Montag, 18. März 2019

JD Eicher – The Compass




JD Eicher – The Compass


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: JD Eicher Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Indie Pop


Trackliste:

1. Ain't My Scene (2:55)
2. Find Me Here (3:12)
3. Money Back (3:23)
4. Maybe You Should Know (3:37)
5. Money Back (Acoustic) (3:23)
6. Kid (Demo) (4:05)

Gesamtspieldauer: 20:37



JD Eicher ist ein US-amerikanischer Singer-Songwriter und Musiker aus Youngstown, Ohio, der seit dem Jahr 2009 bereits vier komplette Alben veröffentlicht hat. Am 8. März 2019 erschien nun seine zweite EP mit dem Titel „The Compass“. Darauf hört man sehr eingängigen Indie Pop, der bereits beim ersten Mal des Hörens ohne große Umwege zu beschreiten ins Ohr geht.

Es klingt alles auf dieser EP, die radiotaugliche Musik bietet, welche sich dabei positiv vom Mainstream abhebt. Die Lieder hören sich an keiner Stelle langweilig oder gar anbiedernd an, stellen sehr viel eher melodische Stücke dar, die man jederzeit und auch nebenbei gut hören kann. Der Gesang des JD Eicher überzeugt hier zudem, klingt in den tiefen wie den höheren Lagen gelungen und einnehmend.

Fazit: Unterhaltenden und eingängigen Indie Pop bekommt man auf der EP „The Compass“ des US-Amerikaners JD Eicher geboten. Musik, die ins Ohr geht und dort durchaus mit jedem weiteren Durchlauf des kurzen Albums noch reift. Füße und der Kopf wippen beim Hören mit, die Musik kommt auf den Punkt, unterhält eben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Money Back



Aktuelle Tourdaten:

27. März – Kulturcafe Komm Du, Hamburg
28. März – House Concert, Oldenburg
29. März – Galerie Seepferdchen, Kiel
30. März – Burg Henneberg, Hamburg
1. April – Tonfink, Lübeck
2. April – The Shakespeare Pub, Herdecke
3. April – Wohnzimmer 7Stern, Wien, Austria
5. April – Lendhafen Café, Klagenfurt, Austria
7. April – Gleis Süd, Horb Am Neckar
8. April – Schick & Schön, Mainz
9. April – Tsunami, Köln
10. April – Q, Marburg
11. April – Schloßcafé, Rottenburg
12. April – Kaffeesatz, Chemnitz
13. April – Bistro Cozy, Weilburg
14. April – Kulturgewächshaus Birkenried, Gundelfingen



Sonntag, 17. März 2019

IQ – The Seventh House




IQ – The Seventh House


Besetzung:

Peter Nicholls – lead and backing vocals
Martin Orford – keyboards and backing vocals
Mike Holmes – guitars, guitar synthesizer and keyboards
John Jowitt – bass and backing vocals
Paul Cook – drums and percussion


Gastmusiker:

Tony Wright – saxophone


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 2000


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Wrong Side Of Weird (12:24)
2. Erosion (5:44)
3. The Seventh House (14:26)
4. Zero Hour (7:11)
5. Shooting Angels (7:22)
6. Guiding Light (9:58)

Gesamtspieldauer: 57:07



„The Seventh House“ heißt das achte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band IQ. Das Album erschien im Juni 2000 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea. Darauf zu hören ist einmal mehr der für IQ so typische Progressive Rock, der eher auf die melodische Variante ausgerichtet ist, als zu vertrackt und kompliziert zu klingen.

„The Seventh House“ klingt somit ganz in der Tradition der Band. Vergleicht man die Scheibe allerdings mit dem Vorgänger „Subterranea“ („Seven Stories Into ’98“ sei an dieser Stelle mal außen vor gelassen, da es zwar als das siebte Album von IQ geführt wird, allerdings lediglich bisher unveröffentlichtes Material aus den Anfangsjahren der Band enthält), so kann das vorliegende Album nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten. Das liegt an nichts anderem als an der Eingängigkeit der Lieder selbst. Diese war auf „Subterranea“ noch sehr viel intensiver vorhanden, als auf „The Seventh House“. Trotzdem ist auch „The Seventh House“ kein schlechtes Album geworden. Alle guten Zutaten einer guten IQ Scheibe sind enthalten. Viel Abwechslung in der Musik, die einmal mehr mit den Atmosphären spielt. Dazu gibt es auch die schönen Melodien, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß von früher.

Der Höhepunkt des Albums ist das Titellied „The Seventh House“. Diese Nummer ist gleichzeitig auch die längste der Platte und zeigt in vielen Facetten die Musik, die man auf einem IQ-Album zu finden hofft. Progressive Rock in sehr melodiöser Ausprägung, spannend inszeniert, mit vielen Wendungen versehen und eben auch eingängig. Einen Ausfall gibt es auch nicht auf diesem Album zu beklagen, alle anderen Titel besitzen gleich große Qualität, die die Herzen der Fans dieses musikalischen Genres höherschlagen lässt.

Fazit: Ein ganz und gar typisches IQ-Album ist „The Seventh House“ geworden. Alle Zutaten der Musik der Engländer sind auch auf dieser Scheibe enthalten. Was ein wenig fehlt, sind die absoluten Höhepunkte, die es mehr auf anderen Scheiben von IQ zu bestaunen gibt. Doch ist das „Jammern auf hohem Niveau“? Vielleicht, denn das Album wirkt und klingt. Möglicherweise nicht ganz so wie…. Ach, einfach Geschmackssache. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Seventh House



Samstag, 16. März 2019

Rio Reiser – Rio I.




Rio Reiser – Rio I.


Besetzung:

Rio Reiser


Gastmusiker:

Anette Humpe
Curt Cress
F.M. Einheit
George Glück
Kenneth Taylor
Peter Weihe
R.P.S. Lanrue
Rainer Kipp
Ramesh
Rolf Appelboom
Thomas Fehlmann
Thomas Glanz
Udo Arndt
Uli Hieber


Label: CBS Records


Erscheinungsjahr: 1986


Stil: Deutsch Rock


Trackliste:

1. Alles Lüge (4:15)
2. Lass uns das Ding drehn (3:42)
3. Für immer und dich (5:35)
4. Menschenfresser (3:58)
5. Junimond (4:00)
6. König von Deutschland (3:30)
7. Lass mich los (4:45)
8. So allein (3:32)
9. Ich leb doch (3:26)
10. Bei Nacht (6:05)

Gesamtspieldauer: 42:53



Das erste Solo-Album des Rio Reiser, nach der Auflösung der Band Ton Steine Scherben, erschien im Jahr 1986 auf dem Plattenlabel CBS Records und wurde kurzerhand schlicht mit „Rio I.“ betitelt. Auf der Platte hört man eingängigen Deutsch Rock, der viele der ehemaligen Scherben-Fans vor den Kopf stieß. Denn „Rio I.“ ist eindeutig ein kommerzielles Album geworden, welches gleich mehrere radiotaugliche Lieder aufweist.

Der Erfolg blieb auch nicht aus und mit dem Album konnte Rio Reiser die Schulden tilgen, die sich insbesondere durch die zuletzt mit Ton Steine Scherben durchgeführte Tour angesammelt hatten. Auf dem Album befinden sich viele der bekanntesten Songs des Rio Reiser. „Alles Lüge“, „Menschenfresser“, „Junimond“ sowie „König von Deutschland“ sind wohl die Titel des als Ralph Christian Möbius in Berlin geborenen Musikers, welche den größten Wiedererkennungswert haben und die gleichzeitig auch von den meisten Hörerinnen und Hörern eindeutig Rio Reiser zugeschrieben werden können. Diese Lieder sind allesamt Nummern, die sehr eingängig und melodiös klingen, dementsprechend auch ins Ohr gehen und dort sogar nachhallen.

Dabei haben sich die älteren Ton Steine Schweben Fans sogar ein wenig umsonst aufgeregt, denn einige der Lieder auf „Rio I.“ waren schon bei der Band des Rio Reiser Bestandteil von Live-Auftritten und wurden nicht extra „kommerziell“ für diese Platte geschrieben. Die anderen sechs Nummern reihen sich ebenso massenkompatibel in den Reigen der Deutsch Rock Lieder ein, sodass „Rio I.“ insgesamt ein sehr einheitliches Bild abgibt. Musik, die ins Ohr geht und gut unterhält und weit davon entfernt ist, anbiedernd zu klingen. Gegen Ende lässt die Qualität der Lieder allerdings etwas nach und sie hinterlassen keine Spuren mehr.

Fazit: Ein sehr überzeugendes Deutsch Rock Album ist Rio Reiser mit seinem ersten Solo-Werk „Rio I.“ gelungen. Die Melodien gehen ins Ohr, die Texte sind zum Teil witzig, regen zum anderen mitunter zum Nachdenken an. Die politische Aussage, die bei Ton Steine Scherben sehr viel mehr im Vordergrund stand, tritt hier etwas in den Hintergrund – auch wenn sie immer noch vorhanden ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Menschenfresser, König von Deutschland



Freitag, 15. März 2019

Vivie Ann – When The Harbour Becomes The Sea




Vivie Ann – When The Harbour Becomes The Sea


Besetzung:

Vivie Ann – vocals, guitars, keyboards, theremin, background vocals


Gastmusiker:

Philipp Schwär – guitars, drums, percussion, background vocals
Christoph Klinger – guitars, keyboards, piano, background vocals, choir
Julian Domke – bass
Ben Galliers – background vocals
Ingo Stahl – background vocals, choir
Christian Hartung – guitars, background vocals
Felix Hoffmann – bass, choir
Jonas Böker – drums
Florian Eilers – bass
Tobias Siebert – guitars, theremin, bass, background vocals
Jonathan Schwenzer – bass ukulele, choir, guitars, background vocals
Marcel Römer – drums
Matthias Koschnitzke – guitars
Niklas Tikwe – bass
Charlie Waldschmidt – choir
Eliane Oesch – choir
Helene Hart – choir
Henning Sommer – choir
Florian Luig – choir
Sven van Thom – guitars
Luke Cyrus Götze – guitars
Timon Schemp – drums
Rainer “Kallas” Hubert – drums


Label: My Oh My Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Independent Pop


Trackliste:

1. No Start (0:46)
2. Cold Water (4:22)
3. Obsolete Majesty (3:24)
4. Anytime (3:55)
5. Loverboy (3:40)
6. Euphoria (3:37)
7. Windmills (3:59)
8. Survivor (3:52)
9. Until My Arms Break (3:30)
10. Honey (3:24)
11. The Moor (4:51)
11. Glow (4:22)
12. No End (4:15)

Gesamtspieldauer: 48:01




„When The Harbour Becomes The Sea“ heißt das zweite Album der Wahl-Hamburgerin Vivie Ann, welches heute auf dem Plattenlabel My Oh My Records erscheint. Auf „When The Harbour Becomes The Sea“ hört man eingängigen und melodiösen Independent Pop, der mitunter sogar bis in das Genre des Rock hineinreicht und dabei mit sehr viel Abwechslung zu überzeugen versteht.

Es ist das Spiel mit den Atmosphären, welches Vivie Ann bestens versteht und ihr zweites Album zu etwas Besonderem werden lässt. Dreizehn Lieder befinden sich auf der Platte und ganz gleich, ob die einzelnen Titel dabei eher nachdenklich klingen oder sogar deutlich rockiger aus den Boxen strömen, überzeugend hört sich das an jeder Stelle des Albums an. „When The Harbour Becomes The Sea“ ist eine moderne poppig rockige Platte geworden, die mit Liedern aufwartet, die es bereits beim ersten Mal des Hörens zünden und auch längerfristig nachhallen. Vivie Ann hat eine schöne und variantenreich klingende Stimme, die in den ruhigen wie in den etwas rockigeren, in den tieferen, wie in den höheren Passagen ihrer Musik stets überzeugt. Ein klein wenig fühle ich mich bei Hören von „When The Harbour Becomes The Sea“ an die Musik von Florence + The Machine erinnert. Vivie Ann ist noch unbekannter als die Engländerin Florence Welch, doch das dürfte sich bald ändern, denn qualitativ spielen beide Musikerinnen durchaus in einer Liga.

Die Lieder auf dem zweiten Album der Vivie Ann gehen allesamt und ohne Ausnahme ins Ohr. Meine persönlichen Höhepunkte auf „When The Harbour Becomes The Sea“ heißen „Anytime”, „Loverboy” sowie „Honey”. Allerdings hätte ich an dieser Stelle wohl auch jeden anderen der weiteren zehn Stücke aufzählen können, denn Ausfälle lassen sich auf dem Album glücklicherweise keine ausmachen. Die Platte ist vom ersten bis zum letzten Akkord hörenswert und unterhält.

Fazit: Ein überzeugendes poppig rockiges Album ist Vivie Ann mit ihrer zweiten Veröffentlichung „When The Harbour Becomes The Sea“ gelungen. Dreizehn Titel, die ins Ohr gehen und unterhalten. Populäre Musik, die jederzeit im Radio gespielt werden kann und sich doch angenehm vom Mainstream abhebt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Anytime, Loverboy, Honey



VIVIE ANN
Tour 2019

18.03.2019 Hamburg, Nochtspeicher
03.05.2019 Einbeck, Alte Synagoge
06.05.2019 München, Ampere
07.05.2019 Frankfurt, Brotfabrik
08.05.2019 Berlin, Auster Club
17.05.2019 Stuttgart, Schräglage
18.05.2019 Köln, Subway
20.05.2019 Hannover, Lux



Donnerstag, 14. März 2019

Editors – The Weight Of Your Love




Editors – The Weight Of Your Love


Besetzung:

Tom Smith – lead vocals, guitar, piano
Russell Leetch – bass guitar, synthesizer, backing vocals
Ed Lay – drums, percussion, backing vocals
Justin Lockey – lead guitar
Elliott Williams – keyboards, synthesizers, additional guitar, backing vocals


Gastmusiker:

Helen Atkinson – vocals
Mark Berrow – violin
Stevie Blacke – string arrangements, strings
Rachel Bolt – viola
Natalia Bonner – violin
Emil Chakalov – violin
Jo Changer – string contractor
Caroline Dale – cello
David Daniels – cello
Alison Dods – violin
Matt Dunkley – conductor, orchestration
Jonathan Evans-Jones – violin
Isobel Griffiths – string contractor
Steven Herrman – trumpet
John Hinchey – trombone
Jim Hoke – brass arrangement, sax (baritone), sax (tenor)
Ian Humphries – violin
Helen Kamminga – viola
Skaila Kanga – harp
Patrick Kiernan – violin
Boguslav Kostecki – violin
Rick Koster – violin
Martin Loveday – celli
Rita Manning – violin
Everton Nelson – violin
Andrew Parker – viola
Tom Pigott-Smith – violin
Anthony Pleeth – celli
Mary Scully – bass
Cathy Thompson – violin
Allen Walley – bass
Bruce White – viola
Deborah Widdup – violin


Label: Play It Again Sam


Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. The Weight (4:32)
2. Sugar (4:16)
3. A Ton Of Love (3:58)
4. What Is This Thing Called Love (4:12)
5. Honesty (4:49)
6. Nothing (5:15)
7. Formaldehyde (3:50)
8. Hyena (3:39)
9. Two Hearted Spider (4:30)
10. The Phone Book (4:31)
11. Bird Of Prey (4:46)

Gesamtspieldauer: 48:23



„The Weight Of Your Love“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Band Editors. Es wurde am 28. Juni 2013 auf dem Plattenlabel Play It Again Sam veröffentlicht und kletterte in Großbritannien bis auf Platz 6, in Deutschland sogar bis auf Platz 4 der Charts. Mit den Liedern „A Ton Of Love”, „Formaldehyde”, „Honesty”, „Sugar” sowie „What Is This Thing Called Love” wurden gleich fünf Titel der Platte als Singles ausgekoppelt. „The Weight Of Your Love“ ist das erste Album der Editors ohne den bisherigen Lead-Gitarristen Chris Urbanowicz – dafür sind nun Gitarrist Justin Lockey und Keyboarder Elliott Williams mit von der Partie.

Auf „The Weight Of Your Love“ hört man eingängigen Pop-Rock, der an vielen Stellen des Albums sehr schnell ins Ohr geht. Die Scheibe klingt durchaus dergestalt, dass sie genau mit dem Anspruch auf unkomplizierte und schnell eingängige Melodiösität produziert wurde. Nichts Schlimmes, denn auch Musiker wollen Geld verdienen und eben Platten verkaufen. Das hat im Falle von „The Weight Of Your Love“ auch gut funktioniert. Und so hört man auf der Scheibe sehr eingängige und eher positiv klingende Musik, die das Gefühl der Sehnsucht und Liebe thematisiert und dabei mal mehr, mal weniger überzeugt.

Natürlich darf man bei einem Album-Titel wie „The Weight Of Your Love“ keine hochgeistigen Texte erwarten. Allerdings ein wenig mehr Variabilität in der Auswahl der Themen hätte es dann aber doch auch sein können. Nur Liebe und Herzschmerz als Inhalte zu thematisieren ermüdet irgendwann. Dies auch eingedenk des Umstandes, dass die Musik zu Beginn der Platte durchaus zu überzeugen weiß, in der Mitte des Albums jedoch leider musikalisch ein wenig in den Bereich des Kitsches abdriftet. Solch Lieder wie „What Is This Thing Called Love” oder „Honesty” erfordern schon ein gesundes Maß an Toleranz, um diese Titel nicht ständig beim Hören des Albums zu überspringen.

Wesentlich besser und nicht ganz so schmalzig klingen die Editors zum Beispiel bei den Liedern „The Weight“ und „The Phone Book“. Die Musik wirkt in diesen Nummern interessanter, längst nicht so kitschig, auch wenn einem der Text etwas anderes zu suggerieren versucht. Nun, so ein wenig Romantik lässt sich eben doch wunderbar in Form von Liebesliedern packen. Und in diesen beiden Fällen ist das auch durchaus sehr geglückt.

Fazit: „The Weight Of Your Love“ von den Editors klingt eingängig und unterhält. An mancher Stelle hätte man sich weniger „Liebesschwüre“ gewünscht, textlich wie musikalisch. Trotzdem kann man das Album genießen. Eine poppig rockige musikalische Mischung gibt es darauf zu hören, die zumeist gut ins Ohr geht. Kein Überalbum doch immer noch gute Unterhaltung. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Weight, The Phone Book



Mittwoch, 13. März 2019

If These Trees Could Talk – Above The Earth, Below The Sky




If These Trees Could Talk – Above The Earth, Below The Sky


Besetzung:

Tom Fihe – bass
J.S. Kalal – guitar
Cody Kelly – guitar
Zack Kelly – drums
Mike Socrates – guitar


Gastmusiker:

Tim Gerak – additional guitars on “Deus Ex Machina”


Label: Metal Blade Records


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Post Rock, Instrumental Rock


Trackliste:

1. From Roots To Needles (6:42)
2. What’s In The Ground Belongs To You (4:14)
3. Terra Incognita (0:57)
4. Above The Earth (2:19)
5. Below The Sky (7:20)
6. The Sun Is In The North (5:45)
7. Thirty-Six Silos (4:39)
8. The Flames Of Herostratus (5:34)
9. Rebuilding The Temple Of Artemis (5:05)
10. Deus Ex Machina (2:24)

Gesamtspieldauer: 45:03



„Above The Earth, Below The Sky” heißt das Debut-Album der US-amerikanischen Post Rock Band If These Trees Could Talk. Ursprünglich war die Scheibe am 11. März 2009 von der Band selbst veröffentlicht worden. Es erfolgte eine Wiederveröffentlichung in Form einer LP und schließlich erschien das Album im Januar 2015 erneut, jetzt auf dem Plattenlabel Metal Blade Records. Auf „Above The Earth, Below The Sky” hört man eingängige Rockmusik, mal zart mal hart, die ohne Gesang auskommt.

Alles was man auf diesem Album zu hören bekommt klingt eingängig und melodiös. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Musik gerade rockiger oder aber sanfter an das Ohr dringt. Die einzelnen Nummern wirken allesamt und zu jeder Zeit. Da der Gesang und damit auch Inhalte fehlen, wirken die mit der Musik vermittelten Atmosphären für sich alleine. Drei Gitarristen und keine Keyboards prägen die Musik von If These Trees Could Talk auf „Above The Earth, Below The Sky”. Diese klingt insgesamt eher dunkler denn fröhlich. Stimmungen wissen die fünf Musiker dabei bestens zu erzeugen und zu transportieren. Die einzelnen Lieder hören sich jederzeit intensiv und packend an.

Allerdings beinhaltet der fehlende Gesang in der Musik von If These Trees Could Talk auch einen kleinen Nachteil. So klasse und überzeugend die Lieder auch aus den Lautsprechern dringen, sie klingen ähnlich. Mag beim ersten Mal des Hörens – trotz der guten Unterhaltung – noch nichts hängenbleiben, so wird dies mit jedem weiteren Durchlauf zwar besser, richtig herauskristallisieren sich die Höhepunkte der Scheibe jedoch nie völlig. Alles hört sich gut an, alles klingt schön auf „Above The Earth, Below The Sky”, jedoch eben leider alles auch sehr ähnlich.

Fazit: „Above The Earth, Below The Sky” ist ein schönes und eingängiges Rock Album geworden, auf dem man keinen Gesang hört. Die fünf Musiker verstehen es Atmosphären zu generieren und zu unterhalten. Gitarren-lastige Musik, welche klingt und wirkt bekommt man auf dieser Scheibe zu hören. Die Lieder ähneln zwar sehr, trotzdem bleibt „Above The Earth, Below The Sky” von If These Trees Could Talk selbstverständlich ein gutes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: From Roots To Needles, The Sun Is In The North, Rebuilding The Temple Of Artemis



Dienstag, 12. März 2019

Focus – The Best Of Focus / Hocus Pocus




Focus – The Best Of Focus / Hocus Pocus


Besetzung:

Ohne weitere Angaben


Gastmusiker:

Ohne weitere Angaben


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Hocus Pocus (6:42)
2. Anonymus (6:35)
3. House Of The King (2:51)
4. Focus (9:46)
5. Janis (3:08)
6. Focus II (4:04)
7. Tommy (3:24)
8. Sylvia (3:30)
9. Focus III (6:05)
10. Harem Scarem (5:52)
11. Mother Focus (3:06)
12. Focus IV (3:57)
13. Bennie Helder (3:30)
14. Glider (4:41)
15. Red Sky At Night (5:48)
16, Hocus Pocus (U.S. Single Version) (3:24)

Gesamtspieldauer: 1:16:31




Mit dem im Jahr 1993 auf dem Plattenlabel Red Bullet veröffentlichten Kompilationsalbum „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ erhält man eine schöne Übersicht über das musikalische Schaffen der niederländischen Progressive Rock Band Focus in ihren früheren Jahren. Progressive Rock und jazzige Elemente sind in der Musik von Focus zu hören, die hier entsprechend präsentiert wird.

Die Liedauswahl kann dabei als durchaus gelungen angesehen werden, fast ausschließlich wurden die stärkeren Titel der Band dieser Zusammenstellung hinzugefügt. Und wenn man dann doch die eine oder andere Nummer wirklich nicht mag, ist das wohl eher dem persönlichen Geschmack geschuldet. Füllmaterial enthält „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ nämlich nicht, auch wenn nicht alles darauf zu überzeugen weiß…. Aber das hatten wir bereits.

Fazit: Wer lediglich an den Höhepunkten der ersten Jahre der niederländischen Band Focus interessiert ist, die oder der wird mit dem Kompilationsalbum „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ bestens bedient. Kenner der Band werden sicherlich die Titelzusammenstellung diskutieren und den einen oder anderen Titel vermissen, dafür wiederum ein anderes, enthaltenes Lied als überflüssig ansehen. Doch auch dies ist lediglich Geschmackssache. Nach dem Hören von „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ weiß man, wie die Band klingt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hocus Pocus, Janis, Focus III



Montag, 11. März 2019

Steve Hackett – At The Edge Of Light




Steve Hackett – At The Edge Of Light


Besetzung:

Steve Hackett – guitars, vocals


Gastmusiker:

Durga McBroom – vocals
Lorelei McBroom – vocals
Nick D'Virgilio – drums
Simon Phillips – drums
Sheema Mukherjee – sitar
Gulli Briem – drums, percussion
Malik Mansurov – tar
Jonas Reingold – bass guitar
Paul Stillwell – didgeridoo
Rob Townsend – saxophone, bass clarinet, duduk
Amanda Lehmann – vocals
John Hackett – flute
Gary O'Toole – drums
Roger King – keyboards
Ben Fenner – keyboards
Dick Driver – double bass
Christine Townsend – violin, viola


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Fallen Walls And Pedestals (2:17)
2. Beasts In Our Time (6:20)
3. Under The Eye Of The Sun (7:07)
4. Underground Railroad (6:22)
5. Those Golden Wings (11:19)
6. Shadow And Flame (4:24)
7. Hungry Years (4:34)
8. Descent (4:20)
9. Conflict (2:36)
10. Peace (5:03)

Gesamtspieldauer: 54:27



„At The Edge Of Light“ heißt das bereits fünfundzwanzigste Studioalbum des englischen Gitarristen und inzwischen auch ganz passablen Sängers Steve Hackett. Am 25. Januar 2019 erschien die Scheibe auf dem Plattenlabel InsideOut Records. Es gibt mehrere Ausgaben dieses Albums. Wenn man sich für die Vinyl-Ausgabe entscheidet, bekommt man automatisch auch die CD mitgeliefert. Das Besondere ist allerdings, dass die Musik des Albums auf drei LP Seiten passt. Somit ist die vierte LP-Seite einfach frei gelassen worden, darauf sieht man einen einfachen Druck den Plattencovers: Der Blitz, der Mann und der Spruch „Turn and face whatever you most fear“. Habe ich so auch noch nicht gesehen.

Auf „At The Edge Of Light“ hört man das musikalische Konvolut, welches inzwischen typisch ist für die Musik des Steve Hackett. Rock, Pop, Folk, Gospel und Weltmusik in Form von orientalisch und indisch klingenden musikalischen Ausflügen. Immer wieder eine akustische Gitarre im Wettstreit mit orchestraler Inszenierung, die dieses Mal auch noch um Chöre erweitert wird. Das ist besonders, klingt besonders und die Musik des Steve Hackett ist inzwischen eine ganz besondere Musik geworden, die irgendwie wahrlich für sich selbst steht. Dabei ist die Abwechslung in der Musik des Steve Hackett immer gegeben, der Melodiösität und Eingängigkeit wird immer ein sehr großer Raum gegeben. Die Lieder des gebürtigen Londoners gehen ins Ohr und dies ohne große Umwege.

All dies trifft auf „At The Edge Of Light“ genauso zu wie auf die vorherigen Veröffentlichungen des Engländers. Trotzdem kommt dieses neueste Werk nicht ganz an die vorherigen Veröffentlichungen heran. Dies liegt ein wenig an den Liedern „Under The Eye Of The Sun“ und „Hungry Years“. Beides sind Stücke, die so dermaßen überzuckert klingen, dass sie leider haarscharf am Kitsch vorbeischrammen. Da wird beim Titel „Under The Eye Of The Sun“ im Chor der Gesang intoniert, welcher fast schon an die Les Humphries Singers erinnert. Auch wenn die Nummer ansonsten durchaus noch spannende rockige und auch sehnsüchtig klingende Passagen aufweist – wenn nicht gesungen wird – überwiegt bei diesem Stück der etwas zu süßliche Eindruck. Dies gilt ebenfalls für „Hungry Years“, bei dem der Gesang ebenfalls mehrstimmig ist, unterlegt von einer sehr flachen, einfachen und dabei fröhlichen Melodie.

„Underground Railroad“ und „Those Golden Wings“ stellen dagegen die Höhepunkte auf dem Album dar. „Underground Railroad“ ist eine kleine Achterbahnfahrt durch diverse musikalische Genres, die auf ihre Weise stellvertretend für das gesamte Album stehen. „Those Golden Wings“ ist das längste Stück der Platte. Auch dieses wechselt zwischen den Genres, klingt mal orchestral, nach moderner Klassik, Nicholas Lens lässt grüßen und geht ohne Probleme in einen Hard Rock Teil über. Großes Kino. Musik, die es so wohl im Moment nur von Steve Hackett zu hören gibt.

Fazit: Auch „At The Edge Of Light“ ist ein überzeugendes Album von Steve Hackett geworden. Manchmal übertreibt es der Ex-Genesis-Gitarrist ein klein wenig mit der Eingängigkeit, doch insgesamt ist auch dieses Album eines geworden, auf dem man das zu hören bekommt, was man beim Erwerb eines Steve Hackett Albums erwartet. Breit gefächerte Musik, die eindeutig Steve Hackett zuzuordnen ist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Underground Railroad, Those Golden Wings



Sonntag, 10. März 2019

IQ – Ever




IQ – Ever


Besetzung:

Paul Cook – drums and ivy-leafed toadflax
Mike Holmes – guitars, keebotronics and greech popo
John Jowitt – bass guitar, backing vocals and crusty warthog
Peter Nicholls – vocals, backing vocals and giddy aunt
Martin Orford – keyboards, flute, backing vocals and chiff chaff


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Darkest Hour (10:52)
2. Fading Senses (6:35)
i. After All 
ii. Fading Senses
3. Out Of Nowhere (5:09)
4. Further Away (14:30)
5. Leap Of Faith (7:21)
6. Came Down (5:56)

Gesamtspieldauer: 50:36




Das fünfte Studioalbum der englischen Progressive Rockband IQ heißt „Ever“ und wurde Mai 1993 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea veröffentlicht. Peter Nicholls war nach zwei Platten Pause, auf denen er durch Paul Menel ersetzt worden war, wieder als Sänger von IQ zurückgekehrt. Die Musik der Band hat mit diesem Album insgesamt wieder einen starken Schwenk in Richtung des Progressive Rock unternommen, den Mainstream der letzten Scheiben hinter sich gelassen.

„Ever“ ist deutlich interessanter geraten als die beiden vorherigen Alben von IQ. Auf der Scheibe hört man abwechslungsreichen und intelligenten Progressive Rock, der mit allen Variablen in der Musik spielt, diese variiert und dazu noch Melodien aufweist, die sich schnell im Ohr festsetzen. Auf „Ever“ wird die ganze musikalische Bandbreite von lieblich bis rockig ausgereizt, Passagen wechseln sich ab, gehen ineinander über, verschmelzen miteinander. Dabei klingt die Musik der Engländer an keiner Stelle zu kompliziert oder gar frickelig. Trotzdem hört man auf dem Album keinen Mainstream oder Alternative Rock, es wird eher die eingängige Seite des Progressive Rock bedient.

Höhepunkt der Platte ist das Lied „Further Away“. Das Lied ist das längste Stück der Platte und gleichzeitig auch die eindrucksvollste Nummer. Auf „Further Away“ sind aller Zutaten des Albums vereint, man begibt sich beim Hören auf eine kleine Reise, wird von Melodien umgarnt, vom Rock erfasst und schließlich immer in die Eingängigkeit entlassen. Aus mehreren Abschnitten aufgebaut stellt dieser Titel einen Trip durch das musikalische Universum von IQ dar und weiß zu beeindrucken. Da auch die anderen Nummern auf „Ever“ ebenfalls zu überzeugen wissen, ist den Musikern mit diesem Album eine kleine Auferstehung gelungen, mit der man während des Hörens der letzten beiden Platten nicht mehr rechnen konnte.

Fazit: IQ ist eine Band, die im Allgemeinen für sehr eingängigen Progressive Rock steht. „Im Allgemeinen“ deshalb, da nicht alle Platten der Band komplett dieses Merkmal aufweisen. Für „Ever“ gilt dies jedoch zu 100%, was das Album zum einen zu einem typischen IQ-Album werden lässt und zum anderen alle diejenigen Hörerinnen und Hörer erfreuen wird, die die melodische Sparte des Progressive Rock gegenüber der eher vertrackten bevorzugen. Macht Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fading Senses, Further Away, Leap Of Faith



Samstag, 9. März 2019

Kytes – Heads And Tales




Kytes – Heads And Tales


Besetzung:

Michael Spieler – Gesang, E-Gitarre
Timothy Lush – Schlagzeug
Kerim Öke – Gitarre, Keyboard
Thomas Sedlacek – E-Bass, Synthesizer


Label: Filter Music Group


Erscheinungsjahr: 2016


Stil: Pop


Trackliste:

1. I Got Something (3:07)
2. Head To Toe (3:54)
3. Heads Underwater (3:22)
4. Two Of Us (3:18)
5. Spy (3:31)
6. As We Row (3:23)
7. Inner Cinema (3:29)
8. Talk (3:50)
9. Room 509 (3:24)
10. In The Morning (4:14)
11. Future Kids (3:53)
12. On The Run (3:31)
13. Sirens (3:50)

Gesamtspieldauer: 46:52



„Heads And Tales“ heißt das Debut-Album der Münchener Band Kytes. Es wurde am 16. September 2016 auf dem Plattenlabel Filter Music Group veröffentlicht. Auf der Platte hört man elektronischen Pop, mit Sicherheit allerdings keinen Independent Rock. Auf „Heads And Tales“ rockt überhaupt nichts, dafür „poppt“ es umso mehr.

Ich kaufe sehr viel Musik, höre sehr viel Musik. Manches Mal greife ich einfach daneben und erwische etwas, mitunter auch durch gute bis sehr gute Bewertungen in bestimmten musikalischen Genres. „Heads And Tales“ von Kytes ist so ein Fall. Die Scheibe läuft tatsächlich unter der Überschrift „Indie Rock“, klingt allerdings an vielen Stellen sehr viel eher nach Dieter Bohlen. Noch nicht einmal mit Pop-Rock kann man die einzelnen Titel guten Gewissens umschreiben. Viele elektronische Sounds und Beats hört man da, oberflächlich, langweilig. Auf „Heads And Tales“ gibt es nichts, was auch nur irgendwie nachhallt. In mein Ohr will da kein Lied gehen und auch die Texte bewirken Gefühlstaubheit selbst in den Füßen. Die Musik bewegt sich auf dem Niveau einer Boy-Group.

Musik ist sicherlich immer Geschmackssache. Menschen die behaupten, sie könnten auch bei Musik absolut objektiv urteilen sind mir suspekt. Ich kann es leider nicht – vielleicht liegt das aber auch nur an mir. Wenn ich dieses Album unter den Gesichtspunkten eines Independent Rock Albums bewerten müsste, dann würde es null Punkte erhalten, da man mit einer völlig anderen Erwartungshaltung an die Scheibe herangeht, dann allerdings umso überraschter enttäuscht wird, wenn die ersten Takte der Musik erklingen. Lediglich zwei Lieder hören sich nach vielen Durchläufen etwas „netter“ an, die Titel „Inner Cinema“ und „Room 509“. Allerdings wäre es das auch schon, der Rest ist zum Vergessen und hat seinen höchsten negativen Ausschlag im Titel „Two Of Us“. Ganz schlimm, egal welches musikalische Genre man hier zugrunde legt.

Fazit: Auf „Heads And Tales“ von Kytes hört man keinen Independent Rock, es ist einfacher und langweiliger Pop. Nichts Besonders, nichts Interessantes, zumeist belangloser Pop, der schnell wieder vergessen ist. Das Album mag sich zum „Nebenbeihören“ eignen, um sich jedoch darauf zu konzentrieren, dazu ist die Lebenszeit dann doch einfach zu kostbar – zumindest für einen Rock Fan. Vier Punkte.

Anspieltipps: Inner Cinema, Room 509



Freitag, 8. März 2019

Manfred Mann’s Earth Band – Watch




Manfred Mann’s Earth Band – Watch


Besetzung:

Manfred Mann – keyboards, backing vocals
Chris Slade – drums, percussion
Pat King – bass guitar, backing vocals
Dave Flett – lead guitar, acoustic guitar
Chris Hamlet Thompson – vocals, guitar


Gastmusiker:

Doreen Chanter – backing vocals
Irene Chanter – backing vocals
Stevie Lange – backing vocals
Victy Silva – backing vocals
Kim Goddy – backing vocals


Label: Bronze Records


Erscheinungsjahr: 1978


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Circles (4:49)
2. Drowning On Dry Land / Fish Soup (6:00)
3. Chicago Institute (5:47)
4. California (5:33)
5. Davy’s On The Road Again (5:55)
6. Martha‘s Madman (4:52)
7. Mighty Quinn (6:18)

Gesamtspieldauer: 39:16




„Watch“ nannte die englische Rockband Manfred Mann‘s Earth Band ihr achtes Studioalbum, welches am 24. Februar 1978 auf dem Plattenlabel Bronze Records veröffentlicht wurde. In Nordamerika erschien die Scheibe, wie schon der Vorgänger, auf dem Label Warner Bros. Records. Es ist das erste Album, welches mit dem neuen Bassisten Pat King aufgenommen wurde, und das letzte Album mit dem Originaldrummer Chris Slade. Gerade in Deutschland war „Watch“ überaus erfolgreich und hielt sich 69 Wochen in den Charts, wobei die höchste Platzierung Position 3 war.

Mehrere Lieder auf „Watch“ sind live eingespielt worden und lediglich zwei Nummern wurden auch von den Musikern der Manfred Mann’s Earth Band selbst geschrieben. Das sind die Titel „Drowning On Dry Land / Fish Soup“ sowie „Chicago Institute“. Bei allen anderen Liedern handelt es sich um Cover Versionen anderer Musiker. Ein Lied zu „veredeln“ war schon immer die Stärke der Manfred Mann’s Earth Band. Oder gibt es eine Person, die „Father OF Day, Father Of Night“ in der ursprünglichen Version von Bob Dylan besser findet als jene auf „Solar Fire“ von Manfred Mann’s Earth Band? Kaum, trotzdem bleibt bei so viel „Nachspielerei“ und „Veredelung“ ein kleiner aber fader Beigeschmack. Die Lieder der Earth Band können sich nämlich ebenfalls durchaus sehen beziehungsweise hören lassen, dies gilt ebenso für die beiden hier auf „Watch“ enthaltenen Titel.

Ansonsten ist die Musik der Manfred Mann’s Earth Band ein wenig poppiger geworden, als noch auf den Vorgängeralben. Solch einen schmalzigen Titel wie „California“ hätte man in der ersten Hälfte der 70er Jahre noch nicht auf einem Album der Band gehört. Trotzdem gibt es auch auf „Watch“ noch das unvergleichliche Zusammenspiel des Mini Moogs des Manfred Mann mit der E-Gitarre. Gerade aus diesen kleinen „Duellen“ zieht die Musik der Band ihren Reiz und den hört man auch auf „Watch“. Die beiden Lieder „Davy’s On The Road Again“ und „Mighty Quinn“ sind Live-Einspielungen vor Publikum. Die erste Nummer stammt von The Band, das letztgenannte Lied einmal mehr von Bob Dylan. Beides sind rockige Stücke die grooven und weitere wunderbare Beispiele dafür, wie Manfred Mann’s Earth Band Lieder adaptiert und zu ihren „eigenen“ werden lässt. Gerade die Instrumentalsoli auf „Mighty Quinn“ sind schon etwas ganz Besonderes und Mitreißendes. Diese beiden Lieder sind auch mit diejenigen, die einem einfallen, wenn man an Manfred Mann und die Earth Band denkt. Ebenfalls gelungen klingt die Nummer „Martha‘s Madman“. Das Schöne an dieser Nummer ist zweifelsohne auch, dass man sich an diesem Lied nicht schon überhört hat. „Martha‘s Madman“ rockt und ist eingängig. Vielleicht besitzt es nicht ganz die Ohrwurm-Qualität der Lieder „Davy’s On The Road Again“ und „Mighty Quinn“, aber das kann vielleicht sogar auch ein Vorteil sein.

Fazit: Auf „Watch“ befindet sich viel Musik, die man einfach kennt, wenn man Radio hört. Man muss dazu nicht in der Zeit gelebt haben, in der die Platte entstand. Das Album ist eingängig und hält zumindest zwei klassische Ohrwürmer für die Hörerin beziehungsweise den Hörer parat, die man bestimmt kennt. Und nicht zuletzt wegen dieser Eingängigkeit hielt sich die Platte auch so lange in den deutschen Charts. Der Sound der Manfred Mann’s Earth Band mit seinem Zusammenspiel von Synthesizer, Orgel und E-Gitarre ist auch auf „Watch“ noch vorhanden, doch die Musik ist poppiger geworden und auch weniger anspruchsvoll. Neun Punkte.

Anspieltipps: Chicago Institute, Martha‘s Madman, Mighty Quinn



Donnerstag, 7. März 2019

Dirtmusic – BKO




Dirtmusic – BKO


Besetzung:

Chris Eckman 
Hugo Race
Chris Brokaw


Gastmusiker:

Tamikrest
Lobi Traoré
Fatimata Walet Oumar
The Symmetric Orchestra


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsjahr: 2010


Stil: Independent Rock, Weltmusik


Trackliste:

1. Black Gravity (6:07)
2. All Tomorrow‘s Parties (5:39)
3. Ready For The Sign (4:16)
4. Desert Wind (4:34)
5. Lives We Did Not Live (4:40)
6. Unknowable (4:14)
7. Smokin Bowl (5:13)
8. Collisions (5:41)
9. Niger Sundown (4:19)
10. Bring It Home (4:46)

Gesamtspieldauer: 49:33




„BKO“ heißt das zweite Album des Trios Dirtmusic, welches von Chris Eckman von den Walkabouts, Hugo Race, Gründungsmitglied von Nick Caves „Bad Seeds“ sowie dem ehemaligen Codeine-Schlagzeuger Chris Brokaw gegründet wurde. „BKO“ ist das Flughafenkürzel für Malis Hauptstadt Bamako, in der die Platte aufgenommen wurde. Unterstützung beim Einspielen erhielten die drei Musiker von Dirtmusic dementsprechend auch von einheimischen Musiker-Kollegen.

Und das hört man auch auf „BKO“. Auf dem Album erklingt eine Mischung aus Independent Rock, der immer wieder mit einer ordentlichen Prise Weltmusik unterfüttert wird. Die Klänge der malischen Musiker stehen nicht stark im Vordergrund, sind jedoch fast jederzeit präsent und dabei äußerst unaufdringlich. Somit ist „BKO“ durchaus eine Platte, die nach westlicher Musik klingt, welche allerdings, mit für westliche Ohren eher ungewöhnlicher Musik aufgelockert wurde. Die Atmosphäre auf „BKO“ ist eine sehr lockere und entspannte. Nichts klingt auf dem Album nach Hektik, alles ist relaxt und scheint im Reinen mit sich selbst zu sein. Dabei klingt die Musik keineswegs fröhlich, sondern sehr viel eher nachdenklich bis zu melancholisch. Selten mal, dass der Rhythmus sowie das Tempo angezogen werden, viele der Lieder auf „BKO“ sind sehr ruhige Nummern, die mit Entspannung wirken.

Melodiös und eingängig wirken und klingen alle Titel auf „BKO“. Lediglich die Cover-Version des Velvet Underground-Songs „All Tomorrow‘s Parties“ hört sich deutlich weniger überzeugend an – was durchaus an den Vergleichen mit dem Original liegen kann, auf dem Nico so herrlich traurig singt. Mein Favorit auf der Scheibe ist das Lied „Unknowable“, welches durch seinen nochmals lockereren Sound ins Ohr geht. Dazu gesellt sich eine sehr schöne Melodie, die sich ebenfalls festsetzt. Auch das einzige Instrumentalstück des Albums, das Lied „Niger Sundown“ ist eine Nummer, die einen durch Atmosphäre und Gefühl in den Bann zieht. Bei diesem Titel tritt das Genre Weltmusik auch am deutlichsten zutage. Schließlich sollte an dieser Stelle noch das wunderschöne und sanfte „Bring It Home“ Erwähnung finden, ebenfalls ein Höhepunkt auf „BKO“. Wahrlich gelungen.

Fazit: „BKO“ ist ein sanftes, von der Gitarre dominiertes Album geworden, auf dem es zur Synthese von Independent Rock und Weltmusik kommt. Die einzelnen Lieder gehen ins Ohr, klingen jederzeit melodiös und eingängig. Die Atmosphäre gestaltet sich eher nachdenklich und die Musik strahlt auf ihre Weise Ruhe aus. Eine schöne Platte zum Herunterkommen und den Tag ausklingen lassen. Etwas für die sehr sanften Stunden des Tages oder Musik, die Stunden zu den sanften Stunden des Tages werden lässt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Unknowable, Niger Sundown, Bring It Home



Mittwoch, 6. März 2019

Rainald Grebe – Zurück zur Natur




Rainald Grebe – Zurück zur Natur


Besetzung:

Rainald Grebe – Gesang, Tasten


Gastmusiker:

Marcus Baumgart – Gitarren, 3. Stimme
Martin Brauer – Schlagzeug, 2. Stimme
Serge Radke – Bässe, Tuba
Anja Öhning – Stimme bei Track 10, 16
Sören Linke – Trompete / Flügelhorn bei Track 2, 8, 10
Andi Bückle – Schlagzeugbearbeitung bei Track 2


Label: Versöhnungsrecords


Erscheinungsjahr: 2011


Stil: Pop


Trackliste:

1. Autonomie (3:19)
2. Auf‘s Land (6:59)
3. Am Ofen (4:52)
4. Jahrhundertkatastrophe (3:37)
5. Landleben (4:29)
6. China (3:46)
7. Böses CO2 (0:26)
8. Sachsen (4:29)
9. Blauwale (0:12)
10. Alles Richtig Gemacht (3:30)
11. Der Rabe (3:58)
12. Häuptling Pupille (3:47)
13. Ausleben (5:20)
14. Bronzezeit (4:54)
15. Cassettenrecorder (3:03)
16. Burnout (5:11)

Gesamtspieldauer: 1:02:01



Mit seiner Band der Kapelle der Versöhnung hat Rainald Grebe bis jetzt, Stand Anfang 2019, vier Studioalben veröffentlicht. „Zurück zur Natur“ heißt die dritte Platte dieser Reihe und wurde am 10. August 2011 auf dem Label Versöhnungsrecords veröffentlicht. Auf „Zurück zur Natur“ hört man einmal mehr den sehr eigenen Humor des Rainald Grebe in Verbindung mit häufig überaus eingängigen Melodien.

Eine Platte von Rainald Grebe unterhält immer und jederzeit. Da sind zum einen die zumeist witzigen und zum Nachdenken anregenden kleinen Geschichten des gebürtigen Kölners. Zum anderen erklingen auch auf diesem Album jene bereits erwähnten sehr eingängigen Melodien, welche man immer wieder gern hört und die ins Ohr gehen. Bei Rainald Grebe muss sich nicht alles reimen und auch wird mal ein Witz platziert, nur um des Platzieren Willens, trotzdem macht das Zuhören sehr viel Spaß und unterhält. Ein wenig konzentrieren sollte man sich dabei durchaus auf das Gehörte, ansonsten überhört man den einen oder anderen witzigen Einfall, der einem normalerweise ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Es gibt viele kleine Höhepunkte auf „Zurück zur Natur“. Der herausragende Höhepunkt wie es das Lied „ICE“ auf dem Debut-Album darstellte, der fehlt zwar, jedoch enthält auch das dritte Album des Rainald Grebe mit der Kapelle der Versöhnung einige schöne Nummern für die Hörerin und den Hörer parat. Erwähnt seien an dieser Stelle die Nummern „Auf‘s Land“ und „Sachsen“. Erstgenannte Nummer überzeugt durch Abwechslung, ist in verschiedene Passagen aufgeteilt und geht ins Ohr. An den östlichen Bundesländern arbeitet sich Rainald Grebe bereits seit „Brandenburg“ auf der ersten Platte ab. Dieses Mal ist es das Bundesland Sachsen, welchem mit dem gleichnamigen Titel „geehrt“ wird. „Sachsen“ handelt von so ziemlich allem, was es in Sachsen nicht gibt. Dazu erklingt erneut eine sehr eingängige Melodie und fertig ist der kleine Ohrwurm. Da auch die restlichen Titel überzeugen, lässt sich das Album in einem und ohne Aussetzer genießen.

Fazit: Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung machen Musik, die ins Ohr geht und bei der man auch die Texte genau verfolgen sollte, da es sich lohnt. Das Zuhören macht Spaß, „Zurück zur Natur“ unterhält auch dann, wenn man einen anderen Humor als jenen des Rainald Grebe besitzt. Dieser reicht von tiefsinnig bis flach und erzeugt so an verschiedenen Stellen ein Lächeln. Neun Punkte.

Anspieltipps: Auf‘s Land, Sachsen, Der Rabe