Donnerstag, 15. April 2021

Pain Of Salvation – The Passing Light Of Day

 



Pain Of Salvation – The Passing Light Of Day


Besetzung:

Daniel Gildenlöw – vocals, guitar
Ragnar Zolberg – guitar, vocals
Gustaf Hielm – bass, vocals
Daniel "D2" Karlsson – keyboards, vocals
Léo Margarit – drums, vocals


Gastmusiker:

Peter Kvint – bass, mellotron and backing vocals on "Silent Gold"
Camilla Arvidsson – violin
David Ra-Champari – violin
Anette Kumlin – oboe, English horn
Hálfdán Árnason – double bass




Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. On A Tuesday (10:22)
2. Tongue Of God (4:53)
3. Meaningless (4:47)
4. Silent Gold (3:23)
5. Full Throttle Tribe (9:05)
6. Reasons (4:45)
7. Angels Of Broken Things (6:24)
8. The Taming Of A Beast (6:33)
9. If This Is The End (6:03)
10. The Passing Light Of Day (15:31)

Gesamtspieldauer: 1:11:49



„In The Passing Light Of Day“ heißt das zehnte Studioalbum der schwedischen Progressive Rock Band Pain Of Salvation. Es wurde am 13. Januar 2017 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und erreichte in Deutschland Platz 28 der Charts. „In The Passing Light Of Day“ ist ein Konzeptalbum und befasst sich mit der Sterblichkeit, dem Tod sowie Freud und Leid des Lebens. Das Album ist „meiner Geliebten, meiner besten Freundin“ gewidmet, in Anspielung auf Daniel Gildenlöws Frau Johanna Iggsten.

Die Inhalte der Texte verwundern nicht weiter, wenn man bedenkt, dass Daniel Gildenlöw die Lieder während und nach einem Krankenhausaufenthalt schrieb. Dort war er im Jahr 2014 in Uppsala aufgrund einer Bakterieninfektion eingeliefert worden. Diese konnte nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden und der Musiker kämpfte um sein Leben. Alles ging gut aus, doch das Bewusstsein der Vergänglichkeit hinterließ einige Spuren bei dem Schweden.

„In The Passing Light Of Day“ ist ein tolles Album geworden, angefüllt mit Progressive Rock, abwechslungsreich, melodiös, fordernd und dann doch wieder wunderschön eingängig. Rhythmen werden genau wie Stimmungen variiert. Lieder entwickeln sich und vergehen, krachende Riffs rocken, mehrstimmiger Gesang lockert auf, die Atmosphären verschwimmen, um danach wieder zusammenzufließen. Über allem steht dabei die Abwechslung, dieses Spiel mit den Stimmungen und auch der Wechsel zwischen hartem Gitarrensound und wunderschönen, weichen Passagen.

„In The Passing Light Of Day“ ist ein Album geworden, welches sich lohnt im Ganzen gehört zu werden. Höhepunkte gibt es viele, Ausfälle keine. Besonders gelungen finde ich gleich den Opener „On A Tuesday“. Dann hört man auf der Platte die zum Niederkien schöne Ballade „Silent Gold“. Die Lieder „Angels Of Broken Things“ und „The Taming Of A Beast“ begeistern ebenso. Schließlich folgen mit „If This Is The End“ sowie dem Titellied „The Passing Light Of Day“ noch zwei weitere Höhepunkte. Und das Schöne ist, die jetzt nicht erwähnten Titel lohnen sich ebenso.

Fazit: „In The Passing Light Of Day“ lohnt für alle Freundinnen und Freunde des Progressive Rocks. Es lohnt sich natürlich erst recht für Fans der Schweden. Das Album ist eine sehr abwechslungsreiche Platte geworden, die bereits nach ganz wenigen Durchläufen viele Lieblingslieder bereithält. Lohnt sich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Silent Gold, Angels Of Broken Things, The Taming Of A Beast



Dienstag, 13. April 2021

Fleetwood Mac – Tango In The Night

 



Fleetwood Mac – Tango In The Night


Besetzung:

Lindsey Buckingham – guitars, keyboards, fairlight cmi, bass, lap harp, percussion, synthesizer and drum programming, vocals
Stevie Nicks – vocals
Christine McVie – keyboards, synthesizers, vocals
John McVie – bass guitar
Mick Fleetwood – drums, percussion




Erscheinungsjahr: 1987


Stil: Pop


Trackliste:

1. Big Love (3:43)
2. Seven Wonders (3:42)
3. Everywhere (3:46)
4. Caroline (3:53)
5. Tango In The Night (4:02)
6. Mystified (3:09)
7. Little Lies (3:41)
8. Family Man (4:07)
9. Welcome To The Room... Sara (3:42)
10. Isn‘t It Midnight (4:13)
11. When I See You Again (3:49)
12. You And I, Part II (2:39)

Gesamtspieldauer: 44:31



„Tango In The Night“ heißt das bereits vierzehnte Studioalbum der britisch-amerikanischen Band Fleetwood Mac. Es wurde am 13. April 1987 auf dem Plattenlabel Warner Brothers veröffentlicht und ist das letzte Studioalbum in der Besetzung Lindsey Buckingham, Mick Fleetwood, Christine McVie, John McVie und Stevie Nicks, da Lindsey Buckingham die Band noch im selben Jahr verließ. Dieser war dann erst wieder erneutes Bandmitglied beim bisher letzten veröffentlichten Studioalbum von Fleedwood Mac im Jahr 2003, „Say You Will“.

Musikalisch hat „Tango In The Night“ absolut nichts mehr mit den Ursprüngen der Band gemein, welche mit Peter Green und Blues Rock startete. So hört man auf „Tango In The Night“, was ursprünglich eigentlich als Lindsey Buckinham Soloprojekt geplant war, massentaugliche Pop Musik, die mal mehr mal weniger gut ins Ohr geht. Besonders anspruchsvoll klingt das an keiner Stelle, dafür allerdings immer wieder eingängig und melodiös. Nicht umsonst verkaufte sich das Album weltweit bisher bereits über fünfzehn Millionen Mal.

Doch trotzdem weiß wahrlich nicht alles auf „Tango In The Night“ zu überzeugen. In meinen Ohren tatsächlich sogar nur relativ wenig. Ein Ohrwurm ist sicher das Lied „Big Love“, gleichzeitig eines von sechs Liedern, welche aus dem Album auch als Singles ausgekoppelt worden sind. Und dann ist da noch das Titellied „Tango In The Night“ selbst. Ebenfalls eingängig, sogar teilweise mal rockiger und zumindest etwas abwechslungsreicher als der Rest der Platte klingend. Leider wird das Lied allerdings ganz fürchterlich ausgeblendet, was den Hörgenuss deutlich schmälert. Das war es jedoch leider trotzdem schon. Der ganze Rest des Albums klingt irgendwie nach Pop, den man kennen kann, aber definitiv nicht kennen muss.

Fazit: Massentauglich klingt „Tango In The Night“ definitiv. Die Verkaufszahlern bestätigen diese Behauptung nochmals. Unterhaltsam ist das Ganze jedoch nur an wenigen Stellen beziehungsweise mit wenigen Liedern. Zumeist klingen die Titel leider oberflächlich und eben nach Mainstream, der möglichst viele Geschmäcker ansprechen soll. In meinem Fall funktioniert das bis auf die zwei erwähnten Ausnahmen jedoch leider nicht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Big Love, Tango In The Night



Sonntag, 11. April 2021

Lacrima – St. Petersburg

 



Lacrima – St. Petersburg


Besetzung:

Keine Angaben


Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: Opal Tapes


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Ambient, Noise


Trackliste:

1. St. Petersburg (20:48)
2. Virgil’s Hand (21:19)

Gesamtspieldauer: 42:07



Lacrima ist wohl eine englische Band. Viel mehr, schon gar nicht wer oder was sich dahinter versteckt, erfährt man auch nicht im Internet. Das Cover ist sehr spartanisch gehalten und außer den Titelnamen sowie dem Label Opal Tapes erfährt man noch, dass es sich beim Titel „St. Peterburg“ nicht um die russische Stadt handelt, sondern um das St. Petersburg in Florida, USA. Dort wurde das Album auch im Jahr 2018 aufgenommen, 2019 abgemischt und schließlich im Jahr 2020 am 3. Juli veröffentlicht.

Die Musik ist schnell erklärt. Beim Titel „St. Petersburg“ handelt es sich um Sphäre pur. Keine Melodie, kein Rhythmus. Es sind lediglich langgezogene Synthesizer-Teppiche zu hören, die immer wieder übereinandergelegt werden. Sehr viel Ambient eben.

Beim zweiten Lied „Virgil’s Hand“ erwartet man dieselbe Musik, nachdem man den ersten Sekunden gelauscht hat. Und bis zur siebten Minute stimmt das auch. Doch dann setzt wirklich Abwechslung ein und das zweite Genre nach Ambient wird bedient. Lärm baut sich auf, man hört jetzt Noise, enervierend, sich immer weiter steigernd und einen schließlich wirklich den allerletzten Nerv raubend. Spätestens ab Minute 10 hört man nur noch Krach – und diesen konsequent bis zum Ende des Liedes.

Fazit: Lacrima haben mit „St. Petersburg“ keine Musik zum Genießen gemacht. Irgendwie noch nicht mal Musik zum Zuhören. Das ist schwere Kost, die beim ersten Lied noch langweilig klingt, während des zweiten Stücks in Krach ausartet. Drei Punkte.

Anspieltipps: St. Petersburg



Freitag, 9. April 2021

Nad Sylvan – Spiritus Mundi

 



Nad Sylvan – Spiritus Mundi


Besetzung:

Nad Sylvan – lead & backing vocals, keyboards, orchestration, electric & acoustic guitar, bass, drums, programming


Gastmusiker:

Andrew Laitres – lead and backing vocals, acoustic nylon, steel and 12 string guitars, additional keyboards
Tony Levin – bass
Steve Hackett – 12 string guitar
Neil Whitford – electric guitar, slide guitar
Jonas Reingold – bass
Mirkko De Maio – drums, congas
Steve Piggot – additional electric guitar
Kiwi Te Kanna – oboe, chinese flute




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. The Second Coming (6:58)
2. Sailing To Byzantium (6:39)
3. Cap And Bells (4:47)
4. The Realists (2:16)
5. The Stolen Child (4:58)
6. To An Isle In The Water (4:36)
7. The Hawk (4:10)
8. The Witch And The Mermaid (1:57)
9. The Fisherman (5:28)

Bonus Tracks:

10. You’ve Got To Find A Way (5:55)
11. To A Child Dancing In The Wind (5:08)

Gesamtspieldauer: 52:55



„Spiritus Mundi“ heißt das sechste beziehungsweise siebte Studioalbum des Nad Sylvan, je nachdem ob man seine erste Veröffentlichung, welche nur als Download zu erwerben war und inzwischen nicht mehr zur Verfügung steht, mitzählt. Den meisten Musikinteressierten dürfte der in Schweden lebende Musiker wohl durch seine Zusammenarbeit mit Steve Hackett ein Begriff sein, den er vor allen Dingen auf dessen „Genesis Revisited“-Veröffentlichungen unterstützte.

Nach dem Abschluss der Vampirate-Trilogie überlegte sich Nad Sylvan, was er als nächstes machen könnte. Da fiel ihm der US-amerikanische Musiker Andrew Laitres wieder ein, der ihn vor ein paar Jahren gefragt hatte, ob er nicht eines seiner Lieder für ihn einsingen könnte. Das Ergebnis war der Titel „The Lake Isle Of Innisfree“, welcher schließlich sogar als Bonuslied auf dem letzten Nad Sylvan Album „The Regal Bastard“ landete. Also hörte sich Nad Sylvan einige Demos von Andrew Laitres an, die ihm durchaus gefielen und fragte nach, ob sie nicht zusammen, auf Grundlage dieser Demos, neue Lieder entwickeln und mit den entsprechenden Arrangements versehen könnten. Schon war der Grundstein für „Spiritus Mundi“ gelegt.

Auf „Spiritus Mundi“ vertont Nad Sylvan Gedichte des irischen Nobelpreisträgers William Butler Yeats (1865-1939). An der Musik arbeiteten Sylvan und Laitres gemeinsam und das Ergebnis kann sich wahrlich hören lassen. Auf dem Album hört man sehr eingängigen und melodischen Art Rock, der auch das Genre des Progressive Rocks streift. Im Zentrum der Musik steht dabei die Gitarre des Andrew Laitres sowie der Gesang des Nad Sylvan, welcher durchaus immer wieder mal Erinnerungen an jenen von Peter Gabriel und auch an den von Phil Collins aufkommen lässt. Dieses Grundgerüst wird ergänzt durch orchestrale Einschübe und durch die ebenso überzeugende Stimme des Andrew Laitres selbst.

„Spiritus Mundi“ ist eines jener Alben, die mit jedem weiteren Durchlauf noch zu wachsen scheinen. Und dies trifft auch auf jeden der Titel zu, die hier ohne Ausfälle präsentiert werden. Melodiös klingt das immer, eingängig sowieso. Manchmal ein wenig mehr verwunschen, ein anderes Mal deutlich flotter klingend. Manche der Stücke zielen atmosphärisch auf die früheren 70er Jahre ab, andere sind wiederum eindeutig im Hier und Jetzt verwurzelt. Diese Mischung ist Nad Sylvan zusammen mit Andrew Laitres wunderschön gelungen. Dazu haben die beiden Musiker auch bei den Arrangements alles richtig gemacht. An keiner Stelle des Albums klingen die Lieder überfrachtet oder anbiedernd – und ebenso zu keiner Zeit langweilig.

Fazit: Wer eingängigen, mit sehr schönen Melodien ausgestatteten Art Rock mag, die oder der kann hier bedenkenlos zugreifen. „Spiritus Mundi“ ist ein Album geworden, welches man auflegt und Gefallen daran findet. Mit jedem weiteren Durchlauf klingt es schließlich noch wertvoller und überzeugender. Auf „Spiritus Mundi“ hört man keine Neuerfindung von Musik, jedoch eine sehr gelungene Ergänzung. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Stolen Child, To An Isle In The Water



Mittwoch, 7. April 2021

Crosby, Stills, Nash & Young – So Far

 





Besetzung:

David Crosby – vocals all tracks, rhythm guitar on "Déjà Vu", "Wooden Ships", "Ohio", and "Woodstock", acoustic guitar on "Guinnevere"
Stephen Stills – vocals all tracks except "Guinnevere", acoustic and electric guitars all tracks except "Our House" and "Guinnevere", piano on "Déjà Vu" and "Helpless", organ on "Wooden Ships", "Woodstock", and "Suite: Judy Blue Eyes", bass on "Déjà Vu", "Wooden Ships", "Teach Your Children", and "Suite: Judy Blue Eyes"
Graham Nash – vocals all tracks, piano on "Woodstock" and "Our House", acoustic guitar, tambourine on "Teach Your Children", harpsichord on "Our House"
Neil Young – vocals on "Ohio", "Find The Cost Of Freedom", and "Helpless", acoustic guitar on "Find the Cost of Freedom" and "Helpless", electric guitar on "Ohio" and "Woodstock"


Gastmusiker:

Greg Reeves – bass on "Woodstock", "Our House", and "Helpless"
Calvin "Fuzzy" Samuels – bass on "Ohio"
Dallas Taylor – drums on "Déjà Vu", "Wooden Ships", "Woodstock", "Our House", "Helpless", and "Suite: Judy Blue Eyes", tambourine on "Teach Your Children"
Johnny Barbata – drums on "Ohio"
John Sebastian – harmonica on "Déjà Vu"
Jerry Garcia – pedal steel guitar on "Teach Your Children"




Erscheinungsjahr: 1974


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Déjà Vu (4:14)
2. Helplessly Hoping (2:41)
3. Wooden Ships (5:30)
4. Teach Your Children (2:59)
5. Ohio (3:05)
6. Find The Cost Of Freedom (2:01)
7. Woodstock (3:56)
8. Our House (3:02)
9. Helpless (3:40)
10. Guinnevere (4:42)
11. Suite: Judy Blue Eyes (7:23)

Gesamtspieldauer: 43:17



„So Far“ heißt das vierte Album von Crosby, Stills & Nash, es ist gleichzeitig ihr drittes Album als Crosby, Stills, Nash & Young und das erste Kompilation-Album der Band. Nach dem zweiten Studioalbum „Déjà Vu“ ist es das meistverkaufte Album des Quartetts mit über zehn Millionen belegten Verkäufen. „So Far“ erschien am 19. August 1974 auf dem Plattenlabel Atlantic Records.

Die Lieder „Helplessly Hoping“, „Wooden Ships“, „Guinnevere“ sowie Suite: „Judy Blue Eyes“ stammen vom Debut-Album „Crosby, Stills & Nash“ aus dem Jahr 1969. Die Titel „Déjà Vu“, „Wooden Ships“, „Woodstock“, „Our House“ und „Helpless“ wurden dem zweiten Album der Band „Déjà Vu“ entnommen, welches 1970 erschienen war. Das Lied „Ohio“ ist eine, bis zu diesem Zeitpunkt, auf keinem bisherigen Album enthaltende Single und das folgende Find „The Cost Of Freedom“ die entsprechende B-Seite dieser Single.

Auf „So Far“ hört man eingängigen, mehrstimmigen Folk Rock, der gerade von dieser Mehrstimmigkeit lebt und sehr melodiös gehalten ist. Höhepunkt des Albums ist das Lied „Ohio“. Dabei handelt es sich um einen Protestsong, den Neil Young als Reaktion auf die Schießerei an der Kent State University schrieb, welche auch als „Kent State Massaker“ Einzug in die Geschichtsbücher der USA gefunden hat. Dort waren am 4. Mai 1970 zwei Studentinnen (Allison B. Krause und Sandra Lee Scheuer) sowie zwei Studenten (Jeffrey Glenn Miller und William Knox Schroeder) getötet und neun weitere verwundet worden, die allesamt unbewaffnet waren. Diese hatten an einer Friedenskundgebung teilgenommen, welche sich gegen die Ausweitung des Vietnamkriegs auf das neutrale Kambodscha durch die Streitkräfte der Vereinigten Staaten richtete und gleichzeitig protestierten die Studentinnen und Studenten gegen die Präsenz der Nationalgarde auf dem Campus, als es zur Schießerei kam. „Ohio“ ist eine klasse, eingängige Nummer, deren Text sich lohnt gelesen zu werden und welche sicherlich auch zu den besten Liedern gehört, die Neil Young in seiner Karriere schrieb.

Fazit: Eingängigen Folk Rock bekommt man auf „So Far“ zu hören. Wie immer man auch zu Kompilationen steht, es ist das Lied „Ohio“, welches das Album lohnend werden lässt. Die anderen Titel kann man auch auf den Originalalben hören und dabei für sich selbst entscheiden, welche der Stücke auf seinem eigenen „Best Of“-Album vertreten wäre. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ohio



Montag, 5. April 2021

David Sylvian – Secrets Of The Beehive

 



David Sylvian – Secrets Of The Beehive


Besetzung:

David Sylvian – vocals, piano (1), acoustic guitar (2, 4, 6), organ (2, 8), synths (2, 3, 4, 5, 8, 10), tapes (3, 5), treated piano (5)


Gastmusiker:

Ryuichi Sakamoto – string arrangement (1, 2, 3, 6, 9, 10), organ (2, 3, 5, 7, 8), synths (2, 4, 8), piano (4, 5, 7, 9, 10), treated piano (3), woodwind arrangement (5), brass arrangement (8)
Steve Jansen – drums (4, 8, 10)
David Torn – electric guitar (2, 7), guitar loop (3)
Danny Thompson – double bass (2, 4, 7)
Danny Cummings – percussion (2, 6, 7, 8)
Phil Palmer – slide guitar (4), acoustic guitars (6)
Mark Isham – flugelhorn (4,8), trumpet (6, 8)
Brian Gascoigne – orchestral arrangement (4), string arrangement (8)
Ann O'Dell – string arrangement (10)




Erscheinungsjahr: 1987


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. September (1:18)
2. The Boy With The Gun (5:18)
3. Maria (2:50)
4. Orpheus (4:51)
5. The Devil's Own (3:12)
6. When Poets Dreamed Of Angels (4:47)
7. Mother And Child (3:15)
8. Let The Happiness In (5:37)
9. Waterfront (3:36)
10. Promise (The Cult Of Eurydice) (3:28)

Gesamtspieldauer: 38:17



„Secrets Of The Beehive“ heißt das dritte Soloalbum des britischen Musikers und Ex-Japan Sängers und Gitarristen David Sylvian. „Secrets Of The Beehive“ wurde am 7. November 1987 auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht und kletterte immerhin bis auf Platz 37 der britischen Albumcharts. Als Singles waren die Lieder „Let The Happiness In“ sowie „Orpheus“ veröffentlicht worden.

Auf „Secrets Of The Beehive“ hört man Art Pop, meistens nicht durch Perkussion unterstützt, oftmals allerdings – jedoch nicht immer – melodiös und eingängig klingend. Das Album gilt als eines des David Sylvian, welches nur ganz „zart“ instrumentiert wurde. Die Atmosphäre der Platte ist auch eindeutig zurückhaltend, trotzdem erklingen auf „Secrets Of The Beehive“ Streicher sowie weitere Orchesterinstrumente. Es ist keineswegs minimalistisch gehalten. Das Album klingt insgesamt sehr verwunschen und durchaus auch an der einen oder anderen Stelle packend und für die Musik der 80er Jahre meist sehr innovativ.

Trotzdem passt etwas nicht, um „Secrets Of The Beehive“ zu einem großen Album werden zu lassen. Diese absolute Melodiösität fehlt genauso wie diese Konsequenz, die zum Beispiel Talk Talk in Bezug auf ihren Minimalismus zu jener Zeit an den Tag legten. Und schließlich ist da noch die Stimme des David Sylvian, die irgendwo zwischen gelangweilt, gehaucht, nasal und konstruiert klingt. Selbstverständlich ist dies einer der, wenn nicht das Markenzeichen dieser Musik, überzeugen kann es mich allerdings trotzdem nicht restlos.

Fazit: „Secrets Of The Beehive“ klingt gut und ist glücklicherweise kein weiterer Synthie Pop der 80er Jahre. Auf dem Album hört man Art Pop, der sanft und zurückhaltend inszeniert und umgesetzt wird. Ich selbst habe Probleme mit der Stimme des David Sylvian, doch das ist mein Problem. Insgesamt wesentlich bessere Musik als viele andere Lieder der 80er Jahre. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Devil's Own



Samstag, 3. April 2021

Ritual – Superb Birth




Ritual – Superb Birth


Besetzung:

Johan Nordgren – drums, backing vocals
Patrick Lundström – vocals, guitars
Fredric Lindqvist – bass, bouzouki
Jon Gamble – pianos, organs, synthesizers


Gastmusiker:

Mats "Gaffa" Karlsson – lap steel on 6/8
Christian Sahlin – cello on 6/8
Louisa Hallstedt – violin and viola on 6/8




Erscheinungsjahr: 1999


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Do You Want To See The Sun (4:01)
2. Lobby (4:49)
3. Sadly Unspoken (3:55)
4. Did I Go Wrong (5:38)
5. 6/8 (2:48)
6. Coming Home (4:51)
7. Into The Heat (4:59)
8. Really Something (3:52)
9. Mothersong (3:55)
10. Golden Angel (4:28)
11. Dinosaur Spaceship (6:11)
12. A Voice Of Divinity (3:34)

Gesamtspieldauer: 53:06



„Superb Birth“ heißt das zweite Studioalbum der schwedischen Band Ritual. Es erschien ursprünglich im Jahr 1999 im Eigenvertrieb, wurde 2004 neu aufgelegt und mit geänderter Liedreihenfolge auf dem Plattenlabel InsideOut Musik wiederveröffentlicht.

Leider ist auf „Superb Birth“ nichts mehr übrig geblieben von den Ideen, der Abwechslung, die noch dem selbstbetitelten Debutalbum innewohnten. Fischten die Musiker dort auch immer wieder überzeugend im Genre des Progressive Rocks, wird man auf „Superb Birth“ größtenteils mit Rock berieselt, der irgendwo zwischen Mainstream und Hard Rock angesiedelt ist und auch dementsprechend klingt. Die einzelnen Lieder des Albums hören sich weder spannend noch irgendwie besonders an. Es klingt nach Musik, die so immer wieder und zu jederzeit auch im Radio gespielt werden kann, ohne groß zu stören oder besondere Aufmerksamkeit zu erregen.

Dabei sind die Lieder auf „Superb Birth“ im Bereich des Rocks qualitativ keineswegs schlecht geraten, allerdings eben austauschbar. Doch wer auf Hard Rock steht, die oder der könnte an der Scheibe durchaus Gefallen finden. Der einmal eingeschlagene Weg wird auf dem Album konsequent weiter verfolgt. Zudem sind die einzelnen Lieder durchaus melodiös geraten – ohne dabei Gefahr zu laufen einen Ohrwurm zu generieren.

Fazit: „Superb Birth“ hat musikalisch leider nur noch wenig mit dem Debut der Schweden zu tun. Auf dem Album hört man ziemlich angepassten Hard Rock, wie ihn viele andere Bands auch praktizieren. Kann einem gefallen, muss aber definitiv nicht. Ein Lieblingsalbum wird „Superb Birth“ jedoch wahrscheinlich auch für Hard Rock Fans nicht werden. Das können andere besser. Neun Punkte.

Anspieltipps: Golden Angel



Donnerstag, 1. April 2021

Blur – Blur

 



Blur – Blur


Besetzung:

Damon Albarn – lead vocals, piano, keyboards, hammond organ, acoustic guitar
Graham Coxon – electric and acoustic guitars, backing vocals, vocals on "You’re So Great", theremin, additional drums on "Song 2" and "Strange News From Another Star"
Alex James – bass guitar
Dave Rowntree – drums, percussion, drum programming on "On Your Own"




Erscheinungsjahr: 1997


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Beetlebum (5:05)
2. Song 2 (2:01)
3. Country Sad Ballad Man (4:50)
4. M.O.R. (3:27)
5. On Your Own (4:26)
6. Theme From Retro (3:37)
7. You‘re So Great (3:35)
8. Death Of A Party (4:33)
9. Chinese Bombs (1:24)
10. I‘m Just A Killer For Your Love (4:11)
11. Look Inside America (3:50)
12. Strange News From Another Star (4:02)
13. Movin‘ On (3:44)
14. Essex Dogs (8:08)

Gesamtspieldauer: 57:00



Ihr fünftes Studioalbum betitelte die englische Band Blur ganz einfach mit ihrem Bandnamen. „Blur“ von Blur wurde am 10. Februar 1997 auf dem Plattenlabel Food Records veröffentlicht. „Blur“ klingt anders als die vorherigen vier Alben der Band. Waren diese noch im Brit Pop beheimatet, so hört man auf dem fünften Album der Engländer nun eher Alternative Rock.

Wohl auf Anregung des Gitarristen Graham Coxon vollzog die Band diesen stilistischen Wechsel. Auch Sänger Damon Albarn erschloss neue Themen und schrieb seine Texte eher über persönliche Dinge, sodass auch inhaltlich ein Stilwechsel stattfand. Die Plattenfirma war besorgt, dass dieser musikalische Genrewechsel viele der Fans vor den Kopf stoßen würde. Doch das Album erreichte erneut Platz 1 der britischen Charts (in Deutschland Platz 23) und aufgrund des punkigen Titels „Song 2“ wurde das Album sogar die erfolgreichste Platte der Band in den USA.

Auf „Blur“ hört man dementsprechend Alternative Rock, zum Teil richtiggehend rau klingend, der auch nicht unbedingt jederzeit ins Ohr geht. Der E-Gitarre wird deutlich mehr Spielraum zugestanden und ab und an klingt das schon nach Post, wenn die vier Musiker richtig losrocken. Bis auf das wohl bekannteste Lied von Blur, „Song 2“ gibt es keinen richtigen Ohrwurm auf „Blur“, doch dieses Lied ist definitiv einer. Ein Gute-Laune-Lied, das auf mancher Tanzfläche für viel „Gerempel“ sorgte und immer noch sorgt. Ein weiterer Höhepunkt ist das leicht folkige und etwas schräge „You‘re So Great“ sowie das melodiöseste Lied des Albums „Strange News From Another Star“.

Der Alternative Rock auf „Blur“ franst nach beiden Seiten aus. Mal in Richtung des Punks, dann doch wieder mit eindeutig poppigen Accessoires versehen. Trotzdem bilden die Lieder des Albums durchaus eine Einheit, die ohne großartige Ausschläge nach oben beziehungsweise nach unten aus den Boxen schweben.

Fazit: Nach ihrem musikalischen Stilwechsel sind Blur im Genre des Alternative Rocks gelandet. „Blur“ enthält das wohl bekannteste Lied der Band, den Titel „Song 2“. Ansonsten enthält die Platte mehr oder weniger eingängige Lieder, die auch mal im Genre des Punks fischen, dann wieder etwas poppiger klingen. Nicht überragend, aber unterhaltsam. Neun Punkte.

Anspieltipps: Song 2, You‘re So Great, Strange News From Another Star



Mittwoch, 31. März 2021

The Train Rockers – Strike Back

 



The Train Rockers – Strike Back


Besetzung:

Frank Angerer – Gesang, Rhythmusgitarre
Jonathan von Malm – Klavier, Akkordeon, Kontrabass, Backgroud Vocals
Richard Harvey – Akkordeon, Klavier, Backgroud Vocals
Sebastian Altenbernd – Leadgitarre, Backgroud Vocals
Peter Keserü – Drums


Label: M3-Records


Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Rock


Trackliste:

1. Better Run (3:29)
2. South (4:12)
3. Free Me (4:01)
4. The Anchor Of My Soul (3:51)
5. Stormy Weather Or Sunshine (4:38)
6. The Room (6:13)
7. You Are Who You Are (7:03)
8. We Have Realized (5:46)
9. Still Close To Me (4:13)
10. Die Straße Ins Nichts (4:35)
11. You Cut The Rope In Two (5:02)
12. What Are You Fighting For? (6:14)
13. Amazing Grace (4:59)
14. When The Saints Go Marching In (3:47)

Gesamtspieldauer: 1:08:10



The Train Rockers, das ist eine Band aus München, die laut Cover-Text auch gerne in U-Bahnen spielt, daher auch der Name. Doch sie spielen auch in Gefängnissen oder an anderen dunklen Orten, um dort ein wenig Licht und Freude in die Dunkelheit zu bringen.

Und da wären wir auch schon bei ihrem Album „Strike Back“, welches im Jahr 2017 veröffentlicht wurde. Darauf hört man Lieder mit christlichen Texten, die von einem relativ rauen Sound getragen werden. Das bedeutet nicht, dass es bei der Musik der Train Rockers besonders „hart“ zur Sache geht, die Lieder bewegen sich eher im Mid-Tempo und siedeln sich im Bereich zwischen Pop, Folk und Rock an. Mit „rau“ ist demnach der Sound der Aufnahme gemeint, der sich keineswegs „überproduziert“ anhört.

Die Melodien der Lieder klingen eingängig und sind zu allermeist Eigenkompositionen, die letzten beiden Lieder kennt man natürlich bereits länger. Die textlichen Botschaften sind christlich religiös. Schade nur, dass die Band diese auf Englisch und nicht auf Deutsch einsingt. Immerhin kann man diese jedoch im Booklet nachlesen, zudem gibt es auch noch kurze Erläuterungen zu den einzelnen Liedern.

Fazit: Wer Spaß an christlicher Musik in Verbindung zum Rock hat, die oder der dürfte auf jeden Fall etwas für sich auf diesem Album finden. Ein bisschen mehr Wert auf die Produktion des Sounds zu legen hätte der Musik der Train Rockers sicherlich gutgetan. Doch im Grunde genommen ist dies egal, denn der Band kommt es anscheinend sehr viel mehr auf die Botschaften an – und diese kommen eindeutig rüber.

Anspieltipps: Better Run



Auf der verlinkten Homepage der Band kann man sich alle Lieder anhören.

Montag, 29. März 2021

Deep Purple – Infinite

 



Deep Purple – Infinite


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Steve Morse – guitars
Roger Glover – bass
Ian Paice – drums
Don Airey – keyboards


Gastmusiker:

Bob Ezrin – additional keyboards, backing vocals & percussion
Tommy Denander – additional guitar (track 8)


Label: Ear Music


Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Hard Rock


Trackliste:

CD1:

1. Time For Bedlam (4:34)
2. Hip Boots (3:23)
3. All I Got Is You (4:42)
4. One Night In Vegas (3:23)
5. Get Me Outta Here (3:58)
6. The Surprising (5:57)
7. Johnny‘s Band (3:51)
8. On Top Of The World (4:01)
9. Birds Of Prey (5:47)
10. Roadhouse Blues (6:01)


CD2:

1. Time For Bedlam (4:59)
2. Fireball (3:26)
3. Bloodsucker (4:11)
4. Strange Kind Of Woman (7:41)
5. Uncommon Man (6:40)
6. The Surprising (6:01)
7. Lazy (7:47)
8. Birds Of Prey (5:47)
9. Perfect Strangers (7:10)
10. Space Truckin‘ (5:02)
11. Smoke On The Water (6:40)
12. Peter Gunn / Hush (7:40)
13. Black Night (7:25)

Gesamtspieldauer CD1 (45:43) und CD2 (1:20:34): 2:06:17



„Infinite“ (stilisiert als „infinite“) heißt das zwanzigste Studioalbum der englischen Rockband Deep Purple. Es erschien am 7. April 2017 auf dem Plattenlabel Ear Music und wurde von Bob Ezrin produziert. In Deutschland kletterte auch dieses Album wieder auf Platz 1 der Charts, denn seit jeher befindet sich die größte Fanbasis von Deep Purple in Deutschland.

Und diese Fans werden auch auf „Infinite“ nicht enttäuscht. Die darauf zu hörende Musik ist eindeutig Deep Purple zuzuordnen. Schwerer bis fetter Orgelklang, lockerer Gitarrensound und dazu die unverwechselbare Stimme des Ian Gillan. Dabei gehen Deep Purple keine Experimente ein, verlassen sich auf Altbewährtes, ohne dabei altbacken zu klingen. Wer freilich etwas Neues von den Rockern hören wollte, wird dies auf „Infinite“ nicht finden, dafür eine Ausweitung der bisherigen Deep Purple Musik dieses Jahrtausends.

Besonders gelungen klingen dabei der Opener „Time For Bedlam“, der einen perfekt in das Album einleitet und bereits vorwegnimmt, auf was man sich auf „Infinite“ einzustellen hat. Nächster Höhepunkt ist das Lied „All I Got Is You“. Klasse Melodie, cooler Groove. „The Surprising“ ist dann ein sehr gefühlvolles Lied, erneut mit wunderschöner und eingängiger Melodie ausgestattet. Und schließlich sollte an dieser Stelle auch noch „Birds Of Prey“ Erwähnung finden. Bei diesem Titel klingen Gitarren und Orgel erneut schwerer, ein Lied, angesiedelt irgendwo im Bereich zwischen Hard Rock und eingängigem, fast schon symphonischem Rock.

Als Zugabe erhält man mit dieser Ausgabe des Albums eine zweite CD mit einem Live-Mitschnitt des 2017er Auftritts der Band auf dem Hellfest. Die Soundqualität ist dabei gut und lässt einen so ganz tief in die lange musikalische Geschichte der Band einsteigen, denn die Titelauswahl reicht über viele Jahrzehnte Deep Purple Musik hinweg. Eine wahrlich gelungene Zugabe.

Fazit: „Infinite“ unterhält. Viele der Lieder des Albums gehen sehr schnell ins Ohr, die Zutaten der Musik von Deep Purple sind bekannt und würzen auch auf diesem Album die einzelnen Lieder sehr gut. Rockig klingt „Infinite“ zumeist, doch es finden sich auch ruhigere Passagen auf der Platte. Klasse Melodien gibt es hier zu entdecken, sodass sich „Infinite“ nicht nur für eingefleischte Deep Purple Fans lohnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Time For Bedlam, All I Got Is You, The Surprising, Birds Of Prey



Samstag, 27. März 2021

A.R. & Machines – A.R. IV

 



A.R. & Machines – A.R. IV


Besetzung:

Achim Reichel – echo guitar, vocals


Gastmusiker:

Helmuth Franke – electric guitar
Hans Hartmann – big bass
Claus-Robert Kruse – electric piano
Jochen Petersen – soprano saxophone, flute
Hans Boche – drums
Olaf Casalich – percussion
Matti Klatt – percussion
Frank Wulf – recorder, bass recorder and sitar
Churchill Jolobe – drums
Carsten Bohn – percussion


Label: Zebra


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

Vita:
1. Cave Explorers And Birdmen / Höhlenforscher + Vogelmenschen (5:29)
2. The Man In Kidleather / Der Mann In Nappa (10:48)
3. Thin Is The Skin Of Ecstasy / Dünn Ist Die Haut Der Extase (5:21)

Aqua:
4. Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer (23:02)

Live im Studio Bonus:

5. Warm Up In A Birdcage / Aufwärmen Im Vogelkäfig (3:25)
6. Ghost In The Machine / Geist In Der Maschine (4:58)
7. The Night Before / Die Nacht Davor (5:39)
8. The Cage Is Open / Der Käfig Ist Geöffnet (10:11)
9. Remember The Night Before / Erinnerung An Die Nacht Davor (6:12)

Gesamtspieldauer: 1:15:07



Im Jahr 1973 folgte bereits das vierte Studioalbum des Achim Reichel unter der „Überschrift“ A.R. & Machines. Auf dieser Platte, die erneut auf dem Plattenlabel Zebra erschein und kurz mit „AR IV“ betitelt wurde, treibt Achim Reichel seine Musik hinsichtlich Redundanz und hypnotischen und hypnotisierenden Soundkollagen auf die Spitze.

„Vita“ und „Aqua“ heißen die beiden ursprünglich enthaltenen Stücke, wobei „Vita“ nochmals in drei Stücke unterteilt wurde, die allerdings alle ineinander übergehen. Auf dem Album wabert und plätschert es, es brodelt, es summt, es fließt, es pulsiert und es dröhnt. Ganz selten, wie auf dem „Vita“-Part „Thin Is The Skin Of Ecstasy / Dünn Ist Die Haut Der Extase“ rockt es sogar mal ein wenig. Achim Reichel ist bei dieser Nummer sogar mit Gesang am Sound des Liedes beteiligt. Freilich ist dies eine Ausnahme, denn ansonsten in „AR IV“ eher eine fantastische Instrumentalplatte geworden, die atmosphärisch dicht klingt und Stimmungen perfekt transportiert.

Höhepunkt des Albums ist sicherlich das Lied „Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer“. Da hört man zunächst Regen, ein Windspiel, Donnern und das alles untermalt von einer entrückt klingenden Flöte, die die Gitarre begleitet. Der Regen geht irgendwann in ein Plätschern über, Vogelgezwitscher ist jetzt zu hören, es gurgelt und blubbert zusätzlich und das Gitarrenthema wird wiederholt und wiederholt und wiederholt und wiederholt und wiederholt. Dies intensiv mit Kopfhörern gehört hinterlässt ein Gefühl, welches man sonst wohl nur mittels „bewusstseinserweiternden“ Substanzen erreicht. Großes Kraut-Rock- und Instrumental-Kino. Und das Schöne ist, diese Reise beginnt und endet glücklicherweise erst nach dreiundzwanzig Minuten. Während dieses Tripps wird das Tempo immer weiter angezogen, das Thema nur minimal variiert. Für mich das beste Lied, welches jemals in Bezug auf hypnotisierende Redundanz eingespielt wurde. Klasse.

Auch die fünf live im Studio eingespielten Zugaben klingen überzeugend und bereichern dieses klasse Album nochmals. Viel passiert auch bei diesen Liedern nicht. Meist ist es erneut die Atmosphäre des Titels, die im Vordergrund steht. Zwar gibt es beim Lied „The Night Before / Die Nacht Davor“ sogar mal eine etwas abwechslungsreichere Melodie zu hören, doch dies bleibt die Ausnahme.

Fazit: In Bezug auf hypnotisierende Redundanz ist „AR IV“ von A.R. & Machines ein Meisterwerk geworden. Selbstverständlich hört man hier weder radiotaugliche noch sonst irgendwie massentaugliche Musik. Dafür sehr intensive Lieder, die diejenigen treffen, die für solch eine Art der Musik ein offenes Ohr haben. Ich find’s großartig. Beam me up, Scotty. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Every Raindrop Longs For The Sea / Jeder Tropfen Träumt Vom Meer



Donnerstag, 25. März 2021

Damien Rice – My Favourite Faded Fantasy

 



Damien Rice – My Favourite Faded Fantasy


Besetzung:

Damien Rice – vocals, acoustic guitar (1–8), electric guitar (1), piano (1, 2, 4–7), clarinet (1, 8), tambourine (1), sounds and percussion (2), pump organ (5, 6), bass (7, 8), harmonium (8)


Gastmusiker:

Joel Shearer – crotales (1, 8), tambourine (1), shaker (1), electric guitar swells (1), bass (2, 6, 7), sounds and percussion (2), electric guitar (2, 4, 8), cuatro (7), muted guitar (7), dulcimer (7), cymbals (7), wurlitzer (8), bells (8), vibraphone (8), piano (8), celeste (8), glockenspiel (8), chimes (8), acoustic guitar (8), harmonium (8)
Zac Rae – wurlitzer (1, 4), pad (1), tack piano (1), vibraphone (2), hammond organ (3, 4), piano (4)
David Rawlings – archtop guitar (1, 7), backing vocals (7)
Cora Venus Lunny – violin (1–4, 7), backing vocals (1, 2, 7), viola (2, 3)
Borgar Magnason – double bass (1, 3, 5, 7)
Sólrún Sumarliðadóttir – cello (1)
Julia Mogensen – cello (1, 2, 5, 6, 8)
Shahzad Ismaily – bass (1, 2, 4), drums (6, 8), shaker (6), floor tom (7), hammond organ (8), cymbals (8), crotales (8), Moog (8), cowbell (8)
Magnús Trygvason Eliassen – drums (1)
Earl Harvin – percussion (1), drums (4), tambourine (4)
Helgi Jónsson – trombone (1, 2, 3, 6, 8), backing vocals (2)
James Gadson – drums (2)
Alex Somers – sampler (2–4, 8), bass drum (3), sub bass (3), harp (4)
Deron Johnson – piano (2, 3), hammond organ (1)
Tina Dico – backing vocals (2)
Bryndis Halla Gylfadottir – cello (3, 4)
Frank Aarnink – tympani (3), gong (3), cymbals (3)
Una Sveinbjarnardottir – violin (5, 6, 8), viola (8)
Markéta Irglová – piano (6), vocals (8)
Gyda Valtisdottir – cello (6, 8), backing vocals (8)
Victor Indrizzo – drums (7)
Marlana Sheetz – backing vocals (1, 8)
Andrew Heringer – backing vocals (7)
Robbie Arnett – backing vocals (7, 8)
Rónán Ó Snodaigh – bodhran (7), backing vocals (7)
Colm Ó Snodaigh – tin whistle (7)
Emil Friðfinnsson – french horn (8)




Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Folk, Pop, Rock


Trackliste:

1. My Favourite Faded Fantasy (6:12)
2. It Takes A Lot To Know A Man (9:32)
3. The Greatest Bastard (5:04)
4. I Don't Want To Change You (5:26)
5. Colour Me In (5:18)
6. The Box(4:27)
7. Trusty And True (8:09)
8. Long Long Way (6:23)

Gesamtspieldauer: 50:34



Nun, man kann sicherlich nicht behaupten, dass Damien Rice übermäßig aktiv wäre. „My Favourite Faded Fantasy“ ist das dritte Studioalbum des Iren und bisher auch seine letzte Scheibe. „My Favourite Faded Fantasy“ erschien am 31. Oktober 2014 auf dem Plattenlabel Atlantic Records, acht Jahre nach dem Vorgänger „9“. In Irland kletterte die Platte selbstverständlich auf Platz 1 der Charts. In Deutschland erreichte sie immerhin Platz 13.

Auch auf „My Favourite Faded Fantasy“ hört man die für den Iren so typische Musik. Eine Mischung aus Folk, Pop und Rock, aufwendig arrangiert, mit mehrstimmigem Gesang und untermalt durch den Einsatz zahlreicher Instrumente. Über allem steht dabei die Sanftheit, diese Zerbrechlichkeit, die der Musik des Damien Rice innewohnt. Die acht Lieder des Albums gehen allesamt sehr schnell ins Ohr, klingen melodiös und eingängig. Musik zum Träumen und ganz tief darin Eintauchen bekommt man auf seiner dritten Patte einmal mehr serviert.

Da fällt es sogar schwer, die Höhepunkte auf „My Favourite Faded Fantasy“ zu benennen. Jedes Lied klingt, jedes Lied klingt gut. Um doch drei Titel zu nennen, sei hier das Titellied selbst erwähnt, welches das Album auch eröffnet. Ebenfalls sehr lohnend klingt die längste Nummer der Platte, „It Takes A Lot To Know A Man“. Und schließlich sei an dieser Stelle auch noch das Ende des Albums hervorhgehoben, das Lied „Long Long Way“. Alles drei wunderschöne sanfte Titel, die die ruhigen Momente des Tages noch zu vertiefen verstehen.

Fazit: Auch auf „My Favourite Faded Fantasy“ hört man die so typische Musik des Damien Rice. Sanft und wunderschön melodiös klingt das alles. Kein Lied fällt großartig gegenüber dem anderen ab, das Zuhören macht Spaß und versetzt einen ins Träumen. Wer die ruhigen Momente in der Musik zu schätzen weiß, wird mit „My Favourite Faded Fantasy“ sehr belohnt werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: My Favourite Faded Fantasy, It Takes A Lot To Know A Man, Long Long Way



Dienstag, 23. März 2021

Lana Del Rey – Chemtrails Over The Country Club

 



Lana Del Rey – Chemtrails Over The Country Club


Besetzung:

Lana Del Rey – vocals


Gastmusiker:

Jack Antonoff – piano (1, 2, 4, 5, 9–11), guitar (1–3, 5–7, 9–11), bass (1, 2, 4–7, 9–11), drums (1-6, 10), mellotron (2, 5, 6, 10, 11), keyboards (2), twelve-string acoustic guitar (2, 5–7), synthesizers (3, 5, 6), model b synth-bass (3), percussion (3, 4, 6, 10), acoustic guitar (4), electric guitar (4), slide guitar (4), hammond b3 (4), programming (4), organ (7), rhodes (10)
Daniel Heath – strings (2)
Evan Smith – horns (2, 5, 10, 11), accordion (10)
Rick Nowels – acoustic guitar (8), keyboards (8), mellotron (8), bass (8)
Aaron Sterling – drums (8), percussion (8)
Trevor Yasuda – sound effects (8)
Nikki Lane – additional vocals (9)
Mikey Freedom Hart – pedal steel (9), piano (11), guitar (11), mellotron (11)
Weyes Blood – additional vocals (11)
Zella Day – additional vocals (11)


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop


Trackliste:

1. White Dress (5:33)
2. Chemtrails Over The Country Club (4:31)
3. Tulsa Jesus Freak (3:35)
4. Let Me Love You like A Woman (3:20)
5. Wild At Heart (4:06)
6. Dark But Just A Game (3:55)
7. Not All Who Wander Are Lost (4:07)
8. Yosemite (5:04)
9. Breaking Up Slowly (2:57)
10. Dance Till We Die (4:03)
11. For Free (4:11)

Gesamtspieldauer: 45:28



„Chemtrails Over The Country Club“ heißt das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Musikerin Lana Del Rey. Es wurde am 19. März 2021 auf dem Plattenlabel Polydor Records veröffentlicht. Die beiden Lieder „Let Me Love You Like A Woman“ sowie „Chemtrails Over The Country Club“ sind bereits zuvor im Oktober 2020 beziehungsweise Januar 2021 als Singles veröffentlicht worden.

Auch auf dem siebten Album der Lana Del Rey hört man überaus sanfte und eingängige Musik, die so typisch ist für Elizabeth Woolridge Grant, wie Lana Del Rey mit bürgerlichem Namen heißt. Eingängige Melodien, die von der wunderschönen Stimme der Sängerin getragen werden. Ist das Folk oder Pop, was man auf „Chemtrails Over The Country Club“ zu hören bekommt? Es ist eine Mischung aus beiden musikalischen Genres, melodiös und sanft, überaus berührend klingend. Wer Lana Del Rey und ihre Musik seit längerem verfolgt, wird demnach ganz bestimmt auch auf diesem Album sehr viel für sich entdecken können und auch nicht enttäuscht werden.

Dabei lohnt es sich erneut das Album mehrmals zu hören und wirken zu lassen. Mit jedem weiteren Durchlauf klingen die Lieder vertrauter, schöner und intensiver, bis sie zu guten und bekannten Freunden werden. Das ist im Grunde genommen nichts Besonderes. Gute Musik braucht Zeit, sich entwickeln zu können. Lana Del Rey bestätigt das mit ihrem siebten Album einmal mehr.

Es gibt keine Ausfälle auf „Chemtrails Over The Country Club“. Die Höhepunkte sind dabei natürlich wie immer Geschmackssache. In meinem Fall sind das die Lieder „Yosemite“ und „Dance Till We Die“. Und ich hätte auch andere Lieder aus den zwölf Titel auswählen können, denn die einzelnen Lieder wirken allesamt. Und auch das Joni Mitchell Cover am Ende des Albums, bei dem Lana Del Rey gesangliche Unterstützung durch Weyes Blood und Zella Day erhält, fügt sich in diesen Gesamteindruck ein.

Fazit: Wer die Musik der Lana Del Rey mag, die oder der wird auch mit „Chemtrails Over The Country Club“ nicht enttäuscht. Die Stimme der Lanas Del Rey hört man auch auf ihrem siebten Studioalbum in Verbindung zu sanfter Instrumentierung und wunderschönen Melodien. Intensive Musik, in die sich einzutauchen lohnt und die mit jedem Durchlauf wächst. Für „Chemtrails Over The Country Club“ lohnt es sich definitiv, sich etwas Zeit zu nehmen. Schöne Musik, für die ruhigen Stunden des Tages. Elf Punkte.

Anspieltipps: Dark But Just A Game, Yosemite, Dance Till We Die