Mittwoch, 13. April 2022

Man – Maximum Darkness

 



Man – Maximum Darkness


Besetzung:

Micky Jones – guitar, vocals
Deke Leonard – guitar, vocals
Martin Ace – bass, guitar, vocals
Terry Williams – drums, vocals


Gastmusiker:

John Cipollina – guitar


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Psychedelic Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. 7171-551 (11:19)
2. Codine (7:45)
3. Babe I‘m Gonna Leave You (6:19)
4. Many Are Called But Few Get Up (13:48)
5. Bananas (11:18)

Gesamtspieldauer: 50:32



„Maximum Darkness“ heißt das zweite Live-Album der walisischen Rockband Man und wurde am 26. Mai 1975 im Roundhouse, London während des dortigen Konzertes eingespielt und im September des gleichen Jahres veröffentlicht. Es ist das letzte Album, welches Man ursprünglich auf dem Plattenlabel United Artists veröffentlichten, bevor sie zu MCA Records wechselten.

Auf „Maximum Darkness“ hört man einmal mehr diese Mischung aus Psychedelic Rock mit Blues Rock Einflüssen, für die die Waliser schon lange in ihrer Karriere standen. Unterfüttert wird dies mit einigen rockigen Improvisationen, wodurch ein sehr lebendiges und abwechslungsreiches Gesamtbild entsteht und der Blues gegenüber anderen Scheiben von man sogar deutlich zurücktritt. Der Klang der Aufnahme klingt dabei um einiges besser, als andere Live-Einspielungen der Band (Neben dem Album „Live At The Padget Rooms Penarth“ sind Man auch mit ausgewählten Live-Nummern auf „Christmas Sat The Patti sowie „Greasy Truckers“ zu hören).

Hat man Spaß daran Musiker in ausschweifenden Soli und Improvisationen zu hören, dann wird einem „Maximum Darkness“ jede Menge Spaß bereiten. Auf dem Album bekommt man diese Musik im Überfluss präsentiert und mit einem etwas rockigeren Stempel versehen, als auf manch anderer Man-Platte. Man zeigen sich hier live auf der Höhe ihres Schaffens und begeistern nicht nur das während des Konzertes anwesende Publikum, sondern auch jetzt noch Zuhörerinnen und Zuhörer beim Genießen des Albums.

Fazit: Man ist für mich eine kaum greifbare Band. Platten, die mich langweilen wechseln bei den Walisern mit solchen, die wahrlich überzeugen. „Maximum Darkness“ gehört für mich definitiv in die zweite Kategorie. Ausschweifender Rock, psychedelisch, bluesig und jederzeit groovend. Irgendwie schon cool. Elf Punkte.

Anspieltipps: Many Are Called But Few Get Up



Montag, 11. April 2022

Billy Talent – Billy Talent

 



Billy Talent – Billy Talent


Besetzung:

Benjamin Kowalewicz – lead vocals
Ian D'Sa – guitar, vocals
Jonathan Gallant – bass guitar, vocals
Aaron Solowoniuk – drums




Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Punk Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. This Is How It Goes (3:27)
2. Living In The Shadows (3:15)
3. Try Honesty (4:13)
4. Line & Sinker (3:36)
5. Lies (2:59)
6. The Ex (2:40)
7. River Below (3:00)
8. Standing In The Rain (3:20)
9. Cut The Curtains (3:50)
10. Prisoners Of Today (3:53)
11. Nothing To Lose (3:38)
12. Voices Of Violence (3:10)

Gesamtspieldauer: 41:05



„Billy Talent“ heißt das erste Studioalbum der kanadischen Rockband Billy Talent, nachdem ihre erste Platte „Watoosh!“ im Jahr 1999 noch unter dem alten Bandnamen Pezz veröffentlicht worden war. „Billy Talent“ erschien am 16. September 2003 auf dem Platenlabel Atlantic Records und erreichte in Deutschland Platz 97 der Charts.

Auf dem Debut von Billy Talent hört man eine Mischung aus Punk Rock und Alternative Rock. Wobei sich zu Beginn des Albums die Lieder häufig etwas mehr im Punk bewegen, gegen Ende dann mehr im Genre des Alternative Rocks angesiedelt sind. Umso punkiger die Lieder klingen, umso mehr sich Benjamin Kowalewicz dabei die Seele aus dem Leib schreit, umso aggressiver klingt auch die Musik. Die eingängigen Melodien gibt es von daher auch nur bei den etwas „gemäßigteren“ Liedern zu hören.

„Billy Talent“ klingen insgesamt frisch und unverbraucht auf ihrem Debutalbum. Die Gitarren rocken und der Rhythmus wird mit sehr viel Tempo nach vorne getrieben. Keine Platte zum Kuscheln, dafür Musik, die fast schon kraftvoll protzt. Kurzweilig klingt das alles durchaus, doch das Besondere in der Musik, das fehlt hier freilich. Nicht weiter schlimm, denn das war auch sicherlich nicht das Anliegen der vier Musiker. Auf „Billy Talent“ geht es darum zu rocken, frei und unverbraucht und genau das hört man auch auf diesem Album.

Fazit: Irgendwo zwischen Punk und Alternative Rock angesiedelt, spielen und schreien sich Billy Talent auf ihrem Debut mitunter die Seele aus dem Leib. Ins Ohr geht das nicht sofort, zum Teil auch später nicht, doch die Musik rockt. Und sie unterhält. Von daher für alle diejenigen gedacht und geeignet, die „harte“ Gitarren in Verbindung zu exaltiertem Gesang mögen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Standing In The Rain, Prisoners Of Today



Samstag, 9. April 2022

Calexico – El Mirador

 



Calexico – El Mirador


Besetzung:

Joey Burns – lead vocals, upright bass, electric guitar, accordion, vibes, marimba, acoustic steel string guitar, acoustic nylon string guitar, synthesizer, keyboards, cello, bowed upright bass, electric bass, 12-string acoustic guitar, melodica
John Convertino – drums, shaker, cymbal roll, tambourine, cowbell, ride cymbal
Sergio Mendoza – piano, synthesizer, congas, bongos, cowbell, steel string acoustic guitar, backing vocals, bass, shaker, electric bass, percussion, keyboards, marimba, vocals
Jacob Valenzuela – trumpet, backing vocals, vocals
Martin Wenk – trumpet, dub delay trumpet


Gastmusiker:

Rick Peron – trumpet
Gaby Moreno – backing vocals
Alessandro “Asso” Stefana – electric guitar solo, banjo, lap steel
Sam Beam – backing vocals
Jairo Zvala – vocals
Beth Goodfellow – backing vocals
Camilo Lara – drum programming, synthesizer sounds, pitch down voice
Connor Gallaher – electric guitar, pedal steel
David Gill – 1st violin
Alex Leyva-Toledo – 1st violin
Giselle Paris Aubrey – 2nd violin
Leah Lopez – 2nd violin
Johnny Contreras – acoustic nylon string guitar, vihuela, gritos, backing vocals
Antonio Pro – guitarrón, gritos
Scott Colberg –upright bass
Chris Schultz – tambourine


Label: City Slang


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Americana


Trackliste:

1. El Mirador (3:38)
2. Harness The Wind (2:54)
3. Cumbia Peninsula (3:57)
4. The You Might See (3:05)
5. Cumbia Del Polvo (3:35)
6. El Paso (2:33)
7. The El Burro Song (3:24)
8. Liberada (3:18)
9. Turquoise (2:53)
10. Constellation (3:03)
11. Rancho Azul (2:57)
12. Caldera (4:27)

Gesamtspieldauer: 39:50



Das letzte Calexico-Album „Seasonal Shift“ schaffte es nicht mich rundherum zu überzeugen. Als „Nicht-Weihnachtsalbum“ angepriesen, wurden dort dann doch Weihnachtslieder interpretiert. Spaß machte die Platte lediglich teilweise, aber es war das erste Jahr der Pandemie, irgendwie waren alle auf der Suche. Umso mehr habe ich mich gefreut zu hören, dass am 8. April 2022 das neue Album der Band erscheint, welches laut Aussage der Musiker wieder ein „ganz normales“ Calexico-Album werden sollte. „El Mirador“ heißt dieses und erschien auf dem Plattenlabel City Slang.

Inzwischen lebt Joey Burns im Norden der USA in Idaho, also sehr weit weg von mexikanischen Einflüssen. John Convertino wohnt immer noch in El Paso. Und der langjährige Keyboarder der Band, Sergio Mendoza, hatte sich gerade ein eigenes Studio in Tucson, Arizona eingerichtet. Also traf man sich dort unter gelockerten Pandemiebedingungen, um ein neues Album zu schreiben und einzuspielen. Die Magie des Ortes scheint eine Rolle zu spielen, denn um es vorweg zu nehmen, es hat sich gelohnt auf dieses Album zu warten.

„El Mirador“ bedeutet übersetzt „der Standpunkt“ oder „der Blickwinkel“. Und der musikalische Blickwinkel dieses Werks ist ganz einfach beschrieben. Auf „El Mirador“ hört man überwiegend sehr optimistisch bis fröhlich klingende Musik, die dabei auch noch tanzbar ist. Das Besondere in der Musik von Calexico ist dabei einmal mehr, dass die Musiker es schaffen lateinamerikanische Musik so aufzubereiten, dass sie auch einem Rock-Fan, die oder der in dieser musikalischen Welt nicht so beheimatet ist, gefällt.

Das Album wurde in Englisch und Spanisch eingesungen, zahlreiche Gastmusiker haben ihren Auftritt. Lediglich der Titel „Turquoise“ ist ein Instrumentalstück. Die Lieder wirken und gehen ganz schnell ins Ohr. Dieses Gespür für die eingängige Melodie beweisen Joey Burns und John Convertino auch auf diesem neuesten Werk einmal mehr. Eingängige Gitarrenlinien gepaart mit Mariachi-Sound, das sind die Zutaten dieses Albums, welches einige Höhepunkte für die Hörerin und den Hörer bereithält. Calexico schaffen es auf „El Mirador“ wieder einmal diese ganz besondere Atmosphäre mit ihrer Musik zu erzeugen und zu transportieren, die einen mit geschlossenen Augen in die Gegenden im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko versetzt – sei es, weil man bereits dort war oder es in Filmen kennenlernen durfte.

Fazit: Wer die Musik von Calexico liebt, wird von „El Mirador“ sicherlich nicht enttäuscht werden. Ohne sich selbst zu kopieren erweitern die Musiker hier ihr Repertoire um einige wunderschöne Lieder, die man bereits nach dem ersten Mal des Hörens nicht mehr missen möchte. Die Verbindung aus lateinamerikanischen Klängen mit westlicher Pop- und Rock-Musik gelingt Calexico auf „El Mirador“ einmal mehr. Da lohnt es sich reinzuhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: The You Might See, Constellation, Caldera



Donnerstag, 7. April 2022

Linkin Park – One More Light

 



Linkin Park – One More Light


Besetzung:

Chester Bennington – lead vocals, backing vocals on "Invisible" and "Sorry for Now"
Rob Bourdon – drums, backing vocals
Brad Delson – guitar, backing vocals
Dave "Phoenix" Farrell – bass, backing vocals
Joe Hahn – samples, programming, backing vocals
Mike Shinoda – keyboard, backing vocals, programming, rap vocals on "Good Goodbye", lead vocals on "Invisible" and "Sorry For Now"


Gastmusiker:

Kiiara – vocals on "Heavy"
Pusha T – rap vocals on "Good Goodbye"
Stormzy – rap vocals on "Good Goodbye"
Ilsey Juber – backing vocals on "Talking To Myself" and "Sharp Edges"
Ross Golan – backing vocals on "Halfway Right"
Eg White – guitar and piano on "One More Light"
Jon Green – additional guitar, backing vocals and bass on "Nobody Can Save Me"
Jesse Shatkin – additional keyboard and programming on "Invisible"
Andrew Jackson – additional guitar on "Talking to Myself"




Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Pop, Elektropop


Trackliste:

1. Nobody Can Save Me (3:45)
2. Good Goodbye (3:31)
3. Talking To Myself (3:51)
4. Battle Symphony (3:36)
5. Invisible (3:34)
6. Heavy (2:49)
7. Sorry For Now (3:23)
8. Halfway Right (3:37)
9. One More Light (4:15)
10. Sharp Edges (2:58)

Gesamtspieldauer: 35:23



„One More Light“ heißt das siebte und bisher letzte Studioalbum der US-amerikanischen Band Linkin Park. Es erschien am 19. Mai 2017 auf dem Plattenlabel Records und erreichte in den USA Platz 1 der Charts, in Deutschland immerhin Platz 2. Am 20. Juli 2017, also zwei Monate nach der Veröffentlichung, beging Sänger Chester Bennington Selbstmord. Danach legte die Band eine Pause ein.

Wer Linkin Park von den ersten Veröffentlichungen her kennt, der schätzte die Band wahrscheinlich als Rock-Band, die auch härtere Töne bediente. Davon ist auf „One More Light“ nichts geblieben. Gar nichts. „One More Light“ ist angefüllt mit Pop, Synthie- bis Elektro-Pop und klingt ein ums andere Mal nach Boygroup. Zwischenzeitlich wird sogar noch mal gerappt, doch der Fokus der Scheibe liegt eindeutig auf der Pop Musik, die dazu noch unfassbar langweilig klingt.

Tatsächlich kann nichts, rein gar nichts auf „One More Light“ überzeugen. Langweiliger, anbiedernder Pop, gemacht für den ganz schnellen Konsum. Getriggert wurde der Erfolg freilich auch durch den viel zu frühen und traurigen Tod des Chester Bennington. Doch es geht einfach kein Lied ins Ohr, geschweige denn, dass es hängenbleiben würde. Nun, um doch eine Nummer etwas herauszuheben, die schließlich doch etwas wirkt, sei an dieser Stelle auf den letzten Titel des Albums verwiesen. „Sharp Edges“ überzeugt doch ein kleines bisschen. Doch das ist viel zu wenig. Aber ansonsten? Sehr schade.

Fazit: „One More Light“ ist ein Beispiel für ein Album einer Band, die sich in die absolut bedeutungslose und langweilige Richtung entwickelt hat. Zu Beginn der Karriere noch rockig unterwegs, versinkt die Band hier im Synthie-Pop-Sound. Das ist wohl nur etwas für hartgesottene Fans. Ansonsten absolut zum Vergessen. Drei Punkte.

Anspieltipps: Sharp Edges



Dienstag, 5. April 2022

System Of A Down – Mezmerize

 



System Of A Down – Mezmerize


Besetzung:

Serj Tankian – vocals, keyboards, acoustic guitar on "Question!"
Daron Malakian – vocals, guitars, bass
Shavo Odadjian – bass
John Dolmayan – drums, percussion




Erscheinungsjahr: 2005


Stil: Alternative Metal


Trackliste:

1. Soldier Side (1:03)
2. B.Y.O.B. (4:15)
3. Revenga (3:48)
4. Cigaro (2:11)
5. Radio/Video (4:09)
6. This Cocaine Makes Me Feel Like I‘m On This Song (2:08)
7. Violent Pornography (3:31)
8. Question! (3:20)
9. Sad Statue (3:25)
10. Old School Hollywood (2:56)
11. Lost In Hollywood (5:20)

Gesamtspieldauer: 36:12



„Mezmerize“ heißt das vierte und bisher vorletzte Studioalbum der armenisch-US-amerikanischen Band System Of A Down. „Mezmerize“ wurde am 17. Mai 2005 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Es erreichte in Deutschland sogar Platz 1 der Charts und stellt mit einer Laufzeit von lediglich etwas mehr als 36 Minuten das kürzeste Studioalbum von System Of A Down dar. „Mezmerize“ wurde gleichzeitig mit dem Album „Hypnotize“ geschrieben, welches ein halbes Jahr später in ähnlicher Cover-Aufmachung veröffentlicht wurde.

System Of A Down lieben die Extreme, was man auf „Mezmerize“ sehr gut hören kann. Unfassbar schnelle und krachende Gitarren wechseln sich mit sanften akustischen Passagen ab. Selbiges gilt für den Gesang, der mal dezent und fast schon verträumt aus den Boxen strömt, ein anderes Mal in fürchterliches Geschrei ausartet. Somit ist „Mezmerize“ durchaus ein abwechslungsreiches Album geworden, welches jedoch trotz der zum Teil im Speed-Metal-beheimateten Klänge immer eingängig bleibt.

Doch natürlich kann zu viel „Geschrei“ einen Titel killen, wenn man eben nicht auf diese Art der Sprachverbreitung steht. Glücklicherweise geschieht dies auf dem Album lediglich phasenweise. Die Höhepunkte weisen diese Passagen jedoch nur marginal auf. „Radio/Video“ ist solch ein Lied, welches rockt, dann wieder sanft klingt und sogar folkloristische Abschnitte aufweist, die mit tollen Vokal-Arrangements angefüllt wurden.

Rockig und wunderschön melodiös klingt „Question!“. „Lost In Hollywood“ stellt dann den eher sanften Ausstieg aus diesem Album dar. Neben „Radio/Video“ sind diese beiden Lieder meine Favoriten auf dem Album, da sie wunderschön ins Ohr gehen und Titel solcher Art sind, an die man sich lange erinnert und wegen derer man manchmal ein Album auflegt.

Fazit: „Mezmerize“ von System Of A Down ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden. Mal hart, mal zart dringen die Akkorde ans Ohr. Das Gespür für die eingängige Melodie zeigen die vier Musiker dabei einmal mehr. Cooles Album, welches nicht im Mainstream spielt. Harten Rock zu mögen ist allerdings eine Grundvoraussetzung, um mit dieser Scheibe warm zu werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Radio/Video, Question!, Lost In Hollywood



Sonntag, 3. April 2022

Pattern-Seeking Animals – Only Passing Through

 



Pattern-Seeking Animals – Only Passing Through

Besetzung:

Ted Leonard – vocals and guitars
Jimmy Keegan – drums, percussion and vocals
Dave Meros – basses
John Boegehold – synthesizers, programming, mellotron, assorted mandolins and guitars, electric sitar, charango and ronrocco, vihuela, autoharp and vocals


Gastmusiker:

Beraud – backing vocals (4)
Chris Flynn – backing vocals (4)
Ivy Marie – backing vocals (4)
Izora – backing vocals (4)
Jenice Rosen – bassoon (6)
John Fumo – trumpet and flugelhorn (3)
Lindsay Willinger – backing vocals (10)
Molly Pasutti – backing vocals (4, 8, 10)
Patrick McNamara – synthesizer (7)
Rini – violin (3,4)
Robin Tapp – backing vocals (4)
Stanley T Sichel – rhythm guitar (10)
Vesislava – cello (6)




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Everdark Mountain (2:50)
2. I Can’t Stay Here Anymore (6:05)
3. Time Has A Way (13:15)
4. Rock Paper Scissors (5:01)
5. Much Ado (4:49)
6. Only Passing Through (4:19)
7. Said The Stranger (7:07)
8. Here With You With Me (8:22)

Bonus Tracks:

9. I’m Not Alright (4:17)
10. Just Another Day At The Beach (3:32)

Gesamtspieldauer: 59:42



Am 1. April 2022 erschien bereits das dritte Studioalbum der im Jahr 2018 gegründeten Band Pattern-Seeking Animals, die sich aus aktuellen oder ehemaligen Musikern von Spock’s Beard zusammensetzt. „Only Passing Through“ heißt das neueste Werk der US-Amerikaner und erschien, wie bereits die beiden Vorgängerplatten, auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

Dass die vier Musiker irgendetwas mit Spock’s Beard zu tun haben müssen, das hört man immer wieder beim Durchhören der insgesamt zehn Titel – und das liegt nicht nur am Gesang des Ted Leonard. Insgesamt weist die Musik viele Parallelen zu Spock’s Beard auf, mehr noch, als auf den beiden vorherigen Alben. Das Spiel mit den Atmosphären, das Wechseln der Stimmungen und bestimmte Melodiebögen lassen hier zwangsläufig Vergleiche aufkommen. Und dann ist da selbstverständlich auch die Eingängigkeit der einzelnen Lieder. Dieses Gespür für eine Melodie, welche schnell ins Ohr geht, das hatten die US-Amerikaner schon immer.

Besonders überzeugend klingen die Titel der Pattern-Seeking Animals immer dann, wenn sie sich im Umfeld des Progressive Rocks bewegen. Schön hört man dies bei der – oh wie überraschend – längsten Nummer des Albums „Time Has A Way“. Rhythmus- und Tempowechsel, musikalische Themen, die sich entwickeln, um schließlich in andere überzugehen sowie der Einsatz von Bläsern und Streichern lassen dieses Lied wunderschön abwechslungsreich erklingen.

Ebenfalls überaus gelungen und spannend klingt „Said The Stranger“. Das Lied besitzt einen Groove und treibt die Musik vor sich her ohne dabei in Hektik zu verfallen. „Here With You With Me“ gefällt mir alleine schon wegen der Gesangsarrangements. Ebenfalls sehr hörenswert. Den einen oder anderen Ansatz der Musik, sich eher im Mainstream Rock zu bewegen hört man allerdings ebenso auf „Only Passing Through“. Zwar gehen diese Titel genauso gut ins Ohr, sind jedoch nicht unbedingt die Musik, die man von den Pattern-Seeking Animals hören möchte, da es diese schon genügend von anderen, langweiligeren Bands gibt. Trotzdem überzeugt das Album insgesamt und mit jedem weiteren Durchlauf sogar noch ein wenig mehr, da sich viele Melodien mit jedem erneuten Mal des Hörens noch besser erschließen.

Fazit: Auch das dritte Album der Pattern-Seeking Animals ist ein überzeugendes geworden. Wer hier freilich abgefahrenen oder frickeligen Progressive Rock erwartet, die oder der wird sicherlich von „Only Passing Through“ enttäuscht werden. Auf dem Album hört man eine Mischung aus Progressive Rock und Mainstream Rock, die immer wieder melodiös überzeugt und Spaß macht gehört zu werden. Wer die ersten beiden Alben der Band mochte und auch Spock’s Beard Musik gegenüber aufgeschlossen ist, die oder der wird auch an diesem Album viel Spaß haben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Time Has A Way, Said The Stranger



Freitag, 1. April 2022

Red Hot Chili Peppers – Unlimited Love

 



Red Hot Chili Peppers – Unlimited Love


Besetzung:

Anthony Kiedis – lead vocals
Flea – bass (all tracks), piano (track 4), trumpet (3, 15)
John Frusciante – guitar (1–16), vocals (1, 5–9, 14–16), synthesizer (2, 3, 5, 7, 11, 12, 14, 16, 17), backing vocals (3, 11, 12), Mellotron (5), acoustic guitar (17)
Chad Smith – drums (1–16), percussion (1, 2), tambourine (1, 4), bass (2), shaker (7)


Gastmusiker:

Matt Rollings – piano (1, 6)
Mauro Refosco – percussion (3, 8, 10, 11, 13), tambourine (11)
Josh Johnson – saxophone (3)
Vikram Devasthali – trombone (3)
Nate Walcott – trumpet (3)
Aura T-09 – backing vocals (4)
Cory Henry – organ (5, 15)
Lenny Castro – percussion (5)




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Black Summer (3:52)
2. Here Ever After (3:50)
3. Aquatic Mouth Dance (4:20)
4. Not The One (4:26)
5. Poster Child (5:18)
6. The Great Apes (5:01)
7. It‘s Only Natural (5:33)
8. She‘s A Lover (3:41)
9. These Are The Ways (3:56)
10. Whatchu Thinkin‘ (3:40)
11. Bastards Of Light (3:38)
12. White Braids & Pillow Chair (3:40)
13. One Way Traffic (4:10)
14. Veronica (4:29)
15. Let ‘Em Cry (4:23)
16. The Heavy Wing (5:31)
17. Tangelo (3:28)

Gesamtspieldauer: 1:13:14



„Unlimited Love“ heißt das zwölfte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Red Hot Chili Peppers und wurde am 1. April 2022 auf dem Plattenlabel Warner Records veröffentlicht. Wieder mit dabei ist Gitarrist John Frusciante, der die Band 2009 verließ und 2019 wieder einstieg, um Josh Klinghoffer zu ersetzen. Tatsächlich war das grandiose „Stadium Arcadium“ das letzte Album der Red Hot Chili Peppers, welches in dieser Besetzung eingespielt worden ist.

Und somit verwundert es auch nicht besonders, dass man sich gleich mit dem Eröffnungstitel „Black Summer“, der übrigens als erste Single des Albums im Februar veröffentlicht wurde, musikalisch in die Zeit vor inzwischen unglaublichen sechzehn Jahren, in das Jahr 2006 zurückversetzt fühlt. Dieses Lied hätte so auch perfekt auf eben jenes „Stadium Arcadium“ gepasst.

Doch bereits mit dem nächsten Titel „Here Ever After“ ändert sich die Stimmung. Es wird rockiger und Anthony Kiedis wechselt in den Sprechgesang, wie er zu Beginn der musikalischen Karriere der Red Hot Chili Peppers öfters zu hören war. Um die ganze musikalische Bandbreite des Albums zu erfassen muss man schließlich noch dem dritten Titel „Aquatic Mouth Dance“ lauschen. Nun klingen die Red Hot Chili Peppers absolut funky. Funk Rock eben, wofür die Band auch bereits auf früheren Alben stand.

Das sind die Zutaten des Albums: Alternative Rock, etwas Hip Hop und dazu eine Prise Funk Rock. Ein wenig scheint „Unlimited Love“ eine kleine Zeitreise durch das bisherige Schaffen der US-Amerikaner darzustellen – wenn auch die richtig aggressiven Nummern der Anfangsphase fehlen. Das Zuhören macht Spaß und ich fühle mich beim Hören sehr gut unterhalten. Und wenn das Album schließlich mit dem sanften und eingängigen „Tangelo“ ausläuft freut man sich, dass es manche Bands auch nach vielen Jahren noch schaffen gute Platten zu veröffentlichen. Und dieser Eindruck wird beim zweiten Durchlauf und nochmals mit dem dritten Mal des Durchhörens weiter gesteigert.

Fazit: „Unlimited Love“ überzeugt durchaus – mit jedem weiteren Durchlauf sogar noch ein wenig mehr. Die Red Hot Chili Peppers klingen auf ihrem neuen Album rockig, funky und selbst kurze Hip Hop-Einlagen sind vorhanden. Dazu gehen viele der Lieder gut ins Ohr. Schön, dass sich John Frusciante nach seiner Zeit mit elektronischer Musik mal wieder seiner Gitarre und dem Rock widmet und die Band so wieder in ihrer erfolgreichsten Besetzung zusammengefunden hat. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Black Summer, Tangelo



Donnerstag, 31. März 2022

Evanescence – Fallen

 



Evanescence – Fallen


Besetzung:

Amy Lee – vocals, choral arrangements, piano, keyboards
Ben Moody – guitars, tribal percussion, programming
David Hodges – piano, keyboards, additional programming, string arrangements (tracks 1–3, 5–11)


Gastmusiker:

Francesco DiCosmo – bass
Josh Freese – drums
Zac Baird – additional programming
Chris Johnson – additional programming
Beverly Allen – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Geri Allen – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Eric Castro – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Melanie Jackson – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Karen Matranga – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Joanne Paratore – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Lesley Paton – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Dwight Stone – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Rick Stubbs – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Talaya Trigueros – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Susan Youngblood – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Paul McCoy – guest vocals (track 2)
David Campbell – string arrangements (tracks 1–3, 5–11)
Graeme Revell – string arrangements (track 4)




Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Gothic


Trackliste:

1. Going Under (3:34)
2. Bring Me To Life (3:57)
3. Everybody‘s Fool (3:15)
4. My Immortal (4:24)
5. Haunted (3:06)
6. Tourniquet (4:38)
7. Imaginary (4:17)
8. Taking Over Me (3:50)
9. Hello (3:40)
10. My Last Breath (4:07)
11. Whisper (5:30)
12. My Immortal (Band Version) (4:33)

Gesamtspieldauer: 48:56



„Fallen“ heißt das Debüt-Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Evanescence. Es wurde am 4. März 2003 auf den Plattenlabeln Wind-Up und Epic Records veröffentlicht. Es ist das einzige Album von Evanescence, auf dem der Gitarrist Ben Moody zu hören ist, der die Band später im Jahr 2003 verließ. „Fallen“ ist das bisher kommerziell erfolgreichste Album von Evanescence und erreichte in zahlreichen Ländern die Spitze der Charts. In Deutschland kletterte die Platte bis auf Platz 2.

„Fallen“ läuft in vielen Beschreibungen unter der Überschrift „Nu Metal“ oder „Alternative Metal“. Das klingt nach sehr „harter“ Musik, die man jedoch auf „Fallen“ lediglich ansatzweise zu hören bekommt. Alles auf diesem Album klingt eingängig und melodiös und Passagen mit etwas „schwererem“ Gitarrensound fügen sich nahtlos in diesen Kontext mit ein. Das bedeutet, man muss kein Metal-Fan sein, um an diesem Album Spaß zu haben.

Neben den rockigen Abschnitten enthält das Album auch akustische Passagen und jede Menge orchestrale Töne, die sich über die gesamte Platte hinwegziehen. Auch dies trägt dazu bei, den Rock etwas wärmer erklingen zu lassen. An mancher Stelle hört sich das sogar leicht „überzuckert“ an, wie beim sanften „My Immortal“. Das Lied tendiert ganz eindeutig in Richtung Musical. Dazu gesellt sich die häufig sehnsüchtig, manchmal verzweifelt klingende Stimme der Amy Lee und fertig ist das Album, welches eher im Genre des Gothic Rocks beheimatet ist.

Alles klingt auf „Fallen“, auch wenn es diese eine, diese sehr herausragende Nummer nicht gibt. Andererseits fällt auch kein Titel gegenüber den anderen Liedern ab, sodass man dem Album ganz entspannt lauschen kann, ohne Gefahr zu laufen gleich nach der Fernbedienung greifen zu müssen, um einen Titel zu überspringen.

Fazit: Wer es in der Musik dramatisch und immer eingängig mag, wer das Spiel mit den Atmosphären aus sanft und hart liebt, die oder der dürfte an „Fallen“ von Evanescence sehr viel Spaß haben. Musik die rockt und streichelt und dabei jederzeit ins Ohr geht. Unterhält. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Bring Me To Life



Dienstag, 29. März 2022

Placebo – Never Let Me Go

 



Placebo – Never Let Me Go


Besetzung:

Brian Molko – lead vocals, guitar, synthesizers, loops, drum machine, bullroarer
Stefan Olsdal – bass, guitar, synths, piano


Gastmusiker:

Matthew Lunn – drums
Pietro Garrone – drums
Cody Jet Molko – backing vocals (track 7)




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Forever Chemicals (5:09)
2. Beautiful James (4:08)
3. Hugz (3:51)
4. Happy Birthday In The Sky (5:09)
5. The Prodigal (4:46)
6. Surrounded By Spies (5:14)
7. Try Better Next Time (3:07)
8. Sad White Reggae (3:25)
9. Twin Demons (3:58)
10. Chemtrails (4:31)
11. This Is What You Wanted (4:11)
12. Went Missing (5:05)
13. Fix Yourself (5:01)

Gesamtspieldauer: 57:42



„Never Let Me Go“ heißt das achte Studioalbum der britischen Alternative-Rock-Band Placebo und erscheint fast neun Jahre nach dem siebten Studioalbum „Loud Like Love“. „Never Let Me Go“ wurde in den Jahren von2019 bis 2021 eingespielt und am 25. März 2022 auf dem Plattenlabel So Recordings veröffentlicht. Gleichzeitig ist es das erste Album der Band, welches sie als Duo eingespielt haben, nachdem Schlagzeuger Steve Forrest sie 2015 verlassen hatte.

Gleich mit den ersten Takten erkennt man, dass es sich hier um ein Placebo-Album handelt. Natürlich ist der Gesang des Brian Molko unverwechselbar, doch auch der Sound der Musik lässt unweigerlich an Placebo denken. Druck- und kraftvoll klingt die Musik auf „Never Let Me Go“, selbst wenn dem Klang des Synthesizers bei einem Lied mal mehr Platz eingeräumt wird. So bleibt das Gehörte insgesamt doch Rock, den man hier zu hören bekommt und zwar Rock, der einem ganz schnell ins Ohr geht. Genau das ist die Stärke dieses Albums, dass sich hier Lied an Lied reiht, welches überzeugt und ins Ohr geht.

Nach solch einer langen Zeit zwischen den Veröffentlichungen war nicht mehr unbedingt mit solch einem Album von Placebo zu rechnen. Denn „Never Let Me Go“ knüpft an vorherige Großtaten der Band an, sodass auch Fans der früheren Alben sich für das Album begeistern dürften. Ich höre auf der Platte viele Höhepunkte und keinen Ausfall, sodass man das Album in einem Durchhören kann, ohne die Plattennadel weiterbewegen oder zur Fernbedienung greifen zu müssen. Dazu klingt „Never Let Me Go“ einheitlich und konsistent, auch wenn mit „The Prodigal“ eine fast schon beschwingte orchestrale Nummer zu hören ist, die das Gesamterscheinungsbild des Albums jedoch dadurch nochmals auflockert.

Fazit: Mit „Never Let Me Go“ ist Placebo ein sehr überzeugendes Album nach so vielen Jahren der musikalischen Abwesenheit gelungen. Eingängige und melodiöse Titel, die keineswegs anbiedernd klingen. Placebo haben ihre Musik überzeugend in die 20er Jahre dieses Jahrhunderts transformiert. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Prodigal, Surrounded By Spies



Sonntag, 27. März 2022

Get Well Soon – Amen

 



Get Well Soon – Amen


Besetzung:

Konstantin Gropper – everything else


Gastmusiker:

Verena Gropper – vocals, violin
Paul Kenny – drums
Alex Mayr – vocals
Konrad Henkelüdeke – percussion
Ziggy Has Ardeur – vocals
Christian Ehringer – trumpet, flugelhorn
Andreas Pompe – saxophones
Jochen Welsch – trombone, euphonium
Christian Prader – flute
Marcus Wuest – electric piano




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Pop


Trackliste:

1. A Song For Myself (4:22)
2. My Home Is My Heart (5:11)
3. I Love Humans (5:43)
4. This Is Your Life (5:18)
5. Our Best Hope (4:21)
6. One For Your Workout (4:02)
7. Mantra (4:57)
8. Chant En Disenchant (3:56)
9. Richard, Jeff And Elon (4:21)
10. Us vs Evil (4:49)
11. Golden Days (3:45)
12. Accept Cookies (5:58)

Gesamtspieldauer: 56:49



Knappe vier Jahre hat es gedauert, bis der deutsche Musiker und Multiinstrumentalist Konstantin Gropper nach „The Horror“ sein neustes Werk veröffentlicht. „Amen“ heißt dieses und erschien am 25. März 2022 auf dem Plattenlabel Virgin Music.

Gleich, mit den ersten Akkorden und Takten hört und merkt man, dass es sich dabei um ein Get Well Soon-Album handelt, wenn man die vorherigen Platten des gebürtigen Biberachers bereits kennt. Die Stimme, der Sound, all das lässt sich sofort mit Konstantin Gropper und Get Well Soon verbinden. Eine musikalische Änderung bezüglich der ersten Platten ist allerdings doch festzustellen. Die Musik von Get Well Soon erklingt inzwischen poppiger und irgendwie fröhlicher, optimistischer als noch auf den vorherigen Alben – ein wenig geht dabei jedoch auch an Intensität verloren. Das soll nicht bedeuten, dass die einzelnen Lieder auf „Amen“ nicht unterhalten würden, denn das machen sie eindeutig. Allerdings gehen sie nicht mehr so tief, packen nicht mehr ganz so wie früher.

Trotzdem ist „Amen“ alles andere als ein langweiliges oder gar schlechtes Album geworden. Allein schon die Produktion mit diesem vollen Sound ist aller Ehren wert und begeistert. Auch dramaturgisch hat Konstantin Gropper nichts verlernt. Zweite Stimmen, fetter orchestraler Sound, all das gibt es auch auf „Amen“ zu hören. Die Lieder klingen melodiös und gehen ins Ohr, auch bereits beim ersten Mal des Hörens. Höhepunkte sind dabei wie immer reine Geschmackssache. Mich überzeugt sehr „I Love Humans“ – vielleicht weil es doch noch etwas an frühere Alben erinnert? Aber das muss jede und jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit: Konstantin Gropper hat mit Get Well Soon den Optimismus gefunden. Das Album klingt deutlich fröhlicher und auch poppiger, als die früheren Platten von Get Well Soon. Dadurch ist die Musik eindeutig auch zugänglicher für eine größere Hörerschaft geworden. Das klingt alles nicht schlecht – und früher war zwar alles nicht besser, doch im Fall von Get Well Soon ein wenig intensiver. Acht Punkte.

Anspieltipps: I Love Humans, Accept Cookies



Freitag, 25. März 2022

God Is God – Metamorphoses

 



God Is God – Metamorphoses


Besetzung:

Etkin Çekin – synthesizer
Galina Ozeran – synthesizer, vocals


Gastmusiker:

Masha Smirnova – synthesizer (5)
Marie Lemes – violin (5)


Label: Bureau B


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Behind The Heroes (1:45)
2. The Song Pt. 1 (4:00)
3. Liquid Space (5:24)
4. The Song Pt. 2 (5:46)
5. Masha-Marie (5:35)
6. Metamorphoses Pt. 1 (5:23)
7. Metamorphoses Pt. 2 (2:34)
8. Drops (3:16)
9. Dream (2:02)
10. Song To The Siren (4:48)

Gesamtspieldauer: 40:37



„Metamorphoses“ heißt das Debütalbum von God Is God, einem Duo bestehend aus dem türkischen Musiker Etkin Çekin und der weißrussischen Multiinstrumentalistin und Sängerin Galina Ozeran. Im Jahr 2015 sind sich die beiden Musiker erstmals in Berlin über den Weg gelaufen und im Jahr 2018 wurde schließlich God Is God gründet. Mit „Metamorphoses“ erschien nun am 18. Februar 2022 das erste gemeinsame Werk auf dem Plattenlabel Bureau B.

„Metamorphoses“ klingt experimentell und alles andere als einheitlich. Die elektronischen Klänge überwiegen bei Weitem auf diesem Album. Ab und an singt Galina Ozeran dazu auch mal in russischer oder englischer Sprache, jedoch erklingt er überwiegende Teil der Musik auf „Metamorphoses“ instrumental. Das Spiel mit den Atmosphären versteht das Duo dabei vortrefflich. Stimmungen werden mit jedem der zehn Titel transportiert. Nicht selten erklingen diese dunkel und leicht sphärisch. Doch God Is God verleihen auch einem Titel wie „Liquid Space“ jenes Leben, welches man bereits beim Lesen des Liedtitels zu erwarten glaubt.

Würde das alles einheitlicher klingen, wäre der Gesamteindruck von „Metamorphoses“ sogar noch gelungener geworden. Solch einem sphärischen und doch intensiven Titel wie „Masha-Marie“ gleich im Anschluss eine fast schon in Richtung Synthie-Pop driftende Nummer wie „Metamorphoses Pt. 1“ folgen zu lassen ist zumindest gewagt. Natürlich trägt sowas zum Aufhorchen und auch zur Abwechslung des Albums bei. Doch es reißt sowohl Hörerin wie auch Hörer immer wieder aus einer gerade zu erfühlenden Stimmung heraus, die durch den vorher gehörten Titel gerade noch vermittelt worden war. Schade.

Doch solch Nummern wie „Liquid Space“, „Masha-Marie“ oder „Drops“ haben einfach etwas, weil sie durch die transportierte Atmosphäre etwas auslösen. Einzeln gehört vollbringen einige Titel auf „Metamorphoses“ somit deutlich mehr, als im Verbund gehört. Sie ermöglichen für einen kurzen Augenblick das Eintauchen in eine klangliche Welt, die man dann für sich wirken lassen sollte.

Fazit: Durchaus interessant und spannend, was die beiden Musiker Etkin Çekin und Galina Ozeran auf ihrem ersten Album zu Ohr bringen. In der Gesamtheit wirkt es zwar ein wenig zu divers und uneinheitlich, doch viele der Titel wirken durchaus und machen Spaß. Wer auf experimentelle Töne steht, die zumeist sogar melodiös ins Ohr eintauchen, die oder der ist hier genau richtig. Neun Punkte.

Anspieltipps: Liquid Space, Masha-Marie, Drops



Mittwoch, 23. März 2022

The Jeremy Days – Beauty In Broken

 



The Jeremy Days – Beauty In Broken


Besetzung:

Dirk Darmstaedter – vocals, guitars, bass, keyboards
Louis C. Oberlander – keyboards
Jörn Heilbut – guitars, bass, keyboards
Stefan Rager – drums, percussion, keyboards


Gastmusiker:

Pola Lia Schulten – additional vocals on “Lights Out”




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Beauty In Broken (4:01)
2. For The Lovers (4:53)
3. Blue New Year (3:21)
4. Stupid November (4:29)
5. Breathe (3:33)
6. Lassos Of Love (3:12)
7. The Deep Dark Night (4:02)
8. Behind The Sky (5:09)
9. Tear Me Up (4:22)
10. Postcard (5:19)
11. Lights Out (4:58)

Gesamtspieldauer: 47:25



Irgendwann im Jahr 1995 war Schluss für die Hamburger Band The Jeremy Days. Die Musiker gingen nach einer sehr erfolgreichen Zeit Ende der 80er bis Mitte der 90er Jahre getrennte Wege. Zwar reformierten sich die Jeremy Days immer wieder mal zu besonderen Anlässen, doch an eine Wiedervereinigung war lange nicht zu denken. Umso überraschender und schöner dann die Ankündigung der Band, trotz Corona wieder zueinandergefunden zu haben und ein neues Album einzuspielen. Lediglich Christoph M. Kaiser, Bassist und ebenso Gründungsmitglied wie die restlichen vier Musiker der Jeremy Days, gehört nicht mehr der wiederformierten Band an, die nun am 25. März – nach 27 Jahren – ihr neuestes Album mit dem Titel „Beauty In Broken“ auf dem bandeigenen Plattenlabel Circushead Records veröffentlicht.

Die elf Titel auf „Beauty In Broken“ sind eine Gemeinschaftsproduktion der vier Musiker, die alle am kompositorischen Prozess der Lieder beteiligt waren. Und man kann zweifelsohne feststellen, dass die Jeremy Days haben nichts von ihren Stärken eingebüßt haben. Auch auf diesem neuen Album hört man eingängigen Rock, der nicht allzu lange Zeit benötigt, um sich im Ohr festzusetzen. Bei vielen der Titel ist dies sogar bereits beim ersten Mal des Hörens der Fall. Melodiöser und auch spannender Rock, der sich immer im Grenzgebiet zum Pop bewegt und genau dadurch sogar nochmals eingängiger erklingt.

„Beauty In Broken“ lässt sich in einem durchhören und unterhält dabei bestens. Man bekommt keine Ausfälle auf diesem gelungenen Album präsentiert, dafür eine ganze Menge Höhepunkte. In meinem Fall wären das der Titeltrack, mit dem die Platte eröffnet wird. Das Lied „Stupid November“, welches mir einfach nicht mehr aus dem Ohr gehen möchte. Und schließlich wäre da noch die Nummer „Behind The Sky“, die sich so schön steigert. Klasse. Im Grunde genommen hätte ich an dieser Stelle auch andere Titel erwähnen können, denn alle elf Lieder des Albums lohnen gehört zu werden.

Fazit: „Beauty In Broken“ verbreitet eine irgendwie coole Stimmung. Die Musik geht ins Ohr, klingt dabei keineswegs anbiedernd, sondern jederzeit hörenswert und unbeschwert. Kennt man die Jeremy Days nicht, würde man sie kaum nach Deutschland verorten. Schön, dass sich die vier Musiker nochmals getraut haben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Beauty In Broken, Stupid November, Behind The Sky



Montag, 21. März 2022

Moby – Play

 



Moby – Play


Besetzung:

Moby – instruments, vocals on "Porcelain", "South Side", "Machete", "If Things Were Perfect", "The Sky Is Broken"


Gastmusiker:

Pilar Basso – additional vocals on "Porcelain"
Reggie Matthews – additional vocals on "If Things Were Perfect"
Nikki D – additional vocals on "Bodyrock"
The Shining Light Gospel Choir – vocals on "Why Does My Heart Feel So Bad?"




Erscheinungsjahr: 1999


Stil: Electronica, Downtempo


Trackliste:

1. Honey (3:28)
2. Find My Baby (3:59)
3. Porcelain (4:01)
4. Why Does My Heart Feel So Bad? (4:24)
5. South Side (3:49)
6. Rushing (3:58)
7. Bodyrock (3:00)
8. Natural Blues (4:13)
9. Machete (3:37)
10. 7 (1:02)
11. Run On (3:45)
12. Down Slow (1:34)
13. If Things Were Perfect (4:18)
14. Everloving (3:25)
15. Inside (4:48)
16. Guitar Flute & String (2:09)
17. The Sky Is Broken (4:18)
18. My Weakness (3:37)

Gesamtspieldauer: 1:03:12



„Play“ nannte der US-Amerikaner Richard Melville Hall, der natürlich unter seinem Pseudonym „Moby“ sehr viel bekannter ist, sein fünftes Studioalbum. „Play“ wurde am 17. Mai 1999 auf dem Plattenlabel Mute Records veröffentlicht. Nachdem das Album zu Beginn eher mäßige Verkaufszahlen aufwies erreichte es nach Monaten dann doch noch die Spitzenplätze zahlreicher, englischsprachiger Albumcharts. In Deutschland kletterte das Album dagegen lediglich bis auf Platz 21 der Charts. Inzwischen ist „Play“ mit über zwölf Millionen verkauften Exemplaren weltweit das meistverkaufte Electronica-Album aller Zeiten und wurde in den Jahren 2003 und 2012 vom Rolling Stone Magazine auf Platz 341 der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten gesetzt.

Nun, auf „Play“ findet sich überaus eingängige Musik, die zudem größtenteils auch noch tanzbar ist. Ganz egal ob mit rhythmischen, elektronischen Beats versehen oder ganz sanft mit akustischer Gitarre, Flöte und Streicher eingespielt, die musikalische Palette auf „Play“ ist sehr groß und weit. Und allen diesen Liedern ist gemein, dass sie sich ganz schnell im Ohr festzusetzen verstehen. Mit jedem weiteren Durchlauf des Albums wird dieser Eindruck nochmals intensiver und verstärkt. Es ist diese Mannigfaltigkeit in der Musik, Electronica trifft auf akustische Titel, die beim Hören niemals Langeweile aufkommen lässt. Dabei treffen auch sphärische Arrangements auf Hip-Hop-Passagen, die sich dann in kleine Rocker wandeln – und selbst dies scheint irgendwie zusammen zu passen.

„Play“ ist ein kurzweiliges, insgesamt optimistisch bis fröhlich klingendes Album geworden, auf dem jede und jeder etwas für sich finden kann. Das ist nicht immer wein Qualitätsmerkmal, denn zu viele Einflüsse können ein Album auch verderben und nicht mehr fassbar werden lassen. Doch genau das passiert auf „Play“ glücklicherweise nicht. Unterschiedliche Musikstile scheinen hier ineinander zu fließen und zusammen zu gehören. Und selbst Musikrichtungen, die einem im Allgemeinen nicht so zusagen oder begeistern können werden auf dieser Platte deutlich zugänglicher. Höhepunkte des Albums sind das groovige „Natural Blues“, die verträumte Nummer „Everloving“ sowie das kurze „Guitar Flute & String“, welches bereits in seinem Namen die vorherrschende Stimmung trägt. Ausfälle gibt es bei den insgesamt achtzehn Titeln keine zu verzeichnen. Jedes Lied hat was.

Fazit: „Play“ von Moby ist ein unglaublich vielschichtiges Album geworden. Und selbst wenn man mit Electronica nicht so viel anfangen kann, Moby bereitet diese Musikrichtung für ein breiteres Publikum auf und lässt es zugänglich werden. Dazu gibt es akustische Ausflüge, die sanft und melodiös aus den Boxen zu fließen scheinen. Abwechslungsreichtum pur, verbunden mit ganz viel Eingängigkeit. Elf Punkte.

Anspieltipps: Natural Blues, Everloving, Guitar Flute & String