Samstag, 25. Juli 2015

Heaven 17 – Pleasure One




Heaven 17 – Pleasure One


Besetzung:

Glenn Gregory
Ian Craig Marsh
Martyn Ware


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

1. Contenders (5:24)
2. Trouble (4:14)
3. Somebody (4:30)
4. If I Were You (3:34)
5. Low Society (3:40)
6. Red (3:56)
7. Look At Me (5:14)
8. Move Out (3:18)
9. Free (6:25)

Gesamtspieldauer: 39:56




„Heaven 17“ machen für mich irgendwie typische 80er Jahre Musik. Der Sound der Band stand manchmal ein wenig beispielgebend für viele andere Bands, zumindest wenn es sich um Synthie Pop handelte. Nichts anderes hört man auch auf ihrem vierten Album „Pleasure One“ aus dem Jahre 1986. Obwohl, so ganz „reiner“ Synthie Pop ist das gar nicht, für den die drei Musiker von Heaven 17 auch auf diesem Album stehen. Es ist die funkige Ausgabe dieses musikalischen Genres, den Heaven 17 einmal mehr auch auf „Pleasure One“ frönen.

Gut, das muss man mögen, denn diese Musik klingt, unabhängig davon, dass sie in diesem Genre den Funk hochhält, auch sehr synthetisch und irgendwie kalt und nüchtern. Das mag sicherlich auch mit an der Instrumentierung liegen, in der natürlich die Synthesizer die dominierenden Momente darstellen. Dazu noch eine Rhythmusmaschine, die alles noch ein kleinwenig mehr nach Plastik klingen lässt – zumindest in meinen Ohren. Oh Du wunderschöne synthetische Welt.

Mir selbst gefällt das, was ich hier höre – zumindest einigermaßen – immer dann, wenn es eher poppig klingt. Das ist eigentlich lediglich zwei Mal der Fall. Die Nummer „Trouble“ ist poppig und dabei eingängig. Ein Lied, welches durchaus hängenbleibt. Nun, mit einigen Abstrichen trifft das auch noch auf die Nummer „If I Were You“ zu. Oder habe ich etwa nur diesen Eindruck des Gefallens, da das Lied sich irgendwie schon sehr dem Titel „Trouble“ ähnelt? Nun und der Rest? Alles diese Kombination aus Synthie Pop und Funk, relativ unmelodiös gehalten, allerdings durchaus groovend. Doch da wird es schwierig für mich, sehr schwierig sogar.

Fazit: Ich gebe es zu, ich habe meine beiden Heaven 17 Platten im Vollbesitz meiner geistigen Fähigkeiten gekauft. Ich frage mich allerdings warum? Bis heute habe ich darauf keine Antwort gefunden. … und ich habe beide Scheiben schon viele Jahre. Nun, für Funk Freunde mag das vielleicht was sein, wenn diese mit dem vorhandenen Synthie Pop klarkommen. Vielleicht ist die Platte allerdings auch was für Freunde des Synthie Pop, wenn diese mit einer gehörigen Portion Funk ebenfalls leben können. Vielleicht muss man diese Musik jedoch auch in irgendwelchen Clubs in den 80er Jahren genossen haben, um das cool zu finden. Habe ich allerdings nicht und finde die Platte somit auch nicht cool. Sie zerrt eher an meinen Nerven. Vier Punkte.

Anspieltipps: Trouble



Freitag, 24. Juli 2015

Edie Brickell & New Bohemians – Shooting Rubberbands At The Stars




Edie Brickell & New Bohemians – Shooting Rubberbands At The Stars


Besetzung:

Edie Brickell – vocals
Kenny Withrow – guitar
Brad Houser – bass
Brandon Aly – drums
John Bush – percussion


Gastmusiker:

Robbie Blunt – guitar
John Henry – background vocals
Chris Whitten – drums
Paul "Wix" Wickens – keyboards


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Folk Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. What I Am (4:54)
2. Little Miss S. (3:37)
3. Air Of December (5:54)
4. The Wheel (3:53)
5. Love Like We Do (3:13)
6. Circle (3:11)
7. Beat The (2:58)
8. She (5:06)
9. Nothing (4:49)
10. Now (6:00)
11. Keep Coming Back (2:42)
12. I Do (Hidden Track) (2:00)

Gesamtspieldauer: 48:22




Edie Brickell war letzthin mal wieder in den Musik-Nachrichten vertreten. Zum einen wegen ihres Albums, welches sie zusammen mit Steve Martin aufgenommen hat und auf dem sie Bluegrass-Music, eine Unterform des Country zum Besten gibt. Zum anderen hielt die Boulevard-Presse eine Schlagzeile für sie parat, die wohl etwas von einem Streit mit ihrem Mann, dem Musiker Paul Simon erfahren hatte und dies natürlich der Welt kundtun musste. Ob’s stimmt? Keine Ahnung ist auch vollkommen egal und wen interessiert das überhaupt? Für mich war das jedoch Grund genug, mir dieses Album von Edie Brickell & New Bohemians wieder mal zu Gemüte zu führen – nach wahrlich bereits langer Zeit mal wieder.

„Shooting Rubberbands At The Stars“ ist das erste von zwei Alben, die die Band damals einspielte. Dieses hier erschien 1988, der Nachfolger „Ghost Of A Dog“ wurde dann zwei Jahre später veröffentlicht. Danach war erst Mal wieder Schluss mit Edie Brickell & New Bohemians, bis es im Jahr 2006 nochmals ein kurzes Aufleben der Band mit gleichzeitiger Veröffentlichung eines dritten Albums gab.

Bekanntestes Lied der Band ist sicherlich der Opener „What I Am“, eine groovende und lockere Nummer, die, wie überhaupt alle Lieder der Band, vom Gesang der Edie Brickell lebt. Edie Brickell singt hier sowas von frisch, irgendwie extrem jugendlich und absolut relaxt, dass diese Art des Gesangs einfach hängenbleiben muss. Dies gilt auch für die weiteren Titel auf „Shooting Rubberbands At The Stars“. Die Musik ist dabei immer eingängig und stellt einen Mix aus Folk Rock und Alternative Rock dar. Hart wird es niemals, dafür bleibt es immer irgendwie groovy und vollkommen entspannt.

Weitere Höhepunkte der Scheibe sind für mich „Circle“, okay da kann man jetzt schon mal von Folk sprechen und das ebenso eingängige und zumindest zu Beginn etwas getragene „Now“, welches sich schließlich zu einem nachdenklichen Rock-Song entwickelt. Nun das Schöne an „Shooting Rubberbands At The Stars“ ist auch, dass man die Scheibe in einem Durchhören kann, ohne den Plattenarm beziehungsweise die Fernbedienung des CD-Players in Anspruch nehmen zu müssen. Ausfälle gibt es nämlich keine, alles wirkt und klingt und zwar ziemlich überzeugend. Das wiederum bedeutet auch, dass ich hier durchaus noch andere Titel hätte aufführen können, die ebenso überzeugen.

Fazit: Ein schönes und zurückhaltendes Album ist „Shooting Rubberbands At The Stars“ von Edie Brickell & New Bohemians geworden. Die Musik lebt stark von der hier sehr unverbraucht und unbeschwert klingenden Stimme der Edie Brickell. Da macht es einfach Spaß zuzuhören. Die Lieder selbst sind nicht sonderlich komplex, wollen einfach nur unterhalten, ohne dabei jedoch oberflächlich oder gar anbiedernd zu sein oder wirken. Ein relaxtes Album ist dieses „Shooting Rubberbands At The Stars“ geworden, eine Platte für alle Lagen des Lebens. Zehn Punkte.

Anspieltipps: What I Am, Little Miss S., Circle



Donnerstag, 23. Juli 2015

Chris de Burgh – Eastern Wind




Chris de Burgh – Eastern Wind


Besetzung:

Chris de Burgh – guitar, vocals


Gastmusiker:

Lisa Dal Bello – background vocals
Dick Heckstall-Smith – percussion
John Helliwell – saxophone
Al Marnie – bass, vocals
Glenn Morrow – synthesizer
Colina Phillips – background vocals
Jeff Phillips – drums, percusion
Erik Robertson – keyboards
Sharon Williams – background vocals
Tim Wynveen – guitar, vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. The Traveller (4:11)
2. The Record Company Bash (3:54)
3. Tonight (3:28)
4. Wall Of Silence (3:48)
5. Flying Home (3:59)
6. Shadows And Lights (3:11)
7. Sailor (4:15)
8. Some Things Never Change (3:14)
9. Tourist Attraction (3:09)
10. Eastern Wind (5:17)

Gesamtspieldauer: 38:36




„Eastern Wind“ heißt das fünfte Album des Iren Chris de Burgh und es erschien im Jahr 1980. Und auf dieser Scheibe macht Chris de Burgh seinem Ruf, ein „Schmuserocker“ zu sein, wahrlich alle Ehre. Zwar wird mitunter auch mal das Tempo bei einzelnen Songs etwas angezogen, jedoch sind diese Stellen eher rar gesät. Meistens klingt die Musik des Iren hier sehr sanft und ruhig und überaus weich.

Während es die Scheibe in anderen Ländern nicht schaffte, sich in den Charts zu platzieren, erreichte das Album in Norwegen sogar den ersten Platz in den dortigen Verkaufszahlen. Mit dem nächsten Album „The Getaway“ sollte Chris de Burgh dann jedoch auch den Durchbruch in anderen Ländern schaffen – vor allen Dingen in Deutschland besaß und besitzt er die größte Fanbasis. „The Getaway“ klang dann auch deutlich poppiger, was auf „Eastern Wind“ noch nicht unbedingt so der Fall ist. Manchmal scheint sich Chris de Burgh hier noch in Melancholie und Sentimentalität zu suhlen, sodass man ganz automatisch nach Atem ringt, um nicht mit zu versinken in irgendeiner Form des Mitleids. Allerdings möchte ich hier auch nicht übertreiben, denn einige der Titel sind auch durchaus gelungen und gehen ins Ohr, sogar ziemlich schnell und auch nicht alles auf „Eastern Wind“ ist superweich, auch wenn diese Stimmung schon das Album dominiert.

Zu erwähnen ist da sicherlich das beste Lied des Album und gleichzeitig auch das Titelsück „Eastern Wind“. Eine wirklich schöne und gelungene Nummer, die überraschenderweise auf dem ein Jahr später erschienenen Album Best Of-Album „Best Moves“ fehlte. Ausgestattet mit einer schönen Melodie, ist die Musik hier auch nicht nur ruhig gehalten, sondern es wird sogar mal das Tempo angezogen – zumindest ein wenig. Ebenfalls gelungen ist das ebenfalls wieder sehr eingängige „Sailor“ sowie die beiden aufeinanderfolgenden Nummern „Wall Of Silence“ und „Flying Home“. Nun, dass Chris de Burgh wahrlich schöne Melodien schreiben kann, das hat er auf früheren Platten bereits bewiesen. Auch hier auf „Estern Wind“ deutet er das an, jedoch nicht mehr so deutlich, wie noch zuvor.

Fazit: Klar, Chris de Burgh mag man oder man mag ihn eben nicht. Ich kann dem Ganzen zu Beginn seiner Karriere durchaus noch was Positives abgewinnen, denn manche Lieder des Iren packen einen wirklich und sind wohl am besten mit dem Adjektiv „schön“ zu umschreiben – vor allen Dingen auch dann, wenn er mit seiner Musik spannende und packende Geschichten erzählt. Poppig im Sinne von kommerziell ist Chris de Burgh hier noch nicht, was sicherlich ein Pluspunkt der Musik darstellt, da sich hier niemand anzubiedern versucht. Allerdings so richtig überzeugend klingt das, mit ein paar Ausnahmen, auch nicht mehr. Ist eben sehr, sehr weiche Musik und man braucht sich nicht wundern, dass die größte Fangemeinde des Chris de Burgh weiblich ist. Zum romantischen Träumen lädt die Musik schon ein – wenn man denn darauf steht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Eastern Wind



Mittwoch, 22. Juli 2015

Die Ärzte – Ab 18




Die Ärzte – Ab 18


Besetzung:

Farin Urlaub – Gitarre, Gesang
Bela B. – Schlagzeug, Gesang 
Hagen Liebing – Bass
Sahnie – Bass ("Claudia hat 'nen Schäferhund" und "Schalflied")


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Punk, Rock


Trackliste:

1. Sie kratzt, sie stinkt, sie klebt (2:31)
2. Geschwisterliebe (4:11)
3. Helmut K. (2:34)
4. Claudia hat 'nen Schäferhund (2:00)
5. Claudia II (2:30)
6. Sweet Sweet Gwendoline (2:55)
7. Schlaflied (4:30)

Gesamtspieldauer: 21:11




Mal wieder etwas ganz anderes auf diesen Seiten, ich glaube ich habe in meiner Plattensammlung sonst auch keine Scheibe, die auf dem Index steht, zumindest immer noch darauf gelistet isst. Das liegt sicherlich auch an der deutschen Sprache, denn wenn man sich für die Texte allgemein interessiert, dann kann es einem schon mal die Schamesröte in das Gesicht treiben, liest man so manche englische Lyrics. Diese sind dann eben in den USA verboten. Auf die Idee, dass englischsprachige Texte auch hierzulande übersetzt werden, scheint jedoch irgendwie keiner zu kommen.

Gut, die Platte wurde von den Ärzten nur herausgegeben, um mal eine vollständige Sammlung ihrer indizierten Lieder zu bekommen. Von den ersten drei Platten der Berliner Band wurden gleich zwei, nämlich das Debut „Debil“ und Platte Nummer 3 „Die Ärzte“, auf den Index gesetzt und durften in Deutschland nicht mehr beworben oder im Radio gespielt werden. Indiziert aufgrund jugendgefährdender Medien waren die Titel „Claudia hat 'nen Schäferhund“ und „Schlaflied“ aus der Platte „Debil“, sowie „Geschwisterliebe“ vom drittem Album „Die Ärzte“.

Nun, die Themen die hier abgearbeitet werden, sind auch irgendwie nicht so ganz jugendfrei. In „Geschwisterliebe“, jenem Lied, welches bis heute auf dem Index steht, geht es um Inzest zwischen Bruder und Schwester. „Claudia hat 'nen Schäferhund“ verarbeitet das Thema Sodomie und „Schlaflied“ …, na dieses Stück kam wohl mit auf die Liste, da die Gefahr bestand, dass mal kleinere Geschwister diesen Titel mithören könnten und dann garantiert für die nächsten Monate um den Schlaf gebracht wären. Wenn man da so hört, was das Monster so alles mit einem in der Nacht anstellt, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Inzwischen ist jedoch nur noch „Geschwisterliebe“ in Deutschland verboten. Diesen drei Titeln wurden auf der Mini-Platte noch vier weitere zugemischt. „Sie kratzt, sie stinkt, sie klebt“ ist dabei auch nicht unbedingt appetitlich. „Helmut K.“ war zwar nie speziell indiziert, erzählt jedoch davon, dass Helmut Kohl seine Hannelore schlägt. Bei „Claudia II“ hat die Protagonistin jetzt keinen Sex mehr mit ihrem Schäferhund, worüber sich zunächst auch ihre Eltern freuen, dafür muss nun ein Hengst herhalten. In „Sweet Sweet Gwendoline“ geht es schließlich um SM, was heute, nach „50 Shades Of Grey“, auch niemanden mehr sonderlich schocken kann. „Sweet Sweet Gwendoline“ war dabei übrigens schon auf dem Album „Die Ärzte“ enthalten und nicht nochmal extra indiziert worden.

Nun, was immer man von solch Texten halten mag, die Musik klingt jugendlich und reichlich unbekümmert. Hauptsächlich hört man eingängigen Punk, ohne zu sehr ins Extreme abzurutschen. Die Melodie wurde bei den Titeln nie aus den Augen beziehungsweise Ohren verloren. Den Ärzten war natürlich klar, dass auch diese Platte sofort verboten werden würde, stellte somit wohl eine kleine Provokation dar. Doch die Musik der Band wurde auch deswegen kaum noch im Radio gespielt, auch auf Konzerten waren die Titel selbstverständlich verboten. Die GEMA-Tantiemen brachen ein und dazu gesellte sich noch das Kompilationsalbum „Ist das alles?“, mit dem Farin Urlaub und Bela B. gar nicht zufrieden waren und so löste sich die Band schließlich erst mal auf, um 1993, mit neuem Bassist, wieder neu durchzustarten. Von daher hat der ganze Hype, den solch indizierte Nummern mit sich bringen, jedoch nicht zum Erfolg dieser Band beigetragen. Ohne diese Titel wären die Ärzte sicherlich schon früher deutlich erfolgreicher gewesen, wie die Musiker in späteren Interviews auch des Öfteren anmerkten.

Fazit: Nun, für Die Ärzte Fans ist die Platte sicherlich interessant, obwohl ich glaube, dass es diese in der Zusammenstellung gar nicht mehr gibt. Das Lied „Geschwisterliebe“ lässt sich in bei entsprechenden Portalen nicht mehr finden. Ansonsten klingt das alles irgendwie sehr unbekümmert und man merkt, wie viel sich in den letzten fast dreißig Jahren bezüglich Moralvorstellungen in Deutschland geändert hat. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Schlaflied



Dienstag, 21. Juli 2015

AC/DC – Plug Me In (DVD)




AC/DC – Plug Me In (DVD)


Besetzung:

Ohne einzelne Auflistung


Gastmusiker:

Ohne einzelne Auflistung


Label: Sony Entertainment


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Hard Rock


Trackliste:

DVD1 (mit Bon Scott als Sänger):

1. High Voltage – (King of Pop Awards, Australia; October 1975)
2. It's a Long Way To The Top (If You Wanna Rock 'n' Roll) – ("Bandstand" Channel 9, Australia; 21 February 1976)
3. School Days – (St. Albans High School, Australia; 3 March 1976)
4. T.N.T. – (St. Albans High School, Australia; 3 March 1976)
5. Live Wire – ("Super Pop / "Rollin' Bolan", London, England; 13 July 1976)
6. Can I Sit Next To You Girl – ("Super Pop" / "Rollin' Bolan", London, England; 13 July 1976)
7. Baby Please Don't Go – (Myer Music Bowl, Melbourne; 5 December 1976)
8. Hell Ain't A Bad Place To Be – ("Sight & Sound, in Concert" (BBC2), Golders Green Hippodrome, London, England; 29 October 1977)
9. Rocker – ("Sight & Sound, in Concert" (BBC2), Golders Green Hippodrome, London, England; 29 October 1977)
10. Rock 'n' Roll Damnation – (Apollo Theatre, Glasgow; 30 April 1978)
11. Dog Eat Dog – (Apollo Theatre, Glasgow; 30 April 1978)
12. Let There Be Rock – (Apollo Theatre, Glasgow; 30 April 1978)
13. Problem Child – ("Rock Goes To College" (BBC2), Colchester, England; 28 October 1978)
14. Sin City – ("Rock Goes To College" (BBC2), Colchester, England; 28 October 1978)
15. Bad Boy Boogie – ("Rock Goes To College" (BBC2), Colchester, England; 28 October 1978)
16. Highway To Hell – ("Countdown" (ABC), Arnhem, the Netherlands; 13 July 1979)
17. The Jack – ("Countdown" (ABC), Arnhem, the Netherlands; 13 July 1979)
18. Whole Lotta Rosie – ("Countdown" (ABC), Arnhem, the Netherlands; 13 July 1979)


DVD2 (mit Brian Johnson als Sänger):

1. Shot Down In Flames – (Budokan, Tokyo; 5 February 1981)
2. What Do You Do For Money Honey – (Budokan, Tokyo; 5 February 1981)
3. You Shook Me All Night Long – (Budokan, Tokyo; 5 February 1981)
4. Let There Be Rock – (Budokan, Tokyo; 5 February 1981)
5. Back In Black – (Capital Center, Landover, Maryland; 20 December 1981)
6. T.N.T. – (Capital Center, Landover, Maryland; 20 December 1981)
7. Shoot To Thrill – (The Summit, Houston, TX; 30 October 1983)
8. Guns For Hire – (Joe Louis Arena, Detroit, Michigan; 17 November 1983)
9. Dirty Deeds Done Dirt Cheap – (Joe Louis Arena, Detroit, Michigan; 17 November 1983)
10. Flick Of The Switch – (Capital Center, Landover, Maryland; 12 December 1983)
11. Bedlam In Belgium – Capital Center, Landover, Maryland; 12 December 1983)
12. Montage: Coup Victims Memorial Service "Hell's Bells" / "Back In Black" – (Tushino Airfield, Мoscow; 28 September 1991)
13. Highway To Hell – (Tushino Airfield, Москва; 28 September 1991)
14. Whole Lotta Rosie – (Tushino Airfield, Москва; 28 September 1991)
15. For Those About To Rock (We Salute You) – (Tushino Airfield, Moscow; 28 September 1991)
16. Gone Shootin' – (VH1 Studio B, London, England; 5 July 1996)
17. Hail Caesar – (Entertainment Center, Sydney; 14 November 1996)
18. Ballbreaker – (Entertainment Center, Sydney; 14 November 1996)
19. Rock And Roll Ain't Noise Pollution – (Entertainment Center, Sydney; 14 November 1996)
20. Hard As A Rock – (Stade de France, Paris; 22 June 2001)
21. Hells Bells – (Stade de France, Paris; 22 June 2001)
22. Ride On – (Stade de France, Paris; 22 June 2001)
23. Stiff Upper Lip – (Circus Krone, München; 17 June 2003)
24. Thunderstruck – (Circus Krone, München; 17 June 2003)
25. If You Want Blood (You've Got It) – ("Toronto Rocks" Downsview Park, Toronto; 30 July 2003)
26. The Jack – ("Toronto Rocks" Downsview Park, Toronto; 30 July 2003)
27. You Shook Me All Night Long – ("Toronto Rocks" Downsview Park, Toronto; 30 July 2003)

Gesamtspieldauer DVD 1 & 2: 300:00




„Plug Me In“ aus dem Jahr 2007 ist eine überaus gelungene Zusammenstellung von Live- beziehungsweise Fernsehauftritten der australischen Hard Rocker von AC/DC. Dabei sind die einzelnen DVD’s in die Ära Bon Scott und Brain Johnson unterteilt. Chronologisch angeordnet, kann man hier sehr gut die Entwicklung der Australier verfolgen, die im Laufe der Jahre ihrer Karriere, man mag es kaum glauben, allerdings doch dann etwas ruhiger und entspannter geworden sind. Die Qualität der einzelnen Aufnahmen divergiert natürlich durch deren unterschiedliche Entstehungszeit, schmälert die Freude am Genuss dieser Zusammenstellung jedoch in keinster Weise.

Immer wieder ertappe ich mich gerade auf DVD 1 dabei, wie sich sentimentale Gefühle beim Ansehen der Bilder entwickeln. Dies ist aus zweierlei Gründen durchaus überraschend. Zum einen habe ich AC/DC natürlich zu Beginn ihrer Karriere und in den darauffolgenden, ersten Jahren noch gar nicht aktiv verfolgen können, zum anderen hat die Musik der Band natürlich auch gar nichts „Sentimentales“ oder gar „Melancholisches“ an sich. Doch es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr Musik dazu imstande ist, Gefühle und Stimmungen zu transportieren, die einen als Hörer einfach treffen. Und gerade darin liegt auch die Stärke dieser DVDs. Wenn jemand die Musik in bester Qualität hören möchte oder aber bestens aufbereitete Konzertmitschnitte genießen will, dann gibt es da durchaus bessere Alternativen. Ist man jedoch an der Geschichte von AC/DC, deren Entwicklung und den in jeder Epoche vorhandenen Zeitgeist interessiert, dann gibt es für diese Zusammenstellung kaum eine bessere Möglichkeit, all dies auch erspüren zu können.

Fazit: Nun, über die Musik muss ich mich hier nicht extra auslassen. Die kennt man und die wurde auf diesen Seiten auch schon besprochen. Jede beziehungsweise jeder wird wissen, ob er der Musik von AC/DC etwas abgewinnen kann oder ob das eben nicht der Fall ist. Ist dem so und man mag die Musik nicht, so wird diese DVD sicherlich im Regal verstauben. Mag man allerdings diese Art des Hard Rocks von AC/DC, so stellt „Plug Me In“ einen wahrhaft großen Gewinn dar. Zum einen kann man hier bestens die Entwicklung dieser wahrlich außergewöhnlichen Band verfolgen, zum anderen eben in Erinnerungen schwelgen, die wohl jeder AC/DC-Freund ihr oder sein Eigen nennt. Für all jene, die AC/DC mögen, egal ob mit Bon Scott oder aber Brian Johnson, ist „Plug Me In“ eine sehr lohnenswerte Anschaffung – auch wenn die Dokumenten-Qualität, vor allem zu Beginn, nicht immer restlos überzeugt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Alles, jedoch vor allem die Bon Scott DVD…



Montag, 20. Juli 2015

Torpus & The Art Directors – The Dawn Chorus




Torpus & The Art Directors – The Dawn Chorus


Besetzung:

Sönke Torpus – Gesang, Akustikgitarre
Melf Petersen – Gesang, Baritongitarre
Felix Roll – Schlagzeug
Jenny Apelmo – Gesang, Bass
Ove Thomsen – Gesang, Harmonium, Pedal Steel


Label: Grand Hotel Van Cleef


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. In Hushed Tones (4:07)
2. Dawn Song (3:24)
3. Water (3:51)
4. From Holding Your Hands (3:55)
5. Poem For A Friend (3:49)
6. I Can Decide That By Myself (3:28)
7. Don't Gather Roses (3:56)
8. Sleeping On The Backburner (5:06)
9. Bright Eyes (3:18)
10. Mirror Mirror (4:49)
11. Two Hearts (3:33)
12. Love It As It Comes (2:34)
13. Roll It Up Again (3:38)

Gesamtspieldauer: 49:35




Torpus & The Art Directors ist eine Folk Band aus Deutschland, genauer gesagt aus Hamburg. Diese wurde 2009 gegründet und hat im Jahr 2015 mit dem Album „The Dawn Chorus“ bereits ihre dritte Studio-Platte veröffentlicht. Folk Musik aus Deutschland? Passt das überhaupt? Geht das überhaupt? Darauf drei Mal ein „Ja“. Denn die Musik auf „The Dawn Chorus“ hört sich sogar überaus überzeugend an, macht wirklich jede Menge Spaß und lässt sich zu vielen Gelegenheiten gut hören.

Die Lieder sind, wie bei Folk nicht weiter überraschend, eher ruhig gehalten und die Akustik-Gitarre steht zumeist deutlich im Vordergrund. Die einzelnen Stücke sind sanft und allesamt sehr melodiös. Gleich beim ersten Hören weiß man hier sofort, ob sich auf diesem Album Musik befindet, die einen berührt oder ob dies eben nicht zutrifft. Und ist dies der Fall, so werden die einzelnen Stücke bei jedem Durchgang noch vertrauter und zu musikalischen Freunden. Beim Hören dieser Musik wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, dass es sich bei Torpus & The Art Directors um eine deutsche Band handelt. Das klingt alles schon sehr international beziehungsweise im westlichen, englischsprachigen Bereich angesiedelt und auch verwurzelt.

Die Platte läuft in einem Guss durch, ohne Schwachstellen aufzuweisen. Und wenn es dann mal wie beim Titel „I Can Decide That By Myself“ etwas nach Country klingt, dann wird dieser Eindruck von der Pedal Steel hervorgerufen und auch nicht sonderlich übertrieben. Dafür gibt es genügend andere Titel, die wegen ihrer Sanftheit und Melodiösität in Bezug auf Folk überzeugen können.

Fazit: „The Dawn Chorus“ von Torpus & The Art Directors ist ein absolut unaufgeregtes Album geworden, welches durch schöne Melodien und sehr eingängige Harmonien zu überzeugen weiß. Auf der Scheibe findet sich glücklicherweise kein Schwachpunkt, kein Titel fällt gegenüber dem anderen ab, auf Füllmaterial wurde hier definitiv verzichtet. Natürlich wird jede Hörerin, jeder Hörer hier ihre beziehungsweise seine Favoriten finden, jedoch kaum Ausschussware. Ein schönes und entspanntes Album dieses „The Dawn Chorus“. Zehn Punkte.

Anspieltipps: In Hushed Tones, Poem For A Friend, Bright Eyes



Sonntag, 19. Juli 2015

Godsmack – IV







Godsmack – IV




Besetzung:


Sully Erna – rhythm guitar, vocals
Tony Rombola – lead guitar, backing vocals
Robbie Merrill – bass guitar
Shannon Larkin – drums, percussion




Label: Universal Republic




Erscheinungsdatum: 2006




Stil: Hard Rock, Alternative Metal




Trackliste:


1. Livin' In Sin (4:39)
2. Speak ((3:57)
3. The Enemy (4:07)
4. Shine Down ((5:01)
5. Hollow (4:32)
6. No Rest For The Wicked (4:37)
7. Bleeding Me (3:37)
8. Voodoo Too (5:26)
9. Temptation (4:06)
10. Mama (5:14)
11. One Rainy Day (7:21)


Gesamtspieldauer: 52:43






Manchmal liebe ich es einfach solche Musik zu hören. Musik, wie die von Godsmack auf ihrem vierten Album aus dem Jahr 2006 mit dem passenden Namen „IV“. Musik, die nur eine Richtung kennt und das ist geradeaus. Reinknallen, aber total, komplett und absolut kompromisslos. Ganz ehrlich, wer vermisst bei solcher Musik ein Keyboard oder gar ein Piano? Wenn man das hören möchte, verspielte oder verträumte Musik, dann wird man niemals diese Scheibe hier auflegen – niemals.

Die vier US-Amerikaner aus Lawrence, Massachusetts lassen es absolut krachen. Auf „IV“ wird gerockt und zwar praktisch uneingeschränkt. Nur ab und an wird die Musik von Godsmack mal etwas sanfter, ruhiger. Von den einzelnen Titeln her ist das lediglich bei der Nummer „Hollow“ der Fall. Hier hört man dann auch mal eine akustische Gitarre, die sonst meistens durch die E-Gitarre ersetzt wird. „Hollow“ ist mit einer tollen, sehr eingängigen Melodie ausgestattet und überzeugt bereits beim ersten Hören und gefällt auch noch nach dem x-ten Durchlauf.

Allerdings kommt die Melodie bei den härteren Titeln ebenfalls nicht zu kurz. Die einzelnen Stücke des Albums sind zwar sehr im Genre des Metal verhaftet, jedoch finden sich auch hier jede Menge Ton- und Akkordfolgen, die sich sofort im Ohr des Hörers festzusetzen verstehen und einem bereits beim zweiten Male des Hörens äußerst bekannt erscheinen. Diese Melodiösität, gepaart mit der Härte und zum Teil auch Aggressivität der einzelnen Stücke, macht die Platte durchaus zu etwas Besonderem. Headbanging kann ja auch echt eine tolle Sache sein, wenn man das Haupthaar mal ordentlich durchschütteln will und dabei in andere Sphären vorzudringen erhofft.

Fazit: Ein schönes und hartes Album ist „IV“ von Godsmack geworden. Spaß an den härteren Tönen in der Musik sollte man definitiv haben, wenn man dieser Platte genießerisch lauschen möchte. Dabei ist die Musik von Godsmack auf „IV“ durchaus auch eingängig, wenn diese auch fast ausschließlich von den ganz schweren Gitarren dominiert wird. Aber manchmal braucht man so etwas eben auch. Oder etwa nicht? Zehn Punkte.

Anspieltipps: Livin' In Sin, Hollow, Voodoo Too



Samstag, 18. Juli 2015

Pete Townshend – Scoop




Pete Townshend – Scoop


Besetzung:

Pete Townshend – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Nicht aufgeführt


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. So Sad About Us / Brrr (4:44)
2. Squeeze Box (2:27)
3. Zelda (2:25)
4. Politician (3:37)
5. Dirty Water (2:08)
6. Circles (2:10)
7. Piano: Tipperary (1:01)
8. Unused Piano: Quadrophenia (2:33)
9. Melancholia (3:17)
10. Bargain (4:13)
11. Things Have Changed (2:25)
12. Popular (2:28)
13. Behind Blue Eyes (3:29)
14. Magic Bus (4:21)
15. Cache Cache (3:43)
16. Cookin' (3:21)
17. You're So Clever (4:18)
18. Body Language (1:33)
19. Initial Machine Experiments (1:56)
20. Mary (3:19)
21. Recorders (1:18)
22. Goin' Fishin' (2:54)
23. To Barney Kessell (2:01)
24. You Came Back (4:06)
25. Love, Reign O'er Me (4:58)

Gesamtspieldauer: 1:14:59




„Scoop“ ist das erste von bisher insgesamt drei („Scoop“, „Another Scoop“ und „Scoop 3“) Kompilationsalben des Pete Townshend, auf denen der The Who Gitarrist seinen Hörern Demos und auch bisher unveröffentlichtes Material bietet. „Scoop“ selbst, also die erste Veröffentlichung dieser Reihe, erschien im Jahr 1983 und enthält Stücke aus den Jahren 1965 bis 1982.

Diese Scheibe kann aus zwei Gründen interessant sein. Zum einen dann, wenn man alles von Pete Townshend besitzen möchte, zum anderen, wenn man daran interessiert ist, wie sich so mancher Titel in der ursprünglichen Fassung anhört. Diese ist meistens nicht so überzeugend wie die endgültige Fassung, welche dann auf einem The Who Album zu hören ist. Ausnahme hierbei ist gleich der Opener „So Sad About Us“, der auf „Scoop“ in Verbindung mit dem bisher unveröffentlichten Instrumentaltitel „Brrr“ zu hören ist. Die Nummer führt Pete Townshend mit einer persönlichen Ansage ein und das Stück hört sich dann wahrlich sowas von traurig an, dass es die auf dem zweiten Album, „A Quick One“, veröffentlichte Fassung um Längen schlägt.

Auch lässt sich bei einigen Titeln heraushören, welch guter und überzeugender Sänger Roger Daltrey ist. Das Lied „Love, Reign O'er Me“ ist sicherlich eines der besten Stücke überhaupt, welches Pete Townshend in seiner Karriere geschrieben hat und bildet einen würdigen Abschluss der Platte „Quadrophenia“. Auch hier bildet die Nummer das Ende des Albums, jedoch hört man dieses Mal eben Pete Townshend singen. Ein sehr großer Unterschied und ein Vergleich, den Pete Townshend deutlich verliert.

Bleiben noch eine Handvoll Stücke oder aber auch Fragmente, die wirklich neu sind. Diese sind zum Teil witzig und überzeugend, manches Mal merkt man jedoch auch schnell, warum sie es nie auf ein offizielles The Who - oder Pete Townshend Solo Album geschafft haben. Zum Teil also nicht der Rede wert.

Fazit: Nun, „Scoop” ist eher was für absolute Pete Townshend- oder The Who-Fans. Oftmals sind die Unterschiede zur ursprünglichen Version gar nicht so groß und sie unterscheiden sich dann eben zum Beispiel hauptsächlich im Gesang. Aber natürlich, wenn jemand jeden Schnipsel von Pete Townshend besitzen möchte, dann lohnt sich diese ursprüngliche Doppel-LP natürlich schon. Aber wohl auch nur dann. Acht Punkte.

Anspieltipps: Piano: Tipperary, Unused Piano: Quadrophenia



Freitag, 17. Juli 2015

Peter Hammill – The Love Songs




Peter Hammill – The Love Songs


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Nic Potter – bass
Hugh Banton – keyboards
Manny Elias – drums
Helen Copp – drums
John Ellis – guitar
Robert Fripp – guitar
Stuart Gordon – violin
David Lord – synthesizer


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: ArtPop, ArtRock


Trackliste:

1. Just Good Friends (3:54)
2. My Favourite (3:00)
3. Been Alone So Long (5:01)
4. Ophelia (3:08)
5. Again (3:34)
6. If I Could (5:00)
7. Vision (3:15)
8. Don't Tell Me (4:39)
9. The Birds (3:40)
10. This Side Of The Looking Glass (6:57)

Gesamtspieldauer: 42:15




Es gibt Platten, die braucht man im Grunde genommen überhaupt nicht. Eine davon ist „The Love Songs“ von Peter Hammill aus dem Jahr 1984. Zu hören gibt es darauf zehn Lieder, die alle bereits auf vorherigen Platten veröffentlicht worden waren. Es handelt sich bei dem Album also um eine Kompilation, eine Zusammenstellung von Liedern, in denen es um das Thema „Liebe“ geht.

Die Nummern wurden alle überarbeitet, neu abgemischt und auch mit einer neuen Gesangslinie versehen – außer der Titel „Been Alone So Long“, bei welchem die ursprüngliche Gesangsspur weiter Verwendung fand. Nun, ansonsten gibt es über dieses Album im Grunde genommen nicht viel zu sagen. Die Lieder kennt man, die Überarbeitung hört sich eher überflüssig als erforderlich an und man weiß keineswegs, warum Peter Hammill diese Platte unbedingt veröffentlichen musste.

Fazit: Ob die neu eingespielten Titel jetzt besser klingen, das sei hier mal sehr in Frage gestellt. Eine andere Frage, die sich stellt ist jene, wer solch ein Album braucht? Hierauf ist eher Pop als Progressive Rock zu hören, wofür Peter Hammill eigentlich steht. Wer die Musik des Engländers besitzt, die oder der besorgt sich sowieso die ursprünglichen Platten. Die Lieder sind schöne Stücke, stehen jedoch nicht stellvertretend für die Musik des Peter Hammill und hätten so auch nicht mehr unbedingt veröffentlicht werden müssen. Von daher haben die Lieder eigentlich mehr Punkte verdient, das Album selbst, nun das ist einfach irgendwie sehr überflüssig. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Again, The Birds



Donnerstag, 16. Juli 2015

Revolverheld – In Farbe




Revolverheld – In Farbe


Besetzung:

Johannes Strate – Gesang, Gitarre 
Kristoffer Hünecke – Gesang, Gitarre
Niels Grötsch – Gesang, Gitarre
Florian Speer – E-Bass
Jakob Sinn – Schlagzeug


Gastmusiker:

Joonas Lorenz – Orgel und weitere Tasten
Fabio Niehaus – Piano auf „Halt Dich an mir fest”
Lucky Kids – Kinderchor auf „Spinner”
Sönke Reich – Drum Tech
Babelsberger Filmorchester – Streicher



Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: DeutschRock, Pop


Trackliste:

1. Ich werde nie erwachsen (3:19)
2. Spinner (3:13)
3. Mein Leben ist super (3:21)
4. Halt Dich an mir fest (3:56)
5. Immer einen Grund zu feiern (2:50)
6. Alles anders (3:20)
7. Darf ich bitten (3:28)
8. Keine Liebeslieder (3:24)
9. Alles wird gut (3:00)
10. Die Liebe liebt mich nicht (3:28)
11. Laute Menschen (2:56)
12. Um unser Leben (2:23)
13. Hamburg hinter uns (3:16)

Gesamtspieldauer: 41:59




„In Farbe“ heißt das dritte Album der Hamburger Pop-Rock-Band Revolverheld. In Deutschland war die Scheibe, die 2010 veröffentlicht wurde, durchaus erfolgreich und kletterte bis auf Platz 6 der Charts. Zu hören gibt es auf „In Farbe“ eine Mischung aus poppigen und rockigen Titeln, die durchaus alle das Zeug haben, sich schnell im Ohr des Hörers festzusetzen.

Die Lieder setzen sich dabei aus zwei unterschiedlichen Stilarten zusammen. Da sind zum einen die rockigen „Partylieder“. Mitgrölsongs, die natürlich auf jedem Revolverheld Konzert für reichlich Stimmung sorgen. Hier ist dann auch der Rock das beherrschende Moment. An die Strophe schließt sich ein relativ einfacher und eingängiger Refrain an, der schnell ins Ohr geht und bereits nach dem ersten Hören mitgesungen werden kann. Andererseits gibt es dann allerdings auch noch einige, na nennen wir sie mal Liebeslieder, die dann eher poppig gehalten sind. Die Stimmung ist dabei jedoch immer eher trüb und regnerisch, denn das Thema ist hier meistens die Trennung beziehungsweise die bereits gescheiterte Liebe.

Besonders anspruchsvoll ist die Musik von Revolverheld natürlich nicht, das wollen die – hier noch fünf – Musiker ganz bestimmt auch nicht sein. „In Farbe“ will unterhalten, schafft das auch immer wieder sehr gut, wenn man sich auch manches Mal etwas mehr Wortwitz in den Texten wünschen würde. Trotzdem, die Lieder sind handwerklich gut gemacht und das betrifft die musikalische wie die textliche Seite der Stücke.

Fazit: „In Farbe“ ist für mich so ein Sommer-Sonne-Gute-Laune-Album geworden, auch wenn die Texte bei den entsprechenden Liebesliedern etwas anders aussagen. Die Scheibe läuft so durch, alles klingt ganz nett, wirklich viel bleibt da jedoch auch nicht hängen, dazu ist die Musik in allem einfach zu „normal“ und „allgemein“. Allerdings muss das gar nicht mal was Schlechtes bedeuten, denn mitunter möchte man gerade solche Musik genießen. Musik ohne große Ecken und Kanten, die einen berieselt und nicht negativ aufstößt. Das schaffen Revolverheld auf jeden Fall mit „In Farbe“. Acht Punkte.

Anspieltipps: Spinner, Darf ich bitten



Mittwoch, 15. Juli 2015

Nick Cave And The Bad Seeds – Henry’s Dream




Nick Cave And The Bad Seeds – Henry’s Dream


Besetzung:

Nick Cave – vocals, piano, organ, harmonica
Mick Harvey – rhythm guitar, piano, organ, vibraphone, drums, percussion, backing vocals
Blixa Bargeld – guitar, backing vocals
Martyn P. Casey – bass, backing vocals
Conway Savage – piano, vocals, rhodes
Thomas Wydler – drums, percussion


Gastmusiker:

Dennis Karmazyn – cello
Bruce Dukov – violin
Barbara Porter – violin


Label: Mute Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Alernative Rock


Trackliste: 

1. Papa Won't Leave You, Henry (5:54)
2. I Had A Dream, Joe (3:42)
3. Straight To You (4:34)
4. Brother, My Cup Is Empty (3:02)
5. Christina The Astonishing (4:51)
6. When I First Came To Town (5:21)
7. John Finn's Wife (5:13)
8. Loom Of The Land (5:07)
9. Jack The Ripper (3:45)

Gesamtspieldauer: 41:34




„Henry’s Dream“ heißt das siebte Studio-Album von Nick Cave And The Bad Seeds und wurde im Jahr 1992 veröffentlicht. An dieser Platte kann man einmal mehr hören und auch erleben, wie abwechslungsreich und überzeugend Alternative Rock klingen kann. Die Platte ist angefüllt mit tollen Songs, die ins Ohr gehen. Zugegebenermaßen ist dies nicht gleich unbedingt beim ersten Hören der Fall, jedoch wächst die Scheibe mit jedem weiteren Durchgang.

Die Nummern auf „Henry’s Dream“ sind also melodiös und eingängig, werden ziemlich schnell zu Vertrauten. Allgemein ist die Stimmung auf dieser Platte jedoch rockiger, als noch auf dem Vorgänger „The Good Son“. Waren es dort noch die sanfteren Töne, die im Mittelpunkt standen, so ist es jetzt der Rock, der auch mal ordentlich Gas gibt. Trotzdem hängt auch hier wieder eine etwas marode Stimmung über dem Album. Geschichten vom Tod und vom Untergang sind sowieso die Lieblinge des Australiers, die auf „Henry’s Dream“ nun eben in ein rockiges Gewand gepackt werden.

Das Schöne an dieser Platte ist auch, dass man sie in einem durch genießen kann. Kein Lied fällt gegenüber dem anderen großartig ab, wobei natürlich der Geschmack der Hörerin beziehungsweise des Hörers seine eigenen Favoriten festlegen wird. Für mich sind das die ersten drei Titel, die bereits eine schöne Übersicht darüber geben, was den Konsumenten hier alles erwartet. Dann ist da noch das kraftvolle „When I First Came To Town“ und nicht zu vergessen natürlich das sehr intensive „John Finn's Wife“. Für mich mit eines der besten Lieder, die Nick Cave jemals geschrieben hat.

Fazit: Auch “Henry’s Dream“ ist überzeugend geworden, allerdings auf eine andere Art und Weise als noch der Vorgänger. Dieses Mal ist es meist der kraftvolle Rock, der die Lieder und damit die Platte dominiert. Allerdings übertreibt Nick Cave hier keineswegs, das ist wahrlich kein Hard Rock, der auf der Scheibe zu hören ist. Jedoch bekommt man auf „Henry’s Dream“ eine Ladung kraftvollen und melodiösen Alternativ Rock serviert, die sich lohnt gehört zu werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: Papa Won't Leave You Henry, Straight To You, John Finn's Wife



Dienstag, 14. Juli 2015

Björk – Vespertine




Björk – Vespertine


Besetzung:

Björk – programming, beat programming, basslines, strings arrangements, choir arrangements, harp arrangements, music box arrangements, vocal editing, sounds recording, field recording


Gastmusiker:

Valgeir Sigurðsson – programming, beat programming, pro tools
Martin Gretschmann –  programming
Jake Davies – programming, pro tools
Matthew Herbert – programming
Leigh Jamieson – pro tools
Thomas Knak – programming
Jan "Stan" Kybert – pro tools
Matmos – programming, beat programming
Vince Mendoza – string arrangements, choir arrangements, orchestration
Zeena Parkins – harp, harp arrangements
Jack Perron – adaptation to music box
Guy Sigsworth – programming, beat programming, celeste, celeste arrangements, clavichord, clavichord arrangements, choir arrangements
Damian Taylor – programming, beat programming, pro tools
Caryl Thomas – harp
Marius de Vries – programming, beat programming
St. Paul's Cathedral Choir – Choir on „Unison“


Label: One Little Indian


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Art Pop, Electronica


Trackliste: 

1. Hidden Place (5:29) 
2. Cocoon (4:28)
3. It's Not Up To You (5:09)
4. Undo (5:38)
5. Pagan Poetry (5:14)
6. Frosti (1:41)
7. Aurora (4:39)
8. An Echo, A Stain (4:04)
9. Sun In My Mouth (2:40)
10. Heirloom (5:12)
11. Harm Of Will (4:37)
12. Unison (6:47)

Gesamtspieldauer: 55:42




„Vespertine“ heißt das fünfte Studio-Album der Isländerin Björk, welches im August 2001 veröffentlicht wurde. Für vielen Fans von Björk stellt dieses Album die beste Platte dar, die sie bisher veröffentlicht hat. Nun, Björk hat mit Sicherheit ein ganz eigenes musikalisches Genre geprägt, denn Pop ist das eigentlich nicht mehr, was man hier hört. Es ist eben Björk, wenn die zierliche Isländerin mal weinerlich klingt, dann wieder fest und dominant, mal reif, ein anderes Mal mädchenhaft und schüchtern. Dies alles untermalt dabei Musik, die so ganz anders ist, als alles, was man sonst so aus der Musikszene kennt.

Sieht man dann mal auf die Liste der verwendeten Instrumente, wird ebenfalls schnell klar, dass es sich hierbei unmöglich um ein „ganz normales“ Pop-Album handeln kann. Herumprogrammiert wurde an den einzelnen Titeln ganz schön viel, eine Gitarre, einen Bass, ein Klavier oder ein Schlagzeug sucht man jedoch vergebens. Allerdings ist die Scheibe vollgepackt mit durchaus „seltsam“ zu umschreibenden Geräuschen. Irgendwo fiept oder knackt es immer, gibt es ein Brummen oder Rauschen. Dabei sind auch die Gesangslinien der Björk immer wieder überraschend. Man kann wahrlich nicht behaupten, dass die Musik auf „Vespertine“ sehr melodiös ausgefallen wäre – Ausnahmen wie „Pagan Poetry“ bestätigen da nur die Regel. Schon gar nicht bei den ersten Durchgängen der Scheibe. Mitunter gibt es überhaupt keine Melodie, worüber Björk dann eine nichtmelodiöse Gesangslinie legt. Allerdings klingt dies in seiner Gesamtheit keineswegs atonal, eher spannend und faszinierend. Gut mit dem häufigen Hören des Albums wird es dann auch ein wenig eingängiger, von Harmonie in der Musik auf „Vespertine“ kann man allerdings immer noch keinesfalls sprechen. Das klingt alles äußerst schräg, seltsam und manchmal auch wie kaum von dieser Welt stammend.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich an dieser Art der Musik die Geister scheiden. Diese wird geliebt oder lässt Hörerin und Hörer fast schon fassungslos, zumindest aber verwirrt zurück. Bei aller Technik- und Computerverbundenheit wirkt die Musik von Björk auf „Vespertine“ allerdings keinesfalls konstruiert, eher eben experimentell. Schaden kann es dabei sicherlich auch nicht, während des Hörens eine kleine Traumreise durch Island zu veranstalten. Es werde einem zwar kaum Trolle und Zwerge begegnen, jedoch jede Menge Feen und Elfen.

Fazit: Das ist doch mal was ganz Besonderes, diese Platte von Björk. „Vespertine“ ist wahrlich nicht alltäglich. Der Titel des Albums „Vespertine“ kann in etwa mit „abendlich“ übersetzt werden, Björk selbst nennt es ihr „Winteralbum“, da sie den Großteil der Lieder im dunklen und kalten isländischen Winter geschrieben hat. Nun und irgendwie genau so klingt die Scheibe auch. Auf ihre Art dunkel und für die kalten und langen Abende im Spätherbst und Winter gemacht – dann allerdings, kann diese Musik auch das Herz erwärmen, wenn man eben nicht verwirrt zurückbleibt. Elf Punkte.

Anspieltipps: It's Not Up To You, Pagan Poetry, Frosti



Montag, 13. Juli 2015

Portishead – Third




Portishead – Third


Besetzung:

Beth Gibbons – lead vocals, guitar on "Threads"
Geoff Barrow – drums, bass, keyboards
Adrian Utley – electric and acoustic guitars, ukulele, keyboards


Gastmusiker:

Charlotte Nicholls – cello on "Silence" and "Threads"
Claudio Campos – spoken intro on "Silence"
Wendy Bertram – bassoon on "The Rip"
Team Brick – clarinet on "Plastic," vocals on "Deep Water"
David Poore & Ben Salisbury ("The Somerfield Workers Choir") – vocals on "Deep Water"
Will Gregory – saxophone on "Magic Doors" and "Threads"
John Baggott – rhodes piano on "Magic Doors"
Stu Barker – hurdy-gurdy on "Magic Doors"
Clive Deamer – drums on "Threads"
Jim Barr – bass on "Threads"


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Experimental Rock, TripHop


Trackliste:

1. Silence (5:00)
2. Hunter (3:58)
3. Nylon Smile (3:19)
4. The Rip (4:30)
5. Plastic (3:30)
6. We Carry On (6:27)
7. Deep Water (1:33)
8. Machine Gun (4:46)
9. Small (6:47)
10. Magic Doors (3:31)
11. Threads (5:47)

Gesamtspieldauer: 49:15




Auch das dritte und bisher letzte Album der englischen Band Portishead hat es in sich und ist durchaus gelungen, auch wenn die Musik eine etwas andere geworden ist, als noch auf den beiden Vorgängern. Es ist nun gar nicht mehr so sehr der TripHop, der hier im Vordergrund steht, sondern die Musik ist deutlich experimenteller geworden. Kann man bei diesem dritten Portishead Album mit dem passenden Titel „Third“ aus dem Jahre 2008 überhaupt noch von TripHop sprechen? Wohl kaum.

Mitunter klingt die Musik der Engländer nun etwas schräg, Lieder werden abrupt abgebrochen, immer wieder verirrt sich ein Ton in das Gesamtgefüge, der dort einfach nicht hingehören will, ja sogar ein wenig falsch klingt. Nun und auch der Gesang der Beth Gibbons hört sich manches Mal unsauber, versetzt oder sogar ebenfalls ein wenig falsch an. Das wiederum bewirkt, dass man als Hörerin beziehungsweise Hörer ein wenig mehr Zeit in diese Scheibe investieren muss, um damit auch wirklich klar zu kommen und schließlich auch mit ihr „warm“ zu werden. Investiert man jedoch diese Zeit in Form von vielen Durchläufen der Platte, dann eröffnen sich völlig neue Horizonte, die einem immer vertrauter werden, immer familiärer und auch immer schöner.

Emotionaler Höhepunkt der Scheibe ist für mich ganz klar „The Rip“. Was langsam mit wunderschöner Melodie beginnt, wird im weiteren Verlauf immer elektronischer und ist mit einer wunderschönen Gesangslinie der Beth Gibbons unterlegt. Auch „Magic Doors“ gehört zu den herausragenden Stücken des Albums, welches allerdings allgemein keine nennenswerten Ausfälle aufweist. Auch hier ist es wieder der Gesang der Sängerin von Portishead, der den Titel zu einem intensiven Erlebnis werden lässt.

Fazit: „Third“ ist schräger als die Platten zuvor. Für „Third“ benötigt man etwas mehr Zeit, als für die beiden Vorgängeralben der Band. Gibt man der Scheibe jedoch die Zeit zum Reifen im Ohr des Hörers, dann wird diese auch eine Bereicherung im musikalischen Leben des Konsumenten. Dazu gehört auch, dass diese Art der Musik von Portishead schon etwas Besonderes ist, was es sonst so nicht unbedingt woanders gibt. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Rip, Magic Doors