Donnerstag, 25. August 2011

Alanis Morissette – Jagged Little Pill





Alanis Morissette – Jagged Little Pill


Besetzung:

Alanis Morissette – vocals, harmonica
Glen Ballard – guitars, keyboards, programming, recording
Gota Yashiki – groove activator
Dave Navarro – guitars
Flea – bass
Benmont Tench – organ
Matt Laug – drums
Rob Ladd – drums, percussion
Lance Morrison – bass
Michael Thompson – organ
Basil Fung – organ, guitar
Joel Shearer – guitars
Michael Landau – guitars
Ted Blaisdell – recording


Label: Maverick Recording Company


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Pop / Rock


Trackliste:

1. All I Really Want (4:46)
2. You Oughta Know (4:09)
3. Perfect (3:08)
4. Hand In My Pocket (3:42)
5. Right Through You (2:56)
6. Forgiven (5:00)
7. You Learn (4:00)
8. Head Over Feet (4:27)
9. Mary Jane (4:40)
10. Ironic (3:50)
11. Not The Doctor (3:48)
12. Wake Up (4:53)
13. You Oughta Know (Hidden LP remix and additional hidden track) (8:12)

Gesamtspieldauer: 57:31




Mit „Jagged Little Pill“ ist Alanis Morissette im Jahre 1995 ein richtig gutes Pop-Album gelungen. Und das Schöne ist, es befindet sich kein richtig schlechter Song unter den zwölf Liedern. Dafür sind allerdings solch tolle Songs wie „You Oughta Know“, „Hand In My Pocket“ oder aber „Head Over Feet“ auf dem Album enthalten. Alanis Morissette scheint auf diesem Album mehrere gescheiterte Beziehungen zu verarbeiten – und wie sie das auf „Jagged Little Pill“ macht, ist aller Ehren wert. Die Lieder strotzen nur so vor Gefühl, ohne dabei langsam oder sogar schnulzig zu klingen. Ganz im Gegenteil, die Stücke strotzen nur so vor Kraft und Elan und wissen mitzureißen.

Weitere sehr erfolgreiche Singleauskopplungen aus dem Album waren „You Learn“, „All I Really Want“ und „Ironic“. Zugegebenermaßen ebenfalls nette Poplieder, die allerdings nicht mehr ganz an die Klasse der ersten drei genannten Stücke heranreichen.

Auch die weniger bekannten Lieder können gefallen. Allen Songs auf dem Album wohnt etwas Besonderes inne, was sie weit weg von Langeweile positioniert und der CD somit ein richtig schönes Gesamtbild verleihen.

In den Credits nicht aufgeführt wird das letzte Stück, bei dem es sich zunächst um eine alternative Version von „You Oughta Know“ handelt, die dieselbe Länge wie das Original besitzt und sich auch nur unwesentlich davon unterscheidet. Anschließend befindet sich als „Hidden Track“ noch ein Stück, welches Alanis Morissette ohne musikalische Begleitung singt. Das Stück finde ich jetzt nicht so gelungen, aber was will ich meckern, es ist ja eine zusätzliche Beigabe.

Fazit: Wer auf gut gemachte und perfekt arrangierte Popmusik steht, die über schöne Melodien und abwechslungsreiche Rhythmen verfügt, der kann mit diesem Album nichts falsch machen. Für dieses „Gute-Laune-Album“ vergebe ich zehn Punkte.

Anspieltipps: You Oughta Know, Hand In My Pocket, Head Over Feet, Wake Up



Mittwoch, 24. August 2011

Talk Talk – It’s My Life






Talk Talk – It’s My Life


Besetzung:

Mark Hollis – vocals
Lee Harris – drums
Paul Webb – bass


Gastmusiker:

Tim Friese-Greene – keyboards
Ian Curnow – keyboards
Phil Ramocon – piano
Robbie McIntosh – guitar
Morris Pert – percussion
Henry Lowther – trumpet


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: New Wave / Pop


Trackliste

1. Dum Dum Girl (3:51)
2. Such A Shame (5:42)
3. Renée (6:22)
4. It's My Life (3:53)
5. Tomorrow Started (5:57)
6. The Last Time (4:23)
7. Call In The Night Boy (3:47)
8. Does Caroline Know? (4:40)
9. It's You (4:41)




Auf diesem Album, It’s My Life, zeigen die Mannen um Mark Hollies bereits, dass sie in der Lage sind sehr viel anspruchsvollere New Wave- beziehungsweise Popmusik zu produzieren, als der Großteil ihrer Bandkollegen Mitte der 80er Jahre.

Der bekannteste Song auf der Platte ist mit Sicherheit „Such A Shame“, wenn nicht sogar das bekannteste Stück der ganzen Band-Geschichte. Wahrlich ein klasse Stück Musik, sehr eingängig mit einer tollen Melodie, bei dem es sich lohnt, auch mal das Video anzusehen.

Die zweite Singleauskopplung war „It’s My Life“, ein typisches Synthipop-Lied, welches längst nicht an die Klasse von „Such A Shame“ herankommt, ohne dabei richtig schlecht zu sein. Aber dem Stück fehlt das „gewisse Etwas“.

Und da wären wir schon bei den nicht so bekannten Liedern des Albums. Dieses wird eröffnet mit dem toll instrumentierten „Dum Dum Girl“, bei dem auf dem Synthesizer flötenähnliche Töne produziert werden, die dem Lied im Refrain diesen schönen, ungewöhnlichen Touch geben. Sonst ist das Stück eine ganz nette New Wave Nummer.

Der dritte Track auf dem Album heißt „Renée“. Ein sehr ruhiges Lied und mit deutlich über sechs Minuten auch das längste Lied auf der CD. Hier zeigen die Musiker von Talk Talk bereits, wohin die Reise auf den nächsten Alben gehen wird: Weg von der radiotauglichen Musik, hin zu fast schon progressiven Ansätzen, ohne, dass hier natürlich ein Vergleich, zum Beispiel mit den frühen Genesis, standhalten könnte. „Tomorrow Started” beginnt ähnlich wie “Such A Shame”, entwickelt sich dann allerdings in eine ganz andere Richtung. In diesem Lied geht es weiter weg vom Synthie-Pop, was auch der Einsatz einer Trompete belegt.

„The Last Time“, „Call In The Night Boy“ und “It’s You” sind dann wieder typische Poplieder, wie sie Mitte der Achtziger „in“ waren. Nichts Besonderes, aber man muss auch nicht gleich auf der Fernbedienung weiterskippen, um zum nächsten Track zu gelangen.

Bliebe noch „Does Caroline Know“ zu erwähnen, welches von einem ganz interessanten Basslauf und langgezogenen Synthesizerklängen lebt. Ansonsten ist das Stück allerdings ein wenig monoton und schafft es durch genau diese Eintönigkeit nicht, mich zu begeistern.

Fazit: Auf „It’s My Life“ zeigen die Musiker von Talk Talk im Ansatz, wohin die Reise auf zukünftigen Veröffentlichungen gehen wird. Das Album beinhaltet einige ganz nette Stücke, ohne vollständig überzeugen zu können. Von mir gibt es daher für dieses Werk sieben Punkte.

Anspieltipps: Dum Dum Girl, Such A Shame, Renée



Dienstag, 23. August 2011

Philip Glass - Koyaanisqatsi






Philip Glass - Koyaanisqatsi


Besetzung:

Albert de Ruiter – voice of Koyaanisqatsi
The Western Wind Vocal Ensemble – chorus
Michael Riesman – keyboards
Jack Kripl – saxophone, flute, clarinet
Jon Gibson, Richard Preck – saxophone
Bob Mintzer – saxophone, bass, clarinet
Tom Nyfenger – piccolo, flute
Lew Soloff, Charles Lewis, Lowell Hershey, Mark Gould, Allan Dean – trumpet
Sharon Moe, Peter Gordon, Russel Rizner, Brooks Tillotson, Albert Richmond – french horn
Bob Smith, Keith O’Quinn, James Pugh – trombone
George Flynn – bass trombone
Warren Deck, Samuel Pilafian – tuba
Jill Jaffe, Sue Pray, Theodore Israel, Jean Dane – Viola
Seymour Barab, Beverly Lauridsen, Kermit Moore, Frederick Zlotkin – cello
John Beal, John Bongiorno – bass
Kurt Munkacsi - remix


Label: Island Records Ltd


Erscheinungsdatum: September 1983


Stil: Minimal Music


Trackliste

1. Koyaanisqatsi (3:30)
2. Vessels (8:06)
3. Cloudscape (4:40)
4. Pruit igoe (7:04)
5. The grid (14:56)
6. Prophecies (8:11)




Bei dem Titel „Koyaanisqatsi“ handelt es sich um einen Film, der den ersten Teil einer Trilogie darstellt, die sich mit dem Eingriff des Menschen in die Natur beschäftigt. Den Soundtrack dazu lieferte der amerikanische Komponist, Philip Glass.

Die Musik zum Film ist genau so ungewöhnlich, wie der Film selbst, der weder gesprochenes Wort noch eine Handlung enthält und nur aus aneinandergereihten Sequenzen besteht, die die Eingriffe des Menschen in seine Umwelt thematisieren.

Zur Musik: Der Titeltrack „Koyaanisqatsi“ besteht aus einem sehr tiefen Orgelspiel und dazu passend, das ganz tief gesungene Wort „Koyaanisqatsi“, welches ein Ausdruck aus der Sprache der Hopi-Indianer ist und in etwa so viel bedeutet wie „Leben im Ungleichgewicht“. Das Lied wirkt absolut düster und sehr monoton, weiß aber gerade deswegen zu überzeugen und auch zu beeindrucken. „Vessel“ beginnt dann mit Chorgesang, wobei jedoch keine Worte gesungen werden, vielmehr handelt es sich um ein Zusammenspiel weiblicher wie männlicher Stimmen, welches aus vielen „Ooohs“, „Aaahs“ und „Waahs“ besteht. Nach 3:30 setzt dann zusätzlich ein Keyboardlauf ein - und die „Ooohs“ und „Aaahs“ werden noch unterfüttert. Auch dieses Lied zeigt trotz seiner Länge von über acht Minuten wenig Abwechslung. Es wirkt geradezu so, als wollte sich der Chor in eine Art Trance singen. Mit noch schnellerem Keyboardspiel wird die Stimmung dann abermals gesteigert, wobei das Lied nun fast schon gehetzt wirkt, ohne, dass das negativ gemeint wäre.

Beim Stück „Cloudscape“ haben anschließend die zahlreichen Orchesterinstrumente ihren Einsatz, ohne, dass an diesem Stück der Chor beteiligt wäre. Auch dieses Lied wirkt in seiner Monotonie wieder düster und fast schon bedrückend und schafft es, eine sehr tiefgehende Atmosphäre zu erzeugen. Auf „Pruit igoe“ haben dann die Streicher ihren großen Auftritt. Das Lied besteht zu Beginn lediglich aus sehr ruhig und leise gespielten Streicherpassagen, bis dann bei etwa 2:30 wieder die Blasinstrumente ihren Einsatz haben. Jetzt wirkt das Stück gar nicht mehr ruhig, sondern laut und fast schon aggressiv. Ab Minute vier kommt es dann zu einer weiteren Steigerung, denn der Chor setzt erneut ein und alles wirkt noch ein wenig aufgeregter durch die vielen „Bas“, die jetzt von den Sängern intoniert werden. „Pruit igoe“ ist ein klasse Stück Musik, welches über die perfekte Steigerung verfügt, ehe es ganz zum Ende wieder sehr ruhig wird.

„The grid“ ist ähnlich aufgebaut. Nur, dass dieses Mal die Bläser sehr dezent in das Stück einführen. Dann folgt ein Keyboardlauf und der Track nimmt schlagartig an Fahrt auf und behält dieses Tempo über die weiteren dreizehn Minuten so aufrecht. Auch der Chor spielt hier wieder eine gehörige Rolle in der Steigerung des Stückes. Mit seinen knapp fünfzehn Minuten ist „The grid“ das längste Stück auf der CD und das einzige, welches es ohne die dazugehörigen Bilder des Films nicht schafft, tieferen Eindruck zu hinterlassen. Vielleicht liegt es auch an der Dauer des Liedes, dass es nach wenigen Minuten ein bisschen monoton wirkt.

Überzeugen kann dann wieder das letzte Stück auf der CD: „Prophecies“. Es beginnt mit einem schönen Orgellauf und wirkt und klingt, nach Einsatz des Chores, wie ein in einer imposanten Kirche gesungener Choral. Ein bewegendes und eindringliches Stück Musik und ein würdiger Abschluss für diesen tollen Soundtrack. „Prophecies“ führt schließlich wieder in den ersten Song der CD, „Koyaaniqatsi“, über und bildet damit den Ringschluss des ganzen Albums.

Fazit: Einen sehr ungewöhnlichen, aber bewegenden Soundtrack hat Philip Glass hier geschaffen, der bis auf wenige Ausnahmen, auch ohne die Kraft der dazugehörenden Bilder, seine Wirkung nicht verfehlt. Wer auch mal das Ungewöhnliche hören möchte, das nicht im Radio läuft, das meist irgendwie traurig wirkt, aber keine neutrale Meinung zulässt, der wird an diesem Album viel Spaß haben - auch wenn dieser Spaß „Melancholie“ heißen könnte. Mir ist diese CD zwölf Punkte wert.

Anspieltipps: Alle sechs Titel.



Montag, 22. August 2011

Peter Gabriel – I





Peter Gabriel – I


Besetzung:

Peter Gabriel – voices, keyboard, flute, recorder


Gastmusiker:

Allan Schwartzberg – drums, directories
Tony Levin – bass, tuba, leader of barbershop quartet
Jim Maelen – percussion, synthibam, bones and barbershop
Steve Hunter – full frontal guitar, electric and acoustic, rhythm guitar, pedal steel
Robert Fripp – electric guitar, classical guitar, banjo
Jozef Chirowski – frontal keyboard, barbershop
Larry (Wires) Fast – synthesizers and programming
Dick Wagner – backing voice and solo guitar on “The flood” and end “Slowburn”
The London Symphony Orchestra


Label: Charisma Records Ltd


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Progressive Rock / Rock / Pop


Trackliste

1. Moribund The Burgermeister (4:19)
2. Solsbury Hill (4:20)
3. Modern Love (3:38)
4. Excuse Me (3:20)
5. Humdrum (3:35)
6. Slowburn (4:36)
7. Waiting For The Big One (7:13)
8. Down The Dolce Vita (4:43)
9. Here Comes The Flood (5:54)

Gesamtspieldauer: 41:28



1977, zwei Jahre nach seinem letzten Album mit Genesis, veröffentlichte Peter Gabriel sein erstes Soloalbum, das kurz “Peter Gabriel” oder eben “I” hieß. Und wenn man die Platte auflegte, beziehungsweise die CD in den Player schiebt, glaubt man sich bei dem ersten Lied gleich wieder bei „The lamb lies down on Broadway“. Denn der erste Track „Moribund the Burgermeister“ hätte perfekt auf dieses letzte Genesis-Album mit Peter Gabriel gepasst.

Aber schon beim zweiten Stück merkt man, dass Peter Gabriel nun eigene und ganz andere Wege, wie zu Genesiszeiten, gehen möchte. „Solsbury Hill“ ist ein klasse Song mit toller Melodie und einem klasse Rhythmus, hat aber gar nichts mehr mit progressiver Rockmusik zu tun, sondern passt sehr viel eher in die etwas anspruchsvollere Popschiene. Dies soll das Stück aber auf keinen Fall abwerten, denn es ist ein wunderschönes Lied und gehört mit Sicherheit zu den besten Stücken, die Peter Gabriel jemals geschrieben hat.

Der nächste Track „Modern love“ passt da schon eher in die „Rocknische“, ein treibender Rhythmus zeichnet dieses Stück aus und es lebt vom schön verzweifelten Gesang Gabriels. „Excuse me“ zeigt anschließend wieder einen ganz anderen Stil. Es erinnert ein wenig an Dixieland, klingt ganz lustig, ist aber sicherlich nicht das Highlight dieser Platte. Klasse wird es dann wieder beim nächsten Stück: „Humdrum“. Ein ganz langsames und traurig wirkender Track - und damit ein krasser Gegensatz zum vorherigen Lied.

„Slowburn“ ist erneut eine Rocknummer, treibende Beats und ein Gesang, der mich beim Chor ganz stark an Queen erinnert. Sonst ist das Lied allerdings nichts Besonderes. Das gilt auch für „Waiting for the big one“. Dieses Stück ist ein langsamer Blues, klavier- und gitarrenlastig und vollkommen untypisch für Peter Gabriel Songs. Und das glücklicherweise, denn das Lied weiß wahrlich nicht zu überzeugen.

Anschließend wird es aber wieder viel besser. „Down the dolce vita“ ist erneut eine ganz tolle Nummer. Orchestral fängt es an und weiß dann durch seinen Rhythmus in Verbindung mit einer klasse Melodie und der Orchestrierung zu überzeugen. Überzeugen kann auch der letzte Song, „Here comes the flood“. Ein absolut typisches Lied für Peter Gabriel. Tolle Melodie, klasse Steigerung und über allem schwebt Gabriels unverwechselbare Stimme. Beim Refrain wird es sogar ein wenig bombastisch. Schlicht und ergreifend ein Klassiker in der Songgeschichte Peter Gabriels.

Fazit: Ganz eindeutig versucht Peter Gabriel auf „I“ noch seinen Stil zu finden, denn viele verschiedene Musikrichtungen finden sich auf der Platte wieder. Am besten klingt es allerdings in den Stücken, die typisch für spätere Veröffentlichungen Gabriels werden sollten. Die CD ist noch nicht ganz so gut, wie viele der nachfolgenden Alben, dazu wird hier noch zu sehr experimentiert. Allerdings befinden sich auf der CD auch einige richtige Klassiker, sodass ich für diese Scheibe elf Punkte vergebe.

Anspieltipps: Solsbury Hill, Humdrum, Down The Dolce VitaHere Comes The Flood



Sonntag, 21. August 2011

Tangerine Dream – Stratosfear





Tangerine Dream – Stratosfear


Besetzung:

Edgar Froese – mellotron, synthesizer, guitar, piano, bass, harmonika
Chris Franke – synthesizer, organ, percussion, mellotron, cembalo
Peter Baumann – synthesizer, rhythmcomputer, e-piano, mellotron


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Electronic Rock / Ambiente


Trackliste

1. Stratosfear (10:35)
2. The big sleep in search of Hades (4:26)
3. 3 am at the border of the marsh from Okefenokee (8:49)
4. Invisible limits (11:24)



Nein, Angst verbreitet diese CD nicht, wie das Wortspiel im Titel vielleicht vermuten lassen könnte. Der Titeltrack „Stratosfear“ ist sehr rhythmisch angelegt und wirkt bei einer Länge von über zehn Minuten nie langweilig. Das Stück ist perfekt durchkomponiert. Ist zu Beginn der Rhythmus des Stückes dominierend, so sind die letzten beiden Minuten dann sehr sphärisch gehalten.

„The big sleep in search of Hades” lebt anschließend zu Beginn vom Zusammenspiel der Gitarre Froeses mit einem flötenähnlichen Sound. Nach einem wiederum sehr sphärischen Mittelteil, geht das Stück wieder in die Anfangsinstrumentierung über und weiß durchaus an die griechische Mythologie zu erinnern.

Auf „3 am at the border of the marsh from Okefenokee” kommt dann für Tangerine Dream ganz ungewöhnlich, sogar eine Mundharmonika zum Einsatz. Auch hier bekommt man im Laufe des Liedes wieder ein flötenähnlichen Sound zu hören, der dem Stück einen ganz verträumten Touch gibt.

Bliebe noch das längste Stück des Albums: „Invisible limits“. Der Track beginnt sehr langsam und steigert sich dann immer mehr, um schließlich wieder sanft auszuklingen. Für mich das typischste Stück der ursprünglichen Tangerine Dream Bandbesetzung, Froese, Franke und Baumann auf der Platte. Richtig klasse finde ich bei diesem Stück das Klavierspiel gegen Ende des Liedes. Dieses auch wieder in Kombination mit einem Flötensound.

Fazit: Man muss elektronische Musik mögen, um mit dieser Veröffentlichung etwas anfangen zu können. Wem Klaus Schulze gefällt und wer die früheren Veröffentlichungen von Tangerine Dream mag, der wird auch mit dieser Scheibe aus dem Jahr 1976 seinen Spaß haben. Von mir gibt es dafür 7 Punkte.

Anspieltipps: Schwierig bei nur vier Stücken. Deshalb: In alle mal reinhören.



Samstag, 20. August 2011

Anthony Phillips – Missing Links Volume IV: Pathways & Promenades





Anthony Phillips – Missing Links Volume IV: Pathways & Promenades


Besetzung:

Anthony Phillips – all instruments


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 2.11.2009


Stil: Ambiente


Trackliste

1. The golden road to Samarkand (1:33)
2. Promenade (4:02)
3. Sceptred isle (2:46)
4. Danza cuccaracha (5:43)
5. Fallen idol (2:22)
6. Cascades (2:08)
7. Sky dawn (6:17)
8. Misty mountains (2:34)
9. It’s all Greek to me (2:27)
10. Haven from the sea (2:23)
11. Heavenly gene (2:18)
12. Ironclad (2:38)
13. Water gardens (2:36)
14. Night train (1:02)
15. Sleeping giant (1:39)
16. Sombrero (2:37)
17. Irish lament (1:26)
18. Aurora (3:03)
19. Without you (1:39)
20. Sad exodus (2:30)
21. Summer of love (3:10)
22. Light rain (3:20)
23. Halycon days (5:55)



Mit „Pathways & Promenades“ legte Anthony Phillips in seiner Reihe „Missing Links“, als vierte Veröffentlichung, eine reine Ambiente-Platte vor. Auf der CD ist Musik zu hören, die perfekt zu Yoga-Übungen oder aber zu einer Meditation passen würde. Spielt bei den ersten Tracks noch die Gitarre eine Rolle, so taucht sie bei den späteren Stücken auf der CD gar nicht mehr auf, diese Stücke sind reine Synthesizer-Kompositionen, die zwar sphärisch sind, jedoch meistens keine Melodieführung aufweisen. Diese Stücke können nur als Hintergrundmusik dienen oder, wie schon erwähnt, eine Meditation unterstützen. Mich würde es auch nicht wundern, wenn „Pathways & Promenades“ von einem Masseur bei seiner Tätigkeit aufgelegt werden würde.

Die Musik auf „Pathways & Promenades“ hat also nichts mit den ersten Veröffentlichungen Anthony Phillips zu tun, bei denen er sein früheres Engagement bei Genesis als Steve Hackett Vorreiter, nicht leugnen konnte.

Welche Titel sind auf der CD hervorzuheben, beziehungsweise stechen aus dem sphärischen Allerlei heraus? Das sind sicher die Titel, die zumindest noch über eine eigenständige Melodie verfügen, die Phillips auf der Gitarre spielt. Die da wären: „Promenade“, „Danza cuccaracha“ und „Sky dawn“. Auch noch gelungen sind die Tracks 6 und 13, „Cascades“ und „Water gardens“ sowie das kurze Klavierstück „Irish lament“. Der Rest der Stücke setzt einzig und allein auf, auf dem Synthesizer erzeugte Atmosphäre, die allerdings ein Klaus Schulze wesentlich besser zu produzieren versteht.

Fazit: Auch wenn die meisten Stücke sehr kurz sind, so schaffen sie es doch sehr oft Langeweile zu erzeugen. Die ist sicherlich kein Album, welches man intensiv hört, sondern eine CD, die größtenteils im Hintergrund läuft. Mit Genesis-Musik hat die Scheibe überhaupt nichts zu tun. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht meditiere, aber mir ist das ganze deutlich zu langatmig und langweilig geraten, das können die paar Highlights auch nicht ausbügeln. Mehr als fünf Punkte kann ich für „Pathways and Promenades“ nicht vergeben.

Anspieltipps: Die schon genannten Stücke mit etwas Abwechslung: Promenade, Danza cuccaracha, Sky dawn, Cascades, Water gardens und Irish lament. Der Rest ist „Sphäre“ pur.





Freitag, 19. August 2011

Tangerine Dream – Force Majeure





Tangerine Dream – Force Majeure


Besetzung:

Edgar Froese – keyboards, guitar
Chris Franke – keyboards
Klaus Krieger – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Electronic Rock / Ambiente


Trackliste

1. Force Majeure (18:17)
2. Cloudburst Flight (7:27)
3. Thru Metaphoric Rocks (14:30)



Ungewohnter Rock findet auf dieser Veröffentlichung von Tangerine Dream seinen Einzug in die Musik der Band. Dies wiederum bewirkt, dass „Force Majeure“ sich deutlich von seinen Vorgängern unterscheidet. Das merkt man sofort beim Titeltrack, der zwar sehr sphärisch beginnt, dann setzen jedoch Gitarre, Klavier und Schlagzeug ein und das Ganze wirkt eher wie ein Rocksong, und wurde bisher von Tangerine Dream so noch nicht gehört. Das erste Stück wirkt dabei wie eine Aneinanderreihung verschiedener kurzer Songs, die zwar verbunden, jedoch an sich nichts miteinander zu tun haben. Was allerdings nichts über die Qualität der einzelnen Teile aussagen soll, denn die sind meist sehr melodiös und haben durchaus ihren Reiz, sodass es sich lohnt diese auf dem Kopfhörer intensiv zu hören.

Das zweite Stück „Cloudburst Flight“ beginnt mit Gitarrenspiel und das Keyboard hält sich zunächst noch im Hintergrund. Nach einer kurzen Einleitungsphase übernimmt dann aber wieder das Keyboard die Melodieführung. Das Stück ist mit seinen siebeneinhalb Minuten Länge sicherlich radiotauglicher als andere Stücke von Tangerine Dream, hat allerdings den Nachteil, dass es etwas langweilig wirkt und nicht an die erste Komposition heranreicht, die dann doch viel mehr Ideen aufweist.

Das letzte Stück, „Thru Metaphoric Rocks“, hat dann wieder eine für Tangerine Dream schon typischere Länge, von vierzehneinhalb Minuten. Klavier und Synthesizer dominieren das Stück am Anfang, bis erneut die E-Gitarre einsetzt und den Track zu einer Rocknummer macht. Nach vier Minuten wird es dann wieder sehr sphärisch, die Gitarre verstummt und die Keyboards übernehmen die Rolle der Melodieführung. Ab hier wird es nun wieder ein typisches Tangerine Dream Lied, wenn auch als Stilmittel eine verzerrte Stimme sowie Hunde- bzw. Wolfsgeheul Einzug in das Lied finden, was nun gar nicht mehr so typisch für Tangerine Dream ist. Wie schon beim ersten Track, so wirkt allerdings auch dieses Stück aus verschiedenen, in diesem Fall drei Teilen, zusammengesetzt, die an sich nichts miteinander zu tun haben.

Fazit: „Force Majeure“ ist eine CD, die anders ist, als die bisherigen Veröffentlichungen von Tangerine Dream, da es sehr viel mehr rockige Anteile enthält. Wem die anderen Alben der Formation zu elektronisch sind, der findet vielleicht über dieses Album einen Zugang zu der Berliner Band. Auf mich wirkt dieses Album oftmals von schönen Melodien getragen, allerdings auch ein wenig zusammengeschustert und in manchen Passagen zu langweilig. Ich vergebe daher sieben Punkte an „Force Majeure“.

Anspieltipps: Force Majeure


Donnerstag, 18. August 2011

Kula Shaker – Peasants, Pigs And Astronauts






Kula Shaker
– Peasants, Pigs And Astronauts



Besetzung:

Crispian Mills – vocals, electric and acoustic guitars, harmonica, loud cannon
Alonza Bevan – bass, backing vocals, acoustic guitar loops
Jay Darlington – hammond organ, wurlitzer piano, farfisa & acetone electric organs and creamy analog keyboards
Paul Winter-Hart – drums and symbols
Graham Pattison – loops and soundcapes assembled and evolved


Gastmusiker:

Hariprasad Chaurasia – bamboo flute on “Namami Nanda – Nandana“ and „Stotra“
Himangshu Goswami – vocals on „Timeworm“ and „Stotra“, tabla on “Great Hosannah”
Gouri Choudhury – vocals on “Rhade Rhade and “Namami Nanda – Nandana“
A.K. Durvesh – shenai on “Shower Your Love” and “Timeworm”
Kamal – sarungi on “Mystical Machine Gun”
The Mighty Horn Assortment – all brass
Ed Shearmur – sting arrangements on “Shower Your Love” and “Great Hosannah”


Label: Columbia


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Psychedelic Rock, Rock


Trackliste:

1. Great Hosannah (6:08)
2. Mystical Machine Gun (5:41)
3. S.O.S. (2:55)
4. Radhe Radhe (2:49)
5. I'm Still Here (1:31)
6. Shower Your Love (3:40)
7. 108 Battles (Of The Mind) (3:16)
8. Sound Of Drums (4:28)
9. Timeworm (4:02)
10. Last Farewell (2:47)
11. Golden Avatar (4:30)
12. Namami Nanda – Nandana (12:31)




Mit „Peasants, Pigs And Astronauts” haben die vier Briten ein klasse Album vorgelegt, auf dem sie fast schon in perfekter Weise BritPop, Psychedelic Rock und indische Musik miteinander verweben. Gleich mi dem ersten Lied “Great Hosannah“ wird klar, dass man auf dieser Scheibe Außergewöhnliches zu hören bekommt. Ein tolles Lied, welches sofort ins Ohr geht – kraftvoll und dabei doch sehr melodiös. Perfekt sind dabei auch die Hintergrundgesänge arrangiert, die dem Lied die nötige Fülle geben.

Weiter geht es mit „Mystical Machine Gun“. Ein deutlich ruhigeres Lied als der Opener, welches in der Strophe fast mit einem Sprechgesang vorgetragen und nur im Refrain gesungen wird. Auch hier machen die Details das Lied, in diesem Fall die Bläser, zu einem sehr guten Track. „S.O.S.” beginnt dann mit einem Gimmick und ist das härteste Stück auf dem Album. Zu Beginn sagt eine Stimme: „It’s two o’clock“. Und diese Stimme klingt wie die eines Mainzelmännchens, obwohl selbiges den Musikern von Kula Shaker wohl kaum ein Begriff sein dürfte. Das Lied strotzt nur so vor Kraft und ist eine klasse Rocknummer.

Dann wird es mit „Radhe Radhe“ richtig indisch. Ich habe mir nie viel aus indischer Musik gemacht, aber hier passt alles perfekt, sodass auch dieses Lied zu einem Highlight eines sehr interessanten Albums wird. „I'm Still Here”, ist mit 1:31 Minuten das kürzeste Lied auf dem Album und bei diesem Track beweisen die Mannen von Kula Shaker, dass sie auch ruhigere Stücke schreiben können. Eine sehr schöne Ballade. „Shower Your Love” wird anschließend auch wieder “indisch” eingeleitet und dieses Stück ist am ehesten der Überschrift „BritPop“ zuzuordnen. Es erinnert sogar ein wenig an die Beatles.

„108 Battles (Of The Mind)” beginnt mit Donnergrollen und ist wieder ein etwas schnellerer Track, welches auch wieder dem „BritPop“ zugeordnet werden kann, wohingegen „Sound Of Drums” durch das Keyboardspiel wohl am ehesten an die Doors erinnert. Auch wenn die Anleihen unüberhörbar sind, so klingen die Lieder trotzdem nicht abgekupfert, sondern lediglich vom Stil her ans Ende des Jahrtausends übertragen und durchaus eigenständig.

“Timeworm” ist anschließend ein sehr schönes und ruhiges Lied, klasse hier die Melodieführung. „Last Farewell” erinnert dann erneut an die Doors, eine Reminiszenz. „Golden Avatar” ist ebenfalls ein schönes BritPop-Lied und auch hier kommt man automatisch zum Vergleich mit den Beatles. Das Lied hätte perfekt auf das Weiße Album gepasst.

Bliebe zum Abschluss noch „Namami Nanda – Nandana“. Das Stück ist natürlich keine zwölfeinhalb Minuten lang, das Lied dauert etwas über fünf Minuten, der Rest besteht aus Ruhe, nur ganz zum Schluss hört man dann noch einen „Hidden Track“, der wiederum indisch klingt und in dieser Sprache auch gesungen wird. Sicherlich kein Highlight des Albums, das verbirgt sich jeoch in den ersten fünf Minuten. Die Nummer beginnt sehr sphärisch mit Flötenklängen und weiß sich dann zu steigern. Der Gesang wird ebenfalls immer weiter gesteigert, bis ihn schließlich ein ganzer Chor intoniert. Ein toller Abschluss für ein richtig gutes Album.

Fazit: Die Kombination aus BritPop und indischer Musik gibt es nicht häufig. Hier, auf diesem Album, ist sie nun in Perfektion zu hören. Wer auf eingängige Musik steht, die allerdings nicht 08/15-mäßig, sondern immer wieder überraschend aus den Boxen quillt, der wird an diesem Album sehr viel Freude haben. Da sich auf der CD praktisch kein Ausreißer nach unten befindet und jeder Titel seinen ganz eigenen Reiz besitzt, vergebe ich für dieses Werk 12 Punkte.

Anspieltipps: Alle Titel, da sie alle interessant und doch völlig unterschiedlich sind.



Mittwoch, 17. August 2011

Eloy – Dawn





Eloy – Dawn


Besetzung:

Frank Bornemann – lead vocals, all electric and acoustic guitars
Klaus-Peter Matziol – bass guitars, vocals
Detlev Schmitchen – hammond organ, mini moog, mellotron, rmi keyboard computer, guitars, vocals
Jürgen Rosenthal – ludwig drums, paiste cymbals, glockenspiel, gongs, timbales, roto-toms, kettle-drums, temple blocks, voices, steps


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock / Krautrock


Trackliste:

1. Awakening (2:39)
2. Between The Times (6:07)
a. Between The Times
b. Memory Flash
c. Appearance Of The Voice
3. The Sun-Song (4:24)
4. The Dance In Doubt And Fear (4:28)
5. Lost? (Introduction) (5:20)
6. Lost? (The Decision) (5:01)
7. The Midnight Fight / The Victory Of Mental Force (8:07)
8. Gliding Into Light And Knowledge (4:16)
9. Le Réveil Du Soleil / The Dawn (6:48)




Mit dem Album “Dawn” haben Eloy 1976 eine klasse Scheibe vorgelegt. Das Album enthält nur Hörenswertes. „Awakening“ beginnt mit Donnergrollen und Regengeprassel, dann setzen die Streicher ein und der starke Beginn der Silberscheibe ist perfekt. Fließend geht es dann über in „Between The Times“. Hier halten schließlich schwerere Gitarren Einzug. Toll ist bei diesem Stück vor allem der zweite Teil: „Memory Flash“, wunderbar melodiös und schwebend klingt dieses Stück Musik. Im dritten Teil gibt es dann unter anderem einen weiblichen Sprechgesang, wobei die Sängerin nicht in den Credits aufgeführt wird. Und auch dieses Stilmittel passt perfekt zur Stimmung und Abwechslung des Liedes.

Es folgt mit dem „Sun-Song“, ein weiteres Highlight der Platte. Die vier Hannoveraner schaffen es nahezu perfekt auf diesem Album, wunderschöne Melodien zu kreieren, die fast frei schwebend aus den Boxen fließen und zum Tagträumen einladen. Weiter geht es mit „The Dance In Doubt And Fear“ und den beiden „Lost?“-Stücken, von denen nur „Lost? (Introduction)“ nicht ganz an die Qualität der anderen Stücke heranreicht, ohne wirklich schlecht zu sein.

Bei dem achtminütigen Track „The Midnight Fight / The Victory Of Mental Force“, fällt das immer wiederkehrende Manko der Band dann allerdings doch wieder sehr negativ auf: Der Gesang Frank Bornemanns. Bei diesem Track, bei dem er den Text schneller singen muss, fällt die schlechte Aussprache am deutlichsten auf: Als Beispiel sei hier nur sein „Sssru sse times“ erwähnt.

Die beiden letzten Stücke: „Gliding Into Light And Knowledge” und “Le Réveil Du Soleil / The Dawn“ sind dann aber wieder echte Highlights des Albums. Auch hier gibt es erneut wunderschöne Melodien zu hören, die perfekt instrumentiert sind.

Fazit: „Dawn“ ist ein fast durchweg gelungenes Album von Eloy und zeigt die Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Wer wunderschöne Melodien und perfekte Arrangements mit viel Atmosphäre mag, der kann hier getrost zugreifen. Einziger Kritikpunkt ist, wie so oft bei Eloy, dieser verdeutschte, englische Gesang. Aber vielleicht kann man sich daran auch gewöhnen? Von mir gibt es für dieses Werk satte ZWÖLF Punkte. Wer Krautrock und progressive Rockmusik mag, der wird dieses Album sehr wahrscheinlich auch klasse finden.

Anspieltipps: Alle Titel.




Dienstag, 16. August 2011

Eloy – Silent Cries And Mighty Echoes





Eloy – Silent Cries And Mighty Echoes


Besetzung:

Frank Bornemann – lead vocals, all electric, acoustic and effect guitars
Klaus-Peter Matziol – vocals, thunderbird and fender fretless bass guitars
Detlev Schmitchen – Hammond organ, mini moog and arp synthesizers, mellotron, rmi keyboard computer, xylophone, angelic voices
Jürgen Rosenthal – sonor genuine rosewood drums, paiste cymbals, timbales, roto-toms, temple blocks, kettle-drums, tubular bells, morse key, voice triangles, paper and flute


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Astral Entrance (3:03)
2. Master Of Sensation (6:01)
3. The Apocalypse (14:55)
a. Silent Cries Divide The Night
b. The Vision – Burning
c. Force Majeure
4. Pilot To Paradise (7:03)
5. De Labore Solis (5:06)
6. Mighty Echoes (7:13)


Bonus Tracks:

7. Child Migration (4:05)
8. Let The Sun Rise In My Brain (3:29)




Eloy waren in den 70ern eine der angesagtesten Bands in Deutschland. Und sogar in England hatten sie Erfolg. „Silent Cries And Mighty Echoes“ aus dem Jahre 1979 stellte dabei bereits die siebte LP-Veröffentlichung der Hannoveraner dar.

Gleich beim ersten Track können die vier Musiker nicht verheimlichen, dass Pink Floyd eine ihrer Lieblingsbands ist. Das klingt schon sehr nach „Shine On You Crazy Diamond“ und ein wenig Alan Parsons mit „The Fall Of The House Of Usher“ ist zu Beginn des Stücks auch mit dabei. Aber immerhin haben sie das ganz gut adaptiert.

Kraftvoll und melodiös geht es dann weiter mit „Master Of Sensation“. Ein schönes Lied mit ordentlichem „Groove“, welches auch das Highlight der kompletten Silberscheibe darstellt. Anschließend folgt mit „The Apocalypse“ das längste Lied des Albums. Es wird sehr langsam eingeleitet und hier macht sich gleich zu Beginn des Stücks das Manko, welches Eloy allgemein anhaftet, am deutlichsten bemerkbar: Der Gesang von Frank Bornemann! Sicherlich muss man nicht fließend Englisch sprechen können und vielleicht kann er das sogar, aber die Aussprache Bornemanns ist so was von „Denglisch“, dass es nur sehr schwer fällt, darüber hinwegzusehen. Der knapp 15-Minüter gehört aber auch ansonsten nicht zu den besten Stücken, die Eloy bisher veröffentlicht haben. Das Lied will nicht so recht ins Ohr gehen und stellt gerade mal Durchschnitt dar. Und das, obwohl sich in dem Song einige schöne Tempowechsel finden lassen.

„Pilot To Paradise“ klingt anschließend sehr sphärisch und das Lied schafft es auch, zumindest zu Beginn, dass man sich beim Zuhören wie auf einer Reise durch das Weltall fühlt. Unabhängig davon, ob man dort überhaupt das Paradies findet. „De Labore Solis“ weiß durch sein Gitarrenspiel in Verbindung mit einem sehr breiten Synthesizer-Sound zu gefallen. Irgendwie ganz nett, allerdings zünden auch hier wieder bei mir die Melodien nicht so, wie sie es noch auf „Dawn“ oder „Ocean“ getan haben. Und genau das war immer die Stärke von Eloy: Klasse Sound und wunderschöne Melodien, wobei auf "Silent Cries And Mighty Echoes" letztere immer nur in Ansätzen zu finden sind.

Das letzte „offizielle Lied“ heißt dann „Mighty Echoes“. Dieses beginnt sehr schön mit einer tollen Keyboardsequenz. Wenn der Track dann allerdings nach knapp einer Minute an Fahrt gewinnt, wird er gleichzeitig auch langweilig. Und das kann dann Bornemanns Gitarrensolo auch nicht mehr ausgleichen.

Blieben noch, die auf der CD vorhandenen Bonustracks: „Child Migration“ und „Let The Sun Rise In My Brain“. Die erste der beiden Zugaben beginnt sehr sphärisch und als Gimmick befindet sich in diesem Stück eine Chorpassage, die überrascht. Ansonsten gibt dieses Stück jedoch nicht viel her. Deutlich besser gelungen ist da schon der letzte Track, der eine schöne Melodieführung aufweist und bei dem auch eine Jethro Tull-mäßige Querflöte zum Einsatz kommt.

Fazit: „Silent Cries And Mighty Echoes“ ist mit Sicherheit eine der schwächeren Veröffentlichungen Eloys in den 70ern. Sicherlich ein Muss für Fans und immer wieder mal mit ganz überraschenden und auch guten Ideen, die allerdings nicht ausgebaut werden. Da hat Eloy schon sehr viel Besseres produziert. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Astral Entrance, Master Of Sensation, The Apocalypse, Let The Sun Rise In My Brain.



Sonntag, 14. August 2011

Jethro Tull – Thick As A Brick





Jethro Tull – Thick As A Brick


Besetzung:

Ian Anderson - Querflöte, Gesang, akustische Gitarre, Violine, Saxophon, Trompete
Barriemore Barlow - Schlagzeug, Tympani
Martin Barre - Elektrische Gitarre, Laute
John Evan - Klavier, Hammond-Orgel, Cembalo
Jeffrey Hammond-Hammond - Bass, Gesang


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Thick As A Brick (22:45)
2. Thick As A Brick (21:05)




Die Band „Jethro Tull“, die sich nach einem Agrarwissenschaftler des 18. Jahrhunderts benannt hat, hat mit „Thick As A Brick“ wohl ihr Meisterwerk vorgelegt. „Thick As A Brick“, was übertragen in etwa so viel heißt wie „Dumm wie Stroh“, ist ein Konzeptalbum, dessen Text angeblich von einem achtjährigen Jungen aus Manchester, Gerald Bostock, an die Band gesendet wurde. Allerdings steckt in Wirklichkeit der Kopf der Band, Ian Anderson, hinter dem Text und der Musik. Als Gimmick und Unterstreichung dieser Geschichte, wurde die Platte bei Erscheinen sogar in der fiktiven Zeitung „The St. Cleve Chronicle & Linwell Advertiser“ eingewickelt und ausgeliefert.

Zur Musik: Diese kann klar dem Progressive Rock zugeordnet werden, enthält allerdings auch Einflüsse des Folk bis hin zum Jazz. Eine zentrale Stellung nimmt auf dieser Veröffentlichung auch wieder das Querflötenspiel des Ian Anderson ein. Das Konzeptalbum weist zahlreiche Stil und Tempiwechsel auf und weiß immer wieder mit neuen, wunderschönen Melodien zu überraschen. Alles ist fließend und perfekt durchkomponiert. Vor allem das Zusammenspiel des schweren Keyboardsounds mit dem fast schwebenden Flötenspiel erzeugt eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.

Wer die progressive Rockmusik der 70er Jahre mag, der wird dieses Album ebenfalls lieben. Das Album enthält keinerlei Längen und immer wieder sprudeln die neuen Ideen quasi aus den Boxen. So hört man zu Beginn des zweiten Stückes sogar ein Drumsolo, was man sonst nur auf „Live-Veröffentlichungen hört und welches perfekt in die Musik integriert ist. Danach geht es wieder weiter mit fast schon „süßlichen“, auf der Gitarre gespielten Melodien, kombiniert mit dem Querflötenspiel Ian Andersons.

Fazit: „Thick As A Brick“ ist das „Foxtrot-Album“ von Jethro Tull. Ein ganz tolles Stück Musik, welches immer wieder zu begeistern weiß und am besten mit Kopfhörern gehört werden sollte, um auch wirklich alle Nuancen dieses Werks in voller Pracht genießen zu können.

Dieses Meisterwerk und beste Stück Jethro Tulls enthält von mir vierzehn Punkte und schrammt nur ganz knapp an den fünfzehn Punkten vorbei.

Anspieltipps: Man kann die beiden Tracks nur insgesamt hören. Daher Kopfhörer auf und los geht die musikalische Reise durch die Klangwelten Jethro Tulls.



Samstag, 13. August 2011

The Eels – Souljacker





The Eels – Souljacker


Besetzung:

Marc Oliver Everett – vocals, guitar, mellotron, clavinet, piano, baritone guitar, wurlitzer, etc.


Gastmusiker:

Butch – drums and percussion
John Parrish – guitars, drums, percussion, stylophone, keyboards, melodica, etc., programming on 2, 6, 7, 10
Koool G. Murder – bass, synthesizer, clavinet, guitar
Joe Gore – guitar on 8 & 12
Adam Siegel – bass on 5
Ryan Boesch – programming on 4, 5, 7, 8, 10 & 12


Label: Universalmusic


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Rock


Trackliste:

1. Dog faced boy (3:17)
2. That’s not really funny (3:19)
3. Fresh feeling (3:37)
4. Woman driving, man sleeping (3:30)
5. Souljacker part I (3:15)
6. Friendly ghost (3:22)
7. Teenage witch (4:44)
8. Bus stop boxer (3:42)
9. Jungle telegraph (3:39)
10. World of shit (3:29)
11. Souljacker part II (1:58)
12. What is this note? (2:28)

Gesamtspieldauer: 40:35




Eins gleich vorweg: Wer die Eels mag, der wird auch dieses Album lieben. Denn hier finden sich wahrhaft richtige „Perlen“. Diese kommen daher in den Songs „Woman driving, man sleeping“, „Friendly ghost“, „Souljacker part II“ und vor allem in dem genialen „Bus stop boxer“.

Aber auch „Souljacker part I“ und „World of shit” sind richtige Highlights des Albums. Wer Musik mag, die nicht immer “radiokonform” ist, wird mit diesem Album seinen Spaß haben. Die Musik quillt meistens leise aus den Boxen - leise, aber bewegend. Marc Oliver Everett hat einfach ein Gespür für tolle Melodien, die er ins richtige Licht zu setzen versteht. Hier hört man nicht 08/15 Melodien und Texte, sondern Musik, die eindeutig anspruchsvoller zu sein scheint und auch ist.

Weniger gelungen sind da lediglich „Dog faced boy“, „Teenage witch“ und „Jungle telegraph“, die zum Teil sehr atonal und übersteuert daherkommen. Das aber natürlich absichtlich. Allerdings muss und kann ich „E“ dabei nicht immer folgen. Für mich schießt er mit diesen Songs ein wenig zu weit über das Ziel hinaus.

Fazit: „Souljacker“ ist für Eels-Fans ein „Muss“. Es gibt allerdings andere Alben von den „Eels“, die den Einstieg zu dieser Musik erleichtern. Wer aber das Außergewöhnliche mag, der wird hier richtig bedient. Etwas quere Musik, die teilweise richtig zu begeistern weiß. Da sie das allerdings nicht über das ganze Album hinweg schafft, gibt es von mir dafür acht Punkte.

Anspieltipps: Die oben erwähnten Highlights in Form von: „Woman driving, man sleeping“, „Friendly ghost“, „Souljacker part II“ und „Bus stop boxer“.