Dienstag, 27. November 2012

Haindling – Ein Schaf denkt nach




Haindling – Ein Schaf denkt nach


Besetzung:

Hans-Jürgen Buchner – Gesang, Konzertflügel, Saxophon, Trompete, Flügelhorn, Tenorhorn, Tuba, Flöte, Pfeiff, Perkussion, singende Sägen, Bass, Gitarre, Keyboards, Dulcimer, Tierhörner, Akkordeon


Gastmusiker:

Michael Braun – Saxophon, Trompete, Hörner, Gesang
Peter Enderlein – Schlagwerk, Perkussion
Reinhold Hoffmann – Akkordeon, Hörner, Gesang
Wolfgang Gleixner – Bass, Gitarre, Bass Charanga, Perkussion, Gesang
Michael Muffy Ruff – Keyboards, Programmierung, Gesang
Ulrike Böglmüller-Buchner – Stimme, Gesang, Perkussion
Haindling Konzertpublikum – Chorgesang
Hinter Gleissinger Wolfsauslasser – Bauchglocken
Dendorfer Sepp und Freunde – Stimmen bei O-Käy


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Bayrische Popmusik


Trackliste:

1. Uschi (3:27)
2. Schickts eich (3:57)
3. Mond (4:46)
4. Ein Schaf denkt nach (4:13)
5. Helft uns 1 (4:48)
6. Die Fliege (1:46)
7. Von Geist zu Geist (3:48)
8. Shibui (4:39)
9. Komm doch mit (3:28)
10. In Memoriam Xaver (4:07)
11. O-käy (2:11)
12. Ahh - Da bin i dabei (4:16)
13. Wie die Wolken ziehen (3:35)
14. Ich möchte kein Eisbär sein (4:05)
15. Helft uns 2 (3:46)
16. Rosmarie (2:59)
17. Bubu Chilli (4:23)
18. Bayern Remix (2:47)
19. Prozessionsmusik (7:24)

Gesamtspieldauer: 1:14:51




Das elfte Studioalbum Haindlings wurde 2009 unter dem Titel „Ein Schaft denkt nach“ veröffentlicht. Und wenn man dieses einlegt, dann bekommt man zunächst erst mal einen Schock. Die Platte beginnt mit „Uschi“. Und während dieses Liedes kommt es zu solch Sätzen wie: „Uschi, oh Uschi, i mog so gern Dei Sushi. Des Sushi des Du machst is wunderbar. Uschi, oh Uschi, Du hast des beste Sushi. Do vergess i ois was vorher war.“ Nun, da braucht man schon eine ganz gehörige Portion Humor, um das noch irgendwie witzig finden zu können. Aber bereits mit dem nächsten Stück wird es schlagartig besser. „Schickts eich“ ist jetzt wirklich witzig und wie der Titel schon vermuten lässt auch ein wenig hektisch. Ganz anders wieder der Titelsong: „Ein Schaf denkt nach“. Sehr nachdenklich bezüglich Text und Musik. Zunächst äußerst melancholisch wird die Musik im weiteren Verlauf dann jedoch ein wenig lebhafter, die nachdenkliche Aussage der Musik bleibt allerdings erhalten.
Auch der „Helft uns 1“-Titel ist sehr nachdenklich gehalten. Klasse hier der Einsatz der singenden Säge. Wenn dieses „Instrument“ irgendwo passt, dann hier. Aber es gibt später ja noch ein „Helft uns 2“-Lied. Da wird jetzt gerockt, mit E-Gitarre und Saxophon. Teil 1 wirkt besser. „Die Fliege“ ist klasse. Ein Lied zum Lächeln mit tollem Text. Ebenfalls witzig arrangiert ist „O-käy“.

Ein paar schöne Instrumentalstücke gibt es glücklicherweise auch wieder zu hören. Da wäre zum einen das etwas sphärische „Shibui“, das „chillige“ „Bubu Chilli“ und die nur fast wortlose Nummer „Prozessionsmusik“, die aus mehreren, mitunter irgendwie zusammengewürfelten Titeln zu bestehen scheint, wobei man das Ende des Liedes noch sehr gut vom Beginn der Platte „Haindling“ kennt. Dies alles wird jedoch in den Schatten gestellt vom schönsten und beeindruckensten Lied des Albums: „In Memoriam Xaver“. Wunderschön melancholische, verträumte und sentimentale Musik.

Vier Lieder sollten hier noch Erwähnung finden. Da ist zum einem „Ahh - Da bin i dabei“. Hier hört man die Zuschauer diverser Haindling-Konzerte im Chor ein „Ahh“ intonieren. Eine sehr schöne Geste von Hans-Jürgen Buchner. „Wie die Wolken ziehen“ ist ein Lied seiner Tochter Astrid, die es auch selbst singt. Dann gibt es da noch den „Bayern-Remix“. „Bayern“ war auf „Zwischenlandung“ schon sehr gewöhnungsbedürftig, warum es sogar die Ehre bekam, hier nochmals als Remix aufzutauchen entzieht sich meinem Verständnis. „Ich möchte kein Eisbär sein“ ist angelehnt an den Song „Ich möchte ein Eisbär sein“ von „Grauzone“, der zu Zeiten der Neuen Deutschen Welle die Charts stürmte. Die Musik ist ähnlich, genau wie der Text, nur dass hier die Knuts und Flockes diverser deutscher Zoos bemitleidet werden.

Fazit: Das Album „Ein Schaf denkt nach“, welches, na nennen wir es mal „komisch“ mit „Uschi“ begann, das enthält im weiteren Verlauf mehrere sehr hörenswerte Lieder. Die Platte macht Spaß, ist manches Mal nachdenklich, ein anderes Mal einfach nur witzig. Somit hat dieses Album ein ganze Menge zu bieten. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Schickts eich, Ein Schaf denkt nach, Helft uns 1, Die Fliege, Komm doch mit, In Memoriam Xaver, O-käy, Rosmarie




Montag, 26. November 2012

Peter Hammill – In Camera




Peter Hammill – In Camera


Besetzung:

Peter Hammill – guitars, bass, piano, harmonium, vocals, synthesiser, mellotron


Gastmusiker:

Guy Evans – drums (3,7)
Paul Whitehead – cymbal, drum, cello & percussion
Chris Judge Smith – liguaphone, minikit, percussion & choral voice


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Ferret And Featherbird (3:43)
2. (No more) The Sub Mariner (5:46)
3. Tapeworm (4:20)
4. Again (3:37)
5. Faint Heart And The Sermon (6:43)
6. The Comet, The Course, The Tail (6:02)
7. Gog / Magog (In Bromine Chambers) (17:27)

Gesamtspieldauer: 47:37




„In Camera“ heißt das vierte Album Peter Hammills aus dem Jahr 1974. Dieses klingt völlig anders als sein Solo Debut „Fool’s Mate“ und grenzt sich musikalisch auch deutlich von den Veröffentlichungen Van Der Graaf Generators ab, jene Band, welche 1972 zum ersten Mal aufgelöst wurde. Fast alle Instrumente spielte Peter Hammill dabei in seinem frisch eingerichteten Studio selbst ein. Nur bezüglich der Perkussion holte er sich Unterstützung, unter anderem vom Van Der Graaf Generator Weggefährten Guy Evans.

Zumindest zwei der besten Songs Peter Hammills befinden sich auf „In Camera“. Die da wären „(No more) The Sub Mariner“ und „Faint Heart And The Sermon“. Beide Stücke verfügen über wunderschöne Melodien und bestechen auch durch diesen eindringlichen Gesang Peter Hammills, der immer Seinesgleichen sucht. Unglaublich intensiv wirken diese beiden Stücke auf den Hörer ein. Atmosphärisch dicht erzeugen sie eine Stimmung, die packender nicht sein könnte. Musik kann wahrlich bewegend sein.

Dann gibt es da noch so Nummern wie „Ferret And Featherbird“ oder „Again“, die sich kaum mit der Musik anderer Künstler vergleichen lassen. Eingängig zwar, aber auf ihre Art und Weise doch kaum massenkompatibel. Noch einen Schritt weiter geht Peter Hammill bei Stücken wie „Tapeworm“ und auch „The Comet, The Course, The Tail“. Hier muss jetzt schon ein großes Herz für progressive Musik in der Brust des Hörers schlagen, um damit auch noch etwas anfangen zu können. Allerdings sind diese beiden Titel ebenfalls durchaus melodiös, jedoch nicht mehr ganz einfach nachzuvollziehen.

Und dann ist da ja auch noch dieser lange Track mit dem Titel „Gog / Magog (In Bromine Chambers)“, der auf der remasterten Version des Album auch in zwei Titel mit Namen „Gog“ und „Magog (In Bromine Chambers)“ aufgeteilt wurde. Ist „Gog“ noch mit Melodie, Rhythmus und Text versehen, so verzichtet Peter Hammill darauf bei „Magog“. Dieses „Lied“ ist jetzt nur noch eine Klangkollage. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man genau diese Geräusche hört, wenn man sich längere Zeit in einem Zimmer mit Brom-Dämpfen aufhält. Oder was will uns der Untertitel „In Bromine Chambers“ sonst sagen?

Fazit: Klar, Peter Hammill ist nicht für jeden etwas. Van der Graaf Generator wurde 1972 auch deshalb aufgelöst, da die Band Geldprobleme bekam. Zu viele Leute wollten das nicht hören. Und ich nehme an, richtig reich ist Peter Hammill mit seiner Musik auch nicht geworden. Dazu ist diese eben manchmal doch zu schräg, zu verschroben, zu ungerade. Wer allerdings Zugang zu dieser Art des Progressive Rock gewinnt, der wird bereichert werden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: (No more) The Sub Mariner, Again, Faint Heart And The Sermon




Sonntag, 25. November 2012

Wishbone Ash – Wishbone Ash




Wishbone Ash – Wishbone Ash


Besetzung:

Andy Powell – lead guitar and vocals
Ted Turner – lead guitar and vocals
Martin Turner – bass and vocals
Steve Upton – drums


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock


Trackliste:

1. Blind Eye (3:45)
2. Lady Whiskey (6:13)
3. Errors Of My Way (6:58)
4. Queen Of Torture (3:26)
5. Handy (11:36)
6. Phoenix (10:27)

Gesamtspieldauer: 42:24




„Wishbone Ash“ taufte die gleichnamige englische Band 1970 ihr Debut-Album. Und auf dieser Platte hört man relativ straighten und geradlinigen Rock. Dieser ist meist ein Vertreter der etwas härteren Art. Das Besondere an der Musik von Wishbone Ash ist das Vorhandensein zweier Leadgitarristen und damit auch zweier gleichzeitig gespielter Lead-Gitarren. So etwas hatte es bis zur damaligen Zeit noch nicht gegeben.

Zur Musik ist dabei folgendes festzustellen: „Blind Eye“,der erste Titel, rockt. Nicht viel anders verhält es sich bei „Lady Whiskey“. Allerdings ist dieses Stück bereits deutlich interessanter, da verschachtelter. Und man muss es zugeben, die Sache mit den zwei Lead-Gitarren hat was. Das klingt irgendwie interessant, auch wenn die Stücke selbst einen noch nicht zu sehr in den Bann ziehen.

Das schafft dann allerdings „Errors Of My Way“. Hier gibt es schöne Melodien zu hören, einen klasse abgestimmten mehrstimmigen Gesang und wieder dieses doppelte Lead-Gitarren-Spiel. Dazu gesellen sich lange Passagen mit Gitarren-Soli, die allerdings auch in die Richtung „Harmonie“ gehen, ohne zu frickelig zu sein. Das Stück reicht schon stark in das Genre progressive Rock-Musik hinein und ist sehr gut mit dem Adjektiv „schön“ zu umschrieben.

Nun, bei „Queen Of Torture“ sind wir dann wieder beim klassischen Rock. Dieses Mal sogar wieder der härteren Fraktion dieser Musikrichtung zugehörig. Nichts Besonderes heutzutage mehr, damals, 1970 aber sicherlich noch nicht ganz so alltäglich. Anschließend folgen die beiden etwas längeren Lieder. Beide im zweistelligen Minutenbereich und ehemals die komplette zweite Seite der Platte füllend. „Handy“ wirkt dabei sehr bluesig, ohne dieses Genre zu übertreiben oder zu überakzentuieren. In der Mitte wird das Lied dann ein wenig treibender – in einem durchaus packenden Instrumentalpart. Wer gitarrenorientierten Rock mag, der wird sich hier sehr wohl fühlen. Wer progressiven Rock bevorzugt, kann hier durchaus auch etwas für sich entdecken. Schließlich geht „Handy“ in ein Drum-Solo über, um anschließend fast schon einen Swing darzubieten. Da ist Fingerschnipsen angesagt. Schließlich kommt es noch zu sinnfreiem Gesang, bei dem nur noch Laute von sich gegeben werden, sodass das Ende des Stücks nicht mehr so richtig überzeugen kann.

„Phoenix“ heißt der nächste und letzte „Longtrack“. Das Stück beginnt wieder sehr bluesig, wird im weiteren Verlauf ein wenig rockiger, setzt seinen Schwerpunkt auf das Gitarrensolo, um schließlich auch wieder verstärkt und noch intensiver loszurocken. Das muss man mögen. Allerdings sei hier auch mal das Bass-Spiel des Martin Turner erwähnt, der seine Sache wirklich klasse macht. Treibender kann ein Bass kaum klingen.


Fazit: Ein wahrlich gelungenes Rock-Debut von Wishbone Ash. Wer auf gut gemachten Rock steht, der nicht alltäglich klingt, der wird dieses Album lieben. Freunde des progressiven Rocks haben am ehesten Spaß an “Errors Of My Way”. Das war sicherlich kein schlechtes Debut von Wishbone Ash. Der tolle, bisher unbekannte Sound der Instrumentierung und der immer wieder treibende Groove der Lieder machen das Debut der Engländer zu einem durchaus hörenswerten Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: Errors Of My Way, Phoenix




Samstag, 24. November 2012

Styx – The Serpent Is Rising




Styx – The Serpent Is Rising


Besetzung:

James Young – guitars, vocals
Dennis DeYoung – hammond organ, piano moog synthesizer, vocals, mellotron, pipe organ
John Curulewski – guitars, moog synthesizer, vocals 12 string guitar
Chuck Panozzo – bass guitar, vocals
John Panozzo – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Bill Traut – saxophone (22 Years)


Label: Wooden Nickel


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Mainstream, Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Witch Wolf (4:01)
2. The Grove Of Eglantine (5:01)
3. Young Man (4:47)
4. As Bad As This (6:09)
5. Winner Takes All (3:07)
6. 22 Years (3:42)
7. Jonas Psalter (4:42)
8. The Serpent Is Rising (4:52)
9. Krakatoa (1:36)
10. Hallelujah Chorus (From Handel's Messiah) (1:33)

Gesamtspieldauer: 39:29




Legt man „The Serpent Is Rising“ ein, das dritte Album der amerikanischen Band Styx, dann hört man bereits nach den ersten Tönen und Takten, welche Art der Musik den Hörer auf diesem Album erwartet, was auf dieser Platte Programm ist: Rock. Oftmals etwas härter und meistens dem Mainstream zugehörig. Bezeichnend dafür stehen gleich die ersten beiden Titel „Witch Wolf“ und „The Grove Of Eglantine“. Gleiches gilt für „Winner Takes All“, „22 Years“ und „Jonas Psalter“. Das kann mitunter ganz nett klingen, besonders wenn es dabei schöne Instrumentalpassagen zu hören gibt wie bei den Titeln „The Grove Of Eglantine“ und „Jonas Psalter“, etwas wirklich Besonders ist das allerdings alles nicht.

Da klingen „Young Man“, durch einen tollen Orgeleinsatz und die verschiedenen, ineinander geflochtenen Teile, sowie das Titelstück „The Serpent Is Rising“ durch dessen Rhythmus- und Stilwechsel schon wesentlich interessanter und deutlich gelungener.

Der Titel „As Bad As This“ besteht eigentlich aus zwei Liedern. Jenem mit genau diesem Namen, akustisch instrumentiert und ein wenig bluesig angehaucht. Nach drei Minuten und fünfundvierzig Sekunden geht das Lied schließlich in einen weiteren Song mit dem Namen „The Plexiglas Toilet“ über. Ein Hidden Track mitten auf dem Album, in den Credits jedoch nie erwähnt. Da gibt es dann einen Calypso-Sound à la Harry Belafonte zu hören und man bekommt unter anderem folgenden Text dargeboten: „Don't sit on the Plexiglas toilet - Said the momma to her son - Wipe the butt clean with the paper - Make it nice for everyone - But don't sit down on the Plexiglas toilet yeah.” Wahnsinn, was manchen Leuten so einfällt. Dazu sei angemerkt, dass die Musik sich hier qualitätsmäßig restlos dem Text angleicht.

Blieben noch die letzten beiden, kurzen Lieder. „Krakatoa“ ist nur noch experimentell und den „Hallelujah Chorus“ hätte es wahrlich auch nicht mehr benötigt, um das Album richtig schlecht abzuschließen.

Fazit: Der Rock, der auf „The Serpent Is Rising“ zu hören ist, ist durchaus okay. Leider aber auch nicht mehr. Die kurzen Instrumentalpassagen sind meistens diejenigen Stellen, die am ehesten begeistern können. Für Rock-Fans sicher ein geeignetes Album, für Fans progressiver Musik allerdings nur an ganz wenigen Stellen geeignet. Dieses „Schmachtende“ und allzu Süßliche, was später noch auf einigen Scheiben der Band zu hören sein wird, dies fehlt hier aber glücklicherweise noch völlig. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Young Man, The Serpent Is Rising




Freitag, 23. November 2012

Tool – Aenima




Tool – Aenima


Besetzung:

Maynard James Keenan – vocals
Adam Jones – guitar
Justin Chancellor – bass
Danny Carey – drums


Gastmusiker:

Marko Fox – vocals on "Die Eier von Satan"
Eban Schletter – organ on "Intermission"
Chris Pitman – additional synthesizer on "Third Eye"
David Bottrill – keyboards,


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Progessive Metal


Trackliste:

1. Stinkfist (5:11)
2. Eulogy (8:29)
3. H. (6:07)
4. Useful Idiot (0:39)
5. Forty Six And Two (6:04)
6. Message To Harry Manback (1:53)
7. Hooker With A Penis (4:34)
8. Intermission (0:56)
9. Jimmy (5:24)
10. Die Eier von Satan (2:17)
11. Pushit (9:56)
12. Cesaro Summability (1:26)
13. Aenema (6:40)
14. (-) Ions (4:00)
15. Third Eye (13:47)

Gesamtspieldauer: 1:17:24




„Aenima“ ist das zweite Album von Tool, dieser Progressive-Metal-Band aus Los Angeles. Und „Aenima“ ist großes Kino. Das fängt bereits bei der Gestaltung der CD an, bei der durch Hin- und Herbewegen der Hülle verschiedene Kippbilder sichtbar werden. Da gibt es dann von schönen Mustern bis hin zum Autofellatio so allerhand zu bestaunen.

Noch deutlich einprägsamer ist allerdings die Musik auf „Aenima“, ein Wort, welches von der Band aus den Worten „Anima“, lateinisch für Geist, Seele und „Enema“, englisch für Einlauf kreiert wurde. Die Musik auf „Aenima“ ist so etwas von kraftvoll und dicht, dass es einem nicht leicht fällt, Vergleichbares zu finden. Hier wird kompromisslos gerockt, allerdings auf eine Art und Weise die immer wieder überrascht. Prog-Metal in Perfektion. Mag gut sein, dass die Band Pink Floyd, Genesis, Yes oder auch King Crimson als Inspiration angibt. Ich kann die Vergleiche der Musik dieser Bands zur Musik von Tool allerdings nicht nachvollziehen. Da sind Welten dazwischen. Tool macht etwas völlig anderes.

Nun, eine Ähnlichkeit gibt es doch. Die Musik der oben genannten Bands kann begeistern, da sie oft anders sind oder waren, etwas Besonderes machten und Trendsetter darstellten. Und begeistern kann Tool auf „Aenima“ auch immer wieder. Allein diese Steigerung zu Beginn des Stücks „Eulogy“ ist den Kauf der Platte wert. Auch wenn es etwas völlig anderes ist, aber vom Stil her fällt mir da nur noch das Intro zu „Time“ von Pink Floyd ein, welches eine ähnliche Entwicklung der Spannung aufweist.

Oftmals, jedoch nicht immer, wird dieser harte Rock, der auf „Aenima“ allgegenwärtig ist, auch noch mit tollen und eingängigen Harmonien verbunden. Beispielhaft stehen dafür die Titel „Forty Six And Two“ oder das fast zehnminütige „Pushit“. Es ist dabei noch nicht mal die eigentliche Melodie selbst, die das Erhörte im Gehirn verankert. Es ist dieses mantrahafte Wiederholen kurzer Einheiten, deren Steigerung und der Explosion der Musik auf dem Zenit des Liedes, die die Stücke so einprägsam werden lassen.

Nicht immer ist das dann aber auch eingängig. „Stinkfist“ rockt einfach durch und bei „Hooker With A Penis“ wird vor allem Wert auf Lautstärke gelegt. Die ist bei diesem Stück auch da, wenn man den Lautstärkeregler herunterreguliert – zumindest wirkt das so. Beim Titel „Third Eye“ sind zu Beginn Einspielungen von Bill Hicks zu hören. Dieser Stand-Up-Comedian starb zwei Jahre zuvor und war ein Freund der Musiker. Deshalb wurde ihm auch das gesamte Album gewidmet. Das Lied selbst ist ein knapp vierzehnminütiger Parforce-Ritt durch jede Menge, mitunter fast schon brachialer Eindrücke. Eine Reise durch gehörte Aggressivität.

Dann gibt es da noch diese kurzen Einspielungen. Zwischentitel könnte man das Ganze auch nennen. Da wird die Rezeptur für Hasch-Kekse auf Deutsch dargeboten, es gibt Industriegeräusche bis hin zur Jahrmarktsmusik zu hören. Irgendwie passen diese kleinen Titel und lockern das Gehörte sogar ein wenig auf und sind zumindest jedes Mal wieder ein wenig überraschend.

Fazit: „Starker Tobak“ wird dem Hörer auf „Aenima“ geboten. Harte und kompromisslose Musik, die allerdings durch ihre Dichte, durch ihre Atmosphäre den Zuhörer einfangen kann. Zumindest dann, wenn sie oder er auch etwas mit den härteren Tönen in der Musik anzufangen weiß, denn diese sind hier allgegenwärtig. Die Musik auf „Aenima“ ist ein ganz anderes Kaliber als der ProgMetal, der zum Beispiel von Rush fabriziert wird. Härter, mitunter kälter wirkend und noch sehr viel konsequenter. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Eulogy, Forty Six And Two, Jimmy, Pushit, Aenema






Donnerstag, 22. November 2012

Bright Eyes – Fevers And Mirrors




Bright Eyes – Fevers And Mirrors


Besetzung:

Conor Oberst – vocals, guitar (1, 4, 6, 8, 10, 11), sample (1), organ (2), Rhodes (5), keyboards (5, 12), piano (7), tremolo guitar (9), percussion (11), toy piano (12)
Mike Mogis – electric guitar (4, 9), pedal steel (6, 8), vibraphone (1, 8), tambourine (6, 8), glockenspiel (1), piano (1), ebow pedal steel (2), electronics (2, 9), tongue drum (3), guiro (3), lap dulcimer (4), hammered dulcimer (5), atmosphere (7), acoustic guitar intro (9), organ (9), mandolin (10), keyboards (10), sample (11), percussion (11)
Todd Baechle – keyboards (3)
Tim Kasher – accordion (1, 4, 6)
Joe Knapp – drums (2, 4, 6, 8, 9, 10), percussion (3), vocals (8)
Jiha Lee – flute (2, 4, 10), vocals (5)
Andy LeMaster – guitar (3), percussion (3, 6, 11), mellotron (5, 6), bass (2, 5, 10), electric guitar (9), vocals (9, 10, 11), keyboards (11)
Matt Maginn – bass (3, 4, 6, 8, 9)
A. J. Mogis – piano (2), Rhodes (9)
Clint Schnase – drums (2, 5)


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. A Spindle, A Darkness, A Fever, And A Necklace (6:26)
2. A Scale, A Mirror And Those Indifferent Clocks (2:45)
3. The Calendar Hung Itself... (3:56)
4. Something Vague (3:34)
5. The Movement Of A Hand (4:03)
6. Arienette (3:45)
7. When The Curious Girl Realizes She Is Under Glass (2:40)
8. Haligh, Haligh, A Lie, Haligh (4:44)
9. The Center Of The World (4:43)
10. Sunrise, Sunset (4:32)
11. An Attempt To Tip The Scales (8:29)
12. A Song To Pass The Time (5:30)

Gesamtspieldauer: 55:08




Diese düstere und traurige Stimmung, die Conor Oberst mit seinem Band-Projekt häufig verbreitet, kommt auf „Fevers And Mirrors“, dem dritten Album des US-Amerikaners deutlich mehr zum Tragen, als noch auf dem Vorgänger „Letting Off The Happiness“.

Überaus melancholisch präsentiert sich hier die Musik, Country-Anleihen gibt es nicht mehr und alles versinkt in tiefer Traurigkeit. Dies liegt zum einen an der häufig sehr spärlich eingesetzten Instrumentierung, wie an der überaus zerbrechlich wirkenden Stimme des Conor Obersts. Die wird so manches Mal nur gehaucht, zittert immer wieder ein wenig oder überschlägt sich leicht.

Zwanzig Jahre alt wurde Conor Oberst im Jahr des Entstehens des Albums und es ist wahrlich überraschend, wie ein so junger Mann es schaffte solch, manches Mal richtig ergreifende Musik, gepaart mit sehr tiefsinnigen Texten zu schreiben. Immer wieder erinnert die Musik selbst ein wenig an die Eels. Marc Oliver Everett hat zwar eine völlig andere Stimme, aber die Stimmung ist mitunter durchaus zu vergleichen.

Die einzelnen Stücke sind sich selbst relativ ähnlich. Egal ob die Nummern nun „A Scale, A Mirror And Those Indifferent Clocks”, „Something Vague”, „The Movement Of A Hand”, „Arienette”, „When The Curious Girl Realizes She Is Under Glass”, „Haligh, Haligh, A Lie, Haligh”, „Sunrise, Sunset” oder „An Attempt To Tip The Scales“ heißen, geboten wird immer jede Menge Atmosphäre mit einer ganz großen Prise Melancholie beziehungsweise Sentimentalität oder einfach nur Traurigkeit. Am deutlichsten wird dies vielleicht beim Song „Arienette”. Klasse gelungen.

Etwas seltsam ist dagegen der Titel „An Attempt To Tip The Scales“. Das Lied gehört zwar in dieselbe Kategorie wie die anderen Stücke des Albums auch, im zweiten Teil, ab 2:30, hört man allerdings ein gestelltes Interview, in dem ein Radiomoderator sich mit Conor Oberst über das neue Album unterhält. Anscheinend ist dabei allerdings noch nicht einmal der echte Conor Oberst zu hören. Seltsam, was das wohl soll?

Fazit: „Fevers And Mirrors“ ist ein sehr trauriges und auf seine Art „warmes“ Album geworden. Eine Platte, die man gerne hört, wenn man als Musikhörer auch mal auf die unaufgeregteren Töne umsteigen kann. Die Stimme Conor Obersts ist wahrscheinlich nicht für jeden etwas, aber zu dieser Musik passt sie einfach. Ein schönes Album. Elf Punkte wert.

Anspieltipps: A Scale A Mirror And Those Indifferent Clocks, Something Vague, The Movement Of A Hand, Arienette, When The Curious Girl Realizes She Is Under Glass, Haligh Haligh A Lie Haligh, Sunrise, Sunset, An Attempt To Tip The Scales




Mittwoch, 21. November 2012

Haindling – Karussell




Haindling – Karussell


Besetzung:

Hans-Jürgen Buchner – alle Instrumente


Gastmusiker:

Roald Raschner – zusätzliche Keyboards auf 1, 2, 4, 5, 7
Wolfgang Gleixner – Bass auf 4
Peter Enderlein – zusätzliches Schlagwerk auf 4


Label: BMG Ariola


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Popmusik mit Volksmusikanleihen


Trackliste:

1. Karussell (3:13)
2. Wie sich Fische unter Wasser küssen (4:20)
3. Steig ein (5:23)
4. Hutzlmandl (4:42)
5. Du und I (3:45)
6. Prinzessin (2:45)
7. Pavane - Das globale Dorf (3:59)
8. Rahmenbedingungen für eine Entspannung (5:16)
9. Komm lass uns gehn (3:59)
10. Der Wolkenverschieber (2:52)
11. Das Kleidungsproblem (4:03)
12. Seelenfango (2:44)
13. Im Baumhaus (4:40)
14. Bellaria - solange wir leben (4:15)

Gesamtspieldauer: 55:56




„Karussell“ heißt das bereits zehnte Studioalbum des Hans-Jürgen Buchner alias Haindling. Und dieses Album ist gleichzeitig das erste von Haindling des neuen Jahrtausends. Viel verändert hat sich allerdings nicht. Die Zutaten, die ein Handling-Album zu etwas Besonderem werden lassen, die sind auch auf Karussell vertreten. Es gibt erneut diese wunderschönen Melodien, das Kritische, das Kuriose, das Bayerische, ein wenig das Schlagereske und das Entspannte, Relaxte.

Und da wären wir auch gleich bei den Höhepunkten des Albums. Irgendwie kommen diese völlig unaufgeregt und relaxt daher und da verwundert es nicht weiter, dass einer der Highlights mit „Rahmenbedingungen für eine Entspannung“ betitelt wurde. Eine schöne warme und wahrlich entspannte Melodie macht sich breit und erfüllt den Raum. Etwas flotter klingt da schon „Der Wolkenverschieber“. Aber auch diese Melodie kann einen einfangen und gefallen.

Dann gibt es da aber auch noch so Songs wie den Titeltrack „Karussell“. Die Musik nervt und erinnert an etwas einfacheren Pop, der Text allerdings ist klasse gemacht. „Wie sich Fische unter Wasser küssen“ klingt super elektronisch und konstruiert. Und Nein! Ich will nicht wissen wie sich Fische unter Wasser küssen. Denn sie machen das auch gar nicht. Diese Nummer ist schon äußerst gewöhnungsbedürftig.

„Steig ein“ ist wieder eine nette Instrumentalnummer, bei der fröhlich gepfiffen wird und „Hutzlmandl“ hat einen ganz interessanten Text, wird aber mit so viel, irgendwie „unecht“ klingenden Sounds, wie zum Beispiel der Perkussion zugekleistert, dass es dann schon wieder komisch wirkt. „Laptop und Lederhosen“ anzuprangern wirkt eindeutig besser, wenn die Musik dann auch handgemacht ist und eben nicht einprogrammiert wurde.

„Du und I“ läuft so mit, ohne Spuren zu hinterlassen. „Prinzessin“ ist jedoch wieder eines jener Lieder Haindlings, auf die man vom Text her erst mal kommen muss. Toll gemacht. Der Text wird gesprochen, die Musik swingt leicht. Beim nächsten Stück, „Pavane - Das globale Dorf“ kommt wieder, dieser ein klein wenig erhobene Zeigefinger zum Tragen. Trotzdem ist das, was uns Hans-Jürgen Buchner da erzählt, durchaus interessant. Die Musik ist leicht beschwingt und gar nicht so „schwer“, wie der Text vielleicht vermuten lassen würde. „Komm lass uns gehen“ hat eine schöne Melodie und bei „Das Kleidungsproblem“ nervt wieder dieser Neo-Sound, der Text ist jedoch sehr witzig.

„Seelenfango“ ist erneut so eine Art Entspannungslied und „Im Baumhaus“ klingt so etwas von hektisch, dass man dieses Lied kaum mit einem Baumhaus in Verbindung bringen kann. „Baumhaus“ ist Rückzugsgebiet - aber kein Stress. Falscher Titel. Ich assoziiere mit dieser Musik eher einen Titel der Marke: „Die Hektik im Verkehrschaos“. Und dann folgt zum Abschluss der Platte schließlich noch „Bellaria - solange wir leben“. Instrumental mit schöner Melodie versehen wippt man hier automatisch ein wenig mit. Es gibt deutlich schlechtere Abschlüsse.

Fazit: Alles klingt auf „Karussell“ ganz nett, sieht man mal von diesen plastikartigen Sounds ab, die eben auch ab und an auftauchen. Dem Album fehlen jedoch diese hervorragenden Titel, diese Perlen, die es sonst auf jedem Haindling-Album zu entdecken gibt. Somit erreicht diese Platte hier nicht ganz die Qualität der Vorgängerscheiben. Durchschnitt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Rahmenbedingungen für eine Entspannung, Komm lass uns gehen, Der Wolkenverschieber, Das Kleidungsproblem, Bellaria - solange wir leben




Dienstag, 20. November 2012

The Psychedelic Furs – Talk Talk Talk




The Psychedelic Furs – Talk Talk Talk


Besetzung:

Richard Butler – vocals
John Ashton – guitar
Roger Morris – guitar
Tim Butler – bass guitar
Vince Ely – drums
Duncan Kilburn – saxophones, keyboards


Label: Columbia / Sony BMG


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Post Punk


Trackliste:

1. Dumb Waiters (5:04)
2. Pretty In Pink (3:58)
3. I Wanna Sleep With You (3:19)
4. No Tears (3:17)
5. Mr. Jones (4:03)
6. Into You Like A Train (4:35)
7. It Goes On (3:52)
8. So Run Down (2:54)
9. All Of This And Nothing (6:23)
10. She Is Mine (3:53)


Bonus Tracks:

11. Mr. Jones (Single Version) (3:26)
12. So Run Down (Early Version) (3:05)
13. All Of This And Nothing (Demo) (9:02)

Gesamtspieldauer: 56:51




Im Jahr 1981 veröffentlichte die britische Band The Psychedelic Furs ihr zweites Album. Dieses erhielt den Titel „Talk Talk Talk“ und auf dieser Platte kann man jede Menge New Wave Rock hören. Der Sound ist ganz typisch für die frühen achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts und es wird durchgehend gerockt. Langsamere Stücke sucht man deshalb auch vergebens auf „Talk Talk Talk“. Allen Liedern ist somit eines gemeinsam, sie haben dasselbe Tempo. Und dieses ist geradlinig nach vorne gerichtet, ohne Kompromisse, ohne große Variationen.

Und genau dieser Punkt ist auch das Manko der Scheibe. Denn diese Ähnlichkeit findet sich nicht nur im Tempo der Stücke, sondern die Ausprägung der Gleichförmigkeit setzt sich auch beim Klang der einzelnen Lieder fort. Alles klingt ähnlich bis fast schon gleich. Somit läuft die Musik durch und es ist manchmal gar nicht so einfach zu merken, wann ein Titel endet, der neue bereits anfängt. Besonders deutlich wird dies bei den Übergangen von „No Tears“ zu „Mr. Jones“ zu „Into You Like A Train“. Wenn, ja wenn da nicht diese eine Sekunde Stille zwischen den einzelnen Liedern wäre. Ansonsten wäre das wirklich schwierig, die Songs auseinanderzuhalten. Einzige Ausnahme bildet dabei der Auftakt zu „All Of This And Nothing“. Hier ist die Stimmung zunächst nachdenklich und das Tempo zieht erst im weiteren Verlauf an. Durchaus gelungen.

Das Album enthält auch den Song „Pretty In Pink“, wohl eines der bekanntesten Lieder der Band. Dieser Song inspirierte sogar John Hughes, der seinem 1986 gedrehten Film über eine Teenager-Romanze denselben Titel gab. Und dieses Lied ist auch einer der Höhepunkte des Albums, da sich dahinter auch eine Melodie versteckt, die wirklich länger hängenbleibt und nicht einfach nur so vorüberzieht.

Drei Zugaben gibt es in Form von Bonus Tracks auf der remasterten Fassung des Albums. Dabei handelt es sich allesamt um alternative Versionen bereits auf der Platte vorhandener Lieder. Die zweite Version von „All Of This And Nothing“ dauert dabei knapp vier Minuten und es ist anschließend Stille zu vernehmen. Ein Hidden Track folgt. Wenige Sekunden später spielt die Band noch mal „Into You Like A Train“ in einer leicht abgespeckten Version. Das Stück geht dann in „I Wanna Sleep With You“ über, welches wiederum in „Pretty In Pink“ mündet. Somit bekommt man am Ende der Platte noch mal eine Art Medley verschiedener Titel präsentiert.

Fazit: Keine schlechte Musik befindet sich auf „Talk Talk Talk“. Auf ihre Art typische Musik für die beginnenden 80er Jahre im 20. Jahrhundert. Allerdings klingt alles ein wenig ähnlich ist ein bisschen zu uniform. Und das bewirkt, dass dieses Album kein richtig gutes, sondern eher eine durchschnittliche Platte geworden ist. Acht Punkte.

Anspieltipps: Pretty In Pink, No Tears, All Of This And Nothing




Montag, 19. November 2012

Madonna – Bedtime Stories




Madonna – Bedtime Stories


Besetzung:

Madonna – vocals


Gastmusiker:

Dallas Austin – drums, keyboards
Babyface – synthesizer, background vocals
Donna De Lory – background vocals
Niki Haris – background vocals
Suzie Kattayama – conductor
Jessie Leavey – conductor
Tommy Martin – guitar
Me'Shell NdegéOcello – bass
Colin Wolfe – bass
Jessie Leavey – strings arrangement
Craig Armstrong – strings arrangement on "Take A Bow"


Label: Warner Brothers Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Pop, Electronic, R&B, Funk, House


Trackliste:

1. Survival (3:31)
2. Secret (5:05)
3. I'd Rather Be Your Lover (4:40)
4. Don't Stop (4:38)
5. Inside Of Me (4:12)
6. Human Nature (4:54)
7. Forbidden Love (4:09)
8. Love Tried To Welcome Me (5:22)
9. Sanctuary (5:03)
10. Bedtime Story (4:53)
11. Take A Bow (5:22)

Gesamtspieldauer: 51:48




Nach dem Katastrophenalbum „Erotica“ veröffentlichte Madonna zwei Jahre später ihr sechstes Studioalbum mit dem Titel „Bedtime Stories“. Hier wird wieder jede Menge „gefunkt“ und „gegroovt“. Dieses Mal allerdings ein wenig einheitlicher als noch auf dem Vorgängeralbum, welches sich als rasanter Stilmix herauskristallisierte. Madonna wollte mit ihrem neuen Album mehr in R&B-Ecke driften, was durch die Auswahl der Musiker, wie die der Produzenten, auch diesbezüglich Unterstützung fand.

Trotzdem, auch auf „Bedtime Stories“ kann das Gehörte nicht wirklich überzeugen. Irgendwie klingt so vieles nach Füllmaterial und diese Melodien, die uns Frau Ciccone hier darbietet, die wollen und wollen einfach nicht so recht zünden. Da gibt es so Stücke wie „Forbidden Love“, bei dessen Hören einem fast die Füße einschlafen. Oder aber jener funkige Opener „Survival“, dessen Titel wohl gewählt zu sein scheint, da man wirklich eine gewisse Lebensgier sein Eigen nennen muss, um diese unsägliche Langeweile zu überleben.

Doch immerhin schafft es Madonna dieses Mal zumindest zeitweilig Stimmung und Atmosphäre zu erzeugen. Denn auch wenn diese Musik den eigenen Musikgeschmack nicht vollends trifft, so haben Stücke wie „Human Nature“, „Sanctuary“ oder „Bedtime Stories“ zumindest ein gewisses Flair, welches auch wirkt, ohne in dieser Musik vollends zu Hause zu sein.

Noch ein Wort zu „Take A Bow“, eine der erfolgreichsten Singles Madonnas. In Koproduktion mit Björk und Babyface geschrieben ist das Stück ein unendlicher Schmachtfetzen, der zwar schnell ins Ohr geht, gerade durch einige japanisch klingende Harmonien, dessen man dort aber unglaublich schnell auch wieder überdrüssig wird. Das beste Stück der Platte ist somit eindeutig der zweite Titel „Secret“. Die Nummer wirkt auch noch ein wenig länger – ohne dabei jetzt wirklich gut zu sein.

Fazit: Auf „Bedtime Stories“ ist zumindest eine Steigerung zum vorherigen Album auszumachen. Und auch diese Stimmung, die die Titel mitunter ausdrücken, die passt immer wieder mal – manchmal besser, manchmal wieder weniger. „Bedtime Stories“ gehört insgesamt zu den weniger erfolgreichen Alben Madonnas. Wobei man von „weniger“ bei 7.000.000 verkauften „Bedtime-Stories-Einheiten“ irgendwie auch nicht sprechen kann. Für die Stimmung und Atmosphäre der Songs gebe ich hier aber sechs Punkte. Für mich, auch trotz der vielen schlechteren Tracks, der bisherige Höhepunkt im Schaffen von Madonna.

Anspieltipps: Secret, Human Nature, Sanctuary, Bedtime Stories, Take A Bow




Sonntag, 18. November 2012

Birth Control – Operation




Birth Control – Operation


Besetzung:

Bruno Frenzel – guitars, vocals
Bernd Koschmidder – bass-guitar
Reinhard Sobotta – organ, keyboards
Bernd Noske – drums, percussion, vocals


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock, Krautrock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Stop Little Lady (7:20)
2. Just Before The Sun Will Rise (7:39)
3. The Work Is Done (6:00)
4. Flesh And Blood (3:29)
5. Pandemonium (6:36)
6. Let Us Do It Now (11:13)


Bonus Tracks:

7. Hope (Single Version) (4:21)
8. Rollin' (Single Version) (3:56)
9. The Work Is Done (Single Version) (4:02)
10. What's Your Name (Single Version) (3:37)
11. Believe In The Pill (Single Version) (3:43)

Gesamtspieldauer: 1:01:56




„Operation“ nannte die Berliner Krautrock-Band Birth Control ihr zweites Werk. Und damit verursachten die vier Musiker gleich einmal Ärger. Nicht jedoch wegen der auf dem Album enthaltenden Musik, vielmehr wegen dem Cover. Dort sieht man nämlich neben Papst Paul VI. eine Art Kakerlake, die gerade dabei ist, einige Babys zu verspeisen. Damit wollten Birth Control (wie auch durch ihren Namen) gegen die Enzyclica Humanae Vitae des Papstes, der darin die Abtreibung ungeborenen Lebens strikt ablehnte, protestieren. Das war vielen Plattenläden deutlich zu viel kreative Freiheit und sie verweigerten sich, dieses Album zu verkaufen. So wurde zumindest für den britischen Markt ein neues Cover entworfen. Nun waren allerdings zwei riesige Kondome darauf zu sehen - was einen Streik der englischen Packerinnen hervorrief. Dieses Album wollten sie nicht berühren.

Musikalisch ist die Platte eine Mischung aus geradlinigem Rock, mit immer mal wieder eingestreuten progressiven Abschnitten. Geschrieben wurden alle Titel von Gitarrist Bruno Frenzel, der 1983 an den Folgen eines Stromschlags, erlitten auf einer Schweizer Bühne, verstarb. Äußerst kraftvoll klingt das Ganze. Mit einer Ausnahme kommt kein Lied ohne einen treibenden Groove daher, der auch mal an die rockigeren Stellen in den Veröffentlichungen von Grobschnitt erinnert. Dabei weiß zusätzlich der Orgel- beziehungsweise Keyboardeinsatz zu überzeugen. Man kommt dabei gar nicht umhin, den Füßen freien Lauf zu lassen und mit zu wippen.

Für Freunde progressiver Rockmusik sind wohl die Titel „Just Before The Sun Will Rise“ und „The Work Is Done“ sicherlich am Interessantesten. Und natürlich das ursprünglich letzte Lied der Platte: „Let Us Do It Now“. Hier fehlt auch dieser stampfende Rhythmus – die Nummer wird mit einem Piano Solo eingeleitet und entwickelt sich während seiner über elfminütigen Dauer zu einem sehr abwechslungsreichen, manchmal verträumten, melodischen und immer wieder überraschenden Musikstück, welches dem Genre „Progressive Musik“ deutlich am nächsten kommt. Fast durchgängig orchestral untermalt kommt es hier zum, in diesem Fall geglückten Treffen von Bläsern und Streichern, klassischen Rockinstrumenten, Glocken und elegischen Gesangseinlagen.

Fünf Zugaben wurden auf der Wiederveröffentlichung durch Repertoire Records mit dazugepackt. Hier rockt es jetzt dann allerdings durchgängig, wobei die Single „Hope“ durchaus hörenswert ist. Leider finden sich auf meiner Ausgabe im Booklet keine Angaben zu den beteiligten Personen. Wer das Orchester bei „Let Us Do It Now“ ist, kann ich daher ebenfalls nicht nachvollziehen. Auch ob weitere Musiker an der Entstehung der Platte mitwirkten bleibt hier im Dunkeln.

Fazit: Wer der etwas härteren Rockmusik, die jedoch niemals Metal ist, auch etwas abgewinnen kann, der liegt hier schon mal richtig. Krautrock ist auf „Operation“ zu hören, Krautrock der rockt, allerdings auch immer wieder diese progressiven Ansätze offenbart. Dazu gesellt sich am ursprünglichen Ende des Albums noch eines der gut gemachten Annäherungen zwischen Klassik und Rock, sodass dieses Album vielleicht nicht ganz die Qualität der nachfolgenden Veröffentlichungen erreicht - viel fehlt jedoch nicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Just Before The Sun Will Rise, The Work Is Done, Let Us Do It Now, Hope



Samstag, 17. November 2012

Mike Oldfield – Earth Moving




Mike Oldfield – Earth Moving


Besetzung:

Mike Oldfield – guitar, keyboards


Gastmusiker:

Adrian Belew – guitar, vocals
Daniel Lazarus – clavinet
Bobby Valentino – violin
Phil Spalding – bass
Raf Ravenscroft – saxophone
Max Bacon – vocals
Mark Williamson – vocals
Anita Hegerland – vocals
Chris Thompson – vocals
Nikki Bentley – vocals
Maggie Reilly – vocals
Carol Kenyon – vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. Holy (4:38)
2. Hostage (4:09)
3. Far Country (4:25)
4. Innocent (3:31)
5. Runaway Son (4:07)
6. See The Light (4:00)
7. Earth Moving (4:04)
8. Blue Night (3:49)
9. Nuthing But / Bridge To Paradise (8:42)

Gesamtspieldauer: 41:25




„Mike Oldfields „Earth Moving“ habe ich noch nicht. Nun die Kritiken sind nicht so toll, aber so schlecht kann das doch gar nicht sein. Mike Oldfield hat „Ommadawn“, „Incantations“ und „Tubular Bells“ erschaffen. Tolle Musik zu machen verlernt man doch nicht! Und die CD gibt es jetzt auch sehr günstig. Also her damit!“

So lief das mit „Earth Moving“ bei mir. Und gute und interessante Musik zu machen, hatte Mike Oldfield auch wirklich nicht verlernt, denn es sollte schon bald mit „Amarok“ wieder ein schönes und spannendes Album folgen. Aber „Earth Moving“? Nein, darauf befindet sich weder gute noch interessante Musik. Wenn nicht ab und zu einer der typischen Mike-Oldfield-Gitarrenklänge zu hören wäre, denn würde man noch nicht einmal auf die Idee kommen, dass man da überhaupt gerade Mike Oldfield hört.

Gut, progressive Musik ist auf „Earth Moving“ schon mal nicht zu hören. Auch keine Instrumentalmusik mehr. Bei jedem Lied gibt irgendeine Sängerin, irgendein Sänger ihren oder seinen Senf dazu. Egal ob dieser Adrian Belew oder ob diese Maggy Reilly heißt, die Lieder macht es keinen Deut besser. Auf „Earth Moving“ hört man Pop-Musik, unglaublicherweise manchmal sogar garniert mit Disco- und Funk-Anleihen. Pop-Musik? Nicht weiter schlimm könnte man meinen, denn die hat Mike Oldfield auch schon ein paar Alben zuvor fabriziert und gar nicht mal so schlecht. Aber dieser Pop hier ist so furchtbar langweilig, so belanglos, leider so überflüssig, dass es an Zeitverschwendung grenzt, diese Platte einzulegen. Hier gibt es keine schönen Melodien und keine interessanten Arrangements mehr. Alles derselbe, dumpfe Brei. Traurig. Pop-Musik hatte der Multiinstrumentalist vorher wahrlich schon deutlich bessere komponiert.

Angeblich drängte die Plattenfirma Virgin Mike Oldfield dazu, noch mehr kommerzielle, radiotaugliche Musik zu produzieren. Und dies vollbrachte er dann auch mit diesem Album. Nach dessen Fertigstellung war der Musiker allerdings auch nicht besonders glücklich über das Ergebnis und wollte wieder weg von dieser „Computer-Musik“ und hin, beziehungsweise zurück zur Musik mit richtigen Musikern und „richtigen“ Instrumenten. Mit „Amarok“ sollte er dieser seiner Vorstellung schließlich auch nachkommen.

Dann ist da noch die Geschichte mit der deutschen Verkehrsdurchsage zu Beginn von „Hostage“. Hintergrund dafür ist die Geiselnahme von Gladbeck, die ein Jahr zuvor stattfand und durch welche sich Mike Oldfield zu diesem Song inspirieren ließ.

Fazit: Der Ehrlichkeit halber sei gesagt, dass es sogar noch schlechtere Pop-Musik gibt - die kommt dann jedoch nicht von Mike Oldfield. Langweilig und belanglos ist „Earth Moving“ zwar schon, aber immerhin noch etwas mehr wert als der absolute Bodensatz. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Innocent, See The Light, Blue Night