Sonntag, 24. Februar 2013

Queen – The Miracle




Queen – The Miracle


Besetzung:

Freddie Mercury – lead and backing vocals, piano, keyboards, synthesizers, programming
Brian May – electric and acoustic guitars, backing vocals, lead vocals on "I Want It All", synthesizers, programming
Roger Taylor – drums, electronic drums, backing vocals, lead vocals on "The Invisible Man", synthesizer, programming
John Deacon – bass guitar, electric guitars, backing vocals on "The Miracle", "I Want It All" and "Breakthru", keyboards, synthesizers, programming


Gastmusiker:

David Richards – additional keyboards


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop, Mainstream


Trackliste:

1. Party (2:24)
2. Khashoggi's Ship (2:47)
3. The Miracle (5:01)
4. I Want It All (4:40)
5. The Invisible Man (3:57)
6. Breakthru (4:08)
7. Rain Must Fall (4:23)
8. Scandal (4:42)
9. My Baby Does Me (3:22)
10. Was It All Worth It (5:47)

Gesamtspieldauer: 41:24




Drei Jahre nach „A Kind Of Magic“ erschien 1989 das dreizehnte Studioalbum von Queen. Gleichzeitig war es die sechste Studio-Platte, die Queen in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts veröffentlichte. Und leider sollte sich auch mit dieser Veröffentlichung bestätigen, dass Queen in den 80er Jahren zwar durchaus kommerziell erfolgreich war, jedoch musikalisch mit keinem Album mehr an die überzeugenden Platten der 70er Jahre heranreichte.

Etwas Neues gab es allerdings mit der Veröffentlichung von „The Miracle“ festzustellen, etwas, worauf das Cover bereits hinweist. Dort verschwimmen nämlich die Gesichter der vier Musiker zu einem einzigen. Und somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass in den Credits nur noch „Queen“ als Autor der einzelnen Stücke angegeben wird. Alle Lieder stellen also eine Gemeinschaftsproduktion aller Bandmitglieder dar.

Musikalisch hat sich leider nicht viel getan in Bezug zu den vorherigen Alben. Auf „The Miracle“ hört man Mainstream Pop bis Rock, wenn auch die etwas besseren Lieder hier wieder ein wenig an Anzahl zugelegt haben. Aber es gibt auch noch solch Tiefschläge wie „Rain Must Fall“. Und nein, ich mag meine Hüften nicht schwingen, wenn ich eine Queen Platte auflege oder die CD in den Player schiebe. Auch solche Nummern wie „My Baby Does Me“ oder „Party“ treiben mir Tränen des Entsetzens in die Augen.

Somit bleiben als etwas bessere Stücke „The Miracle“, das kraftvolle „I Want It All“, das überaus eingängige „Breakthru“, das wirklich gelungene „Scandal“ und „Was It All Worth It“. Letzter Song ist wieder ein wenig härter und kann vor allem über den Text punkten. Ob Freddie Mercury hier bereits seine Krankheit thematisiert?

Fazit: Queen war in den 80ern einfach nicht überzeugend. Da gibt es immer mal etwas, was einen aufhorchen lässt, aber dann auch wieder Stücke, die einen fast schon entsetzen - zumindest dann, wenn man mit Queen-Musik groß wurde. Dass es allerdings auch anders geht, das bewiesen die Musiker auf dem nächsten und letzten Album, was zu Freddie Mercurys Lebzeiten veröffentlicht wurde. Aber das waren dann schon die 90er Jahre und das ist eine andere, weitere Geschichte. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Miracle, I Want It All, Breakthru, Scandal, Was It All Worth It




Samstag, 23. Februar 2013

Tori Amos – Little Earthquakes




Tori Amos – Little Earthquakes


Besetzung:

Tori Amos – acoustic & electric pianos, lead vocals, background vocals (tracks 2, 3, 4, 6, 10 & 12, sampled strings (tracks 2 & 8)


Gastmusiker:

Steve Caton – guitar (tracks 2, 4, 10 & 12), bass (track 2), background vocals (tracks 4 & 12)
John Chamberlain – mandolin (track 1)
Paulinho da Costa – percussion (tracks 1 & 6)
Jake Freeze – rat pedal (track 4), saw (track 12)
Stuart Gordon – violin (track 7)
Ed Green – drums (track 1)
Will Gregory – oboe (track 7)
Tina Gullickson – background vocals (track 1)
Chris Hughes – drums (track 7)
David Lord – string arrangement (track 7)
Will McGregor – bass (tracks 4, 10 & 12)
Carlo Nuccio – drums (tracks 4 & 10)
Philly – finger cymbal (track 3)
David Rhodes – guitar (track 7)
Eric Rosse – drum and keyboard programming (tracks 2, 4 & 12), background vocals (tracks 4 & 12), Irish war drum (track 5)
Jef Scott – bass (tracks 1 & 8)
Mathew Seligman – bass (track 7)
Nancy Shanks – background vocals (tracks 1 & 12)
Phil Shenale – keyboard programming (track 6)
Eric Williams – ukulele (track 1), dulcimer (track 6)
Nick Caro – orchestra arrangement and conduction (tracks 3 & 5)


Label: WEA International


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Pop


Trackliste:

1. Crucify (5:00)
2. Girl (4:08)
3. Silent All These Years (4:12)
4. Precious Things (4:27)
5. Winter (5:42)
6. Happy Phantom (3:15)
7. China (5:00)
8. Leather (3:12)
9. Mother (6:59)
10. Tear In Your Hand (4:39)
11. Me And A Gun (3:45)
12. Little Earthquakes (6:53)

Gesamtspieldauer: 57:11




1992 erschien das erste Studioalbum Tori Amos‘, welches auch unter ihrem Namen veröffentlicht wurde. Davor gab es zwar bereits eine Veröffentlichung, die jedoch nur in sehr kleiner Auflage erschien und unter der Überschrift „Y Kant Tori Read“ lief. Somit stellt „Little Earthquakes“ das erste offizielle Album der Amerikanerin dar. Und wenn es etwas zu bemängeln gibt an diesem Debut, dann vielleicht, dass die Qualität der Lieder gegen Ende der Platte etwas abnimmt. Allerdings kann dies durchaus auch bereits als „Jammern auf hohem Niveau“ bezeichnet werden.

Zu Beginn des Albums reiht sich nämlich „Perle“ an „Perle“. Egal ob man hier „Crucify“, „Girl“, „Silent All These Years“ oder das alles überstrahlende „Winter“ nennt, durchgängig Lieder, die einfach Spaß machen. Alles Titel, die sehr melodiös, eindringlich und einfach schön sind. Definitiv allerdings keine Musik für „Rocker“, eher was für Träumer.

Auch der etwas flottere Titel „Happy Phantom“ sowie das erneut ein wenig ruhigere und wieder pianodominierte „Leather“ stellen Höhepunkte der Platte dar, auf der Tori Amos es schafft Atmosphäre und Stimmungen zu erzeugen, die süße Melancholie beim Hörer hervorrufen. Und genau so funktioniert das Lied für Lied, immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken, wohlig warme Musik, die einen einhüllt, das Ohr umschmeichelt und die absolut stressfrei aus den Boxen quillt.

Fazit: Wer der Stimme Tori Amos‘ etwas abgewinnen kann und zudem an sehr pianolastiger Musik Gefallen findet, der wird mit „Little Earthquakes“ ein Album hören, das sie oder ihn begeistern wird. Melancholische bis sentimentale Musik, ausdrucksstark und immer eingängig, wird dem Hörer auf diesem Debut-Album der Amerikanerin geboten. Keine Stimmungsmusik für Partys, sondern Klänge für die ruhigeren Augenblicke des Lebens. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Girl, Silent All These Years, Winter, Happy Phantom, Leather





Freitag, 22. Februar 2013

Efterklang – Parades




Efterklang – Parades


Besetzung (Parades):

Mads Brauer – ohne Instrumentenangabe
Casper Clausen – ohne Instrumentenangabe
Thomas Husmer – ohne Instrumentenangabe
Rune Mølgaard – ohne Instrumentenangabe
Rasmus Stolberg – ohne Instrumentenangabe


Gastmusiker (Parades):

Josefine Lidstrand – female vocal & choir
Melianne Blais – violin
Yorrick Troman – violin
Mina Fred – viola
Tobias Wallin – cello
Niels Skovmand – violin
Nils Grøndahl – violin
Edda Rún Ólafsdottir – viola
Morten Svenstrup – cello
Andreas Bennetzen – double bass
Max Median – additional percussion
Niklas Antonson – trombone
Bo Rande – trumpet & flügelhorn
Thomas Caudery – trumpet & flügelhorn
Jeppe Skjold – bass clarinet, tenor & bass saxophone
Tine Vitkov – clarinet & bass clarinet
Erik Levander – clarinet, noise
Øivind Slaatto – tuba
Jennifer Dill – flute
Chris Taylor – flute & additional vocals
Rosalinde Solskin – harp
Czeslaw Mozil – accordion
Sofia Feuer – female choir
Maya Agnas – female choir
Clara Luise Bryld – female choir
Dubbelgänger Mens Choir with Frederic Teige and Niklas Antonson – choir
Joachim Bertelsen – boys choir
Niels Skovgaard Andersen – boys choir
Søren Rosendahl Eriksen – boys choir
Niklas De Fries – boys choir


Besetzung (Under Giant Trees) Efterklang Live Band:

Niklas Antonson – ohne Instrumentenangabe
Peter Broderick – ohne Instrumentenangabe
Mads Brauer – ohne Instrumentenangabe
Anna Brønsted – ohne Instrumentenangabe
Casper Clausen – ohne Instrumentenangabe
Thomas Husmer – ohne Instrumentenangabe
Rasmus Stolberg – ohne Instrumentenangabe
Frederic Teige – ohne Instrumentenangabe


Gastmusiker (Under Giant Trees):

Niklas Antonson – trombone
Thomas Caudery – trumpet
Qarin Wikström – vocals
Josefine Lindstrand – vocals
Dubbelgänger Men's Choir – choir
Hélianne Blais – violin
Hildur Ársælsdóttir – violin
Edda Rún Ólafsdóttir – viola, violin
Morten Svenstrup – cello
Andreas Bennnetzen – double bass


Label: The Leaf Label LTD.


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Post Rock


Trackliste:


Disk 1: Parades

1. Polygyne (6:58)
2. Mirador (5:08)
3. Him Poe Poe (2:21)
4. Horseback Tenors (5:49)
5. Mimeo (1:23)
6. Frida Found A Friend (5:18)
7. Maison De Réflexion (5:34)
8. Blowing Lungs Like Bubbles (2:47)
9. Caravan (4:59)
10. Illuminant (4:33)
11. Cutting Ice To Snow (4:13)

Spieldauer: 49:03


Disk: 2: Under Giant Trees

1. Falling Horses (7:13)
2. Himmelbjerget (7:37)
3. Hands Playing Butterfly (4:31)
4. Towards The Bare Hill (3:10)
5. Jojo (6:58)
6. Mirador (Live) (5:44)
7. Cutting Ice To Snow (Live) (6:33)

Spieldauer: 41:45

Gesamtspieldauer: 90:48




In Dänemark wohnen die glücklichsten Menschen der Erde heißt es immer wieder, wenn diverse Umfragen zu den Lebensbedingungen in den verschiedenen Ländern der Welt ausgewertet werden. Und dann kommt da diese Band Efterklang aus Kopenhagen daher und präsentiert auf ihrem zweiten Album „Parades“ aus dem Jahr 2007, wunderschöne, aber tieftraurige und melancholische Musik, die zu beschreiben gar nicht so einfach ist, da sie irgendwie in kein Schema passen möchte.

Auf „Parades“ hört man Musik, die aus viel Chorgesang, Streichern und Blechblasinstrumenten besteht. Gitarre, Bass und Schlagzeug bekommt man nur ab und an zu Gehör. Alles wirkt sehr stimmungsvoll, orchestral und manches Mal fast schon richtiggehend symphonisch. Über allem schwebt dabei eine gewisse Traurigkeit, wie sie häufig auf Werken skandinavischer Künstler zu vernehmen ist. Ein Umstand, der nicht nur für Musiker, sondern auch für Buchautoren gilt. Trotz des „glücklichen Lebensgefühls“ scheint auch die etwas dunklere Seite des Lebens in den Ländern Skandinaviens ausgelebt werden zu wollen.

Die Musik auf „Parades“ klingt mitunter etwas „schräg“ und benötigt einige Zeit zum Reifen im Ohr des Hörers, andererseits wirkt das Ganze bereits beim ersten Hören doch immer melodiös und harmonisch. Es gibt viele „Aaaahs“ und „Oooohs“ zu belauschen, die hier jedoch absolut perfekt zur Art der Musik passen. Eine dichte Atmosphäre umgibt die einzelnen Stücke, die den Hörer einhüllt und weich bettet. Musik zum Augenschließen und Träumen, die manchmal auch sehr gut zu einer Dokumentation über die Dünenlandschaft Dänemarks passen würde. Dazu gesellt sich ein sehr zurückhaltender, mitunter eher gehaucht gesprochener Gesang, der die etwas düstere Stimmung nochmals verstärkt.

2010 wurde nun die Deluxe-Version der CD veröffentlicht, die als Zugabe die ursprünglich ebenfalls im Jahr 2007 erschienene EP „Under Giant Trees“ enthält - ergänzt um zwei Live-Einspielungen („Mirador“ und „Cutting Ice To Snow“). Die Musik auf dieser zweiten CD passt stilistisch hervorragend zu den Titeln auf „Parades“. Die Stimmung ist dieselbe, diese wohlige Wärme wird auch mit diesen fünf Nummern transportiert. Insgesamt erhält man so, für gar nicht mal großes Geld, über anderthalb Stunden sehr eindringliche Musik. Dazu gibt es noch ein schönes Booklet sowie ein Poster mit der Stadt, die in dem sehr gelungenen Video zu „Mirador“ eine Hauptrolle spielt.

Fazit: Efterklang machen ganz andere Musik. Musik die von der Atmosphäre lebt, die melodiös und eindringlich ist, immer unaufgeregt bleibt und nie hektisch zu werden droht. Musik, mit der sich trefflich entspannen lässt, die einen in den ruhigen Momenten des Tages begleitet. Musik die wirkt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Polygyne, Mirador, Cutting Ice To Snow, Falling Horses, Himmelbjerget





Donnerstag, 21. Februar 2013

Ufo – Ufo 2 - Flying




Ufo – Ufo 2 - Flying

Besetzung:

Mick Bolton – Lead Guitar
Pete Way – Bass Guitar
Andy Parker – Drums
Phil Mogg – Vocals


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1971 (Wiederveröffentlicht: 2008)


Stil: Psychedelic Blues Rock


Trackliste:

1. Silver Bird (6:54)
2. Star Storm (18:54)
3. Prince Kajuku (3:56)
4. The Coming Of Prince Kajuku (3:43)
5. Flying (26:32)


Bonus Track:

6. Galactic Love (2:57)

Gesamtspieldauer: 1:02:55




Irgendwie konnten sich die vier Londoner bei ihrem zweiten Album nicht so richtig auf einen Titel einigen. Zumindest erscheint das so, wenn man sich das Cover der zweiten Veröffentlichung ansieht: „Ufo 2“ oder „Flying“ ist da zu lesen. Und um dem ganzen noch eins draufzusetzen wurde der Platte zusätzlich noch mit dem Untertitel „One Hour Of Space Rock“ versehen. Dieser Untertitel löst allerdings einen gewissen Einspruch aus, denn wer hier Space Rock à la Hawkwind erwartet, der wird enttäuscht werden. Denn auch wenn „Ufo 2“ ursprünglich im selben Jahr wie Hawkwinds „In Search Of Space“ erschien, welches wirklich „Space Rock“ beinhaltete, so ist die Musik auf dem Ufo-Album eine andere. Die Musik auf „Ufo 2 – Flying“ ist wohl am besten mit dem Label „Psychedelic Blues Rock“ zu versehen, wenn es dieses Genre denn wirklich geben sollte.

Aber ganz genau so klingt die Musik auf diesem Album. Hier wird selten hart gerockt, eher liegt über den Liedern eine schwere, manchmal traurige, blueslastige und immer gitarrenorientierte Stimmung, die sehr häufig in die Richtung Psychedelic Rock abdriftet. Dazu gibt es ellenlange Instrumentalpassagen, repetitive Abschnitte, die in die Richtung „Förderung des transzendenten Zustands“ gehen, wobei hierzu keine weitere Medikation von Nöten ist. Manches Mal klingt das auch fast schon improvisiert, was dem Hörer hier serviert wird. Dies ist vor allem bei dem tollen „Star Storm“ und dem Titellied „Floating“ zu wahrzunehmen.

Richtig schön melodisch wird es selten, am ehesten wohl bei der Nummer „The Coming Of Prince Kajuku“. Allerdings stört dieser Umstand nicht weiter, denn die Musik lebt von der Atmosphäre, der mitunter vorhandenen Eindringlichkeit und dieser Grenzenlosigkeit, die sich in der Länge der Lieder ausdrückt, welche gespielt werden und wirken, gespielt werden und wirken, gespielt werden und wirken. Mit sechzig Minuten Laufzeit war die Platte ursprünglich für die damalige Zeit fast schon unglaublich lang, durch den Bonus Track „Galactic Love“, eine nicht ganz ungewöhnliche Rock-Nummer, die man leicht der damaligen Zeit zuordnen kann, wird diese Stunde sogar noch ein wenig überboten.

Fazit: Wer gitarrenorientierten Blues mag, wird diese Platte lieben. Wer Gitarrenimprovisationen etwas abgewinnen kann, der kommt hier ebenfalls auf seine Kosten. Und auch jene werden belohnt, die der psychedelischen Rock-Musik etwas abgewinnen können. Für Hit-Radio-Hörer definitiv die falsche Kost. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Star Storm, The Coming Of Prince Kajuku, Flying



Mittwoch, 20. Februar 2013

Porcupine Tree – On The Sunday Of Life…




Porcupine Tree – On The Sunday Of Life…


Besetzung:

Steven Wilson – vocals and all instruments


Gastmusiker:

John Marshall – drums on “Third Eye Surfer”
Solomon St. Jemain – additional guitar and voice on “Queen Quotes Crowley”
Master Timothy Masters – oboe


Label: Snapper


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Music For The Head (2:42)
2. Jupiter Island (6:12)
3. Third Eye Surfer (2:48)
4. On The Sunday Of Life (2:12)
5. The Nostalgia Factory (7:27)
6. Space Transmission (2:59)
7. Message From A Self-Destructing Turnip (0:27)
8. Radioactive Toy (10:01)
9. Nine Cats (3:57)
10. Hymn (1:14)
11. Footprints (5:52)
12. Linton Samuel Dawson (3:04)
13. And The Swallows Dance Above The Sun (4:04)
14. Queen Quotes Crowley (3:57)
15. No Luck With Rabbits (0:47)
16. Begonia Seduction Scene (2:20)
17. This Long Silence (5:01)
18. It Will Rain For A Million Years (10:50)

Gesamtspieldauer: 1:15:53




Als „On The Sunday Of Life…“ 1991 unter der Überschrift „Porcupine Tree“ veröffentlicht wurde, da gab es diese „Band“ im Grunde genommen noch überhaupt nicht. Porcupine Tree war zu diesem Zeitpunkt eine One-Man-Show, das erste Solo-Werk Steven Wilsons, der die Musik zu allen Stücken auf dem Album schrieb. Bei den Texten ließ er sich noch von einem ehemaligen Schulfreund, Alan Duffy, unterstützen. Eingespielt wurde das Album von Steven Wilson dann wieder fast im Alleingang. Nur bei wenigen Titeln holte er sich diesbezüglich Unterstützung. Die einzelnen Lieder auf „On The Sunday Of Life…“ waren dabei noch nicht einmal neu, denn sie entstammen Kassetten-Veröffentlichungen („Tarquin's Seaweed Farm“, 1989 und „The Nostalgia Factory“, 1990), die Wilson in Kleinstauflage selbst produzierte und veröffentlichte. Das restliche Material, welches sich auf diesen Kassetten befand und nicht auf „On The Sunday Of Life…“ Verwendung fand, wurde schließlich 1994 unter dem Titel „Yellow Hedgerow Dreamscape“ veröffentlicht.

Die Musik auf „On The Sunday Of Life…“ ist noch sehr uneinheitlich und hat nur wenig mit den Klängen zu tun, die man in letzter Zeit auf einem Porcupine Tree Album serviert bekommt. Hier, auf diesem Debut, schwankt die Spannbreite der Musik von Psychedelic Rock über Ambient und elektronischer Musik zu Pop bis hin zu sehr experimentellen Stücken. Der Hörer bekommt also jede Menge geboten - nur einheitlich ist das Ganze nicht besonders.

Höhepunkte sind das zehnminütige „Radioactive Toy“, bei dem die Musik dem Genre „Progressive Rock“ schon recht nahe kommt und „Nine Cats“, eine eingängige Nummer, die folkig beginnt und im weiteren Verlauf etwas psychedelischer wird. Der Rest der Platte hat einige Überraschungen zu bieten, die von Sphäre pur bis hin zum Mickey Mouse Gesang in Verbindung mit Synthie-Pop reichen.

Fazit: Für Porcupine Tree Fans ist diese Platte natürlich ein „Must Have“, um die Anfänge der Band, die Wurzeln der späteren Platten auch mal kennenzulernen. Für alle anderen dürfte diese Scheibe etwas weniger interessant sein, da sie so unglaublich uneinheitlich ist. Es fällt einem als Hörer schwer, sich auf eine bestimmte Stimmung einzustellen, da diese ziemlich schnell wieder vergangen ist und man sofort etwas Neues, völlig anderes dargeboten bekommt. Ein paar schöne Stellen gibt es allerdings, genauso wie die etwas langweiligeren und deutlich gewöhnungsbedürftigeren Passagen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Radioactive Toy, Nine Cats, Footprints, And The Swallows Dance Above The Sun, Begonia Seduction Scene





Dienstag, 19. Februar 2013

Curved Air – Second Album




Curved Air – Second Album


Besetzung:

Sonja Kristina – vocals
Darryl Way – vocals, electric violin, piano on “Puppets”
Francis Monkman – guitars, keyboards, vcs3 synthesizer
Ian Eyre – bass guitar
Florian Pilkington-Miksa – drums


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Young Mother (5:57)
2. Back Street Luv (3:38)
3. Jumbo (4:09)
4. You Know (4:13)
5. Puppets (5:29)
6. Everdance (3:08)
7. Bright Summer's Day '68 (2:52)
8. Piece Of Mind (12:52)

Gesamtspieldauer: 42:17




1971 veröffentlichte die britische Band Curved Air ihr zweites Album, passenderweise unter dem Titel „Second Album“. Erneut bekommt der Hörer progressive Rock-Musik zu hören, bei der die elektrische Violine des Darryl Way eine ganz zentrale Rolle einnimmt. Es wird zudem gerockt, jedoch kommen die sanften Töne kommen auf „Second Album“ ebenso nicht zu kurz.

Die Musik von Curved Air ist nicht ganz so eingängig wie jene der Kollegen von Renaissance, die sich zur selben Zeit am Progressive Rock versuchten. Bei Curved Air gibt es durchaus auch mal den „schrägeren“ Ton, der dort zuerst gar nicht so richtig hinpassen will und erst nach dem mehrmaligen Hören seinen Platz doch genau an der richtigen Stelle gefunden hat.

Es gibt die melodiöseren Abschnitte neben den etwas rockigeren Parts, die immer spätestens durch den klaren Gesang Sonja Kristinas zusammengeführt werden. Nicht alle Titel schaffen es den Hörer zu bewegen, aber gerade am Anfang, wie am Ende des Albums, befinden sich die Höhepunkte der Platte, die durchaus auch längerfristig wirken und auch haften bleiben. „Young Mother“ kann gleich zu Beginn der Platte mit melodiösen, wie auch fast schon jazzigen Parts punkten. Das ist wahrlich sehr abwechslungsreich und nie langweilig. Der nächste Titel „Back Street Luv“ schaffte es sogar bis auf Platz 4 der britischen Single Charts. Sehr viel rockiger und mit einem schönen Groove ausgestattet, lädt der Song zum Mitwippen ein.

Nun folgen ein paar Lieder, die irgendwie nicht so ganz überzeugen können. „Jumbo“ ist ein wenig zu lieblich geraten und versinkt fast schon in Süße, wohingegen die weiteren Stücke deutlich rauer wirken, auch mal etwas schräger, jedoch trotzdem nicht so richtig zünden können. Dies liegt manches Mal an der fehlenden Eingängigkeit, ein anderes Mal schlicht und ergreifend an der dem Titel zugrundeliegenden Idee.

Aber da gibt es noch die letzte Nummer des Albums, das Magnus Opus auf „Second Album“. „Piece Of Mind“ heißt das Stück, ein Titel in bester, progressiver Rock Tradition. Aus mehreren Teilen bestehend, die manchmal melodiös, ein anderes Mal etwas schräger klingen. Rhythmus- und Tempowechsel sind genauso vorhanden wir lautere und leisere Abschnitte. Das ist wirklich wieder gelungen.

Fazit: Für ein Curved Air Album benötigt man einige Durchläufe. Erst dann erschließt sich einem viel mehr an der Musik. Dann erst registriert man auch diese Feinheiten, die Lieder eben auch ausmachen können. Der Orchestereinsatz und die Instrumentierung stimmen und lassen Atmosphäre entstehen. Allerdings sind neben den Höhepunkten auch einige Füller mit auf der Platte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Young Mother, Back Street Luv, Piece Of Mind





Montag, 18. Februar 2013

Leonard Cohen – Death Of A Ladies’ Man




Leonard Cohen – Death Of A Ladies’ Man


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Phil Spector – guitar, keyboards, backing vocals
Art Blaine – guitar
Hal Blaine – drums
Ronee Blakley – backing vocals
Bobby Bruce – fiddle, violin
Brenda Bryant – backing vocals
Conte Candoli – trumpet
Jesse Ed Davis – guitar
Billy Diez – backing vocals
Steve Douglas – flute, saxophone, wind
Oma Drake – backing vocals
Bob Dylan – backing vocals
Gene Estes – percussion
Venetta Fields – backing vocals
Gerald Garrett – backing vocals
Terry Gibbs – percussion, vibraphone
Allen Ginsberg – backing vocals
Barry Goldberg – keyboards
Tom Hensley – keyboards
David Isaac – guitar
Pete Jolly – keyboards
Jim Keltner – drums
Dan Kessel – organ, synthesizer, guitar, keyboards, backing vocals
David Kessel – guitar, backing vocals
Clydie King – backing vocals
Sneaky Pete Kleinow – guitar, pedal steel, slide guitar
Michael Lang – keyboards
Charles Loper – trombone
Sherlie Matthews – backing vocals
Bill Mays – keyboards
Don Menza – flute, saxophone, wind, horn arrangements
Jay Migliori – saxophone
Art Munson – guitar
Ray Neapolitan – electric & upright bass
Al Perkins – pedal steel, slide guitar
Ray Pohlman – bass, guitar
Emil Radocchia – percussion
Don Randi – keyboards
Jack Redmond – trombone
Bob Robitaille – synthesizer, synthesizer programming
Devra Robitaille – synthesizer
Bill Thedford – backing vocals
Julia Tillman Waters – backing vocals
Oren Waters – backing vocals
Lorna Willard – backing vocals
Robert Zimmitti – Percussion


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Pop


Trackliste:

1. True Loves Leaves No Traces (4:28)
2. Iodine (5:05)
3. Paper Thin Hotel (5:45)
4. Memories (6:03)
5. I Left A Woman Waiting (3:29)
6. Don't Go Home With Your Hard-On (5:38)
7. Fingerprints (3:01)
8. Death Of A Ladies’ Man (9:24)

Gesamtspieldauer: 42:53




1977 erschien das fünfte Album Leonard Cohens unter dem Titel „Death Of A Ladies‘ Man“. Auf diesem Album des Kanadiers ist alles ganz anders, als auf den vorherigen vier Scheiben. Es ist der Sound, der den Unterschied macht, was man bereits an der Anzahl der beteiligten Musiker feststellen kann. Fette Chorhintergründe, mitunter fast schon Big-Band-Sound und immer zahlreiche Instrumente, die an so gut wie allen Liedern beteiligt sind. Dieses ruhige, nur ganz dezent mit Gitarre instrumentierte Lied, dieses sucht man auf „Death Of A Ladies‘ Man“ vergeblich.

Nun, das vorliegende Ergebnis war auch nicht gerade das, was sich Leonard Cohen von dem Album erhofft hatte. Die Musik auf „Death Of A Ladies‘ Man“ stammt hauptsächlich vom Produzenten Phil Spector, die Texte wie immer von Leonard Cohen selbst. Beide hatten jedoch völlig unterschiedliche Ansichten über die Instrumentierung der Songs. Letztendlich setzte sich Phil Spector, wohl gegen den Willen Leonard Cohens durch, der dieses Album auch als seine schlechteste Platte bezeichnet.

Gerade die Instrumentierung ist es zugegebenermaßen, die das ganze Album sehr gewöhnungsbedürftig werden lässt. Aber leider ist das nur die halbe Wahrheit, denn die Songs, die sich auf dieser fünften Platte Leonard Cohens befinden, sind einfach nicht so gut. Oder aber sie verstecken sich unter dieser Überinstrumentierung. Mal Pop, mal Country, mal Big Band Sound und wieder ein anderes Mal irgendwie schwülstige Musical-Musik. Meist heiter und fröhlich, ruhige Töne gibt es auf „Death Of A Ladies‘ Man“ nicht. Alles klingt, leider oftmals relativ schrill. Das Album ist auf seine Weise „laut“, nicht sehr melodisch, von wirklich guten Songs fehlt gar jede Spur.

Fazit: Die Abkehr vom Bewährten war für Leonard Cohen wahrlich kein Meisterwerk. Langweilige 08/15 Musik ist hier zu hören, die belanglos in das eine Ohr hineingeht, nur um ganz schnell wieder aus dem anderen zu entweichen. Und wenn ein Lied dann doch mal ganz nett ist, dann wird es mit Klängen übertüncht und überfrachtet. Chöre, Bläser und jedes einzelne Instrument scheint seinen großen Auftritt zu wollen und diesen auch zu bekommen – leider alle immer gleichzeitig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Paper Thin Hotel, Death Of A Ladies' Man





Sonntag, 17. Februar 2013

Florence And The Machine – Ceremonials




Florence And The Machine – Ceremonials


Besetzung:

Florence Welch – vocals (all tracks), bass (track 13)


Gastmusiker:

Rob Ackroyd – guitar (tracks 3, 13–15)
Christopher Lloyd Hayden – drums (tracks 1–12, 14, 15), backing vocals (tracks 1–4, 7–10), percussion (tracks 2, 3, 14)
Tom Monger – harp (all tracks), bass (track 8)
Mark Saunders – backing vocals (tracks 1–4, 7–9), percussion (tracks 1–3, 7, 9, 14), bass (tracks 3, 4, 7, 9, 11, 12, 14, 15), additional guitar ( track11)
Isabella Summers – piano (tracks 6, 7, 11), additional backing vocals (tracks 7, 11), drum programming (tracks 7, 11, 13), choir parts, strings (7); synthesizer (tracks 8, 13, 14), celesta, (track 11), bells (track13)
Sian Alice – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Max Baillie – viola (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Rusty Bradshaw – keyboards (tracks 1–5, 7–10, 12, 13, 15), hammond organ (track 6)
Bullion – additional esoteric sounds, drum programming (tracks 1, 2, 4, 5, 9, 14)
Ian Burdge – cello (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Gillon Cameron – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Paul Epworth – pump organ (track 2)
Sam Paul Evans – drums (track 13)
Richard George – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Sally Herbert – string arrangements, violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Rick Koster – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Oli Langford – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Nikolaj Torp Larsen – piano (tracks 6, 10)
Lisa Moorish – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Jack Peñate – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Lucy Shaw – double bass (track 1)
Jesse Ware – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Warren Zielinski – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)


Label: Universal Island Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Independent Pop, Independent Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Only If For A Night (4:59)
2. Shake It Out (4:38)
3. What The Water Gave Me (5:33)
4. Never Let Me Go (4:31)
5. Breaking Down (3:49)
6. Lover To Lover (4:03)
7. No Light, No Light (4:35)
8. Seven Devils (5:03)
9. Heartlines (5:02)
10. Spectrum (5:12)
11. All This And Heaven Too (4:06)
12. Leave My Body (4:37)

Gesamtspieldauer: 56:06




Im Jahr 2011 veröffentlichte die Band Florence + The Machine um Sängerin und Songwriterin Florence Welch ihr zweites Album. Nun, wenn man sich diese Platte betrachtet beziehungsweise anhört, fällt ziemlich schnell auf, dass sich nicht allzu viel getan hat im Vergleich zum Vorgängeralbum. Und dieser Umstand bedeutet in diesem Fall mit Sicherheit auch nichts Schlechtes. Man erkennt eindeutig, dass es sich um eine Platte von Florence And The Machine handelt, was natürlich nicht zuletzt am ausdrucksstarken Gesang der Sängerin liegt. Die Stücke benötigen jedoch ein paar Durchläufe mehr im CD-Player, um so richtig zu zünden, da sie im Großen und Ganzen nicht mehr ganz so offensichtlich eingängig sind, wie noch auf dem Debut-Album „Lungs“.

Die Titel schwanken häufig ein wenig zwischen poppig eingängig und poppig soulig hin und her und der Harfe wird nicht mehr dieser Platz, wie noch auf dem vorherigen Album eingeräumt. Das macht die Musik ein klein wenig vorhersehbarer, als noch eine Platte zuvor. Trotzdem hat auch „Ceremonials“ seine großen Momente. Da gibt es das unglaublich symphonische „Only If For A Night“, dann so ein Stück wie „Seven Devils“. Irgendwie mystisch klingt dieses Lied und es vereinnahmt den Hörer sehr intensiv. Richtig klasse gelungen.

So ein Stück wie „Spektrum“ möchte ich ebenfalls nicht mehr missen. Dieser Groove des Liedes gepaart mit unterschiedlichen Stimmungen hat einfach etwas. Und hier gibt es sie dann auch wieder ausgeprägter zu hören, Harfenklänge, die das Stück noch mal interessanter werden lassen. Des Weiteren sollte die letzte Nummer „Leave My Body“ nicht unerwähnt bleiben. Ein Stück, welches wirklich schnell ins Ohr geht, kraftvoll klingt und vielleicht am meisten auf diesem Album nachhallt.

Fazit: Auch dieses Album von Florence + The Machine hat was. Es hat sich kein schlechtes Stück unter die zwölf Titel geschlichen, wenn einen auch nicht alle absolut zu begeistern wissen. Manchmal plätschert die Musik auf „Ceremonials“ ein wenig dahin, schön zwar, aber ohne den absoluten Höhepunkt, jenen Moment, der Musik zu etwas sehr Bewegenden werden lässt. Wer Spaß an schöner Pop-Musik hat, geboten von einer Sängerin, die wirklich was von ihrem Handwerk versteht, der wird auch mit „Ceremonials“ von Florence + The Machine viel Spaß haben. Obwohl mir das, was ich hier höre gefällt, haut es mich nicht ganz um. Die schönen Momente gibt es aber auch für mich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Only If For A Night, Breaking Down, Seven Devils, Heartlines, Spectrum, Leave My Body





Samstag, 16. Februar 2013

Randy Newman – Little Criminals




Randy Newman – Little Criminals


Besetzung:

Randy Newman – vocals, piano, keyboards, synthesizer


Gastmusiker:


Mike Boddicker – additional synthesizer, synthesizer programming
Waddy Wachtel – guitar
Glenn Frey – guitar, backing vocals
Joe Walsh – guitar, slide guitar
Ry Cooder – mandolin
Klaus Voormann – bass
Willie Weeks – bass
Ralph Grierson – piano
Jim Keltner – drums, percussion
Andy Newmark – drums
Rick Marotta – drums
Milt Holland – congas, percussion
J.D. Souther – backing vocals
Tim Schmitt – backing vocals
Don Henley – backing vocals


Label: Warner Music Group


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Soft Rock


Trackliste:

1. Short People (23:57)
2. You Can't Fool The Fat Man (2:47)
3. Little Criminals (3:06)
4. Texas Girl At The Funeral Of Her Father (2:43)
5. Jolly Coppers On Parade (3:50)
6. In Germany Before The War (3:43)
7. Sigmund Freud's Impersonation Of Albert Einstein In America (2:53)
8. Baltimore (4:06)
9. I'll Be Home (2:48)
10. Rider In The Rain (3:55)
11. Kathleen (Catholicism Made Easier) (3:38)
12. Old Man On The Farm (2:13)

Gesamtspieldauer: 38:39




Das fünfte Album Randy Newmans, „Little Criminals“, aus dem Jahr 1977, hat eine ganze Menge zu bieten und stellte den kommerziellen Durchbruch des Sängers, Pianisten und Songwriters dar. Das lag nicht zuletzt am Titel „Short People“ der ein Hit wurde, gleichzeitig allerdings auch von Radiostationen boykottiert wurde, da jeder etwas anderes in den Text hineininterpretierte. Aber wie so oft, machte gerade diese „Verbannung“ den Song erst so richtig interessant für viele Musikhörer.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch die Mitwirkung der „Eagles“ in Form von Joe Walsh, Glen Frey und Don Henley an dieser Platte. Das bezieht sich jedoch nur auf die Instrumentierung, denn das Komponieren und Texten lag auf „Little Criminals“ einzig und allein in den Händen des Randy Newman. Allerdings ist festzustellen, dass das ganze Album deutlich rockiger klingt, als alles bisher von Randy Newman veröffentlichte. Vielleicht zeigt sich hier ja der Einfluss der Südstaaten-Rocker. Allerdings verdient an dieser Stelle noch eine Person Erwähnung: Der Deutsche Klaus Voormann, seines Zeichens Musiker und Künstler. So malte dieser zum Beispiel das Cover zum Beatles-Album „Revolver“, produzierte die deutsche Band „Trio“ und unterstützte im Studio sowie Live zahlreiche internationale Musiker und Bands. Hier, auf „Little Criminals“, übernahm er den Bass.

„Little Criminals“ beinhaltet wieder diese sehr beißenden, manches Mal sarkastischen und wieder ein anderes Mal zum Nachdenken anregenden Texte. Und dann finden sich auf diesem Album auch diese tieftraurigen Melodien, für die Randy Newman eben auch steht. Beispiele, hierfür wären „Texas Girl At The Funeral Of Her Father“, das sehr bewegende „In Germany Before The War“, in dem es anscheinend um einen Kindermörder geht und das letzte Stück des Albums, dieses vielleicht traurigste Lied, was es jemals auf ein Album geschafft hat: „Old Man On The Farm“.

Schließlich beinhaltet „Little Criminals“ auch noch eines der besten Stücke Randy Newmans, wenn nicht sogar das beste Lied seiner ganzen Karriere als Komponist und Musiker: „Baltimore“. Diese Nummer ist einfach ein klasse Song, erneut sehr melancholisch und tragend. „Baltimore“ ist eines jener Lieder, welche hängenbleiben, die man auch viele Jahre später nicht vergessen hat und immer nur einzig und allein Randy Newman zuordnen kann.

Richtig schlecht wird es auf dem Album eigentlich nur, wenn es einen Rückfall in die Country Musik gibt. Das passiert allerdings glücklicherweise nur ein einziges Mal mit der Nummer „Rider In The Rain“. Aber Leute, die der Pedal Steel Guitar etwas mehr abgewinnen können, werden sich wohl auch mit diesem Song versöhnen.

Fazit: Für mich ist „Little Criminals“ das bisher beste Album Randy Newmans, da es einfach ein paar Songs beinhaltet, die es lohnt gehört zu haben. Natürlich gibt es auch einige Lieder, die einfach so mitlaufen, andererseits nur einen einzigen Track, der sehr stark nach unten ausschlägt. Randy Newman macht nicht gerade meine absolute Lieblingsmusik, aber trotzdem würde ich dieses Album vermissen, wenn ich es nicht hätte. Manchmal ist die Zeit einfach reif für Randy Newman und „Little Criminals“. Neun Punkte.

Anspieltipps: Short People, In Germany Before The War, Sigmund Freud's Impersonation Of Albert Einstein In America, Baltimore, I'll Be Home, Old Man On The Farm




Freitag, 15. Februar 2013

Nektar – A Tab In The Ocean




Nektar – A Tab In The Ocean


Besetzung:

Roye Albrighton – guitars & vocals
Allan Freeman – keyboards, mellotron, backing voices
Derek “Mo” Moore – bass, vocals
Mick Brockett – liquid lights
Ron Howden – drums, percussion, backing vocals


Label: Bellaphon / Bacillus Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. A Tab In The Ocean (16:43)
2. Desolation Valley (7:16)
3. Waves (0:57)
4. Crying In The Dark (6:28)
5. King Of Twilight (4:16)

Gesamtspieldauer: 35:40




1972 veröffentlichte die englische Band Nektar, die im hessischen Seeheim einen alten Bauernhof bewohnte, ihr zweites Album mit dem Titel „A Tab In The Ocean“. Musikalisch ist hier eine deutliche Entwicklung in Bezug auf das Debut-Album festzustellen beziehungsweise zu hören: Die Musik von Nektar ist härter geworden. Der psychedelische Anteil in der Musik der Band wurde zusätzlich auch noch stark zurückgedrängt und somit bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass sich auf diesem zweiten Album Nektars progressiver Rock befindet, der häufig auf die härteren Töne in der Musik setzt.

Es wird gerockt auf „A Tab In The Ocean“. Die Gitarren klingen sehr viel härter als auf dem Debut-Album und die Orgel hört sich fetter und breiter an und legt einen dichten Klangteppich aus, der durchaus auch mal „wummert“. Das hat natürlich noch nichts mit Hard Rock oder Heavy Metal zu tun und somit ist die Band auch durchaus noch als progressiv zu erkennen beziehungsweise zu erhören.

Allerdings klingt das Ganze etwas „krautrockiger“ als auf dem Debut-Album „Journey To The Center Of The Eye“. Sehr schön zu hören ist dies auf „Crying InThe Dark“. Die Orgel breitet sich dicht und schwer aus, die Gitarren ächzen, da wird gegroovt und gerockt, dass es dem Hörer schwerfällt die Beine still zu halten. Noch ein wenig härter wird es dann mit „King Of Twilight“. Hier bewegt sich Nektar dann durchaus bereits sehr nah an der Grenze zum Heavy Rock.

Dies alles passiert ein klein wenig auf Kosten der Melodien. Melodien der Lieder des Albums, versehen mit überaus eingängigen Harmonien, wie sie noch auf dem Debut zu hören waren. Natürlich ist auch auf „A Tab In The Ocean“ nichts atonal oder besonders gewöhnungsbedürftig, trotzdem benötigen die fünf Nummern etwas mehr Zeit, um ihre Wirkung entfalten zu können. Was auf der ersten Platte mehrfach unterteilt wurde, wird hier in deutlich weniger Longtracks zusammengefasst, die dadurch allerdings vor Abwechslung nur so überquellen. Somit entstehen äußerst spannende Stücke, die jedoch alle erarbeitet werden wollen.

Fazit: Auch mit ihrem zweiten Album können die Engländer von Nektar punkten. Sehr abwechslungsreichen progressiven Rock serviert die Band mit „A Tab In The Ocean“. Dieser mag nicht mehr ganz so eingängig wie das vorhergehende Album sein, gut und lohnenswert ist das allerdings immer noch. Zumindest dann, wenn man dem progressiven Rock der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts etwas abgewinnen kann. Zehn Punkte.

Anspieltipps: A Tab In The Ocean, Crying In The Dark, King Of Twilight