Donnerstag, 6. Februar 2014

The Beatles – With The Beatles




The Beatles – With The Beatles


Besetzung:

George Harrison – lead, harmony and backing vocals, lead and acoustic guitars, handclaps, nylon-string acoustic guitar on "Till There Was You"
John Lennon – lead, harmony and backing vocals, rhythm and acoustic guitars, harmonica and handclaps, nylon-string acoustic guitar on "Till There Was You", hammond organ on "I Wanna Be Your Man" and tambourine on "Don't Bother Me"
Paul McCartney – lead, harmony and backing vocals, bass guitar and handclaps, piano on "Little Child" and claves on "Don't Bother Me"
Ringo Starr – drums, tambourine, maracas, handclaps, lead vocals on "I Wanna Be Your Man" and arabian loose-skin bongo on "Till There Was You" and "Don't Bother Me"


Gastmusiker:

George Martin – piano on "You Really Got A Hold On Me", "Not A Second Time" and "Money (That's What I Want)"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1963


Stil: Pop, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. It Won't Be Long (2:14)
2. All I've Got To Do (2:05)
3. All My Loving (2:10)
4. Don't Bother Me (2:29)
5. Little Child (1:48)
6. Till There Was You (2:17)
7. Please Mister Postman (2:37)
8. Roll Over Beethoven (2:48)
9. Hold Me Tight (2:33)
10. You Really Gotta Hold On Me (3:03)
11. I Wanna Be Your Man (1:59)
12. Devil In Her Heart (2:28)
13. Not A Second Time (2:08)
14. Money (2:48)

Gesamtspieldauer: 32:24





Noch im selben Jahr wie das Debut „Please, Please Me“ veröffentlichten die Fab Four aus Liverpool bereits ihr zweites Studio-Album, welches im November 1963 veröffentlicht wurde. Auch dieses Album hält mit den Titeln „Till There Was You“, „Please Mister Postman“, „Roll Over Beethoven“, „You Really Got To Hold On Me“, “Devil In Her Heart” und “Money” wieder zahlreiche Cover-Versionen anderer Künstler für den Hörer parat. Die bekanntesten Interpretationen dürften hier „Please Mister Postman“ und „Roll Over Beethoven“ sein, wobei erstere Version wirklich gelungen ist, man den anderen fünf Cover-Stücken allerdings deutlich das Alter anhört sowie die Tatsache, dass sie eben nicht von den Beatles stammen. Aber auch etwas Neues gab und gibt es auf dem Album zu hören: George Harrison war hier zum ersten Mal an den Kompositionen beteiligt, das Lied „Don’t Bother Me“ stammt aus seiner Feder und man hört hier bereits das Gespür des George Harrison für die eingängige Melodie, welches später noch ausgeprägter auf die Hörer einwirken sollte.

Die restlichen sieben Titel sind dann schließlich, wie so oft bei den Beatles, Koproduktionen dieses genialen Song-Writer-Paares John Lennon und Paul McCartney. So kann auch gleich der erste Titel „It Won’t Be Long“ überzeugen. Hier klingen die Beatles bereits wie die Beatles und präsentieren einen eingängigen Song im Mid-Tempo, der groovt und auch vom mehrstimmigen Gesang während des Refrains lebt. „All I’ve Got To Do“ ist da schon ein bisschen weniger gelungen. Hier will die Melodie nicht so recht ins Ohr gehen. Schließlich folgt das wohl bekannteste Lied der Platte „All My Loving“. Ebenfalls im mittleren Tempo angesiedelt, gibt es hier wieder die Melodie mit diesem gewissen Ohrwurmcharakter, auch wenn man diesem Lied ebenfalls deutlich das Alter von nun bereits über fünfzig Jahren anhört. Ein wenig klingt die Bezeichnung angestaubt, aber so ein Lied nennt man wohl einen „Evergreen“.

„Little Child“ ist ein kurzer Rock’n’Roll, der von der Mundharmonika dominiert wird und dabei trotzdem nur relativ wenig Wiedererkennungswert besitzt. Nicht viel anders gestaltet sich das Ganze bei „Hold Me Tight“, bei diesem Rock’n’Roll fehlt zwar die Mundharmonika, dafür gibt es jede Menge Geklatsche. Einmal mehr sollte man hier auch nicht auf den Text hören, denn dieses Liebesgesäusel klingt heute schon ein wenig antiquiert, aber das war eben so, in der damaligen Zeit. Gegen Ende ihrer gemeinsamen Karriere gaben die Beatles schließlich keine Konzerte mehr, da es sie nervte, dass sowieso kaum einer mehr die Musik hörte, so laut kreischten die Mädels damals, egal in welchem Land sie auftraten. Nun, den Grundstock dafür haben sie sicherlich auch ein wenig auf den ersten Alben und den dort gesungenen Texten gelegt. „I Wanna Be Your Man“, ebenfalls wieder ein Rock’n’Roll und keine zwei Minuten lang, kann zumindest mit einem schönen Refrain punkten, wohingegen „Not A Second Time“ eher in die Pop-Schiene fällt und auch nicht weiter hängenbleibt.

Fazit: Die Ansätze dieser genialen Band sind hier bereits zu hören, wenn auch eben nur in einigen wenigen Liedern. Der große Rest ist auf diesem zweiten Album der Beatles noch recht typische Ware der damaligen Zeit, ohne den allzu großen Wiedererkennungswert. Trotzdem ist das Album etwas Besonderes, weil es bereits ab und an den Weg aufzeigt, der vor den vier Liverpoolern noch liegen sollte. Musikalisch allerdings noch nicht so ganz überzeugend. Sieben Punkte.

Anspieltipps: It Won't Be Long, All My Loving, Don’t Bother Me




Mittwoch, 5. Februar 2014

Mike Scott – Still Burning




Mike Scott – Still Burning


Besetzung:

Mike Scott – vocals, guitar, piano, harmonium, mellotron, rd500, bellzouki


Gastmusiker:

Chris Bruce – guitar, electric guitar
James Hallawell – hammond organ, wurlitzer
Bill Hawkes – viola
Peter Lale – viola
Preston Heyman – percussion
Steve Holley – drums
Paul Kegg – cello
Jim Keltner – drums, tambourine, shaker
Martin Loveday – cello
Ian McNabb – background vocals, falsetto
Perry Montague-Mason – violin
Will Gibson – violin
Boguslav Kostecki – violin
Pino Palladino – bass guitar
Brian Stanley – bass
Gavyn Wright – violin
Memphis Horns, Kick Horns – horns
Nick Ingham – orchestration
Isobel Griffiths – fixer
Denise Johnston – backing vocals


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. Questions (4:51)
2. My Dark Side (3:59)
3. Open (2:56)
4. Love Anyway (6:43)
5. Rare, Precious And Gone (4:06)
6. Dark Man Of My Dreams (4:17)
7. Personal (2:15)
8. Strawberry Man (3:31)
9. Sunrising (5:00)
10. Everlasting Arms (2:54)

Gesamtspieldauer: 40:32




Eine richtig gute Rock-Scheibe gilt es heute vorzustellen. Diese stammt von Mike Scott, seines Zeichens Schotte und Frontman der schottisch-irischen Band „The Waterboys“. „Still Burning“ ist dabei seine zweite und bisher letzte Solo-Platte aus dem Jahr 1997. Diese ist angefüllt mit tollen Rock-Songs, die grooven, rocken und ohne Umschweife ins Ohr gehen und sich dort auch längerfristig festsetzen.

Zehn Lieder befinden sich auf der Platte, die keine Ausfälle beinhaltet. Alles wirkt und klingt. Mal ist das wie bei dem genialen „My Dark Side“ etwas düsterer angelegt, aber was will man schon bei solch einem Lied-Titel auch anderes erwarten? Dunkle und schwere Gitarren erfüllen den Raum und klingen dabei überaus melodiös und eingängig. Klasse gelungen hier auch der Mellotron-Einsatz. Dann wird es akustisch mit „Open“ und erneut klingt das Ganze überaus harmonisch, sodass auch die sanfteren Passagen auf der Platte zu überzeugen wissen.

Dann wiederum wird es sogar fast schon orchestral mit „Love Anyway“. Streicher sind hier bei dieser Nummer allgegenwärtig und wieder bleibt festzuhalten, das Gespür für die eingängige Melodie kann man Mike Scott garantiert nicht absprechen. Weiterer Höhepunkt ist sicherlich das in sich bereits sehr abwechslungsreiche „Strawberry Man“, welches aus rockigeren und dann wieder groovigeren Passagen aufgebaut ist und zudem einen perfekt gesetzten Break aufweist. Einfach gute und mitreißende Musik. Dazu gesellt sich der Umstand der großen Variabilität in der Musik des Schotten allgemein. Obwohl die einzelnen Titel meist im Mid-Tempo angesiedelt sind, kommt hier nie auch nur der Hauch von Langeweile auf, die Lieder unterscheiden sich deutlich voneinander und das verbindende Element ist dabei immer die Stimme des Mike Scott.

Fazit: Eine Platte gegen die Monotonie hat Mike Scott hier mit „Still Burning“ vorgelegt. Irgendwie auch ein „Gute-Laune-Album“, welches einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubert, wenn man auf gut gemachte Rock-Musik steht. Die Platte ist leider nicht allzu bekannt. Schade eigentlich, denn hierfür könnten sich garantiert viele Musikhörer begeistern. Elf Punkte.

Anspieltipps: My Dark Side, Love Anyway, Strawberry Man



Dienstag, 4. Februar 2014

Jars Of Clay – Jars Of Clay




Jars Of Clay – Jars Of Clay


Besetzung:

Dan Haseltine – vocals, drum loops
Matt Odmark – acoustic guitar, drum loops
Stephen Mason – acoustic guitar, bass guitar, mandolin, background vocals, drum loops
Charlie Lowell – organ, keyboards, piano, background vocals, drum loops


Gastmusiker:

Matt Bronleewe – acoustic guitar
Adrian Belew – bass, mandolin
Craig Nelson – bass
Tim Smith – percussion, drums
Ronn Huff – conductor
John Catchings – cello
Carl Gorodetzky – violin
Pamela Sixfin – violin
Noah Evens – violin
Jim Grosjean – viola
Sam Levine – recorder
Bobby G. Taylor – oboe
Jonathan Yudkin – fiddle, mandolin


Label: Brentwood Music


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Alternative Rock, Folk Rock, Christian Rock


Trackliste:

1. Liquid (3:32)
2. Sinking (3:48)
3. Love Song For A Savior (4:46)
4. Like A Child (4:35)
5. Art In Me (3:58)
6. He (5:20)
7. Boy On A String (3:32)
8. Flood (3:32)
9. World's Apart (5:18)
10. Blind (3:59)
    Four Seven (hidden track) (2:38)
    Strings Studio Session For Blind (hidden track) (20:38)


Gesamtspieldauer: 65:36




„Jars Of Clay“ sind eine Alternative Rock Band aus Nashville, Tennessee, USA, die sich vor allem dadurch von vielen anderen Bands unterscheidet, da die Musiker zu ihren Liedern christliche Texte schreiben. Dass bei der Band die christliche Botschaft im Vordergrund steht, merkt man bereits am Bandnamen, der dem zweiten Paulus-Brief an die Korinther entnommen wurde (2. Korinther 4, Vers 7). Der Name bedeutet so viel wie „Gefäße aus Ton“, andere Quellen übersetzen das Original mit „irdene Gefäße“. „Jars Of Clay“ ist gleichzeitig auch das Debut-Album der vier Amerikaner, dem noch viele weitere Platten folgen sollten und die bis heute noch aktiv sind. Mit Country- und Western-Musik, wie man vielleicht denken könnte - bei der Herkunft der Musiker - hat diese Platte allerdings überhaupt nichts zu tun.

Die Musik der Band auf diesem Erstlingswerk kann man mit einer Mischung aus Alternative Rock und Folk Rock umschreiben, wobei hier allerdings immer die sanfteren und ruhigeren Töne im Vordergrund stehen. „Richtig“ gerockt wird nicht, alles bewegt sich im Mid-Tempo oder aber untermalt die ruhigeren Momente des Lebens. Die Band besitzt auch keinen Drummer, lässt sich diesbezüglich allerdings auf Live-Konzerten durch Gastmusiker unterstützen. Die akustischen Gitarren stehen sehr im Vordergrund in Kombination mit Drum-Loops, für die sich jetzt auch alle Bandmitglieder verantwortlich zeigen. Und dann gibt es auf „Jars Of Clay“ auch noch Streicher satt zu hören, was nicht nur an dem letzten Hidden Track „Strings Studio Session For Blind“ liegt, welcher sich allerdings beim Anhören sowieso nur als das Einspielen der Musiker offenbart, welches durch Studio-Gespräche angereichert wurde.

Ansonsten haben die Streicher allerdings eine große Präsenz auf der Platte, was die Musik der Band immer wieder auch ein wenig lieblich klingen lässt. Recht flott beginnt das Album mit „Liquid“, einer Nummer, in dem auch wieder die akustische Gitarre im Vordergrund steht, allerdings ein fetter Orgelsound dezent im Hintergrund für Fülle sorgt. Dazu gibt es, ab und an eingestreut, eine Art gregorianischen Choral-Gesang, der die Nummer schon sehr unverwechselbar werden lässt. Melodiösität kann man keinem der Titel absprechen, alles wirkt und klingt und geht relativ schnell ins Ohr, der Rock könnte dagegen ruhig ein wenig präsenter sein, denn manches Mal klingt es auch ein wenig zu süß. Dies vor allem an gewissen, einzelnen Stellen in den manchen Liedern, die mit Gesangsarrangements angefüllt sind, die mitunter schwer nach Boy-Group-Geträller klingen.

Aber diese Stellen sind glücklicherweise nur rar gesät. Nun, allerdings ist alles ist in etwa im selben Tempo gehalten und klingt auch von der Machart her ein wenig ähnlich. Eine Nummer muss hier allerdings dann doch noch hervorgehoben werden: „Flood“. Ein mitreißendes Lied, klasse arrangiert und aufgebaut, eingängig mit Ohrwurmcharakter. Ein Lied, wenn man es mal gehört hat, nicht mehr so schnell vergisst. Überaus gelungen auch hier wieder der Orgel-Sound im Hintergrund.

Fazit: Die Musik auf diesem Debut-Album der vier US-Amerikaner ist eingängig und melodiös. Einen richtigen Ausfall gibt es nicht auf der Platte, bei der jedes Lied seine ganz eigene Qualität besitzt. Nachteilig ist allerdings, dass sich die einzelnen Lieder irgendwie ähneln. Aber einen richtig großen Höhepunkt besitzt das Album mit „Flood“ auch, welches deutlich aus dem Kontext hervorsticht. Nun, wenn jemand auf die etwas sanftere und überwiegend akustische Musik steht, die oder der wird viel Gefallen an diesem Album finden, zumindest dann, wenn sie oder er keine Probleme mit christlichen Texten hat. Neun Punkte.

Anspieltipps: Liquid, Like A Child, Flood



Montag, 3. Februar 2014

George Winston – December




George Winston – December


Besetzung:

George Winston – piano


Label: Windham Hill Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: New Age


Trackliste:

1. Thanksgiving (4:08)
2. Jesus, Jesus, Rest Your Head (2:37)
3. Joy (3:16)
4. Prelude (1:16)
5. Carol Of The Bells (4:00)
6. Night - Part One: Snow (1:57)
7. Night - Part 2: Midnight (1:54)
8. Night - Part 3: Minstrels (2:17)
9. Variations On The Kanon By Johann Pachelbel (5:24)
10. The Holly And The Ivy (4:56)
11. Some Children See Him (3:52)
12. Peace (4:02)

Gesamtspieldauer: 39:39



„Legt die CD „December“ von George Winston ein, legt Euch auf das Sofa, schließt die Augen und wartet was passiert!“ Nun, die oder der eine oder andere wird ins Träumen geraten, sich entspannen oder vielleicht eine kleine Gedankenreise beginnen. Wieder andere werden vielleicht auch nur einschlafen, so sehr kann man mit diesem Album George Winstons aus dem Jahr 1982 relaxen – sogar bis in den Schlaf hinein, was hier allerdings nicht unbedingt etwas Negatives bedeuten soll.


Die Platte enthält traditionelle Arrangements oder Werke, die George Winston inspirierten und die er zu seiner Musik machte, zu ganz sanfter Piano-Musik, die hier so herrlich leicht und schwebend dargeboten wird. Das Album, der dritte Teil einer Trilogie, die sich mit den beiden kälteren Jahreszeiten Herbst und Winter beschäftigt, gilt dabei mit als ein Grundstein des aufkommenden New Age. Und der Umstand der Zugehörigkeit zu diesem Genre, kann der Platte auch vor allem gegen Ende hin wahrlich nicht abgesprochen werden. Hier wird es dann immer sanfter, leiser und auch minimalistischer. Dabei ist es ein wenig überraschend, dass alle Lieder, trotz des Albumnamens „December“, einen religiösen Titel tragen, der allerdings auf den Ursprung der jeweiligen Nummern zurückgeht.

Einige unglaublich schöne Kompositionen hält die CD für den Hörer parat. Das beginnt gleich mit dem melancholischen Eröffnungsstück „Thanksgiving“. Weite Landschaften eröffnen sich hier dem Hörer vor dem geistigen Auge, schneebedeckt und verlassen, alles klingt sehr sehnsüchtig und ein wenig traurig. Ganz anders das Stück „Joy“, welches entsprechend seinem Namen eine gewisse Freude ausstrahlt und Optimismus sowie Aufbruchsstimmung vermittelt. Und dann ist da natürlich noch das „Meisterwerk“ des Albums „Carol Of The Bells“. Wunderschöne, mal fließende, dann wieder perlende Pianoklänge bahnen sich hier den Weg zum Ohr des Hörers. Musik zum Eintauchen.

Fazit: Wer Musik zum Entspannen sucht, dem sei diese Platte wärmstens empfohlen. Viele schöne Stücke beinhaltet das Album, welches bestens für den Abend geeignet ist, um den Tag nochmals Revue passieren zu lassen. Nicht alles kann dabei zwar durchweg überzeugen, denn wenn es zu minimalistisch wird, kann einen durchaus auch wirklich der Schlaf beim Hören übermannen. Aber das passiert wohl vielen Menschen während einer Meditation – und genau das hört man hier auch, Musik zum Meditieren und Ins-sich-gehen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Thanksgiving, Carol Of The Bells



Sonntag, 2. Februar 2014

Yes – Time And A Word




Yes – Time And A Word


Besetzung:

Jon Anderson – vocals, percussion
Peter Banks – electric and acoustic guitars, vocals
Chris Squire – bass guitar, vocals
Tony Kaye – piano, organ
Bill Bruford – drums, percussion


Gastmusiker:

David Foster – vocals on „Sweet Dreams", acoustic guitar on „Time And A Word"


Label: Warner Brothers Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. No Opportunity Necessary, No Experience Needed (4:53)
2. Then (5:50)
3. Everydays (6:12)
4. Sweet Dreams (3:52)
5. The Prophet (6:39)
6. Clear Days (2:09)
7. Astral Traveller (5:57)
8. Time And A Word (4:40)


Bonus Tracks:

9. Dear Father (LP Version) (4:15)
10. No Opportunity Necessary, No Experience Needed (Original Mix) (4:46)
11. Sweet Dreams (Original Mix) (4:21)
12. The Prophet (Single Version) (6:34)

Gesamtspieldauer: 1:00:07




Das zweite Album der britischen progressive Rock-Band Yes unterscheidet sich bereits deutlich vom Vorgänger und zeigt den Weg auf, den die Band mit den nächsten Veröffentlichungen einschlagen sollte: Hin zu einer der einflussreichsten und besten Bands des Genres „Progressive Rock“. Alle Zutaten dazu lassen sich auf „Time And A Word“ bereits entdecken, wobei die Musik hier hauptsächlich aus der Feder Jon Andersons stammt. Allerdings nicht nur, denn zwei Cover-Versionen befinden sich ebenfalls auf dem Album. Zum einen gleich der Opener „No Opportunity Necessary, No Experience Needed” von Richie Havens, sowie der Titel „Everydays“ von Steven Stills. Das erste erwähnte Lied klingt dabei so, als ob er ein ureigener Yes-Song wäre. Rhythmus- und Tempo-Wechsel gibt es hier zu hören und ein überaus kraftvolles Orgelspiel des Tony Kaye. Das Steven Stills Arrangement ist dagegen ein sehr ruhiger und fließender Titel, der leider ein wenig zu sehr mit Streicher-Passagen übergossen wurde, wodurch die Nummer an manchen Stellen etwas zu lieblich und auch mitunter verwässert klingt.

Die restlichen Titel sind, wie bereits erwähnt, alles Eigenkompositionen. Da gibt es das kraftvolle, treibende und eingängige „Then“, bei dem ebenfalls wieder nur der an manchen Stellen auftauchende Streicher-Hintergrund ein klein bisschen gewöhnungsbedürftig ist. „Sweet Dreams“ ist ein Lied, welches deutlich in die Richtung Pop driftet. Überaus interessant ist die Nummer dabei auch nicht. Das kann man dagegen von „The Prophet“ nun mit Sicherheit nicht behaupten, denn das Lied beginnt spannend mit einem fetten Orgelspiel des Tony Kaye und lebt von den vielen vorhandenen Wechseln zwischen laut und leise und verschiedenen Tempi. Einziger negativer Punkt ist auch hier wieder das Streicher-Arrangement, welches vor allem beim Gesang Jon Andersons einfach zu lieblich wirkt. Trotzdem ein tolles Lied. Auch bei „Clear Days“ gibt es wieder jede Menge Streicher zu hören. Hier passen diese allerdings perfekt, denn sie stellen neben dem Piano die einzige Instrumentierung dar und vervollständigen hier einen wunderschönen und sanften Titel, der sofort ins Ohr geht.

„Astral Traveller” ist erneut ein Lied, welches fest im Genre Progressive Rock verhaftet ist. Genial gelungen hier vor allem der zunächst Keyboard dominierte Instrumentalteil etwa in der Mitte des Liedes. Und auch schön: Keine Streicher! Bliebe noch die ursprünglich letzte Nummer der Platte und gleichzeitig der Titeltrack „Time And A Word“. Hierbei handelt es sich wieder um ein Pop-Lied, welches ein klein wenig Assoziationen zu der Musik David Bowies der damaligen Zeit aufkommen lässt.

Vier Zugaben gibt es auf der remasterten „Rhino-Version“ der Platte. „Dear Father“ ist ein Titel, der ursprünglich nur auf der deutschen Ausgabe der Vinyl-Platte zu hören war. Hier ersetzte er den Titel „Prophet“, welcher auf den Veröffentlichungen im englischsprachigen Raum zu hören war. „Dear Father“ ist ein Pop-Lied, bei dem den Streichern wieder jede Menge Spielraum eingeräumt wird. Die restlichen drei Nummern sind dann Variationen der bereits auf dem Album vorhandenen Songs, die sich nicht allzu großartig von diesen unterscheiden.

Fazit: „Time And A Word“ beinhaltet bereits all jenes, was ein Yes-Album zu etwas Besonderem werden lässt: Abwechslungsreiche und spannende Musik, mal eingängig, dann wieder ein bisschen schräg klingend. Nie wird es hier langweilig, viele tolle Ideen werden generiert, hier allerdings noch nicht unbedingt immer bis zum Ende ausgebaut. Der bereits erwähnte Umstand mit den Streichern stößt dabei allerdings nicht nur manchem Hörer etwas negativ auf. Gitarrist Peter Banks war davon so sehr genervt, dass er nach der Fertigstellung des Albums die Band verließ und von Steve Howe ersetzt wurde. Trotzdem, „Time And A Word“ ist eine richtig gute Scheibe, die sich als Yes- oder Progressive-Rock-Fan unbedingt zu kennen lohnt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Then, The Prophet, Clear Days



Samstag, 1. Februar 2014

R.E.M. – Automatic For The People




R.E.M. – Automatic For The People


Besetzung:

Bill Berry – drums, percussion, keyboards, bass guitar, backing vocals, melodica
Peter Buck – electric and acoustic guitars, mandolin, bass guitar
Mike Mills – bass guitar, piano, keyboards, backing vocals
Michael Stipe – vocals


Gastmusiker:

Scott Litt – harmonica, clavinet, strings and oboe on „Drive", „The Sidewinder Sleeps Tonight", „Everybody Hurts", and „Nightswimming":
John Paul Jones – orchestral arrangements
George Hanson – conductor
Denise Berginson-Smith, Lommie Ditzen, Patti Gouvas, Sandy Salzinger, Sou-Chun Su, Judy Taylor – violin
Knox Chandler, Kathleen Kee, Daniel Laufee, Elizabeth Murphy – cello
Reid Harris, Paul Murphy, Heidi Nitchie – viola
Deborah Workman – oboe


Label: Warner Bros. Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Alternative / Pop


Trackliste:

1. Drive (4:32)
2. Try Not To Breathe (3:50)
3. Sidewinder Sleeps Tonite (4:09)
4. Everybody Hurts (5:20)
5. New Orleans Instrumental No. 1 (2:16)
6. Sweetness Follows (4:22)
7. Monty Got A Raw Deal (3:18)
8. Ignoreland (4:28)
9. Star Me Kitten (3:16)
10. Man On The Moon (5:14)
11. Nightswimming (4:18)
12. Find The River (3:50)

Gesamtspieldauer: 48:53




„Automatic For The People“ nannten die vier Musiker von R.E.M. ihr achtes Studioalbum, welches 1992 veröffentlicht wurde. Angedacht war, nach dem erfolgreichen „Out Of Time“, eine rockigere Platte zu produzieren. Wenn dies das Ziel der Band war muss man festhalten, dass dies gründlich daneben gegangen ist. Auf „Automatic For The People“ überwiegen bei Weitem die ruhigeren und sanfteren Töne, Rock Musik gibt es nur ab und an zu hören, wie zum Beispiel beim kraftvollen „Ignoreland“. Ansonsten beherrschen Lieder im Mid-Tempo oder noch sehr viel langsamere Stücke das Album.

Die Platte startet gleich mit einem der besten Lieder, welches jemals von R.E.M. geschrieben wurde: „Drive“. Wunderschöne und warme Klänge umspielen hier das Ohr des Hörers. Dazu diese Instrumentierung mit der Akustik-Gitarre, Melodika und jeder Menge Streichern. Einfach genial eindringlich. Es sind ansonsten allerdings nicht die weiteren Hits, die dieses Album zu etwas Besonderem werden lassen. Es sind die etwas unbekannteren Songs, die hier ebenfalls herausstechen. Da gibt es das sphärisch-schwermütige „New Orleans Instrumental No. 1“. Wie der Name schon sagt ein Instrumentalstück, auf seine Art und Weise fast schon ein wenig monoton klingend und gerade daraus seine Stärke ziehend. Oder der nächste Titel „Sweetness Follows“. Wunderschön mit dem Cello untermalt entwickelt sich hier ein ganz sanftes Lied, melancholisch und doch leicht schwebend. Ebenfalls überaus gelungen ist der folgende Titel „Monty Got A Raw Deal“. Die Nummer startet sehr sanft und geht dann in ein etwas flotteres Tempo über. Dabei ist alles so überaus melodisch und eingängig, dass man in dieser Musik einfach versinken kann.

Es findet sich wahrlich kein Ausfall auf dieser Platte, die mit harmonischen Akkorden nur so angefüllt ist. Das Album ist vollgestopft mit Streicher-Sätzen, die jedoch trotz des relativ häufigen Einsatzes in keinster Weise negativ auffallen und die einzelnen Titel dadurch noch ein wenig lieblicher werden lassen, allerdings in einer positiven Art und Weise. Dazu gibt es sehr intelligente und geistreiche Texte zu hören, die sich mitzuverfolgen ebenfalls lohnen.

Fazit: „Automatic For The People“ ist ein wahrlich schönes Album geworden. Alles klingt hier, alles harmoniert. Sicherlich die falsche Platte für eingefleischte Rocker, jedoch genau für diejenigen unter den Musikhörern gedacht, die auf die leiseren Töne in der Musik stehen. Beeindruckend gemacht. Elf Punkte.

Anspieltipps: Drive, Sweetness Follows, Monty Got A Raw Deal



Freitag, 31. Januar 2014

Supertramp – Supertramp




Supertramp – Supertramp


Besetzung:

Rick Davies – organ, harmonica, piano, electric piano, vocals
Roger Hodgson – acoustic guitar, bass guitar, cello, flageolet, vocals
Robert Millar – drums, percussion, harmonica
Richard Palmer – acoustic guitar, balalaika, electric guitar, vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Surely (0:31)
2. It's A Long Road (5:33)
3. Aubade And I Am Not Like Other Birds Of Prey (5:17)
4. Words Unspoken (3:59)
5. Maybe I'm A Beggar (6:44)
6. Home Again (1:10)
7. Nothing To Show (4:53)
8. Shadow Song (4:23)
9. Try Again (12:02)
10. Surely (3:08)

Gesamtspieldauer: 47:50




1970 veröffentlichte die britische Band Supertramp ihr erstes Album unter dem gleichzeitigen Bandnamen. Diese Platte hat relativ wenig mit der Musik zu tun, die die Band später überaus erfolgreich werden ließ und wurde auch in einer anderen Besetzung eingespielt. Roger Hodgson und Rick Davies, die beiden Songschreiber von Supertramp, waren hier zwar bereits „an Bord“, allerdings stießen die restlichen Musiker der erfolgreichsten Phase der Band erst später dazu. Hier, auf dem Debut, vervollständigten Robert Millar und Richard Palmer die Band, die damals somit noch ein Quartett war.

Und diese erste Veröffentlichung ist überaus gelungen, auch wenn sie, wie bereits erwähnt, nur schwerlich mit den späteren Alben der Band zu vergleichen ist. Auf „Supertramp“ hört man klasse eingängige Musik, auf der dieses, den Stil prägende Keyboard noch nicht im Mittelpunkt stand. Hier wird noch experimentiert, es wird deutlich mehr gerockt und manches Mal klingen die Lieder auch ein klein wenig nach Folk. Man hört ausgiebige Instrumentalpassagen, die dann sogar sehr dem Progressive Rock zuzuordnen sind.

Dieses Gespür für die eingängige Melodie belegt Roger Hodgson bereits auf diesem Album. Alles klingt, ist spannend und ist auch von den Texten her sehr überzeugend und vereinnehmend. Alles klingt ein klein wenig sentimental und melancholisch und auch die Instrumentierung mit Flöten, Mundharmonika, Balalaika, Cello, etc. tragen zu dieser Atmosphäre und gleichzeitig zu dieser Wärme der Musik bei. Zu erwähnen ist hier natürlich auch, dass die Musiker die verschiedenen Instrumente alle selbst eingespielt haben, was heute auch nicht mehr selbstverständlich ist.

Fazit: Dieses erste Album überzeugt, unabhängig davon, ob man was mit der späteren Musik von Supertramp anzufangen weiß. Alles auf dieser Debüt-Platte ist spannend und interessant. Zudem überrascht auch die Laufzeit dieses Albums, die mit knapp 48 Minuten damals sehr ungewöhnlich war. Wer der Supertramp-Musik gepaart mit Rock und Progressive Rock mal eine Chance geben will, die oder der sollte hier unbedingt reinhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: Words Unspoken, Maybe I'm A Beggar, Try Again



Donnerstag, 30. Januar 2014

The Beatles – Please Please Me



The Beatles – Please Please Me


Besetzung:

John Lennon – lead vocals, background vocals, rhythm guitar, acoustic guitar, harmonica, hand claps
Paul McCartney – lead vocals, background vocals, bass guitar, hand claps
George Harrison – background vocals, lead vocals on "Chains" and "Do You Want To Know A Secret", lead guitar, acoustic guitar, hand claps
Ringo Starr – drums, tambourine, maracas, hand claps, lead vocals on "Boys"


Gastmusiker:

George Martin – additional arrangements, piano on "Misery", celesta on "Baby It's You"
Andy White – drums on "Love Me Do", percussion on "P.S. I Love You"


Label: Apple (Universal Music Group)


Erscheinungsdatum: 1963


Stil: Pop, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. I Saw Her Standing There (2:55)
2. Misery (1:50)
3. Anna (Go To Him) (2:55)
4. Chains (2:25)
5. Boys (2:25)
6. Ask Me Why (2:25)
7. Please Please Me (2:05)
8. Love Me Do (2:23)
9. P.S. I Love You (2:04)
10. Baby It's You (2:40)
11. Do You Want To Know A Secret (1:59)
12. A Taste Of Honey (2:03)
13. There's A Place (1:51)
14. Twist And Shout (2:37)

Gesamtspieldauer: 32:45



Etwas über die wohl größte und erfolgreichste Band der Welt zu schreiben ist gar nicht so einfach. Vor allen Dingen dann nicht, wenn es sich um ihre frühen Alben handelt. „Please Please Me“ heißt die erste Album-Veröffentlichung der Beatles, die 1963 entstand. Diese Platte sollte die erste von dreizehn Alben sein, die in der Zeit des Bestehens der Band in den Jahren 1963 bis 1970 entstand. Nachdem bereits die Singles „Love Me Do“ und „Please Please Me“ erschienen waren, wobei letzter Titel die Nummer Eins der britischen Charts erklommen hatte, hatte es George Martin eilig, ein vollständiges Album hinterher zu schieben. Diese Platte bestand aus insgesamt vierzehn Titeln – acht Lieder davon sind Eigenkompositionen, sechs Titel sind Cover anderer Künstler.

Nun, die Platte wurde in knapp dreizehn Stunden in den Abbey Road Studios eingespielt, wobei „Twist And Shout“, das wohl bekannteste Cover-Lied der Beatles, erst ganz zum Schluss aufgenommen wurde, da allen Beteiligten klar war, dass John Lennon nach diesem Track nicht mehr würde singen können. Dieses und auch die restlichen Stücke sind dabei – logischerweise – ganz in der Zeit verhaftet, in der sie auch entstanden sind, nämlich in den frühen 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Damals erregte die Platte auch viel Aufsehen, denn das, was die Beatles hier ihrem Publikum darbrachten, gab es so bisher noch nicht. Kraftvoll und mitreißend und irgendwie anders und neu klangen die einzelnen Lieder damals, bei denen die vier Liverpooler auch den Cover-Versionen ihren Stempel aufdrückten. Und man kann auch nicht abstreiten, dass auf „Please Please Me“ bereits ein klein wenig die Genialität des Duos John Lennon und Paul McCartney, welches hier noch in umgekehrter Reihenfolge McCartney/Lennon aufgeführt ist, hervorblitzt.

Jene Songs, die allerdings auf späteren Platten der Fab Four zu finden sind, die auch heutzutage noch genauso überzeugend klingen wie vor fast fünfzig Jahren, die gibt es auf dem Debut noch nicht zu hören – auch wenn dies ein Rock’n’Roll-Fan sehr wohl anders sehen könnte. Die einzelnen Titel klingen zwar nett und waren zur damaligen Zeit sicherlich auch eine Revolution im Musikbusiness, vieles auf der Platte klingt heutzutage jedoch überholt. Allerdings gibt es die Zutaten bereits, die die Beatles nur kurze Zeit später zu dem werden ließen, was sie dann auch waren: eine geniale Band. Da ist zum Beispiel dieser perfekt abgestimmte Gesang und die schönen Melodien, auch wenn sie oft nur einen Teil des jeweiligen Liedes ausmachen sowie die Spielfreude, die die vier Musiker aus Liverpool hier vermitteln. Überraschend aus heutiger Sicht ist dabei auch, dass keiner der Songs die Dreiminutengrenze überschreitet, aber so war das eben, damals zu Beginn der Pop-Musik.

Fazit: Nun, die Musik der Beatles auf „Please Please Me“ klingt wahrlich immer wieder mal mitreißend und interessant, auch wenn die schmalzigen Texte oftmals sehr gewöhnungsbedürftig sind. Andererseits hören sich die Lieder heutzutage auch ein wenig zu harmlos und irgendwie ein klein wenig überholt. Es sollten noch sehr viel interessantere Alben der Beatles folgen, diese Platte war hier nur der Grundstein, der erst mal gelegt werden musste. Bezüglich seiner Wichtigkeit für die moderne Pop- und Rockmusik hätte das Album sicherlich vierzehn Punkte verdient. Bezüglich der Musik aus der Sicht eines Musikhörers im zweiten Jahrzehnt des einundzwanzigsten Jahrhunderts allerdings nur sieben Punkte.

Anspieltipps: Love Me Do, Do You Want To Know A Secret, A Taste Of Honey



Mittwoch, 29. Januar 2014

Donots – Wake The Dogs




Donots – Wake The Dogs


Besetzung:

Ingo Knollmann – Gesang
Guido Knollmann – Gitarre, Gesang
Jan-Dirk Poggemann – Bass
Eike Herwig – Schlagzeug
Alexander Siedenbiedel – Gitarre


Label: Universal Music Group


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Indie Rock


Trackliste:

1. Wake The Dogs (3:14)
2. Into The Grey (2:43)
3. Come Away With Me (3:37)
4. You're So Yesterday (3:10)
5. Don't Ever Look Down (2:23)
6. Born A Wolf (2:27)
7. Control (2:57)
8. Solid Gold (2:35)
9. You Got It (3:21)
10. I Don't Wanna Wake Up (2:48)
11. Chasing The Sky (3:34)
12. All You Ever Wanted (3:24)
13. Manifesto (3:12)
14. So Long (3:51)

Gesamtspieldauer: 43:16




Im Jahr 2012 veröffentlichte die deutsche Indie-Rock-Band „Donots“ bereits ihr neuntes Album mit dem Titel „Wake The Dogs“. Die Band aus Ibbenbüren im Tecklenburger Land in der Nähe von Münster, schafft es auf dieser Veröffentlichung einen sehr eingängigen Indie Rock zu präsentieren, der auch durchaus mit Gute-Laune-Musik schön zu umschreiben ist. Das soll aber nicht bedeuten, dass es sich hierbei um Kirmeszelt-Musik oder dergleichen handelt, obwohl man bei zahlreichen Titeln, zumindest während des Refrains, fast schon animiert wird mitzuschmettern. Dies wiederum liegt an der Eingängigkeit der Titel, die ziemlich schnell ins Ohr gehen und es auch verstehen sich dort festzusetzen.

Bei den „Donots“ kommt man während des Hörens der Platte nicht unbedingt darauf, dass es sich hierbei um eine deutsche Band handelt. Wenn die Formation sich aus Briten oder Amerikanern zusammensetzen würde, wäre wohl kein Hörer, der die fünf Musiker zum ersten Mal hört, überrascht. Alles wirkt, alles ist dabei auch in etwa im selben Stil gehalten. Rock-Musik beinhaltet das Album, welche treibend und groovend dargeboten wird. Hierbei zeigen die Donots deutlich ihr Gespür für die Melodie, die den Hörer zu treffen versteht. Viele der Songs animieren zum Mitwippen, ab und an geht es auch mal in die härtere Richtung und das Genre Punk wird dabei sogar ebenfalls teilweise angekratzt. Kein Wunder von daher, dass bei der Musik der Donots immer auch wieder Vergleiche zu Bands wie Green Day oder aber The Clash gezogen werden.

Wenn man denn etwas Negatives finden möchte auf diesem Album – was allerdings nicht unbedingt sein muss – dann vielleicht der Umstand, dass sich die einzelnen Titeln in ihrer Machart schon sehr ähneln und auch meist im selben Tempo gehalten sind. Das allerdings hat auch seinen Vorteil, denn man legt die Platte auf beziehungsweise die CD ein und los geht die Fahrt, die einen mit lockerer und leichter und rockiger Gute-Laune-Musik unterhält.

Fazit: Wahrlich nicht schlecht, was die Donots hier ihren Hörern bieten. Wenn also jemand auf gut gemachten Indie-Rock steht, der immer ins Ohr geht und es dabei auch noch schafft, einem ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, der kann hier getrost zugreifen. Ich assoziiere dabei eine Fahrt mit Freunden im Cabrio bei strahlendem Sonnenschein durch eine grüne und bergige Gegend, um mein Ziel, den Bergsee zu erreichen. Dabei hören wir laut die Donots. Das Leben kann schön sein. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Wake The Dogs, Into The Grey, Solid Gold, So Long



Dienstag, 28. Januar 2014

David Bowie – Aladdin Sane




David Bowie – Aladdin Sane


Besetzung:

David Bowie – guitar, harmonica, keyboards, saxophone, vocals


Gastmusiker:

Mick Ronson – guitar, piano, vocals
Trevor Bolder – bass guitar
Mick "Woody" Woodmansey – drums
Mike Garson – piano
Ken Fordham – saxophone
Brian "Bux" Wilshaw – saxophone, flute
Linda Lewis – backing vocals
Juanita "Honey" Franklin – backing vocals
G.A. MacCormack – backing vocal



Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock, Pop, GlamRock,


Trackliste:

1. Watch That Man (4:30)
2. Aladdin Sane (5:08)
3. Drive In Saturday (4:36)
4. Panic In Detroit (4:28)
5. Cracked Actor (3:02)
6. Time (5:15)
7. The Prettiest Star (3:31)
8. Let's Spend The Night Together (3:10)
9. The Jean Genie (4:07)
10. Lady Grinning Soul (3:53)

Gesamtspieldauer: 41:39




„Aladdin Sane“ nannte David Bowie sein sechstes Studioalbum, welches 1973 veröffentlicht wurde. Eingerahmt wird es von der Platte „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“ und dem Album „Pin Ups“, welches nur aus Coverversionen anderer Künstler bestand und ebenfalls 1973 veröffentlicht wurde. Einen Vorgeschmack auf dieses Cover-Album gibt auch bereits auf „Aladdin Sane“, auf dem David Bowie mit „Let's Spend The Night Together“ einen Titel der Rolling Stones interpretiert. Sehr rockig gespielt gehört dieser Titel jedoch nicht zu den Höhepunkten des Albums.

Einer dieser Höhepunkte findet sich jedoch im Titel-Song „Aladdin Sane“ selbst. Mit einem etwas schräg klingenden Klavier beginnend, wird hier ein Lied eröffnet, welches auf seine Art und Weise verzweifelt, dann wieder ekstatisch, jazzig und auch wieder futuristisch klingt. Hier bewegt sich David Bowie fast schon in den Bereichen des Progressive Rock. Ein toller Titel, der weder überaus eingängig, noch sehr melodiös ist und gerade daraus seine Faszination zieht. Ebenfalls absolut gelungen ist der Titel „Time“. Beginnt die Nummer gerade so, als ob sie im Saloon gespielt werden würde, entwickelt sich hieraus ein wunderbar melodisches, pianolastiges und spannendes Lied, welches auch eine süße Melancholie hervorzuzaubern versteht. Ebenfalls am Ende der Scheibe befindet sich eine tolle Nummer: „Lady Grinning Soul“. Perlende Pianoläufe untermalen hier den Gesang David Bowies. Das Ganze klingt so wunderschön sehnsüchtig, dass man fast schon genötigt wird dahinzuschmelzen.

Und der Rest der Platte? Ausfälle lassen sich nicht finden. Die übrigen Titel haben zwar nicht ganz die Qualität der drei bereits erwähnten Lieder, haben allerdings auch etwas. Mal rockiger, mal poppiger, mal mit tollem weiblichem Hintergrundgesang und auch mal wieder etwas verträumter. Wer hier wo seine Höhepunkte findet, das muss wohl jeder selbst für sich entscheiden und liegt am eigenen Musikgeschmack. Qualitativ enttäuscht hier zumindest keiner der restlichen Titel.

Fazit: Vielleicht nicht ganz so gelungen wie „Ziggy Stardust“ und auch nicht ganz so intensiv wie das ein Jahr später entstandene „Diamond Dogs“. Trotzdem ein richtig gutes Bowie-Album, der zu dieser Zeit, Anfang bis Mitte der 70er Jahre einfach klasse Alben veröffentlichte – zumindest dann, wenn es sich nicht um Cover-Versionen handelte. Elf Punkte.

Anspieltipps: Aladdin Sane, Time, Lady Grinning Soul



Montag, 27. Januar 2014

The Velvet Underground – White Light / White Heat




The Velvet Underground – White Light / White Heat


Besetzung:

John Cale – vocals, electric viola, organ, bass guitar, medical sound effects on "Lady Godiva's Operation"
Sterling Morrison – vocals, guitar, bass guitar, medical sound effects on "Lady Godiva's Operation"
Lou Reed – vocals, guitar, piano
Maureen Tucker – drums, percussion


Label: MGM Records


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Experimental Rock, Art Rock


Trackliste:

1. White Light / White Heat (2:47)
2. The Gift (8:16)
3. Lady Godiva's Operation (4:53)
4. Here She Comes Now (1:59)
5. I Heard Her Call My Name (4:37)
6. Sister Ray (17:27)

Gesamtspieldauer: 39:58




Jeder Musikkonsument, der mal wirklich hören will, was „Experimental Rock“ eigentlich für eine Musikrichtung ist, dem sei dieses Album von „The Velvet Underground“ empfohlen. Auf diesem zweiten Album der US-Amerikaner wurde von der Band anscheinend ausprobiert, wie weit man eigentlich gehen kann. Die Avantgarde lebt. Andy Warhol war hierbei nicht mehr beteiligt, genauso wenig wie Nico, die aufgrund von Differenzen mit den restlichen Bandmitgliedern aus der Band geworfen worden war.

Für die damalige Zeit war noch keine Band so weit gegangen, denn das Album ist nicht einfach so anhörbar. Man muss sich schon sehr auf das „Außergewöhnliche“ einstellen. Lediglich sechs Titel umfasst die Platte, von denen drei in etwa in die Zeit Ende der 60er Jahre passen. Da ist zum einen der Opener und gleichzeitig der Titeltrack „White Light / White Heat“. Eine Pop-Rock-Nummer, nicht allzu melodiös, ein wenig monoton, jedoch immer noch einigermaßen radiotauglich. Dann gibt es da das Lied „Lady Godiva's Operation“ aus der Feder Lou Reeds. Ein Titel, der so auch sehr gut seinen Platz auf dem ersten Album von The Velvet Underground gefunden hätte. Ebenfalls wieder ein wenig monoton, jedoch durchaus eingängig und in seiner Art und Weise sogar irgendwie melodiös. Etwas abgefahrener wird es erst gegen Ende des Titels, wenn sich verzerrte Stimmen und Sounds einschleichen. Auch das sehr kurze „Here She Comes Now“ geht als Pop-Song durch – wahrscheinlich sogar am ehesten von allen sechs Titeln. Eine schöne und eingängige Nummer, die aber wohl nur eingefügt wurde, um den Hörer in Sicherheit zu wiegen vor all dem, was dann folgen wird.

Aber diesen nonkonformistische und unangepassten Sound gibt es bereits vorher, beim zweiten Titel „The Gift“ zu hören. Sprechgesang des John Cale, irgendwie stampfender Rhythmus, dröhnender Bass, verzerrte Gitarre und immer wieder Rückkopplungen. Und dann dieser Text, den ich hier mal hinterlegen möchte, um eine kleine Vorstellung von dem zu geben, was den Hörer erwartet:

“Waldo Jeffers had reached his limit. It was now Mid-August which meant he had been separated from Marsha for more than two months. Two months, and all he had to show was three dog-eared letters and two very expensive long-distance phone calls. True, when school had ended and she'd returned to Wisconsin, and he to Locust, Pennsylvania, she had sworn to maintain a certain fidelity. She would date occasionally, but merely as amusement. She would remain faithful.

But lately Waldo had begun to worry. He had trouble sleeping at night and when he did, he had horrible dreams. He lay awake at night, tossing and turning underneath his pleated quilt protector, tears welling in his eyes as he pictured Marsha, her sworn vows overcome by liquor and the smooth soothing of some neanderthal, finally submitting to the final caresses of sexual oblivion. It was more than the human mind could bear.

Visions of Marsha's faithlessness haunted him. Daytime fantasies of sexual abandon permeated his thoughts. And the thing was, they wouldn't understand how she really was. He, Waldo, alone understood this. He had intuitively grasped every nook and cranny of her psyche. He had made her smile. She needed him, and he wasn't there (Awww...).

The idea came to him on the Thursday before the Mummers' Parade was scheduled to appear. He'd just finished mowing and etching the Edelsons lawn for a dollar fifty and had checked the mailbox to see if there was at least a word from Marsha. There was nothing but a circular from the Amalgamated Aluminum Company of America inquiring into his awing needs. At least they cared enough to write.

It was a New York company. You could go anywhere in the mails. Then it struck him. He didn't have enough money to go to Wisconsin in the accepted fashion, true, but why not mail himself? It was absurdly simple. He would ship himself parcel post, special delivery. The next day Waldo went to the supermarket to purchase the necessary equipment. He bought masking tape, a staple gun and a medium sized cardboard box just right for a person of his build. He judged that with a minimum of jostling he could ride quite comfortably. A few airholes, some water, perhaps some midnight snacks, and it would probably be as good as going tourist.

By Friday afternoon, Waldo was set. He was thoroughly packed and the post office had agreed to pick him up at three o'clock. He'd marked the package "Fragile", and as he sat curled up inside, resting on the foam rubber cushioning he'd thoughtfully included, he tried to picture the look of awe and happiness on Marsha's face as she opened her door, saw the package, tipped the deliverer, and then opened it to see her Waldo finally there in person. She would kiss him, and then maybe they could see a movie. If he'd only thought of this before. Suddenly rough hands gripped his package and he felt himself borne up. He landed with a thud in a truck and was off.

Marsha Bronson had just finished setting her hair. It had been a very rough weekend. She had to remember not to drink like that. Bill had been nice about it though. After it was over he'd said he still respected her and, after all, it was certainly the way of nature, and even though, no he didn't love her, he did feel an affection for her. And after all, they were grown adults. Oh, what Bill could teach Waldo - but that seemed many years ago.

Sheila Klein, her very, very best friend, walked in through the porch screen door and into the kitchen. "Oh gawd, it's absolutely maudlin outside." "Ach, I know what you mean, I feel all icky!" Marsha tightened the belt on her cotton robe with the silk outer edge. Sheila ran her finger over some salt grains on the kitchen table, licked her finger and made a face. "I'm supposed to be taking these salt pills, but," she wrinkled her nose, "they make me feel like throwing up." Marsha started to pat herself under the chin, an exercise she'd seen on television. "God, don't even talk about that." She got up from the table and went to the sink where she picked up a bottle of pink and blue vitamins. "Want one? Supposed to be better than steak," and then attempted to touch her knees. "I don't think I'll ever touch a daiquiri again."

She gave up and sat down, this time nearer the small table that supported the telephone. "Maybe Bill'll call," she said to Sheila's glance. Sheila nibbled on a cuticle. "After last night, I thought maybe you'd be through with him." "I know what you mean. My God, he was like an octopus. Hands all over the place." She gestured, raising her arms upwards in defense. "The thing is, after a while, you get tired of fighting with him, you know, and after all I didn't really do anything Friday and Saturday so I kind of owed it to him. You know what I mean." She started to scratch. Sheila was giggling with her hand over her mouth. "I'll tell you, I felt the same way, and even after a while," here she bent forward in a whisper, "I wanted to!" Now she was laughing very loudly.

It was at this point that Mr. Jameson of the Clarence Darrow Post Office rang the doorbell of the large stucco colored frame house. When Marsha Bronson opened the door, he helped her carry the package in. He had his yellow and his green slips of paper signed and left with a fifteen cent tip that Marsha had gotten out of her mother's small beige pocketbook in the den. "What do you think it is?" Sheila asked. Marsha stood with her arms folded behind her back. She stared at the brown cardboard carton that sat in the middle of the living room. "I dunno."

Inside the package, Waldo quivered with excitement as he listened to the muffled voices. Sheila ran her fingernail over the masking tape that ran down the center of the carton. "Why don't you look at the return address and see who it's from?" Waldo felt his heart beating. He could feel the vibrating footsteps. It would be soon.

Marsha walked around the carton and read the ink-scratched label. "Ah, god, it's from Waldo!" "That schmuck!" said Sheila. Waldo trembled with expectation. "Well, you might as well open it," said Sheila. Both of them tried to lift the staple flap. "Ah sst," said Marsha, groaning, "he must have nailed it shut." They tugged on the flap again. "My God, you need a power drill to get this thing open!" They pulled again. "You can't get a grip." They both stood still, breathing heavily.

"Why don't you get a scissor," said Sheila. Marsha ran into the kitchen, but all she could find was a little sewing scissor. Then she remembered that her father kept a collection of tools in the basement. She ran downstairs, and when she came back up, she had a large sheet metal cutter in her hand. "This is the best I could find." She was very out of breath. "Here, you do it. I-I'm gonna die." She sank into a large fluffy couch and exhaled noisily. Sheila tried to make a slit between the masking tape and the end of the cardboard flap, but the blade was too big and there wasn't enough room. "God damn this thing!" she said feeling very exasperated. Then smiling, "I got an idea." "What?" said Marsha. "Just watch," said Sheila, touching her finger to her head.

Inside the package, Waldo was so transfixed with excitement that he could barely breathe. His skin felt prickly from the heat, and he could feel his heart beating in his throat. It would be soon. Sheila stood quite upright and walked around to the other side of the package. Then she sank down to her knees, grasped the cutter by both handles, took a deep breath, and plunged the long blade through the middle of the package, through the masking tape, through the cardboard, through the cushioning and (thud) right through the center of Waldo Jeffers head, which split slightly and caused little rhythmic arcs of red to pulsate gently in the morning sun.”

Angeblich liest hier John Cale eine Kurzgeschichte des Lou Reed vor. Was diese allerdings bedeutet, hat mir bisher auch noch kein englischer Muttersprachler erklären können. Dafür wäre ich allerdings sehr dankbar! Bei „I Heard Her Call My Name“ legt die Band nun noch sehr viel mehr Wert auf schräge und falsche Töne sowie auf Rückkopplungen, löst diese zwar immer wieder ein wenig auf, um gegen Mitte des Liedes endgültig in den Modus der Kakophonie zu verfallen.

Bliebe noch der letzte und mit über siebzehn Minuten Spieldauer auch längste Titel der Platte: „Sister Ray“. Die Nummer fängt auf ihre Art noch relativ harmlos an, wird dann allerdings auch immer verzerrter und übersteuerter. Hier wird experimentiert und zwar ohne jegliches Limit. Angeblich wurde das Lied gleich in einem einzigen „Versuch“ aufgenommen. Eine Melodie ist nur schwerlich auszumachen, trotzdem hat die Nummer etwas. Etwas Meditatives, was sicherlich nicht viele Musikhörer hören, geschweige denn begeistern wird. Alles ist schrill, laut, atonal und überhaupt nicht dazu gedacht zu begeistern. Trotzdem schafft der Track es gerade in seiner Monotonie etwas Besonderes zu sein. Dieser Longtrack ist nicht wie Pink Floyd in ihrer experimentellen Phase, schon gar nicht wie die längeren Titel von Yes oder Genesis zu deren frühen Zeiten. Er ist auch kein Free Jazz, er ist aber trotzdem bei aller Atonalität etwas Besonderes, was man allerdings wahrlich nicht immer hören kann.

Fazit: Manchmal wirkt es so auf „White Light / White Heat“, dass hier experimentiert wurde um des Experimentierens Willens. Das klappt nicht immer - Nein, wirklich nicht. Mitunter aber hinterlässt das Gehörte Eindruck. Besondere Musik ist das auf jeden Fall, auch wenn ich verstehen kann, dass manche Menschen diesen Tönen den Rang der Musik absprechen würden. „White Light / White Heat“ ist sehr viel gewöhnungsbedürftiger als die erste Platte von The Velvet Underground und auch nicht so gut. Aber trotzdem hat die Scheibe was. Neun Punkte.

Anspieltipps: Lady Godiva's Operation, Sister Ray



Sonntag, 26. Januar 2014

Eagles – Desperado




Eagles – Desperado


Besetzung:

Glenn Frey – guitars, keyboards, piano, harmonica, vocals
Don Henley – drums, percussion, acoustic guitar, vocals
Randy Meisner – bass guitar, acoustic guitar, vocals
Bernie Leadon – guitars, mandolin, banjo, vocals


Label: Warner Music Group


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Country Rock


Trackliste:

1. Doolin-Dalton (3:30)
2. Twenty-One (2:10)
3. Out Of Control (3:05)
4. Tequila Sunrise (2:54)
5. Desperado (3:37)
6. Certain Kind Of Fool (3:02)
7. Doolin-Dalton (Instrumental Version) (0:48)
8. Outlaw Man (3:35)
9. Saturday Night (3:21)
10. Bitter Creek (5:03)
11. Doolin-Dalton/Desperado (Reprise) (4:51)

Gesamtspieldauer: 35:55




Das zweite Album der Eagles erschien ein Jahr nach dem Debut, im Jahr 1973. „Desperado“ heißt die neue Scheibe der Band und waren auf der ersten Platte noch einige rockigere Stücke zu hören, so ist die Musik auf dieser zweiten Veröffentlichung noch ein wenig mehr in die Country und Western-Schiene abgedriftet, was einen bei diesem Album-Titel auch nicht weiter verwundern dürfte.

Okay, man sollte beim Kauf und beim Hören dieser Scheibe überaus Country-affin sein, denn sonst bekommt man unweigerlich massive Schwierigkeiten mit dem Album. Bei solch Titeln wie „Twenty-One“ oder „Saturday Night“ kann es durchaus mal passieren, dass das mitteleuropäische Ohr aussteigt, in den Südstaaten der USA war es aber ein Renner. Es ist allerdings nicht unbedingt das Genre Country-Music, welches hier Schwierigkeiten bereitet, es sind die Songs selbst, der einfach nicht zu zünden verstehen und überaus langweilig wirken. Auch heute gibt es klasse gemachte Musik, die in diese Richtung geht. Diese Country Songs hier auf „Desperado“ haben allerdings schon eine ganze Menge an Patina angesetzt und mögen vielleicht noch aus Nostalgie-Gründen gefallen, schwer wird es aber dann, wenn man jemanden „neu“ von dieser Musik überzeugen möchte. Aber es geht auch anders, wie zum Beispiel bei der kurzen Instrumentaleinlage „Doolin-Dalton“. Klasse gemacht, wahrlich mitreißend. Aber so etwas bleibt irgendwie die Ausnahme.

„Out Of Control“ ist ein Rock’n’Roll, wie man ihn schon so oft gehört hat – auch bereits zur damaligen Zeit. „Tequila Sunrise“ klingt dann wieder eher nach Country und ist so was von schmalzig - was die Musik betrifft und leider auch den Text. Nicht viel, aber zumindest ein bisschen besser wird es beim Titelsong „Desperado“. Eine getragene Ballade, sehr getragen, die mit Streichern überfrachtet ist, trotzdem allerdings noch ganz heimelig wirkt. Etwas rockiger wird es schließlich mit „Certain Kind Of Fool“ und auch gleich wieder angenehmer. Es folgt das bereits erwähnte „Doolin-Dalton“ und schließlich der Höhepunkt des Albums: „Outlaw Man“. Beide Titel gehen ineinander über und „Outlaw Man“ ist echt ein klasse Rock-Song, erinnert ein wenig an Neil Young und wertet die Platte deutlich auf. Es folgen wieder zwei Titel, die zwar nicht in die Kategorie „unhörbar“ fallen, allerdings doch diese gewisse Belanglosigkeit ausstrahlen, welche einen nicht dazu bewegen kann, die Platte öfters aufzulegen.

Fazit: Mit „Desperado“ habe ich massive Schwierigkeiten. Bis auf die beiden unten angegebenen Anspieltipps gibt es auf der Platte viel Zeitverschwendung. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden – sehr verschieden sogar. Die richtig eingehenden Titel fehlen größtenteils, die Musik mag Anfang der 70er Jahre vielleicht noch innovativ gewesen sein, heute klingt allzu vieles davon jedoch leider sehr überholt. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Doolin-Dalton (Instrumental Version), Outlaw Man



Samstag, 25. Januar 2014

Led Zeppelin – II




Led Zeppelin – II


Besetzung:

John Bonham – drums, timpani, backing vocals
John Paul Jones – bass guitar, organ on "Thank You", backing vocals
Jimmy Page – electric and acoustic guitar, backing vocals, theremin on "Whole Lotta Love"
Robert Plant – lead vocals, harmonica on "Bring It On Home"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Hard Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Whole Lotta Love (5:34)
2. What Is And What Should Never Be (4:46)
3. The Lemon Song (6:20)
4. Thank You (4:50)
5. Heartbreaker (4:14)
6. Living Loving Maid (She's Just A Woman) (2:39)
7. Ramble On (4:24)
8. Moby Dick (4:21)
9. Bring It On Home (4:21)

Gesamtspieldauer: 41:29




Noch im selben Jahr wie das Debut, veröffentlichten Led Zeppelin auch ihr zweites Album, kurz mit „II“ betitelt. Im Oktober 1969 erschien diese Platte, die sowohl in England, wie in den USA, als auch in Deutschland die Nummer 1 der Charts stürmte. Led Zeppelin klangen nun deutlich rockiger, als noch auf ihrem Debut ein dreiviertel Jahr zuvor.

Die Platte beginnt mit einem Klassiker, der auch nie auf einem der Konzerte der Band fehlen durfte: „Whole Lotta Love“. Eine mitreißende Hard Rock Nummer, die auch dadurch zu punkten versteht, dass sie eben nicht in einem durchläuft, sondern diesen grandiosen Mittelteil aufweist, bei denen die Becken des John Bonham den Takt vorgeben und man eine sphärisch bis verstörende Soundkollage hört, in der Robert Plant immer wieder seine Einsätze findet und schließlich alles wieder im härteren Rock mündet.

Auch gibt es auf „II“ zwei wirklich geniale Stücke, die hauptsächlich akustischer Natur sind zu genießen. Da ist zum einen das tolle „Thank You“, ein Titel, der sich sofort im Ohr festsetzt, sehr melodisch und ein wenig getragen daherkommt und an dem man sich absolut nicht überhören kann. Auch bei „Ramble On“ steht die Akustik-Gitarre im Vordergrund. Die Grundstimmung ist hier allerdings deutlich flotter und treibender. Und dann nimmt der Titel auch immer wieder Fahrt auf und rockt im Refrain richtig gut los.

Der Rest der Platte sind Songs, die sich häufig aus einem bluesigen Teil und dann wieder aus straightem Rock zusammensetzen. Das überzeugt mal mehr, manches Mal allerdings auch ein klein wenig weniger. Erwähnenswert dabei auf jeden Fall noch „Moby Dick“, bei dem sich John Bonham an den Drums so richtig austoben darf. Sicherlich etwas Besonderes, denn wo hört man schon mal auf einer Studio-Platte ein Drum-Solo?

Fazit: Viele Musikhörer und Fans finden die zweite Platte Led Zeppelins gelungener als die erste. Bei mir ist das andersrum. Klar, „Whole Lotta Love“ ist ein Mördersong und auch sonst gibt es jede Menge tolle Musik zu entdecken. Dann allerdings auch immer wieder Passagen, die deutlich weniger zu fesseln verstehen – mich zumindest. Neun Punkte.

Anspieltipps: Whole Lotta Love, Thank You, Ramble On