Montag, 5. Dezember 2016

Mahavishnu Orchestra – Between Nothingness & Eternity




Mahavishnu Orchestra – Between Nothingness & Eternity


Besetzung:

John McLaughlin – guitar
Jan Hammer – keyboards
Jerry Goodman – violin
Rick Laird – bass
Billy Cobham – percussion


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Jazz Fusion (live)


Trackliste:

1. Trilogy: Sunlit Path/La Mere De La Mer/Tomorrow's Story Not The Same (12:02)
2. Sister Andrea (9:52)
3. Dream (21:21)

Gesamtspieldauer: 43:16




„Between Nothingness & Eternity“ heißt das dritte Album des Mahavishnu Orchestras und ist gleichzeitig deren erstes Live-Album, welches im November 1973 veröffentlicht wurde. Aufgenommen wurden die Lieder am 17. und 18. August 1973, während des Schaefer Music Festivals im Central Park, New York. Angeblich stammen allerdings alle drei Aufnahmen vom zweiten Tag des Festivals, also vom 18. August 1973, wie man den noch vorhandenen Tonspuren offensichtlich entnehmen kann. Ursprünglich sollte das Mahavishnu Orchestra jedoch ein drittes Studio-Album veröffentlichen, welches auch im Juni 1973 in den Trident Studios in London aufgenommen worden war. Diese Veröffentlichung wurde aber verworfen, stattdessen wurden drei, der insgesamt sechs auf diesem nichtveröffentlichten Album eingespielten Lieder, live auf dem bereits erwähnten Festival eingespielt und unter dem Namen „Between Nothingness & Eternity“ veröffentlicht. Das ursprünglich geplante Studio-Album wurde dann erst im Jahr 1999 unter dem Namen „The Lost Trident Sessions“ den Fans der Band zugänglich gemacht.

„Between Nothingness & Eternity“ stellt die letzte Veröffentlichung der ursprünglichen Besetzung des Mahavishnu Orchestras dar. Die Lieder „Trilogy: Sunlit Path/La Mere De La Mer/Tomorrow's Story Not The Same“ sowie „Dream“ komponierte John McLaughlin, „Sister Andrea“ stammt dagegen vom Keyboarder Jan Hammer. Nun, ist das Vorgängeralbum „Birds Of Fire“ oder auch die erste Platte, „The Inner Mounting Flame“, durchaus noch für den Rock Fan gut hörbar, für Freunde des Progressive Rock sogar interessant, so wird das bei dieser Scheibe schon deutlich schwieriger. Hier bewegt sich das Mahavishnu Orchestra nun keinesfalls mehr im Bereich des Rock, fast schon gleichgültig, wie weit man diesen Begriff inhaltlich auch ausdehnen möchte. Auf „Between Nothingness & Eternity“ hört man Jazz Fusion – und zwar Jazz Fusion der besonders frickeligen Art.

Dass die Musiker ihre Instrumente perfekt beherrschen, bekommt man hier ein ums andere Mal vortrefflich vorgeführt. Zum Teil klingt das allerdings fast schon ein wenig selbstverliebt, wenn in ungeahnten Geschwindigkeiten die Akkorde wie Duelle zwischen den verschiedenen Instrumenten hin- und hergeschleudert werden. Nun, eine Melodie erwartet man kaum, wenn man sich dieser Musik widmet, jedoch ein Instrument ganz schnell zu spielen, nur weil man es denn kann, schafft vielleicht bei so mancher und manchem Eindruck, allerdings verliert sich darin die allergrößte Masse. Leider selbst jene, die der ganzen Sache an sich durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen. Die Musik klingt unfassbar aggressiv und nur schwer kann man ihr immer folgen. Nicht extra erwähnen muss man dabei wohl, dass „Between Nothingness & Eternity“ nichts für den Hintergrund ist. Ganz oder gar nicht will das alles gehört werden, denn nur für ein Ohr ist diese Musik völlig ungeeignet.

Fazit: Progressive Rock ist eine feine Sache. Und auch die sehr anspruchsvollen, weniger eingängigen Stücke können da noch überzeugen. Hier, mit „Between Nothingness & Eternity“, wird das jetzt allerdings schon deutlich schwieriger. Melodien und Eingängigkeit mögen deutlich überschätzt werden, auf diesem Album sind sie jedoch überhaupt nicht vorhanden. Ganz sicher eine tolle Platte für Freunde des Jazz. Ganz sicher aber auch ein sehr schwieriges Album für alle, die sich eher von der populären Musik an dieses herannähern. Wer allerdings mal hören möchte, wie schnell und schräg man Gitarre, Keyboard, Bass, Schlagzug oder Violine spielen kann, die oder der findet hier ihre und seine Erfüllung. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Dream



Sonntag, 4. Dezember 2016

Sade – Diamond Life




Sade – Diamond Life


Besetzung:

Sade Adu – vocals


Gastmusiker:

Andrew Hale – keyboards
Stuart Matthewman – guitar, saxophone
Paul Denman – bass
Terry Bailey – trumpet
Paul Anthony Cook – drums
Martin Ditcham – percussion
Dave Early – drums, percussion
Gordon Matthewman – trumpet


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Smooth Soul


Trackliste:

1. Smooth Operator (5:01)
2. Your Love Is King (3:41)
3. Hang On To Your Love (5:55)
4. Frankie's First Affair (4:40)
5. When Am I Going To Make A Living (3:27)
6. Cherry Pie (6:20)
7. Sally (5:23)
8. I Will Be Your Friend (4:44)
9. Why Can't We Live Together (5:28)

Gesamtspieldauer: 44:43




„Diamond Life“ heißt das erste Studio-Album der Helen Folasade Adu, kurz Sade Adu und noch kürzer einfach Sade. Die Platte wurde im Juli 1984 in Europa veröffentlicht – erst Ende Februar des darauffolgenden Jahres kam die Scheibe auch in den USA auf den Markt. „Diamond Life“ ist das erste Album der Sade und stellt gleichzeitig auch den internationalen Durchbruch der gebürtigen Nigerianerin dar. Die Platte verkaufte sich bisher über sechs Millionen Mal weltweit und stellt gleichzeitig eines der am meistverkauften Debut-Alben der 80er Jahre dar.

Nun, das ist schon so eine Sache mit diesem souligen Easy Listening der Sade. Weltweit löste „Diamond Life“ bei Erscheinen geradezu einen Hype aus und jeder der mitreden wollte, musste die Scheibe kennen und noch besser, auch gut finden. Mir gefiel diese Musik beim ersten Male des Hörens überhaupt nicht und erst sehr viel später legte ich mir das Album zu. Man soll schließlich immer über den Tellerrand hinausblicken und offen sein, für manchmal auch andere Töne, als die gewohnten. Nun, was Sade hier ihren Hörerinnen und Hörern kredenzt, das mag durchaus für viele Menschen tolle Musik sein. Hier kommt nun allerdings, zumindest in meinem Fall, wieder mal der Umstand zum Tragen, dass ich persönlich Musik einfach nicht objektiv beurteilen kann. Musik packt mich – oder eben nicht. Deshalb bitte nicht böse sein, ihr Soul- und Funk-Freunde da draußen, für mich ist das Ganze eine riesengroße Quälerei, die ich mir auch immer nur mal häppchenweise reinziehen kann. Ich sehe mich außerstande, eine knappe dreiviertel Stunde hier zuzuhören.

Die Musik klingt weder melodisch noch rhythmisch besonders aufregend. Eine Meodie ist so gut wie nie erkennbar – schon gar keine, die ins Ohr gehen möchte. Cool und relaxt klingt Sade allerdings, das kann man ihr sicher nicht absprechen. Nur den gemeinen Rockfreund spricht das jedoch so überhaupt nicht an. Jedes Lied klingt gleich und die vermittelte Atmosphäre mag durchaus auch wunderbar entspannt sein, trotzdem verkrampft man beim Hören immer mehr und hofft auf ein schnelles Ende der Scheibe oder noch besser, gleich auf einen Stromausfall.

Fazit: Ich Soul-Banause, wie kann ich nur? Ein großes „Entschuldigung“ an alle Soul-Freunde, die mit diesem Album sicherlich jede Menge Spaß haben. Wer auf diese Art der Musik steht, wird hier Erfüllung finden, ganz ohne Zweifel. Ich habe mir die Platte gekauft, um ergründen zu können, was sie ausmacht, was dieser Scheibe innewohnt, sodass viele Hörerinnen und Hörer so begeistert und überzeugt davon sprechen. Ich konnte es leider nicht ergründen, in keinem einzigen Takt dieser Fahrstuhlmusik oder Restaurant-Hintergrundmusik. Genau an diesen Orten hört man Sade inzwischen auch oft. Allgemein Geschmackssache eben, definitiv jedoch nicht meine. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Smooth Operator, Why Can't We Live Together



Samstag, 3. Dezember 2016

Various Artists – Planete Reggae




Various Artists – Planete Reggae


Besetzung:

Keine weiteren Informationen außer den Interpretenangaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Compilation Declic Communication


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Reggae


Trackliste:

1. Peter Tosh – Get Up, Stand Up (3:29)
2. Culture – Good Things (4:02)
3. Black Uhuru – Positive (4:05)
4. Yellowman – Zunggu Zungguguzungguzeng (6:26)
5. Dillinger – Cocaine In My Brain (5:08)
6. Lee Perry & Prince Jazzbo – Prophet Live (3:51)
7. Peter Tosh – Legalize It (4:36)
8. Abyssinians – Satta A Masagana (3:27)
9. Gregory Isaacs – Private Beach Party (4:16)
10. Third World – Love Is Out To Get You (4:51)
11. The Itals – Hallelujah (3:54)
12. Jimmy Cliff – Reggae Night (5:21)
13. Bob Marley – Soul Rebel (3:52)
14. Lucky Dube – Slave (4:25)
15. LKJ – Forces Of Victory (2:42)
16. Dennis Brown – Money In My Pocket (6:51)
17. Burning Spear – Old Marcus Garvey (6:20)

Gesamtspieldauer: 1:17:45




Für Freunde des Reggae hat diese französische Zusammenstellung diverser Reggae-Größen aus dem Jahr 1991 einiges zu bieten. Veröffentlicht wurde das Album auf dem Musiklabel Compilation Declic Communication und darauf enthaltenen Lieder beinhalten einige Größen und Hits des Reggae. So kann man mit dieser Zusammenstellung sehr gut, in das Ende der 60er Jahre auf Jamaika entstandene Musikgenre eintauchen.

Zu hören gibt es hier so Größen des Reggae wie Peter Tosh, Black Uhuru, Jimmy Cliff oder Bob Marley, wenn diese auch nicht immer mit ihren größten Hits auf „Planete Reggae“ vertreten sind. Dazu gibt es noch zahlreiche weitere, wenn auch nicht so bekannte Künstler und Bands zu hören. Die Liedauswahl ist auf „Planete Reggae“ leider nicht immer absolut geglückt, nicht alles kann hier überzeugen, zumal dann nicht, wenn man diesem musikalischen Genre eher ein wenig neutral gegenübersteht. Was man der Musik jedoch auf keinen Fall abstreiten kann, das ist der Umstand, dass hier wirklich zu 100% Reggae zu hören ist. Nicht mehr und auch nicht weniger, denn nichts ist hier verfälscht oder klingt in irgendeiner Art und Weise anbiedernd.

Ein wenig sollte man sich beim Hören auch mal auf die Texte konzentrieren, die zum einen nach Sonne und sorgenfreiem Leben klingen, dann aber auch Missstände anprangern und zum Teil auch einen etwas lockeren Umgang mit Drogen propagieren. Peter Tosh’s Hit „Legalize It“ klingt da heutzutage fast schon ein klein wenig naiv und unfreiwillig komisch – auch wenn die Nummer aus dem Jahr 1976 ganz bestimmt bereits Kult und gleichzeitig eines der bekanntesten Reggae-Lieder überhaupt ist.

Fazit: Nicht immer die bekanntesten Reggae Künstler und Bands gibt es auf „Planete Reggae“ zu hören. Und ist dies doch der Fall, so sind diese meist nicht mit ihren erfolgreichsten Hits vertreten. Macht nichts, denn das Gefühl und die Atmosphäre des Reggae werden durchaus sehr gut mit dieser Scheibe transportiert. Von daher für alle Freundinnen und Freunde dieser Musik sicherlich bestens geeignet. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Peter Tosh: Get Up, Stand Up



Freitag, 2. Dezember 2016

Latin Quarter – Modern Times




Latin Quarter – Modern Times


Besetzung:

Carol Douet – vocals, percussion
Yona Dunsford – vocals, piano
Greg Harewood – bass
Steve Jeffries – keyboards, vocals
Steve Skaith – vocals, guitar
Richard Stevens – drums, percussion
Richard Wright – guitar, vocals
Mike Jones – lyrics


Gastmusiker:

Steve Gregory – saxophone
Martin Ditcham – percussion
Steve Greetham – bass on “Radio Africa”


Label: Arista Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop


Trackliste:

1. Modern Times (3:45)
2. No Ordinary Return (3:35)
3. Radio Africa (3:53)
4. Toulouse (4:20)
5. America For Beginners (5:16)
6. Eddie (3:08)
7. No Rope As Long As Time (4:28)
8. Seaport September (3:18)
9. New Millionaires (3:35)
10. Truth About John (4:00)
11. Cora (2:58)

Gesamtspieldauer: 42:16




„Modern Times“ heißt das erste Studioalbum der britischen Pop und New Wave Band Latin Quarter. Veröffentlicht wurde die Scheibe 1985 auf dem Label Arista Records und verkaufte sich besonders gut in Deutschland und Schweden, wo das Album bis auf Platz 20 der jeweiligen Charts kletterte.

Zu hören gibt es darauf relativ „harmlosen“ Pop bis New Wave, der mitunter auch mal bis in den Reggae hineinreicht, wie beim Titel „Radio Africa“. Gleichzeitig war diese Nummer die erfolgreichste in Großbritannien und kletterte dort bis auf Platz 19 der Single Charts. Den Erfolg des Albums in Deutschland bewirkte dagegen wohl eher die Single „New Millionaires“, ein kleiner Ohrwurm, dem damals durchaus seine Spielzeit in den diversen Radiostationen eingeräumt wurde.

Allgemein ist die Musik auf „Modern Times“ sehr eingängig. Ins Ohr geht da vieles, wenn es auch nicht unbedingt allzu lange dort verweilt. Höhepunkte des Albums sind das bereits erwähnte „New Millionaires“ und das sich daran anschließende „Truth About John“, ebenfalls ein Lied, welches beim ersten Mal des Hörens bereits ins Ohr geht und sogar ein klein wenig rockig klingt. Pop-Rock also in diesem Fall. Und der Rest der Scheibe? Der läuft so mit, kann nicht immer restlos überzeugen. Besonders ist davon allerdings noch „Cora“ zu erwähnen, ein sehr sanftes und zerbrechlich klingendes Lied, welches sich gerade dadurch, wegen dem sanften Gesang und der Instrumentierung mit dem Piano von den anderen Stücken als schöner Kontrast abhebt.

Fazit: Eine Mischung aus Pop Musik, garniert mit einer etwas größeren Prise New Wave gibt es auf „Modern Times“ von Latin Quarter zu hören. Hier bekommt man keine außergewöhnliche oder extravagante Musik zu hören, eher ganz nett gemachten Pop, der mitunter sogar gut ins Ohr geht. Dabei wird das Gefühl und die Atmosphäre der 80er Jahre sehr gut mit transportiert, denn genau diese hört man aus jedem Takt, aus jedem Akkord heraus. Sieben Punkte.

Anspieltipps: New Millionaires, Truth About John, Cora



Donnerstag, 1. Dezember 2016

Supertramp – Paris




Supertramp – Paris


Besetzung:

Rick Davies – keyboards, vocals, harmonica
Roger Hodgson – guitars, keyboards, vocals
John Helliwell – saxophones, woodwinds, keyboards, vocals, spoken intros
Dougie Thomson – bass
Bob Siebenberg – drums, percussion


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Art Rock


Trackliste:

Seite 1

1. School (5:41)
2. Ain't Nobody But Me (5:24)
3. The Logical Song (3:56)
4. Bloody Well Right (7:23)

Seite 2

1. Breakfast In America (2:57)
2. You Started Laughing (4:02)
3. Hide In Your Shell (6:54)
4. From Now On (7:05)

Seite 3

1. Dreamer (3:44)
2. Rudy (7:08)
3. A Soapbox Opera (4:51)
4. Asylum (6:51)

Seite 4

1. Take The Long Way Home (4:57)
2. Fool's Overture (10:57)
3. Two Of Us (1:25)
4. Crime Of The Century (6:31)

Gesamtspieldauer: 1:34:44




Das Live-Album „Paris“, welches ursprünglich „Roadworks“ heißen sollte, erschien im September 1980 auf dem Musiklabel A&M Records in Form eines Doppelalbums. Supertramp mussten die Lücke zwischen zwei Studioalben füllen. Die Platte „Breakfast In Amerika“ war weltweit ein Erfolg geworden und ein Nachfolger dafür war noch nicht in Sicht. Also sollte ein Live-Album erscheinen, welches Lieder enthielt, die auf der „Breakfast In Amerika“-Tour gespielt worden waren. Bei der Sichtung des Materials stellte sich heraus, dass vor allem jene Aufnahmen, die am 29. November 1979 während der Show im Pavillon de Paris entstanden, am besten gelungen waren. Diese Aufnahmen bilden das Gros der Veröffentlichung. Ergänzt wurden diese Aufnahmen durch weitere in Paris aufgenommenen Liedern, die dann allerdings bei anderen Shows eingespielt worden waren. Daher lag es nun also schon sehr nahe, das ganze Album „Paris“ zu nennen, was dann auch geschah.

„Paris“ ist eine Art live eingespieltes „Best Of“-Album von Supertramp. Natürlich fehlen ein paar der weiteren Höhepunkte der Band, wie „Even In The Quietest Moments“ oder „Child Of Vision“, die jeweils den deutlich schlechteren Aufnahmen zum Opfer fielen, trotzdem kann die Platte den Supertramp-Fan durchaus begeistern. Zwar sind die Lieder allesamt sehr nahe am Original angelegt, jedoch wird dieses „Live-Gefühl“ durchaus mit den einzelnen Stücken transportiert. Und die jeweiligen Titel haben es wahrlich in sich, was nicht zuletzt an der dann doch noch vorhandenen guten Aufnahmequalität liegt.

Titel wie „The Logical Song“, „Hide In Your Shell“, „A Soapbox Opera“, „Fool's Overture“ oder „Crime Of The Century“ lassen das Herz eines jeden Supertramp Fans selbstverständlich höher schlagen. Klar ist dabei auch, dass es gerade die Lieder aus der Feder des Roger Hodgson sind, die hier am meisten überzeugen können. Richtig gelungene Titel von Seiten des Rick Davis sind auf „Paris“ lediglich das bereits erwähnte „Crime Of The Century“, sowie „Bloody Well Right“. Trotzdem macht die Scheibe in ihrer Gesamtheit sehr viel Spaß und auch das Abwechseln zwischen einem Roger Hodgson- und einem Rick Davis-Titel erhöht durchaus die Spannung des ganzen Albums.

Fazit: Für Freunde der Musik von Supertramp sicherlich eine Bereicherung. Zwar sind alle Lieder sehr nah am Original gehalten, die Variationen sind zumeist nur marginal, trotzdem lohnt die Scheibe wegen des durchaus doch vorhandenen Live-Charakters der einzelnen Titel. Zu hören gibt es auf „Paris“ eine Art Werkschau über das Schaffen der Band in den 70er Jahren. Eine Art „Live-Best-Of“-Album mit ein paar Lücken. Letzteres macht dabei aber nichts, sehr gelungen ist das Album nämlich trotzdem. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Fool's Overture



Mittwoch, 30. November 2016

Various Artists – Serious Dropout Chapter One: Futuristic Dub Foundation




Various Artists – Serious Dropout Chapter One: Futuristic Dub Foundation


Besetzung:

Keine Angaben


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Dub


Trackliste:

1. Movin‘ Souls Feat. Mikey Romeo – Unity (4:41)
2. Dr. Echo & DJ Reverend – Fine Style (4:53)
3. Outernational Steppers – Out Of The Heart Of Men (3:49)
4. Braindub – Symptoms Of Loneliness (5:20)
5. Global Youth – All Of The Youth (5:13)
6. Rub-A-Slide – Come Along (5:28)
7. Sound System Players – Didgidub (5:07)
8. Cracked – Smokie (4:06)
9. Matchbox – Believe (4:23)
10. Tone Manipuilators – Totally Illegal (5:32)
11. Oral-X-Perience – Timbo (5:52)
12. D’annern – Riddim‘ An‘ Sensi (4:55)
13. Zipolite – Give A Little Love (4:14)
14. Zetralpark – Fiery Jack Meet The Rockers At Jericho Sound (4:07)
15. Dub Mix Convention Feat. Toufik – Shamsi‘ Assil (5:14)
16. Shantel – Cell Blando (5:27)

Gesamtspieldauer: 1:18:27




Dub mit Reggae Gesang hört man auf dieser, 1995 auf Sony Music erschienenen Zusammenstellung mit dem Titel „Serious Dropout Chapter One: Futuristic Dub Foundation“ – beides zusammen zu Beginn der Scheibe, mit den weiteren Liedern wird der Reggae-Anteil immer mehr zurückgefahren, der Dub bleibt. Ich kenne keinen einzigen DJ oder irgendeine Band von diesem Kompilationsalbum, welches musikalisch gesehen auch keine Musik enthält, die für die Erinnerung oder Gefühle gemacht zu sein scheint. Beim Hören dieser Musik geht es um den Moment. Nur darin gehen die einzelnen Lieder auf, in diesem Moment des Hörens.

Keiner der Titel verfügt über eine Melodie, die im Ohr längerfristig hängenbleiben würde. Nur während der Zeit des Hörens ist das alles interessant. Im Club oder beim Abtanzen. Alleine Anhören macht in dem Fall auch nicht sonderlich viel Spaß. Der Rhythmus steht im Vordergrund, überall vibriert und pulsiert es. Mitunter kommt man gar nicht umhin, nicht mitzuwippen, obwohl man mit der Musik vielleicht sogar relativ wenig anzufangen weiß, denn mit „handgemachter“ Musik hat das Ganze nun auch mal so gar nichts mehr zu tun.

Steht der Rhythmus mal weniger im Vordergrund, dann klingt es eher sphärisch verschroben, zum Teil hören sich die einzelnen Lieder auch ein wenig experimentell an. Dies empfindet man vor allen Dingen dann am meisten, wenn auf den Gesang verzichtet wird, es reine Instrumentalnummern sind. Und dies sind es größtenteils auf „Serious Dropout Chapter One: Futuristic Dub Foundation“. Wenn allerdings doch mal gesungen wird, dann ist es dieser Reggae-Groove, der mit der Scheibe getragen wird – zusammen mit Dub, schon eine etwas schräge Mischung. Immer allerdings klingt das Ganze sehr synthetisch. Diese Musik ist eben digital und zwar bis hin zum allerletzten Takt. Dazu kommt ein nicht wegzudiskutierendes, hypnotisches Element, welches durch viele Wiederholungen in manch einem Lied ebenfalls zum Tragen kommt. Schon seltsam das Ganze.

Fazit: Als Musikhörerin oder Musikhörer, die beziehungsweise der sich die Hitparaden dieser Welt reinzieht, wird man so seine Schwierigkeiten mit „Serious Dropout Chapter One: Futuristic Dub Foundation“ haben. Nicht viel anders wird es jenen Leuten ergehen, die auf Rock stehen und dem Klang einer Gitarre etwas abgewinnen können. Es ist weniger die Melodie, die hier im Vordergrund steht, vielleicht noch die ganze Atmosphäre der Lieder, ganz gewiss aber der Rhythmus, der auf diesem Album über allem steht. „Serious Dropout Chapter One: Futuristic Dub Foundation“ enthält ganz bestimmt keine Musik für den Massenmarkt. Leider wird diese Musik mit der Zeit auch immer fader und langweiliger. Vier Punkte.

Anspieltipps: Totally Illegal, Shamsi‘ Assil, Cell Blando



Dienstag, 29. November 2016

Traffic – Mr. Fantasy




Traffic – Mr. Fantasy


Besetzung:

Jim Capaldi – drums, percussion, vocals
Dave Mason – guitar, mellotron, sitar, tambura, shakkai, harmonica, percussion, bass guitar, vocals
Steve Winwood – organ, guitar, bass guitar, piano, harpsichord, percussion, vocals
Chris Wood – flute, saxophone, organ, percussion, vocals


Gastmusiker:

Jimmy Miller – maracas on "Dear Mr. Fantasy"
Steve Marriott – backing vocals and percussion on "Berkshire Poppies"
Ronnie Lane – backing vocals and percussion on "Berkshire Poppies"
Ian McLagan – backing vocals and percussion on "Berkshire Poppies"
Kenney Jones – backing vocals and percussion on "Berkshire Poppies"


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Rock


Trackliste:

1. Heaven Is In Your Mind (4:20)
2. Berkshire Poppies (2:58)
3. House For Everyone (2:06)
4. No Face, No Name, No Number (3:34)
5. Dear Mr. Fantasy (5:42)
6. Dealer (3:12)
7. Utterly Simple (3:19)
8. Coloured Rain (2:43)
9. Hope I Never Find Me There (2:09)
10. Giving to You (4:2$)


Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

11. Paper Sun (Mono) (3:26)
12. Dealer (Mono) (3:34)
13. Coloured Rain (Mono) (2:54)
14. Hole In My Shoe (Mono) (2:56)
15. No Face, No Name, No Number (Mono) (3:35)
16. Heaven Is In Your Mind (Mono) (4:15)
17. House For Everyone (Mono) (2:05)
18. Berkshire Poppies (Mono) (2:55)
19. Giving To You (Mono) (4:14)
20. Smiling Phases (Mono) (2:43)
21. Dear Mr. Fantasy (Mono) (5:34)
22. We're A Fade You Missed This (Mono) (0:53)

Gesamtspieldauer: 1:13:51




„Mr. Fantasy“ heißt das erste Album der englischen Band Traffic. Steve Winwood gründete, nachdem er die Spencer Davis Group verlassen hatte, zusammen mit Jim Capaldi, Chris Wood und Dave Mason die Band im April 1967 und bereits im Dezember desselben Jahres wurde die Debutplatte auf dem Musiklabel Island Records veröffentlicht. Das Album kletterte bis auf Position 16 der britischen Album Charts und erreichte immerhin Platz 88 in den US-amerikanischen Billboard 200 Charts. Dave Mason hatte die Band allerdings schon wieder verlassen, bevor das Album veröffentlicht worden war. Dies ist auch der Grund, warum die Platte in den USA mit einem anderen Cover veröffentlicht wurde, auf dem nur noch die restlichen drei Musiker zu sehen waren. Auch hieß der ursprüngliche Titel dort: „Heaven Is In Your Mind“. Zudem ist die Songauswahl dort eine andere. Drei neue Titel waren da mit „Paper Sun“, „Hole In My Shoe“ und „Smiling Phases“ zu hören, wohingegen die beiden Dave Mason Lieder „Hope I Never Find Me There“ und „Utterly Simple“ entfernt wurden. Das letzte Stück der US-Ausgabe „We're A Fade, You Missed This“ ist dagegen lediglich das Ende der Langversion von „Paper Sun“. Genau diese mono US-Ausgabe des Albums ist dieser remasterten Fassung der Scheibe in Form der Bonus Tracks hinzugefügt worden. Guter Service.

Nun, dieses erste Album von Traffic klingt durchaus nach den 60er Jahren. Soll heißen, man hört der Platte ihr Alter an – zum Teil sogar sehr deutlich. Das wiederum muss an sich nichts Schlechtes bedeuten, denn nach 60ies Pop, der heute eher altbacken und langweilig klingt, hört sich die Scheibe nicht an – zumindest nicht allzu oft. Ob das jetzt allerdings gleich Psychedelic Rock ist, den man hier hört, wie auch immer wieder zu lesen ist, das sei mal so dahingestellt. Klar gibt es die ein oder andere zur damaligen Zeit neue und unkonventionelle Idee zu hören und die seit Einführung durch die Beatles in Mode gekommene Sitar darf auch nicht fehlen, trotzdem ist das schon eher Pop-Rock der Endsechziger, denn irgendeine psychedelisch geratene Musik.

Die Lieder von Traffic auf „Mr. Fantasy“ gehen ins Ohr. Einen 08/15- Sound zelebrieren die drei bis vier Engländer hier ebenfalls nicht. Sitar, Mellotron, Orgel, Flöte, Saxophon und noch jede Menge weitere Musikinstrumente sorgen für sehr viel Abwechslung auf der Scheibe und auch für immer wieder andere Stimmungen in den einzelnen Liedern auf „Mr. Fantasy“. Dabei klingt die Musik immer melodisch, ohne anbiedernd oder kommerziell zu wirken. Die Höhepunkte des Albums finde ich auf der ersten Hälfte der englischen Ausgabe der Platte sowie in den drei Titeln, die nur auf der amerikanischen Version vorhanden waren. Diese Lieder überzeugen noch ein wenig mehr als die restlichen Stücke und lassen die Scheibe insgesamt zu einer guten Platte werden.

Fazit: Ein gutes Debut-Album ist Traffic mit „Mr. Fantasy“ gelungen. Zwar hört man der Musik auf dem Album immer wieder das Alter an, die Lieder jedoch sind abwechslungsreich, nie langweilig und gehen dabei zumeist auch noch gut ins Ohr. Psychedelisch klingt das alles zwar nur marginal, sehr viel eher nach Pop-Rock der späten 60er Jahre. Dieser hört sich allerdings gut und überzeugend an, macht Spaß. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Heaven Is In Your Mind, No Face No Name No Number, Dear Mr. Fantasy, Hole In My Shoe



Montag, 28. November 2016

Guster – Goldfly




Guster – Goldfly


Besetzung:

Ryan Miller – guitar, lead vocals
Adam Gardner – guitar, lead vocals
Brian Rosenworcel – percussion, background vocals


Gastmusiker:

Davey Faragher – bass
John Ferraro – drums
Steve Lindsey – hammond organ and nord synthesizers
Andy Happel – violin
Rudy DiCello – cello


Label: Hybrid Recordings


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. Great Escape (3:06)
2. Demons (4:26)
3. Perfect (4:23)
4. Airport Song (3:24)
5. Medicine (3:56)
6. X-Ray Eyes (3:27)
7. Grin (4:18)
8. Getting Even (4:43)
9. Bury Me (2:37)
10. Rocketship (4:03)
11. Melanie (3:48)

Gesamtspieldauer: 42:16




Guster ist eine US-amerikanische Alternative Rock Band aus Boston, Massachusetts, die im Jahr 1991 gegründet wurde und bis heute noch aktiv ist. Sieben Studio-Alben veröffentliche die Band bisher, „Goldfly“ ist in dieser Reihe die zweite Platte, die im März 1997 veröffentlicht wurde. Die Musik der Band spiegelt eher die langsamere Ausführung des Alternative Rock wider, maximal bis zum Mid-Tempo wird der Rhythmus der einzelnen Lieder angezogen.

Genau hier findet sich allerdings auch das Besondere in der Musik von Guster. Ryan Miller und Adam Gardner spielen akustische Gitarre und singen dazu, während Brian Rosenworcel, Schlagzeuger und Perkussionist der Band, auf allem möglichen herumzutrommeln scheint, was ihm in die Finger gerät. Bei den Live-Auftritten macht er das angeblich auch nur mit den Händen. Ryan Miller spielt häufig den rhythmischen Part, wohingegen Adam Gardner die Basslinie auf seiner Gitarre wiedergibt. Dazu der Harmoniegesang der beiden Gitarristen und fertig ist der ziemlich einmalige Sound von Guster. Und wenn es dann doch mal noch voller klingen soll, dann werden eben, wie hier auf „Firefly“, noch weitere Musiker für Bass, Keyboard und Schlagzug engagiert sowie diverse Streicher, die den Sound endgültig abrunden.

Die Musik der Band und damit die einzelnen Lieder auf „Goldfly“ klingen spannend, abwechslungsreich und sind meist sehr melodiös gehalten. Die eine oder andere Nummer geht dabei gut ins Ohr. Fast scheint es dabei allerdings so, dass die drei Musiker die wirklich schönen Titel gleich an den Anfang des Albums setzten. Ist der erste Titel „Great Escape“ noch etwas schräg und klingt auch seltsam, so können die folgenden Lieder alle gerade auch wegen ihren schönen und eingängigen Harmonien punkten. Das klingt sehr melodiös, vielleicht in der vorderen Hälfte der Platte etwas mehr, als weiter hinten, jedoch wird genau dies wohl jede und jeder unterschiedlich sehen. Anhören lässt sich das alles gut, wenn man auf die ruhige und eingängige Ausführung des Alternative Rocks steht. Nun und das Besondere ist durch die etwas ungewöhnliche Instrumentierung ebenfalls gegeben.

Fazit: Alternative Rock mal anders hört man auf „Firefly“ von Guster. Die Lieder auf dem Album bewegen sich eher im sanften Bereich und erreichen maximal Mid-Tempo. Sehr melodiös klingt das Ganze und das Besondere an der Musik ist die Instrumentierung, die manchmal lediglich aus zwei Gitarren und diversen Schlaginstrumenten besteht, zu der begleitend gesungen wird. Nicht spektakulär, aber mal etwas anderes. Neun Punkte.

Anspieltipps: Demons, Airport Song, Rocketship



Sonntag, 27. November 2016

Procol Harum – Shine On Brightly




Procol Harum – Shine On Brightly


Besetzung:

Gary Brooker – lead vocals (1-7b, 7d), piano (all but 7e)
Robin Trower – guitar, co-lead vocals (4)
Matthew Fisher – organ, lead vocals (7c), piano (7e)
Dave Knights – bass guitar
B.J. Wilson – drums
Keith Reid – lyrics


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Quite Rightly So (3:40)
2. Shine On Brightly (3:32)
3. Skip Softly (My Moonbeams) (3:47)
4. Wish Me Well (3:18)
5. Rambling On (4:31)
6. Magdalene (My Regal Zonophone) (2:50)
7. In Held 'Twas In I (17:31)
     a) Glimpses Of Nirvana
     b) 'Twas Teatime At The Circus
     c) In the Autumn Of My Madness
     d) Look To Your Soul
     e) Grand Finale

Gesamtspieldauer: 39:09




„Shine On Brightly“ heißt das zweite Studio-Album der britischen Band Procol Harum. Es erschien im September des Jahres 1968, auf den beiden Musiklabels „Regal Zonophone“ und „A&M Records“. Weltweit bekannt geworden sind Procol Harum durch das Stück „A Whiter Shade Of Pale“, welches noch vor der ersten Langspielplatte als Single veröffentlicht worden war. „Shine On Brightly“, das zweite Album, enthält nun ein Lied, welches ebenfalls ein ganz besonderer Titel ist. Mit „In Held 'Twas In I“ legten die Briten so etwas wie den Grundstein für den späteren Progressive Rock. Proto Progressive Rock könnte man fast sagen.

Als die Platte entstand, da erklangen viele Pop-Lieder noch nicht einmal drei Minuten lang. Länger war noch nicht „in“. Und plötzlich hört man solch eine Nummer wie „In Held 'Twas In I“ auf „Shine On Brightly“, klassische klingende Elemente zusammen mit eindeutig dem Rock zugehörigen Passagen. Ein Lied aufgebaut aus vielen unterschiedlichen Teilen, auch das gab es so, in dieser Form noch nicht so häufig. „In Held 'Twas In I“ ist eine tolle und abwechslungsreiche Nummer geworden, eine kleine musikalische Reise, die nur so überquillt vor Ideen. Alles klingt hier, ist melodiös, die Atmosphäre mal fordernder, mal nachdenklicher und dazu gibt es hier einen leicht ironischen Text zu hören, der die Sinnfrage des Lebens ein wenig genauer beleuchtet. Wirklich überzeugend, über die ganzen siebzehneinhalb Minuten hinweg.

Auch die weiteren Lieder auf „In Held 'Twas In I“ lohnen gehört zu werden. Dieses Zusammenspiel der Orgel des Matthew Fisher, der bluesigen Gitarre Robin Trowers und des unverwechselbaren Gesangs Gary Brookers bildet dabei dieses, für Procol Harum so typische Gesamtbild. Auch die weiteren Stücke der Platte gehen gut ins Ohr, immer sehr melodiös gehalten und so gar nicht vergleichbar mit dem Pop, der ansonsten zur damaligen Zeit gespielt wurde. Lediglich „Wish Me Well“ ist eine reine Blues-Nummer und will auch irgendwie gar nicht richtig zum Rest des Albums passen, welches übrigens neben dem bereits erwähnten „In Held 'Twas In I“ mit „Skip Softly (My Moonbeams)“ seinen weiteren Höhepunkt hat. Auch hier ist es die Eingängigkeit, gepaart mit verschiedenen Teilen, die selbst bei diesem relativ kurzen Lied jede Menge Spannung und Abwechslung aufkommen lassen.

Fazit: Sehr überzeugend und sehr spannend klingt „Shine On Brightly“ das zweite Studio-Album von Procol Harum. Hier, auf diesem Album, entwickelt sich ein Lied zum ersten Mal in die Richtung des Progressive Rock. Die Zutaten sind alle vorhanden. Viele der weiteren Titel gehen dabei zudem gut ins Ohr, sind ebenfalls überaus melodiös. Procol Harum klingen auf „Shine On Brightly“ in keiner Weise so, wie viele andere Bands zu damaligen Zeit. Macht Spaß, viel Spaß. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Skip Softly (My Moonbeams), Rambling On, In Held 'Twas In I



Samstag, 26. November 2016

Prince – Around The World In A Day




Prince – Around The World In A Day


Besetzung:

Prince – lead vocals and various instruments, cello


Gastmusiker:

David Coleman – cello, oud, fingercymbals, darbuka and background vocals on "Around the World in a Day", cello on "Raspberry Beret" and "The Ladder"
Jonathan Melvoin – tambourine and background vocals on "Around the World in a Day", "Pop Life"
Wendy Melvoin – background vocals on "Around the World in a Day", "Paisley Park", "Raspberry Beret", guitars and background vocals on "America", "Pop Life", "The Ladder"
Lisa Coleman – background vocals on "Around the World in a Day", "Paisley Park", "Raspberry Beret", keyboards and background vocals on "America", "Pop Life", "The Ladder"
Susannah Melvoin – background vocals on "Around the World in a Day", "Raspberry Beret" and "The Ladder"
Novi Novog – violin on "Paisley Park" and "Raspberry Beret"
Bobby Z. – drums and percussion on "America", "Pop Life", "The Ladder"
Brown Mark – bass guitar and background vocals on "America", "Pop Life", "The Ladder"
Dr. Fink – keyboards on "America", "Pop Life", "The Ladder"
Brad Marsh – tambourine on "America"
Sheila E. – drums on "Pop Life"
Eddie M. – saxophone on "The Ladder" and "Temptation"
Suzie Katayama – cello on "Raspberry Beret" and "The Ladder"
Sid Page – violin on "The Ladder"
Marcy Dicterow-Vaj – violin on "The Ladder" (as "Vaj")
Denyse Buffum – viola on "The Ladder"
Laury Woods – viola on "The Ladder"
Tim Barr – stand-up bass on "The Ladder"
Annette Atkinson – stand-up bass on "The Ladder"
Taja Sevelle – background vocals on "The Ladder" (as "Taj")


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop Rock, Psychedelic Pop


Trackliste:

1. Around The World In A Day (3:28)
2. Paisley Park (4:42)
3. Condition Of The Heart (6:48)
4. Raspberry Beret (3:33)
5. Tamborine (2:47)
6. America (3:42)
7. Pop Life (3:43)
8. The Ladder (5:29)
9. Temptation (8:18)

Gesamtspieldauer: 42:32




„Around The World In A Day“ ist das siebte Studio-Album des US-Amerikaners Prince und das dritte, welches er mit seiner Begleitband The Revolution einspielte. Veröffentlicht wurde die Platte im April 1985 auf dem eigenen Label Paisley Park Records und bei Warner Brothers Records. Prince wollte mit diesem Album weg vom überaus kommerziellen Sound des Vorgängeralbums „Purple Rain“ und etwas Neues ausprobieren – und anders ist es auch geworden. Die Musik auf „Around The World In A Day“ hat einen leicht psychedelischen Einschlag und so kommt es, dass hier viele Musikhörer auch von Psychedelic Pop oder Psychedelic Soul sprechen. Nun, zu abgefahren klingt die Platte jedoch nicht und obwohl Prince mit der Plattenfirma sogar aushandelte, dass zuvor keine Singles aus dem Album veröffentlicht werden sollten, erzielte das Album Verkaufszahlen, die in den USA für zwei Platin-Auszeichnungen ausreichten und verkaufte sich weltweit bisher über sieben Millionen Mal. Etwa einen Monat nach dem Erscheinen des Albums erschien dann auch mit „Raspberry Beret“ die erste von vier Singleauskopplungen. Die weiteren waren die Lieder „Paisley Park“, „Pop Life“ und „America“. Von diesen konnten sich „Raspberry Beret“ und „Pop Life“ in den meisten Hitparaden unter den Top Ten einreihen.

Nun und genau diese beiden Nummern sind auch die Höhepunkte der Scheibe. Beide Titel gehen gut ins Ohr und verbleiben dort auch länger. Und selbst wenn bei „Raspberry Beret“ der ein oder andere etwas schrägere Ton zu hören ist, so bleibt das doch kommerzielle Pop-Musik und ist weit davon entfernt, irgendwie sehr experimentell zu sein oder so zu klingen. Immerhin ist die Musik jedoch derart gestaltet, dass Hörerinnen und Hörer, die dem R&B und Funk nicht ganz so zugetan sind, auf dieser Platte auch etwas für sich finden werden. Denn auch so Titel wie „Paisley Park“, „Condition Of The Heart“ oder „The Ladder“ können da durchaus punkten. Zwar sind hier die funkigen und souligen Einflüsse in der Musik des Prince schon deutlich stärker wahrzunehmen, trotzdem bleibt der poppige, breiter angelegte Zugang zur Musik noch erhalten.

Weitaus schwieriger wird es für den Freund des Rocks dann mit solch Titeln wie zum Beispiel „Tambourine“ oder „America“, die dann schon sehr im Funk verwurzelt sind. Allerdings ist es auch gerade diese Vielfalt, welche die Scheibe so überaus abwechslungsreich werden lässt. Auf „Around The World In A Day“ gibt es jede Menge unterschiedliche, musikalische Stile zu erhören, die den eigenen Musikgeschmack mal etwas mehr, mal etwas weniger treffen werden. Kaum vorstellbar, dass sich hier jemand für jedes Lied absolut begeistern kann. Interessant und auch wirklich experimentell ist von daher das letzte Stück des Albums „Temptation“, in dem Prince gleich mehrere musikalische Genres in einem Lied unterbrachte. Hier wird schließlich sogar auch mal ordentlich gerockt und an anderen Stellen klingt das Lied dann wieder fast schon sphärisch und losgelöst. Von herkömmlicher Liedstruktur mit Strophe – Refrain – Strophe – Refrain und so weiter ist hier nichts mehr zu hören.

Fazit: Nicht alles auf „Around The World In A Day“ kann restlos überzeigen. Sehr viele musikalische Stile sind auf der Platte vereint und es liegt in der Natur der Dinge, dass man sich eben nicht in allen wiederfindet. Gleichzeitig kann man Prince hier allerdings auch niemals vorwerfen, eine langweilige und monotone Platte veröffentlicht zu haben, denn das ist „Around The World In A Day“ ganz eindeutig nicht. Wenn auch nicht ganz mein Musikgeschmack, spannend ist das schon. Acht Punkte.

Anspieltipps: Raspberry Beret, Pop Life, Temptation



Freitag, 25. November 2016

The Smashing Pumpkins – Zero




The Smashing Pumpkins – Zero


Besetzung:

Jimmy Chamberlin – drums
Billy Corgan – vocals, guitar
James Iha – guitar, vocals
D'arcy Wretzky – bass guitar, vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Alternative Metal


Trackliste:

1. Zero (2:40)
2. God (3:09)
3. Mouths Of Babes(3:46)
4. Tribute To Johnny (2:38)
5. Marquis In Spades (3:12)
6. Pennies (2:29)
7. Pastichio Medley (23:00)

Gesamtspieldauer: 40:57




„Zero“ von den Smashing Pumpkins ist eigentlich eine Single, obwohl die ganze Scheibe eine Laufzeit von über vierzig Minuten hat. Veröffentlicht wurde diese im April 1996 auf Virgin Records. „Zero“ kletterte in den U.S. Billboard 200 Charts bis auf Platz 46. In Neuseeland belegte die Scheibe sogar Platz 3 der Charts. Das Lied „Zero“ stellt die dritte Singleauskopplung aus dem Album „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ dar. Geschrieben wurde die Nummer von Billy Corgan.

Die ersten sechs Titel dieses kleinen Albums stellen alle sehr harte Alternative Metal Stücke dar, die durch den Gesang des Billy Corgan sogar noch etwas an Aggressivität gewinnen. Großartig melodiös ist das nie, hart allerdings sehr. Dies gilt auch für die Instrumentalnummer „Tribute To Johnny“, die dem Gitarristen Johnny Winter gewidmet ist. Fan der Smashing Pumpkins zu sein, hilft auf jeden Fall, mit dem Album warm zu werden.

Schwierig wird dies allerdings wohl auf für Fans, beim Hören des letzten Stücks auf der Scheibe. „Pastichio Medley“, ein Medley, bestehend aus über 70 Liedern, die während der Entstehung zu „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ entstanden. Zu hören gibt es hier allerdings nur Fragmente dieser Titel, die zum großen Teil unveröffentlicht, zum Teil allerdings auch auf „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ zu finden sind. Das Ganze klingt über 23 Minuten nach einer nervenaufreibenden Kakophonie, bei der es wahrlich schwierig ist, dies auch durchzuhalten, ohne die Stopp-Taste zu drücken oder aus dem Fenster zu springen.

Fazit: Kennt man diese „Single“ nicht, so ist das nicht weiter schlimm, man hat nicht zu viel verpasst. Die Musik klingt meist sehr hart und aggressiv, die Nummer „Marquis In Spades“ ist das Lied, wofür sich der Erwerb lohnt, das Lied „Zero“ selbst gibt es auf „Mellon Collie And The Infinite Sadness“. Die anderen Titel klingen eben nach den Smashing Pumpkins, ohne großartig herauszustechen. Das macht jedoch das letzte Lied, „Pastichio Medley“. Allerdings sehr negativ. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Marquis In Spades



Donnerstag, 24. November 2016

Orchestral Manoeuvres In The Dark – The Best Of OMD




Orchestral Manoeuvres In The Dark – The Best Of OMD


Besetzung (Ohne Instrumentenangabe):

Andy McCluskey
Paul Humphreys
Martin Cooper
Malcolm Holmes
Graham Weir
Neil Weir


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

1. Electricity (3:32)
2. Messages (4:45)
3. Enola Gay (3:32)
4. Souvenir (3:38)
5. Joan Of Arc (3:48)
6. Maid Of Orleans (4:12)
7. Telegraph (3:43)
8. Tesla Girls (3:33)
9. Locomotion (3:53)
10. Talking Loud And Clear (3:55)
11. So In Love (3:29)
12. Secret (3:57)
13. If You Leave (4:30)
14. Forever Live And Die (3:35)
15. Dreaming (3:58)
16. Genetic Engineering (3:35)
17. We Love You (12" Version) (6:14)
18. La Femme Accident (12" Version) (6:16)

Gesamtspieldauer: 1:14:14




„The Best Of OMD“ ist das erste Kompilationsalbum von Orchestral Manoeuvres In The Dark und gleichzeitig ist diese Scheibe die erfolgreichste überhaupt, die die 1978 gegründete, englische Band jemals veröffentlichte. Erschienen ist „The Best Of OMD“ im März des Jahres 1988 auf dem Label Virgin Records. Alle Hits, die die Band bis dorthin zu verzeichnen hatte, sind auch auf der Zusammenstellung enthalten.

Es ist schon so eine Sache mit diesem Synthie Pop. Wenn dieser mal sehr eingängig und melodiös klingt, über einen einprägsamen Lauf verfügt, dann kann das Ganze durchaus auch ein wenig Spaß machen. Wenn die einzelnen Lieder allerdings nur synthetisch klingen, dann wird es einfach schwierig für den durchschnittlichen Musikhörer, sehr schwierig sogar. Zumeist ist dies leider bei Orchestral Manoeuvres In The Dark der Fall. Dieses nach Plastik klingende Schlagzeug in Verbindung mit sich sehr synthetisch anhörenden Keyboards, das erinnert mitunter manchmal fast an Folter. Ganz schlimm wird es dann, wenn das Ganze noch schlagereske Züge annimmt. Deutscher Schlager auf Englisch eingesungen? Man fragt sich, was da noch so alles kommen wird.

Nur wenige Lieder können da für etwas Ausgleich sorgen, sodass man diese Scheibe doch noch entspannt anhören kann. Klar, „Talking Loud And Clear“ ist eine tolle und überzeugende Nummer. Die beste, die Orchestral Manoeuvres In The Dark jemals veröffentlichten. Und bildet man es sich ein oder klingt die Band hier wirklich „handgemachter“? Außer dieser Nummer gibt es nur noch wenig, was sich gut anhören lässt. Und das sind noch nicht einmal die ganz großen Hits der Band. „Electricity“ bleibt genau wie „Enola Gay“ aufgrund des Synthesizer-Laufs hängen. Warum allerdings ein Lied über das Flugzeug, welches die erste Atombombe mit dem Namen „Little Boy“ über Hiroshima abwarf so fröhlich klingt, das wissen in dem Fall wohl auch nur die Musiker von Orchestral Manoeuvres In The Dark. Mit Abstrichen ebenfalls noch „ganz nett“ klingen „Maid Of Orleans“ und „Secret“. Das war es dann allerdings auch schon. Für den ganzen Rest sollte man dann wohl doch eher ein großer Fan dieses Synthie Pops sein, ansonsten wird die Scheibe zur großen, kaum auszuhaltenden Qual.

Fazit: Sehr viel und sogar irgendwie typische Musik der 80er Jahre hört man auf „The Best Of OMD“ von Orchestral Manoeuvres In The Dark. Das Keyboard und der Synthesizer waren plötzlich für viele die Heilsbringer in der Musik – das kann man auf diesem Album mit jedem Takt hören. Die Platte enthält eine ganze Reihe von Synthie Pop Hits der damaligen Zeit. Manche, leider aber wenige der Stücke, verfügen über einen sehr eingängigen Lauf, viele andere Lieder klingen einfach nur synthetisch. Nicht unbedingt meine Musik, aber zur damaligen Zeit durchaus erfolgreich. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Electricity, Enola Gay, Talking Loud And Clear



Mittwoch, 23. November 2016

Pearl Jam – Backspacer




Pearl Jam – Backspacer


Besetzung:

Jeff Ament – bass guitar
Matt Cameron – drums, percussion
Stone Gossard – guitar
Mike McCready – guitar
Eddie Vedder – guitar, vocals


Gastmusiker:

Bruce Andrus – horn
Justin Bruns – violin
Richard Deane – horn
Danny Laufer – cello
Cathy Lynn – viola
Brendan O'Brien – backing vocals, piano
Christopher Pulgram – violin
Susan Welty – horn


Label: Monkeywrench Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Gonna See My Friend (2:48)
2. Got Some (3:02)
3. The Fixer (2:57)
4. Johnny Guitar (2:50)
5. Just Breathe (3:35)
6. Amongst The Waves (3:58)
7. Unthought Known (4:08)
8. Supersonic (2:40)
9. Speed Of Sound (3:34)
10. Force Of Nature (4:04)
11. The End (2:57)

Gesamtspieldauer: 36:38




„Backspacer“ heißt das neunte Studio-Album der US-amerikanischen Alternative Rock Band Pearl Jam, welches im September des Jahres 2009 veröffentlicht wurde. Die Platte ist mit weniger als 37 Minuten Laufzeit etwas kurz geraten, die kürzeste in der Diskographie von Pearl Jam. Inhaltlich ist dieses Album allerdings deutlich optimistischer, als so manch andere Scheibe von Pearl Jam. Dies mag wohl an der Entstehungszeit und der Wahl von Barak Obama zum Präsidenten der USA liegen. Die George W. Bush Jahre waren nun vergangen, die Sänger und Texter Eddie Vedder sehr zusetzten. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Lieder von Pearl Jam nun inhaltlich, nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA, zumindest textlich verändern wird. Die Musik, die es auf „Backspacer“ zu hören gibt, ist relativ eingängiger Alternative Rock. Mit Grunge hat das nur noch wenig zu tun. Oder waren Pearl Jam eigentlich jemals so richtig eine Grunge Band? 

Die Musik auf „Backspacer“ klingt durchaus, ist allerdings so ein klein wenig austauschbar. Richtig begeisternd sind hier eher die langsameren Stücke, denn die rockigen Nummern. Pearl Jam biedern sich auf „Backspacer“ garantiert nicht den Radiostationen dieser Welt an, trotzdem klingt das Album irgendwie sehr nach Mainstream. Das Besondere, das fehlt hier einfach in der Musik der Band. Aber diese durchaus vorhandene „Massentauglichkeit“ brachte natürlich auch Erfolg. In den englischsprachigen Ländern USA, Kanada, Australien und Neuseeland belegte die Platte jeweils Platz 1 der Charts.

Die Lieder auf „Backspacer“ sind definitiv keine schlechten Nummern. Besonders gut klingen Pearl Jam dieses Mal, wenn sie eher die sanften Töne anschlagen. Das machen sie bei „Just Breathe“ und „The End“. Zwei wirklich tolle Lieder, die fast schon in den Bereich des Folk Rock hineinreichen. Wunderschön melodiös und von Eddie Vedder mit wirklich guten Texten ausgestattet. Vor allen Dingen „The End“ überzeugt diesbezüglich sehr. Und auch „Unthought Known“ ist eine tolle Nummer. Diese hält für die Hörerin und den Hörer alle Schattierungen der Musik von Pearl Jam parat. Die nachdenklichen, ruhigen Töne, genau wie die rockigen und treibenden Abschnitte. So macht das Album schon viel Spaß.

Fazit: Nicht alles auf „Backspacer“ kann restlos überzeugen, obwohl die Musik und damit die einzelnen Lieder durchaus im Genre des Alternative Rock angesiedelt sind und hier zu den Eingängigen gehören. Aber vielleicht ist es gerade dieser Umstand, warum man „Backspacer“ auflegt, es hört und nur wenig zurückbleibt. Doch die schönen Momente hat die Platte definitiv auch. Diese liegen in den ruhigen, fast schon folkigen Stücken. Da überzeugen Pearl Jam dann sogar sehr und dadurch lohnt sich auch das Auflegen der Platte immer wieder. Acht Punkte.

Anspieltipps: Just Breathe, Unthought Known, The End