Dienstag, 28. Mai 2013

The Psychedelic Furs – Midnight To Midnight




The Psychedelic Furs – Midnight To Midnight


Besetzung:

Richard Butler – vocals
John Ashton – guitars
Tim Butler – bass guitar


Gastmusiker:

Mars Williams – horn, saxophone
Paul Garisto – drums
Marty Williamson – second guitar
Jon Carin – keyboards
Steve Scales – percussion
Pete Hewlett – backing vocals
Frank Simms – backing vocals
Ed Buller – additional keyboards


Label: Columbia / Sony BMG


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: New Wave, Pop


Trackliste:

1. Heartbreak Beat (5:13)
2. Shock (5:08)
3. Shadow In My Heart (4:08)
4. Angels Don't Cry (5:11)
5. Midnight To Midnight (4:31)
6. One More Word (5:21)
7. Torture (3:53)
8. All Of The Law (4:49)
9. No Release (4:55)


Bonus Track:

10. Pretty In Pink (4:13)

Gesamtspieldauer: 47:22




Mit ihrem fünften Studioalbum „Midnight To Midnight“ vollzogen die Psychedelic Furs erneut einen kleinen Wandel. 1987, drei Jahre nach „Mirror Moves“ erschienen, ist zwar auch auf dieser Veröffentlichung New Wave Musik zu hören, allerdings wird der Gitarre dieses Mal ein etwas größerer Spielraum zugestanden. Zudem hatte es erneut einen Wechsel in der Bandbesetzung gegeben, denn der Drummer Keith Forsey hatte die Band wieder verlassen. The Psychedelic Furs war nun ein Trio geworden.

Erwähnenswert an der Platte ist, dass sie mit „Heartbreak Beat“ den einzigen Song der Band enthält, der es in die Top 40 der amerikanischen Single-Charts schaffte. „Midnight To Midnight“ ist insgesamt auch rockiger geworden als seine Vorgänger. Die Musiker haben sehr viel mehr Wert auf einen gewissen Groove der Stücke gelegt. Das funktionierte auch – allerdings häufig auf Kosten der Melodie. Die Songs sind nicht mehr ganz so eingängig wie auf dem Vorgänger-Album. Somit klingt auf „Midnight To Midnight“ zwar alles ganz „nett“, läuft so mit und belastet nicht weiter, jedoch beinhaltet dies auch, dass die Musik weniger hängenbleibt.

Die rockigeren Töne auf „Midnight To Midnight“ zeigen zwar eine weitere Seite der Psychedelic Furs, auch der Einsatz des Saxophons und weiterer Blasinstrumente ist durchaus gelungen und erzeugt neue Facetten in der Musik der englischen Band, so richtig zünden kann das Gehörte allerdings trotzdem nicht allzu oft. Irgendwie ist die Musik auf „Midnight To Midnight“ nichts Besonderes. Irgendwie fehlt ihr das gewisse Etwas, was einzelne Lieder zu etwas Wertvollem im Ohr des Hörers werden lässt. Ein wenig gelingt das bei „One More World“. Eine für Psychedelic-Furs-Verhältnisse fast schon „harte“ Nummer, bei der der Bläsereinsatz ebenfalls überaus gelungen ist. Das Lied rockt und geht dieses Mal auch ins Ohr. Hier macht das Hören richtig Spaß.

Als Zugabe gibt es mit „Pretty In Pink“ vom zweiten Album „Talk Talk Talk“, das wohl bekannteste Lied der Band in einer leicht verlängerten Version. Die Nummer bleibt natürlich hängen und geht ebenfalls ins Ohr beziehungsweise ist sie dort bereits, wenn man sie schon mal gehört hat und bildet einen schönen Abschluss des Albums.

Fazit: Natürlich kein schlechtes Album der Psychedelic Furs. Allerdings auch keine besonders aufregende Platte. Es plätschert alles so dahin, wenn auch sehr rhythmisch. Es bleibt leider nur relativ wenig hängen von dieser Scheibe. „Midnight To Midnight“ ist ein schönes Album für das „Nebenbei“ geworden und ein wenig nichtssagend… Sieben Punkte.

Anspieltipps: Heartbreak Beat, Midnight To Midnight, One More Word




Montag, 27. Mai 2013

Porcupine Tree – Metanoia




Porcupine Tree – Metanoia


Besetzung:

Richard Barbieri – synthesizers
Colin Edwin – fretless bass
Chris Maitland – drums
Steven Wilson – guitar, radio, additional keyboards


Label: Snapper


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Elektronische, improvisierte Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Mesmer I (8:34)
2. Mesmer II (6:05)
3. Mesmer III / Coma Divine (13:16)
4. Door To The River (4:45)
5. Metanoia / Intermediate Jesus (14:15)
6. Insignificance (4:57)
7. Metanoia II (10:56)
8. Milan (2:30)

Gesamtspieldauer: 1:05:18




Das Cover passt ganz gut zu dieser Improvisations-CD der englischen progressiv Rocker von Porcupine Tree. Man sieht irgendwie bunten Nebel, das war es. Und dieser Nebel lichtet sich nicht, genau so wenig wie die Musik auf „Metanoia“, die während den Sessions zur Aufnahme des Albums „Signify“ entstand und 2001, fünf Jahre später, selbst veröffentlicht wurde. Jedoch glaubt man diesen Nebel immer wieder deutlich zu hören auf dieser CD, mit der wohl nicht allzu viele Musikfreunde etwas werden anfangen können.

Die Lieder auf „Metanoia“ sind Improvisationen, das ist auch genau so im Booklet der CD vermerkt und dient damit wahrscheinlich als Warnhinweis an alle Porcupine Tree Fans, die erst durch die späteren Alben auf diese Band aufmerksam wurden. Denn nach Improvisationen klingt das Ganze – überdeutlich sogar. Sphärisch, mal treibender, wenn Chris Mailtand sich etwas mehr austoben darf, ein anderes Mal aber nur noch schwebend und befreit von jeglicher Schwere. Vier Musiker, manchmal auch nur drei, versuchen hier gemeinsam ihre Instrumente zu bedienen. Ohne Songstruktur wie Strophe und Refrain, ohne Melodie, ohne Text.

Das kann mitunter ganz spannend wirken, manches Mal allerdings auch sehr gewöhnungsbedürftig sein, da einfach zu abgehoben und nur noch nach Tönen, überhaupt nicht mehr nach Musik klingend. Wenn schließlich jegliche Struktur hinter sich gelassen wurde, bleibt dem Hörer lediglich die Möglichkeit ganz darin einzutauchen oder aber nach festem Untergrund zu suchen. Wer ersteres kann, hat es mit diesem Werk deutlich leichter.

Fazit: Wer Spaß an einer Reise durch abgefahrene Welten hat, der sollte es sich auf dem Sofa bequem machen, die CD „Metanoia“ einlegen, die Kopfhören aufsetzen und los geht der Ausflug in die Sphäre und in die Weiten von Irgendwas. Keine einfache Kost, etwas für Genießer des außergewöhnlichen Klangerlebnisses, welches konturlos nicht mit Melodiösität, sondern mit Atmosphäre punkten will. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Alle Titel, da ziemlich gleich aufgebaut





Sonntag, 26. Mai 2013

Leonard Cohen – Dear Heather




Leonard Cohen – Dear Heather


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals, guitar, jew’s harp, piano


Gastmusiker:

Sharon Robinson – various instruments, vocals
Roscoe Beck – bass
John Bilezikjian – oud
Richard Crooks – drums
John Crowder – bass, vocals
Johnny Friday – drums
Ron Getman – steel guitar, vocals
Bill Ginn – piano
Raffi Hakopian – violin
Garth Hudson – accordion
Sarah Kramer – trumpet
Sarah Kramer – trumpet
Jeremy Lubbock – string arrangements
Paul Ostermayer – flute
Stan Sargeant – bass
Bob Sheppard – tenor saxophone
Anjani Thomas – piano, vocals, backing vocals
Mitch Watkins – guitar, vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Pop, Blues, Soul


Trackliste:

1. Go No More A-Roving (3:43)
2. Because Of (3:03)
3. The Letters (4:48)
4. Undertow (4:22)
5. Morning Glory (3:32)
6. On That Day (2:07)
7. Villanelle For Our Time (5:57)
8. There For You (4:40)
9. Dear Heather (3:43)
10. Nightingale (2:31)
11. To A Teacher (2:36)
12. The Faith (4:20)
13. Tennessee Waltz (4:05)

Gesamtspieldauer: 49:27




70 Jahre war Leonard Cohen 2004 geworden, als mit “Dear Heather” sein elftes Studio-Album erschien. Dieses steht in direkter Tradition zur vorherigen Platte, die Musik ist ähnlich geartet: Sehr ruhig, mitunter fast schon monoton, viel weiblicher und souliger Hintergrundgesang. Allerdings ist auf jeden Fall schon mal positiv anzumerken, das hier jetzt wieder Musiker zum Einsatz kamen, um das Ganze auch einzuspielen. Also zum Beispiel kein Drum-Computer mehr, sondern ein Mensch, der auf eine Trommel und diverse Becken schlägt, wenn auch sehr zurückhaltend, bei dieser sehr sentimentalen bis melancholischen Musik.

Nun genau diese muss man mögen, oder man kann das eben nicht. Viel dazwischen wird es nicht geben. Diese rauchige Stimme ist da, aber hier auf „Dear Heather“ redet sie mehr, als sie singt. Ruhiger Sprechgesang, der ganz sanft mittels diverser Musikinstrumente begleitet wird, unterstützt durch soulige Frauenstimmen. Folk ist das definitiv nicht mehr, davon hatte sich Leonard Cohen aber schon vor vielen, vielen Jahren verabschiedet. Auf „Dear Heather“ gibt es eine ganze Menge sehr unaufgeregte Musik zu hören, die dieses Mal auch nicht so „technisch“ klingt, wie oftmals auf den Vorgänger-Alben, als dort die echten Musik-Instrumente fehlten. Meist stimmt diese Feststellung für „Dear Heather“, nicht jedoch beim zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftigen Titelsong selbst. Der ist dagegen irgendwie experimentell bis plastikmäßig und eben wieder so unvorteilhaft instrumentiert.

Fazit: Es ist nur noch wenig übriggeblieben von der Magie der Musik des Leonard Cohen. Klar die Stimme zieht einen immer noch in seinen Bann. Tief und sonor und hier auch nicht übertrieben. Aber das war es auch schon. Die paar kleineren Höhepunkte der Platte sind von jeder Menge Belanglosigkeit umgeben, die bei mir einfach nicht zünden will. Vielleicht ist aber auch genau dies das Problem, da ich die ersten Platten des Kanadiers zuerst kannte. Die waren auch traurig, sentimental, melancholisch und nur sehr zurückhaltend instrumentiert. Ruhige, stille Musik eben. Genau wie auf „Dear Heather“. Aber die Titel auf den früheren Alben hatten etwas, was diese hier nicht mehr oder nur noch sehr wenig haben oder aber was sich mir einfach nicht erschließen will. Etwas, was die Magie der Musik ausmacht. Etwas, das bestimmt, ob Musik wirkt oder eben nicht. Hier bei „Dear Heather“ bin ich bei „oder eben nicht“ angekommen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: The Letters, There For You, The Faith







Samstag, 25. Mai 2013

Triumvirat – Old Loves Die Hard




Triumvirat – Old Loves Die Hard


Besetzung:

Jürgen Fritz – piano, hammond organ, synthesizers, keyboards, string ensembles
Werner Frangenberg – bass
Hans Bathelt – drums, percussion
Barry Palmer – vocals


Gastmusiker:

The Cologne Children Choir
H.G. Lenders – choir conduction
Jane Palmer – backing vocals
Charly Schlimbach – saxophone
Sondra – money


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. I Believe (7:53)
2. A Day In A Live (8:15)
    a. Uranus' Dawn
    b. Pisces At Noon
    c. Panorama Dusk
3. The History Of Mystery (Part One) (7:51)
4. The History Of Mystery (Part Two) (4:00)
5. A Cold Old Worried Lady (5:51)
6. Panic On 5th Avenue (10:32)
7. Old Loves Die Hard (4:29)


Bonus Track:

8. Take A Break Today (3:45)

Gesamtspieldauer: 52:34




Auf ihrem vierten Album aus dem Jahr 1976 klingt die Kölner Band Triumvirat sehr viel eigenständiger, als auf den Veröffentlichungen zuvor. Natürlich kann man auch auf „Old Loves Die Hard“ noch Parallelen zu Emerson, Lake & Palmer entdecken – und zwar immer dann, wenn Jürgen Fritz alles aus seinen Tasteninstrumenten herauszuholen versucht. Dann stand zwar Keith Emerson schon noch Pate, allerdings nicht mehr ganz so intensiv, wie auf den ersten drei Platten.

Auch am Line-Up Triumvirats hatte sich etwas getan. Bassist Helmut Köllen hatte die Band verlassen, um eigene Wege zu gehen. Leider kam er bereits ein Jahr später auf tragische Weise ums Leben, als er sich anscheinend aus Versehen, beim Anhören seiner neuen Songs in seinem Auto in der Garage bei laufendem Motor mit den Abgasen tödlich vergiftete. Er war bereits vor den Aufnahmen von „Old Loves Die Hard“ durch Werner Frangenberg am Bass und Barry Palmer am Gesang ersetzt worden. Beide machen auf dem Album ihre Sache sehr gut.

Triumvirat sind auf „Old Loves Die Hard“ sehr viel eingängiger und melodiöser als auf den vorherigen Platten. Viele sehr schöne Melodien gibt es auf dem Album zu entdecken, welches es sogar bis auf Platz Eins der portugiesischen Album-Charts schaffte und sich ebenfalls in den US-Hitparaden platzierte. Stellvertretend für diese Harmonien und die Melodiösität in der Musik von Triumvirat auf diesem Album steht der Titel „A Cold Old Worried Lady“. Richtig schön.

Das Album startet mit „I Believe“, für Triumvirat bisher ungewohnt, sogar ein wenig poppig. Allerdings steht auch hier wieder die eingängige Melodie im Vordergrund, sodass die Nummer durchaus Spaß macht, auch wenn dieser Chor-Singsang, egal ob von Erwachsenen oder Kindern intoniert, zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist. Auch „A Day In A Live“ beginnt mit die Ohren umschmeichelnden Klängen. Dazu gesellt sich ein am Synthesizer produziertes Wind-Geräusch. Alles wirkt leicht, fast schon schwebend und entwickelt sich hin zu einem Piano Solo, welches Jürgen Fritz ebenfalls überaus gelungen ist. Im letzten Teil des Stückes nimmt die Musik dann nochmal Fahrt auf und rockt keyboardlastig und durchaus auch melodiös dem Ende des Liedes entgegen.

Das in zwei Teile separierte „The Hystery Of Mystery“ beinhaltet dann erneut wieder sehr weiche, harmonische Abschnitte, allerdings kommen hier die schrägeren Töne auch nicht zu kurz. Krumme Takte, treibende Passagen und deutlich experimentellere Abschnitte lassen hier das Herz des Freundes progressiver Rockmusik höherschlagen. Selbiges gilt auch für das längste Stück des Albums „Panic On 5th Avenue“. Hier klingt Jürgen Fritz jetzt mitunter wieder sehr nach Keith Emerson. Das Stück hätte so auch auf einer der früheren Emerson, Lake & Palmer Alben seinen Platz finden können.

Bliebe zum Schluss noch der Titeltrack und die Zugabe der remasterten Ausgabe der CD. „Old Loves Die Hard“ ist erneut sehr harmonisch gehalten und klingt wie eine Ballade, die mal von Foreigner stammen könnte, dann jedoch wieder Abschnitte aufweist, die stark an die Beatles erinnern. „Take A Break Today“ hört sich dagegen zunächst, im Vergleich zum Rest der Platte, fast schon hektisch an, war eine Single-B-Seite und wird im weiteren Verlauf eine richtige Popnummer.

Fazit: Mir gefällt das gut, was ich auf „Old Loves Die Hard“ zu hören bekomme. Angenehm ist zum einen, dass Triumvirat hier deutlich eigenständiger klingen und dann sind da noch diese schönen und eingängigen Melodien, die einen richtig packen können. Dieses vierte Album der Kölner Band ist sicherlich ihre bisher „massentauglichste“ Platte, was ich hier allerdings nicht als Nachteil auffasse, denn Triumvirat biedert sich mit „Old Loves Die Hard“ meines Erachtens nicht irgendwelchen Charts an. Das ist immer noch keine Radiomusik, das ist größtenteils melodiöser Prog-Rock. Elf Punkte.

Anspieltipps: I Believe, A Day In A Live, A Cold Old Worried Lady, Old Loves Die Hard




Freitag, 24. Mai 2013

Konstantin Wecker – Genug ist nicht genug




Konstantin Wecker – Genug ist nicht genug


Besetzung:

Konstantin Wecker – Gesang, Klavier, Fender Piano, Xylophon, Chor


Gastmusiker:

Raymund Huber – Bass, Fender Piano, Hohner String Maschine, Chor
Markus Sing – 6-String-Guitar, 12-String-Guitar
Hildi Hadlich – Cello, Chor
Toni Schwammerl – Chor
John Fischer – Chor


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Genug ist nicht genug (Für Barbara) (5:20)
2. Stur die Straße lang (2:55)
3. Was tat man den Mädchen (3:50)
4. Willy (9:24)
5. Der alte Kaiser (6:31)
6. In diesen Nächten (5:50)
7. (Es herrscht wieder) Frieden im Land (4:14)
8. Ausklang (1:34)

Gesamtspieldauer: 39:39




Mit „Genug ist nicht genug“ gelang Konstantin Wecker 1977 der Durchbruch als Liedermacher. Und wahrlich, wenn man die Platte hört, dann befinden sich darauf musikalisch gesehen wirklich tolle Titel. Die Botschaften sind, wie nicht anders zu erwarten bei Konstantin Wecker, sehr politisch. Letzteres trifft vor allem auf eines der bekanntesten Stücke des Liedermachers zu: „Willy“. Irgendwie ist dies allerdings kein Lied, eher ein erzähltes Hörspiel. Sprechgesang mit Hintergrundpiano, dazu gesellt sich im Refrain ein weinerlicher Gesang mit der Botschaft: Von 68 bis jetzt (1977) hat sich nicht wirklich was getan.

Der Rest der Platte ist allerdings auch musikalisch eindringlich. Dies gilt für das Wort, wie für die Musik. Wunderbar schöne Melodien und intelligente Texte, die, wie zum Beispiel bei „Der alte Kaiser“, richtig spannend und ergreifend vorgetragen werden. Das Klavier steht meistens im Vordergrund und es entfalten sich weiche Klanglandschaften, die praktisch durchweg sehr eingängig und harmonisch klingen. Und dies gilt bis hin zum letzten Stück „Ausklang“, einer kurzen Instrumentalnummer, die sich sentimentaler gar nicht anhören könnte. Und wenn das Piano mal schweigt, dann übernimmt das Xylophon diese Melodiösität eines Stücks (Frieden im Land).

Ausnahme zu diesen überaus eingängigen Harmonien ist neben dem bereits erwähnten Titel „Willy“ auch das Lied „Stur die Straße lang“. Gar nicht melodiös, eher sphärisch, schafft es Konstantin Wecker hier Sehnsucht in Musik auszudrücken. Man kann die „besungene“ Hitze praktisch fühlen und solche Sätze wie „Jemand schüttet Licht aus“, um Situationen zu beschreiben, bleiben einfach hängen. Klasse gelungen.

Fazit: Musik zum genauen Zuhören befindet sich auf „Genug ist nicht genug“. Meist wird diese sehr eindringlich und intensiv vorgetragen, was das Album definitiv nicht zu einer Platte werden lässt, die man mal so nebenbei hören kann. Das erfordert Aufmerksamkeit. Leise Töne gibt es hier zu hören, die einen mitunter wahrlich packen können. Der „Willy“ nervt, der Rest ist richtig gut gelungen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Genug ist nicht genug, Stur die Straße lang, Was tat man den Mädchen, Der alte Kaiser, In diesen Nächten, Frieden im Land, Ausklang (irgendwie fast alles)




Donnerstag, 23. Mai 2013

Queen – Rocks




Queen – Rocks


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, piano
John Deacon – bass guitar
Roger Taylor – drums, vocals
Brian May – guitars, vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. We Will Rock You (2:02)
2. Tie Your Mother Down (3:45)
3. I Want It All (4:31)
4. Seven Seas Of Rhye (2:45)
5. I Can't Live With You (4:48)
6. Hammer To Fall (4:23)
7. Stone Cold Crazy (2:14)
8. Now I'm Here (4:13)
9. Fat Bottomed Girls (4:16)
10. Keep Yourself Alive (3:45)
11. Tear It Up (3:25)
12. One Vision (5:09)
13. Sheer Heart Attack (3:25)
14. I’m In Love With My Car (3:11)
15. Put Out The Fire (3:19)
16. Headlong (4:38)
17. It's Late (6:27)
18. No One But You (Only The Good Die Young) (4:14)

Gesamtspieldauer: 1:10:30




Okay, „Queen Rocks“ ist eine Kompilation, eine Zusammenstellung der etwas härteren Stücke von Queen. Autor ist dabei in den allermeisten Fällen Brian May. Aber braucht man diese CD als Queen-Fan, der diese Stücke sowieso alle schon sein Eigen nennt eigentlich? Viele der Lieder hat man davon wahrscheinlich sogar schon doppelt - auf Vinyl und in der CD-Version. Alles also schon des Öfteren gehört und sehr gut bekannt.

Nun so ganz stimmt das nicht. Ganz am Ende der CD gibt es noch ein neues Lied, „No One But You (Only The Good Die Young)“. Dieses Stück ist gleichzeitig die letzte Nummer, die die restlichen verbliebenen drei Bandmitglieder zusammen geschrieben und aufgenommen haben, wenn wohl auch die Hauptkomposition ebenfalls von Brian May stammt. Ein melancholischer Song, bei dem es, wer hätte das gedacht, um Freddie Mercury geht.

Dazu gibt es noch alternative Versionen von „I Want It All“, „I Can’t Live With You“ und von „I‘m In Love With My Car“, die sich aber kaum von den Originalen unterscheiden. Das war es, den ganzen Rest gibt es bereits auf den Studioalben der Band.

Fazit: Über die Zusammenstellung einer Kompilation lässt sich trefflich streiten. Für mich ist diese nicht unbedingt gelungen – aber sei’s drum. Lohnt sich der Kauf für dieses eine neue Lied? Nein, das kann man sich auch als einzelnenTrack irgendwo legal runterladen. Lohnen sich die alternativen Versionen? Irgendwie auch nicht, da das „Alternative“ auch nur sehr klein ausfällt. Für Komplettisten vielleicht ein Muss, vielleicht auch noch für Leute, die nur an den etwas härteren Liedern der Band interessiert sind. Aber gibt es wirklich solche Menschen? Für alle anderen gilt: Anschaffung absolut unnötig. Die Musik ist deutlich besser als die Anzahl der Punkte, die ich dafür vergebe. Aber wegen dieser Geldmacherei, genau so wirkt das nämlich, gibt es trotzdem nur vier Punkte.

Anspieltipps: No One But You (Only The Good Die Young)




Mittwoch, 22. Mai 2013

Curved Air – Airborne




Curved Air – Airborne


Besetzung:

Sonja Kristina – vocals
Darryl Way – violin, keyboards
Tony Reeves – bass, keyboards
Stewart Copeland – drums
Mick Jacques – guitars


Gastmusiker:

Robin Lumley – piano on “Broken Lady”
Alan Skidmore – sax on “Hot And Bothered”
Henry Lowther – trumpet on “Hot And Bothered”
Frank Ricotti – congas
Jack Emblow – accordion on “Broken Lady”
Bob Sargeant – organ on “Desire” and “Kids To Blame”


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Desiree (3:14)
2. Kids To Blame (3:21)
3. Broken Lady (3:16)
4. Juno (3:26)
5. Touch Of Tequila (3:51)
6. Moonshine (11:38)
7. Heaven (Never Seemed So Far Away) (3:21)
8. Hot And Bothered (2:55)
9. Dazed (4:19)


Bonus Track:

10. Baby Please Don't Go (2:32)

Gesamtspieldauer: 41:53




Im Grunde genommen stellt „Airborne“ das letzte offizielle Curved Air Studioalbum dar. Alles was danach kam waren Kompilationen, Live Alben oder aber Veröffentlichungen bisher unveröffentlichten Materials. „Airborne“ setzt dabei die Tradition des letzten Albums fort: Einfache und rockige Songs, die im Unterschied zu den meisten anderen Bands auch mal eine Violine mit eingebaut haben.

Bei all diesen Songs schlägt das Pendel leider auch immer wieder mal stark nach unten aus. Wenn jemand mal einen richtig schlechten Pop-Song hören möchte dann empfehle ich „Touch Of Tequila“. Einfach unsäglich dieses „My oh my it’s summertime….“ Der ganze Rest ist relativ seichtes Geplänkel. Nichts, was einen besonders beschäftigt oder interessiert. Die einzelnen Stücke laufen so durch und das war es dann auch schon.

Vielleicht ein wenig herauszuheben sind lediglich zwei Stücke. „Broken Lady“ ist sehr tragend, diese Stimmung wird allerdings sehr konsequent umgesetzt, sodass ein äußerst melancholisches Lied entsteht. Besonders gelungen sind hier die Einsätze des Akkordeons, der Violine und der Flöte, die dem Lied diesen traurigen Anstrich vermitteln. Dann gibt es da noch das elfeinhalb minütige „Moonshine“. Die Nummer setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, erzeugt dadurch immerhin Abwechslung und auch Spannung. In Ansätzen ist hier durchaus wieder etwas zu hören, was auf den ersten Alben der Band häufiger anwesend war: Progressive Rockmusik.

Fazit: Die Musiker beherrschen ihre Instrumente und machen das auch ganz gut. Woran es auf „Airborne“ fehlt, das sind die Ideen und das Songmaterial. Das ist einfach nicht mehr gut genug, mainstreammäßiger Pop-Rock, der dazu noch nicht einmal besonders originell ist. Eher langweilig. Mit der vorletzten Platte zusammen ein eher trauriger Abgesang für die Band „Curved Air“. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Broken Lady, Moonshine




Dienstag, 21. Mai 2013

Renaissance – Scheherazade And Other Stories




Renaissance – Scheherazade And Other Stories


Besetzung:

John Tout – keyboards, piano, backing vocals
Annie Haslam – vocals and backing vocals
Jon Camp – bass, bass pedals, backing vocals, lead vocals on "The Sultan"
Terence Sullivan – drums, percussion, backing vocals
Michael Dunford – acoustic guitars, backing vocals


Gastmusiker:

Tony Cox – orchestral arrangements


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Trip To The Fair (10:55)
2. The Vultures Fly High (3:08)
3. Ocean Gipsy (7:09)
4. Song Of Scheherazade (24:40)
     I. Fanfare
     II. The Betrayal
     III. The Sultan
     IV. Love Theme
     V. The Young Prince And Princess As Told By Scheherazade
     VI. Festival Preparations
     VII. Fugue For The Sultan
     VIII. The Festival
     IX. Finale

Gesamtspieldauer: 45:52




Renaissance, das ist eine Kunstepoche des 15. und 16. Jahrhunderts und steht in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts für eine progressive Rockband aus England, deren oberstes Ziel es gewesen zu sein scheint, wunderschöne Melodien zu entwickeln. Musikalische Harmonien zu kreieren, in die der Hörer ganz aufgehen kann. Genau das ist den Engländern auch mit ihrem sechsten Album gelungen. „Scheherazade And Other Stories“ wurde 1975 veröffentlicht und gilt bei vielen Renaissance-Kennern und -Liebhabern als das beste Album der Band. Ob dem tatsächlich so ist, dies sei mal so dahingestellt. Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass in der Besetzung Annie Haslam, Michael Dunford, John Tout, Jon Camp und Terence Sullivan die besten Alben der Band entstanden sind und diese Zusammensetzung gab es bereits vor „Scheherazade“ und auch noch danach. Die in dieser Konstellation entstandenen Alben haben alle ihren ganz eigenen Reiz.

Wie auf allen Platten, die um diese Zeit Mitte der 70er Jahre entstanden sind, so hört man auch auf „Scheherazade And Other Stories“ sehr melodischen und harmonischen Progressive Rock. Alles, wirklich alles ist hier überaus eingängig. Da ist zum einen der Gesang Annie Haslams, wie immer hell, klar und sehr eindringlich. Dort gibt es das wahrlich begeisternde Pianospiel des John Tout und immer wieder ausgedehnte Orchestereinsätze, die die einzelnen Lieder zu sehr komplexen Arrangements anschwellen lassen. Jedes Lied ist angefüllt mit weichen Harmonien, richtig rockige Ansätze gibt es nicht, worauf nicht nur das Fehlen einer E-Gitarre hinweist.

Trotzdem ist das, was auf dem Album zu hören ist wahrlich kein Soft Rock, sondern genau diese Sparte der Rockmusik, die Renaissance für sich besetzt haben: Melodiösen, harmonischen und progressiven Rock. Hier gibt es Rhythmus- und Tempowechsel, gerade und ungerade Takte, ausgedehnte Solo-Abschnitte, etwas skurrile Texte und vor allem sehr viel melodiöse Musik, die meist nicht nach Devise Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe – Refrain funktioniert, sondern sehr viel komplexer in ihrem Aufbau ist. Aus vielen verschiedenen Teilen setzt sich ein Gesamtbild zusammen, ein Hörerlebnis, welches viele verschiedene Ideen in sich vereint, diese verbindet und zu einem großen Ganzen werden lässt.

Fazit: Was ist das beste Renaissance-Album? Wer weiß das schon! „Scheherazade And Other Stories“ gehört allerdings mit unter die Top drei bis vier Platten der Band. Die Alben, die in der Zeit Mitte der 70er Jahren entstanden sind, schenken sich da alle nichts, sind alle sehr überzeugend. Renaissance macht die andere Seite der progressiven Musik aus, die sich deutlich von den Alben, zum Beispiel Emerson, Lake & Palmers unterscheidet. Bei Renaissance wird nicht experimentiert, bei Renaissance wird im Wohlklang geschwelgt. Und das auch auf „Scheherazade And Other Stories“ richtig gut. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Trip To The Fair, Song Of Scheherazade




Montag, 20. Mai 2013

Nektar – Remember The Future




Nektar – Remember The Future


Besetzung:

Allan “Taff” Freeman – keyboards, backing vocals
Roye Albrighton – guitars, lead vocals
Derek “Mo” Moore – bass, backing vocals
Ron Howden – drums, percussion, backing vocals


Label: Bellaphon / Bacillus Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Remember The Future - Part 1 (16:44)
2. Remember The Future - Part 2 (19:01)

Gesamtspieldauer: 35:44





Noch im selben Jahr, wie das live eingespielte und mit Hard Rock angefüllte Studio-Album „…Sounds Like This“, veröffentlichte Nektar gleich noch ihr viertes Album mit dem Titel „Remember The Future“. Nun, auf diesem Album stand jetzt erneut wieder der progressive Rock im Mittelpunkt des Geschehens. Zwar gibt auch auf den beiden Titeln dieser Platte noch härtere Abschnitte, allerdings sind diese deutlich rarer gesät, als noch auf dem Vorgänger-Album.

„Remember The Future“ ist ein Konzept-Album, bei dem ein Außerirdischer (Bluebird) die Erde besucht und dort Freundschaft mit einem blinden Jungen schließt. Die Konversation der beiden kann im Booklet nachgelesen werden, gleichzeitig ist dies auch der Text der beiden Parts von „Remember The Future“. Liest sich alles eine wenig naiv, ist aber wohl der damaligen Zeit und diversen Science Fiction Filmen geschuldet.

Die Musik ist jedoch längst nicht naiv zu nennen, die ist wieder richtig gut geworden. Progressiver Rock der etwas härteren Sorte, aber beileibe kein Hard Rock mehr. Hier wird melodiös gerockt, meistens auch sehr eingängig und wenn es sich sogar mal ein wenig funkig, wie am Ende von Part Two anhört, dann ist das die absolute Ausnahme.

Ein wenig eingängiger ist der erste Teil dieses Werks, das kann durchaus auch mit daran liegen, dass hier dem Keyboard mehr Raum zugebilligt wurde, während die etwas rockigere Gitarre den zweiten Teil des Albums dominiert. Alles in allem gibt es sie hier, die Eigenschaften, die eine Platte zu Musik mit progressiven Liedern werden lassen. Sanfte Parts neben den treibenden Abschnitten. Schöne Melodien neben etwas schrägeren Sounds. Rhythmik- und Taktwechsel sowie immer wieder neue Wendungen im Ablauf des Stücks. Na und auch abgefahrene Texte sind in den Werken der progressiven Musik nun wahrlich nichts Außergewöhnliches.

Ein wenig klingt das Ganze auch nach Krautrock. Kein Wunder, denn die vier Musiker lebten zur damaligen Zeit auch in Deutschland. Besonders ab etwa der Mitte des ersten Teils fühlt man sich immer wieder mal an „Solar Music“ von Grobschnitt erinnert. Und das ist noch nicht mal etwas Schlechtes.

Fazit: „Remember The Future“ macht Spaß, wenn man mit diesen Mammut-Liedern und all ihren Wendungen und Drehungen etwas anfangen kann. Die Musik ist abwechslungsreich, rockt und ist doch auch eingängig. Für alle Freunde des progressiven Rocks eine lohnende Anschaffung. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Bei nur zwei Titeln natürlich alle beide.





Sonntag, 19. Mai 2013

Mike Oldfield – Amarok




Mike Oldfield – Amarok


Besetzung:

Mike Oldfield – bowed guitar, acoustic guitar, electric guitar, 12-string guitar, classical guitar, bass guitar, acoustic bass guitar, sitar guitar, glorfindel guitar, highly string guitar, flamenco guitar, bouzouki, mandolin, ukulele, steinway piano, banjo, farfisa organ, lowrey organ, shoes, hoover, glockenspiel, marimba, bodhran, northumbrian backpipes, clay drums, triangle, tambourine, wonga box, bell tree, sticks, finger cymbals, toy dog, melodica, chairs, psaltry, spinet, jew’s harp, penny whistles, bass whistles, punch ball and club, spoon, referee’s whistle, fingernails, pan pipes, glass of water, guitar tuner, violin, door, face slap, toothbrush and teeth, vox organ, fake radio, contents of aeromodeller’s toolbox, glass, hammer and bucket, fake firework, rototom, cabasa, bongos, orchestral bass drum, timpani, not much synth at all really, kalimba, long thin metallic hanging tubes


Gastmusiker:

Janet Brown – voice of "Margaret Thatcher"
Paddy Maloney – tin whistle
Clodagh Simonds – vocals
Bridget St John – vocals
Julian Bahula – organisation of african choir and percussion


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Amarok (1:00:03)

Gesamtspieldauer: 1:00:03




Mit dem Kunstwort „Amarok“ betitelte Mike Oldfield sein inzwischen dreizehntes Studioalbum, rechnet man den Soundtrack zum Film „Killing Fields“ mit dazu. „Amarok“ ist ein sehr spezielles Album geworden. Das fällt alleine schon auf, wenn man mal die Credits zu dieser Platte unter die Lupe nimmt. Ich kenne kein Musikstück, bei dem ein einziger Musiker so viele Musikinstrumente spielt - auch wenn sich darunter solch „Instrumente“ wie „Schuhe“, „Staubsauger“, „Hundespielzeug“, „Löffel“, „Punch Ball“, „Schiedsrichterpfeife“, „Wasserglas“, Fingernägel“, „Ohrfeige“, „Tür“, „Zahnbürste und Zähne“, etc. befinden. Zudem betont Mike Oldfield in dieser Zusammenstellung, dass sich wirklich nicht viel Synthesizer auf der Platte befindet. Kaum zu glauben, aber wohl wahr.

Des Weiteren fällt auf, dass das Album „Amarok“ nur ein einziges Lied mit genau diesem Namen enthält. Es gibt keine Unterteilungen in einzelne Teile, sodass man gezwungen wird, dieses Lied durchzuhören ohne die Chance zu haben, Teile zu überspringen, die einem vielleicht nicht so zusagen. Auf der Plattenausgabe des Albums ist dieses Lied allerdings logischerweise in zwei Hälften geteilt. Überraschenderweise passen hier aber sogar jeweils dreißig Minuten auf jede LP Seite. Dabei hieß es früher immer: Sehr viel mehr als dreiundzwanzig Minuten geht nicht pro Seite.

Zur Musik des Albums. Jeder der behauptet, „Amarok“ klinge irgendwie zusammengestückelt hat natürlich zu hundert Prozent recht. Ganz genau so klingt es, wie eine Aneinanderreihung verschiedenster Themen, Stimmungen, Rhythmen, Eindrücke. Hier gibt es experimentelle Abschnitte, wunderschöne Melodien, typische Oldfield-Gitarren-Abschnitte, irische Folklore neben spanischen Klängen. Afrikanische Abschnitte, jazzige Bereiche, progressive Teile, melancholische Parts, abstruse Klanggebilde und Musik zum Dahinschmelzen. Ganz Vieles dazwischen habe ich allerdings jetzt noch weggelassen.

„Amarok“ ist so etwas von facettenreich, wie es abwechslungsreicher kaum mehr gehen kann. Und diese Abschnitte reihen sich in kurzer Folge unablässig aneinander. Somit konnte die Plattenfirma von Mike Oldfield, „Virgin Records“, hier eines überhaupt nicht machen: eine Single auskoppeln. Die Rache Mike Oldfields an seiner inzwischen verhassten Plattenfirma. Vertraglich war er allerdings noch dazu verpflichtet, dieses und das nächste Album unter „Virgin Records“ zu veröffentlichen. Das nächste Album wurde „Heaven’s Open“ und war seichter Pop, was man von „Amarok“ definitiv überhaupt nicht behaupten kann.

Die Musik ist zugegebenermaßen nicht leicht zugängig, da sie so undefinierbar aneinandergereiht wirkt. Vielen Hörern wird sich das Ganze sicherlich auch überhaupt nie erschließen, da der experimentelle Charakter unüberhörbar ist und die Musik so alles andere als eingängig werden lässt. Es lohnt sich allerdings, diesem Album mehrere Chancen einzuräumen, da es eines jener Platten darstellt, die Zeit zum Reifen benötigen. Und im vorliegenden Fall kann dieses „Reifen“ sogar sehr, sehr lange dauern. Aber wer die Zeit dazu hat …

Fazit: Nein, „Amarok“ kann man nicht so gut im Auto hören. Auf gar keinen Fall darf es die Begleitmusik eines Gesprächs darstellen. Die Gesprächsteilnehmer würden wahnsinnig werden. „Amarok“ benötigt Zeit und will sehr konzentriert erhört werden. Keine Musik für jeden Moment also, jedoch um Klassen besser, als jene Alben, die unmittelbar davor und danach von Mike Oldfield veröffentlicht wurden. „Amarok“ ist spannend und hält mit jedem weiteren Durchhören neue Überraschungen parat. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Nun, das eine Lied.




Samstag, 18. Mai 2013

The Stranglers – Aural Sculpture




The Stranglers – Aural Sculpture


Besetzung:

Hugh Cornwell – vocals, guitar
Jean-Jacques Burnel – bass, vocals
Jet Black – drums, percussion
Dave Greenfield – keyboards, vocals


Gastmusiker:

Jimmy Chambers – vocals, backing vocals
George Chandler – vocals, backing vocals
Carmen Franco – vocals
Tony Jackson – vocals
Paul Neiman – trombone
Paul Nieman – trombone
Paul Spong – trumpet
Tim Whitehead – saxophone


Label: EPIC Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

1. Ice Queen (4:02)
2. Skin Deep (3:53)
3. Let Me Down Easy (4:11)
4. No Mercy (3:38)
5. North Winds Blowing (4:03)
6. Uptown (2:57)
7. Punch & Judy (3:47)
8. Spain (4:13)
9. Laughing (4:12)
10. Souls (2:42)
11. Mad Hatter (4:00)


Bonus Tracks:

12. Here & There (4:21)
13. In One Door (2:55)
14. Head On The Line (3:08)
15. Achilles Heel (2:55)
16. Hot Club (Riot Mix) (3:04)
17. Place de Victoires (Instrumental) (4:10)
18. Vladimir And The Beast (Part 3) (3:53)
19. Vladimir Goes To Havana (5:28)

Gesamtspieldauer: 1:11:32




„Aural Sculpture“ heißt das 1984 erschienene achte Studioalbum der britischen Band The Stranglers. Erneut auf „Epic Records“ erschienen stellt es eine konsequente Fortführung des mit „Feline“ eingeschlagenen Weges dar. Auch auf „Aural Sculpture“ gibt es wieder New Wave zu hören, leider auch wieder mit diesem doch störenden elektronischen Drum Sound – obwohl, wahrscheinlich gehört gerade dieser Sound zum Genre „New Wave“ dazu. Ansonsten sind die Lieder hier sogar noch ein wenig mehr gelungen, als auf dem Vorgängeralbum. Dies trifft zumindest für die erste Hälfte des Albums zu, welche durchaus überzeugen kann.

Schöne und eingängige Melodien gibt es da im Gewand des New Waves zu hören. Das gilt für den ersten Track „Ice Queen“, noch ein wenig mehr für „Skin Deep“, dem nächsten Titel des Albums. Und auch „Let Me Down Easy“ und der Hit der Platte „No Mercy“ gehen ziemlich schnell ins Ohr und besitzen diesen bestimmten Wiedererkennungswert.

Sogar noch ein wenig besser wird es mit „North Winds Blowing“, da dieser Song sogar ein bisschen untypisch für das Album ist. Zwar ebenfalls dem Genre „New Wave“ zurechenbar, kommen hier auch akustische Instrumente zum Einsatz, die die melodiöse Nummer noch aufwerten. Auch „Uptown“ ist erneut eingängig und dabei etwas flotter als der Vorgänger.

Der Rest der Platte plätschert dann so ein wenig vor sich hin. Schlecht ist das nicht, was man dort zu hören bekommt, es reißt einen allerdings auch nicht mehr aus den Sitzen. Ganz nett, ohne Nachhaltigkeit. Eine ganze Menge Bonus-Tracks wurde der remasterten Fassung des Albums hinzugemixt. Das ist natürlich eine schöne Geschichte, auch wenn diese Lieder ebenfalls nicht die Qualität der Songs zu Beginn des Albums erreichen. Aber es sind durchaus ganz nette Zugaben, da will und sollte man sich nicht beschweren.

Fazit: Das Album ist zweigeteilt, besitzt einen tollen Start und einen nicht mehr überzeugenden zweiten Teil. Wer New Wave Musik der 80er Jahre mag, der wird hier allerdings bestens bedient. Dazu gibt es jede Menge Zugaben und man bekommt so relativ viel Musik für im Moment nur kleines Geld. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ice Queen, Skin Deep, No Mercy, North Winds Blowing, Uptown



Freitag, 17. Mai 2013

Gloria Estefan – Mi Tierra




Gloria Estefan – Mi Tierra


Besetzung:

Gloria Estefan – vocals, background vocals


Gastmusiker:

Chamin Correa – background vocals, guitarist
Alejandro Correa – background vocals
Alfredo Correa – background vocals
Juan Marquez – guitarist
Israel López "Cachao" – bass
Jorge Casas – bass, cuban guitars
Luis Enrique – percussion
London Symphony Orchestra – strings
Paquito Hechavarria – piano
Clay Ostwald – piano
Nelson Gonzalez – cuban guitars, percussion
Rafael Padilla – percussion
Sheila E. – congas
Randy Barlow – trumpets, backgrounds vocals
Teddy Mulet – trumpets, trombone, backgrounds vocals
Nestor Torres – flute
Debbie Spring – charango, cuerda, viola, violin
Jorge Orbon – violin
Max Teppich – violin
Alexander Prilutchi – violin
Phil Tempkin – violin
Robert Basso – violin
Steven Sigurdson – cello
Cheito Quiñonez – backgrounds vocals
Rafael "Felo" Barrios – timbales, guiro
Paquito D’Rivera – saxophone
Jon Secada – background vocal


Label: EPIC


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Latin Pop


Trackliste:

1. Con Los Anos Que Me Quedan (4:36)
2. Mi Tierra (4:38)
3. Ayer (5:17)
4. Mi Buen Amor (3:50)
5. Tus Ojos (4:11)
6. No Hay Mal Que Por Bien No Venga (5:28)
7. Si Senor!... (4:40)
8. Volveras (3:55)
9. Montuno (4:57)
10. Hablemos El Mismo Idioma (4:45)
11. Hablas De Mi (3:40)
12. Tradicion (5:21)

Gesamtspieldauer: 55:18




Ich muss etwas verbrochen haben, jemanden verärgert haben. In welche Richtung mein Musikgeschmack geht, lässt sich hier auf diesen Seiten wohl sehr gut herauslesen. Nun gut, jetzt hat mir allerdings jemand vor einigen Jahren diese CD zum Geburtstag geschenkt. Ich weiß jedoch nicht mehr wer das war… Gloria Estefan kredenzt dem Hörer hier auf diesem 1993 erschienenen Album Latin Pop. Die Dame sang vorher bei der Miami Sound Machine, allerdings auch nicht meine Baustelle. Aber jetzt habe ich eben diese CD und der Vollständigkeit halber soll sie hier eben auch Erwähnung finden.

Latin Pop gibt es also auf „Mi Tierra“ zu hören. Alle Lieder werden in spanischer Sprache gesungen und alle Lieder sind tanzbar. Ich sehe sie quasi vor Augen, die Jünger, die in den Tanzschulen zu diesen Songs die Hüften schwingen. Zu diesen Liedern, die für mich alle viel zu sehr ähnlich klingen, werden sie mehr oder weniger entspannt Rumba, Salsa und Mambo tanzen. Wer Spaß an so etwas hat, der findet auf diesem Album die wahre Erfüllung. Nur manchmal hört man bei den einzelnen Titeln einen gewissen Stimmungswechsel, da wird es mal ein wenig getragener und die Streicher versüßen das Ganze noch ein bisschen mehr. Aber auch das: Alles tanzbar.

Und genau das ist für mich auch das Manko dieses Albums. Alles klingt ähnlich bis gleich. Da gibt es keinerlei Abwechslung. Lediglich diese leichten und kleinen Stimmungswechsel schaffen es für mich nicht, die Musik hier etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Die Musik schrubbt von vorne bis hinten durch das Album und auch wenn es insgesamt etwas langsamer beginnt und noch ein wenig südamerikanischer endet, so bleibt doch nur dieser meist einheitliche Rhythmus hängen.

Fazit: Diese afrokubanischen Klänge passen natürlich an den Strand in die Karibik – als Hintergrund-Musik – in sehr gedämpfter Lautstärke. Anders kann ich mir das nicht vorstellen. Der Ehrlichkeit halber soll hier allerdings auch nicht unerwähnt bleiben, dass diese Scheibe von vielen anderen im Internet sehr gut bewertet wird. Jedoch kann man bei den dortigen Rezensionen herauslesen, dass diese ganz überwiegend von Frauen verfasst wurden. AC/DC = Männermusik, Gloria Estefan = Frauenmusik? Vielleicht ist da ja etwas dran. Für mich ist das Ganze unhörbar, wirklich schlimm – und da ist es doch nicht nur für Frau Estefan klasse, dass Geschmäcker so verschieden sind und es sogar zwei Geschlechter auf dieser unserer Erde gibt. 1 Punkt.

Anspieltipps: Alles