Donnerstag, 13. Oktober 2016

Suzanne Vega – 99.9 F°




Suzanne Vega – 99.9 F°


Besetzung:

Suzanne Vega – vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Jerry Marotta – drums, percussion
Bruce Thomas – bass
David Hidalgo – electric guitar
Mitchell Froom – keyboards, string arrangement
Tchad Blake – electric guitar
Richard Pleasance – electric guitar on 1 3 10
Michael Visceglia – fretless bass on 5
Marc Shulman – bouzouki on 5
Jerry Scheff – acoustic bass on 6 12
Greg Smith – baritone sax on 8 11
Richard Thompson – guitar solo on 11
Sid Page – 1st violin on 12
Joel Derouin – 2nd violin on 12
Maria Newman – viola on 12
Larry Corbett – cello on 12
Suzie Katayana – copyist on 12


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Folk


Trackliste:

1. Rock In This Pocket (Song of David) (3:20)
2. Blood Makes Noise (2:28)
3. In Liverpool (4:40)
4. 99.9F° (3:16)
5. Blood Sings (3:17)
6. Fat Man And Dancing Girl (2:19)
7. (If You Were) In My Movie (3:05)
8. As A Child (2:55)
9. Bad Wisdom (3:23)
10. When Heroes Go Down (1:54)
11. As Girls Go (3:27)
12. Song Of Sand (3:28)
13. Private Goes Public (1:56)

Gesamtspieldauer: 39:45




„99.9 F°“ nannte die US-amerkanische Folk-Sängerin aus Santa Monica, Kalifornien, ihr viertes Studio-Album. Im September 1992 erschien dieses bei A&M Records und mit ihr vollzog Suzanne Vega einen teilweisen musikalischen Stilwechsel, manchmal fast schon einen Stilbruch, wenn man diese Platte mit ihren ersten drei Veröffentlichungen vergleicht. Waren dort noch fast ausschließlich ruhige und sanfte Lieder zu hören, die Suzanne Vega oftmals zusammen mit einer akustischen Gitarre eingespielt hatte, so klingt es auf „99.9 F°“ sehr viel rhythmischer und immer wieder halten elektronische Töne Einzug in die Musik der Suzanne Vega.

Dies lag sicherlich nicht zu einem unerheblichen Teil am Produzenten des Albums, Mitchell Froom, den sie im Jahr 1995 sogar heiratete, um sich bereits 1998 wieder von ihm scheiden zu lassen. Dieser ließ Suzanne Vega mit Loops und elektronischen Tönen und Sounds experimentieren und heraus kam ein zwar abwechslungsreiches Album, was allerdings von den Fans und Kritikern nicht mehr uneingeschränkt positiv aufgenommen wurde. Viele Musikhörerinnen und Musikhörer wollen am liebsten Altbewährtes hören, das kann man so zumindest immer wieder nachlesen, wenn eine Platte eines Künstlers oder einer Band etwas Neues aufweist und die Fans frustriert ihre Kommentare hinterlassen. Und leider ist es im Falle der Susanne Vega und ihrem Album „99.9 F°“ wirklich so, am Überzeugendsten klingt die Musik von Suzanne Vega auf diesem, wenn sie sich zart und zerbrechlich anhört, melodiös das Ohr umschmeichelt und man das Genre am ehesten mit sanftem Folk umschreiben kann.

Und diese Lieder gibt es natürlich auf „99.9 F°“. „Blood Sings“, „Song Of Sand“ und „Private Goes Public“ wären solche Nummern. Ebenfalls sehr gelungen und in diese Kategorie passend ist das wunderschöne Stück „Bad Wisdom“. Auch das wohl interessanteste Lied der Platte, „In Liverpool“, kann man noch mit zu diesen warmen und sanften Liedern zählen, auch wenn hier nicht mehr unbedingt die Gitarre, sondern eher das Piano das leitende Musikinstrument darstellt. Die Atmosphäre, die hier vermittelt wird, ist eine irgendwie geheimnisvolle und mystische, was den Titel zu einem besonderen Lied werden lässt. Aber es gibt hier eben auch die andere Seite der Suzanne Vega, die nicht immer, durchaus auch überzeugen kann. Hier zu erwähnen wäre da vor allem das Titellied „99.9 F°“, eine Nummer die groovt und ziemlich einmalig für die bisherige Suzanne Vega steht. Nun, dazu gesellen sich jetzt allerdings ebenfalls einige Titel, die eben nicht mehr ganz so leicht zugängig sind, für die man schon einige Durchläufe benötigt, die dann trotzdem niemals so zu überzeugen wissen, wie die schon genannten Höhepunkte.

Fazit: Immer wieder dasselbe zu machen bedeutet Stillstand. Vielleicht hat sich Suzanne Vega das gedacht, als sie ihr viertes Album, „99.9 F°“, einspielte. Sie hat mit dieser Platte zumindest eine sehr abwechslungsreiche Scheibe vorgelegt, die mehrere Stilarten der Musik in sich vereint. Darauf zu hören ist durchaus noch die „folkige“ Suzanne Vega, jedoch auch die experimentierfreudige Suzanne Vega, die weder vor Rock noch vor elektronischen Klängen zurückschreckt. Nicht alles kann dabei restlos überzeigen, doch die wunderschönen Titel finden sich auch auf „99.9 F°“. Neun. Punkte.

Anspieltipps: In Liverpool, 99.9F°, Bad Wisdom, Song Of Sand



Mittwoch, 12. Oktober 2016

Pearl Jam – Vs.




Pearl Jam – Vs.


Besetzung:

Dave Abbruzzese – drums
Jeff Ament – bass guitar
Stone Gossard – rhythm guitar
Mike McCready – lead guitar
Eddie Vedder – vocals, rhythm guitar


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative Rock, Hard Rock, Grunge


Trackliste:

1. Go (3:13)
2. Animal (2:49)
3. Daughter (3:55)
4. Glorified G (3:26)
5. Dissident (3:35)
6. W.M.A. (5:59)
7. Blood (2:50)
8. Rearviewmirror (4:44)
9. Rats (4:15)
10. Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town (3:16)
11. Leash (3:09)
12. Indifference (5:02)

Gesamtspieldauer: 46:17




„Vs.“ heißt das zweite Studio-Album der US-amerikanischen Rock- und Grunge-Band Pearl Jam. Veröffentlicht wurde es im Oktober 1993 auf dem Musiklabel Epic Records. Nach einer langen Tour, mit der das 1991er Debut-Album „Ten“ unterstützt werden sollte, gingen die Musiker Anfang 1993 erneut ins Studio, um das Nachfolgealbum einzuspielen und möglichst an dessen Erfolg anzuknüpfen. Herausgekommen ist mit „Vs.“ eine Platte, die deutlich rauer und aggressiver klingt, als noch das Debut-Album.

Es „kracht“ sehr viel mehr auf „Vs.“. Das ist dann auch gar nicht mehr immer Grunge oder Alternative Rock, oftmals driftet die Musik der Band aus Seattle dabei in das Genre des Hard Roch ab. Das kann lässt sich auch alles immer gut anhören, wenn man auf die härteren Töne steht, absolut berauschend oder mitreißend klingt „Vs.“ allerdings trotzdem nur an ausgewählten Stellen. Die hier versammelten Nummern wollen einfach nicht mehr so überzeugen, wie so mancher Titel auf „Ten“. Die Musik geht nicht mehr in dem Maße ins Ohr – benötigt dazu zumindest mehrere Durchläufe. Trotzdem ist „Vs.“ wahrlich keine schlechte Platte geworden, man darf die Lieder darauf nur eben nicht mit dem Erstlingswerk von Pearl Jam vergleichen. Die Musik von Pearl Jam hat sich verändert, ein „Ten 2.0“ wäre wohl auch langweilig geworden.

Die großen, herausragenden Titel fehlen vielleicht auf „Vs.“, trotzdem gibt es hier einiges zu erhören, was sich wahrlich lohnt gehört zu werden. Da ist zum Beispiel die kompromisslose Nummer „Animal“, bei der gerockt wird, wie man es bis dahin von Pearl Jam noch nicht kannte. Dann das schöne und sehr viel sanftere „Daughter“, ein Lied welches gleich beim ersten Mal ins Ohr geht. Sehr viel rockiger wird es schließlich wieder mit „Rearviewmirror“. Das Lied hat den Groove, geht in die Beine und stellt für mich den Höhepunkt der Scheibe dar. Nun, um noch etwas mehr Kontrast darzustellen, sei an dieser Stelle auch noch das Lied „Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town“ erwähnt, welches ein wenig in der Folk-Ecke „wildert“. Mangelnde Abwechslung kann Pearl Jam also niemand auf dieser Scheibe absprechen.

Fazit: Zumeist ist die Musik von Pearl Jam auf „Vs.“ etwas härter geraten, als noch auf dem Debut-Album „Ten“, welches zwei Jahre zuvor veröffentlicht worden war. Grunge ist das hier schon deutlich weniger, sehr viel mehr ist die Musik nun im Alternative Rock angekommen und bedient auch das Genre des Hard Rock mit. Aber auch die sanfteren Stellen gibt es auf dieser Platte, die dadurch zu einer sehr abwechslungsreichen Scheibe wird. Kein überragendes Album, allerdings wahrlich auch keine schlechte Platte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Daughter, Rearviewmirror



Dienstag, 11. Oktober 2016

Morrissey – Southpaw Grammar




Morrissey – Southpaw Grammar


Besetzung:

Morrissey – vocals


Gastmusiker:

Alain Whyte – guitar, backing vocals
Boz Boorer – guitar
Jonny Bridgwood – bass guitar
Spencer James Cobrin – drums


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. The Teachers Are Afraid Of The Pupils (11:20)
2. Reader Meet Author (3:43)
3. The Boy Racer (4:46)
4. The Operation (6:53)
5. Dagenham Dave (3:16)
6. Do Your Best And Don't Worry (4:07)
7. Best Friend On The Payroll (3:43)
8. Southpaw (10:01)

Gesamtspieldauer: 47:52




„Southpaw Grammar“ heißt das fünfte Solo-Album des gebürtigen Engländers Steven Patrick Morrissey, der sich selbst nur kurz Morrissey nennt. Die Platte wurde im August des Jahres 1995 auf dem Musiklabel RCA Records veröffentlicht und war sowohl bei Fans wie bei den Kritikern äußerst umstritten. Von Begeisterung bis hin zum Verriss gab es hier alles zu hören und zu lesen. Mit „Southpaw Grammar“ entfernte sich Morrissey noch ein wenig weiter vom eingängigen Pop seiner vorherigen Band The Smiths, und er klingt hier sehr viel experimentierfreudiger, als auf seinen weiteren Platten – davor wie danach. Er selbst ordnete dieses Album in einem Interview mal in das Genre des Progressive Rock ein. Nun, ein wenig weit ist das schon ausgeholt, jedoch ganz so unrecht hat Morrissey mit dieser Aussage auch wieder nicht – denn er meint damit sicher nicht die beiden Laufzeiten der Lieder am Anfang und am Ende der Scheibe, die die Zehnminutengrenze zum Teil deutlich überschreiten. An der einen oder anderen Stelle nähert er sich hier doch leicht dem Progressive Rock an, was seine Musik noch abwechslungsreicher werden lässt. Und mit „Southpaw Grammar“ geht Morrissey ganz gewiss neue Wege.

Die Platte beginnt mit dem wahrlich eindringlichen Stück „The Teachers Are Afraid Of The Pupils“. Brachial monoton und gleichzeitig hymnisch und unwahrscheinlich melodiös klingt dieses Stück Musik, dem ein Sample einer Symphonie von Dmitri Shostakovich zugrunde liegt. In über elf Minuten kann man in diese Nummer eintauchen, die ihren Rock-Charakter immer wieder zwischendurch unverfälscht offenbart. Wahrlich gelungen und begeisternd. Und wenn wir schon beim Opener sind, dann darf das letzte Stück hier auch gleich erwähnt werden. „Southpaw“, knapp über zehn Minuten lang, klingt zu Beginn sehr experimentell, startet mit einer Klangkollage, entwickelt sich schließlich zu einem eingängigen Rock-Titel, der sich im weiteren Verlauf immer weiter zu verlieren scheint, abdriftet in lange, gar nicht mehr so melodiöse Passagen und doch diese gewisse Eingängigkeit aufweist. Hier klingt die Musik des Morrissey nun wahrlich progressiv. Es scheinen sich dabei immer wieder neue Türen zu öffnen, obwohl das Grundmuster beibehalten wird. Mitreißend.

Doch auch die sechs Titel, die sich zwischen diesen beiden „Long Tracks“ befinden, können sich sehen beziehungsweise hören lassen. Diese ähneln zum größten Teil mehr der Musik, für die Morrissey davor bereits stand. Zu hören gibt es nun wieder eingängigen Pop bis Rock, angefüllt mit tollen Melodien, die jetzt allerdings nicht gleich beim ersten Mal des Hörens zu zünden verstehen, jedoch mit jedem weiteren Durchlauf vertrauter und eingängiger werden. Etwas aus der Reihe fällt hier noch die Nummer „Operation“, die – für ein Studioalbum schon sehr erstaunlich – mit einem fast zweieinhalbminütigem Schlagzeug-Solo beginnt. Im weiteren Verlauf wird das Lied ebenfalls wieder sehr eingängig, bis die Nummer in den letzten zwei Minuten zu eskalieren scheint und deutlich in die Richtung Hard Rock abdriftet. Spannend klingt das durchaus auch. Da die Scheibe zudem mit den kürzeren Titeln zu überzeugen weiß und hier auch kein Lied nach unten wegbricht, lohnt sich „Southpaw Grammar“ sehr.

Fazit: „Southpaw Grammar“ ist kein typisches Morrissey-Album geworden. Hier probiert sich Morrissey mal aus, geht neue Wege, klingt rockiger und sehr viel experimentierfreudiger. Vor allen Dingen die beiden langen Titel auf der Scheibe wissen zu überzeugen, wobei auch der Rest der Platte durchaus hörenswert ist – eine Mischung aus Pop und Rock gibt es da dann zu hören. Somit ist die Musik von Morrissey an manchen Stellen dieser Platte alles andere als alltäglich. Genau das macht „Southpaw Grammar“ zu einem interessanten, spannenden und unterhaltsamen Vergnügen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Teachers Are Afraid Of The Pupils, Southpaw



Montag, 10. Oktober 2016

Neil Young – Sleeps With Angels




Neil Young – Sleeps With Angels


Besetzung:

Neil Young – guitar, tack piano, accordion, flute, harmonica, vocals


Gastmusiker:

Frank "Poncho" Sampedro – guitar, grand piano, electric piano, keyboards, bass marimba, vocals
Billy Talbot – bass, vibes, bass marimba, vocals
Ralph Molina – drums, vocals


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Rock


Trackliste:

1. My Heart (2:47)
2. Prime Of Life (4:05)
3. Driveby (4:45)
4. Sleeps With Angels (2:46)
5. Western Hero (4:00)
6. Change Your Mind (14:39)
7. Blue Eden (6:24)
8. Safeway Cart (6:31)
9. Train Of Love (3:59)
10. Trans Am (4:07)
11. Piece Of Crap (3:15)
12. A Dream That Can Last (5:27)

Gesamtspieldauer: 1:02:51




„Sleeps With Angels” heißt das bereits einundzwanzigste Studio-Album des kanadischen Musikers Neil Young. Veröffentlicht wurde die Platte im August des Jahres 1994 auf dem Musiklabel Warner Brothers Records. Gleichzeitig ist die Scheibe die siebte, die er mit seiner Begleitband Crazy Horse einspielte.

Der Großteil des Albums entstand bereits vor dem Tod des Kurt Cobain, trotzdem ist ihm der Titeltrack gewidmet, den Neil Young erst nach dessen Selbstmord am 5. April 1994 schrieb. Kurt Cobain zitierte Neil Young in seinem Abschiedsbrief mit der Textzeile „It's better to burn out than to fade away", worauf er wohl irgendwie reagieren wollte und musste. Die Stimmung auf „Sleeps With Angels” ist allgemein eine sehr dunkle. Die Musik ist nicht zu rockig, sehr viel eher balladesk und bluesig und zumeist sehr bewegend. Zudem weist das Album zwei Besonderheiten auf. Zum einen ist es die einzige Scheibe, auf der Neil Young Flöte spielt und zum anderen gibt es hier zwei Titel, die etwas Besonderes verbindet. Bei den Nummern „Western Hero“ und „Train Of Love“ hört man dieselbe Musik, nur der Text differiert.

Die Stimmung auf „Sleeps With Angels” ist, wie bereits erwähnt, dunkel bis düster. Die Lieder sind sanft bis bluesig und zumeist absolut überzeugend. Vier wahrlich tolle Höhepunkte im Schaffen des Neil Young hört man auf „Sleeps With Angels”. Zum einen bekommt man hier mit „Change Your Mind“ den längsten Studio-Titel im Schaffen des Neil Young geboten, zum anderen stellt dieses Lied eine sehr Gitarren-lastige, fast schon hypnotisch wirkende Nummer dar, in die es sich einzutauchen lohnt. Fast klingt es im langen Instrumentalteil so, als ob hier Neil Young seinen Improvisationskünsten freien Lauf lassen möchte. Das ganze Lied klingt dabei unfassbar intensiv. Der nächste Titel, „Blue Eden“ wirkt genauso schwer und dunkel und hört sich zusätzlich noch verstörend an. Sehr intensive Musik ist das, die mit dem Titel „Safeway Cart“ auch noch die eingängige Variante dieser Düsternis zu bieten hat. Wahrlich gelungen. Das gilt für das Lied „Trans Am“ ebenso, welches sich wie ein Ohrwurm festzusetzen versteht. Und auch die anderen Titel auf „Sleeps With Angels” lohnen sich gehört zu werden, egal ob es nur der Titeltrack ist oder eine der sieben weiteren Nummern. „Sleeps With Angels” hat so viel für die oder den Rockliebhaber zu bieten, dass sich das ganz genaue Hinhören absolut lohnt.

Fazit: Eine sehr überzeugende Platte ist „Sleeps With Angels” von Neil Young geworden. Die Musik darauf ist absolut Gitarren-dominiert. Die Atmosphäre eine sehr dunkle und düstere. Dies wiederum liegt nicht nur am Selbstmord des Kurt Cobain, der hier im Titeltrack mit verarbeitet wird, da die meisten Lieder schon vor dessen Tod geschrieben worden waren. In jedem Lied hört man eine gewisse Schwere heraus, die „Sleeps With Angels” so faszinierend intensiv werden lässt. Ein tolles Album. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Change Your Mind, Blue Eden, Safeway Cart, Trans Am



Sonntag, 9. Oktober 2016

World Party – Goodbye Jumbo




World Party – Goodbye Jumbo


Besetzung:

Karl Wallinger – vocals, guitar
Guy Chambers – drums, harmonium, synthesizer, piano, sampling
Martyn Swain – bass guitar
Jeff Trott – acoustic guitar, electric guitar, slide guitar


Gastmusiker:

Jerod Minnies – acoustic guitar
Roy Morgan – tambourine
Sinéad O'Connor – backing vocals
Sophia Ramos – backing vocals
Chris Whitten – drum kit
Steve Wickham – violin


Label: Ensign Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Is It Too Late? (4:25)
2. Way Down Now (3:49)
3. When The Rainbow Comes (5:00)
4. Put The Message In The Box (4:16)
5. Ain't Gonna Come Till I'm Ready (5:05)
6. And I Fell Back Alone (3:59)
7. Take It Up (4:38)
8. God On My Side (4:15)
9. Show Me To The Top (5:16)
10. Love Street (4:21)
11. Sweet Soul Dream (4:39)
12. Thank You World (3:48)

Gesamtspieldauer: 53:37




„Goodbye Jumbo“ nannte Karl Wallinger, Sänger, Gitarrist und auch Songschreiber von World Party, das zweite Studioalbum der Band, welches im April 1990 auf dem Musiklabel Ensign Records veröffentlicht wurde. Sinéad O'Connor und die ehemaligen Mitglieder der Waterboys, die Band, in der Karl Wallinger zuvor aktiv war, haben hier Gastauftritte. Zu hören gibt es auf „Goodbye Jumbo“ Alternative Rock, bei dem die klassischen Rockinstrumente Gitarre, Bass und Schlagzeug im Vordergrund stehen. Weitere Instrumente kommen nur vereinzelt zum Einsatz. Das Album wurde vor allen Dingen bei den Kritikern in den höchsten Tönen gelobt. Das Q Magazine wählte die Scheibe zum Album des Jahres 1990 und später noch auf Platz 94 in der Liste der 100 besten britischen Alben überhaupt.

Nun, die Musik auf „Goodbye Jumbo“ ist abwechslungsreich und kann auch durchaus überzeugen, ob allerdings derartige Lobeshymnen angebracht sind, dies sei mal so dahingestellt – wie immer, reine Geschmackssache. Die Atmosphäre auf „Goodbye Jumbo“ ist eine eher gedämpfte und ruhige. Richtig gerockt wird hier lediglich an manchen Stellen, ohne dass es dabei jemals in die Richtung Hard Rock oder diverser anderer rockigerer Musikgenres driften würde. Sehr viel eher nähert sich da die Musik von World Party dem Genre Pop an, dies allerdings durchaus gelungen.

Die einzelnen Lieder gehen dabei gut ins Ohr, die Texte sind – wie immer, wenn sie von Karl Wallinger stammen – überaus geistreich und spannend. Richtig herausragende Songs findet man auf „Goodbye Jumbo“ allerdings genauso wenig wie Titel, bei denen man die Fernbedienung benötigt, um sie zu überspringen. Dies wäre allerhöchstens ein wenig bei der Nummer „Show Me To The Top“ angesagt, wenn World Party irgendwie funkig klingen wollen und das gründlich daneben geht. Richtig gut gelungen sind dagegen das sanfte und ruhige „And I Fell Back Alone“ und das wahrlich mitreißende „Take It Up“, was einen kleinen Ohrwurm darstellt. Schließlich gibt es da auch noch das Lied „God On My Side“, für mich der Höhepunkt des Albums. Eine sehr sanfte und weiche Nummer, bei der die Beatles irgendwie Pate standen – ohne diese zu kopieren.

Fazit: „Goodbye Jumbo“ ist ein sanftes und weiches Album geworden. Die meisten Titel können überzeugen und einige wirkliche Höhepunkte gibt es dabei durchaus auch zu entdecken. Allzu rockig klingt die Platte dabei nicht, an manchen Stellen hört sich das Ganze sogar sehr viel eher poppig an. Macht aber nichts, wenn Pop immer so klingt, dann ist er durchaus gelungen und macht Spaß. Neun Punkte.

Anspieltipps: And I Fell Back Alone, Take It Up, God On My Side



Samstag, 8. Oktober 2016

Rome – The Hyperion Machine




Rome – The Hyperion Machine


Besetzung:

Jerome Reuter – alle Instrumente


Gastmusiker:

Thåström – guest vocals on „Stillwell”
Alexander Zafiropoulos –spoken words on „The Hyperion Machine”
André Mergenthaler – cello on „Celine In Jerusalem“, „The Alabanda Breviary“ and „Adamas“
Laurent Fuchs – drums on „Transference“, „The Alabanda Breviary“, „Cities Of Asylum“ and „Skirmishes For Diotima“


Label: Trisol Music


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Neofolk



Trackliste:

1. The Hyperion Machine (0:24)
2. Celine In Jerusalem (4:41)
3. Transference (4:26)
4. The Alabanda Breviary (3:21)
5. Stillwell (5:04)
6. Cities Of Asylum (4:35)
7. Skirmishes For Diotima (4:42)
8. Adamas (6:32)
9. The Secret Germany (For Paul Celan) (4:09)
10. Die Mörder mühsams (4:28)
11. FanFanFan (Bonus Track) (4:54)

Gesamtspieldauer: 47:20



Das zwölfte Album des Luxemburgers Jerome Reuter, alias Rome, betitelte er mit dem Namen „The Hyperion Machine“. Im August 2016 wurde die Scheibe auf dem Musiklabel Trisol Music, wie bereits auch die Alben zuvor, veröffentlicht. Auf „The Hyperion Machine“ nimmt Jerome Reuter ein klein wenig Anlauf und landet – nicht in einem völlig neuen Musikgenre oder einem irgendwie anders geratenen Experiment – er trifft vielmehr genau die Musik beziehungsweise den Musikgeschmack wieder, weswegen Fans von Rome diese "Ein-Mann-Band" so verehren und lieben gelernt haben. Zurück zu den Wurzeln könnte man sagen, ohne dass dies irgendwie langweilig klingen würde.

Ist das Neopop oder Art Rock? Ganz gleich, die Musik ist es die wirkt. Diese geht ins Ohr, versucht mit sanften, sehr eingängigen und melodiösen Läufen zu überzeugen und schafft dies auch vortrefflich. Die Nummern auf „The Hyperion Machine“ umschmeicheln das Ohr und gehen auch in dieses hinein, um dort länger zu verweilen. Bereits nach wenigen Durchläufen sind die einzelnen Stücke der Platte zu Freunden geworden. Dabei wirkt die ganze Scheibe – vom Beginn bis zu deren Ende. Man legt das Album auf und entgegen so manch anderer Platte hört man hier immer wieder genauer hin, kennt man die Musik von Rome bisher noch nicht. Kennt man diese allerdings bereits, dann taucht man ein, in die wundersam sanften, eingängigen und nachhaltigen Töne vom Rome.

Die ganze Platte ist wie ein Konglomerat melodiöser, manchmal durchaus auch ein klein wenig experimenteller Titel. Hier jetzt einzelne Nummern herauszuheben, scheint einigermaßen schwierig. Doch ist es dieses Mal erneut die Gesamtheit des Albums, welches wirkt – und dies in einem sehr positiven Sinne. Falls jemand doch irgendwelche Höhepunkte benötigt, so würde ich die Nummern „Celine In Jerusalem”, „Stillwell”, „The Secret Germany (For Paul Celan) und „FanFanFan” empfehlen. Allerdings liegen hier die Höhepunkte natürlich definitiv im und am Ohr der oder des Konsumenten.

Fazit: Für Menschen, die NeoPop und speziell die Version dieser Musik von Rome, alias Jerome Reuter mögen, ist „The Hyperion Machine“ definitiv aller bestens geeignet. Die Musik auf diesem Album geht ins Ohr und weiß immer und an jeder Stelle zu überzeugen. Alles auf „The Hyperion Machine“ klingt eingängig und melodiös. Eine Scheibe für die warmen Stunden des Tages. Elf Punkte.

Anspieltipps: Celine In Jerusalem, Stillwell, The Secret Germany (For Paul Celan), FanFanFan



Freitag, 7. Oktober 2016

Fields Of The Nephilim – Singles & Mixes




Fields Of The Nephilim – Singles & Mixes


Besetzung:

Carl McCoy – lead vocals
Tony Pettitt – bass
Paul Wright – lead guitar
Peter Yates – rhythm guitar
Alexander "Nod" Wright – drums
Paul Chousmer – keyboards


Label: Beggars Banquet Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Gothic Rock


Trackliste:

1. Preacher Man (Contaminated Version) (4:18)
2. Blue Water (Electrostatic) (5:55)
3. Moonchild (Second Seal) (5:39)
4. Psychonaut Lib. I (4:21)
5. For Her Light (Two) (4:16)
6. Submission (Non-Resistance) (5:01)
7. Sumerland (Dreamed Version) (8:33)
8. In Every Dream Home A Heartache (7:38)
9. Blue Water (Hotwire) (6:14)
10. Moonchild (Unsealed) (5:54)
11. (Dead But Dreaming) For Her Light (5:45)
12. Psychonaut Lib. II (4:11)
13. Psychonaut Lib. IV (9:17)

Gesamtspieldauer: 1:17:09




Dass die Platte „Singles & Mixes“ der Fields Of The Nephilim ein Kompilationsalbum ist, sagt bereits der Titel aus. Im November des Jahres 2013 wurde die Scheibe auf dem Label Beggars Banquet Records veröffentlicht. Darauf sind, wie der Name ebenfalls mitteilt, die Single-Veröffentlichungen der Band enthalten, allerdings neu abgemischt in Form von Remixen.

Solch eine Platte benötigt man als Fan, wenn sich darauf kein Neues Material befindet, überhaupt nicht. Hier soll einem nun durch diverse Remixe der Kauf schmackhaft gemacht werden. Doch dies ist auch eine kleine Mogelpackung, denn so sehr unterscheiden sich diese neuen Abmischungen gar nicht vom Original. Um eine Übersicht über das Werk der Fields Of The Nephilim zu erhalten, eignet sich diese Zusammenstellung durchaus. Man muss sich allerdings die Frage stellen, warum solch ein Album dann nicht mit den Original-Titeln veröffentlicht wird.

Die hierauf zu hörende Musik weiß allerdings durchaus zu überzeugen. Dunkler Gothic Rock ist auf „Singles & Mixes“ zu hören, der sehr gut rockt und immer mitzureißen versteht. Die Qualität der einzelnen Stücke ist dabei auch durchaus gelungen, Ausreißer nach unten gibt es keine zu beklagen – alles wirkt. Man legt die Scheibe auf und taucht ein, in die sehr düstere Atmosphäre der Fields Of The Nephilim und es ist zu hoffen, dass zumindest draußen die Sonne scheint.

Fazit: Auf „Singles & Mixes“ hört man gut gemachten Gothic Rock, der die Fans begeistern wird. Oder doch eher verärgern, da diese Stücke hier keinen Mehrwert enthalten, weil sie bereits auf den regulären Alben enthalten sind und diese „Remixe“ auch keinen zusätzlichen Spaß verursachen? Egal. Zum Reinhören in die Musik der Band geeignet, ansonsten absolut obsolet. Musikalisch gesehen, zehn Punkte.

Anspieltipps: In Every Dream Home A Heartache



Donnerstag, 6. Oktober 2016

Kraftwerk – Concert Classics




Kraftwerk – Concert Classics


Besetzung:

Ralf Hutter – electric organ, strings
Florian Schneider-Esleben – flute, echo unit, strings
Klaus Roeder – violin guitars
Wolfgang Flur – percussion


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1998 (Aufnahmen von 1975)


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Kometenmelodie (11:49)
2. Autobahn (21:54)
3. Kling Klang (10:10)
4. Tanzmusik (4:16)

Gesamtspieldauer: 48:10




„Concert Classics“ ist ein Bootleg von Kraftwerk, den Pionieren der elektronischen Musik, welches im Jahr 1975 aufgenommen wurde. Interessanterweise kann man das Album in jedem Laden oder Online-Shop erwerben – wenn auch im Moment zu horrenden Preisen – obwohl es kaum vorstellbar scheint, dass die Musiker dies auch nur ansatzweise genau so genehmigt haben könnten. Die Aufnahmen entstanden während einer Tour um das Album „Autobahn“ herum und man hört neben der Musik auch jede Menge Unterhaltungen der Musiker. Allein dieser Umstand macht die Scheibe schon ein wenig interessanter, neben der Musik, da immer mal wieder etwas nicht so ganz funktionieren will, der Drum-Computer zum Beispiel ausfällt und man hört, wie Ralf Hutter und Co. darauf reagieren.

Die vier Musiker toben sich auf der Bühne aus, dies allerdings nicht körperlich, sondern rein musikalisch. Es ist dabei interessant zu hören, wie Kraftwerk hier versuchen, sehr synthetische Musik live auf die Bühne zu bekommen. Und dieses Unterfangen klingt durchaus gelungen. Nicht mitreißend zwar, was bei der Musik von Kraftwerk wohl sowieso nur schwer umzusetzen wäre, jedoch spannend hört sich das durchaus an. Bei der Platte handelt es sich allerdings wohl nur um Auszüge aus einem Konzert, wie man den Ansagen entnehmen kann.

Qualitativ gibt es definitiv bessere Aufnahmen, solch ein Bootleg kann selbstverständlich nicht die Klangqualität eines Studioalbums und auch nicht die einer geplanten Live-Aufnahme erreichen. Der Hintergrund rauscht fast durchgängig. Nicht zu stark, aber immerhin. Somit ist „Concert Classics“ eher als ein zeitliches Dokument, denn als ein „wichtiges“ Album anzusehen, welches sicherlich auch nur interessant für Kraftwerk-Anhänger sein dürfte.

Fazit: Die Soundqualität auf „Concert Classics“ ist akzeptabel, jedoch nicht überragend. Die einzelnen Stücke gefallen dann, wenn einem Kraftwerk gefällt. Interessant sind dabei auch die Nebengeräusche, die Unterhaltungen der Musiker, die einfach mal mit auf die Platte gepresst wurden. Aber das ist alles nichts, was man sich so nebenbei mal anhört. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Kometenmelodie



Mittwoch, 5. Oktober 2016

Tom Petty & The Heartbreakers – Greatest Hits




Tom Petty & The Heartbreakers – Greatest Hits


Besetzung:

Tom Petty – vocals, guitar, piano, harmonica, percussion
Mike Campbell – guitar, bass guitar, keyboards, accordion
Benmont Tench – keyboards, piano, backing vocals
Ron Blair – bass guitar on tracks 1-4 and 6-7
Howie Epstein – bass guitar, backing vocals on 10-12 and 15-18
Stan Lynch – drums, percussion, backing vocals on tracks 1-11 and 15-18
Alan "Bugs" Weidel – "wild dog" piano on track 11, roadie for all sessions


Gastmusiker:

Jeff Lynne – bass guitar, guitar, guitar synthesizer, piano, keyboards, backing vocals on tracks 12-16
George Harrison – acoustic guitar, backing vocals on track 12
David A. Stewart – sitar, keyboards, backing vocals on track 11
Phil Seymour – backing vocals on tracks 1-2
Jeff Jourard – guitar on track 2
Jim Keltner – percussion on track 5
Phil Jones – percussion on tracks 6–14, drums on tracks 12-14
Chris Trujillo – percussion on tracks 17-18
Dean Garcia – intro bass guitar on track 11
Daniel Rothmuller – cello on track 11
Sharon Celani – backing vocals on track 11
Marilyn Martin – backing vocals on track 11
Stephanie Sprull – backing vocals on track 11


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Rock


Trackliste:

1. American Girl (3:32)
2. Breakdown (2:42)
3. Anything That's Rock & Roll (2:24)
4. Listen To Her Heart (3:03)
5. I Need To Know (2:23)
6. Refugee (3:22)
7. Don't Do Me Like That (2:42)
8. Even The Losers (3:38)
9. Here Comes My Girl (4:25)
10. The Waiting (3:59)
11. You Got Lucky (3:36)
12. Don't Come Around Here No More (5:04)
13. I Won't Back Down (2:56)
14. Runnin' Down A Dream (4:23)
15. Free Fallin' (4:15)
16. Learning To Fly (4:01)
17. Into The Great Wide Open (3:44)
18. Mary Jane's Last Dance (4:33)
19. Something In The Air (3:17)

Gesamtspieldauer: 1:08:07




Im Jahr 1993 veröffentlichte Tom Petty, zusammen mit seiner Begleitband The Heartbreakers, sein erstes „Greatest Hits“-Album. Darauf vertreten sind viele der „Hits“ des Tom Petty, sodass sich die Scheibe bestens verkaufte und allein in den USA mit bereits zwölf Mal „Diamant“ ausgezeichnet wurde. Nun, wie bereits öfters an dieser Stelle erwähnt, trifft solch ein Best-Of-Album natürlich nicht immer genau den eigenen Geschmack, da eben nicht alle „Hits“ darauf vertreten sind, die man sich gerne darauf gewünscht hätte, aber sei es drum.

Aus den bisherigen neun Studioalben wurden die Lieder ausgewählt und da spielte es keine Rolle, ob diese unter „Tom Petty & The Heartbreakers“ oder nur unter der Überschrift „Tom Petty“ veröffentlicht wurden. Etwas ärgerlicher als der Fakt, dass man vielleicht eines der besonderen Lieblingslieder des Tom Petty auf dieser Zusammenstellung vermisst, ist das schon der Umstand, dass auf dieses Album zwei neue, bisher nicht veröffentlichte Titel gepackt wurden. Dabei ist die Nummer „Mary Jane's Last Dance“ einer der Höhepunkte der Platte. Und auch die Coverversion des Thunderclap-Newman-Klassikers, „Something In The Air“, kann sich hier durchaus hören lassen. Ein bisschen riecht das leider schon nach Geldmacherei auf Kosten der Fans, da diese beiden Titel auch sehr gut auf das nächste Album „Wildflowers“ gepasst hätten, während dessen Aufnahmezeit „Mary Jane's Last Dance“ auch entstand.

Zum Erfolg des Albums hat sicherlich gerade auch diese Nummer „Mary Jane's Last Dance“ mit beigetragen. Das Video zum Lied gewann den MTV Video Music Award für das beste Video eines männlichen Künstlers des Jahres 1994. Die hübsche Kim Basinger spielt darin eine Leiche, die Tom Petty ganz gerne wieder zum Leben erwecken möchte. Kein Wunder, dass dieses Musikvideo Aufsehen erregte und die gute Musik noch zusätzlich puschte.

Fazit: Nun, man bekommt einen ganz guten Überblick über das Schaffen des Tom Petty bis zum Jahr 1992. Wer die Studioalben bereits besitzt, für die oder den wäre der Erwerb dieser Platte natürlich sinnlos, wenn es eben diesen einen Titel darauf nicht geben würde. „Mary Jane's Last Dance“ ist eine tolle Nummer, für die sich der Kauf fast schon alleine lohnt. Mist, diese Geldmacherei. Elf Punkte.

Anspieltipps: Refugee, You Got Lucky, Runnin' Down A Dream, Into The Great Wide Open, Mary Jane's Last Dance



Dienstag, 4. Oktober 2016

Jethro Tull – Living In The Past




Jethro Tull – Living In The Past


Besetzung:

Ian Anderson – flute, voice, mandolin, tin whistle, guitar, 12 string guitar, acoustic guitar, balalaika, hammond organ, violin.
Glenn Cornick – bass guitar, hammond organ
Mick Abrahams – electric guitar
Martin Barre – electric guitar, acoustic guitar, percussion, backing vocals
John Evan – piano, hammond organ, mellotron, harpsichord, celeste, percussion, backing vocals
Jeffrey Hammond – bass guitar
Clive Bunker – drums, percussion, backing vocals
Barriemore Barlow – drums


Gastmusiker:

David Palmer – string and orchestra conductor
Lou Toby – string arrangement and conductor


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Progessive Rock


Trackliste:

1. Song For Jeffery (3:24)
2. Love Story (3:07)
3. Christmas Song (3:09)
4. Living In The Past (3:23)
5. Driving Song (2:43)
6. Sweet Dream (4:06)
7. Singing All Day (3:07)
8. Witches Promise (3:49)
9. Inside (3:52)
10. Just Trying To Be (1:37)
11. By Kind Permission Of (10:10)
12. Dharma For One (9:58)
13. Wond’ring Again (4:15)
14. Locomotive Breath (4:28)
15. Life Is A Long Song (3:21)
16. Up The Pool (3:15)
17. Dr. Bogenbroom (3:01)
18. For Later (2:08)
19. Nursie (1:35)

Gesamtspieldauer: 1:14:35




„Living In The Past“ ist ein Kompilationsalbum, welches von der englischen Band Jethro Tull bereits nach der vierten Studio-Veröffentlichung herausgegeben wurde. Im Jahr 1972 veröffentlichte die Band die Scheibe in Form eines Doppelalbums auf dem Label Chrysalis. Die hier vorliegende CD-Ausgabe ist um vier Titel gegenüber dem Original gekürzt, da die Laufzeit der beiden Platten jene der CD überstieg. „Living In The Past“ ist dabei kein „Best Of…“-Album, obwohl es zum Beispiel den Titel „Locomotive Breath“ enthält, der auf keiner „Best Of…“-Scheibe von Jethro Tull fehlen darf. Auf „Living In The Past“ befinden sich viel mehr hauptsächlich Stücke, die es vorher nur auf Singles oder kurzen EP’s zu erwerben gab, die also größtenteils nicht auf einem der vier bisher dorthin veröffentlichten Studioalben vertreten waren.

Die Musik auf der Scheibe passt sich sehr deutlich dem Stil der ersten Album-Veröffentlichungen von Jethro Tull an. Zu progressiv klingt das hier alles noch nicht. Vielmehr gibt es auf „Living In The Past“ Rock zu hören, der mal härter, mal sanfter ausfällt. Besonders schön dabei auch die zarten akustischen Nummern, die allesamt schnell ins Ohr gehen. Schließlich gibt es auch drei Lieder, bei denen ein Orchester an der Instrumentierung teilnimmt. Im Falle von „Christmas Song“ und „Sweet Dream“ wurde das von David Palmer arrangiert und dirigiert. Bei dem Titelstück „Living In The Past“ war es Lou Toby, der diese Aufgaben übernahm. Bei den zwei längsten Stücken, „By Kind Permission Of“ und „Dharma For One“, handelt es sich um Live-Aufnahmen, die am 4. November 1970 in der Carnegie Hall eingespielt wurden. Im ersten Fall klingt das sogar leicht jazzig, im zweiten Fall sehr energiegeladen und beide Male sehr überzeugend.

Mit „Song For Jeffrey“, „Inside“ sowie „Locomotive Breath“ befinden sich lediglich drei Titel auf „Living In The Past“, die bereits auf den vorherigen Alben veröffentlicht wurden. Ansonsten gibt es hier viel Schönes und Neues aus der Frühzeit der Band zu entdecken, wenn man denn die Musik des Ian Anderson und seiner Band Jethro Tull mag. Diese klingt auch hier verspielt, sehr eingängig und melodiös und lohnenswert.

Fazit: Für Jethro Tull-Freunde im Grunde genommen ein Pflichtkauf. „Living In The Past“ ist zwar ein Kompilationsalbum, da sich darauf jedoch sehr viele Titel befinden, die sonst auf keinem anderen Album vertreten sind, wirkt das Ganze eher wie das fünfte Studioalbum von Jethro Tull. Die Musik darauf ist abwechslungsreich und wer Jethro Tull mag, der beziehungsweise dem wird auch diese Platte sehr zusagen. Macht Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: Just Trying To Be, By Kind Permission Of, Life Is A Long Song



Montag, 3. Oktober 2016

Muse – The Resistance




Muse – The Resistance


Besetzung:

Matthew Bellamy – lead vocals, lead and rhythm guitars, keyboards, piano, synthesizers, programming
Christopher Wolstenholme – bass, backing vocals
Dominic Howard – drums, percussion, synthesizers, programming


Gastmusiker:

Edodea Ensemble – orchestra, conducted by Audrey Riley and led by concertmaster Edoardo de Angelis
Enrico Gabrielli – bass clarinet on "I Belong to You"
Tom Kirk – handclaps and football hooligan noises on "Uprising"


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Uprising (5:02)
2. Resistance (5:46)
3. Undisclosed Desires (3:56)
4. United States Of Eurasia (+ Collateral Damage) (5:47)
5. Guiding Light (4:13)
6. Unnatural Selection (6:55)
7. MK Ultra (4:06)
8. I Belong To You (+ Mon Cœur S'ouvre A Ta Voix) (5:38)
9. Exogenesis: Symphony Part 1 (Overture) (4:18)
10. Exogenesis: Symphony Part 2 (Cross-Pollination) (3:56)
11. Exogenesis: Symphony Part 3 (Redemption) (4:37)

Gesamtspieldauer: 54:18




„The Resistance“ heißt das fünfte Studioalbum der englischen Band „Muse“. Die Scheibe wurde im September 2009 bei Warner Brothers Records veröffentlicht und kletterte in zahlreichen Ländern bis auf den Spitzenplatz der Charts. Im Zusammenhang mit Muse und dieser Platte wird auch immer von Progressive Rock gesprochen. Dies ist es allerdings wohl nicht, eher eine ganz bestimmte und Muse-typische Art Rock-Variante gibt es hier zu hören, die so typisch ist für die englische Band. Und ganz zum Schluss, da unternehmen die drei Musiker noch den Brückenschlag von der Pop Musik hin zur modernen Klassik. Das ist es natürlich nicht, moderne Klassik, aber es scheint zumindest so, als ob gerade dies das Ziel der Band um Sänger, Gitarrist und Songschreiber Matthew Bellamy gewesen wäre.

Auf „The Resistance“ hört man zunächst einmal mehr, den so typischen Sound von Muse, voll, melodiös und manches Mal auch bombastisch. Und selbstverständlich besitzt dieser Sound der Band auch durch den Gesang des Matthew Bellamy eine gewisse Einzigartigkeit. Nicht viele Sänger haben eine solch große Spannbreite in ihrer Stimme, sodass der Gesang auch in den höheren Lagen noch so eindrucksvoll klingt. Ein klein wenig scheint die Musik von Muse auf „The Resistance“ auch poppiger und noch eingängiger geworden zu sein. Dass die Band sich auch von Queen inspirieren lässt, dies hört man sehr eindrucksvoll am Chor in dem Stück „United States Of Eurasia (+ Collateral Damage)“, welcher so klingt, als sei er 1:1 aus einem Queen-Album übernommen worden.

Und schließlich folgt am Ende dann die dreisätzige „Exogenesis“-Sinfonie. Nun, zum Teil klingt es wirklich wie eine Sinfonie, im zweiten Teil aber auch wie ein Piano Solo Stück. Das Ganze ist alles sehr eingängig gestaltet, absolut melodiös und irgendwie schon einmalig. Zu viele andere Bands würden sich an so etwas kaum herantrauen. In dieser „Sinfonie“ wird durchaus auch mal gerockt und die Streicher geben ihr Bestes, um an diesen Stellen den sinfonischen Ansatz des Stückes nicht ganz aus den Augen beziehungsweise Ohren zu verlieren.

Fazit: Wenn auch ein wenig angepasster, so ist „The Resistance“ doch ein gutes und unterhaltsames Album geworden. Und angepasst klingt es dann in den drei letzten Titeln sowieso nicht mehr. Die einzelnen Lieder wirken und gehen ins Ohr. Manch eine oder einer kann hier sicherlich auch etwas Schmalz im Gesamtgefüge entdecken, dem kann man fast nicht widersprechen. Stört allerdings nicht weiter, denn eine nicht ganz alltägliche Platte bleibt „The Resistance“ von Muse trotzdem. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Undisclosed Desires, Exogenesis: Symphony Part 1 (Overture), Exogenesis: Symphony Part 2 (Cross-Pollination), Exogenesis: Symphony Part 3 (Redemption)



Sonntag, 2. Oktober 2016

Freddie Mercury – The Freddie Mercury Album




Freddie Mercury – The Freddie Mercury Album


Besetzung:

Keine Angaben


Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. The Great Pretender (3:28)
2. Foolin' Around (3:36)
3. Time (3:50)
4. Your Kind Of Lover (3:59)
5. Exercises In Free Love (3:58)
6. In My Defence (3:52)
7. Mr. Bad Guy (3:56)
8. Let's Turn It On (3:46)
9. Living On My Own (3:39)
10. Love Kills (4:29)
11. Barcelona (5:37)

Gesamtspieldauer: 44:14




Am 24. November 1991 war Freddie Mercury seiner Immunschwäche erlegen. Ein Jahr später, am 16. November 1992 in Europa und am 24. November 1992 in den USA, wurde nun „The Freddie Mercury Album“ veröffentlicht, welches die Hits enthält, die Freddie Mercury in seiner Solo-Karriere, neben seinem Queen-Engagement, hatte. In den USA heißt die Scheibe allerdings „The Great Pretender“ und weist eine andere Titelanordnung auf.

Bei diesen Nummern griff Freddie Mercury – ganz im Gegensatz zu Queen – auch gerne mal auf Cover-Versionen zurück. „The Great Pretender“, „Time“ und „In My Defence“ wären auf diesem Kompilationsalbum Beispiele dafür. Allgemein klingen hier die Kompositionen des Freddie Mercury sehr viel poppiger, als jene bei Queen, bei denen auf den meisten Platten doch eher Rock zu hören ist. Nun, alleine das ist bereits eine Umstellung für den Queen-Freund. Auf dieser Zusammenstellung, „The Freddie Mercury Album“, sind nun mit „The Great Pretender“, „Exercises In Free Love“, „Love Kills“ und „Barcelona“ allerdings lediglich noch vier Stücke vertreten, die so auch im Original klangen. Bei den anderen handelt es sich leider um Remixe.

Das ist einigermaßen ärgerlich und meistens auch nicht besonders gelungen, da die einzelnen Lieder nun meist noch poppiger klingen und im Falle von „Mr. Bad Guy“ ist es gar eine einzige Katastrophe geworden. Aus diesem Titel, der ursprünglich mit Orchester eingespielt worden war, wurde nun – ganz entgegengesetzt zu den anderen Remixen – eine Rock-Nummer. Das Lied ist dadurch immer noch gut, verliert allerdings deutlich an Atmosphäre, auch wenn das Orchester nicht ganz eliminiert wurde. Nun, alle „Hits“ des Freddie Mercury sind jedoch enthalten und den krönenden Abschluss bildet dann sein Duett mit Montserrat Caballé, welches Freddie Mercury für die Olympischen Spiele in Barcelona schrieb, die er dann allerdings leider nicht mehr erlebte.

Fazit: Die Lieder sind zum größten Teil überzeugend, auch wenn Freddie Mercury in seiner Solo-Karriere sehr viel poppiger klang, als bei Queen. Das Remixen der einzelnen Titel verhunzt diese allerdings zum Teil. Viel schöner wäre es gewesen, die Lieder hier im Original zu hören. Sei es drum, seine Höhepunkte hat auch diese Scheibe, die für Freddie Mercury- und Queen-Fans sowieso ein Muss darstellt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Barcelona



Samstag, 1. Oktober 2016

Marius Müller-Westernhagen – Radio Maria




Marius Müller-Westernhagen – Radio Maria


Besetzung:

Marius Müller-Westernhagen – lead vocals, harmonica, omnichord


Gastmusiker:

Jay Stapley – acoustic and electric guitars
Nico Ramsden – acoustic and electric guitars
Pete Wingfield – piano, keyboards
Helmut Zerlett – Hammond organ
Julian Crampton – bass
Blair Cunningham – drums
Martin Dutcham – percussion
Madeleine lang – backing vocals
Billy King
Rolf Köhler
Marion Schweiger
Gavyn Wright – solo violin
Nick Ingman – orchestral arrangements
Isobel Griffiths – contractor
Perry Montague-Mason – violin
Dave Woodcock – violin
Pat Kiernan – violin
Vaughn Armon – violin
Eddie Roberts – violin
Boguslav Kostecki – violin
Tom Bowes – violin
Alison Doods – violin
Pete Lale – viola
Garfield Jackson – viola
Kate Wilkinson – viola
Martin Loveday – cello
Tony Lewis – cello
Paul Kegg – cello
Julie Andrews – bassoon
Katie Clemmow – cor anglais
Dick Morgan – cor anglais
Chris Lawrence – string bass


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Deutsch Rock, Pop


Trackliste:

1. Jesus (4:04)
2. Lola Blue (4:51)
3. Supermann (4:43)
4. Walkman (2:46)
5. Hoffnung (4:29)
6. Alleine (3:08)
7. Durch Deine Liebe (6:12)
8. Rosamunde (3:41)
9. Du Hast Dich Nie Gewehrt (4:33)
10. Wo Ist Behle? (3:08)
11. Wieder Hier (6:33)
12. Kind Von Gestern (4:36)

Gesamtspieldauer: 52:49




„Radio Maria” nannte Marius Müller-Westernhagen sein fünfzehntes Studioalbum. Der Albumtitel bezieht sich dabei auf den katholischen Radiosender „Radio Maria“, den der gebürtige Düsseldorfer wohl ab und zu hörte, als er die Texte und Musik, während eines längeren Italienaufenthalts, für dieses Album komponierte. Die Platte ist mit deutlich über einer Million verkaufter Exemplare eine der erfolgreichsten des Marius Müller-Westernhagen und auch eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Alben überhaupt.

Richtig frenetisch wurde die Scheibe allerdings nicht angenommen – weder von den Fans, noch von den Kritikern. Dies liegt eindeutig daran, dass man auf „Radio Maria“ nichts Neues hört. „Radio Maria“ ist eine grundsolide Platte geworden, die ganz nett anzuhören ist, Hörerin und Hörer allerdings nur an einigen wenigen Stellen so richtig zu begeistern und mitzureißen weiß. Dazu übertreibt es Marius Müller-Westernhagen, der sich hier nur noch Westernhagen nennt, nun immer mehr mit dem Pressen seiner Stimme. Gerade bei den rockigeren Titeln klingt das hier schon einigermaßen befremdlich und viel zu kehlig. Bei den sanfteren Liedern klingt die Stimme des Marius Müller-Westernhagen dagegen wie ehedem und weiß hier auch zu überzeugen.

Die schönsten Nummern auf „Radio Maria“ sind für mich die eher langsamen Stücke. Da ist das weiche und fast zerbrechlich wirkende „Hoffnung“, welches sehr schnell ins Ohr geht. Nicht viel anders funktioniert ebenfalls „Du Hast Dich Nie Gewehrt“, auch wenn es hier einiger mehrerer Durchgänge bedarf, um dieses Lied genau so schätzen zu können. Und schließlich befindet sich mit „Wieder Hier“ auch noch eines der bekanntesten Stücke des Marius Müller-Westernhagen auf diesem Album. Tolle Nummer, mit Ohrwurmcharakter, die sich dabei auch immer noch weiter steigert. Und nein, schmalzig klingt das alles nicht, sehr viel eher einfach nur schön.

Fazit: Nun, ein zweites „Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz“ ist „Radio Maria“ nicht geworden. Aber auch diese Scheibe hat ihre Höhepunkte, die dieses Mal eher in den sanften Liedern liegen. Dazu gibt es mit „Wieder Hier“ noch einen wirklich herausragenden Titel, der die ganze Platte nochmals aufwertet. Leider übertreibt es Marius Müller-Westernhagen auf „Radio Maria“ des Öfteren mit seinen gutturalen Lauten, die meist einfach übertrieben und aufgesetzt klingen. Ansonsten hat die Scheibe – neben wenigen schwächeren Liedern – aber eben auch ihre Stärken. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hoffnung, Du Hast Dich Nie Gewehrt, Wieder Hier, Kind Von Gestern