Freitag, 22. März 2019

Chili And The Whalekillers – Are You Happy




Chili And The Whalekillers – Are You Happy


Besetzung:

Divad Barx – drums, percussion, backing vocals
Julia Julius – tenor sax, clarinet, backing vocals, piano
Chili Tomasson – vocals, electric guitar, acoustic guitar, electric piano, piano, synthesizer, organ
Lisa Strohriegl – electric piano, piano, organ, violin
Katharina Weinkamer – backing vocals
Jakob Weinhäupl – bass guitar
Jakob Willner – tenor saxophone, soprano saxophone
Fabian Luca Tassatti – electric guitar
Miriam Bitschnau – backing vocals
David Saudeck – trumpet, horn
Ciro Rey – backing vocals


Label: Peace Castle Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Alternative Pop


Trackliste:

1. Fashion (3:23)
2. Are You Happy (3:39)
3. Sex In London (2:37)
4. A Hole In The Wall (3:16)
5. Faces (3:23)
6. Idiot (5:33)
7. Blue Sky Eyes (5:26)
8. Your Sunshine Smile (3:50)
9. When The Summer Comes (3:51)
10. April Sunny Sidewalk (4:58)
11. Bicycle No. 2 (4:09)
12. The Telephone Song (3:11)
13. When You Smile (You Turn The Straight Time Queer) (3:04)
14. Bicycle No. 1 (3:01)

Gesamtspieldauer: 53:27




Chili And The Whalekillers ist eine Band aus Österreich, die im Jahr 2009 in Salzburg gegründet wurde und sich aus österreichischen und isländischen Musikern zusammensetzte. Mehrere Umbesetzungen hat die Band erlebt, sodass bei der sechsten Studioveröffentlichung mit dem Titel „Are You Happy“ nur noch der „Namensgeber“ Chili Tomasson von den Gründungsmitgliedern der Band übrig geblieben ist. „Are You Happy“ erschien zunächst als Single am 24. Februar 2019 auf dem Label Peace Castle Music.

„Are You Happy“ ist eine beeindruckende Platte geworden. Reichlich angefüllt mit tollen Melodien, die ins Ohr gehen. Die Musik ist angesiedelt in den Bereichen zwischen Pop und Rock, perfekt arrangiert und lässt bei mir an manchen Stellen Assoziationen zur Pop-Musik der 70er Jahre aufkommen. Dies mag zum einen am Hintergrundgesang, zum anderen am immer wieder zu hörenden fetten Orgelsound liegt, der ebenfalls eher im Hintergrund verbleibt. Schließlich tragen auch viele Blasinstrumente zum wirklich besonderen Klang der Scheibe bei. Die Lieder klingen zumeist fröhlich, verströmen eine sehr positive Stimmung, zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Doch es gibt auch die ruhigeren, nachdenklicheren Passagen auf „Are You Happy“, welche nicht minder überzeugen und Spaß bereiten.

Auf dieser Scheibe sind wahrlich einige Höhepunkte zu entdecken, wobei die Lieder in der ersten Hälfte des Albums noch ein wenig packender und eingängiger klingen, als jene ganz am Ende der Platte. Ausnahmen bestätigen hier die Regel. Die beiden absoluten Höhepunkte erklingen im Titellied „Are You Happy“ und der Nummer „Blue Sky Eyes“. Spiegelt „Are You Happy“ wunderbar die gesamte Stimmung des Albums wider, so gebiert sich „Blue Sky Eyes“ deutlich rockiger und dunkler und bildet damit einen wundervollen Kontrast zu den anderen Stücken des Albums. Die weiteren Lieder stehen diesen beiden Nummern jedoch kaum nach, sodass es viel zu entdecken gibt auf „Are You Happy“.

Fazit: Ein wahrlich gelungenes Album ist die neue Scheibe von Chili And The Whalekillers mit dem Titel „Are You Happy“ geworden. Es gibt einfach Musik, die überzeugt und wird sicherlich viele Fans finden, wenn sie denn gehört wird. Das wäre in diesem Fall sehr zu hoffen. Die Lieder auf „Are You Happy“ sind Nummern, bei denen eingängige Melodien auf tolle musikalische Ideen und auch hörenswerte Texte treffen. Chili And The Whalekillers lohnen definitiv gehört zu werden. Live hat man dazu bald in Österreich und Deutschland die Möglichkeit. „Are You Happy“ lohnt sich zudem sehr. Elf Punkte.

Anspieltipps: Are You Happy, Sex In London, Blue Sky Eyes



30.03.2019; 20:00 Uhr; Huse Jazzt Festival; Cafe Armbruster, Klosterplatz 9, 77756 Hausach, Deutschland;

04.04.2019; 20:30 Uhr; BlackHorseInn, Salzburger Straße 55, 4600 Wels, Österreich;

05.04.2019; 20:00 Uhr; ARGEkultur, Ulrike-Gschwandtner-Straße 5, 5020 Salzburg, Österreich;

06.04.2019; 21:00 Uhr; Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11, 6060 Hall in Tirol, Österreich;

11.04.2019; 21:00 Uhr; Barkett, Czeminskistraße 10, 10829 Berlin, Deutschland;

09.04.2019; 21:00 Uhr; Kulturni centrum Klubovna, Generála Píky, 160 00 Praha 6-Dejvice; Tschechien;

13.04.2019; 21:00 Uhr; NochBesserLeben, Merseburger Str. 25, 04229 Leipzig, Deutschland;

26.04.2019; 21:00 Uhr; Chelsea, U-Bahnbögen 29-30, 1080 Wien, Österreich;

04.05.2019; 21.00 Uhr; Milla Club, Holzstraße 28, 80469 München, Deutschland;

05.05.2019; unannounced underground show, maybe you'll find us

29.05.2019; Gürtel Connection, Weberknecht, Lerchenfelder Gürtel 47-49, 1160 Wien, Österreich;



Donnerstag, 21. März 2019

Rio Reiser – ***




Rio Reiser – ***


Besetzung:

Rio Reiser – Gesang


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: CBS Records


Erscheinungsjahr: 1990


Stil: Deutsch Rock, Synthie Pop


Trackliste:

1. Aschermittwoch (3:53)
2. Montag (3:35)
3. Zauberland (3:35)
4. Sonnenallee (3:42)
5. Geld (4:02)
6. Herbst (2:33)
7. Signale (3:29)
8. 4 Wände (2:45)
9. Was Weiß Ich (3:01)
10. Dahin (3:12)
11. Alles (4:03)
12. Sternchen (4:14)

Gesamtspieldauer: 42:10




Kurz mit drei Sternchen betitelte Rio Reiser sein drittes Soloalbum, welches im Jahr 1990 auf dem Plattenlabel CBS Records erschien. Darauf hört man Deutsch Rock und Musik, die mitunter leider etwas in den Synthie Pop abdriftet und somit insgesamt einen etwas zwiespältigen Gesamteindruck hinterlässt.

Die Mischung macht es manchmal, nicht so beim dritten Album des Rio Reiser. Solche Nummern wie „Sonnenallee“, „Signale“ und „Sternchen“ zerren schon sehr an den Nerven mit ihrem fiesen Plastik-Sound aus der Retorte. Alle drei Lieder beginnen mit einem „S“ und alle drei Titel stellen Synthie-Pop-Nummern dar, wie sie schlechter kaum klingen könnten. Doch ansonsten lässt sich Vieles auf dem Album gut hören und ist eindeutig als Musik des Rio Reiser zu erkennen, was allerdings sicherlich auch an seinem typischen Gesang liegt.

Die beiden Höhepunkte der Platte, die Lieder „Was Weiß Ich“ und „Dahin“, überzeugen durch sehr schöne Melodien und jede Menge Streicher-Sounds, die wohl nicht dem Synthesizer entspringen. Da macht das Zuhören gleich viel mehr Spaß und man hat auch Lust sich genauer mit den Texten zu befassen, die bei Rio Reiser immer sehr wert sind, ebenfalls beachtet zu werden. Mit den Aussagen noch aus Ton Steine Scherben Zeit haben diese zwar nichts mehr gemein, doch schaffen auch diese Nummer auf „***“ die Hörerin beziehungsweise den Hörer zum Nachdenken anzuregen.

Fazit: Manches auf dem dritten Album des Rio Reiser ist schwere Kost, da sie fast schon primitiv und einfältig klingt. Anderes wiederum macht einfach Spaß gehört zu werden und bleibt auch längerfristig im Ohr verhaftet. Somit hinterlässt diese Scheibe kein einheitliches Bild, verfügt über Höhen und Tiefen. Sicherlich kein Meisterwerk, doch trotzdem eine Scheibe, die an manchen Stellen lohnt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Was Weiß Ich, Dahin



Mittwoch, 20. März 2019

Future Peers – I’m Sorry!




Future Peers – I’m Sorry!


Besetzung:

Luke Correia-Damude – vocals & guitar
Will Culbert – drums
Mike Lobel – synthesizers & percussion
Antonio Naranjo – bass & keyboards


Label: Garment District Records


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Alternative


Trackliste:

1. Madonna Trash (4:02)
2. Blood Season (3:09)
3. Hanger On (0:20)
4. Persistent Time (2:10)
5. Didn‘t I Deny (4:00)
6. Lines (3:04)

Gesamtspieldauer: 16:47



Future Peers, das ist eine kanadische Band, die sich aus dem Sänger und Gitarristen Luke Correia-Damude, Schlagzeuger Will Culbert sowie Mike Lobel am Synthesizer und Antonio Naranjo am Bass und den Keyboards zusammensetzt. Am 19. Oktober 2018 erschien ihre EP „I’m Sorry!“ auf dem Plattenlabel Garment District Records.

Auf „I’m Sorry!“ hört man Alternative Pop oder auch Avant Pop oder noch besser Dance Pop, der fast schon aus den Boxen zu knallen scheint und direkt in die Beine fährt. Die Beats leben auf diesem Album, trotzdem vernachlässigen die vier Kanadier dabei nicht die Melodien, sodass die einzelnen Titel durchaus nachhallen und bereits beim ersten Mal ins Ohr gehen. Langweile kommt dabei ganz bestimmt nicht auf.

Fazit: Wer auf tanzbaren Pop steht, der dabei auch schöne Melodien für die Hörerin und den Hörer bereithält, die oder der kann mit den Future Peers und ihrer EP „I’m Sorry!“ ganz bestimmt nichts falsch machen. Die vier Musiker machen Musik zum Abtanzen, zum Austoben, zum Alltagvergessen – bestimmt nicht zum Nebenbeihören. Wer darin eintauchen möchte, die oder der hat bald auf zahlreichen Konzerten die Möglichkeit dazu. Die Future Peers besuchen Deutschland und Österreich. Nichts wie hin. Sieben Punkte.

Anspieltipps: I Didn’t Deny



10/04/19 – Bahnwärter Thiel, München
11/04/19 – Kulturbühne Ambach, Götzis
12/04/19 – Club Glam, Feldbach
13/04/19 – Wohnzimmer, Klagenfurt
14/04/19 – Böllerbauer, Haag
16/04/19 – Fluc, Wien
17/04/19 – Fümreif, St. Georgen
18/04/19 – Rockhaus Bar, Salzburg
20/04/19 – Sonderbar, Coburg
22/04/19 – Live Club, Bamberg
23/04/19 – Kukuun, Hamburg
24/04/19 – Q, Marburg
25/04/19 – Sage Club, Berlin
26/04/19 – Bar Bobu, Berlin
27/04/19 – Kiste, Berlin
29/04/19 – Weltecho, Chemnitz
30/04/19 – Anlagencafe, Schwäbisch Hall
01/05/19 – Frischzelle, Darmstadt
02/05/19 – Tsunami, Köln
03/05/19 – Kasseturm, Weimar
04/05/19 – Hafen 2, Offenbach



Dienstag, 19. März 2019

Blink-182 – Enema Of The State




Blink-182 – Enema Of The State


Besetzung:

Mark Hoppus – bass guitar, vocals
Tom DeLonge – guitars, vocals
Travis Barker – drums, percussion


Gastmusiker:

Roger Joseph Manning, Jr. – keyboards on "What’s My Age Again?", "Adam’s Song", "All The Small Things", "Wendy Clear", and "Anthem"


Label: MCA Records


Erscheinungsjahr: 1999


Stil: Pop Punk


Trackliste:

1. Dumpweed (2:23)
2. Don’t Leave Me (2:23)
3. Aliens Exist (3:13)
4. Going Away To College (2:59)
5. What’s My Age Again? (2:28)
6. Dysentery Gary (2:45)
7. Adam’s Song (4:09)
8. All The Small Things (2:48)
9. The Party Song (2:19)
10. Mutt (3:23)
11. Wendy Clear (2:50)
12. Anthem (3:37)

Gesamtspieldauer: 




„Enema Of tThe State“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Pop-Rock-Punk-Band Blink-182. Das Album wurde am 1. Juni 1999 auf dem Plattenlabel MCA Records veröffentlicht. „Enema Of tThe State“ ist das erste Album von Blink-182, welches mit dem zweiten Drummer Travis Barker eingespielt wurde, der den ursprünglichen Schlagzeuger Scott Raynor ablöst hatte.

So ganz kennen die Musiker von Blink-182 ihre musikalische Ausrichtung selbst noch nicht, denn auf der Platte hört man eine Mischung aus Pop, Rock und Punk. Zumeist handelt sich bei den Liedern um relativ kurze Stücke, die schnell zur Sache kommen, losrocken und schon bald wieder ausgeklungen sind. Dabei wird der Punk nicht zu sehr in den Vordergrund geschoben, die Lieder behalten alle noch eine gewisse Melodiösität und verfügen über eine Melodie, die zum Teil auch länger hängenbleibt.

Jede Menge nette kurze Lieder befinden sich dementsprechend auf „Enema Of tThe State“. Ein Freund des Rocks sollte man dabei durchaus sein, auch wenn poppige Anwandlungen nicht selten auf dem Album sind. Der Höhepunkt der Scheibe ist gleichzeitig auch die längste Nummer des Albums, das Lied „Adam’s Song“. Dieser Titel setzt sich bereits beim ersten Mal des Hörens fest und besitzt bei über vierminütiger Laufzeit auch die bessere Möglichkeit, sich während des Hörens zügig zu entwickeln. Viele Durchgänge sind bei diesem Lied von daher nicht erforderlich. Schöne Nummer.

Fazit: Blink-182 kommen mit ihrer Musik immer schnell auf den Punkt. Kurze rockig, poppige, punkige Lieder, die sofort zünden. Zwölf solcher Titel gibt es auf „Enema Of tThe State“ zu hören. Zwölf absolut unkomplizierte Lieder, die die Hörerin und den Hörer schnell zu gewinnen versuchen. Klappt manchmal ganz gut, ein anderes Mal gar nicht. Doch „Enema Of tThe State“ unterhält, das kann man der Scheibe definitiv nicht absprechen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Adam’s Song



Montag, 18. März 2019

JD Eicher – The Compass




JD Eicher – The Compass


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: JD Eicher Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Indie Pop


Trackliste:

1. Ain't My Scene (2:55)
2. Find Me Here (3:12)
3. Money Back (3:23)
4. Maybe You Should Know (3:37)
5. Money Back (Acoustic) (3:23)
6. Kid (Demo) (4:05)

Gesamtspieldauer: 20:37



JD Eicher ist ein US-amerikanischer Singer-Songwriter und Musiker aus Youngstown, Ohio, der seit dem Jahr 2009 bereits vier komplette Alben veröffentlicht hat. Am 8. März 2019 erschien nun seine zweite EP mit dem Titel „The Compass“. Darauf hört man sehr eingängigen Indie Pop, der bereits beim ersten Mal des Hörens ohne große Umwege zu beschreiten ins Ohr geht.

Es klingt alles auf dieser EP, die radiotaugliche Musik bietet, welche sich dabei positiv vom Mainstream abhebt. Die Lieder hören sich an keiner Stelle langweilig oder gar anbiedernd an, stellen sehr viel eher melodische Stücke dar, die man jederzeit und auch nebenbei gut hören kann. Der Gesang des JD Eicher überzeugt hier zudem, klingt in den tiefen wie den höheren Lagen gelungen und einnehmend.

Fazit: Unterhaltenden und eingängigen Indie Pop bekommt man auf der EP „The Compass“ des US-Amerikaners JD Eicher geboten. Musik, die ins Ohr geht und dort durchaus mit jedem weiteren Durchlauf des kurzen Albums noch reift. Füße und der Kopf wippen beim Hören mit, die Musik kommt auf den Punkt, unterhält eben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Money Back



Aktuelle Tourdaten:

27. März – Kulturcafe Komm Du, Hamburg
28. März – House Concert, Oldenburg
29. März – Galerie Seepferdchen, Kiel
30. März – Burg Henneberg, Hamburg
1. April – Tonfink, Lübeck
2. April – The Shakespeare Pub, Herdecke
3. April – Wohnzimmer 7Stern, Wien, Austria
5. April – Lendhafen Café, Klagenfurt, Austria
7. April – Gleis Süd, Horb Am Neckar
8. April – Schick & Schön, Mainz
9. April – Tsunami, Köln
10. April – Q, Marburg
11. April – Schloßcafé, Rottenburg
12. April – Kaffeesatz, Chemnitz
13. April – Bistro Cozy, Weilburg
14. April – Kulturgewächshaus Birkenried, Gundelfingen



Sonntag, 17. März 2019

IQ – The Seventh House




IQ – The Seventh House


Besetzung:

Peter Nicholls – lead and backing vocals
Martin Orford – keyboards and backing vocals
Mike Holmes – guitars, guitar synthesizer and keyboards
John Jowitt – bass and backing vocals
Paul Cook – drums and percussion


Gastmusiker:

Tony Wright – saxophone


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 2000


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Wrong Side Of Weird (12:24)
2. Erosion (5:44)
3. The Seventh House (14:26)
4. Zero Hour (7:11)
5. Shooting Angels (7:22)
6. Guiding Light (9:58)

Gesamtspieldauer: 57:07



„The Seventh House“ heißt das achte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band IQ. Das Album erschien im Juni 2000 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea. Darauf zu hören ist einmal mehr der für IQ so typische Progressive Rock, der eher auf die melodische Variante ausgerichtet ist, als zu vertrackt und kompliziert zu klingen.

„The Seventh House“ klingt somit ganz in der Tradition der Band. Vergleicht man die Scheibe allerdings mit dem Vorgänger „Subterranea“ („Seven Stories Into ’98“ sei an dieser Stelle mal außen vor gelassen, da es zwar als das siebte Album von IQ geführt wird, allerdings lediglich bisher unveröffentlichtes Material aus den Anfangsjahren der Band enthält), so kann das vorliegende Album nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten. Das liegt an nichts anderem als an der Eingängigkeit der Lieder selbst. Diese war auf „Subterranea“ noch sehr viel intensiver vorhanden, als auf „The Seventh House“. Trotzdem ist auch „The Seventh House“ kein schlechtes Album geworden. Alle guten Zutaten einer guten IQ Scheibe sind enthalten. Viel Abwechslung in der Musik, die einmal mehr mit den Atmosphären spielt. Dazu gibt es auch die schönen Melodien, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß von früher.

Der Höhepunkt des Albums ist das Titellied „The Seventh House“. Diese Nummer ist gleichzeitig auch die längste der Platte und zeigt in vielen Facetten die Musik, die man auf einem IQ-Album zu finden hofft. Progressive Rock in sehr melodiöser Ausprägung, spannend inszeniert, mit vielen Wendungen versehen und eben auch eingängig. Einen Ausfall gibt es auch nicht auf diesem Album zu beklagen, alle anderen Titel besitzen gleich große Qualität, die die Herzen der Fans dieses musikalischen Genres höherschlagen lässt.

Fazit: Ein ganz und gar typisches IQ-Album ist „The Seventh House“ geworden. Alle Zutaten der Musik der Engländer sind auch auf dieser Scheibe enthalten. Was ein wenig fehlt, sind die absoluten Höhepunkte, die es mehr auf anderen Scheiben von IQ zu bestaunen gibt. Doch ist das „Jammern auf hohem Niveau“? Vielleicht, denn das Album wirkt und klingt. Möglicherweise nicht ganz so wie…. Ach, einfach Geschmackssache. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Seventh House



Samstag, 16. März 2019

Rio Reiser – Rio I.




Rio Reiser – Rio I.


Besetzung:

Rio Reiser


Gastmusiker:

Anette Humpe
Curt Cress
F.M. Einheit
George Glück
Kenneth Taylor
Peter Weihe
R.P.S. Lanrue
Rainer Kipp
Ramesh
Rolf Appelboom
Thomas Fehlmann
Thomas Glanz
Udo Arndt
Uli Hieber


Label: CBS Records


Erscheinungsjahr: 1986


Stil: Deutsch Rock


Trackliste:

1. Alles Lüge (4:15)
2. Lass uns das Ding drehn (3:42)
3. Für immer und dich (5:35)
4. Menschenfresser (3:58)
5. Junimond (4:00)
6. König von Deutschland (3:30)
7. Lass mich los (4:45)
8. So allein (3:32)
9. Ich leb doch (3:26)
10. Bei Nacht (6:05)

Gesamtspieldauer: 42:53



Das erste Solo-Album des Rio Reiser, nach der Auflösung der Band Ton Steine Scherben, erschien im Jahr 1986 auf dem Plattenlabel CBS Records und wurde kurzerhand schlicht mit „Rio I.“ betitelt. Auf der Platte hört man eingängigen Deutsch Rock, der viele der ehemaligen Scherben-Fans vor den Kopf stieß. Denn „Rio I.“ ist eindeutig ein kommerzielles Album geworden, welches gleich mehrere radiotaugliche Lieder aufweist.

Der Erfolg blieb auch nicht aus und mit dem Album konnte Rio Reiser die Schulden tilgen, die sich insbesondere durch die zuletzt mit Ton Steine Scherben durchgeführte Tour angesammelt hatten. Auf dem Album befinden sich viele der bekanntesten Songs des Rio Reiser. „Alles Lüge“, „Menschenfresser“, „Junimond“ sowie „König von Deutschland“ sind wohl die Titel des als Ralph Christian Möbius in Berlin geborenen Musikers, welche den größten Wiedererkennungswert haben und die gleichzeitig auch von den meisten Hörerinnen und Hörern eindeutig Rio Reiser zugeschrieben werden können. Diese Lieder sind allesamt Nummern, die sehr eingängig und melodiös klingen, dementsprechend auch ins Ohr gehen und dort sogar nachhallen.

Dabei haben sich die älteren Ton Steine Schweben Fans sogar ein wenig umsonst aufgeregt, denn einige der Lieder auf „Rio I.“ waren schon bei der Band des Rio Reiser Bestandteil von Live-Auftritten und wurden nicht extra „kommerziell“ für diese Platte geschrieben. Die anderen sechs Nummern reihen sich ebenso massenkompatibel in den Reigen der Deutsch Rock Lieder ein, sodass „Rio I.“ insgesamt ein sehr einheitliches Bild abgibt. Musik, die ins Ohr geht und gut unterhält und weit davon entfernt ist, anbiedernd zu klingen. Gegen Ende lässt die Qualität der Lieder allerdings etwas nach und sie hinterlassen keine Spuren mehr.

Fazit: Ein sehr überzeugendes Deutsch Rock Album ist Rio Reiser mit seinem ersten Solo-Werk „Rio I.“ gelungen. Die Melodien gehen ins Ohr, die Texte sind zum Teil witzig, regen zum anderen mitunter zum Nachdenken an. Die politische Aussage, die bei Ton Steine Scherben sehr viel mehr im Vordergrund stand, tritt hier etwas in den Hintergrund – auch wenn sie immer noch vorhanden ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Menschenfresser, König von Deutschland



Freitag, 15. März 2019

Vivie Ann – When The Harbour Becomes The Sea




Vivie Ann – When The Harbour Becomes The Sea


Besetzung:

Vivie Ann – vocals, guitars, keyboards, theremin, background vocals


Gastmusiker:

Philipp Schwär – guitars, drums, percussion, background vocals
Christoph Klinger – guitars, keyboards, piano, background vocals, choir
Julian Domke – bass
Ben Galliers – background vocals
Ingo Stahl – background vocals, choir
Christian Hartung – guitars, background vocals
Felix Hoffmann – bass, choir
Jonas Böker – drums
Florian Eilers – bass
Tobias Siebert – guitars, theremin, bass, background vocals
Jonathan Schwenzer – bass ukulele, choir, guitars, background vocals
Marcel Römer – drums
Matthias Koschnitzke – guitars
Niklas Tikwe – bass
Charlie Waldschmidt – choir
Eliane Oesch – choir
Helene Hart – choir
Henning Sommer – choir
Florian Luig – choir
Sven van Thom – guitars
Luke Cyrus Götze – guitars
Timon Schemp – drums
Rainer “Kallas” Hubert – drums


Label: My Oh My Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Independent Pop


Trackliste:

1. No Start (0:46)
2. Cold Water (4:22)
3. Obsolete Majesty (3:24)
4. Anytime (3:55)
5. Loverboy (3:40)
6. Euphoria (3:37)
7. Windmills (3:59)
8. Survivor (3:52)
9. Until My Arms Break (3:30)
10. Honey (3:24)
11. The Moor (4:51)
11. Glow (4:22)
12. No End (4:15)

Gesamtspieldauer: 48:01




„When The Harbour Becomes The Sea“ heißt das zweite Album der Wahl-Hamburgerin Vivie Ann, welches heute auf dem Plattenlabel My Oh My Records erscheint. Auf „When The Harbour Becomes The Sea“ hört man eingängigen und melodiösen Independent Pop, der mitunter sogar bis in das Genre des Rock hineinreicht und dabei mit sehr viel Abwechslung zu überzeugen versteht.

Es ist das Spiel mit den Atmosphären, welches Vivie Ann bestens versteht und ihr zweites Album zu etwas Besonderem werden lässt. Dreizehn Lieder befinden sich auf der Platte und ganz gleich, ob die einzelnen Titel dabei eher nachdenklich klingen oder sogar deutlich rockiger aus den Boxen strömen, überzeugend hört sich das an jeder Stelle des Albums an. „When The Harbour Becomes The Sea“ ist eine moderne poppig rockige Platte geworden, die mit Liedern aufwartet, die es bereits beim ersten Mal des Hörens zünden und auch längerfristig nachhallen. Vivie Ann hat eine schöne und variantenreich klingende Stimme, die in den ruhigen wie in den etwas rockigeren, in den tieferen, wie in den höheren Passagen ihrer Musik stets überzeugt. Ein klein wenig fühle ich mich bei Hören von „When The Harbour Becomes The Sea“ an die Musik von Florence + The Machine erinnert. Vivie Ann ist noch unbekannter als die Engländerin Florence Welch, doch das dürfte sich bald ändern, denn qualitativ spielen beide Musikerinnen durchaus in einer Liga.

Die Lieder auf dem zweiten Album der Vivie Ann gehen allesamt und ohne Ausnahme ins Ohr. Meine persönlichen Höhepunkte auf „When The Harbour Becomes The Sea“ heißen „Anytime”, „Loverboy” sowie „Honey”. Allerdings hätte ich an dieser Stelle wohl auch jeden anderen der weiteren zehn Stücke aufzählen können, denn Ausfälle lassen sich auf dem Album glücklicherweise keine ausmachen. Die Platte ist vom ersten bis zum letzten Akkord hörenswert und unterhält.

Fazit: Ein überzeugendes poppig rockiges Album ist Vivie Ann mit ihrer zweiten Veröffentlichung „When The Harbour Becomes The Sea“ gelungen. Dreizehn Titel, die ins Ohr gehen und unterhalten. Populäre Musik, die jederzeit im Radio gespielt werden kann und sich doch angenehm vom Mainstream abhebt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Anytime, Loverboy, Honey



VIVIE ANN
Tour 2019

18.03.2019 Hamburg, Nochtspeicher
03.05.2019 Einbeck, Alte Synagoge
06.05.2019 München, Ampere
07.05.2019 Frankfurt, Brotfabrik
08.05.2019 Berlin, Auster Club
17.05.2019 Stuttgart, Schräglage
18.05.2019 Köln, Subway
20.05.2019 Hannover, Lux



Donnerstag, 14. März 2019

Editors – The Weight Of Your Love




Editors – The Weight Of Your Love


Besetzung:

Tom Smith – lead vocals, guitar, piano
Russell Leetch – bass guitar, synthesizer, backing vocals
Ed Lay – drums, percussion, backing vocals
Justin Lockey – lead guitar
Elliott Williams – keyboards, synthesizers, additional guitar, backing vocals


Gastmusiker:

Helen Atkinson – vocals
Mark Berrow – violin
Stevie Blacke – string arrangements, strings
Rachel Bolt – viola
Natalia Bonner – violin
Emil Chakalov – violin
Jo Changer – string contractor
Caroline Dale – cello
David Daniels – cello
Alison Dods – violin
Matt Dunkley – conductor, orchestration
Jonathan Evans-Jones – violin
Isobel Griffiths – string contractor
Steven Herrman – trumpet
John Hinchey – trombone
Jim Hoke – brass arrangement, sax (baritone), sax (tenor)
Ian Humphries – violin
Helen Kamminga – viola
Skaila Kanga – harp
Patrick Kiernan – violin
Boguslav Kostecki – violin
Rick Koster – violin
Martin Loveday – celli
Rita Manning – violin
Everton Nelson – violin
Andrew Parker – viola
Tom Pigott-Smith – violin
Anthony Pleeth – celli
Mary Scully – bass
Cathy Thompson – violin
Allen Walley – bass
Bruce White – viola
Deborah Widdup – violin


Label: Play It Again Sam


Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. The Weight (4:32)
2. Sugar (4:16)
3. A Ton Of Love (3:58)
4. What Is This Thing Called Love (4:12)
5. Honesty (4:49)
6. Nothing (5:15)
7. Formaldehyde (3:50)
8. Hyena (3:39)
9. Two Hearted Spider (4:30)
10. The Phone Book (4:31)
11. Bird Of Prey (4:46)

Gesamtspieldauer: 48:23



„The Weight Of Your Love“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Band Editors. Es wurde am 28. Juni 2013 auf dem Plattenlabel Play It Again Sam veröffentlicht und kletterte in Großbritannien bis auf Platz 6, in Deutschland sogar bis auf Platz 4 der Charts. Mit den Liedern „A Ton Of Love”, „Formaldehyde”, „Honesty”, „Sugar” sowie „What Is This Thing Called Love” wurden gleich fünf Titel der Platte als Singles ausgekoppelt. „The Weight Of Your Love“ ist das erste Album der Editors ohne den bisherigen Lead-Gitarristen Chris Urbanowicz – dafür sind nun Gitarrist Justin Lockey und Keyboarder Elliott Williams mit von der Partie.

Auf „The Weight Of Your Love“ hört man eingängigen Pop-Rock, der an vielen Stellen des Albums sehr schnell ins Ohr geht. Die Scheibe klingt durchaus dergestalt, dass sie genau mit dem Anspruch auf unkomplizierte und schnell eingängige Melodiösität produziert wurde. Nichts Schlimmes, denn auch Musiker wollen Geld verdienen und eben Platten verkaufen. Das hat im Falle von „The Weight Of Your Love“ auch gut funktioniert. Und so hört man auf der Scheibe sehr eingängige und eher positiv klingende Musik, die das Gefühl der Sehnsucht und Liebe thematisiert und dabei mal mehr, mal weniger überzeugt.

Natürlich darf man bei einem Album-Titel wie „The Weight Of Your Love“ keine hochgeistigen Texte erwarten. Allerdings ein wenig mehr Variabilität in der Auswahl der Themen hätte es dann aber doch auch sein können. Nur Liebe und Herzschmerz als Inhalte zu thematisieren ermüdet irgendwann. Dies auch eingedenk des Umstandes, dass die Musik zu Beginn der Platte durchaus zu überzeugen weiß, in der Mitte des Albums jedoch leider musikalisch ein wenig in den Bereich des Kitsches abdriftet. Solch Lieder wie „What Is This Thing Called Love” oder „Honesty” erfordern schon ein gesundes Maß an Toleranz, um diese Titel nicht ständig beim Hören des Albums zu überspringen.

Wesentlich besser und nicht ganz so schmalzig klingen die Editors zum Beispiel bei den Liedern „The Weight“ und „The Phone Book“. Die Musik wirkt in diesen Nummern interessanter, längst nicht so kitschig, auch wenn einem der Text etwas anderes zu suggerieren versucht. Nun, so ein wenig Romantik lässt sich eben doch wunderbar in Form von Liebesliedern packen. Und in diesen beiden Fällen ist das auch durchaus sehr geglückt.

Fazit: „The Weight Of Your Love“ von den Editors klingt eingängig und unterhält. An mancher Stelle hätte man sich weniger „Liebesschwüre“ gewünscht, textlich wie musikalisch. Trotzdem kann man das Album genießen. Eine poppig rockige musikalische Mischung gibt es darauf zu hören, die zumeist gut ins Ohr geht. Kein Überalbum doch immer noch gute Unterhaltung. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Weight, The Phone Book



Mittwoch, 13. März 2019

If These Trees Could Talk – Above The Earth, Below The Sky




If These Trees Could Talk – Above The Earth, Below The Sky


Besetzung:

Tom Fihe – bass
J.S. Kalal – guitar
Cody Kelly – guitar
Zack Kelly – drums
Mike Socrates – guitar


Gastmusiker:

Tim Gerak – additional guitars on “Deus Ex Machina”


Label: Metal Blade Records


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Post Rock, Instrumental Rock


Trackliste:

1. From Roots To Needles (6:42)
2. What’s In The Ground Belongs To You (4:14)
3. Terra Incognita (0:57)
4. Above The Earth (2:19)
5. Below The Sky (7:20)
6. The Sun Is In The North (5:45)
7. Thirty-Six Silos (4:39)
8. The Flames Of Herostratus (5:34)
9. Rebuilding The Temple Of Artemis (5:05)
10. Deus Ex Machina (2:24)

Gesamtspieldauer: 45:03



„Above The Earth, Below The Sky” heißt das Debut-Album der US-amerikanischen Post Rock Band If These Trees Could Talk. Ursprünglich war die Scheibe am 11. März 2009 von der Band selbst veröffentlicht worden. Es erfolgte eine Wiederveröffentlichung in Form einer LP und schließlich erschien das Album im Januar 2015 erneut, jetzt auf dem Plattenlabel Metal Blade Records. Auf „Above The Earth, Below The Sky” hört man eingängige Rockmusik, mal zart mal hart, die ohne Gesang auskommt.

Alles was man auf diesem Album zu hören bekommt klingt eingängig und melodiös. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Musik gerade rockiger oder aber sanfter an das Ohr dringt. Die einzelnen Nummern wirken allesamt und zu jeder Zeit. Da der Gesang und damit auch Inhalte fehlen, wirken die mit der Musik vermittelten Atmosphären für sich alleine. Drei Gitarristen und keine Keyboards prägen die Musik von If These Trees Could Talk auf „Above The Earth, Below The Sky”. Diese klingt insgesamt eher dunkler denn fröhlich. Stimmungen wissen die fünf Musiker dabei bestens zu erzeugen und zu transportieren. Die einzelnen Lieder hören sich jederzeit intensiv und packend an.

Allerdings beinhaltet der fehlende Gesang in der Musik von If These Trees Could Talk auch einen kleinen Nachteil. So klasse und überzeugend die Lieder auch aus den Lautsprechern dringen, sie klingen ähnlich. Mag beim ersten Mal des Hörens – trotz der guten Unterhaltung – noch nichts hängenbleiben, so wird dies mit jedem weiteren Durchlauf zwar besser, richtig herauskristallisieren sich die Höhepunkte der Scheibe jedoch nie völlig. Alles hört sich gut an, alles klingt schön auf „Above The Earth, Below The Sky”, jedoch eben leider alles auch sehr ähnlich.

Fazit: „Above The Earth, Below The Sky” ist ein schönes und eingängiges Rock Album geworden, auf dem man keinen Gesang hört. Die fünf Musiker verstehen es Atmosphären zu generieren und zu unterhalten. Gitarren-lastige Musik, welche klingt und wirkt bekommt man auf dieser Scheibe zu hören. Die Lieder ähneln zwar sehr, trotzdem bleibt „Above The Earth, Below The Sky” von If These Trees Could Talk selbstverständlich ein gutes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: From Roots To Needles, The Sun Is In The North, Rebuilding The Temple Of Artemis



Dienstag, 12. März 2019

Focus – The Best Of Focus / Hocus Pocus




Focus – The Best Of Focus / Hocus Pocus


Besetzung:

Ohne weitere Angaben


Gastmusiker:

Ohne weitere Angaben


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Hocus Pocus (6:42)
2. Anonymus (6:35)
3. House Of The King (2:51)
4. Focus (9:46)
5. Janis (3:08)
6. Focus II (4:04)
7. Tommy (3:24)
8. Sylvia (3:30)
9. Focus III (6:05)
10. Harem Scarem (5:52)
11. Mother Focus (3:06)
12. Focus IV (3:57)
13. Bennie Helder (3:30)
14. Glider (4:41)
15. Red Sky At Night (5:48)
16, Hocus Pocus (U.S. Single Version) (3:24)

Gesamtspieldauer: 1:16:31




Mit dem im Jahr 1993 auf dem Plattenlabel Red Bullet veröffentlichten Kompilationsalbum „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ erhält man eine schöne Übersicht über das musikalische Schaffen der niederländischen Progressive Rock Band Focus in ihren früheren Jahren. Progressive Rock und jazzige Elemente sind in der Musik von Focus zu hören, die hier entsprechend präsentiert wird.

Die Liedauswahl kann dabei als durchaus gelungen angesehen werden, fast ausschließlich wurden die stärkeren Titel der Band dieser Zusammenstellung hinzugefügt. Und wenn man dann doch die eine oder andere Nummer wirklich nicht mag, ist das wohl eher dem persönlichen Geschmack geschuldet. Füllmaterial enthält „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ nämlich nicht, auch wenn nicht alles darauf zu überzeugen weiß…. Aber das hatten wir bereits.

Fazit: Wer lediglich an den Höhepunkten der ersten Jahre der niederländischen Band Focus interessiert ist, die oder der wird mit dem Kompilationsalbum „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ bestens bedient. Kenner der Band werden sicherlich die Titelzusammenstellung diskutieren und den einen oder anderen Titel vermissen, dafür wiederum ein anderes, enthaltenes Lied als überflüssig ansehen. Doch auch dies ist lediglich Geschmackssache. Nach dem Hören von „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ weiß man, wie die Band klingt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hocus Pocus, Janis, Focus III



Montag, 11. März 2019

Steve Hackett – At The Edge Of Light




Steve Hackett – At The Edge Of Light


Besetzung:

Steve Hackett – guitars, vocals


Gastmusiker:

Durga McBroom – vocals
Lorelei McBroom – vocals
Nick D'Virgilio – drums
Simon Phillips – drums
Sheema Mukherjee – sitar
Gulli Briem – drums, percussion
Malik Mansurov – tar
Jonas Reingold – bass guitar
Paul Stillwell – didgeridoo
Rob Townsend – saxophone, bass clarinet, duduk
Amanda Lehmann – vocals
John Hackett – flute
Gary O'Toole – drums
Roger King – keyboards
Ben Fenner – keyboards
Dick Driver – double bass
Christine Townsend – violin, viola


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Fallen Walls And Pedestals (2:17)
2. Beasts In Our Time (6:20)
3. Under The Eye Of The Sun (7:07)
4. Underground Railroad (6:22)
5. Those Golden Wings (11:19)
6. Shadow And Flame (4:24)
7. Hungry Years (4:34)
8. Descent (4:20)
9. Conflict (2:36)
10. Peace (5:03)

Gesamtspieldauer: 54:27



„At The Edge Of Light“ heißt das bereits fünfundzwanzigste Studioalbum des englischen Gitarristen und inzwischen auch ganz passablen Sängers Steve Hackett. Am 25. Januar 2019 erschien die Scheibe auf dem Plattenlabel InsideOut Records. Es gibt mehrere Ausgaben dieses Albums. Wenn man sich für die Vinyl-Ausgabe entscheidet, bekommt man automatisch auch die CD mitgeliefert. Das Besondere ist allerdings, dass die Musik des Albums auf drei LP Seiten passt. Somit ist die vierte LP-Seite einfach frei gelassen worden, darauf sieht man einen einfachen Druck den Plattencovers: Der Blitz, der Mann und der Spruch „Turn and face whatever you most fear“. Habe ich so auch noch nicht gesehen.

Auf „At The Edge Of Light“ hört man das musikalische Konvolut, welches inzwischen typisch ist für die Musik des Steve Hackett. Rock, Pop, Folk, Gospel und Weltmusik in Form von orientalisch und indisch klingenden musikalischen Ausflügen. Immer wieder eine akustische Gitarre im Wettstreit mit orchestraler Inszenierung, die dieses Mal auch noch um Chöre erweitert wird. Das ist besonders, klingt besonders und die Musik des Steve Hackett ist inzwischen eine ganz besondere Musik geworden, die irgendwie wahrlich für sich selbst steht. Dabei ist die Abwechslung in der Musik des Steve Hackett immer gegeben, der Melodiösität und Eingängigkeit wird immer ein sehr großer Raum gegeben. Die Lieder des gebürtigen Londoners gehen ins Ohr und dies ohne große Umwege.

All dies trifft auf „At The Edge Of Light“ genauso zu wie auf die vorherigen Veröffentlichungen des Engländers. Trotzdem kommt dieses neueste Werk nicht ganz an die vorherigen Veröffentlichungen heran. Dies liegt ein wenig an den Liedern „Under The Eye Of The Sun“ und „Hungry Years“. Beides sind Stücke, die so dermaßen überzuckert klingen, dass sie leider haarscharf am Kitsch vorbeischrammen. Da wird beim Titel „Under The Eye Of The Sun“ im Chor der Gesang intoniert, welcher fast schon an die Les Humphries Singers erinnert. Auch wenn die Nummer ansonsten durchaus noch spannende rockige und auch sehnsüchtig klingende Passagen aufweist – wenn nicht gesungen wird – überwiegt bei diesem Stück der etwas zu süßliche Eindruck. Dies gilt ebenfalls für „Hungry Years“, bei dem der Gesang ebenfalls mehrstimmig ist, unterlegt von einer sehr flachen, einfachen und dabei fröhlichen Melodie.

„Underground Railroad“ und „Those Golden Wings“ stellen dagegen die Höhepunkte auf dem Album dar. „Underground Railroad“ ist eine kleine Achterbahnfahrt durch diverse musikalische Genres, die auf ihre Weise stellvertretend für das gesamte Album stehen. „Those Golden Wings“ ist das längste Stück der Platte. Auch dieses wechselt zwischen den Genres, klingt mal orchestral, nach moderner Klassik, Nicholas Lens lässt grüßen und geht ohne Probleme in einen Hard Rock Teil über. Großes Kino. Musik, die es so wohl im Moment nur von Steve Hackett zu hören gibt.

Fazit: Auch „At The Edge Of Light“ ist ein überzeugendes Album von Steve Hackett geworden. Manchmal übertreibt es der Ex-Genesis-Gitarrist ein klein wenig mit der Eingängigkeit, doch insgesamt ist auch dieses Album eines geworden, auf dem man das zu hören bekommt, was man beim Erwerb eines Steve Hackett Albums erwartet. Breit gefächerte Musik, die eindeutig Steve Hackett zuzuordnen ist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Underground Railroad, Those Golden Wings



Sonntag, 10. März 2019

IQ – Ever




IQ – Ever


Besetzung:

Paul Cook – drums and ivy-leafed toadflax
Mike Holmes – guitars, keebotronics and greech popo
John Jowitt – bass guitar, backing vocals and crusty warthog
Peter Nicholls – vocals, backing vocals and giddy aunt
Martin Orford – keyboards, flute, backing vocals and chiff chaff


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Darkest Hour (10:52)
2. Fading Senses (6:35)
i. After All 
ii. Fading Senses
3. Out Of Nowhere (5:09)
4. Further Away (14:30)
5. Leap Of Faith (7:21)
6. Came Down (5:56)

Gesamtspieldauer: 50:36




Das fünfte Studioalbum der englischen Progressive Rockband IQ heißt „Ever“ und wurde Mai 1993 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea veröffentlicht. Peter Nicholls war nach zwei Platten Pause, auf denen er durch Paul Menel ersetzt worden war, wieder als Sänger von IQ zurückgekehrt. Die Musik der Band hat mit diesem Album insgesamt wieder einen starken Schwenk in Richtung des Progressive Rock unternommen, den Mainstream der letzten Scheiben hinter sich gelassen.

„Ever“ ist deutlich interessanter geraten als die beiden vorherigen Alben von IQ. Auf der Scheibe hört man abwechslungsreichen und intelligenten Progressive Rock, der mit allen Variablen in der Musik spielt, diese variiert und dazu noch Melodien aufweist, die sich schnell im Ohr festsetzen. Auf „Ever“ wird die ganze musikalische Bandbreite von lieblich bis rockig ausgereizt, Passagen wechseln sich ab, gehen ineinander über, verschmelzen miteinander. Dabei klingt die Musik der Engländer an keiner Stelle zu kompliziert oder gar frickelig. Trotzdem hört man auf dem Album keinen Mainstream oder Alternative Rock, es wird eher die eingängige Seite des Progressive Rock bedient.

Höhepunkt der Platte ist das Lied „Further Away“. Das Lied ist das längste Stück der Platte und gleichzeitig auch die eindrucksvollste Nummer. Auf „Further Away“ sind aller Zutaten des Albums vereint, man begibt sich beim Hören auf eine kleine Reise, wird von Melodien umgarnt, vom Rock erfasst und schließlich immer in die Eingängigkeit entlassen. Aus mehreren Abschnitten aufgebaut stellt dieser Titel einen Trip durch das musikalische Universum von IQ dar und weiß zu beeindrucken. Da auch die anderen Nummern auf „Ever“ ebenfalls zu überzeugen wissen, ist den Musikern mit diesem Album eine kleine Auferstehung gelungen, mit der man während des Hörens der letzten beiden Platten nicht mehr rechnen konnte.

Fazit: IQ ist eine Band, die im Allgemeinen für sehr eingängigen Progressive Rock steht. „Im Allgemeinen“ deshalb, da nicht alle Platten der Band komplett dieses Merkmal aufweisen. Für „Ever“ gilt dies jedoch zu 100%, was das Album zum einen zu einem typischen IQ-Album werden lässt und zum anderen alle diejenigen Hörerinnen und Hörer erfreuen wird, die die melodische Sparte des Progressive Rock gegenüber der eher vertrackten bevorzugen. Macht Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fading Senses, Further Away, Leap Of Faith