Donnerstag, 27. Juni 2013

Golden Earring – Prisoner Of The Night




Golden Earring – Prisoner Of The Night


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums


Gastmusiker:

Robert Jan Stips – synthesizer, keyboards
Tony Britnel – saxophone, tenor saxophone


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Rock


Trackliste:

1. Long Blond Animal (3:37)
2. No For An Answer (4:13)
3. My Town (3:06)
4. Prisoner Of The Night (4:51)
5. I Don't Wanna Be Nobody Else (4:42)
6. Cut 'Em Down To Size (3:23)
7. Will & Mercy (3:36)
8. Come In Outerspace (4:24)
9. Going Crazy Again (4:59)

Gesamtspieldauer: 36:50




Bereits ein Jahr nach dem gar nicht mehr so überzeugenden „No Promises...No Debts“ erschien bereits das fünfzehnte Studio-Album von Golden Earring. Die Niederländer ließen also nicht locker und veröffentlichten 1980 mit „Prisoner Of The Night“ ein weiteres Album in relativ kurzer Zeit. Die Musik auf dieser Scheibe geht jetzt manchmal ein wenig in die Rock’n’Roll-Richtung – leider jedoch ohne den Hörer dabei irgendwie packen zu können, ohne Spuren zu hinterlassen.

Dies gilt hier sogar noch ein klein wenig mehr als für den Vorgänger. Die Musik schafft es einfach nicht mehr beim Hörer das Interesse zu wecken. Ganz im Gegenteil - häufig langweilt sie sogar. Das ist Rock-Musik, bei der nichts mehr hängenbleibt, bei der überhaupt nichts Besonderes mehr auszumachen ist. Da klingt alles irgendwie gleich, belanglos, absolut verzichtbar. Aber auch hier gilt wieder, die Musik ist handwerklich gut gemacht, allein die Ideen für gute Songs fehlen fast komplett. Ein wenig Abwechslung bietet lediglich das letzte Stück des Albums "Going Crazy Again", welches immerhin mit einem interessanten Keyboardlauf aufwartet. Das war es dann aber auch wirklich.

Fazit: Mitunter klingt „Prisoner Of The Night“ so, als ob das ein oder andere Lied die ersten Kompositionsversuche einer Schülerband wären, die dann von Profis eingespielt wurden. Sehr viel mehr geben die Ideen auf der Platte nicht her. Natürlich ist das Album für den absoluten Golden Earring Fan sowie Komplettisten interessant und unverzichtbar, aber für alle anderen? Kaum! Jedoch schon auf der nächsten Platte „Cut“ erwartete den Musikfreund dann ja noch Mal ein Höhepunkt im Schaffen von Golden Earring. Für „Prisoner Of The Night“ gibt es allerdings lediglich fünf Punkte.


Anspieltipps: Prisoner Of The Night, Going Crazy Again





Mittwoch, 26. Juni 2013

16 Horsepower – Secret South




16 Horsepower – Secret South


Besetzung:

David Eugene Edwards – vocals, guitar, banjo, concertina, piano
Steve Taylor – back-up vocals, guitar, organ
Jean-Yves Tola – drums, percussion, piano
Pascal Humbert – bass, bass fiddle, guitar


Gastmusiker:

Asher Edwards – strings
Rebecca Vera – strings
Elin Palmer – strings


Label: Razor & Tie


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Country


Trackliste:

1. Clogger (3:28)
2. Wayfaring Stranger (2:43)
3. Cinder Alley (4:43)
4. Burning Bush (4:00)
5. Poor Mouth (4:39)
6. Silver Saddle (3:12)
7. Praying Arm Lane (3:19)
8. Splinters (5:20)
9. Just Like Birds (3:44)
10. Nobody' Cept You (3:35)
11. Straw Foot (3:30)

Gesamtspieldauer: 42:13




Im Jahr 2000 veröffentlichten die Amerikaner von 16 Horsepower aus Colorado ihr drittes Studio-Album unter dem Titel „Secret South“. Und im Grunde genommen kann man festhalten, dass sich nicht viel getan hat in Bezug auf die beiden vorher veröffentlichten Alben der Band - was hier aber in keinster Weise negativ gemeint ist. Die Melodien zünden wieder und auf richtige Country-Musik wurde dieses Mal sogar komplett verzichtet.

So ist „Secret South“ ein schönes und „rundes“ Album geworden, auf dem es für die- oder denjenigen einiges zu entdecken gibt, die oder der auf eingängige Melodien steht und auch mal Musik hört, die nicht unbedingt massentauglich ist und somit erst gar nicht in den Play Lists diverser Radiostationen auftaucht. Obwohl, dies kann gleich eingeschränkt werden, denn jedes dieser elf Lieder hier auf „Secret South“ ist durchaus radiokompatibel und könnte dort auch zu hören sein, wenn denn die Redakteure sich auch mal ein wenig mehr „trauen“ würden.

Höhepunkte gibt es auf diesem Albumeine ganze Menge, Ausfälle keinen einzigen. Da wären zunächst mal die drei ersten Songs. Alle drei sind sehr atmosphärisch in der für 16 Horsepower so typischen Art gestaltet, nämlich mit viel Melancholie, Tiefe und auch Schwärze, Rhythmik und einer über allem schwebenden Art der Verzweiflung. Dabei wirkt der dritte Titel „Cinder Alley“ im Refrain sogar richtiggehend hymnisch. „Clogger“, der Opener, ist eine mitreißende und schnelle Nummer, die rockt, während „Wayfaring Stranger“ sehr viel zurückhaltender gehalten ist und man bei diesem Lied wirklich von Alternative Country reden kann, denn genau so klingt diese musikalische Stilrichtung. Nicht nach Country, sondern eben nach einer Weiterentwicklung dieses Genres.

Weitere Höhepunkte des Albums sind das verträumte Silver Saddle, das folkig klingende „Praying Arm Lane“, sowie „Splinters“. Dies ist ein Lied, welches eine irgendwie geartete unheimliche Atmosphäre heraufbeschwört und immer wieder zu rocken beginnt, um dann nur wenige Takte später wieder diese fast schon verschworene Stimmung aufzugreifen. Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch der letzte Titel der Platte „Straw Foot“. Ganz bedächtig steigert sich dieser Song. Tolles Banjo-Spiel und eine Melodie, die einen sofort ergreift, einfängt und nicht mehr loslässt. Ein wahrlich würdiger Abschluss für ein schönes Album.

Fazit: Mal etwas rockiger, mal etwas leichter und beschwingter, mal ganz zart, das sind alles Seiten und Zutaten, die es auf „Secret South“ zu entdecken gibt. Die Zusammensetzung der Songs passt, die durch die Bank weg auch als Anspieltipps geeignet wären. Abwechslungsreich und immer überaus melodiös ist dieses im Jahr 2000 erschienene Album eine Bereicherung für alle jene, die mal etwas hören wollen, was eben nicht nur aus Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard besteht. Hier haben auch das Akkordeon und das Banjo eine besonders große Rolle inne, die sie bestens zu nutzen verstehen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Clogger, Wayfaring Stranger, Cinder Alley, Silver Saddle, Praying Arm Lane, Splinters, Straw Foot (sorry, ich konnte mich nicht entscheiden…)






Dienstag, 25. Juni 2013

The Doors – Waiting For The Sun




The Doors – Waiting For The Sun


Besetzung:

Jim Morrison – lead vocals, percussion
Ray Manzarek – keyboards, backing vocals
Robby Krieger – guitars, backing vocals
John Densmore – drums


Gastmusiker:

Douglas Lubahn – bass guitar (tracks 1, 2, 3, 4, 5, 7, 9, 10)
Kerry Magness – bass guitar (track 6)
Leroy Vinnegar – acoustic bass (track 7)


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Hello, I Love You (2:40)
2. Love Street (2:57)
3. Not To Touch The Earth (4:01)
4. Summer’s Almost Gone (3:23)
5. Wintertime Love (1:57)
6. The Unknown Soldier (3:27)
7. Spanish Caravan (3:03)
8. My Wild Love (3:01)
9. We Could Be So Good Together (2:24)
10. Yes, The River Knows (2:42)
11. Five To One (4:34)


Bonustitel der 40th Anniversary Edition:

12. Albinoni’s Adagio In G Minor (4:33)
13. Not To Touch The Earth (Dialogue) (0:43)
14. Not To Touch The Earth (Take 1) (4:00)
15. Not To Touch The Earth (Take 2) (4:18)
16. Celebration Of The Lizard (An Experiment / Work in Progress) (17:09)

Gesamtspieldauer: 1:04:50




Obwohl das dritte Album der Doors „Waiting For The Sun“ das einzige in ihrer Karriere war, welches die Nummer 1 der Album-Charts in den USA erklomm, war es bei Kritikern, wie bei Fans sehr umstritten. Dies lag zum Teil sicher an dem Umstand, dass die Musik der Doors ruhiger geworden war. Auf dem Album befinden sich somit einige Titel, die fast schon balladesk klingen wie „Love Street“, „Summer’s Almost Gone“ oder auch „Wintertime Love“. Diese Lieder sind allesamt sehr melodisch und gehen zügig ins Ohr des Hörers. Mit diesen Nummern versprühen die Doors eine irgendwie geartete „Wärme“.

Aber es gibt natürlich auch wieder einen Titel auf dem Album, den zu der Zeit der Entstehung von „Waiting For The Sun“, wohl kaum eine andere Band so auf Platte gepresst hätte. Gemeint ist hier „The Unknown Soldier“, in dessen Verlauf man akustisch einer Exekution zuhört. Genauso eindringlich ist „Spanish Caravan“. Nur auf eine ganz andere Art und Weise. Dieses Mal ist es die Instrumentierung mit der spanischen Gitarre, die im Ohr hängen bleibt und das Lied zu etwas Besonderem werden lässt. „My Wild Love“ ist dagegen wohl eher experimentell zu nennen. Ein à capella Stück, welches mit Klatschen und vielen „Dsch“-Lauten untermalt wurde. Etwas gewöhnungsbedürftig in dieser Ausführung. Ganz zum Schluss gibt es dann mit „Five To One“ noch einen Rocker, in dem Robby Krieger ein wahrlich tolles Gitarrensolo hinlegt.

Auf der Veröffentlichung zum 40-jährigen Jubiläum der Platte wurde einiges hinzugefügt. Zunächst gibt es da das „Albinoni’s Adagio In G Minor“. Ein klassisches Stück, von dem noch nicht einmal klar ist, ob es wirklich von Tomaso Albinoni im 17. oder 18. Jahrhundert geschrieben wurde. Das Lied war ursprünglich bereits auf der 1978 veröffentlichten, letzten offiziellen Platte der Doors mit dem Titel „An American Prayer“ gepresst worden. Auf diesem Album spielten die drei verbliebenen Doors-Mitglieder Stücke, zu denen Jimmy Morrison aus seinem Gedichtband mit dem Titel „An American Prayer“ vorlas, den er noch zu Lebzeiten 1970 veröffentlicht hatte. Dann gibt es als Zugabe noch ein wenig Studio-Unterhaltung sowie zwei weitere Takes von „Not To Touch The Earth“. Ja und dann folgt es, dieses siebzehnminütige Experiment mit dem Titel „Celebration Of The Lizard“. Darunter sollte man jetzt allerdings kein Lied im eigentlichen Sinn verstehen. Das Stück ist wirklich ein Experiment, meist eine atonale Kakophonie mit wirren Instrumentenpassagen, in denen Jimmy Morrison mal flüstert, mal erzählt, mal wild herumschreit. Das ist „Psychedelic“ pur. Ab und an klingt es auch mal melodiös, aber das ist bei Weitem nicht die Regel. Wenn man das Stück auf Kopfhörern hört, muss man nichts mehr einwerfen, um auf einen „Trip“ zu gehen. Dieser Titel ist eindeutig eher etwas für eingefleischte Doors-Fans, die das Schaffen des Jimmy Morrison in seiner Gesamtheit hören möchten – oder eben für Psychedelic-Freunde, die gerade im Obskuren und schwer Zugänglichen ihre musikalische Erfüllung finden.

Fazit: „Waiting For The Sun“ ist ein wahrlich abwechslungsreiches Album geworden. Das Titellied „Waiting For The Sun“ wurde komischerweise erst zwei Platten später veröffentlicht. Diese vielen unterschiedlichen Seiten, die die Doors hier zeigen, machen das Album aus und überaus interessant. Der Stil ist zwar öfters mal ruhig und melancholisch, doch dann wird es wieder rockig oder eben auch mal experimentell. Das hat was. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Summer’s Almost Gone, Wintertime Love, The Unknown Soldier, Spanish Caravan, Five To One





Montag, 24. Juni 2013

Get Well Soon – Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon




Get Well Soon – Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon


Besetzung:

Verena Gropper – vocals (1, 3, 4, 5, 6, 11), violin (1, 4, 5, 6, 8, 11, 13)
Wallis Bird – vocals (1, 5, 6, 8, 10)
Sebastian Benkler – vocals (1), trumpet (1, 2, 5, 7, 8, 11, 13, 14)
Philipp Schwärr – additional programming (2, 9)
Maike Rosa Vogel – vocals (13)
Dominik Meeth – bass (13)
Aoife O’Sullivan – vocals (14)
Mercedes O’Reilly – vocals (14)
Konstantin Gropper – everything else


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. Prelude (2:55)
2. You / Aurora / You / Seaside (3:11)
3. Christmas In Adventure Parks (3:28)
4. People Magazine Front Cover (4:30)
5. If This Hat Is Missing I Have Gone Hunting (4:10)
6. Help To Prevent Forest-Fires (5:15)
7. I Sold My Hands For Food So Please Feed Me (6:39)
8. We Are Safe Inside While They Burn Down Our House (5:14)
9. Born Slippy Nuxx (4:54)
10. Your Endless Dream (5:33)
11. Witches! Witches! Rest Now In The Fire (4:00)
12. Ticktack! Goes My Automatic Heart (3:54)
13. Lost In The Mountains (Of The Heart) (5:22)
14. Coda (1:09)

Gesamtspieldauer: 1:00:13




Konstantin Gropper ist ein deutscher Songwriter und Multiinstrumentalist, der 2008 unter dem Titel “Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon” sein erstes Studio-Album veröffentlichte. Get Well Soon wurde dabei gleich zur Überschrift über all seine Werke auserkoren, die er in Zukunft (zumindest bis 2013) noch veröffentlichen sollte.

Das, was man da auf dem ersten Album des Biberachers zu hören bekommt, ist dabei wahrlich beeindruckend. Was ist das eigentlich für Musik? Manches Mal hört man spanische oder mexikanische, dann wieder amerikanische und schließlich auch französische Anklänge, obwohl es sich hierbei sicherlich nicht um ein Werk der „Weltmusik“ handelt. Folk ist das auch irgendwie nicht so recht, dann doch schon eher Pop, allerdings Pop-Musik auf allerhöchstem Niveau. Pop-Musik mit Anspruch.

Festzustellen ist zudem, dass sich die Musik des Konstantin Gropper dem Hörer nicht sofort erschließt. Es bedarf schon einiger Durchläufe der Platte, bis sich einem die Feinheiten und Schönheiten dieser Lieder offenbaren. Alles ist eher ruhig gehalten, gerockt wird da überhaupt nicht. Es werden eher Stimmungen und Atmosphären erzeugt, die man sehr angenehm in solch Titeln wie „I Sold My Hands For Food So Please Feed Me“, „We Are Safe Inside While They Burn Down Our House“ oder „Witches! Witches! Rest Now In The Fire“ genießen kann. Manches Mal überkommt einem dabei das Gefühl, vertonte Märchen zu hören, die dabei jedoch zu keiner Zeit den Eindruck des Kitsches in sich tragen.

Äußerst zurückhaltend und warm ist jedes Lied, jeder Abschnitt, im Grunde genommen jeder Ton dieses Albums gehalten. Und all das erzeugt, nach einigen Durchläufen, ein Gefühl beim Hörer, als ob es sich bei dieser Platte um einen alten Bekannten, einen Freund handelt. Müsste man sich ein oder mehrere Adjektive für diese Musik ausdenken, um sie zu beschreiben, so könnten diese wohl „schön“, „sanft“ und „spannend“ lauten. Die Musik ist etwas für die Träumer unter den Musikhörern, die auf die stillen Momente stehen und diese ganz für sich alleine genießen können. Alles ist melodisch gehalten, einen schrägen Ton findet man da kaum. Und wenn doch, dann ist dieser so schräg, dass er schon wieder fast melodisch klingt. Ein Widerspruch, der beim Hören des Albums in Logik übergeht. Alles wirkt eingängig, bis ins letzte durchdacht und ausgetüftelt, ohne dabei auch nur den Anschein von Sterilität aufkommen zu lassen. Einfach schöne Musik eben. Schöne Musik, die den Zuhörer trifft.

Fazit: Wer auf melodiöse und einfühlsame Töne steht, der sollte hier mal ein Ohr riskieren. Das wiederum mehrmals wiederholen, denn dann werden sich dem Hörer wunderschöne Welten auftun. „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ ist ein richtig gutes Album geworden, welches für die ruhigeren Stunden des Tages gedacht ist. Wahrlich keine Gute-Laune-Musik, es sind eher die nachdenklicheren Töne, die Konstantin Gropper hier präsentiert. Und das in einer Art und Weise, die Spaß macht und einfach gefallen kann. Elf Punkte.

Anspieltipps: People Magazine Front Cover, Your Endless Dream, Ticktack! Goes My Automatic Heart, Lost In The Mountains (Of The Heart); im Grunde genommen hätte ich hier fast jedes Lied anführen können.





Sonntag, 23. Juni 2013

Madsen – Goodbye Logik




Madsen – Goodbye Logik


Besetzung:

Johannes Madsen – Gitarre, Gesang
Sebastian Madsen – Gesang, Gitarre
Sascha Madsen – Schlagzeug, Gesang
Niko Maurer – Bass
Folkert Jahnke – Keyboard


Gastmusiker:

Florian Bischof – Cello (1, 3 & 10)
Stefan Pintev – Geige (8)
Rodrigo Reichel – Geige (8)
Hanno Kuhns – Cello (8)


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Deutsch Rock


Trackliste:

1. Du Schreibst Geschichte (3:11)
2. Ein Sturm (3:50)
3. Piraten (3:49)
4. Good Bye Logik (3:44)
5. Ich Rette Die Welt (3:23)
6. Unzerbrechlich (3:40)
7. Ich Komme Nicht Mit (3:02)
8. Der Moment (4:15)
9. Happy End (3:47)
10. Ein Produkt (3:49)
11. Euphorie (3:28)

Gesamtspieldauer: 40:04




Guten und eingängigen Deutsch-Rock, der im Internet auch unter der Überschrift „Indie-Rock“ kursiert, bekommt man auf „Goodbye Logik“ von der Band Madsen präsentiert. Diese setzt sich neben dem Texter und Komponisten Sebastian noch aus seinen beiden Brüdern Johannes und Sascha Madsen sowie dem Bassisten Niko Maurer zusammen. Zum Zeitpunkt der Entstehung des Albums gehörte auch noch den Keyboarder Folkert Jahnke zum Line-Up der Band.

Die elf Lieder der fünf Musiker auf „Goodbye Logik“ sind meist rockig, ohne dabei die Melodiösität zu vernachlässigen. Die Musik geht ziemlich schnell ins Ohr, wird manchmal ein wenig härter, dann allerdings auch wieder ein bisschen gemäßigter wiedergegeben. Für stimmungsmäßige Abwechslung ist also gesorgt. Insgesamt klingt das Ganze so ein wenig nach Gute-Laune-Musik ohne, dass dies dabei negativ gemeint wäre. Eher lässt sich daraus der Schluss folgern, dass Hörer, die diese Platte auflegen, kaum der Möglichkeit einer Depression ausgesetzt werden. Für den nötigen Groove ist auch gesorgt, sodass „Goodbye Logik“ sicherlich eine gute Investition für all diejenigen darstellt, die auf „Nummer sicher“ gehen wollen, denen an diesem Tag der Sinn eher nach Sonne und Sorglosigkeit steht. Großartig experimentiert wird nicht auf diesem Album, der mit dem ersten und wohl auch bekanntesten Lied „Du Schreibst Geschichte“ eingeschlagene Weg bezüglich der transportierten Atmosphäre, egal ob rockig oder etwas nachdenklicher, wird konsequent weiterverfolgt. Und das funktioniert so auch ganz gut.

Fazit: „Goodbye Logik“ ist sicherlich kein „Über-Album“ geworden, trotzdem handelt es sich um eine Scheibe, die man als Hörer immer wieder gerne einlegt, wenn man auf Deutsch-Rock steht? Die Jungs machen hier das, was sie am besten können: Gut losrocken. Dabei wird das Ganze mit schönen Melodien untermalt, sodass sich die Lieder ohne große Anlaufzeit im Ohr des Hörers zu verfangen wissen. Aufdringlich ist die Musik dabei auch nicht und verfügt zudem über Texte, bei denen es sich lohnt, mal etwas genauer hinzuhören. Alles in allem schafft es die Musik von Madsen hier, den Hörer gut zu unterhalten. Was will man mehr? Acht Punkte.

Anspieltipps: Du Schreibst Geschichte, Goodbye Logik, Euphorie





Samstag, 22. Juni 2013

Syd Barrett – The Madcap Laughs




Syd Barrett – The Madcap Laughs


Besetzung:

Syd Barrett – guitars, vocals


Gastmusiker:

Mike Ratledge – keyboards (2, 3)
Hugh Hopper – bass (2, 3)
Robert Wyatt – drums (2, 3)
Willie Wilson – bass (4, 6)
Jerry Shirley – drums (4, 6)
David Gilmour – guitar (7, 8)
Roger Waters – bass (7, 8)
Richard Wright – organ (8), vibraphone (8)


Label: EMI / Harvest


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Terrapin (5:05)
2. No Good Trying (3:26)
3. Love You (2:30)
4. No Man's Land (3:03)
5. Dark Globe (2:02)
6. Here I Go (3:12)
7. Octopus (3:48)
8. Golden Hair (2:00)
9. Long Gone (2:51)
10. She Took A Long Cold Look (1:55)
11. Feel (2:18)
12. If It's In You (2:26)
13. Late Night (3:11)


Bonus Tracks:

14. Octopus (Takes 1 & 2) (3:09)
15. It's No Good Trying (Take 5) (6:23)
16. Love You (Take 1) (2:29)
17. Love You (Take 3) (2:11)
18. She Took A Long Cold Look At Me (Take 4) (2:45)
19. Golden Hair (Take 5) (2:28)

Gesamtspieldauer: 57:13




Anfang 1968 wurde Syd Barrett durch seine Bandkollegen von Pink Floyd einfach nicht mehr zu den gemeinsamen Konzerten abgeholt. Er war zu sehr den Drogen verfallen, hatte viel mit LSD experimentiert und war absolut unzuverlässig geworden – sowohl im Studio, wie auch auf der Bühne, auf der er zeitweise bei Konzerten nur noch rumstand und vor sich hinstarrte. David Gilmour hatte schließlich seinen Platz in der Band eingenommen. Und eben jener David Gilmour unterstützte hier seinen alten Freund Syd Barrett bei der Fertigstellung dieser Platte, genau wie die jetzt Ex-Kollegen Roger Waters und Rick Wright. Das Ergebnis ist das durchaus beeindruckende erste Soloalbum Syd Barretts mit dem Titel „The Madcap Laughs“, welches Anfang 1970 veröffentlicht wurde.

Man scheint auf „The Madcap Laughs“ Musik von einem Musiker zu hören, der weder singen noch Gitarre spielen kann, so schräg klingt das alles. Hier ist offensichtlich und hörbar jemand am Üben, denn nicht anders klingen Titel wie „Dark Globe“, „Here I Go“, „Feel“ oder „If It's In You“. Da ist kaum mehr zu erkennen, dass es sich bei Syd Barrett um den Gründer und genialen Songschreiber von Pink Floyd handelt, der nun, nur ganz kurze Zeit später, noch auf dem Höhepunkt seiner Karriere mit Anfang 20, anscheinend anfing geistig zu verbrennen. Von diesem Genius ist hier nichts mehr zu hören, weder von den Ideen her, noch in Bezug auf die Umsetzung der Musik. Die Lieder wirken mitunter so, als ob sie gerade beim Spielen auch komponiert werden würden. Alles ist unausgereift und endet zum Teil völlig abrupt.

Auf der Platte wurden manchmal - nicht nur bei den Bonus Tracks - die Studiokonversationen am Ende oder zu Beginn eines Songs mit wiedergegeben, die zusätzlich die Verwirrtheit Syd Barretts widerspiegeln. Das wirkt schon alles sehr abgefahren. Meist ist auch nur Syd Barrett mit seiner Gitarre zu vernehmen, die Begleitmusiker halten sich vornehm zurück.

Ein „Pink Floyd-Feeling“ der frühen Tage kommt am ehesten noch in der Mitte des ursprünglichen Albums bei den Titeln „Golden Hair“ und „Long Gone“ auf. Ersteres Lied wirkt unglaublich düster und bei „Long Gone“ ist sogar eine interessante Melodie mit Background-Gesang auszumachen. Beide Lieder wirken zudem so, als ob das, was hier zu hören ist, auch so geplant war, denn auch großartige Verspieler sind dieses Mal nicht mehr auszumachen – ganz im Gegensatz zu den meisten übrigen Titeln der Platte.

Fazit: Was man diesem Album garantiert nicht absprechen kann ist der Umstand, dass es irgendwie spannend ist. Dieses wirre Gitarrenspiel, die falschen Töne, der nölende Gesang und das Studiogebrabbel - all das zusammen ergibt eine ganz seltsame Melange aus atmosphärischen Stimmungen, die es so wohl sonst nirgendwo zu hören gibt. In seiner Gesamtheit wirkt dieses Album düster, klingt auf seine Art irgendwie ungesund und ist mit Sicherheit nur etwas für den eingefleischten Pink Floyd Fan – oder für den Hörer, der mal was ganz „Abgefahrenes“ erhören möchte. Wäre Syd Barrett nicht der Gründer von Pink Floyd gewesen, wäre dieses Album mit Sicherheit nie veröffentlicht worden. So stellt es irgendwie ein Dokument über den geistigen Verfall eines Menschen dar. Spannend, aber musikalisch alles andere als überzeugend. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Golden Hair, Long Gone, Late Night





Freitag, 21. Juni 2013

Radical Face – Ghost




Radical Face – Ghost


Besetzung:

Ben Cooper – all instruments


Gastmusiker:

Emeral Cooper – piano on “Welcome Home”
Mark Hubbard – snare drum on “Welcome Home”
Alex Kane – bass on “Glory And The Strangest Things”


Label: Morr Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Pop


Trackliste:

1. Asleep On A Train (2:00)
2. Welcome Home, Son (4:47)
3. Let The River In (5:06)
4. Glory (6:12)
5. The Strangest Things (4:25)
6. Wrapped In Piano Strings (3:37)
7. Along The Road (4:17)
8. Haunted (4:43)
9. Winter Is Coming (4:22)
10. Sleepwalking (4:42)
11. Homesick (3:43)

Gesamtspieldauer: 47:52




Klar, Radical Face kennt man aus der Werbung. Da wird ein Photoapparat gezeigt und es ertönt dieses schöne „Aaah, Aaah, Aaah, Aaaaaah“. „Welcome Home, Son“ heißt das Lied auf der Platte mit dem Titel „Ghost“. „Ghost“ wiederum ist ein Konzeptalbum, bei dem ein altes Haus Geschichten erzählt von all dem, was es im Laufe „seines Lebens“ so alles erlebt hat.

Nun, Radical Face ist das Bandprojekt des Ben Cooper aus Jacksonville, Florida, USA. Praktisch die gesamte Platte hat er dabei alleine eingespielt, die wenigen Ausnahmen einer Unterstützung sind oben aufgeführt. Die Musik auf „Ghost“ ist angefüllt mit Wehmut und Melancholie, Schwere und Sentimentalität. Somit ist „Ghost“ ein sehr trauriges Album geworden, welches eine gedrückte Stimmung verbreitet, allerdings auch genau darin seine Stärken hat.

Alle Lieder der Platte sind sehr ruhig gehalten und zudem immer auch sehr melodiös. Dabei ist „Welcome Home, Son“ wahrlich nicht der einzige Titel, der überzeugen kann. Wer welchen Song am schönsten findet liegt dabei natürlich im Ohr beziehungsweise am Geschmack des Hörers. Findet man allerdings bereits diesen kurzen Ausschnitt, der da in der Werbung zu hören ist schön, wird man vom gesamten Album des Ben Cooper begeistert sein, denn hier klingt irgendwie alles sehr gelungen.

Fazit: Ruhige, schön melodiöse und damit eingängige Musik bekommt der Hörer auf „Ghost“ geboten. Die Instrumentierung ist sehr zurückhaltend gewählt worden, was diesen etwas traurigen Eindruck der Stücke noch ein wenig verstärkt. Ben Cooper macht mit Radical Face hier auf „Ghost“ eindeutig Musik für die trüberen Tage des Lebens. November-Musik, die in den stillen Momenten des Tages ihre ganze Kraft zu entfalten weiß. Das ist meist sehr gelungen und es gibt nur wenige Titel, die nicht so ganz überzeugen können – und diese befinden sich hauptsächlich am Ende des Albums. Neun Punkte.

Anspieltipps: Welcome Home Son, Glory, The Strangest Things





Donnerstag, 20. Juni 2013

Wolfgang Ambros – Live




Wolfgang Ambros – Live


Besetzung:

Wolfgang Ambros – Gesang, akustische Gitarre
Peter Koller – elektrische Gitarre, Gesang
Helmut Pichler – Bass
Günter Dzikowski – Tasteninstrumente, Gesang
Helmut Nowak – Schlagwerk


Label: Bellaphon


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Live-Album, Austro Rock


Trackliste:

CD1 / Platte 1:

1. Allan wia Stan (6:25)
2. I bin’s ned (3:36)
3. Wie wird des weitergehn (4:10)
4. De No. 1 vom Wienerwald(3:03)
5. Du bist wia de Wintasunn (4:16)
6. Wahre Liebe (2:50)
7. Denk ned noch (5:33)
8. Der Berg (Aus der Watzmann ruft) (4:40)


CD2 / Platte 2:

9. Es lebe der Zentralfriedhof (4:00)
10. Schifoan (3:52)
11. Minderheit (2:55)
12. Mir geht es wie dem Jesus (2:36)
13. Schaffnerlos (3:40)
14. De Kinett’n wo i schlof (3:56)
15. Des Sandlers Flucht (2:45)
16. Da Hofa (3:54)
17. Zwickt’s Mi (3:18)
18. Du Schwoaza Afghane (5:48)

Gesamtspieldauer Platte 1 und 2: 1:11:17




Es gab eine Zeit in Deutschland, in der die- beziehungsweise derjenige zu den „völlig Ahnungslosen“ gehörte, die oder der dieses Live-Album von Wolfgang Ambros nicht besaß. Es war „in“, diese Platte zu haben und vor allen Dingen auch darüber zu reden. Nun und wenn man diese Scheibe heutzutage auflegt, kann man das auch ein klein wenig nachvollziehen, denn das, was man auf „Live“ zu hören bekommt ist abwechslungsreich und meistens überaus gelungen. Aufgenommen wurde die Platte während einer BRD-Tour im April 1979, die genauen Konzerte sind auf der Plattenhülle nicht wiedergegeben. Jedoch findet sich da der Nachsatz: „Da wir weder Zeit noch Lust, und schon gar kein Geld für irgendwelche Overdubs hatten, hören Sie auf der Platte lediglich, was wir wirklich gespielt beziehungsweise gesungen haben. Ergebenst Ihre W. Ambros Corporation.“ Nun, Overdubs waren auch nicht nötig, der Klang ist natürlich und somit auch unverfälscht und beeinträchtigt das Hörerlebnis in keinster Weise negativ.

Einige der Stücke auf „Live“ sind Bob Dylan Adaptionen. Songs, die von Wolfgang Ambros mit deutschen beziehungsweise österreichischen Texten versehen wurden. Das wären die Stücke „Allan wia a Stan“, I bin’s net“, „Wahre Liebe“, „Denk ned noch“ und „Des Sandlers Flucht“. Die restlichen Lieder hat er größtenteils allein oder zusammen mit Josef „Joesi“ Prokopetz geschrieben. Einige wenige haben noch einen anderen Zusatzautor.

Wolfgang Ambros kann immer dann sehr gut überzeugen, wenn er nachdenkliche Lieder, ruhige Stücke geschrieben hat, beziehungsweise wenn er diese singt und spielt. Mag sein, dass sein „Schifoan“ der Hit schlechthin war und auch heute noch auf so mancher Après Ski Party zum Besten gegeben wird, da man ihn eben nach dem sechsten Jager-Tee noch deutlich besser mitgrölen kann. Aber genau das ist es, ein einfaches und eben eingängiges Lied zum Abfeiern, welches hauptsächlich im Zuge eines gewissen Alkoholspiegels seine Hitqualität entfaltet. Solche Lieder jedoch wie „Wie wird es weitergehen“, „Der Berg“, „Minderheit“ und „Schaffnerlos“ haben da dann schon sehr viel mehr Tiefgang und stellen für den Hörer eine nachdenkliche, sentimentale und melancholische Bereicherung dar, die zudem sofort ins Ohr geht. Und dann ist da natürlich noch das herrlich marode „Der Zentralfriedhof“. Toller Song, tolle Musik, toller Text. Witzig gemacht.

Fazit: „Live“ von Wolgang Ambros lohnt sich, wenn man mal in die Musik und ein wenig auch in die Stimmung Ende der 70er Jahre eintauchen will. Die Platte wurde übrigens 2012 in einer remasterten Version von Wolfgang Ambros wiederveröffentlicht. Die Lieder der Scheibe setzen sich aus rockigeren Titeln, fast schon Stimmungsliedern und sehr nachdenklichen Tönen zusammen – eine breite Palette also, die jedoch einen sehr guten Überblick über das Schaffen des Wolfgang Ambros ermöglicht. Am gelungensten sind dabei diese nachdenklicheren Lieder und Texte, da sie es schaffen den Hörer zu berühren und mitunter auch noch ein klein wenig über das Ende des Liedes hinaus nachwirken. Deshalb auch eine klare Kaufempfehlung von mir an alle die, die ein echt gutes und variantenreiches Album mit sehr viel Musik für gar nicht mal viel Geld zu schätzen wissen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Wie wird es weitergehen, Der Berg, Minderheit, Schaffnerlos, Der Zentralfriedhof





Mittwoch, 19. Juni 2013

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Madonna




And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Madonna


Besetzung:

Jason Reece – ohne Instrumentenangabe
Conrad Keely – ohne Instrumentenangabe
Kevin Allen – ohne Instrumentenangabe
Neil Busch – ohne Instrumentenangabe


Gastmusiker:

Julie Pomerleau – horn
Carolyn Cremona – horn
Clay Embry – horn
Jimmy Burdine – horn
Steven Hall – drums


Label: Domino Recording Ltd.


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Hard Rock, Alternative


Trackliste:

1. And You Will Know Them By The Trail Of Dead (0:31)
2. Mistakes & Regrets (3:47)
3. Totally Natural (4:16)
4. Blight Takes All (4:44)
5. Clair De Line (3:26)
6. Flood Of Red (3:54)
7. Children Of The Hydras Teeth (1:23)
8. Mark David Chapman (4:10)
9. Up From Redemption (0:23)
10. Aged Dolls (7:17)
11. The Day The Air Turned Blue (1:03)
12. A Perfect Teenhood (5:17)
13. Sigh Your Children (5:00)

Gesamtspieldauer: 45:12




Sechszehn Monate nach ihrem Debut, veröffentlichten die Texaner von And You Will Know Us By The Trail Of Dead bereits ihr zweites Album. Musikalisch hatte sich nicht allzu viel getan, produktionstechnisch jedoch eine ganze Menge. Die einzelnen Titel waren nun nicht mehr übersteuert, sondern genau richtig und hörenswert abgemischt worden. Auch auf „Madonna“ belieferten die vier Musiker ihre Käufer wieder mit knallhartem Rock, der durchaus mit Hard Rock umschrieben werden kann, wenn auch der Alternative Einfluss ein klein wenig Einzug in die Musik von Trail Of Dead gefunden hatte.

Der Eingangstitel „And You Will Know Them By The Trail Of Dead“ ist eine kurze Soundkollage, während der verschiedene weibliche wie männliche Stimmen je ein Wort zum Titel des Liedes beisteuern. Interessant dabei das „Them“ anstatt des „Us“, wie es im wirklichen Bandtitel vorkommt. Allgemein kann man auf „Madonna“ feststellen, dass die Titel etwas melodischer geworden sind und sie haben in ihrer Songstruktur an Gehalt gewonnen. Es geht auf „Madonna“ nicht mehr nur um den ultimativen Kick, nicht mehr nur darum den Hörer wegzubeamen, auch Melodien stehen jetzt im Fokus der Songs und der Band – wenn auch nicht immer und manches Mal auch nur ganz zart angedeutet.

Eingängigkeit sieht jedoch definitiv anders aus, das Album will erarbeitet werden. Stück für Stück. Überwiegend „kracht“ wieder und das durchaus auch kompromisslos auf „Madonna“. Trotzdem „knallt“ es hier besser als noch auf dem Debut-Album, da man jetzt alles wesentlich besser nachvollziehen, in die Lieder besser eintauchen kann. Zudem haben sich nun auch etwas „ruhigere“ Songs wie „Claire De Lune“ oder das fast schon sphärisch zu nennende „Children Of The Hydra's Teeth“ mit auf das Album geschlichen. Und dann gibt es da auch noch so schöne Songs wie „Aged Dolls“, ruhig und fast schon untypisch für den Rest der Platte, aber eingängig und ein Vorgeschmack auf das, was And You Will Know Us By The Trail Of Dead dem Hörer später noch kredenzen werden. Aber das da kein Missverständnis aufkommt, auch bei diesem Titel wird im Refrain „hart“ gerockt, aber dieses Zusammenspiel, das eben nicht mehr nur noch aus „Augen zu und durch“ besteht, dieses ist verflogen. Die Band hat einen Schritt in Richtung der etwas anspruchsvolleren Musik gemacht, die nicht nur durch Lautstärke und eiskalt durchgezogenen Heavy Rock punkten will. Nicht umsonst folgt im Anschluss an „Aged Dolls“ auch gleich der kurze Titel „The Day The Air Turned Blue“. Sphärisch, pianolastig und so ganz neu im Songkatalog der US-Amerikaner. Okay, danach geht es erst mal wieder so richtig ab, aber allein dieser Wechsel wäre auf dem Debut-Album schon undenkbar gewesen.

Fazit: Stilistisch noch sehr am Erstling angelehnt, gibt es hier allerdings schon die sanfteren und auch durchaus interessanteren Zwischentöne zu hören, die die Musik von And You Will Know Us By The Trail Of Dead so bereichernd werden lassen. Es „kracht“ zwar wieder, jedoch nicht mehr durchgängig. Für Freunde des Hard’n’Heavy definitiv immer noch genau die richtige Scheibe. Für Freunde von Platten wie „World’s Apart“ eröffnen sich hier zum ersten Mal die Horizonte. Das Album knallt, für mich knallt es manches Mal noch ein klein wenig zu undifferenziert. Aber mit jedem weiteren Hören passt es Stückchen für Stückchen ein wenig mehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Mistakes & Regrets, Aged Dolls, The Day The Air Turned Blue





Dienstag, 18. Juni 2013

Golden Earring – No Promises...No Debts




Golden Earring – No Promises...No Debts


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums


Gastmusiker:

John Legrand – harmonica


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Rock


Trackliste:

1. Heartbeat (3:01)
2. Need Her (3:08)
3. Sellin‘ Out (3:46)
4. Snot Love In Spain (3:50)
5. Save Your Skin (6:43)
6. D Light (3:35)
7. Tiger Bay (3:13)
8. Weekend Love (4:15)
9. Don't Close The Door (3:30)
10. Don't Stop The Show (2:42)
11. By Routes (2:54)

Gesamtspieldauer: 40:37




Irgendwie schienen der niederländischen Band Golden Earring Ende der 70er Jahre die Ideen auszugehen, ganz so hört sich nämlich „No Promises...No Debts“ an. Allerdings hielt das die Band nicht davon ab, weiter ganz fleißig Platten zu veröffentlichen. „No Promises...No Debts“ ist bereits die fünfte Platte in lediglich vier Jahren und das vierzehnte Studio-Album der Band insgesamt.

Auf „No Promises...No Debts“ tummeln sich Belanglosigkeiten ohne Ende, die zum einen Ohr hinein-, aus dem anderen wieder herauswandern. Das ist 08/15-Rock geworden, ohne jegliche Höhepunkte. Klar ist das keine schlechte Musik, allerdings auch überhaupt keine, die einen in irgendeiner Art und Weise begeistern könnte. Man legt die CD in den Spieler ein, dann läuft sie durch und plötzlich ist wieder Schluss. War da was?

Das Album erzeugt Langeweile. Ab und an wird mal geschrien, ich nehme an, um den Hörer wieder aus seinem Schlummer herauszureißen. Mitreißende Ideen oder gute Melodien: völlige Fehlanzeige. Und dabei ist die Musik noch nicht mal wirklich schlecht gemacht, eben nur völlig ideen- und einfallslos. So wirkt das zumindest. Und immer dann, wenn ein Lied mal gut eingeleitet wird, dann entwickelt es sich im weiteren Verlauf zu etwas Nichtssagendem, geschweige denn besonders Hörenswertem. Da ist man schon dankbar, wenn wenigstens der letzte Titel sich mal ein klein bisschen von den anderen abhebt. Das liegt allerdings daran, dass es ein Instrumentalstück ist.

Fazit: Vielleicht haben Golden Earring in dieser Zeit einfach zu viele Platten veröffentlicht und hätten sich mal etwas mehr Zeit für Ideen nehmen sollen, damit diese auch reifen können. „No Promises...No Debts“ ist eines dieser Alben, die man hat, aber nie anhört. Ich habe das jetzt noch ein paar Mal gemacht, um das hier auch schreiben zu können. Aber das war es jetzt. Jetzt kommt die CD wieder an ihren Platz im Schrank und ich befürchte für einige Zeit. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Sellin‘ Out, Save Your Skin, By Routes