My Way (4:05)
4. The Jets – Jambalaya (On The Bayou) (4:32)
5. Plum Crazy With Dave Edmunds – Jingle Bells (0:31)
6. Plum Crazy With Dave Edmunds – Run, Run, Rudolph (2:17)
7. Help Yourself With Deke Leonard & B.J. Cole – Mona (11:40)
8. Help Yourself With Deke Leonard & B.J. Cole – Eddie Waring (14:03)
9. Man With Dave Edmunds – Life On The Road & Shuffle (Improvisation) (11:40)

Gesamtspieldauer: 55:30



„Christmas At The Patti“ ist ein Live-Album, welches bei einer Weihnachtsfeier der walisischen Band Man im Patti Pavilion in Swansea am 19. Dezember 1972 aufgenommen und im Jahr 1973 auf dem Plattenlabel United Artists veröffentlicht wurde. Auf dem Album sind Man, Help Yourself, Ducks Deluxe, The Jets, The Flying Aces und Plum Crazy sowie als weitere Gäste Deke Leonard, Dave Edmunds und B. J. Cole zu hören.

Das Konzert begann um 18.00 Uhr und wurde um Mitternacht von der Polizei geschlossen, so dass der Auftritt von Man gekürzt wurde und sie deshalb, obwohl sie die Gastgeber waren, nur für elf Minuten und vierzig Sekunden auf dem Album zu hören sind.

„Christmas At The Patti“ ist ein Album, welches man nicht braucht. Der Sound ist sehr schlecht, man hört viel Gitarrenstimmen vor den Liedern und ansonsten eine Mischung aus Blues, Rock’n’Roll, Boogie-Woogie und ein kurz angespieltes Weihnachtslied sowie Improvisationen. Für Freundinnen und Freunde der entsprechenden Bands vielleicht interessant, für alle anderen nicht.

Fazit: Das Album krankt am Sound. Der ist fürchterlich. Ansonsten jammen die Musiker eher und die hier zu hörende Musik ist weder interessant noch sonst irgendwie spannend. Sehr viel eher ist das Ganze äußerst langweilig und dient vielleicht noch als Zeitzeugnis. Lediglich „Welcome To The Party“ von The Flying Aces klingt ganz nett, der Rest nicht mehr. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Welcome To The Party



Donnerstag, 1. Juli 2021

Deep Purple – Who Do We Think We Are

 



Deep Purple – Who Do We Think We Are


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar
Ian Gillan – vocals
Roger Glover – bass
Jon Lord – keyboards
Ian Paice – drums, percussion




Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Hard Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Woman From Tokyo (5:51)
2. Mary Long (4:26)
3. Super Trouper (2:56)
4. Smooth Dancer (4:13)
5. Rat Bat Blue (5:26)
6. Place In Line (6:31)
7. Our Lady (5:20)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2000:

8. Woman From Tokyo ('99 Remix) (6:37)
9. Woman From Tokyo (Alternate Bridge) (1:26)
10. Painted Horse (Studio Out-Take) (5:51)
11. Our Lady ('99 Remix) (6:06)
12. Rat Bat Blue (Writing Session) (0:56)
13. Rat Bat Blue ('99 Remix) (5:49)
14. First Day Jam (Instrumental) (11:26)

Gesamtspieldauer: 1:12:32



„Who Do We Think We Are“ heißt das siebte Studioalbum der englischen Hardrock-Band Deep Purple. Es wurde am 13. Januar 1973 auf dem bandeigenen Plattenlabel Purple Records veröffentlicht und über die EMI vertrieben. „Who Do We Think We Are“ war das letzte Album von Deep Purple mit Sänger Ian Gillan und Bassist Roger Glover bis zum 1984er Studioalbum „Perfect Strangers“.

Musikalisch gesehen bedeutete „Who Do We Think We Are“ für Deep Purple eine Entwicklung hin zum Blues Rock. Damit war die Band vor allen Dingen in den USA besonders angesagt und erfolgreich und wurde dort sogar zur erfolgreichsten Band des Jahres 1973. Dies allerdings auch durch die ebenso in 1973 erfolgte Veröffentlichung des Live-Albums „Made In Japan“ und weitere Verkäufe des ein Jahr zuvor veröffentlichten „Machine Head“. Der Klassiker des Albums schlechthin ist natürlich gleich der Opener „Woman From Tokyo“. Eine rockende Nummer, Hard Rock selbstverständlich, zu der Jon Lord eine groovende Pianoeinlage beisteuert.

Ansonsten klingt „Who Do We Think We Are“ professionell und routiniert, gehört für mich allerdings nicht zu den Höhepunkten im Schaffen der Band. Die Entstehung des Albums und die anschließende Tournee waren von Streitereien, wohl auch über die musikalische Ausrichtung der Band geprägt, sodass – wie bereits erwähnt – Ian Gillan und Roger Glover Deep Purple im Juni 1973 verließen. Vielleicht ist diese Uneinigkeit im Entstehungsprozess auch der Grund, warum das Album so rar mit Höhepunkten angefüllt ist. Die Lieder lassen sich alle gut anhören, doch richtig zu packen, das verstehen die Titel auf „Who Do We Think We Are“ nicht mehr.

Die remasterte Ausgabe des Albums enthält einige Bonus Tracks. Besonders zu erwähnen ist dabei die letzte Nummer „First Day Jam“, auf der man Ritchie Blackmore am Bass hört, da Roger Glover zu der Zeit noch im Stau festhing. Ein Deep Purple Lied ohne Gitarren… das kann auch nur ein Jam sein. Interessant zu hören trotzdem.

Fazit: „Who Do We Think We Are“ ist ein Album ohne große Höhepunkte geworden, nimmt man mal den ersten Titel „Woman From Tokyo“ aus. Ansonsten klingt die Scheibe professionell und routiniert, allerdings läuft vieles darauf auch einfach so durch. Deep Purple haben sich mit „Who Do We Think We Are“ etwas mehr dem Blues Rock angenähert. Definitiv kein Höhepunkt im Schaffen von Deep Purple. Acht Punkte.

Anspieltipps: Woman From Tokyo, Rat Bat Blue



Sonntag, 27. Juni 2021

A.R. & Machines – The Cologne Concert

 



A.R. & Machines – The Cologne Concert


Besetzung:

Achim Reichel – echo guitar


Gastmusiker:

Peter Franken – drums
Olaf Casalich – percussion
Jochen Petersen – soprano saxophone and flute




Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Churchbells On Acid / Domglocken Auf Acid (36:52)
2. Gentile Prayers / Heidnische Gebete (41:34)

Gesamtspieldauer: 1:18:26



Am 25. April 1973 gab Achim Reichel zusammen mit seinen bereits bewährten Live-Musikern unter dem Bandnamen A.R. & Machines ein Konzert im Rahmen der Reihe „Nachtmusik im WDR“. Da das Honorar nicht besonders hoch ausfiel, wie Achim Reichel erzählt, einigte man sich darauf, dass Achim Reichel im Anschluss an ihren Auftritt einen Stereomitschnitt des Konzertes zur freien Verfügung erhalten sollte.

Gut, dass sich der Musiker darauf einließ, denn dieses Köln Konzert ist eine meditativ-hypnotische Reise, die – falls laut oder auf Kopfhörern gehört – einen wahrlich in andere Sphären katapultiert. Es passiert nicht viel während der beiden Lieder. Ein Thema wird immer weiter variiert, die Echo-Gitarre sorgt für die Fülle, Saxophon oder Flöte für abwechslungsreiche Einsprengsel.

Die beiden Lieder sind Atmosphäre pur, die allerdings nicht einfach so dahinwabert, sondern durchaus mit einer gehörigen Portion an Rhythmus versehen ist. Man muss sich darauf einlassen können, die Augen schließen und ab geht die Reise – für viele Hörerinnen und Hörer könnte sich das Ganze allerdings auch enervierend oder langweilig anhören. Hört man diese Musik, wird man eine Meinung dazu haben, so viel ist sicher.

Fazit: Meditativ hypnotische Musik gab es damals im Jahr 1973 im Rahmen der WDR-Reihe „Nachtmusik im WDR“ von A.R. & Machines zu hören. Für mich klingt das begeisternd, ich kann allerdings auch nachvollziehen, wenn jemand sagen würde: „Da passiert irgendwie nichts“. Recht hat er. Aber genau das ist das Geheimnis dieser Musik. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Beide Titel



Mittwoch, 23. Juni 2021

Little Feat – Dixie Chicken

 



Little Feat – Dixie Chicken


Besetzung:

Paul Barrere – guitar, vocals
Sam Clayton – congas
Lowell George – vocals, guitar, cowbell, flute
Kenny Gradney – bass
Richie Hayward – drums, vocals
Bill Payne – keyboards, synthesizer, vocals


Gastmusiker:

Bonnie Bramlett – backing vocals
Malcolm Cecil – synthesizer
Tret Fure – backing vocals
Danny Hutton – backing vocals
Milt Holland – tabla
Gloria Jones – backing vocals
Debbie Lindsey – backing vocals
Bonnie Raitt – backing vocals
Stephanie Spruill – backing vocals
Fred Tackett – guitar




Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Dixie Chicken (3:56)
2. Two Trains (3:07)
3. Roll Um Easy (2:34)
4. On Your Way Down (5:34)
5. Kiss It Off (2:58)
6. Fool Yourself (3:18)
7. Walkin‘ All Night (3:36)
8. Fat Man In The Bathtub (4:33)
9. Juliette (3:30)
10. Lafayette Railroad (3:36)

Gesamtspieldauer: 36:46



„Dixie Chicken“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Little Feat. Das Album erschien ursprünglich als Schallplatte am 25. Januar 1973 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Music. Das Cover der Platte stammt von dem Illustrator Neon Park und ist wohl eine Anspielung auf eine Zeile aus dem dritten Track des Albums „Roll Um Easy“. Paul Barrere an der Gitarre und mit Gesangseinlagen, Congas-Spieler Sam Clayton und Bassist Kenny Gradney waren neu zur Band gestoßen und blieben Teil von Little Feat bis zur Auflösung der Band im Jahr 1979.

Die Umbesetzung hatte Spuren hinterlassen. Auf „Dixie Chicken“ hört man neben sehr viel Blues Rock auch etwas R&B sowie sogar funkige Einflüsse. Für Blues-Freundinnen und Freunde der damaligen Zeit mag das vielleicht interessant geklungen haben. Im Jahr 2021 allerdings, vor allen Dingen wenn man diese Musik zum ersten Mal hört, ist jeder vielleicht mal vorhandene Zauber jedoch leider verflogen. Wenn man sich überlegt, welche Alben im Jahr 1973 alles veröffentlicht wurden – auch von Blues-Bands – dann wird es schwierig beim Hören von „Dixie Chicken“ nicht schnell wieder die „Off-Taste“ zu drücken. Allzu belanglos klingt die Musik inzwischen. Keine Höhepunkte, wenig Gefühl. Nichts, was irgendwie hängenbleiben würde.

Die Titel „On Your Way Down“ und „Kiss It Off“ klingen zumindest noch einigermaßen hörenswert. Bei „Juliette“ kann ich aufgrund des Einsatzes einer Querflöte auch noch etwas Interessantes und Spannendes erkennen und heraushören. Der ganze Rest der Platte zieht jedoch nur noch schneller am Ohr vorbei – ohne auch nur den Hauch einer Spur zu hinterlassen. Heutzutage klingt das leider langweilig.

Fazit: Manchmal scheint Musik nicht mehr in die Zeit zu passen. Andere Bands „überleben“ dagegen Jahrzehnte und bleiben immer hörenswert und vor allen Dingen, sie lassen sich auch noch Jahrzehnte später entdecken. Auf Little Feat trifft das leider nicht zu. Die Musik der Band klingt heute auch auf „Dixie Chicken“ größtenteils nur noch langweilig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: On Your Way Down, Kiss It Off, Juliette



Freitag, 21. Mai 2021

Ten Years After – Recorded Live

 



Ten Years After – Recorded Live


Besetzung:

Alvin Lee – guitar and vocals
Leo Lyons – bass
Chick Churchill – organ and piano
Ric Lee – drums




Erscheinungsjahr: 1973 (Wiederveröffentlichung mit Bonus Tracks 2013)


Stil: Blues Rock


Trackliste:

CD1:

1. One Of These Days (6:27) (Frankfurt)
2. You Give Me Loving (6:02) (Frankfurt)
3. Good Morning Little Schoolgirl (7:26) (Frankfurt)
4. Hobbit (8:36) (Frankfurt)
5. Help Me (11:03) (Amsterdam)
6. Time Is Flying (Bonus Track) (5:36) (Frankfurt)
7. Standing At The Station (Bonus Track) (11:50) (Frankfurt)
8. Jam (Bonus Track) (18:09) (Amsterdam)

CD2:

1. Help Me (Bonus Track) (12:05) (Paris)
2. I Woke Up This Morning (Bonus Track) (4:26) (Rotterdam)
3. Sweet Little Sixteen (Bonus Track) (4:24) (Frankfurt)
4. Jam (Bonus Track) (16:32) (Frankfurt)
5. Classical Thing (0:52) (Paris)
6. Scat Thing (0:57) (Paris)
7. I Can‘t Keep From Cryin‘ Sometimes (Part 1) (1:57) (Paris)
8. Extension On One Chord (10:45) (Paris)
9. I Can‘t Keep From Cryin‘ Sometimes (Part 2) (3:12) (Paris)
10. Silly Thing (1:08) (Frankfurt)
11. Slow Blues In 'C' (8:14) (Frankfurt)
12. I‘m Going Home (10:54) (Frankfurt)
13. Choo Choo Mama (3:21) (Frankfurt)

Gesamtspieldauer CD1 (1:15:11) und CD2 (1:18:53): 2:34:04



Am 6. März 2013 ist Alvin Lee verstorben und im Juni desselben Jahres wurde das zweite und erfolgreichste Live-Album von Ten Years After „Recorded Live“ neu aufgelegt und in Form einer Doppel-CD mit jeder Menge Bonus-Material wiederveröffentlicht. Die sieben Bonus-Titel befinden sich am Ende von CD1 und überraschenderweise zu Beginn von CD2. Aufgenommen wurden die Lieder während der Konzerte am 26. bis 29. Januar 1973 in Frankfurt, Rotterdam, Amsterdam und Paris.

Wer Blues Rock mag kommt an Ten Years After einfach nicht vorbei. Denn genau das zelebrieren Alvin Lee, Leo Lyons, Chick Churchill und Ric Lee auf „Recorded Live“. Tief kann man mit diesem Album in diese Musik eintauchen und sich während zweier exzessiver Jams, die nun in Form von Bonus-Tracks auch auf dieser Veröffentlichung enthalten sind, ihr ganz hingeben. Nun bin ich wahrlich kein Blues-Rocker, doch gerade diesen losgelösten Stücken wohnt etwas Besonderes inne.

Umso unverständlicher, warum auf der ursprünglichen Ausgabe des Albums das Lied „Standing At The Station“ nicht enthalten war. In diesem Lied feiern Ten Years After den Blues Rock mit der Akzentuierung auf dem Wort „Rock“. Alles fließt, alles vibriert, alles groovt. Rock at it’s best. Man kann den vier Musikern die Spielfreude noch heute anhören. Perfektes Spiel zwischen Orgel und Gitarre, einfach mitreißend. Allein wegen dieses Stücks lohnt sich der Erwerb von „Recorded Live“ bereits.

Fazit: Wer auf Blues Rock steht oder Ten Years After beziehungsweise Alvin Lee Fan ist, wird jede Menge Spaß mit diesem Album haben. Exzessiver Blues Rock, in keiner Weise begrenzt oder reglementiert. Und auf alle Freundinnen und Freunde des Rocks wartet dann noch der zwölfminütige Bonus Track „Standing At The Station“. Unfassbar gut. Acht Punkte.

Anspieltipps: Standing At The Station



Samstag, 27. März 2021

A.R. & Machines – A.R. IV

 



A.R. & Machines – A.R. IV


Besetzung:

Achim Reichel – echo guitar, vocals


Gastmusiker:

Helmuth Franke – electric guitar
Hans Hartmann – big bass
Claus-Robert Kruse – electric piano
Jochen Petersen – soprano saxophone, flute
Hans Boche – drums
Olaf Casalich – percussion
Matti Klatt – percussion
Frank Wulf – recorder, bass recorder and sitar
Churchill Jolobe – drums
Carsten Bohn – percussion


Label: Zebra


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

Vita:
1. Cave Explorers And Birdmen / Höhlenforscher + Vogelmenschen (5:29)
2. The Man In Kidleather / Der Mann In Nappa (10:48)
3. Thin Is The Skin Of Ecstasy / Dünn Ist Die Haut Der Extase (5:21)

Aqua:
4. Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer (23:02)

Live im Studio Bonus:

5. Warm Up In A Birdcage / Aufwärmen Im Vogelkäfig (3:25)
6. Ghost In The Machine / Geist In Der Maschine (4:58)
7. The Night Before / Die Nacht Davor (5:39)
8. The Cage Is Open / Der Käfig Ist Geöffnet (10:11)
9. Remember The Night Before / Erinnerung An Die Nacht Davor (6:12)

Gesamtspieldauer: 1:15:07



Im Jahr 1973 folgte bereits das vierte Studioalbum des Achim Reichel unter der „Überschrift“ A.R. & Machines. Auf dieser Platte, die erneut auf dem Plattenlabel Zebra erschein und kurz mit „AR IV“ betitelt wurde, treibt Achim Reichel seine Musik hinsichtlich Redundanz und hypnotischen und hypnotisierenden Soundkollagen auf die Spitze.

„Vita“ und „Aqua“ heißen die beiden ursprünglich enthaltenen Stücke, wobei „Vita“ nochmals in drei Stücke unterteilt wurde, die allerdings alle ineinander übergehen. Auf dem Album wabert und plätschert es, es brodelt, es summt, es fließt, es pulsiert und es dröhnt. Ganz selten, wie auf dem „Vita“-Part „Thin Is The Skin Of Ecstasy / Dünn Ist Die Haut Der Extase“ rockt es sogar mal ein wenig. Achim Reichel ist bei dieser Nummer sogar mit Gesang am Sound des Liedes beteiligt. Freilich ist dies eine Ausnahme, denn ansonsten in „AR IV“ eher eine fantastische Instrumentalplatte geworden, die atmosphärisch dicht klingt und Stimmungen perfekt transportiert.

Höhepunkt des Albums ist sicherlich das Lied „Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer“. Da hört man zunächst Regen, ein Windspiel, Donnern und das alles untermalt von einer entrückt klingenden Flöte, die die Gitarre begleitet. Der Regen geht irgendwann in ein Plätschern über, Vogelgezwitscher ist jetzt zu hören, es gurgelt und blubbert zusätzlich und das Gitarrenthema wird wiederholt und wiederholt und wiederholt und wiederholt und wiederholt. Dies intensiv mit Kopfhörern gehört hinterlässt ein Gefühl, welches man sonst wohl nur mittels „bewusstseinserweiternden“ Substanzen erreicht. Großes Kraut-Rock- und Instrumental-Kino. Und das Schöne ist, diese Reise beginnt und endet glücklicherweise erst nach dreiundzwanzig Minuten. Während dieses Tripps wird das Tempo immer weiter angezogen, das Thema nur minimal variiert. Für mich das beste Lied, welches jemals in Bezug auf hypnotisierende Redundanz eingespielt wurde. Klasse.

Auch die fünf live im Studio eingespielten Zugaben klingen überzeugend und bereichern dieses klasse Album nochmals. Viel passiert auch bei diesen Liedern nicht. Meist ist es erneut die Atmosphäre des Titels, die im Vordergrund steht. Zwar gibt es beim Lied „The Night Before / Die Nacht Davor“ sogar mal eine etwas abwechslungsreichere Melodie zu hören, doch dies bleibt die Ausnahme.

Fazit: In Bezug auf hypnotisierende Redundanz ist „AR IV“ von A.R. & Machines ein Meisterwerk geworden. Selbstverständlich hört man hier weder radiotaugliche noch sonst irgendwie massentaugliche Musik. Dafür sehr intensive Lieder, die diejenigen treffen, die für solch eine Art der Musik ein offenes Ohr haben. Ich find’s großartig. Beam me up, Scotty. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer



Samstag, 27. Juni 2020

Seals & Crofts – Diamond Girl




Seals & Crofts – Diamond Girl


Besetzung:

Jim Seals – guitar, alto saxophone, vocals
Dash Crofts – mandolins, vocals, fender rhodes electric piano


Gastmusiker:

Louie Shelton – guitar, producer
David Paich – organ, piano
Bobby Lichtig – bass, flute
Wilton Felder – bass
Jim Gordon – drums
John Guerin – drums
Harvey Mason – drums
Jeff Porcaro – drums
Bobbye Hall – percussion
England Dan – backing vocals
John Ford Coley – backing vocals


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. Diamond Girl (4:13)
2. Ruby Jean And Billie Lee (4:09)
3. Intone My Servant (3:04)
4. We May Never Pass This Way (4:18)
5. Nine Houses (7:01)
6. Standin’ On A Mountain Top (3:06)
7. It’s Gonna Come Down On You (4:41)
8. Jessica (2:55)
9. Dust On My Saddle (3:16)
10. Wisdom (4:26)

Gesamtspieldauer: 41:12




„Diamond Girl“ heißt das fünfte Studioalbum des Pop- und Folk-Duos Seals & Crofts. Es wurde im April 1973 auf dem Plattenlabel bei Warner Bros. Records veröffentlicht. Der Folk-Anteil in der Musik von Seals & Crofts wurde auf „Diamond Girl“ deutlich heruntergefahren. Zwar ist dieses musikalische Genre in der Musik der US-Amerikaner noch vorhanden, jedoch durch überwiegend poppige Töne verdrängt worden.

Neben diesem Pop erklingt auch sanfter Rock, etwas Rock’n’Roll, ein wenig Country und einmal hört es sich sogar ein bisschen soulig an auf dieser Scheibe. Einheitlich klingt „Diamond Girl“ dementsprechend keineswegs mehr – vielmehr stellt die Scheibe eine musikalische Reise durch viele musikalische Genres dar.

Das könnte man noch verschmerzen, wenn die Lieder denn „zünden“ würden. So richtig ins Ohr geht auf diesem Album allerdings nur noch sehr wenig. Leider auch nicht nach vielen Malen des Hörens. Und noch ein Umstand trägt dazu bei, dass „Diamond Girl“ kein gutes Album wurde. Es sind die Streicherpassagen, in den Credits nicht aufgeführt, die manch einen Pop-Song auf der Platte unter jeder Menge Zucker und Schmalz verschütten.

Der Höhepunkt auf „Diamond Girl“ ist definitiv das Stück „Nine Houses“. Es beginnt mit zwei akustischen Gitarren, die sich wunderschön ergänzen. Ab 2:30 gesellt sich schließlich auch noch Gesang dazu, zumeist zweistimmig. Auch dies funktioniert. Es folgt ein kurzer Streichereinsatz, dieses Mal wohl dosiert, schließlich orientalisch anmutende Klänge. Gegen Ende des Liedes erfolgt ein Rückgriff auf den Beginn des Liedes, die zwei akustischen Gitarren lassen das Lied ausklingen. Ansonsten ist da nicht mehr allzu viel, was auf der Platte hörenswert wäre. Mit Abstrichen sind dies noch die Nummern „Intone My Servant“, „It’s Gonna Come Down On You“ und „Jessica“.

Fazit: „Diamond Girl“ kletterte immerhin bis auf Platz 4 der US-Album-Charts. Richtig überzeugend klingt die Musik von Seals & Crofts trotzdem nicht mehr, da sie zum einen zu viele musikalische Genres zu bedienen versucht und eben oftmals eben nicht mehr mit schönen Melodien zu überzeugen weiß. Trotzdem keine schlechte Platte aufgrund der besseren Titel – allerdings auch keine gute Scheibe mehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Nine Houses



Mittwoch, 1. April 2020

Yes – Yessongs




Yes – Yessongs


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals
Chris Squire – bass guitar, backing vocals
Steve Howe – electric and acoustic guitars, backing vocals
Rick Wakeman – keyboards
Bill Bruford – drums on "Perpetual Change", "Long Distance Runaround", and "The Fish (Schindleria Praematurus)"
Alan White – drums on all other tracks


Label: Atlantic Records


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Opening (Excerpt from 'Firebird Suite') (3:48)
2. Siberian Khatru (9:03)
3. Heart Of The Sunrise (11:33)
4. Perpetual Change (14:11)
5. And You And I (9:33)
A. Cord Of Life
B. Eclipse
C. The Preacher The Teacher
D. The Apocalypse
6. Mood For A Day (2:53)
7. Excerpts from 'The Six Wives Of Henry VIII' (6:37)
8. Roundabout (8:33)

CD2:

1. I’ve Seen All Good People (7:09)
a. Your Move
b. All Good People
2. Long Distance Runaround / The Fish (Schindleria Praematurus) (13:39)
3. Close To The Edge (18:14)
A. The Solid Time Of Change
B. Total Mass Retain
C. I Get Up, I Get Down
D. Seasons of Man
4. Yours Is No Disgrace (14:24)
5. Starship Trooper (10:17)
A. Life Seeker
B. Disillusion
C. Würm

Gesamtspieldauer CD1 (1:06:15) und CD2 (1:03:44): 2:09:59




„Yessongs“ nannte die englische Progressive Rock Band Yes ihr erstes Live-Album. Es erschien im Mai 1973 in Form eines Dreifach-Albums auf dem Plattenlabel Atlantic Records. Drei der Titel sind mit dem originalen Yes-Schlagzeuger Bill Bruford eingespielt worden, während die restlichen Tracks mit seinem Nachfolger Alan White aufgenommen wurden. Es handelt sich bei „Yessongs“ also nicht um den Mitschnitt eines Konzertes, sondern um Live-Aufnahmen mehrerer Konzerte, die allesamt im Jahr 1972 stattfanden. Das Album war ein kommerzieller Erfolg für die Band, „Yessongs“ erreichte Platz 7 der UK-Alben-Charts und Platz 12 der US-Billboard 200 Charts.

Möchte man einen guten Überblick über die Musik der Band Anfang der 70er Jahre und damit von den Alben „The Yes Album“, „Fragile“ sowie „Close To The Edge“ erhalten, so eignet sich „Yessongs“ perfekt. Von diesen drei Platten stammen die live eingespielten Titel und man spürt förmlich die Spielfreude der Musiker. Klasse Musik einer beeindruckenden Band. Die einzelnen Stücke werden dabei durchaus variiert und man erhält auf diese Weise weitere Eindrücke der Musik und Ideen von Yes.

So weit so gut. Wenn da nur nicht das klangliche Problem wäre. Auf der remasterten Fassung des Albums klingt der Sound der Musik ein wenig besser, allerdings immer noch nicht so, wie sie es eigentlich sollte, vergleicht man diese Aufnahmen mit den originalen Studioaufnahmen. Die Betonung liegt also auf dem „ein wenig“. Immer noch klingt das Ganze sehr dumpf, Feinheiten gehen unter, die Abmischung passt immer wieder nicht. Sehr schade, denn die Lieder auf dem Album sind grandios und überzeugen auch in ihren Live-Versionen – doch der Klang trübt leider das Gesamtbild.

Fazit: Klasse Musik einer klasse Band. Mit „Yessongs“ erhält man einen sehr guten Eindruck über das Schaffen der Engländer Anfang der 70er Jahre. Die Musik ist dabei über jeden Zweifel erhaben, ist grandios. Was nicht gelungen ist, das sind die Aufnahmen der einzelnen Stücke, die leider viel zu dumpf und oft zu undifferenziert klingen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Long Distance Runaround



Montag, 23. März 2020

Paul Simon – There Goes Rhymin’ Simon




Paul Simon – There Goes Rhymin’ Simon


Besetzung:

Paul Simon – vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Pete Carr – electric guitar, acoustic guitar
Jimmy Johnson – electric guitar
Cornell Dupree – electric guitar on "Tenderness"
Al Gafa, David Spinozza – guitar
Jerry Puckett – electric guitar
David Hood – bass guitar
Gordon Edwards – bass guitar
Bob Cranshaw – bass guitar
Vernie Robbins – bass guitar
Richard Davis – double bass
Barry Beckett – piano, fender rhodes, hammond organ, piano, vibraphone
Paul Griffin – piano
Bob James – fender rhodes, harmonium, piano, keyboards
Bobby Scott – piano
Carson Whitsett – hammond organ
Don Elliott – vibraphone
Roger Hawkins – percussion, drums
Rick Marotta – drums
Grady Tate – drums
James Stroud – drums
Airto Moreira – percussion
The Onward Brass Band – horns
The Dixie Hummingbirds – group vocals
Rev. Claude Jeter – falsetto vocals
Maggie and Terre Roche – backing vocals
Allen Toussaint – horn arrangements
Quincy Jones – string arrangements
Del Newman – string arrangements


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Pop


Trackliste:

1. Kodachrome (3:35)
2. Tenderness (2:55)
3. Take Me To The Mardi Gras (3:30)
4. Something So Right (4:36)
5. One Man‘s Ceiling Is Another Man‘s Floor (3:48)
6. American Tune (3:47)
7. Was A Sunny Day (3:44)
8. Learn How To Fall (2:47)
9. St. Judy‘s Comet (3:21)
10. Loves Me Like A Rock (3:40)

Bonus Tracks der remasterten Album-Version aus dem Jahr 2004:

11. Let Me Live In Your City (Work In Progress) (4:22)
12. Take Me To The Mardi Gras (Acoustic Demo) (2:31)
13. American Tune (Unfinished DEmo) (4:03)
14. Loves Me Like A Rock (Acoustic Demo) (3:24)

Gesamtspieldauer: 50:09




„There Goes Rhymin“ Simon“ heißt das dritte Solo-Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Paul Simon, welches am 5. Mai 1973 ursprünglich auf den Plattenlabeln Columbia Records und Warner Brother Records veröffentlicht wurde. „There Goes Rhymin“ Simon“ kletterte bis auf Platz 2 der US Billboard-200-Charts.

Mit seiner früheren Musik im Duett mit Art Garfunkel hat „There Goes Rhymin“ Simon“ überhaupt nichts mehr zu tun. Auf dem Album hört man einen manchmal fast schon kruden Stilmix von Soul mit Musical Einschlägen beim Lied „Tenderness“, über Gospel „Loves Me Like A Rock“, weiter zu Soul mit Dixieland bei dem Lied „Take Me To The Mardi Gras“. Etwas poppig klingt es bei „Kodachrome“. Eher nach Blues hört sich dann wieder „Something So Right“ an. „One Man‘s Ceiling Is Another Man‘s Floor“ ist ein langsamer Rock’n’Roll und natürlich gibt es auch noch ein paar folkige Einflüsse, insgesamt jedoch viel zu viele verschiedene Genres.

Leider können die einzelnen Titel in ihren Genres ebenfalls nicht überzeugen. Die Lieder sind zumeist sehr langweilig und gehen auch nicht ins Ohr. Die Platte tröpfelt so vor sich hin, darauf einstellen kann man sich sowieso nicht und gefesselt wird man von überhaupt nichts. Das Album klingt aus und es macht sich eine irgendwie geartete Erleichterung breit. Endlich vorbei. Angeblich hat Paul Simon dieses Album innerhalb kürzester Zeit eingespielt. Man glaubt das tatsächlich herauszuhören – an jeder Stelle.

Fazit: Ein sehr uneinheitliches und auch unausgegorenes Album ist hat „There Goes Rhymin“ Simon“ geworden. Musikalische Langweile mit nur wenigen, sehr wenigen Titeln, die sich lohnen gehört zu werden. Musik kann begeistern – oder eben langweilig sein. Leider trifft Letzteres zumeist auf dieses Album zu. Eine Enttäuschung. Vier Punkte.

Anspieltipps: Kodachrome, American Tune



Sonntag, 27. Oktober 2019

Mott The Hoople – Mott




Mott The Hoople – Mott


Besetzung:

Ian Hunter – lead vocals, piano, acoustic guitar, rhythm guitar, echo vamper
Mick Ralphs – lead guitar, backing vocals, organ, moogotron, mandolin, tambourine, acoustic guitar, lead vocals (track 8)
Pete "Overend" Watts – bass guitar, backing vocals, fuzz bass,
Dale "Buffin" Griffin – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Paul Buckmaster – electric cello on "Honaloochie Boogie"
Morgan Fisher – piano, synthesizer, backing vocals on "Drivin' Sister" (live)
Mick Hince – bells on "I Wish I Was Your Mother"
Andy Mackay – tenor saxophone on "All The Way From Memphis" and "Honaloochie Boogie"
Graham Preskett – "insane" violin on "Violence"
Thunderthighs (Karen Friedman, Dari Lalou, Casey Synge) – backing vocals on "Hymn For The Dudes"


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Rock, Pop, Glam Rock


Trackliste:

1. All The Way From Memphis (5:02)
2. Whizz Kid (3:25)
3. Hymn For The Dudes (5:24)
4. Honaloochie Boogie (2:43)
5. Violence (4:48)
6. Drivin’ Sister (3:53)
7. Ballad Of Mott The Hoople (5:25)
8. I’m A Cadillac / El Camino Dolo Roso (7:50)
9. I Wish I Was Your Mother (4:53)


Bonus Tracks der CD-Wiederveröffentlichung von 2006:

1. Rose (B-Side Of "Honaloochie Boogie") (3:58)
2. Honaloochie Boogie (Demo version) (3:08)
3. Nightmare (Demo) (3:38)
4. Drivin’ Sister ( Live 1973 At The Hammersmith Odeon) (4:30)

Gesamtspieldauer: 58:42




Schlicht „Mott“ nannte die englische Band Mott The Hoople ihr sechstes Studioalbum, welches am 20. Juli 1973 ursprünglich auf dem Plattenlabel CBS Records veröffentlicht wurde. Die remasterte Wiederveröffentlichung im Jahr 2006 erschien auf dem Label Sony Music. Bei seiner ersten Veröffentlichung 1973 kletterte die Platte bis auf Platz 7 der britischen Albums Charts. „Mott“ wurde zunächst auf der „Liste der 500 größten Alben aller Zeiten“ des Rolling Stone Magazins auf Platz 366 geführt, im Jahr 2012, auf der neu erstellten Liste, belegte die Platte dann Platz 370.

„Mott“ macht Spaß. Auf dem Album befindet sich eine gelungene Mischung aus Pop und Rock und Glam Rock. Viele der Titel gehen schnell ins Ohr, einen absoluten Ohrwurm wie „All The Young Dudes“ vom Vorgänger besitzt die Platte allerdings nicht. Allerdings auch keine Ausfälle, sodass man die Scheibe gut in einem Zug durchhören kann und sie auch immer wieder gern auflegt. Freilich hört man der Musik an, dass sie nicht mehr aus diesem Jahrtausend stammt, dem Hörerlebnis tut dies allerdings keinen Abbruch. Die Titel wirken und klingen und auch wenn David Bowie an dieser Produktion nicht mehr beteiligt war, so hört man doch den Einfluss des Musikers auf „Mott“ heraus.

Höhepunkte der Scheibe sind die beiden Lieder „Hymn For The Dudes“ und „Ballad Of Mott The Hoople“. In beiden Stücken hört man das das Gefühl der Musiker von Mott The Hoople für die schöne und eingängige Melodie heraus. Zudem sind beide Nummern sehr abwechslungsreich gestaltet, keine 08/15-Pop-Lieder, sondern Titel, die einem gleich beim ersten Kontakt auffallen und die auch längerfristig haftenbleiben.

Fazit: Ein schönes, wenn auch nicht spektakuläres Album ist „Mott“ von Mott The Hoople geworden. Pop und Rock aus den 70ern gibt es darauf zu hören, der eine Prise Glam Rock enthält. Die Musik klingt dabei weder anbiedernd noch langweilig, sondern etwas hintergründig spannender. Hörenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hymn For The Dudes, Ballad Of Mott The Hoople