Mittwoch, 7. April 2021

Crosby, Stills, Nash & Young – So Far

 





Besetzung:

David Crosby – vocals all tracks, rhythm guitar on "Déjà Vu", "Wooden Ships", "Ohio", and "Woodstock", acoustic guitar on "Guinnevere"
Stephen Stills – vocals all tracks except "Guinnevere", acoustic and electric guitars all tracks except "Our House" and "Guinnevere", piano on "Déjà Vu" and "Helpless", organ on "Wooden Ships", "Woodstock", and "Suite: Judy Blue Eyes", bass on "Déjà Vu", "Wooden Ships", "Teach Your Children", and "Suite: Judy Blue Eyes"
Graham Nash – vocals all tracks, piano on "Woodstock" and "Our House", acoustic guitar, tambourine on "Teach Your Children", harpsichord on "Our House"
Neil Young – vocals on "Ohio", "Find The Cost Of Freedom", and "Helpless", acoustic guitar on "Find the Cost of Freedom" and "Helpless", electric guitar on "Ohio" and "Woodstock"


Gastmusiker:

Greg Reeves – bass on "Woodstock", "Our House", and "Helpless"
Calvin "Fuzzy" Samuels – bass on "Ohio"
Dallas Taylor – drums on "Déjà Vu", "Wooden Ships", "Woodstock", "Our House", "Helpless", and "Suite: Judy Blue Eyes", tambourine on "Teach Your Children"
Johnny Barbata – drums on "Ohio"
John Sebastian – harmonica on "Déjà Vu"
Jerry Garcia – pedal steel guitar on "Teach Your Children"




Erscheinungsjahr: 1974


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Déjà Vu (4:14)
2. Helplessly Hoping (2:41)
3. Wooden Ships (5:30)
4. Teach Your Children (2:59)
5. Ohio (3:05)
6. Find The Cost Of Freedom (2:01)
7. Woodstock (3:56)
8. Our House (3:02)
9. Helpless (3:40)
10. Guinnevere (4:42)
11. Suite: Judy Blue Eyes (7:23)

Gesamtspieldauer: 43:17



„So Far“ heißt das vierte Album von Crosby, Stills & Nash, es ist gleichzeitig ihr drittes Album als Crosby, Stills, Nash & Young und das erste Kompilation-Album der Band. Nach dem zweiten Studioalbum „Déjà Vu“ ist es das meistverkaufte Album des Quartetts mit über zehn Millionen belegten Verkäufen. „So Far“ erschien am 19. August 1974 auf dem Plattenlabel Atlantic Records.

Die Lieder „Helplessly Hoping“, „Wooden Ships“, „Guinnevere“ sowie Suite: „Judy Blue Eyes“ stammen vom Debut-Album „Crosby, Stills & Nash“ aus dem Jahr 1969. Die Titel „Déjà Vu“, „Wooden Ships“, „Woodstock“, „Our House“ und „Helpless“ wurden dem zweiten Album der Band „Déjà Vu“ entnommen, welches 1970 erschienen war. Das Lied „Ohio“ ist eine, bis zu diesem Zeitpunkt, auf keinem bisherigen Album enthaltende Single und das folgende Find „The Cost Of Freedom“ die entsprechende B-Seite dieser Single.

Auf „So Far“ hört man eingängigen, mehrstimmigen Folk Rock, der gerade von dieser Mehrstimmigkeit lebt und sehr melodiös gehalten ist. Höhepunkt des Albums ist das Lied „Ohio“. Dabei handelt es sich um einen Protestsong, den Neil Young als Reaktion auf die Schießerei an der Kent State University schrieb, welche auch als „Kent State Massaker“ Einzug in die Geschichtsbücher der USA gefunden hat. Dort waren am 4. Mai 1970 zwei Studentinnen (Allison B. Krause und Sandra Lee Scheuer) sowie zwei Studenten (Jeffrey Glenn Miller und William Knox Schroeder) getötet und neun weitere verwundet worden, die allesamt unbewaffnet waren. Diese hatten an einer Friedenskundgebung teilgenommen, welche sich gegen die Ausweitung des Vietnamkriegs auf das neutrale Kambodscha durch die Streitkräfte der Vereinigten Staaten richtete und gleichzeitig protestierten die Studentinnen und Studenten gegen die Präsenz der Nationalgarde auf dem Campus, als es zur Schießerei kam. „Ohio“ ist eine klasse, eingängige Nummer, deren Text sich lohnt gelesen zu werden und welche sicherlich auch zu den besten Liedern gehört, die Neil Young in seiner Karriere schrieb.

Fazit: Eingängigen Folk Rock bekommt man auf „So Far“ zu hören. Wie immer man auch zu Kompilationen steht, es ist das Lied „Ohio“, welches das Album lohnend werden lässt. Die anderen Titel kann man auch auf den Originalalben hören und dabei für sich selbst entscheiden, welche der Stücke auf seinem eigenen „Best Of“-Album vertreten wäre. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ohio



Montag, 5. April 2021

David Sylvian – Secrets Of The Beehive

 



David Sylvian – Secrets Of The Beehive


Besetzung:

David Sylvian – vocals, piano (1), acoustic guitar (2, 4, 6), organ (2, 8), synths (2, 3, 4, 5, 8, 10), tapes (3, 5), treated piano (5)


Gastmusiker:

Ryuichi Sakamoto – string arrangement (1, 2, 3, 6, 9, 10), organ (2, 3, 5, 7, 8), synths (2, 4, 8), piano (4, 5, 7, 9, 10), treated piano (3), woodwind arrangement (5), brass arrangement (8)
Steve Jansen – drums (4, 8, 10)
David Torn – electric guitar (2, 7), guitar loop (3)
Danny Thompson – double bass (2, 4, 7)
Danny Cummings – percussion (2, 6, 7, 8)
Phil Palmer – slide guitar (4), acoustic guitars (6)
Mark Isham – flugelhorn (4,8), trumpet (6, 8)
Brian Gascoigne – orchestral arrangement (4), string arrangement (8)
Ann O'Dell – string arrangement (10)




Erscheinungsjahr: 1987


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. September (1:18)
2. The Boy With The Gun (5:18)
3. Maria (2:50)
4. Orpheus (4:51)
5. The Devil's Own (3:12)
6. When Poets Dreamed Of Angels (4:47)
7. Mother And Child (3:15)
8. Let The Happiness In (5:37)
9. Waterfront (3:36)
10. Promise (The Cult Of Eurydice) (3:28)

Gesamtspieldauer: 38:17



„Secrets Of The Beehive“ heißt das dritte Soloalbum des britischen Musikers und Ex-Japan Sängers und Gitarristen David Sylvian. „Secrets Of The Beehive“ wurde am 7. November 1987 auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht und kletterte immerhin bis auf Platz 37 der britischen Albumcharts. Als Singles waren die Lieder „Let The Happiness In“ sowie „Orpheus“ veröffentlicht worden.

Auf „Secrets Of The Beehive“ hört man Art Pop, meistens nicht durch Perkussion unterstützt, oftmals allerdings – jedoch nicht immer – melodiös und eingängig klingend. Das Album gilt als eines des David Sylvian, welches nur ganz „zart“ instrumentiert wurde. Die Atmosphäre der Platte ist auch eindeutig zurückhaltend, trotzdem erklingen auf „Secrets Of The Beehive“ Streicher sowie weitere Orchesterinstrumente. Es ist keineswegs minimalistisch gehalten. Das Album klingt insgesamt sehr verwunschen und durchaus auch an der einen oder anderen Stelle packend und für die Musik der 80er Jahre meist sehr innovativ.

Trotzdem passt etwas nicht, um „Secrets Of The Beehive“ zu einem großen Album werden zu lassen. Diese absolute Melodiösität fehlt genauso wie diese Konsequenz, die zum Beispiel Talk Talk in Bezug auf ihren Minimalismus zu jener Zeit an den Tag legten. Und schließlich ist da noch die Stimme des David Sylvian, die irgendwo zwischen gelangweilt, gehaucht, nasal und konstruiert klingt. Selbstverständlich ist dies einer der, wenn nicht das Markenzeichen dieser Musik, überzeugen kann es mich allerdings trotzdem nicht restlos.

Fazit: „Secrets Of The Beehive“ klingt gut und ist glücklicherweise kein weiterer Synthie Pop der 80er Jahre. Auf dem Album hört man Art Pop, der sanft und zurückhaltend inszeniert und umgesetzt wird. Ich selbst habe Probleme mit der Stimme des David Sylvian, doch das ist mein Problem. Insgesamt wesentlich bessere Musik als viele andere Lieder der 80er Jahre. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Devil's Own



Samstag, 3. April 2021

Ritual – Superb Birth




Ritual – Superb Birth


Besetzung:

Johan Nordgren – drums, backing vocals
Patrick Lundström – vocals, guitars
Fredric Lindqvist – bass, bouzouki
Jon Gamble – pianos, organs, synthesizers


Gastmusiker:

Mats "Gaffa" Karlsson – lap steel on 6/8
Christian Sahlin – cello on 6/8
Louisa Hallstedt – violin and viola on 6/8




Erscheinungsjahr: 1999


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Do You Want To See The Sun (4:01)
2. Lobby (4:49)
3. Sadly Unspoken (3:55)
4. Did I Go Wrong (5:38)
5. 6/8 (2:48)
6. Coming Home (4:51)
7. Into The Heat (4:59)
8. Really Something (3:52)
9. Mothersong (3:55)
10. Golden Angel (4:28)
11. Dinosaur Spaceship (6:11)
12. A Voice Of Divinity (3:34)

Gesamtspieldauer: 53:06



„Superb Birth“ heißt das zweite Studioalbum der schwedischen Band Ritual. Es erschien ursprünglich im Jahr 1999 im Eigenvertrieb, wurde 2004 neu aufgelegt und mit geänderter Liedreihenfolge auf dem Plattenlabel InsideOut Musik wiederveröffentlicht.

Leider ist auf „Superb Birth“ nichts mehr übrig geblieben von den Ideen, der Abwechslung, die noch dem selbstbetitelten Debutalbum innewohnten. Fischten die Musiker dort auch immer wieder überzeugend im Genre des Progressive Rocks, wird man auf „Superb Birth“ größtenteils mit Rock berieselt, der irgendwo zwischen Mainstream und Hard Rock angesiedelt ist und auch dementsprechend klingt. Die einzelnen Lieder des Albums hören sich weder spannend noch irgendwie besonders an. Es klingt nach Musik, die so immer wieder und zu jederzeit auch im Radio gespielt werden kann, ohne groß zu stören oder besondere Aufmerksamkeit zu erregen.

Dabei sind die Lieder auf „Superb Birth“ im Bereich des Rocks qualitativ keineswegs schlecht geraten, allerdings eben austauschbar. Doch wer auf Hard Rock steht, die oder der könnte an der Scheibe durchaus Gefallen finden. Der einmal eingeschlagene Weg wird auf dem Album konsequent weiter verfolgt. Zudem sind die einzelnen Lieder durchaus melodiös geraten – ohne dabei Gefahr zu laufen einen Ohrwurm zu generieren.

Fazit: „Superb Birth“ hat musikalisch leider nur noch wenig mit dem Debut der Schweden zu tun. Auf dem Album hört man ziemlich angepassten Hard Rock, wie ihn viele andere Bands auch praktizieren. Kann einem gefallen, muss aber definitiv nicht. Ein Lieblingsalbum wird „Superb Birth“ jedoch wahrscheinlich auch für Hard Rock Fans nicht werden. Das können andere besser. Neun Punkte.

Anspieltipps: Golden Angel



Donnerstag, 1. April 2021

Blur – Blur

 



Blur – Blur


Besetzung:

Damon Albarn – lead vocals, piano, keyboards, hammond organ, acoustic guitar
Graham Coxon – electric and acoustic guitars, backing vocals, vocals on "You’re So Great", theremin, additional drums on "Song 2" and "Strange News From Another Star"
Alex James – bass guitar
Dave Rowntree – drums, percussion, drum programming on "On Your Own"




Erscheinungsjahr: 1997


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Beetlebum (5:05)
2. Song 2 (2:01)
3. Country Sad Ballad Man (4:50)
4. M.O.R. (3:27)
5. On Your Own (4:26)
6. Theme From Retro (3:37)
7. You‘re So Great (3:35)
8. Death Of A Party (4:33)
9. Chinese Bombs (1:24)
10. I‘m Just A Killer For Your Love (4:11)
11. Look Inside America (3:50)
12. Strange News From Another Star (4:02)
13. Movin‘ On (3:44)
14. Essex Dogs (8:08)

Gesamtspieldauer: 57:00



Ihr fünftes Studioalbum betitelte die englische Band Blur ganz einfach mit ihrem Bandnamen. „Blur“ von Blur wurde am 10. Februar 1997 auf dem Plattenlabel Food Records veröffentlicht. „Blur“ klingt anders als die vorherigen vier Alben der Band. Waren diese noch im Brit Pop beheimatet, so hört man auf dem fünften Album der Engländer nun eher Alternative Rock.

Wohl auf Anregung des Gitarristen Graham Coxon vollzog die Band diesen stilistischen Wechsel. Auch Sänger Damon Albarn erschloss neue Themen und schrieb seine Texte eher über persönliche Dinge, sodass auch inhaltlich ein Stilwechsel stattfand. Die Plattenfirma war besorgt, dass dieser musikalische Genrewechsel viele der Fans vor den Kopf stoßen würde. Doch das Album erreichte erneut Platz 1 der britischen Charts (in Deutschland Platz 23) und aufgrund des punkigen Titels „Song 2“ wurde das Album sogar die erfolgreichste Platte der Band in den USA.

Auf „Blur“ hört man dementsprechend Alternative Rock, zum Teil richtiggehend rau klingend, der auch nicht unbedingt jederzeit ins Ohr geht. Der E-Gitarre wird deutlich mehr Spielraum zugestanden und ab und an klingt das schon nach Post, wenn die vier Musiker richtig losrocken. Bis auf das wohl bekannteste Lied von Blur, „Song 2“ gibt es keinen richtigen Ohrwurm auf „Blur“, doch dieses Lied ist definitiv einer. Ein Gute-Laune-Lied, das auf mancher Tanzfläche für viel „Gerempel“ sorgte und immer noch sorgt. Ein weiterer Höhepunkt ist das leicht folkige und etwas schräge „You‘re So Great“ sowie das melodiöseste Lied des Albums „Strange News From Another Star“.

Der Alternative Rock auf „Blur“ franst nach beiden Seiten aus. Mal in Richtung des Punks, dann doch wieder mit eindeutig poppigen Accessoires versehen. Trotzdem bilden die Lieder des Albums durchaus eine Einheit, die ohne großartige Ausschläge nach oben beziehungsweise nach unten aus den Boxen schweben.

Fazit: Nach ihrem musikalischen Stilwechsel sind Blur im Genre des Alternative Rocks gelandet. „Blur“ enthält das wohl bekannteste Lied der Band, den Titel „Song 2“. Ansonsten enthält die Platte mehr oder weniger eingängige Lieder, die auch mal im Genre des Punks fischen, dann wieder etwas poppiger klingen. Nicht überragend, aber unterhaltsam. Neun Punkte.

Anspieltipps: Song 2, You‘re So Great, Strange News From Another Star



Mittwoch, 31. März 2021

The Train Rockers – Strike Back

 



The Train Rockers – Strike Back


Besetzung:

Frank Angerer – Gesang, Rhythmusgitarre
Jonathan von Malm – Klavier, Akkordeon, Kontrabass, Backgroud Vocals
Richard Harvey – Akkordeon, Klavier, Backgroud Vocals
Sebastian Altenbernd – Leadgitarre, Backgroud Vocals
Peter Keserü – Drums


Label: M3-Records


Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Rock


Trackliste:

1. Better Run (3:29)
2. South (4:12)
3. Free Me (4:01)
4. The Anchor Of My Soul (3:51)
5. Stormy Weather Or Sunshine (4:38)
6. The Room (6:13)
7. You Are Who You Are (7:03)
8. We Have Realized (5:46)
9. Still Close To Me (4:13)
10. Die Straße Ins Nichts (4:35)
11. You Cut The Rope In Two (5:02)
12. What Are You Fighting For? (6:14)
13. Amazing Grace (4:59)
14. When The Saints Go Marching In (3:47)

Gesamtspieldauer: 1:08:10



The Train Rockers, das ist eine Band aus München, die laut Cover-Text auch gerne in U-Bahnen spielt, daher auch der Name. Doch sie spielen auch in Gefängnissen oder an anderen dunklen Orten, um dort ein wenig Licht und Freude in die Dunkelheit zu bringen.

Und da wären wir auch schon bei ihrem Album „Strike Back“, welches im Jahr 2017 veröffentlicht wurde. Darauf hört man Lieder mit christlichen Texten, die von einem relativ rauen Sound getragen werden. Das bedeutet nicht, dass es bei der Musik der Train Rockers besonders „hart“ zur Sache geht, die Lieder bewegen sich eher im Mid-Tempo und siedeln sich im Bereich zwischen Pop, Folk und Rock an. Mit „rau“ ist demnach der Sound der Aufnahme gemeint, der sich keineswegs „überproduziert“ anhört.

Die Melodien der Lieder klingen eingängig und sind zu allermeist Eigenkompositionen, die letzten beiden Lieder kennt man natürlich bereits länger. Die textlichen Botschaften sind christlich religiös. Schade nur, dass die Band diese auf Englisch und nicht auf Deutsch einsingt. Immerhin kann man diese jedoch im Booklet nachlesen, zudem gibt es auch noch kurze Erläuterungen zu den einzelnen Liedern.

Fazit: Wer Spaß an christlicher Musik in Verbindung zum Rock hat, die oder der dürfte auf jeden Fall etwas für sich auf diesem Album finden. Ein bisschen mehr Wert auf die Produktion des Sounds zu legen hätte der Musik der Train Rockers sicherlich gutgetan. Doch im Grunde genommen ist dies egal, denn der Band kommt es anscheinend sehr viel mehr auf die Botschaften an – und diese kommen eindeutig rüber.

Anspieltipps: Better Run



Auf der verlinkten Homepage der Band kann man sich alle Lieder anhören.

Montag, 29. März 2021

Deep Purple – Infinite

 



Deep Purple – Infinite


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Steve Morse – guitars
Roger Glover – bass
Ian Paice – drums
Don Airey – keyboards


Gastmusiker:

Bob Ezrin – additional keyboards, backing vocals & percussion
Tommy Denander – additional guitar (track 8)


Label: Ear Music


Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Hard Rock


Trackliste:

CD1:

1. Time For Bedlam (4:34)
2. Hip Boots (3:23)
3. All I Got Is You (4:42)
4. One Night In Vegas (3:23)
5. Get Me Outta Here (3:58)
6. The Surprising (5:57)
7. Johnny‘s Band (3:51)
8. On Top Of The World (4:01)
9. Birds Of Prey (5:47)
10. Roadhouse Blues (6:01)


CD2:

1. Time For Bedlam (4:59)
2. Fireball (3:26)
3. Bloodsucker (4:11)
4. Strange Kind Of Woman (7:41)
5. Uncommon Man (6:40)
6. The Surprising (6:01)
7. Lazy (7:47)
8. Birds Of Prey (5:47)
9. Perfect Strangers (7:10)
10. Space Truckin‘ (5:02)
11. Smoke On The Water (6:40)
12. Peter Gunn / Hush (7:40)
13. Black Night (7:25)

Gesamtspieldauer CD1 (45:43) und CD2 (1:20:34): 2:06:17



„Infinite“ (stilisiert als „infinite“) heißt das zwanzigste Studioalbum der englischen Rockband Deep Purple. Es erschien am 7. April 2017 auf dem Plattenlabel Ear Music und wurde von Bob Ezrin produziert. In Deutschland kletterte auch dieses Album wieder auf Platz 1 der Charts, denn seit jeher befindet sich die größte Fanbasis von Deep Purple in Deutschland.

Und diese Fans werden auch auf „Infinite“ nicht enttäuscht. Die darauf zu hörende Musik ist eindeutig Deep Purple zuzuordnen. Schwerer bis fetter Orgelklang, lockerer Gitarrensound und dazu die unverwechselbare Stimme des Ian Gillan. Dabei gehen Deep Purple keine Experimente ein, verlassen sich auf Altbewährtes, ohne dabei altbacken zu klingen. Wer freilich etwas Neues von den Rockern hören wollte, wird dies auf „Infinite“ nicht finden, dafür eine Ausweitung der bisherigen Deep Purple Musik dieses Jahrtausends.

Besonders gelungen klingen dabei der Opener „Time For Bedlam“, der einen perfekt in das Album einleitet und bereits vorwegnimmt, auf was man sich auf „Infinite“ einzustellen hat. Nächster Höhepunkt ist das Lied „All I Got Is You“. Klasse Melodie, cooler Groove. „The Surprising“ ist dann ein sehr gefühlvolles Lied, erneut mit wunderschöner und eingängiger Melodie ausgestattet. Und schließlich sollte an dieser Stelle auch noch „Birds Of Prey“ Erwähnung finden. Bei diesem Titel klingen Gitarren und Orgel erneut schwerer, ein Lied, angesiedelt irgendwo im Bereich zwischen Hard Rock und eingängigem, fast schon symphonischem Rock.

Als Zugabe erhält man mit dieser Ausgabe des Albums eine zweite CD mit einem Live-Mitschnitt des 2017er Auftritts der Band auf dem Hellfest. Die Soundqualität ist dabei gut und lässt einen so ganz tief in die lange musikalische Geschichte der Band einsteigen, denn die Titelauswahl reicht über viele Jahrzehnte Deep Purple Musik hinweg. Eine wahrlich gelungene Zugabe.

Fazit: „Infinite“ unterhält. Viele der Lieder des Albums gehen sehr schnell ins Ohr, die Zutaten der Musik von Deep Purple sind bekannt und würzen auch auf diesem Album die einzelnen Lieder sehr gut. Rockig klingt „Infinite“ zumeist, doch es finden sich auch ruhigere Passagen auf der Platte. Klasse Melodien gibt es hier zu entdecken, sodass sich „Infinite“ nicht nur für eingefleischte Deep Purple Fans lohnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Time For Bedlam, All I Got Is You, The Surprising, Birds Of Prey



Samstag, 27. März 2021

A.R. & Machines – A.R. IV

 



A.R. & Machines – A.R. IV


Besetzung:

Achim Reichel – echo guitar, vocals


Gastmusiker:

Helmuth Franke – electric guitar
Hans Hartmann – big bass
Claus-Robert Kruse – electric piano
Jochen Petersen – soprano saxophone, flute
Hans Boche – drums
Olaf Casalich – percussion
Matti Klatt – percussion
Frank Wulf – recorder, bass recorder and sitar
Churchill Jolobe – drums
Carsten Bohn – percussion


Label: Zebra


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

Vita:
1. Cave Explorers And Birdmen / Höhlenforscher + Vogelmenschen (5:29)
2. The Man In Kidleather / Der Mann In Nappa (10:48)
3. Thin Is The Skin Of Ecstasy / Dünn Ist Die Haut Der Extase (5:21)

Aqua:
4. Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer (23:02)

Live im Studio Bonus:

5. Warm Up In A Birdcage / Aufwärmen Im Vogelkäfig (3:25)
6. Ghost In The Machine / Geist In Der Maschine (4:58)
7. The Night Before / Die Nacht Davor (5:39)
8. The Cage Is Open / Der Käfig Ist Geöffnet (10:11)
9. Remember The Night Before / Erinnerung An Die Nacht Davor (6:12)

Gesamtspieldauer: 1:15:07



Im Jahr 1973 folgte bereits das vierte Studioalbum des Achim Reichel unter der „Überschrift“ A.R. & Machines. Auf dieser Platte, die erneut auf dem Plattenlabel Zebra erschein und kurz mit „AR IV“ betitelt wurde, treibt Achim Reichel seine Musik hinsichtlich Redundanz und hypnotischen und hypnotisierenden Soundkollagen auf die Spitze.

„Vita“ und „Aqua“ heißen die beiden ursprünglich enthaltenen Stücke, wobei „Vita“ nochmals in drei Stücke unterteilt wurde, die allerdings alle ineinander übergehen. Auf dem Album wabert und plätschert es, es brodelt, es summt, es fließt, es pulsiert und es dröhnt. Ganz selten, wie auf dem „Vita“-Part „Thin Is The Skin Of Ecstasy / Dünn Ist Die Haut Der Extase“ rockt es sogar mal ein wenig. Achim Reichel ist bei dieser Nummer sogar mit Gesang am Sound des Liedes beteiligt. Freilich ist dies eine Ausnahme, denn ansonsten in „AR IV“ eher eine fantastische Instrumentalplatte geworden, die atmosphärisch dicht klingt und Stimmungen perfekt transportiert.

Höhepunkt des Albums ist sicherlich das Lied „Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer“. Da hört man zunächst Regen, ein Windspiel, Donnern und das alles untermalt von einer entrückt klingenden Flöte, die die Gitarre begleitet. Der Regen geht irgendwann in ein Plätschern über, Vogelgezwitscher ist jetzt zu hören, es gurgelt und blubbert zusätzlich und das Gitarrenthema wird wiederholt und wiederholt und wiederholt und wiederholt und wiederholt. Dies intensiv mit Kopfhörern gehört hinterlässt ein Gefühl, welches man sonst wohl nur mittels „bewusstseinserweiternden“ Substanzen erreicht. Großes Kraut-Rock- und Instrumental-Kino. Und das Schöne ist, diese Reise beginnt und endet glücklicherweise erst nach dreiundzwanzig Minuten. Während dieses Tripps wird das Tempo immer weiter angezogen, das Thema nur minimal variiert. Für mich das beste Lied, welches jemals in Bezug auf hypnotisierende Redundanz eingespielt wurde. Klasse.

Auch die fünf live im Studio eingespielten Zugaben klingen überzeugend und bereichern dieses klasse Album nochmals. Viel passiert auch bei diesen Liedern nicht. Meist ist es erneut die Atmosphäre des Titels, die im Vordergrund steht. Zwar gibt es beim Lied „The Night Before / Die Nacht Davor“ sogar mal eine etwas abwechslungsreichere Melodie zu hören, doch dies bleibt die Ausnahme.

Fazit: In Bezug auf hypnotisierende Redundanz ist „AR IV“ von A.R. & Machines ein Meisterwerk geworden. Selbstverständlich hört man hier weder radiotaugliche noch sonst irgendwie massentaugliche Musik. Dafür sehr intensive Lieder, die diejenigen treffen, die für solch eine Art der Musik ein offenes Ohr haben. Ich find’s großartig. Beam me up, Scotty. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer



Donnerstag, 25. März 2021

Damien Rice – My Favourite Faded Fantasy

 



Damien Rice – My Favourite Faded Fantasy


Besetzung:

Damien Rice – vocals, acoustic guitar (1–8), electric guitar (1), piano (1, 2, 4–7), clarinet (1, 8), tambourine (1), sounds and percussion (2), pump organ (5, 6), bass (7, 8), harmonium (8)


Gastmusiker:

Joel Shearer – crotales (1, 8), tambourine (1), shaker (1), electric guitar swells (1), bass (2, 6, 7), sounds and percussion (2), electric guitar (2, 4, 8), cuatro (7), muted guitar (7), dulcimer (7), cymbals (7), wurlitzer (8), bells (8), vibraphone (8), piano (8), celeste (8), glockenspiel (8), chimes (8), acoustic guitar (8), harmonium (8)
Zac Rae – wurlitzer (1, 4), pad (1), tack piano (1), vibraphone (2), hammond organ (3, 4), piano (4)
David Rawlings – archtop guitar (1, 7), backing vocals (7)
Cora Venus Lunny – violin (1–4, 7), backing vocals (1, 2, 7), viola (2, 3)
Borgar Magnason – double bass (1, 3, 5, 7)
Sólrún Sumarliðadóttir – cello (1)
Julia Mogensen – cello (1, 2, 5, 6, 8)
Shahzad Ismaily – bass (1, 2, 4), drums (6, 8), shaker (6), floor tom (7), hammond organ (8), cymbals (8), crotales (8), Moog (8), cowbell (8)
Magnús Trygvason Eliassen – drums (1)
Earl Harvin – percussion (1), drums (4), tambourine (4)
Helgi Jónsson – trombone (1, 2, 3, 6, 8), backing vocals (2)
James Gadson – drums (2)
Alex Somers – sampler (2–4, 8), bass drum (3), sub bass (3), harp (4)
Deron Johnson – piano (2, 3), hammond organ (1)
Tina Dico – backing vocals (2)
Bryndis Halla Gylfadottir – cello (3, 4)
Frank Aarnink – tympani (3), gong (3), cymbals (3)
Una Sveinbjarnardottir – violin (5, 6, 8), viola (8)
Markéta Irglová – piano (6), vocals (8)
Gyda Valtisdottir – cello (6, 8), backing vocals (8)
Victor Indrizzo – drums (7)
Marlana Sheetz – backing vocals (1, 8)
Andrew Heringer – backing vocals (7)
Robbie Arnett – backing vocals (7, 8)
Rónán Ó Snodaigh – bodhran (7), backing vocals (7)
Colm Ó Snodaigh – tin whistle (7)
Emil Friðfinnsson – french horn (8)




Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Folk, Pop, Rock


Trackliste:

1. My Favourite Faded Fantasy (6:12)
2. It Takes A Lot To Know A Man (9:32)
3. The Greatest Bastard (5:04)
4. I Don't Want To Change You (5:26)
5. Colour Me In (5:18)
6. The Box(4:27)
7. Trusty And True (8:09)
8. Long Long Way (6:23)

Gesamtspieldauer: 50:34



Nun, man kann sicherlich nicht behaupten, dass Damien Rice übermäßig aktiv wäre. „My Favourite Faded Fantasy“ ist das dritte Studioalbum des Iren und bisher auch seine letzte Scheibe. „My Favourite Faded Fantasy“ erschien am 31. Oktober 2014 auf dem Plattenlabel Atlantic Records, acht Jahre nach dem Vorgänger „9“. In Irland kletterte die Platte selbstverständlich auf Platz 1 der Charts. In Deutschland erreichte sie immerhin Platz 13.

Auch auf „My Favourite Faded Fantasy“ hört man die für den Iren so typische Musik. Eine Mischung aus Folk, Pop und Rock, aufwendig arrangiert, mit mehrstimmigem Gesang und untermalt durch den Einsatz zahlreicher Instrumente. Über allem steht dabei die Sanftheit, diese Zerbrechlichkeit, die der Musik des Damien Rice innewohnt. Die acht Lieder des Albums gehen allesamt sehr schnell ins Ohr, klingen melodiös und eingängig. Musik zum Träumen und ganz tief darin Eintauchen bekommt man auf seiner dritten Patte einmal mehr serviert.

Da fällt es sogar schwer, die Höhepunkte auf „My Favourite Faded Fantasy“ zu benennen. Jedes Lied klingt, jedes Lied klingt gut. Um doch drei Titel zu nennen, sei hier das Titellied selbst erwähnt, welches das Album auch eröffnet. Ebenfalls sehr lohnend klingt die längste Nummer der Platte, „It Takes A Lot To Know A Man“. Und schließlich sei an dieser Stelle auch noch das Ende des Albums hervorhgehoben, das Lied „Long Long Way“. Alles drei wunderschöne sanfte Titel, die die ruhigen Momente des Tages noch zu vertiefen verstehen.

Fazit: Auch auf „My Favourite Faded Fantasy“ hört man die so typische Musik des Damien Rice. Sanft und wunderschön melodiös klingt das alles. Kein Lied fällt großartig gegenüber dem anderen ab, das Zuhören macht Spaß und versetzt einen ins Träumen. Wer die ruhigen Momente in der Musik zu schätzen weiß, wird mit „My Favourite Faded Fantasy“ sehr belohnt werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: My Favourite Faded Fantasy, It Takes A Lot To Know A Man, Long Long Way



Dienstag, 23. März 2021

Lana Del Rey – Chemtrails Over The Country Club

 



Lana Del Rey – Chemtrails Over The Country Club


Besetzung:

Lana Del Rey – vocals


Gastmusiker:

Jack Antonoff – piano (1, 2, 4, 5, 9–11), guitar (1–3, 5–7, 9–11), bass (1, 2, 4–7, 9–11), drums (1-6, 10), mellotron (2, 5, 6, 10, 11), keyboards (2), twelve-string acoustic guitar (2, 5–7), synthesizers (3, 5, 6), model b synth-bass (3), percussion (3, 4, 6, 10), acoustic guitar (4), electric guitar (4), slide guitar (4), hammond b3 (4), programming (4), organ (7), rhodes (10)
Daniel Heath – strings (2)
Evan Smith – horns (2, 5, 10, 11), accordion (10)
Rick Nowels – acoustic guitar (8), keyboards (8), mellotron (8), bass (8)
Aaron Sterling – drums (8), percussion (8)
Trevor Yasuda – sound effects (8)
Nikki Lane – additional vocals (9)
Mikey Freedom Hart – pedal steel (9), piano (11), guitar (11), mellotron (11)
Weyes Blood – additional vocals (11)
Zella Day – additional vocals (11)


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop


Trackliste:

1. White Dress (5:33)
2. Chemtrails Over The Country Club (4:31)
3. Tulsa Jesus Freak (3:35)
4. Let Me Love You like A Woman (3:20)
5. Wild At Heart (4:06)
6. Dark But Just A Game (3:55)
7. Not All Who Wander Are Lost (4:07)
8. Yosemite (5:04)
9. Breaking Up Slowly (2:57)
10. Dance Till We Die (4:03)
11. For Free (4:11)

Gesamtspieldauer: 45:28



„Chemtrails Over The Country Club“ heißt das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Musikerin Lana Del Rey. Es wurde am 19. März 2021 auf dem Plattenlabel Polydor Records veröffentlicht. Die beiden Lieder „Let Me Love You Like A Woman“ sowie „Chemtrails Over The Country Club“ sind bereits zuvor im Oktober 2020 beziehungsweise Januar 2021 als Singles veröffentlicht worden.

Auch auf dem siebten Album der Lana Del Rey hört man überaus sanfte und eingängige Musik, die so typisch ist für Elizabeth Woolridge Grant, wie Lana Del Rey mit bürgerlichem Namen heißt. Eingängige Melodien, die von der wunderschönen Stimme der Sängerin getragen werden. Ist das Folk oder Pop, was man auf „Chemtrails Over The Country Club“ zu hören bekommt? Es ist eine Mischung aus beiden musikalischen Genres, melodiös und sanft, überaus berührend klingend. Wer Lana Del Rey und ihre Musik seit längerem verfolgt, wird demnach ganz bestimmt auch auf diesem Album sehr viel für sich entdecken können und auch nicht enttäuscht werden.

Dabei lohnt es sich erneut das Album mehrmals zu hören und wirken zu lassen. Mit jedem weiteren Durchlauf klingen die Lieder vertrauter, schöner und intensiver, bis sie zu guten und bekannten Freunden werden. Das ist im Grunde genommen nichts Besonderes. Gute Musik braucht Zeit, sich entwickeln zu können. Lana Del Rey bestätigt das mit ihrem siebten Album einmal mehr.

Es gibt keine Ausfälle auf „Chemtrails Over The Country Club“. Die Höhepunkte sind dabei natürlich wie immer Geschmackssache. In meinem Fall sind das die Lieder „Yosemite“ und „Dance Till We Die“. Und ich hätte auch andere Lieder aus den zwölf Titel auswählen können, denn die einzelnen Lieder wirken allesamt. Und auch das Joni Mitchell Cover am Ende des Albums, bei dem Lana Del Rey gesangliche Unterstützung durch Weyes Blood und Zella Day erhält, fügt sich in diesen Gesamteindruck ein.

Fazit: Wer die Musik der Lana Del Rey mag, die oder der wird auch mit „Chemtrails Over The Country Club“ nicht enttäuscht. Die Stimme der Lanas Del Rey hört man auch auf ihrem siebten Studioalbum in Verbindung zu sanfter Instrumentierung und wunderschönen Melodien. Intensive Musik, in die sich einzutauchen lohnt und die mit jedem Durchlauf wächst. Für „Chemtrails Over The Country Club“ lohnt es sich definitiv, sich etwas Zeit zu nehmen. Schöne Musik, für die ruhigen Stunden des Tages. Elf Punkte.

Anspieltipps: Dark But Just A Game, Yosemite, Dance Till We Die



Sonntag, 21. März 2021

Wobbler – Dwellers Of The Deep

 



Wobbler – Dwellers Of The Deep


Besetzung:

Kristian Karl Hultgren – bass
Marius Halleland – guitars, backing vocals
Lars Fredrik Frøislie – keyboards, percussion, backing vocals
Martin Nordrum Kneppen – drums
Andreas Wettergreen Strømman Prestmo – vocals, guitars, percussion, recorder and glockenspiel


Gastmusiker:

Asa Ree – violin, backing vocals




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. By The Banks (13:51)
2. Five Rooms (8:29)
3. Naiad Dreams (4:26)
4. Merry Macabre (19:00)

Gesamtspieldauer: 45:47



Im Jahr 2020 veröffentlichte die norwegische Progressive Rockband Wobbler ihr fünftes Studioalbum, welches den Namen „Dwellers Of The Deep“ trägt. Veröffentlicht wurde das Album auf dem Plattenlabel Karisma Records.

Auf „Dwellers Of The Deep“ hört man Progressive Rock, der unweigerlich Erinnerungen an dieses musikalische Genre zu Beginn der 70er Jahre aufkommen lässt. Und noch genauer kommt einem hier die englische Ausprägung dieser Musik in den Sinn. Man hört Passagen, die von Genesis oder Yes stammen könnten und dies, obwohl Wobbler diese Bands nicht nachmachen, nicht nachspielen, nicht einfach kopieren. Vielmehr erweitern sie das Spektrum dieser Musik von vor fünfzig Jahren – und dies auf eine sehr gelungene Art und Weise.

Die Lieder sind kleine Reisen durch verschiedene musikalische Atmosphären, die mal dichter und kompakter, dann wieder sanfter und zurückhaltender klingen. Über allem steht bei den Norwegern allerdings die Melodie. Die vier Titel des Albums gehen allesamt ins Ohr und das selbst mit den vielen unterschiedlichen Passagen, aus denen die Lieder aufgebaut sind. Das klingt jederzeit gelungen, spannend und eben eingängig. Dies über alle vier Titel hinweg, von denen keine Nummer auch nur etwas gegenüber den anderen abfällt.

Fazit: Wer den englischen Progressive Rock der frühen 70er Jahre mochte, die oder der wird auf „Dwellers Of The Deep“ von Wobbler definitiv fündig. Eingängige und abwechslungsreiche Musik, die sich windet und entwickelt, um dann wieder in eine ganz neue Stimmung einzutauchen. Großes Kino für den Progressive Rock, der so auch im Jahr 2020 noch punktet. Sehr empfehlenswert. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: By The Banks und die nachfolgenden drei Nummern



Freitag, 19. März 2021

Devin Townsend – Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds

 



Devin Townsend – Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Intro (6:29)
2. Let It Roll (3:48)
3. Funeral (8:16)
4. Deadhead (7:50)
5. Ih-Ah! (4:43)
6. Love? (8:05)
7. Hyperdrive (4:27)
8. Terminal (4:57)
9. Coast (4:36)
10. Solar Winds (3:24)
11. Thing Beyond Things (4:19)

Gesamtspieldauer: 1:01:02



Mit „Devolution Series #1“ startet Devin Townsend, wie der Name schon vermuten lässt, eine Serie von Veröffentlichungen, um in der Phase der Corona-Pandemie die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album zu überbrücken. Laut eigener Aussage sind die Veröffentlichungen dieser Serie eine Zusammenstellung von Kuriositäten und interessantem Material, welches allerdings nicht als Hauptveröffentlichung angesehen werden soll. Die erste Veröffentlichung dieser Reihe mit dem vollständigen Titel „Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds“ war bereits auf der „Empath Ultimate Edition“ als Bonus CD veröffentlicht worden. Nun gibt es also eine neu abgemischte und remasterte Version dieser „Live In Leeds“ Show.

Devin Townsend erzählt und singt auf diesem Konzert seine Geschichten sehr ausdrucksstark. Oftmals tritt die Musik gegenüber dem Gesang in den Hintergrund. Er interagiert mit dem Publikum, macht Scherze, interagiert mit diesem. Gerade zu Beginn des Konzertes ist dies immer wieder Teil der Aufführung und unterbricht sogar ein wenig das Hörerlebnis. Ganz anders sieht und hört man das natürlich, wenn man Teil des Konzertes war und diesem beiwohnte.

Die Musik auf diesem Album klingt eingängig, melodiös und aufgrund der Instrumentierung zumeist auch sanft und zurückhaltend. Mehr „Leben“ kommt in die Lieder aufgrund des Gesangs des Devin Townsend, der singt, redet, fleht, schreit und kreischt. Gerade die Lieder in der zweiten Hälfte des Konzertes gehen dabei noch besser ins Ohr, da sie nicht mehr durch viele Interaktionen mit dem Publikum unterbrochen werden. Die einzelnen Stücke gehen nun ineinander über, weder Applaus noch „Scherze“ stören die aufkommende Atmosphäre, die so sehr viel intensiver und packender klingt.

Fazit: Die erste Veröffentlichung der „Devolution Series“ gefällt durchaus. Spannende Musik, akustisch aufgearbeitet und vor allen Dingen durch den Gesang sehr intensiv klingend. Für Fans ist das durchaus lohnend, für alle Konzertteilnehmerinnen und -teilnehmer sowieso. Essentiell im Kosmos der Musik des Devin Townsend ist das Album allerdings nicht – und wollte es auch gar nicht sein. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ih-Ah!



Mittwoch, 17. März 2021

Trees – The Garden Of Jane Delawney

 



Trees – The Garden Of Jane Delawney


Besetzung:

Celia Humphris – vocals
Barry Clarke – lead and acoustic guitars
David Costa – acoustic and 12-string guitars
Bias Boshell – bass, vocals, acoustic guitar
Unwin Brown – drums




Erscheinungsjahr: 1970


Stil: Folk


Trackliste:

1. Nothing Special (4:29)
2. The Great Silkie (5:11)
3. The Garden Of Jane Delawney (4:05)
4. Lady Margaret (7:09)
5. Glasgerion (5:15)
6. She Moved Thro‘ The Fair (8:04)
7. Road (4:33)
8. Epitaph (3:23)
9. Snail‘s Lament (4:37)

Bonus Tracks:

10. Forest Fire (4:10)
11. Prince Heathen (4:22)
12. Tom Of Bedlam (7:39)
13. Cry My Morning (2:49)
14. Burgen Polka (3:39)

Gesamtspieldauer: 1:09:30



„The Garden Of Jane Delawney“ heißt das Debütalbum der britischen Folk-Rock-Band Trees. Es wurde am 24 April 1970 zunächst auf dem Plattenlabel CBS veröffentlicht. Die hier besprochene Version des Albums mit fünf Bonus-Titeln erschien im Jahr 2006 auf Walhalla Records.

Auf „The Garden Of Jane Delawney“ hört man Folk, der auch immer wieder durch leichtere, rockige Passagen aufgelockert wird. Über allem steht dabei die sehr sanfte und weibliche Stimme der Celia Humphris, die zumeist fast schon ein wenig zerbrechlich klingt. Das passt sehr gut zu den manchmal sehr sanften Gitarrenklängen von Trees. Besonders hervorzuheben ist dabei natürlich das Titellied „The Garden Of Jane Delawney“, welches diese Sanftheit perfekt transportiert.

Die Musik der Trees ist jederzeit eingängig und melodiös. Jedes Lied klingt und geht ohne große Umwege ins Ohr. Das Schöne dabei ist, dass eben auch mal eine E-Gitarre ein Solo spielen darf, nicht bloß der Folk betont wird, sondern auch der Rock. Sehr schön bekommt man dies beim Titel „Lady Margaret“ präsentiert, der in einem nicht enden wollenden Solo über Minuten ausklingt – um dann schließlich doch noch mal sanfter zu klingen, bis er letztendlich doch wieder rockig endet.

Es ist dieser Abwechslungsreichtum, der „The Garden Of Jane Delawney“ so hörenswert werden lässt. Nach nur wenigen Durchläufen werden die einzelnen Lieder bereits zu guten Bekannten, schließlich zu Freunden. Die vier Zugaben sind Live-Einspielungen von eher schlechter Tonqualität. Musikalisch wird – wie so oft bei Live-Versionen – das Tempo angezogen und die Violine rückt häufig ins Zentrum des Gehörten. Dies grenzt allerdings durch die schlechte Tonqualität eher an eine Information über weitere Lieder der Band, denn an ein Hörerlebnis.

Fazit: „The Garden Of Jane Delawney“ enthält englischen Folk Rock. Die Lieder sind eingängig und melodiös, größtenteils sanft gehalten, doch werden Tempo und Rhythmus auch immer wieder rockig angezogen. Ein schönes und gelungenes Album ist „The Garden Of Jane Delawney“ geworden. Die Bonus-Titel lohnen allerdings aufgrund der schlechten Tonqualität kaum. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Garden Of Jane Delawney



Montag, 15. März 2021

Richard Barbieri – Under A Spell

 



Richard Barbieri – Under A Spell


Besetzung:

Richard Barbieri – keyboards, synthesizers, percussion, programming, treatments


Gastmusiker:

Axel Crone – bass guitar
Percy Jones – bass guitar
Kjell Severinsson – drums, additional percussion
Klas Assarsson – vibraphone
Luca Calabrese – trumpet
Gill Morley – violin
Christian Saggese – acoustic guitars
Sophie Worthen – voice samples
Lisen Rylander Löve – voice, vocal samples
Suzanne Barbieri – vocal, samples
Steve Horgarth – vocal, samples


Label: KScope


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Under A Spell (7:18)
2. Clockwork (2:33)
3. Flare 2 (8:50)
4. A Star Light (3:50)
5. Serpentine (6:21)
6. Sleep Will Find You (2:51)
7. Sketch 6 (6:30)
8. Darkness Will Find You (4:57)
9. Lucid (6:14)

Gesamtspieldauer: 49:24



Begonnen hat Richard Barbieri seine musikalische Karriere im Jahr 1975, als er bei der englischen New Wave Band Japan einstieg und unter anderem mit David Sylvian als Sänger alle fünf Studioalben einspielte. Nach deren Auflösung im Jahr 1982 beteiligte er sich an unterschiedlichen Bands oder spielte mit anderen Musikern Alben ein. Schließlich, im Jahr 1993 war er am Porcupine Tree Album „Up The Downstair“ als Gastmusiker beteiligt und wurde danach festes Mitglied der Band – bis zu deren vorläufig letzter Zusammenarbeit auf der Tour zum Album „The Incident“ im Jahr 2010.

Schon zu dieser Zeit hatte Richard Barbieri zwei Solo-Studioalben veröffentlicht (2005 – „Things Buried“ und 2008 – „Stranger Inside“), 2017 folgte mit „Planets + Persona“ das dritte Solo-Werk und nun, am 12. März 2021, erscheint mit „Under A Spell“ auf dem Plattenlabel KScope seine vierte Solo-Veröffentlichung.

Zunächst kann man wohl feststellen, wem „Planets + Persona“ gefallen hat, dem dürfte wahrscheinlich auch „Under A Spell“ gefallen. Jedoch ist das Album noch etwas atmosphärischer, durchaus auch stiller geraten. Auf „Under A Spell“ hört man ziemlich entspannte Musik, die Stimmungen transportiert. Ganz leicht jazzig angehauchte Passagen werden schnell wieder von sphärischen Klängen abgelöst. Meist sind diese Stimmungen eher von düsterer Natur, dabei intensiv und eindringlich. Außer mit ein paar bearbeiteten Sprachfetzen kommt das Album, wie schon der Vorgänger, völlig ohne Gesang aus. Diese hier zu hörenden Stimmen stammen übrigens unter anderem von Marillion Sänger Steve Hogarth und der schwedischen Sängerin Lisen Rylander-Löve.

Immer wieder fühle ich mich beim Hören an Brian Eno erinnert und ganz leicht kommen bei mir auch Erinnerungen an die ersten, ebenfalls eher sphärischen Alben von Porcupine Tree auf. Ursprünglich sollte „Under A Spell“ eine Art Fortsetzung von „Planets + Persona“ werden. Doch die Covid-19-Pandemie machte dem englischen Musiker einen Strich durch die Rechnung, sodass er viel mehr Instrumente als geplant alleine einspielte. Und so verwundert es nicht, dass „Under A Spell“ nicht nur „leiser“ klingt, sondern auch auf seine Art trauriger. Und damit ist „Under A Spell“ eine sehr gelungene Platte geworden, um sich ganz der eigenen Melancholie hinzugeben.

Fazit: Sehr atmosphärische und intensive Instrumentalmusik, bei der selten mal das Tempo angezogen wird. Die Stimmung auf „Under A Spell“ ist dunkel und düster bis melancholisch und traurig. Definitiv keine Radiomusik, Musik zum intensiven Zuhören. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Serpentine