Donnerstag, 18. Februar 2016

John Cougar Mellencamp – The Lonesome Jubilee




John Cougar Mellencamp – The Lonesome Jubilee


Besetzung:

John Cougar Mellencamp – vocal, guitar


Gastmusiker:

Kenny Aronoff – drums, percussion, backing vocals
Larry Crane – guitars, mandolin, harmonica, autoharp, banjo, backing vocals
John Cascella – accordion, keyboards, saxophone, melodica, penny whistle, claves
Lisa Germano – fiddle
Toby Myers – bass guitar, banjo, backing vocals
Pat Peterson – backing vocals, cowbell, tambourine
Crystal Taliefero – backing vocals
Mike Wanchic – guitars, dobro, banjo, dulcimer, backing vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Rock, AOR, Mainstream


Trackliste:

1. Paper In Fire (3:51)
2. Down And Out In Paradise (3:37)
3. Check It Out (4:19)
4. The Real Life (3:57)
5. Cherry Bomb (4:47)
6. We Are The People (4:17)
7. Empty Hands (3:43)
8. Hard Times For An Honest Man (3:27)
9. Hotdogs And Hamburgers (4:04)
10. Rooty Toot Toot (3:29)

Gesamtspieldauer: 39:42




Mit Adult Oriented Rock, kurz AOR, ist das so eine Sache. Man kann diese Musik schön nebenbei hören, groß aufregend ist dabei meist nichts, jedoch ist es auch keine Musik, die einen zum Ausschalten oder zum Raum verlassen zwingt. Ganz nett also, allerdings trotzdem so ein klein wenig belanglos eben. Aufhorchen lassen einen dann dabei immer nur Lieder, die etwas ganz Besonderes darstellen. Entweder sie unterscheiden sich stark von den anderen Titel des entsprechenden Albums, was bei AOR beziehungsweise Mainstream im allgemeinen selten der Fall ist oder sie haben Ohrwurmcharakter, setzen sich im Ohr fest und wollen daraus gar nicht mehr verschwinden.

Das neunte Album des John Cougar Mellencamp mit dem Titel „The Lonesome Jubilee“ geht auch ein klein wenig in diese AOR-Richtung. 1987 wurde es auf Mercury Records veröffentlicht und sollte wohl auch unkompliziert klingen und ebenfalls schnell ins Ohr gehen. Doch John Mellencamp verfolgte nach eigener Aussage mit dieser Scheibe auch das Ziel, das Publikum wieder mit der „einst vertrauten sozialen Landschaft“ der Folk Musik vertraut zu machen. Auch sprechen gegen diese Mainstream Richtung die zum einen wirklich sehr gelungenen Texte, die eben nicht hauptsächlich von Liebe und Schmalz erzählen, sondern durchaus sozialkritische Themen aufgreifen und Geschichten erzählen. Zum anderen ist es eine etwas andere Instrumentierung, die diese Scheibe dann doch ein wenig aus dem Sumpf des Allerleis heraushebt. Viel wurde hier akustisch eingespielt. Man hört unverzerrte Gitarren, Akkordeon, Geige, Mundharmonika und Banjo, was dann eher auf die Richtung Folk Rock bis vielleicht sogar noch Country hinweisen würde – der Ansatz mit dem Folk Rock wurde also erfüllt. Dieses Genre umschreibt die Musik des John Cougar Mellencamp auf „The Lonesome Jubilee“ jedoch nicht annähernd treffend, denn es ist durchaus immer noch Rock, den man hier zu hören bekommt.

Festzuhalten ist zudem, dass es keinerlei Ausfälle auf dieser Scheibe zu beklagen gibt. Und noch besser, die Musik klingt sogar gut, geht ins Ohr, groovt und ist melodiös. „The Lonesome Jubilee“ macht durchaus Laune und hält mit „Paper In Fire“ und vor allen Dingen „We Are The People“ zwei richtig tolle Nummern für die Hörerin und den Hörer parat. „We Are The People“ ist dabei ein Lied der Sorte, welches man hört und egal ob es einem gefällt oder weniger beeindruckt, man vergisst den Titel nicht mehr, da er sich festgesetzt hat. Die erfolgreichste Singe-Auskopplung der Scheibe jedoch, „Cherry Bomb“, kann da längst nicht gleichermaßen überzeugen. Vielleicht liegt das allerdings auch nur an meinen „europäischen“ Ohren, denn hier ist die Entstehung der Musik im Norden des amerikanischen Kontinents aufgrund der Nähe zu Folk, Country und Western am deutlichsten herauszuhören.

Fazit: John Cougar Mellencamp steht mit seiner Musik eher für den Mainstream, also die massentaugliche Ausprägung der Rock-Musik. Zu behaupten „The Lonesome Jubilee“ wäre nicht Mainstream, würde sicherlich ein falsches Bild dieser Scheibe vermitteln. Jedoch sprechen die Texte gegen diesen 08/15-Mainstream-Anstrich. Auch eine etwas „folkigere“ Instrumentierung spricht dagegen. Nun „The Lonesome Jubilee“ ist sicherlich eine massentaugliche Scheibe, denn nur wenige Menschen, die Rock Musik hören, werden diese Platte katastrophal schlecht finden. Allerdings ist das dann eben Mainstream auf einem etwas höherem Niveau. Von daher: Schöne Abwechslung John Cougar Mellencamp, der Du Dich hier mal wieder nur John Mellencamp nennst. Neun Punkte.

Anspieltipps: Paper In Fire, We Are The People, Empty Hands



Mittwoch, 17. Februar 2016

The Nits – Omsk




The Nits – Omsk


Besetzung:

Henk Hofstede – vocals, dulcimer, keyboards
Robert Van Stips – vocals, polysix, variophon, grand piano
Michiel Peters – vocals, mandolin, guitars
Rob Kloet – drums, lyra


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop, Avantgarde


Trackliste:

1. A Touch Of Henry Moore (4:05)
2. Unpleasant Surprise (2:57)
3. Vermillion Pencil (3:46
4. Springtime Coming Soon (3:12)
5. Tons Of Ink (3:56)
6. Jardin D'Hiver (3:34)
7. Nescio (4:47)
8. Walls Have Ears (2:25)
9. Spirits Awake (3:43)
10. Walter & Connie (3:48)
11. The Cold Eye (4:01)
12. Shadow Of Doubt (1:48)

Gesamtspieldauer: 42:02




Die niederländische Band The Nits veröffentlichte im Jahr 1983 bereits ihr fünftes Album. Dieses erhielt den Titel „Omsk“, wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass mit diesem „Omsk“ die sibirische Stadt in Russland gemeint ist, da auf dieser Platte keinerlei russische Weisen zu hören sind. Bis heute sind die Niederländer musikalisch aktiv und haben innzwischen bereits 23 Platten veröffentlicht. „Omsk“ erschien auf dem Label CBS und hält einige wirklich sehr beeindruckende Titel für die Hörerinnen und Hörer parat. Auf dieser Scheibe gibt es eine Mischung aus Pop und Avantgarde zu hören. Wenn man möchte ist vielleicht auch noch ein Schuss New Wave mit dabei, dieser musikalische Stil ist allerdings nicht sehr stark ausgeprägt.

„Anvantgarde“ klingt zunächst mal nach sehr komplizierter und sehr gewöhnungsbedürftiger Musik. Das ist sie im Falle der Nits auf „Omsk“ allerdings in keinem Fall. Die Musik ist zwar ein klein wenig komplizierter und vielleicht auch raffinierter aufgebaut, eingängig ist sie dabei allerdings immer. Das hört man sofort in dem Opener „A Touch Of Henry Moore“, einem sehr vielschichtigen Lied, immer ein klein wenig „schräg“ klingend, allerdings trotzdem absolut melodiös. Wirklich beeindruckend ist dabei das Gesangsarrangement ab 2:20, bei dem auch einige weibliche Stimmen zu hören sind, die allerdings in den Credits nicht extra aufgeführt wurden.

Ebenfalls etwas ungewohnt, durch den Einsatz von verfremdeten Stimmen, die hier wie Instrumente zum Einsatz kommen, klingt „Tons Of Ink“. Das ist wahrlich nicht alltägliche Musik, die dabei allerdings sofort ins Ohr geht. Letzteres gilt auch für „Jardin D'Hiver“, eine ganz zarte Nummer, ebenfalls wieder mehrstimmig eingesungen, die auch wieder durch die etwas andere Instrumentierung zu etwas Besonderem wird. Auch hier wird unter anderem eine weibliche Stimme als Instrument verwendet wird, das wiederum klingt sehr spannend und wirklich außergewöhnlich. Somit klingt die Musik der Nits zwar immer wieder mal ein wenig wunderlich und auch verwunderlich, dies ist allerdings in einer sehr positiven Art und Weise gemeint. Die einzelnen Titel schaffen es nämlich durchweg, sich ziemlich schnell im Ohr festzusetzen, klingen melodiös und können oftmals ganz einfach mit „schön“ umschrieben werden.

Fazit: Ein nicht ganz alltägliches Album ist „Omsk” von The Nits geworden. Eine häufig ungewöhnliche Instrumentierung und immer wieder mal andere, auch durchaus etwas schrägere Klänge, lassen diese Platte sehr interessant und spannend werden. Dazu gesellt sich der Umstand, dass die Lieder einfach gut klingen, melodiös und eingängig sind. Klar, das ist keine Rock Musik und wer nur auf Head Banging steht, wird hier genauso wenig zufriedengestellt wie der Hörer, der es am liebsten radiotaugliche Lieder ohne allzu große Experimente mag. Für die „Forscher“ unter den Musikhörern, die sich immer wieder gerne auf etwas Neues einlassen mögen, für all diese Menschen ist „Omsk“ jedoch bestens geeignet. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Tons Of Ink, Jardin D'Hiver, Spirits Awake, The Cold Eye



Dienstag, 16. Februar 2016

Cat Stevens – Tea For The Tillerman




Cat Stevens – Tea For The Tillerman


Besetzung:

Cat Stevens – classical guitar, acoustic guitar, keyboards, lead vocals


Gastmusiker:

Alun Davies – acoustic guitar, backing vocals
Harvey Burns – drums, congas, tambourine
John Ryan – double bass
Del Newman – string arrangements
Jack Rothstein – violin


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Where Do The Children Play? (3:52)
2. Hard Headed Woman (3:47)
3. Wild World (3:20)
4. Sad Lisa (3:45)
5. Miles From Nowhere (3:37)
6. But I Might Die Tonight (1:53)
7. Longer Boats (3:12)
8. Into White (3:24)
9. On The Road To Find Out (5:08)
10. Father And Son (3:41)
11. Tea For The Tillerman (1:01)

Gesamtspieldauer: 36:49




Sanften, entspannten und sehr melodiösen Folk Rock bekommt man auf dem vierten Album des Cat Stevens mit dem Titel „Tea For The Tillerman“ geboten. Diese Platte war nach „Mona Bone Jakon“ bereits seine zweite Veröffentlichung im Jahr 1970. Im November 1970 erschien „Tea For The Tillerman“ auf dem Label Island Records und hält einige der bekanntesten Stücke des Briten und Sohn eines Griechen und einer Schwedin für seine Hörer parat.

„Hard Headed Woman“, „Wild World”, „Father And Son” und vor allen Dingen das wunderschöne „Sad Lisa” sind auf dieser Platte vertreten, die allein in den USA mit drei Mal Platin ausgezeichnet wurde. Dies sind die bekannteren Lieder des Cat Stevens, die sich durchaus auch deutlich vom Rest der Scheibe abheben. Die restlichen Titel auf „Tea For The Tillerman“ sind zwar zum Teil auch noch durchaus gelungene Folk Rock Nummern, gehen jedoch nicht mehr ganz so ins Ohr, wie die bereits erwähnten Stücke.

Entspannt anhören kann man die Platte allerdings allemal. Alles wirkt hier sanft und weich, etwas „härtere“ Töne würden der Stimmung, die „Tea For The Tillerman“ transportiert auch durchaus schaden und den Gesamteindruck des Albums in diesem Fall sogar ein wenig schmälern. Von ihrer Machart her unterscheiden sich lediglich zwei Titel vom Rest der Platte. Da ist zum einen „Miles From Nowhere“, bei dem zumindest im Mittelteil mal die „Bremse etwas gelöst“ wird. Somit klingt das Stück gleich ein klein wenig rockiger. Und schließlich gibt da noch das Lied „Longer Boats“, bei dem man am Anfang glaubt, dies sei ein Titel des Harry Belafonte. Klingt am Anfang ein wenig karibisch, bleibt schließlich jedoch – trotz dieses leichten Einschlags – ein Folk Lied.

Fazit: Ein ruhiges und sehr relaxtes Folk Rock Album ist „Tea For The Tillerman“ geworden. Musik, sehr viel eher zum Träumen als zum Mitwippen geeignet. Ganz sicher etwas für die ruhigeren Stunden des Tages. Musik auch, die mit zumeist schönen und zum Nachdenken anregenden Texten ausgestattet wurde. Damit wäre über dieses Album praktisch bereits alles Wesentliche gesagt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sad Lisa, Father And Son



Montag, 15. Februar 2016

Steve Hackett – Cured




Steve Hackett – Cured


Besetzung:

Steve Hackett – guitar, bass, vocals


Gastmusiker:

Nick Magnus – keyboards, drum machine
John Hackett – flute, bass pedals


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Pop


Trackliste:

1. Hope I Don't Wake (3:48)
2. Picture Postcard (3:55)
3. Can't Let Go (5:43)
4. The Air-Conditioned Nightmare (4:42)
5. Funny Feeling (4:07)
6. A Cradle Of Swans (2:49)
7. Overnight Sleeper (4:37)
8. Turn Back Time (4:23)

Gesamtspieldauer: 34:04




Man muss sich fragen, von was oder wem Steve Hackett „geheilt“ wurde, wenn man den Albumtitel seiner fünften Solo-Scheibe „Cured“ wörtlich nimmt. Geheilt vom Progressive Rock? Geheilt vom Schlagzeug? Geheilt von gutem Gesang? 1981 erschien die Platte bei Charisma Records und zeigt einmal mehr, wie die ehemaligen Heroen des Progressive Rock, die noch ein halbes Jahrzehnt zuvor unfassbare Klangwelten erschufen, jetzt mit einfachem Pop zu punkten versuchten.

„Cured“ ist wirklich kein gutes Album geworden. Irgendwie sogar eine absolut belanglose und langweilige Scheibe. Das Cover sagt da schon einiges aus. Es scheint da wohl einen direkten Zusammenhang mit entspannten Musiker Photos in der Nähe des Meeres und der fürchterlichen Musik, die es dann auf dem Album zu hören gibt, zu geben. Man denke da  nur an „Love Beach“ von Emerson, Lake & Palmer… Obwohl, vielleicht ist es auch nur das Wasser selbst, denn Steve Hackett scheint da eher an einem See zu sitzen.

Nun, „Cured“ klingt zum einen deswegen schlimm, da der hier eingesetzte Drum-Computer unfassbar nervig klingt. Damals, zu dieser Zeit, dachte so mancher Zeitgenosse noch, dass ein Schlagzeuger nur unnötiger Ballast wäre. Dass dem nicht so ist, dafür steht auch „Cured“ stellvertretend für viele andere Alben, wo dies auch versucht wurde. Die Rhythmus-Fraktion klingt hier so was von dermaßen künstlich, dass es wahrlich keine Freude ist sich dieses Album anzuhören. Oftmals wirken diese Schläge wie ein absoluter Fremdkörper. Dazu gesellt sich der Gesang des Steve Hackett, der hier, wenn man es nett ausdrücken möchte, am ehesten noch mit „infantil“ zu umschreiben ist. So ein dünnes Stimmchen, da wäre ein reines Instrumentalalbum die sehr viel bessere Wahl gewesen.

Nun, das was diese Platte allerdings wirklich so traurig werden lässt, ist neben der Instrumentierung und dem Gesang ganz einfach die Qualität der Lieder selbst. Eingängige Pop-Liedchen sollten das wohl werden, manchmal noch aufgelockert mit einem Rhythmus- oder Stimmungswechsel, um den Anstrich „progressiv“ nicht ganz zu verlieren. Herausgekommen ist eine Ansammlung von absolut belanglosen Titeln, die zu hören größtenteils reine Zeitverschwendung darstellt. Wirklich hörbar sind nur die beiden Instrumentalstücke „The Air-Conditioned Nightmare“ und „A Cradle Of Swans“. Ersteres ist eine druckvolle Nummer, wahrlich nun kein Pop-Lied, mit einigen Wendungen und Drehungen. Hier kommt die musikalisch Vergangenheit des Steve Hackett noch am ehesten zum Vorschein. Absolut überzeugend ist das Stück allerdings auch nicht. Noch gelungener ist allerdings „A Cradle Of Swans“, ein sanftes und zartes Lied, nur mit der akustischen Gitarre eingespielt. Erwähnen kann man an dieser Stelle auch noch die Instrumentalpassagen von „Overnight Sleeper“, die ebenfalls überzeugen können. Wenn Steve Hackett hier allerdings die Stimme erhebt, ist es auch wieder aus mit der ganzen Wohlfühlatmosphäre.

Fazit: Mit Sicherheit eines der schlechtesten Alben des Steve Hackett, zumindest kann ich das von denen sagen, die ich kenne. Die Musik langweilt und klingt manchmal sehr „billig“. Überzeugen können auf „Cured“ phasenweise die Instrumentalpassagen. Der Gesang des Steve Hackett ist schlimm, der Drum-Computer ebenfalls und musikalische Ideen scheinen dem Ex-Genesis-Gitarristen einfach völlig abhanden gekommen zu sein. Fast schon traurig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: A Cradle Of Swans



Sonntag, 14. Februar 2016

Ten Years After – Ssssh.




Ten Years After – Ssssh.


Besetzung:

Alvin Lee – guitar, vocals
Leo Lyons – bass
Ric Lee – drums
Chick Churchill – organ


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Bad Scene (3:30)
2. Two Time Mama (2:02)
3. Stoned Woman (3:30)
4. Good Morning Little Schoolgirl (7:01)
5. If You Should Love Me (5:27)
6. I Don't Know That You Don't Know My Name (2:02)
7. The Stomp (4:35)
8. I Woke Up This Morning (5:30)

Gesamtspieldauer: 33:37




Manche Art der Musik wird heutzutage einfach nicht mehr gemacht – oder sie scheint einfach völlig an mir vorbeizugehen. Diese Art des Blues Rock, den Ten Years After hier auf ihrem dritten Album mit dem interessanten Namen „Ssssh.“ zelebrierten, den gibt es so in der heutigen Zeit zum Beispiel nicht mehr von anderen Bands aktuell gespielt. „Ssssh.“ wurde 1969 auf dem Label Chrysalis Records veröffentlicht und enthält acht Lieder, die allesamt vom Gitarristen Alvin Lee komponiert wurden, der im März 2013 in Spanien bei einer Routineoperation im Alter von 68 Jahren verstarb.

Auf „Ssssh.“ bekommt Blues Rock der etwas rockigeren Ausprägung zu hören. Die Scheibe und die darauf enthaltene Musik hat ihre Stärke ganz klar in den längeren und rockigen Instrumentalpassagen, wie zum Beispiel beim über siebenminütigen „Good Morning Little Schoolgirl“. Hier gibt sich Alvin Lee für meine Ohren eben nicht selbstverliebt dem Blues hin, sondern packt das Ganze in ein Rockgewand, was dann auch zu überzeugen weiß und einfach zum Mitwippen animiert. Selbiges gilt auch für den nachfolgenden Titel „If You Should Love Me“, der fast wie ein Folk Song beginnt, sich dann jedoch auch wieder in eine Rock-Nummer wandelt, in deren Verlauf es ebenfalls wieder lang anhaltende Instrumentalpassagen gibt, die dieses Mal sogar übersungen werden. Von daher ist der Begriff „Instrumentalpassage“ im Grunde genommen falsch gewählt. Da die Stimme des Alvin Lee sowie alle Instrumente hier irgendwie zu einer Einheit verschmelzen, der gesungene Text zudem keinerlei Relevanz mehr hat, stimmt die Aussage dann allerdings doch wieder. Klasse auch, wie diese Gitarren-lastige Musik doch immer wieder von etwas im Hintergrund stehenden, jedoch für den Sound wichtigen Orgelklängen unterstützt wird und dadurch an kraftvoller Fülle gewinnt.

Auch Freunde des Blues kommen bei „Ssssh.“ auf ihre Kosten, denn auch diese Nummern finden sich auf der doch recht kurzen Scheibe. In der heutigen Zeit würde solch ein Album auch höchstens als EP durchgehen, denn keine 34 Minuten Laufzeit sind nicht gerade üppig. Egal, der Blues regiert auf alle Fälle die letzten beiden Titel der Scheibe. Von allen Dingen bei „I Woke Up This Morning“ dürfte der Herzschlag von entsprechenden Fans ordentlich an Fahrt gewinnen. Hier sind dann Gesangspassage und Solo wieder deutlich voneinander getrennt und in beiden Abschnitten groovt die Nummer.

Fazit: Etwas kurz, dafür allerdings nicht weniger überzeugend. Rockigen Blues Rock bekommt man auf „Ssssh.“ zu hören. Der geht sogar ins Ohr, obwohl man bei dieser Art der Musik natürlich keine Ohrwürmer erwarten sollte, dafür jedoch Lieder, die mit einem Eins werden, die man aufsaugt, genau kennt und die mit der Zeit zu guten Freunden werden, welche beim Hören einen kleinen Urlaub vom Alltag darstellen. Für alle diejenigen Musikhörer gedacht, die vielleicht sogar mit reinem Blues gar nicht so viel anzufangen wissen, jedoch der rockigeren Variante dieses musikalischen Genres durchaus etwas abgewinnen können. Neun Punkte.

Anspieltipps: Good Morning Little Schoolgirl, If You Should Love Me



Samstag, 13. Februar 2016

Parrish & Toppano – The Shores Of This Great Ocean




Parrish & Toppano – The Shores Of This Great Ocean


Besetzung:

Lorenzo Toppanop – synthesizers, trumpet
Paul Parrish – piano & recorders


Gastmusiker:

James Heath – synthesizers
Michael Thompson – guitar
Teddy Castanicci – guitar
Mike Fisher – percussion
Wayne Newitt – percussion
John Toban – percussion
Chuck Finley – trumpet
Rick Todd – french horn
Dave Boruff – saxophone
Lana Bogan – background vocals
Garnie Toppano – background vocals
Terry Wood – background vocals
K.C. Porter – background vocals
Jennifer Bruce – background vocals


Label: White Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Pop


Trackliste:

1. Call Out To Zion (3:55)
2. Ballerina (3:07)
3. Wildflower (4:23)
4. Turn It All Around (3:43)
5. The Shores Of This Great Ocean (4:38)
6. Monday Afternoon (2:36)
7. Song In My Heart (3:29)
8. Prayer (2:57)
9. Meadowlark (2:42)
10. Dec. 9th, Cayucos Point (8:25)

Gesamtspieldauer: 39:55




Paul Parrish und Lorenzo Toppano waren ein amerikanisches Pop-Duo, welches Ende der 80er Jahre genau zwei Platten zusammen veröffentlichte. „The Shores Of This Great Ocean“ ist dabei die zweite Scheibe und erschien im Jahr 1988 auf dem Label White Records. Meines Wissens nach ist dieses Album sogar der letzte musikalische Auftritt der beiden Musiker überhaupt, die danach wohl nichts mehr veröffentlichten – zumindest ist mir nichts Weiteres bekannt und auch eine Recherche im Internat brachte diesbezüglich keinerlei Ergebnisse mehr.

Nun, Parrish & Toppano präsentieren ihren Hörern auf „The Shores Of This Great Ocean” eine Art Soft-Pop, der ganz entfernt an Simon und Garfunkel erinnert, wobei diese beiden zwanzig Jahre zuvor erfolgreich waren. Doch ist die Musik von Parrish & Toppano längst nicht so eingängig, wie die von Simon und Garfunkel und ein sehr großer Unterschied zwischen beiden Duos liegt dabei zusätzlich in der Instrumentierung. Paul Parrish und Lorenzo Toppano setzen in ihrer Musik sehr stark auf den Einsatz des Synthesizers, der praktisch allgegenwärtig ist auf diesem Album. Den hatte es in den erfolgreichen Jahren von Simon und Garfunkel in der Form allerdings noch nicht gegeben.

Die einzelnen Lieder klingen alle melodiös, ohne hier jedoch einen Ohrwurm nach dem anderen zu generieren. Manchmal wird dabei allerdings auch die Grenze der Anbiederei überschritten, wenn es gar zu süßlich klingt. Allgemein sind die Titel zu Beginn des Albums etwas bombastischer bezüglich der Instrumentierung angelegt, als die Nummern gegen Mitte und Ende der Platte. In beiden Ausführungen bleibt die Musik von Parrish & Toppano jedoch eingängiger Pop, der auch nebenher laufen kann, ohne allzu große Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Fazit: Ein sehr unaufgeregtes Pop-Album ist „The Shores Of This Great Ocean“ von Parrish & Toppano geworden. Manchmal übertreiben es die beiden Burschen ein wenig mit einer Prise Schmalz zu viel. Allerdings schlimmer als Vieles, was man immer wieder auf diversen Tonträgern oder aber im Radio hört, ist diese Platte garantiert auch nicht. Etwas Besonderes stellt „The Shores Of This Great Ocean“ jedoch natürlich auch nicht dar. „Normaler“, sanfter Pop eben. Doch man muss sich wahrlich wundern, warum diese, sicherlich radiotaugliche und ins Ohr gehende Musik ganz offensichtlich nicht mehr Anhänger fand. Erfolgreich schien das Ganze nämlich nicht zu sein, sonst hätten die beiden Musiker wohl weitergemacht und weitere Alben veröffentlicht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Call Out To Zion, Ballerina, Monday Afternoon



Freitag, 12. Februar 2016

Andy Summers & Robert Fripp – I Advance Masked




Andy Summers & Robert Fripp – I Advance Masked


Besetzung:

Robert Fripp – electric guitars, moog and roland synthesizers, roland guitar synthesizer, fender bass, percussion
Andy Summers – electric guitars, moog and roland synthesizers, piano, roland guitar synthesizer, fender bass, percussion


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Instrumentalmusik


Trackliste:

1. I Advance Masked (5:14)
2. Under Bridges Of Silence (1:41)
3. China – Yellow Leader (7:09)
4. In The Cloud Forest (2:30)
5. New Marimba (3:38)
6. Girl On A Swing (2:03)
7. Hardy Country (3:00)
8. The Truth Of Skies (2:07)
9. Painting And Dance (3:24)
10. Still Point (3:08)
11. Lakeland/Aquarelle (1:43)
12. Seven On Seven (1:38)
13. Stultified (1:25)

Gesamtspieldauer: 38:43




Robert Fripp, der Gitarrist von King Crimson und Andy Summers, seines Zeichens Gitarrist bei The Police, kannten sich schon von Kindheitsbeinen an. Irgendwann ergab sich dann die Möglichkeit gemeinsam ein Album aufzunehmen. Dies war Ende 1981 bis Anfang 1982 der Fall. Das Ergebnis dieser Kollaboration heißt „I Advance Masked“ und wurde noch im Jahr 1982 auf dem Label A&M Records veröffentlicht.

Zu hören ist auf dem Album Musik, die ganz klar von Robert Fripp beeinflusst ist. Inwieweit Andy Summers hier überhaupt etwas mitzureden hatte entzieht sich meiner Kenntnis. Es dürfte jedoch nicht allzu viel gewesen sein, denn die Scheibe klingt stark nach den King Crimson Alben „Discipline“ und „Beat“, die ein Jahr zuvor beziehungsweise noch im selben Jahr veröffentlicht wurden.

Alle Instrumente wurden von den beiden Musikern wohl aus Kostengründen – oder weil sie es eben können – selbst eingespielt. Dies schmälert das Hörerlebnis jedoch in keinster Weise, alles klingt perfekt durchdacht, abgestimmt und eingespielt. Auf der Platte befinden sich Stücke, die fast schon in die Richtung Ambient gehen und andere, bei denen sich die Gitarrenläufe der beiden Musiker vorauspreschend und melodiös treffen. Doch auch hier ist ein gewisser meditativer Effekt in der Musik der beiden Gitarristen nicht von der Hand zu weisen. Besonders gelungen sind dabei der Titeltrack „I Advance Masked“ sowie Lied Nummer 3, „China – Yellow Leader“, welches zunächst ebenfalls mit einem typisch nach King Crimson klingenden Gitarrenlauf startet, um dann in den sehr gelungenen, ein wenig fernöstlich klingenden Gitarrenpart zu münden.

Im weiteren Verlauf des Albums wechseln sich etwas flottere Stücke mit sehr sphärischen Nummern ab, sodass Hörerin und Hörer immer wieder mal emporgehoben werden, um anschließend wieder weich und sanft gebettet aufgefangen zu werden. Gegen Ende der Scheibe werden die Stücke zwar ein wenig schwächer, hörenswert und interessant bleiben sie jedoch auch dann noch.

Fazit: „I Advance Masked“ hat einiges zu bieten für Freunde moderner Instrumentalmusik sowie für alle King Crimson Fans. Mit der Musik von The Police hat diese Scheibe allerdings überhaupt nichts gemein. Anhänger radiotauglicher Pop-Musik dürften von daher mit dem Album nur wenig bis gar nichts anfangen können. Zu hören gibt auf „I Advance Masked“ progressiv angehauchte Instrumentalmusik, die manchmal sphärisch, ein anderes Mal sehr melodiös und treibend wirkt. Am ehesten ist die Scheibe noch mit der Musik von King Crimson Anfang der 80er Jahre zu vergleichen, einem Zeitpunkt also, an dem auch dieses Album entstand. Zehn Punkte.

Anspieltipps: I Advance Masked, China – Yellow Leader, Hardy Country



Donnerstag, 11. Februar 2016

Yes – Yesterdays




Yes – Yesterdays


Besetzung:

Jon Anderson – vocals
Chris Squire – bass guitar, vocals
Peter Banks – guitar (Titel 2-8)
Steve Howe – guitar (Titel 1)
Tony Kaye – keyboards (Titel 2-8)
Rick Wakeman – keyboards (Titel 1)
Bill Bruford – drums, keyboards (Titel 1)


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. America (10:30)
2. Looking Around (4:00)
3. Time And A Word (4:32)
4. Sweet Dreams (3:50)
5. Then (5:45)
6. Survival (6:20)
7. Astral Traveller (5:53)
8. Dear Father (4:21)

Gesamtspieldauer: 45:11




Bei dem Album „Yesterdays” handelt es sich im Grunde genommen um das erste Kompilationsalbum von Yes. Eingerahmt werden hierbei sechs Titel der ersten beiden Alben, von zwei Nummern, die bisher noch nicht auf einem Yes-Album vertreten waren.

„Looking Around" und „Survival" stammen vom ersten Yes-Album mit dem Titel „Yes“. „Time And A Word", „Sweet Dreams", „Then" sowie „Astral Traveller" konnte man dagegen bereits auf der zweiten Yes-Scheibe „Time And A Word" lauschen. Beides sind Platten, die erst den Weg für diese Band ebneten, eine der einflussreichsten des Progressive Rock zu werden. Die ausgewählten Titel sind ganz nett, jedoch nicht durchweg die Höhepunkte der entsprechenden Alben. Warum also gerade diese und nicht irgendwelche anderen Titel gewählt wurden, muss sich einem dabei nicht unbedingt erschließen.

Bei „America“ handelt es sich um eine 1972 entstandene Coverversion eines Lieds von Paul Simon. Diese war ursprünglich auf dem 1972 erschienenen Sampler „The New Age Of Atlantic“ veröffentlicht worden, auf dem sich neben Yes und Led Zeppelin noch andere, bei Atlantic Records unter Vertrag stehende Bands verewigt hatten. „America“ in der Version von Paul Simon, geschrieben für das Duo Simon & Garfunkel, hatte ursprünglich eine Laufzeit von etwa dreieinhalb Minuten. Man kann sich also vorstellen, dass diese hier enthaltene Yes-Version nicht mehr viel mit dem Original gemein hat. Da ist noch die Gesangslinie, die an den ursprünglichen Titel erinnert, aber das war es dann auch schon. „America“ wurde hier eindeutig zu einem Lied in typischem „Yes-Sound“ umgearbeitet. Ganz nett anzuhören, allerdings nicht essentiell im Rahmen der Titel, die Yes in ihrer Karriere ansonsten veröffentlichten.

„Dear Father“ ist die B-Seite der Single „Sweet Dreams“ aus dem Jahr 1970. Die Instrumentierung mit einem fetten Orgelsound und einigen Streichern weist hier bereits auf etwas kompliziertere Arrangements in der Musik von Yes hin, das Lied selbst kommt an vielen Stellen – vor allen Dingen an denen mit Gesang – jedoch nicht sehr über den Status eines durchschnittlichen Pop-Songs Anfang der 70er Jahre hinaus. 

Fazit: Wenn man bereits Besitzer der Alben „Yes“ und „Time And A Word“ ist, so lohnt sich der Kauf von „Yesterdays“ aufgrund der beiden „neuen“ Yes-Stücke wahrlich nicht. Mit den Original-Alben ist man da sehr viel besser bedient. Die beiden bisher nicht auf einem Album verewigten Stücke lohnen wirklich nur für Fans, die alles von „ihrer“ Band besitzen möchten. Ansonsten benötigt man „Yesterdays“ nicht wirklich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: America, Dear Father



Mittwoch, 10. Februar 2016

Klaus Schulze – Blackdance




Klaus Schulze – Blackdance


Besetzung:

Klaus Schulze – synthesizer, organ, piano, percussion, 12-string acoustic guitar


Gastmusiker:

Ernst Walter Siemon – voice (on "Voices Of Syn")


Label: Brain


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Ways Of Changes (17:14)
2. Some Velvet Phasing (8:24)
3. Voices Of Syn (22:40)

Gesamtspieldauer: 47:18




Klaus Schulzes drittes Album, „Blackdance“, wurde 1974 auf dem Label Brain veröffentlicht und hatte gleich zwei bis drei Neuerungen für die Hörer der elektronischen Musik von Klaus Schulze parat. Gab es auf den ersten beiden Platten noch gar keine Perkussion, so wurde diese auf „Blackdance“ nun in die Musik des Berliner Soundtüftlers eingeführt. Die zweite Neuerung bekommt man bei „Voices Of Syn“ zu hören. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Stimmen des Synthesizers, wie der Name des Stücks vermuten lassen könnte, sondern erstmalig gibt es wirklich menschlichen Gesang bei Klaus Schulze zu hören. Und drittens hört man auf dieser Platte auch nicht nur sphärische Töne, auf „Blackdance“ bekommt man sogar Melodien serviert.

„Ways Of Changes“ beginnt gewohnt sphärisch und irgendwie entrückt, man hört Klaus Schulze schließlich sogar an der Gitarre, Akkordion-ähnliche Klänge gesellen sich ebenfalls noch hinzu, die Musik wird dichter und dichter, alles klingt und scheint den Raum mit sanfter und entspannter Fülle zu beherrschen. Doch dann setzt ab Minute vier ein treibender und galoppierender Rhythmus ein, der die Nummer nun rasant nach vorne puscht. Eine interessante und gelungene Neuerung in der Musik des Klaus Schulze. Schließlich entwickelt sich sogar eine richtige Melodie auf dem Synthesizer, die durchaus melodiös ist und länger hängenbleibt.

Der zweite Titel, „Some Velvet Phasing”, ist dann eher wieder eine sehr sphärische Angelegenheit. Sanft und vielleicht sogar samten, wie es der Lied-Titel bereits aussagt, irgendwie in sich gekehrt und sehr atmosphärisch klingt dieses Lied. Man könnte fast meinen, dass Klaus Schulze seinen Hörerinnen und Hörern hier erst Mal eine kleine Verschnaufpause zugestehen möchte, da diese vielleicht den Rhythmus von eben noch nicht ganz verarbeitet haben. Er hat es wahrscheinlich ein wenig zu gut gemeint, denn in diesen acht Minuten Spieldauer von „Some Velvet Phasing“ passiert so gut wie gar nichts. Ein klein wenig mehr Abwechslung hätte es da für meinen Geschmack durchaus geben können. 

Schließlich folgt noch das Stück „Voices Of Syn“, welches die gesamte zweite Plattenseite einnimmt. Der tiefe Gesang des Ernst Walter Siemon setzt ein, beherrscht die Szene einige Minuten lang und wird schließlich von einer pulsierenden Synthesizer-Perkussion abgelöst. Erneut bekommt das Lied, nach einem langsamen und sehr bedacht wirkenden Einstieg, einen treibenden und etwas galoppierenden Rhythmus verpasst. Der Synthesizer steuert zudem wieder eine Melodielinie hinzu, die der von „Ways Of Changes“ durchaus nicht unähnlich ist. Im weiteren Verlauf mündet alles in einen sehr sphärischen Teil, um dann erneut den Rhythmus aufzugreifen. Schließlich „arbeitet“ sich sogar eine Orgel in den akustischen Vordergrund, bis diese wieder von Synthesizer-Klängen abgelöst wird und das Lied langsam ausläuft.

Fazit: Eine durchaus spannende Platte ist „Blackdance“ von Klaus Schulze geworden. Sehr viel abwechslungsreicher gestaltet der Berliner hier seine Musik, in der sich Rhythmus und Gesang nun auch eine Rolle erobern können. Das macht die Scheibe durchaus interessanter, die nun neben den meditativen Ansätzen auch Melodien aufweist. Für Freunde elektronischer Musik sehr empfehlenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Ways Of Changes, Voices Of Syn



Dienstag, 9. Februar 2016

Peter Schickele – Silent Running




Peter Schickele – Silent Running


Besetzung:

Ohne Musikerangabe außer:

Joan Baez – vocals (“Rejoice In The Sun” & “Silent Running”)


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Soundtrack


Trackliste:

1. Rejoice In The Sun (2:10)
2. The Space Fleet (3:28)
3. Rejoice In The Sun (Instumental) (1:58)
4. No Turning Back (2:50)
5. Driving Crazy (2:26)
6. Drifting (2:08)
7. Silent Running (2:01)
8. The Dying Forest (2:24)
9. Tending To Huey (2:55)
10. Saturn (4:09)
11. Getting Ready (1:45)
12. Rejoice In The Sun (Reprise) (1:30)

Gesamtspieldauer: 29:32




„Silent Running” heißt der Soundtrack des gleichnamigen Films mit Bruce Dern in der Hauptrolle. Die Musik zum Film komponierte Peter Schickele, die Texte zu den beiden gesungenen Stücken „Rejoice In The Sun“ und „Silent Running“ stammen von Diane Lampert.

Nun, wie das bei Soundtracks eben mal so ist, passt die Musik oftmals perfekt zu den laufenden Bildern des Films, alleine gehört ergibt das Ganze dann jedoch keinerlei Sinn mehr. So ist es auch hier bei diesem Soundtrack. Meistens hört man irgendwelche atmosphärischen Klänge, die zum Teil gar nicht mal mehr an Musik erinnern, obwohl sie natürlich mit Musikinstrumenten eingespielt wurden. Allerdings geht es dabei eindeutig mehr um die Atmosphäre, um die Stimmung, die zum Beispiel in einer spannenden oder aber entspannten Szene transportiert werden soll. Musik zum Anhören ist das nicht und soll es auch gar nicht sein.

Trotzdem habe ich mir damals diesen Soundtrack zugelegt, nachdem ich den Film abends mal im Spätprogramm gesehen hatte. Das hat folgenden Grund. „Silent Running“ ist ein etwas trauriger Science Fiction Film, allerdings durchaus sehr sehenswert. Und dieser Science Fiction Film ist trotz diverser, atmosphärischer Klänge, doch noch mit sehr hörenswerter Musik ausgestattet. Das wiederum liegt an den beiden kurzen Titeln „Rejoice In The Sun” und „Silent Running”, während derer Joan Baez zu hören ist. Im Grunde genommen sind es sogar zweieinhalb Lieder, wenn man „Rejoice In The Sun (Reprise)“ auch noch mit dazu zählt, bei dem Joan Baez ebenfalls kurz singt.

Diese kurzen Lieder alleine lohnten den Kauf dieser Scheibe, denn sie lassen einem das Herz übergehen. Diese zwei, leider beide nur etwa zwei Minuten dauernden Lieder sind einfach wunderschön, dafür gibt es keine bessere Umschreibung. Nicht allzu kompliziert, ausgestattet mit einer sehr feinen und schönen Melodie und dazu dieser helle und schöne Gesang… Mein Gott kann diese Frau schön singen, das muss man einfach gehört haben.

Fazit: Der Soundtrack zum Film „Silent Running” lässt sich nicht so einfach durchhören, da er fast überhaupt keine Musik zum Anhören enthält, sehr viel mehr Soundkollagen zur Untermalung von Filmszenen. Ohne den Film ist die Platte also sinnlos. Und dann gibt es auf diesem Album aber noch zwei Lieder, die von Joan Baez gesungen werden. Wunderschön klingen diese beiden Titel. Sanft, zart, zerbrechlich und ganz schnell ins Ohr gehend. Die Platte hätte ohne diese beiden Nummern zwei Punkte verdient, da sie sinnlos ist. Aber „Rejoice In The Sun” und „Silent Running” reißen es einfach raus. Sehr subjektiv das Ganze, ich weiß. Egal. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Rejoice In The Sun, Silent Running



Montag, 8. Februar 2016

Jane – Live At Home




Jane – Live At Home


Besetzung:

laus Hess – guitar, vocals, taurus bass pedals
Martin Hesse – bass, vocals
Peter Panka – drums, vocals
Manfred Wieczorke – keyboards, vocals


Gastmusiker:

Rüdiger Keding – drums, guitar
Henry Grau – bass, keyboards


Label: Brain


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock, Livealbum


Trackliste:

1. All My Friends (4:57)
2. Lady (3:32)
3. Rest Of My Life (4:34)
4. Expectation (5:29)
5. River (3:48)
6. Out In The Rain (10:25)
7. Hangman (7:42)
8. Fire, Water, Earth + Air (4:00)
9. Another Way (5:37)
10. Daytime (9:24)
11. Hightime For Crusaders (5:09)
12. Windows (19:11)

Gesamtspieldauer: 1:23:48




Krautrock ist schon eine interessante Sache. Da rockten die deutschen Protagonisten oftmals britischer, als die Kollegen von der Insel, nur am oftmals doch deutlich zu hörenden Akzent konnte man die Bands dann häufig, zumindest den Sänger, als solche vom Festland identifizieren. Niemals wieder danach machten deutsche Musiker englischere Musik. Nun, Krautrock war immer dann gut, wenn die jeweilige Band es einfach laufen ließ. Der Gesang war oftmals gar nicht so wichtig, es ging immer um diese langen Instrumentalpassagen, die die Hörerinnen und Hörer dann mitgerissen haben. Wahnsinnig lange Lieder entstanden dadurch, die immer wieder neue Wendungen einschlugen, melodiös waren und auch rockten – und das häufig nicht zu knapp. Das Paradebeispiel dafür ist wohl „Solar Music“ von Grobschnitt, was die Hagener Band bis heute unvergessen macht.

Doch auch die Hannoveraner Musiker von Jane hatten hier was zu bieten, was es wahrlich beeindruckend auf der Platte „Live At Home“ zu hören gibt. Zwar ist einiges von dem, was man auf dieser Scheibe geboten bekommt manchmal „lediglich“ gut gemachter Hard Rock, der zwar gut ins Ohr geht und auch überzeugt, jedoch ist es nicht der Hard Rock, der dieses Album zu etwas Besonderem werden lässt. Es sind die progressiven und exzessiven Titel, die auf dem Live-Album wirklich begeistern können. An erster Stelle steht da das über neunzehnminütige „Windows“, welches die zweite Seite der zweiten Platte vollständig ausfüllt. Wer Lieder mag, die sich immer wieder verändern, entwickeln, mal rocken, dann wieder sphärisch klingen, bei jeder der vielen Wendungen ins Ohr gehen, episch angelegt sind und jeden DJ kopfschüttelnd zurücklassen, die oder der wird von „Windows“ begeistert sein. Hier gibt es lange Gitarren-, Synthesizer- oder Orgel-Passagen zu hören, die wirklich allesamt sehr eingängig und mitreißend klingen.

Aber auch sonst gibt es sehr viel auf dieser Platte zu entdecken. „Expectation“ ist sehr gelungen, genau wie das etwas sanftere und sehr melodiöse „Out In The Rain“. Ebenso soll an dieser Stelle „Daytime“ von der ersten Platte der Band nicht vergessen werden, welches in dieser Live-Version ebenfalls einen Höhepunkt des Albums darstellt. Diese Live-Platte klingt zu jeder Zeit sehr voll und dicht, die Abmischung ist klasse gelungen, genau wie die Abtastung der einzelnen Instrumente, sodass dem Hörgenuss auch wirklich nichts mehr im Wege steht.

Obwohl eine Sache gibt es da dann leider doch, die etwas seltsam erscheint. Das Album wurde in Hannover eingespielt, „at home“ eben. Warum dann allerdings die Ansagen in Englisch getätigt werden überrascht schon etwas. Das klingt zumindest irgendwie seltsam, sollte jedoch wohl die Möglichkeit des internationalen Erfolgs offener gestalten. Aber warum die Musiker vor „Out In The Rain“ offensichtlich vom Publikum genervt sind, das ist mir schon vor vielen Jahren, als ich die Scheibe zum ersten Mal hörte, ein Rätsel gewesen. Ich hätte dieses patzige „Ja, auch das Pfeifen ist drauf, okay“ rausgeschnitten. Aber ich wurde da ja nicht gefragt.

Fazit: Auch wenn die Musiker von Jane hier einige Ansagen in Englisch tätigen, was ein wenig lächerlich wirkt, so ist das Album Jane at home – live“ nichtsdestotrotz ein sehr gutes geworden. Wer Krautrock mag, wird die Platte lieben. Außerdem vermittelt sie stellvertretend sehr gut die Musik zur damaligen Zeit, die immer ausschweifender und länger wurde. Dieses Live-Album entstand, als es sowohl mit dem Progressive Rock, wie mit dem Krautrock gerade bergab zu gehen begann. Jane haben sich zu dieser Zeit glücklicherweise noch nicht daran gestört und es hier nochmals krachen lassen. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Windows



(Die GEMA hat mal wieder alles von dieser Platte auf YouTube gesperrt. Deshalb hier nur eine Alternative)


Sonntag, 7. Februar 2016

Mark Knopfler – Golden Heart




Mark Knopfler – Golden Heart


Besetzung:

Mark Knopfler – guitar, vocals


Gastmusiker:

Richard Bennett – acoustic guitar, guitar, tiplé
Sonny Landreth – national steel guitar, backing vocals
Don Potter – acoustic guitar
Paul Franklin – pedal steel guitar
Derek Bell – Irish harp
Paul Brady – whistle
Seán Keane – violin
Dónal Lunny – bouzouki
Máirtín O'Connor – accordion
Liam O'Flynn – uilleann pipes
Steve Conn – accordion
Jo-El Sonnier – accordion
Michael Doucet – fiddle
Matt Rollings – piano
Barry Beckett – piano
Hargus "Pig" Robbins – piano
Bill Cuomo – hammond organ
Guy Fletcher – keyboards, backing vocals
Steve Nathan – hammond organ, keyboards
Paul Moore – bass, string bass
Michael Rhodes – bass
Glenn Worf – bass, string bass
Eddie Bayers – drums
Robbie Casserly – drums
Chad Cromwell – drums
Danny Cummings – backing vocals, percussion
Terry McMillan – djembe
Billy Ware – triangle
Brendan Croker – backing vocals


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Rock


Trackliste:

1. Darling Pretty (4:31)
2. Imelda (5:26)
3. Golden Heart (5:01)
4. No Can Do (4:54)
5. Vic And Ray (4:36)
6. Don't You Get It (5:16)
7. A Night In Summer Long Ago (4:43)
8. Cannibals (3:41)
9. I'm The Fool (4:28)
10. Je Suis Désolé (5:14)
11. Rüdiger (6:03)
12. Nobody's Got The Gun (5:25)
13. Done With Bonaparte (5:06)
14. Are We In Trouble Now (5:54)

Gesamtspieldauer: 1:10:73




„Golden Heart“ heißt das erste Solo-Album des Mark Knopfler, welches 1996 auf dem Label Vertigo veröffentlicht wurde. Fünf Jahre waren bis dahin seit dem letzten Dire Straits Album „On Every Street“ vergangen und ein Jahr später gab es das letzte „Lebenszeichen“ seiner Band, deren Kopf und Aushängeschild Mark Knopfler war. Und natürlich verwundert es in keinster Weise, dass man bereits nach wenigen Takten von „Golden Heart“ glaubt, hier ein bisher unbekanntes Lied der Dire Straits zu hören. Diese Stimme des Mark Knopfler und dazu der unverwechselbar Klang seiner Gitarre, das können einfach nur die Dire Straits, vielleicht sogar mit einem neuen Album sein.

Nun, das sind allerdings nicht mehr die Dire Straits, jetzt wandelt Mark Knopfler eben auf Solo-Wegen. Und es dauert auch nicht sehr lange, ein, zwei, maximal drei Lieder und dann weiß man auch mit Gewissheit, dass hier eben nicht mehr die Dire Straits zu hören sind, denn die zu hörende Musik unterschiedet sich schon stark von der, der Band. Klar, Gesang und Gitarrensound sind noch identisch, jedoch klingen die Lieder deutlich anders. Oftmals hört man folkloristische Töne, die manchmal aus dem Norden Großbritanniens zu stammen scheinen, dann jedoch auch wieder aus den Weiten des Wilden Westens in Amerika. Sowohl Dudelsack und leider noch viel öfters die Lap Steel Gitarre finden hier ihren Einsatz, sodass bei letzterer durchaus immer mal ein Country- und Western-Feeling aufkommt.

Allerdings wäre dies gar nicht mal so schlimm, wenn denn die Lied-Qualität selbst in Ordnung wäre. Ist sie jedoch leider nicht. „Golden Heart“ ist eine völlig unspektakuläre Platte geworden, absolut unspektakulär, da Mark Knopfler anscheinend ganz auf irgendwelche Höhepunkte verzichten wollte. Alles ist in etwa im selben Tempo gehalten und unfassbar zäh. Man hört die Scheibe, sie läuft irgendwann aus und da ist wirklich nichts, an was man sich im Nachhinein erinnern könnte. Leider findet sich auf „Golden Heart“ noch nicht mal etwas, an was man sich erinnern sollte. Irgendwie ist das alles ein fader Einheitsbrei, den Mark Knopfler seinen Hörerinnen und Hörern da auf seinem ersten Album auftischt. Sollte ich hier zwei Nummern herausheben – drei geht schon mal gar nicht mehr – dann wäre das zum einen der etwas rockigere Titel „Imelda“, sowie das eingängige „Je Suis Désolé“. Beide Nummern sind durchaus noch hörenswert und damit die Ausnahmen auf dieser Platte, da man das von den zwölf weiteren Titeln auf dieser Scheibe nicht unbedingt behaupten kann. Die restlichen Lieder sind zwar nicht richtig schlecht, allerdings leider furchtbar langweilig.

Fazit: Das erste Solo-Album des Mark Knopfler ist noch nicht sonderlich überzeugend geworden. Die auf „Golden Heart“ enthaltenen Lieder sind zumeist sanfter Natur und größtenteils leider eher sehr langweilig geraten. Auch nach vielen Durchläufen setzen sich die Stücke nur in sehr geringem Umfang fest, die Platte schafft es einfach nicht ein freundschaftliches Verhältnis zu der Hörerin und dem Hörer aufzubauen. Klar ist das keine wirklich schlechte Musik, jedoch leider auch wahrlich keine gute oder überzeugende mehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Imelda, Je Suis Désolé



Samstag, 6. Februar 2016

Fields Of The Nephilim – Dawnrazor




Fields Of The Nephilim – Dawnrazor


Besetzung:

Carl McCoy – vocals
Peter Yates – guitar
Paul Wright – guitar
Tony Pettitt – bass
Alexander Wright – drums


Label: Beggars Banquet Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Gothic Rock


Trackliste:

1. Intro (The Harmonica Man) (2:01)
2. Slow Kill (3:45)
3. Volcane (Mr. Jealousy Has Returned) (5:04)
4. Vet For The Insane (7:03)
5. Dust (4:22)
6. Reanimator (2:58)
7. Dawnrazor (7:08)
8. The Sequel (3:16)


Bonus Tracks der remasterten Albumveröffentlichung:

9. Power (4:39)
10. Secrets (3:37)
11. Tie Tower (5:41)
12. Laura II (4:41)
13. Preacher Man (4:53)
14. Blue Water (4:46)

Gesamtspieldauer: 1:04:02




Fields Of The Nephilim ist eine englische Gothic Rock Band, die 1984 gegründet wurde und 1987 ihr erstes Studioalbum veröffentlichte. Dieses heißt „Dawnrazor“ und erschien auf dem Label Beggars Banquet Records. Obwohl Fields Of The Nephilim niemals allzu großer Erfolg mit ihrer Musik zuteil wurde, so gilt die Band doch auch mit als eine der Wegbereiter des Gothic Rock, der viele weitere Bands und Solo-Künstler beeinflusste.

Die Musik von Fields Of The Nephilim ist, wie nicht anders zu erwarten war bei diesem musikalischen Genre, sehr düster, klingt oftmals nach Weltuntergang und ist dabei allerdings immer rockig gehalten. Diese Atmosphäre wird bestens unterstützt durch den Gesang des Carl McCoy, der mitunter so klingt, als sei er gerade direkt der Gruft entstiegen. Allerdings können die Jungs auf „Dawnrazor“ auch nicht ihr Interesse oder ihre Wertschätzung an beziehungsweise von Italo Western und dem Genre des Horrorfilms verbergen. Ennio Morricones „Harmonica Man“ hört man sofort im ersten Titel in nur leicht veränderter Form. Und auch die Spieluhr aus „Für ein paar Dollars mehr“ hat am Ende von „Vet For The Insane“ ihren Einsatz. Dazu gibt es noch jede Menge Geräusche, die dann allerdings aus diversen Horror-Streifen zu stammen scheinen.

Die Musik ist ansonsten, wie bereits erwähnt, dunkel und rockig gehalten. Dabei legen die fünf Musiker allerdings großen Wert auf die Eingängigkeit der Titel. Auch wenn hier viel nach Verfall, Tod und Siechtum klingt, so geht die Musik doch schnell ins Ohr und manches Mal kommt man gar nicht umhin auch mit dem Fuß ein wenig mitzuwippen. Textlich gesehen hört man hier nichts von der Liebe. Eher das Gegenteil ist angesagt, was in dem ganzen Liebesliedeinheitsbrei zumindest mal eine kleinere Auflockerung darstellt. Mitunter stießen die Fields Of The Nephilim allerdings auf Kritik dergestalt, dass ihnen nachgesagt wurde, die sehr viel erfolgreicheren Sisters Of Mercy zu stark zu kopieren. Das hier eine gewisse stilistische Ähnlichkeit vorhanden ist, kann wohl auch nicht wegdiskutiert werden, nach einer Kopie der Sisters Of Mercy klingen die Fields Of The Nephilim in meinen Ohren allerdings nicht.

Auf der remasterten Albumfassung gibt es noch sechs Lieder als Zugabe, die von zuvor veröffentlichten EPs stammen und sich qualitativ nahtlos an die Lieder der offiziellen Albumausgabe anpassen. Dieses Mal also eine sehr gelungene Zugabe, die mal nicht nur aus einem langweiligen Demo besteht.

Fazit: Die Gothic Rock Band Fields Of The Nephilim brachte mit „Dawnrazor” ihr erstes Album auf dem Markt, was durch diverse Filme beeinflusst wurde, deren musikalische Themen hier auch aufgegriffen werden. Die Musik der Band klingt auf „Dawnrazor” rockig, allerdings auch dunkel und schwermütig. Freunde, die auf „schwarzen“ Rock stehen, dürften diese Platte lieben, aber auch für alle anderen kann diese Scheibe durchaus eine gelungene Abwechslung darstellen – zumindest dann, wenn sie sich nicht mehr an Geister und Gespenster glauben. Neun Punkte.

Anspieltipps: Slow Kill, Vet For The Insane, Reanimator