Mittwoch, 9. Dezember 2015

Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufgabe




Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufgabe


Besetzung:

Jerome Reuter – words and music


Gastmusiker:

Rupert Kraushofer – spoken words


Label: Trisol


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. The Conquest Of Violence (7:11)
2. All For Naught (5:14)
3. You Threw It At Me Like Stones (3:14)
4. Automation (4:38)
5. Time And Tide (3:18)
6. Dawn And The Darkest Hour (3:23)
7. Years Of Abalone (3:24)
8 Petrograd Waltz (4:43)
9. Disbandment (1:27)
10. Ballots And Bullets (3:11)
11. Appeal To The Slaves (4:31)
12. A Cross Of Flowers (4:43)

Gesamtspieldauer: 49:02




Was man Jerome Reuter und seiner „Band” Rome wahrlich nicht vorwerfen kann, das ist „nicht konsequent zu sein“. Auch das sechste bis irgendwie achte Album des Luxemburgers klingt ähnlich, wie die vorherigen Scheiben. Im Jahr 2012 wurde „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ auf dem Label Trisol veröffentlicht und ist erneut angefüllt mit viel Schwermut und tiefer, kräftiger Düsterness. Und dieses Mal hat es Jerome Reuter sogar noch geschafft, diese überaus traurige Stimmung zu verdreifachen, denn diese hier jetzt besprochene Scheibe ist Band 3, also der dritte Teil der Trilogie „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“, trägt die Überschrift „Aufgabe“ und wurde wie Band 1 und 2 im Januar 2012 veröffentlicht.

Nun, diese gerade erwähnte „Aufgabe“, die den dritten Teil der Trilogie ausmacht, besteht darin, sich selbst zu verwirklichen, das eigene Leben selbst zum Kunstwerk zu machen, sich über das Materielle stellen, Werte ethischer Natur zu erschaffen und sich dadurch zu erhöhen. Diese Musik auf Band 3 der Ästhetik der Herrschaftsfreiheit passt perfekt zu diesen hehren Vorsätzen beziehungsweise Aufgaben. Sanft ist sie erneut, tiefgründig, unglaublich melodiös und eben auch wieder oftmals so unfassbar traurig, dass man sich wirklich schwer überlegen sollte, diese tiefgründigen Lieder in Phasen psychischer Angeschlagenheit oder bei tristem Wetter zu hören.

Absolut gelungen dabei ist erneut eine Melodiösität, die die Musik des luxemburgischen Musikers mit jedem Akkord, mit jedem einzelnen Ton zu verströmen weiß. Hier lohnt sich das Eintauchen in die Musik definitiv, im Grunde genommen kann man sich kaum dagegen wehren, in den klanglichen Kosmos des Jerome Reuter gezogen zu werden. Erneut werden die einzelnen Lieder auf Englisch eingesungen, haben dieses Mal auch englische Titel. Die Hintergrundsprache ist allerdings wieder Deutsch und es gibt viel zu hören, abseits des eigentlichen Liedes. Geräusche, Schreie, kurze Statements und kleinere und größere Monologe werden hier mit eingestreut und mit der Musik verwoben. Dies alles bewirkt, dass „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ auch in Band 3 „Aufgabe“ wahrlich keine leichte Kost ist. Kaum Musik zum Nebenbeihören, eher Musik zum darauf Konzentrieren. Musik, die Beschäftigen möchte.

Fazit: „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ Band 3 mit der Überschrift „Aufgabe“ kommt ganz in der Tradition früherer Werke des Jerome Reuter daher. Trotzdem werden diese Lieder nie langweilig, bleiben immer ergreifend, weil der luxemburger Künstler es perfekt schafft, Atmosphären aufzubauen, Stimmungen zu kreieren, die einen einhüllen und in die sich einzutauchen lohnt. Alles ist melodiös auf diesem Album, alles wirkt und überzeugt. Sicherlich keine 08/15 Musik und garantiert Musik, die spaltet – und trotzdem so unglaublich überzeugend ist. Zumindest für mich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: All For Naught, Years Of Abalone


(Leider sind hierzu keine Videos zu finden)

Dienstag, 8. Dezember 2015

Asterix – Asterix




Asterix – Asterix


Besetzung:

John Lawton – vocals
Tony Cavanna – vocals
Peter Hesslein – guitar, vocals
Peter Hecht – organ, piano, keyboards
Dieter Horns – bass, vocals
Joachim Rietenbach – drums, percussion


Gastmusiker:

George Monroe – vocals (auf den Bonus Tracks)


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Krautrock, Rock


Trackliste:

1. Look Out (3:04)
2. Gone From My Life (3:02)
3. Broken Home (3:09)
4. Time Again (3:30)
5. Jump Into My Action (4:26)
6. Open Up Your Mind (3:08)
7. Corner Street Girl (3:28)
8. Change In You (3:16)
9. Morning At My Dawn (4:06)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

10. Everybody (4:08)
11. If I Could Fly (6:54)

Gesamtspieldauer: 42:16




Asterix, so heißt die Vorgängerband der deutschen Hard Rock Combo Lucifer’s Friend. Noch im selben Jahr des Erscheinens dieser einzigen Platte von Asterix, löste sich die Band wieder auf, um sich dann als eben jene Lucifer’s Friend neu zu gründen. Die Besetzung blieb, die Musik sollte sich nun jedoch in Richtung Metal bewegen. Bei Asterix ist das noch eher herkömmlicher Rock, der heute schon ein wenig angestaubt klingt – jedoch ist seit 1970 natürlich auch schon jede Menge Zeit vergangen…

Was allerdings natürlich nichts heißen muss, im Falle von Asterix aber scheint diese Zeit sehr, sehr lang zurückzuliegen. Zwar sind das hier keine typischen Oldies, die die Hamburger Musiker auf dem Debut und gleichzeitigen Abschluss dieser Band zum Besten geben, jedoch gerade bei den ersten Stücken, die oftmals einen chorartigen Gesang aufweisen, klingt das nach der etwas härteren Ausgabe der Les Humphries Singers. Ziemlich schwer verdaulich. Dieses fröhliche, gemeinsame Gesinge, geht einem bereits nach dem ersten Hören tierisch auf den Senkel.

Und auch wenn es dann doch mal zumindest stimmlich erträglicher wird, dann kann die Musik von Asterix, wobei man sich auch fragt, wie man nur auf solch einen Bandnamen kommen kann, meistens auch nicht richtig überzeugen. Früher nannte man das wohl Beat Musik, allerdings ist es hier jene der etwas langweiligeren Sorte geworden. Und so zieht die Scheibe ihre Kreise auf dem Plattenteller, beim Gesang läuft es einem manchmal eiskalt den Rücken runter, ansonsten werden jedoch nicht allzu viele Spuren hinterlassen – auch wenn die Musik in der zweiten Hälfte der Platte durchaus ein wenig mehr überzeugen kann. Allerdings nur einmal so richtig. Und das ist bei „Tim Again“ der Fall. Ein rockiges Lied, dominiert im Gesangsteil von Piano und E-Gitarre, welches jetzt allerdings mal wirklich ins Ohr geht. Nun und dann das Piano-Solo, richtiggehend mitreißend.

Fazit: Ein einziges tolles Lied genügt leider nicht, um aus Asterix eine Superband zu machen. Kein Zaubertrank, keine Zaubermusik. Die Platte läuft einfach durch, ohne großen Eindruck zu hinterlassen. Meistens klingt das rockig und wurde auch mal mit interessanten Arrangements versehen und trotzdem hört es sich viel zu oft einfach nur „okay“ an. Für Menschen, die sich für die Musik der damaligen Zeit interessieren sicherlich interessant. Für die restlichen Leute dieser Erde weniger. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Time Again



Montag, 7. Dezember 2015

Message – Message




Message – Message


Besetzung:


Tom McGuigan – vocals, saxophone, flute
Alan Murdoch – guitars
Horst Stachelhaus – bass
Manfred von Bohr – drums, percussion


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock, Progressive Rock, Jazz Rock, Funk Rock


Trackliste:

1. Before The Dawn (6:08)
2. Thoughts (5:46)
3. Is That The Way (4:17)
4. I Can See The World (3:19)
5. Waters (6:07)
6. Horrorscope (3:32)
7. Back Home (4:55)
8. Train To Nowhere (4:04)

Gesamtspieldauer: 38:11




Mit ihrem eigenen Namen betitelte die deutsch-amerikanische Band Message ihr drittes Album. Darauf zu hören ist Rock Musik, die mal etwas in die progressive Richtung driftet, jedoch auch mal funkig bis soulig klingt. Letzteres allerdings glücklicherweise nicht durchgängig, aber solch Titel wie „I Can See The World“, bei denen auch noch ein weiblicher Background Chor zu hören ist, wollen trotzdem erst mal ausgehalten werden.

Ansonsten klingt Message auf „Message“ alles in allem eher harmlos. Mal wird etwas mehr gerockt, dann klingt es sogar ein wenig jazzig, richtig überzeugend ist das allerdings nie, höchstens vielleicht noch mit „ganz nett“ zu umschreiben. Die Musik geht auch keinesfalls sofort ins Ohr, einen paar Durchläufen des Albums bedarf es da schon. Dann werden die einzelnen Stücke jedoch durchaus auch vertrauter und eingängiger – allerdings wieder, ohne restlos zu überzeugen.

Überzeugen können für mich am ehesten noch die Stücke zu Beginn der Platte. Die ersten beiden Nummern sind gut rockig und eingängig. Dann folgt als drittes Lied die Nummer „Is That The Way“. Dieses hat zwar auch nur am Rand etwas mit Progressive Rock zu tun, geht aber zumindestens ins Ohr. Und nach dem entspannten und sanften Rock Teil folgt schließlich sogar noch ein Part, der ein Lied dem gerade erwähnten Genre etwas näher bringt. Oder ist das die Vorstufe des Jazz? Egal, es wirkt auf jeden Fall. Und zwar überzeugend. Im Anschluss an dieses Lied wird die Musik auf „Message“ deutlich belangloser. „Waters“ und „Back Home“ kann man hier vielleicht noch ausnehmen, aber das war es dann auch schon.

Fazit: „Message“ von Message ist sicherlich ein Album, der damals unter der Überschrift „Krautrock“ laufenden deutschen Rock Musik. Und wenn man hier wirklich alles aus der damaligen Zeit sammelt, dann lohnt sich sicherlich auch dieses Album, um seine Sammlung zu vervollständigen. Für mich allerdings ist das weder „Krautrock“, wie ich ihn definiere, noch eine Art Progressive Rock. Für mich ist das angefunkter und angejazzter Rock, der mich nicht vollends zu überzeugen weiß. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Thoughts, Is That The Way, Waters



Sonntag, 6. Dezember 2015

Parzival – Legend




Parzival – Legend


Besetzung:

Lothar Siems – Gitarre, Gesang
Walter Quintus – Violine, Bass, Orgel, Klavier
Thomas Olivier – Schlagzeug


Gastmusiker:

Matthias Müller-Menckens – Flöte, Klavier
Joachim Reichhold – Cello
Hans Jaspers – Viola


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. One Day (3:39)
2. Marshy Legend (2:30)
3. Resignation (2:55)
4. 8 Years Later (4:40)
5. Senseless No. 6 (4:54)
6. Wall Bungalow (2:41)
7. Empty Land (5:11)
8. Groove Inside (16:02)


Bonus Titel der remasterten CD-Veröffentlichung:

9. Change Your Mind (2:11)
10. Sarah Girl (2:06)

Gesamtspieldauer: 46:53




Wie so ein kleines Märchenbuch kommt das Cover des ersten Albums von Parzival daher. „Legend“ heißt es, wurde 1971 veröffentlicht und war eines der zwei Veröffentlichungen der Bremer Band Anfang der 70er Jahre. Die Parzival läuft unter der Überschrift „Krautrock“, das allerdings wohl nur durch das Herkunftsland Deutschland. Auf „Legend“ hört man durchaus Progessive Rock, sogar einen der interessanteren und durchaus auch eigenwilligeren Art.

Die Gitarre hält sich bei Parzival auf „Legend“ im Hintergrund. Im Vordergrund steht vor allen Dingen die Querflöte, die von Matthias Müller-Menckens gespielt wird, der noch nicht einmal festes Bandmitglied war. Dazu hört man Violine, Viola und Cello. Auch die Tasteninstrumente halten sich etwas versteckt, sodass die Musik von Parzival einen ganz eigenen Sound aufweist. Dieser klingt mal nach einer Art Kammer Rock, dann wieder sehr progressiv. Da gibt es sie schon mal, die schrägen Töne und krummen Takte, die die Musik von Parzival auf „Legend“ zusätzlich spannend werden lässt.

Sehr melodiös sind sie zudem, diese meist sanften Lieder. Schnell gehen sie ins Ohr und haben dort durchaus eine gewisse Verweilzeit. Alle Lieder wirken auf „Legend“, einen Ausreißer nach unten gibt es glücklicherweise nicht zu beklagen. Alles wirkt, alles klingt. Nicht unerwähnt soll hier allerdings der ursprünglich letzte Titel der Platte bleiben. „Groove Inside“ hat eine Spielzeit von über sechzehn Minuten und kann wohl nur unter Zuhilfenahme von bewusstseinserweiternden Substanzen eingespielt worden sein. Hier klingen Parzival jetzt gar nicht mehr so melodiös, eher experimentell und an manchen Stellen des Liedes auch improvisiert. Und das werden die Musiker hier auch gemacht haben, improvisieren nämlich. Das Lied klingt somit wahrlich experimentell und ist durchaus fordernd. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Musiker bei dessen Erstellung hofften, dass ihre Hörerinnen und Hörer ebenfalls „ganz entspannt“ lauschen würden, um deutlich mehr in diese „Atmosphären“ eintauchen zu können. Kurz wird darin sogar mal die Nationalhymne angestimmt, um dieses musikalische Thema dann jedoch sofort wieder zu verlassen. Warum allerdings am Ende des Stücks für fünfzehn Sekunden der Beatles-Titel „When I'm Sixty Four“ in einem sächsischen Englisch intoniert wird, das werde ich wohl nie erfahren. Muss aber wahrscheinlich auch nicht sein.

Als Zugabe zur remasterten Album-Fassung wurden noch zwei Titel hinzugefügt, die allerdings eher poppig klingen und wohl aus der Anfangszeit der Band stammen. Stilistisch haben diese beiden Nummern nichts mit dem Rest der Platte zu tun und zeigen höchstens, dass sich aus einer Pop-Band durchaus eine Progressive Rock Band entwickeln kann – und nicht nur umgekehrt.

Fazit: „Legend“ von Parzifal ist eine tolle Platte geworden. Sie ist auch deshalb so überzeugend, da sie eben anders klingt, als vieles, was man davor so gehört hat, was nicht zuletzt an der Instrumentierung liegt. Die Musik ist zum größten Teil sehr melodiös und eingängig, klingt beim Titel „Groove Inside“ allerdings sehr experimentell und psychedelisch. Alles in allem ein sehr abwechslungsreiches und überzeugendes Album. Elf Punkte.

Anspieltipps: 8 Years Later, Groove Inside



Samstag, 5. Dezember 2015

Dream Theater – Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory




Dream Theater – Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, background vocals, programming
Jordan Rudess – keyboard, choir arrangement and conducting
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, background vocals


Gastmusiker:

Theresa Thomason – additional vocals
Mary Canty – additional background vocals
Shelia Slappy – additional background vocals
Mary Smith – additional background vocals
Jeanette Smith – additional background vocals
Clarence Burke Jr. – additional background vocals
Carol Cyrus – additional background vocals
Dale Scott – additional background vocals
Terry Brown – voice of the “Hypnotherapist”
David Bottrill – voice of “Edward”


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Progressive Metal


Trackliste:

Act I:
     1. Scene One: Regression (2:06)
     2. Scene Two: I. Overture 1928 (3:37)
     3. Scene Two: II. Strange Deja Vu (5:12)
     4. Scene Three: I. Through My Words (1:02)
     5. Scene Three: II. Fatal Tragedy (6:49)
     6. Scene Four: Beyond This Life (11:22)
     7. Scene Five: Through Her Eyes (5:29)

Act II
     8. Scene Six: Home (12:53)
     9. Scene Seven: I. The Dance Of Eternity (6:13)
     10. Scene Seven: II. One Last Time (3:46)
     11. Scene Eight: The Spirit Carries On (6:38)
     12. Scene Nine: Finally Free (11:59)

Gesamtspieldauer: 1:17:12




Im Jahr 1992 wurde das zweite Album der US-amerikanischen Progressive Metal-Band Dream Theater veröffentlicht. Und auf diesem Album mit dem Titel „Images And Words“, befand sich ein sehr umfangreiches und aufwendig gestaltetes Lied mit dem Namen „Metropolis Pt.1: The Miracle And The Sleeper“. Dieses Album, sowie der genannte Titel, sollten den internationalen Durchbruch für Dream Theater darstellen. Sieben Jahre später veröffentlichten Dream Theater dann die Fortsetzung dieses Songs in Form eines ganzen Konzeptalbums. Der Titel dieser schließlich 1999 auf East West Records erschienenen Platte lautet „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“.

Das Stück ist in zwei Akte und neun Szenen aufgeteilt, die zu zwei verschiedenen Zeiten spielen – einmal in der Gegenwart und im Jahr 1928. Die Handlung vollzieht sich in der fiktiven Stadt Metropolis. Inhaltlich wird quasi die Geschichte einer Wiedergeburt erzählt. Nicholas, die Hauptperson, wird von Alpträumen gequält, in der immer wieder eine Frau mit Namen Victoria Page auftaucht. Durch einen Hypnotiseur taucht er immer mehr in die Geschichte dieser Victoria ein, die schließlich zusammen mit ihren Liebhaber erschossen wird. Und es stellt sich heraus, dass er selbst, Nicholas, in einem früheren Leben diese Victoria war. Erleichtert, dass ihre / seine Seele weiterlebt bedeutet das natürlich auch, dass die Seele ihres Mörders ebenfalls weiterlebt…

Nun, musikalisch hat die Scheibe alles zu bieten, was man sich von einem Progressive Metal Album erhofft. Maximale Abwechslung in der Musik. Von bretterhartem Rock bis hin zu wolkig zarten Klängen. Manchmal aggressiv und fast schon verstörend, dann wieder lieblich und melodiös, wobei die Melodiösität der einzelnen Stücken im kompositorischen Prozess der Band eine große Rolle gespielt hat. Die Lieder gehen einfach ins Ohr, viele davon schon beim ersten Hören, die anderen bereits nach wenigen weiteren Durchgängen. Das macht durchaus jede Menge Laune und ist bei geschlossenen Augen eine Art Reise, auf die man sich begibt und die es lohnt anzutreten.

Doch die Musik auf „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“ zeichnet noch durch etwas ganz Besonderes aus, was man heutzutage wirklich nur noch sehr selten in populärer Musik zu hören bekommt. Es ist die Einheit aus Musik und Text. Die Handlung wird hier von Dream Theater musikalisch nicht nur begleitet, sondern auch umgesetzt. Man hört auf dem Album das Verträumte, die Spannung, die Verzweiflung und auch die Hoffnung, die gleichzeitig auf diesem Konzeptalbum die Geschichte ausmacht, in Tönen und Akkorden wiedergegeben. Schon sehr beeindruckend.

Fazit: „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“ wird von vielen Fans der Band als das beste Album angesehen, welches die New Yorker Musiker jemals veröffentlichten. Zwar ist es wohl kaum das beste Album aller Zeiten – wie auch immer wieder ohne jegliches Augenzwinkern behauptet wird – allerdings ist es sicherlich eines der besten Alben dieses Genres „Progressive Metal“. Wer diese Musik gerne mal kennenlernen möchte, der oder dem sei dieses Album wärmstens ans Herz gelegt. Außerdem ist es für all diejenigen Hörerinnen und Hörer geeignet, die auf melodiösen und sehr abwechslungsreichen harten und dann wieder weichen Rock stehen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Scene Six: Home, Scene Seven: I. The Dance Of Eternity



Freitag, 4. Dezember 2015

La Düsseldorf – Viva




La Düsseldorf – Viva


Besetzung:

Klaus Dinger – Gesang, Perkussion, Gitarre, Keyboards
Thomas Dinger – Gesang, Perkussion
Hans Lampe – Perkussion


Gastmusiker:

Andreas Schell – Klavier bei „Cha Cha 2000"
Harald Konietzko – Bass bei „Geld" und „Cha Cha 2000"


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Krautrock


Trackliste:

1. Viva (2:36)
2. White Overalls (2:07)
3. Rheinita (7:41)
4. Vögel (1:27)
5. Geld (6:23)
6. Cha Cha 2000 (20:01)

Gesamtspieldauer: 40:16




„Viva“ von La Düsseldorf ist für mich eines jener Alben, die mir beeindruckend zeigen, dass manches Mal Musik anscheinend wirklich erst im Ohr reifen muss, um endgültig ankommen zu können. Beim ersten Hören klang die Scheibe für mich nach langweiligem Synthie-Pop, erst mit den weiteren Durchläufen wurde die Musik irgendwie interessanter und auch eingängiger, obwohl ihr dieser „Synthie-Touch“ doch immer noch deutlich anhaftet.

Klaus Dinger ist der Macher hinter La Düsseldorf, einer Band, die mit „Viva“ im Jahr 1978 ihr zweites Album veröffentlichte. Klaus Dinger, der bereits 1970, auf dem allerersten Kraftwerk-Album am Schlagzeug zu hören war und anschließend zusammen mit Michael Rother die Band Neu gründete. La Düsseldorf ist also bereits das dritte musikalische Projekt des Musikers.

Nach Synthie-Pop klingt es durchaus immer wieder auf „Viva“. Das mag man mögen oder nicht, eingängig und melodiös klingt das allerdings durchaus – wenn auch nicht auf das erste Hören hin. „Späße“ gibt es auch zu hören, denn die Nummer „Vögel“ beinhaltet auch nichts außer Vogelgezwitscher. Nun, überzeugend klingt das alles nicht so unbedingt, wobei man „Rheinita“ noch durchaus mit „ganz nett“ umschreiben kann. Aber etwas Besondres? Nun, vielleicht für die damalige Zeit. Da war dieser Art der Musik wohl etwas Neues und nahm so ein klein wenig die Neue Deutsche Welle mit vorweg. Zugegebenermaßen kann man dies alles nach einigen Durchläufen immer besser hören, ohne dabei jedoch vollends in Begeisterung auszubrechen.

Nun, dann gibt es da allerdings noch das Stück „Cha Cha 2000“. Dieses beginnt zwar genau so, wie die Lieder davor geendet haben, mit sehr synthetischen Klängen zu denen sich jetzt noch ein irgendwie gekünstelt klingender Gesang gesellt hat. Das sollte sicher lustig sein und klingen, aber da hat wohl jeder eine ganz unterschiedliche Auffassung von Humor. Nun, etwa bei Minute 9 des Stücks, ändert sich die ganze Atmosphäre des Liedes jedoch. Ein Klavier ertönt sanft und zart und das Lied wird überaus feierlich, eindringlich, nun wirklich melodiös und wärmend. Zwar hört man nur eine ganz zarte Melodie, diese hat es jedoch in sich und umgarnt Hörerin wie Hörer. Diese Melodie wird später auch wieder vom Synthesizer aufgenommen, klingt jetzt allerdings immer noch überzeugend, da sich immer wieder und wieder wiederholend sogar auch ein wenig meditativ. Hier machen La Düsseldorf dann Spaß, viel Spaß.

Fazit: Nun, „Viva“ von La Düsseldorf muss man definitiv öfters hören. Am besten immer und immer wieder, dann entwickelt sich die Scheibe. Vor allen Dingen beim letzten Stück „Cha Cha 2000“ ist dies fast schon zu spüren. Dieses Stück stellt für mich auch den einzigen Kaufgrund für diese Platte dar. „Viva“ von La Düsseldorf wird in den höchsten Tönen gelobt, was ich nicht ganz nachvollziehen kann, aber so schlecht, wie nach dem ersten Hören, so schlecht finde ich das Ganze längst nicht mehr. Neun Punkte.

Anspieltipps: Cha Cha 2000



Donnerstag, 3. Dezember 2015

Deep Purple – The Battle Rages On…




Deep Purple – The Battle Rages On…


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Ritchie Blackmore – guitar
Jon Lord – organ, keyboards
Roger Glover – bass
Ian Paice – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. The Battle Rages On (5:57)
2. Lick It Up (4:00)
3. Anya (6:32)
4. Talk About Love (4:07)
5. Time To Kill (5:51)
6. Ramshackle Man (5:34)
7. A Twist In The Tale (4:17)
8. Nasty Piece Of Work (4:36)
9. Solitaire (4:42)
10. One Man's Meat (4:38)

Gesamtspieldauer: 50:17




„The Battle Rages On...“ heißt es, das vierzehnte Studio-Album der Rock-Formation Deep Purple. Und zum zweiten Mal hatte sich die „klassische“ Deep Purple Besetzung wiedervereinigt, die das Meisterwerk „Child In Time“ 1970 erschaffen hatte und aus den Musikern Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Jon Lord, Roger Glover und Ian Paice bestand. Und nun, dreiundzwanzig Jahre danach, wollten sie es also auch noch zum dritten Mal wissen, nachdem in den 80er Jahren noch „Perfect Strangers" und „The House Of Blue Light" in dieser Besetzung eingespielt worden waren.

Allerdings stand diese Wiedervereinigung wohl unter keinem guten Stern, denn die Musiker waren sich anscheinend immer noch spinnefeind, vor allem Ian Gillan und Ritchie Blackmore hatten da ihre Probleme. Ian Gillan war auf Bitten von Lord, Paice und Glover zurückgekehrt, gegen den Willen des Ritchie Blackmore. Dies gipfelte schließlich in dem Umstand, dass man tunlichst versuchte sich im Studio nicht über den Weg zu laufen. Das Ganze eskalierte schließlich später auf der Tour zum Album, während der Ritchie Blackmore darum bat, aus der Band entlassen zu werden und auch nicht mehr zu einem Weitermachen überzeugt werden konnte. Ersetzt wurde er schließlich auf dieser Tour durch Joe Satriani, der zunächst auch als vollständiger Nachfolger Ritchie Blackmores gehandelt wurde, jedoch aufgrund von Verträgen nicht festes Bandmitglied werden konnte. Das wurde schließlich Steve Morse, jedoch ist das eine andere Geschichte.

Die Musik auf „The Battle Rages On...“ hat leider nur noch bedingt etwas mit den früheren Werken von Deep Purple zu tun. Die Musik stammt hauptsächlich von Ritchie Blackmore, Ian Gillan und Roger Glover. Jon Lord wird lediglich bei drei Titeln als Co-Autor erwähnt. Diese haben es allerdings durchaus in sich, denn darunter befindet sich der Titeltrack „The Battle Rages On“, ein wirklich überzeugender Rocker, melodiös, abwechslungsreich, hart und zugleich eingängig. Dann ist da noch „Anya“, welches so herrlich verträumt mit spanischer Gitarre eingeleitet wird und sich dann ebenfalls zu einem überzeugenden und eingängigen Hard Rock Titel entwickelt. Und schließlich wird „Nasty Piece Of Work“, das dritte Lied mit Jon Lord-Beteiligung, von einem fetten Orgelsound dominiert, der Erinnerungen an längst vergangene Zeiten aufkommen lässt.

Allgemein klingt „The Battle Rages On...“ jedoch irgendwie relativ wenig nach Deep Purple. Klar hört man es am Gesang des Ian Gillan, an manchem Solo des Ritchie Blackmore oder am Orgelsound des Jon Lord, doch größtenteils klingt die Platte ein wenig austauschbar zu anderen Rock Bands. Die Aura des Besonderen haben Deep Purple auf „The Battle Rages On...“ ein klein wenig verloren. Was allerdings nicht heißen soll, dass das Album so gar nicht zünden würde. Neben den bereits erwähnten Stücken ist das, was die fünf Musiker hier ihren Hörern bieten durchaus noch hörenswert. Gut gemachter Hard Rock eben, der mal mehr, mal weniger mitreißend klingt. Allerdings erreicht diese Musik eben nicht mehr ganz die Klasse mancher Vorgängeralben.

Fazit: Durchaus überzeugenden Hard Rock gibt es auf „The Battle Rages On...“ zu hören, wenn auch keinen mitreißenden mehr. An vielen Stellen wird einem einfach nicht mehr bewusst, dass das gerade Deep Purple sind, die man da zu hören bekommt. Für Deep Purple Fans ist diese Platte natürlich von Bedeutung und auch Freunde des Hard Rocks dürften Gefallen an dem Album finden. Wer jedoch in den Kosmos dieser stilprägenden Band einsteigen möchte, der oder dem seien frühere Alben etwas mehr ans Herz gelegt. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Battle Rages On, Anya, Solitaire



Mittwoch, 2. Dezember 2015

Gift – Gift




Gift – Gift


Besetzung:

Helmut Treichel – Gesang
Rainer Baur – Gitarre
Uwe Patzke – Bass
Hermann Lange – Schlagzeug


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Hard Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Drugs (5:20)
2. You'll Never Be Accepted (6:42)
3. Groupie (3:17)
4. Time Machine (3:16)
5. Game Of Skill (5:34)
6. Don't Hurry (5:12)
7. Your Life (4:39)
8. Bad Vibrations (3:38)

Gesamtspieldauer: 37:42




Die Augsburger Band Gift entstand, wie so viele Bands zur damaligen und auch noch heutigen Zeit, aus einer Schülerband Ende der 60er Jahre. Krautrock heißt das Genre, in welches alle deutschen Bands zur damaligen Zeit „eingruppiert“ wurden, wenn sich deren Musik denn ein wenig rockig anhörte. Und falls dann auch noch ein anderes Instrument außer Gitarre, Bass und Schlagzeug mit Verwendung fand, dann stand es auch endgültig fest: Das ist progressiver Krautrock, ganz bestimmt. Nun, auf „Gift“ von Gift hört man auch mal eine Querflöte, wer diese spielt, erschließt sich einem allerdings leider nicht. Trotzdem ist die Musik von Gift deutlich eher im Rock beheimatet und das „Label“ Krautrock weist hier wirklich hauptsächlich auf den deutschen Ursprung hin.

Gift rocken ordentlich los. Manchmal geht das durchaus in den Bereich des Hard Rock, richtig sanft wird es dabei nur selten. Die Musik ist gerade noch so mit „eingängig“ zu umschreiben, ohne jedoch, dass hier Gift einen Ohrwurm nach dem anderen vorzuweisen hätten. Man benötigt definitiv ein paar Durchläufe der Scheibe, um mit ihr „wärmer“ zu werden, denn vieles klingt auf dem Debut der Augsburger auch durchaus etwas herb. Dabei experimentieren die Jungs auch mit der Perkussion und den Sounds, wobei hier für die damalige Zeit nichts Neues zu hören ist, interessant wird es jedoch dann, wenn man selbst mal eine etwas andere Ausrichtung des Hard Rock genießen möchte.

Was heutzutage allerdings ein wenig seltsam kling, ist das häufig eingesetzte Stilmittel, anstatt irgendwelche Worte zu singen „Na’an da da dada“ oder ähnliches ins Mikrophon zu intonieren. Das klingt wahrlich heute etwas schräg und manches Mal leider auch ein wenig unfreiwillig komisch – oder ob es da keine Einfälle für den Text gegeben hat? Egal, Gift hätten es da lieber manchmal als Instrumentalstück laufen lassen sollen, als ein Lied mehrmals so aufzubereiten.

Fazit: Gift war sicherlich nicht die Speerspitze der Deutschen Krautrock Bewegung und gehört für mich auch eher in die Hard Rock Abteilung eines Plattenladens. Die Musik der Augsburger klingt niemals langweilig, restlos überzeugend jedoch auch nicht, da die meisten Lieder eben Hard Rock Stücke darstellen, die man so aus dieser Zeit schon öfters gehört hat. Richtige Höhepunkte weist das Debut-Album der Band, dem noch eine zweite Scheibe folgen sollte, auch nicht auf. Für Musikfreunde, die musikalisch in der damaligen Zeit schwelgen möchten sicherlich dann geeignet, wenn man keinen progressiven Krautrock erwartet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Groupie



Dienstag, 1. Dezember 2015

Rome – Masse Mensch Material




Rome – Masse Mensch Material


Besetzung:

Jerome Reuter – music & lyrics


Label: Trisol


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. Sonnengötter (4:18)
2. Der Brandtaucher (4:16)
3. Das Feuerordal (3:08)
4. Der tote Spielmann (1:49)
5. Wir Götter der Stadt (5:05)
6. Die Nelke (4:06)
7. Der Erscheinungen Flucht (3:30)
8. Die Brandstifter (3:32)
9. Kriegsgötter (3:09)
10. Wir Moorsoldaten (4:23)
11. Neue Erinnerung (3:55)
12. Nachklang (5:05)

Gesamtspieldauer: 46:22




Mystisch und geheimnisvoll beginnt es und hört es auch auf, das dritte Album von Rome. Rome, diese Band, die im Jahr 2008 nur aus Jerome Reuter bestand, dem Soundtüftler aus Luxemburg. Auf „Masse Mensch Material“ geht es allgemein wieder sehr geheimnisvoll zu, die Musik ist erneut sehr dunkel, düster, traurig und manchmal klingt es fast schon martialisch. Auf „Masse Mensch Material“ gibt es nur noch deutsche Lied-Titel, wohingegen der Gesang völlig in Englisch gehalten ist. Lediglich die meisten Sprechpassagen sind ebenfalls in Deutsch eingesprochen worden.

Irgendwie hat man manches Mal sogar das Gefühl, dass Jerome Reuter seine Stücke ganz nach Belieben noch düsterer und trauriger gestalten kann – bei diesem Umstand scheint es für den Luxemburger keinerlei Grenzen zu geben. Das Album „Masse Mensch Material“ wird erneut von der warmen und sonoren Stimme des Jerome Reuter dominiert, die so perfekt zu dieser Art des Neofolk passt. Und dabei wandert der Musiker nicht über eingetretene Pfade, sondern er kreiert seinen ganz eigenen und unverwechselbaren Sound. Das klingt immer spannend, manchmal sogar experimentell, weil es auch wahrlich ungewöhnlich ist, was man da zu hören bekommt. Eben noch wunderschöne, eingängige Abschnitte werden plötzlich zu sphärischen Klängen, die auf einmal plötzlich ganz andere Atmosphären transportieren.

Neben diesen sphärischen Parts gibt es allerdings eben auch wieder diese wundervoll harmonischen, melodiösen Abschnitte und Titel, die sofort ins Ohr gehen und sich dort festsetzen. Das ist wahrlich beeindruckend, wie Jerome Reuter es schafft, in dieser Häufigkeit, solch beeindruckende Musik zu komponieren, die einen wahrlich trifft – und das im allerpositivsten Sinn. Mit Rome testet Jerome Reuter Grenzen aus, überschreitet diese und fängt anschließend seine Hörer wieder mit sehr viel Wärme ein. Das ist durchaus etwas Besonderes.

Fazit: Tieftraurige, melodiöse, dann wieder sphärisch experimentelle Töne und durchaus auch progressive Ansätze gibt es auf „Masse Mensch Material“ zu hören. Das Ganze ist spannend aufbereitet, geht ins Ohr, lässt dann Hörerin und Hörer jedoch wieder mit ungewöhnlichen Klängen aufhorchen. Dazu immer wieder diese gesprochenen Einspielungen, die zusätzlich zur Spannung der Scheibe beitragen. Jerome Reuter macht auch auf „Masse Mensch Material“ Musik, die irgendwie mit nichts verglichen werden kann. Elf Punkte.

Anspieltipps: Der Brandtaucher, Das Feuerordal, Wir Götter der Stadt



Montag, 30. November 2015

Flash And The Pan – Flash Hits




Flash And The Pan – Flash Hits


Besetzung:

George Young
Harry Vanda

(Sonst keine weiteren Angaben)

Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: Cha Cha Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Pop


Trackliste:

1. Waiting For A Train (4:45)
2. The African Shuffle (4:12)
3. Hole In The Middle (4:16)
4. Media Man (5:57)
5. Love Is A Gun (3:00)
6. Walking In The Rain (3:29)
7. Hey St. Peter (4:21)
8. Man In The Middle (3:13)
9. Where Were You (3:22)
10. Down Among The Dread Man (4:46)
11. Restless (3:46)
12. Lights In The Night (4:29)

Gesamtspieldauer: 49:42




Wie immer bei “Best Of…”-Alben kann man auch bei dieser, 1988 erschienenen Scheibe der Australier von Flash And The Pan, ganz unterschiedlicher Meinung sein, welches Lied denn nun auf so eine Kompilations-Platte gepresst gehört. Alles reine Geschmackssache also und auch ich hätte mir den einen oder anderen Titel im Austausch zu manch einem gewünscht, der hier vertreten ist. Allerdings zeigt dieses Album durchaus gelungen, auf welche Musik man sich bei Flash And The Pan einzustellen hat.

Sehr eingängigen Pop gibt es hier zu hören, manches Mal in die Richtung des New Wave driftend, dann wieder im Synthie-Pop beheimatet. Die Lieder werden dabei oftmals gesanglich von einer „Telefonstimme“ dominiert, welche der Musik von Flash And The Pan durchaus den Stempel des „hohen Wiederkennungswertes“ verleiht. Ganz bestimmt ist das jedoch keine Musik für den reinen Rockfreund, denn bei Flash And The Pan stehen eher die synthetischen Klänge im Vordergrund. Das wiederum ist durchaus ein erwähnenswerter Umstand, denn George Young ist nicht nur der ältere Bruder den beiden AC/DC Gitarristen Angus und Malcolm Young, sondern produzierte zusammen mit Harry Vanda auch einige derer Alben.

Fazit: Synthetischen Pop bekommt man bei Flash And The Pan zu hören. Oftmals durchaus gelungen, manchmal allerdings auch ein wenig langweilig geraten. Um eine Übersicht über die Musik der Band zu erhalten, dazu ist diese Scheibe jedoch gut geeignet. Da einige überzeugende Lieder von Flash And The Pan hier jedoch nicht mit vertreten sind, lohnt im Grunde genommen der Kauf der Originalalben noch ein wenig mehr, wenn man denn hier „seine“ Musik entdeckt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hey St. Peter, Lights In The Night



Sonntag, 29. November 2015

Fool’s Garden – Dish Of The Day




Fool’s Garden – Dish Of The Day


Besetzung:

Peter Freudenthaler – vocals
Volker Hinkel – guitars, backing vocals, programming
Roland Röhl – keyboards
Thomas Mangold – bass
Ralf Wochele – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Gitte Haus – backing vocals
Tina Müller – backing vocals
Julia Noch – backing vocals
Karin Rossow – backing vocals


Label: Intercord


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Pop


Trackliste:

1. Ordinary Man (3:30)
2. Meanwhile (4:41)
3. Lemon Tree (3:11)
4. Pieces (3:55)
5. Take Me (4:17)
6. Wild Day (3:46)
7. The Seal (4:22)
8. Autumn (3:43)
9. The Tocsin (2:50)
10. Finally (4:30)
11. One Fine Day (7:02)

Gesamtspieldauer: 45:51




Nicht ganz, aber doch zumindest ein klein wenig, passt das dritte Album der Pforzheimer Band Fool’s Garden in die Schublade „One Hit Wonder“. Besser gesagt nicht das 1995 erschienene ganze Album „Dish Of The Day“, sondern die ganze Band „Fool’s Garden aufgrund des Hits des Albums, der Hit für Fool’s Garden schlechthin, das Lied „Lemon Tree“. Ein absoluter Ohrwurm, den man einmal gehört, nicht mehr vergisst.

„Dish Of The Day“ ist das dritte Album von insgesamt acht Platten, die die Band bis jetzt veröffentlichte und nicht zuletzt durch diesen einen Song, auch die mit Abstand erfolgreichste Scheibe. Allerdings auch sonst haben die fünf Jungs, bei denen sich Gitarrist Volker Hinkel und Sänger Peter Freudenthaler für das Song-Writing verantwortlich zeigen, jede Menge „Gute-Laune-Pop“ auf die Platte gepackt. Dieser erreicht zwar nicht ganz diesen Ohrwurmcharakter, wie das bereits erwähnte „Lemon Tree“, lässt sich allerdings auch unbeschwert hören.

Die Musik von Fool’s Garden auf „Dish Of The Day“ ist weder sehr kompliziert noch fordernd, geht jedoch allgemein schnell ins Ohr. Nicht bestreiten dürften die Musiker auch den Umstand, dass sie wohl große Beatles-Fans sind, denn die vier Liverpooler hört man immer wieder ein klein wenig heraus. Nicht immer so deutlich wie beim Opener „Ordinary Man“, ein Stück, welches unweigerlich Vergleiche zu „Strawberry Fields“ heraufbeschwört, allerdings immer wieder latent vorhanden. Nun, so läuft sie durch die Platte, absolut unaufgeregt und man kommt auch nicht in Versuchung die Fernbedienung in die Hand zu nehmen, da irgendwie alles ganz „nett“ klingt. Und das letzte Lied „One Fine Day“ ist natürlich auch keine sieben Minuten lang. Wir befinden uns mit der Platte in den 90ern des letzten Jahrhunderts und da war es durchaus hip, sogenannte „Hidden Tracks“ am Ende solch einer Silberscheibe zu verstecken. Dass dieses versteckte Lied jetzt gar kein Lied mehr ist und nur drei Sekunden lang dauert, ist da auch zu verschmerzen.

Fazit: „Gute-Laune-Pop“, der ein wenig an britischen Pop und die Beatles erinnert, den gibt es auf „Dish Of The Day“ von Fool’s Garden zu hören. Ein wahrer Ohrwurm befindet sich mit „Lemon Tree“ auch auf der Platte, die ansonsten sehr unspektakulär, jedoch sehr melodiös und eingängig musikalisch gestaltet wurde. Kann man gut hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Lemon Tree, One Fine Day



Samstag, 28. November 2015

Chris de Burgh – Man On The Line




Chris de Burgh – Man On The Line


Besetzung:

Chris de Burgh – guitar, vocals


Gastmusiker:

Tina Turner – vocals
Rupert Hine – synthesizer, vocals, orchestral arrangements
John Giblin – bass
Howard Jones – piano
Ian Kojima – synthesizer, guitar, saxophone
Al Marnie – bass, vocals
Danny McBride – guitar
Trevor Morais – drums
Glenn Morrow – synthesizer
Phil Palmer – guitar
Jeff Phillips – drums, percussion


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. The Ecstasy Of Flight (I Love The Night) (4:01)
2. Sight And Touch (3:14)
3. Taking It To The Top (4:00)
4. The Head And The Heart (3:59)
5. The Sound Of A Gun (4:29)
6. High On Emotion (4:26)
7. Much More Than This (2:57)
8. Man On The Line (4:25)
9. Moonlight And Vodka (3:39)
10. Transmission Ends (5:59)

Gesamspieldauer: 41:04




Mit seinem siebten Album, „Man On The Line“ räumte der Ire Chris de Burgh einmal mehr charttechnisch so richtig ab, denn auch diese Platte belegte in Deutschland Platz Eins der Album-Hitparaden und wurde mit Platin ausgezeichnet. Gleichzeitig war Chris de Burgh allerdings nochmal sehr viel angepasster geworden, das ganze Album klingt geradezu so, als wolle jeder einzelne Titel darauf dauernd im Radio gespielt werden. War das Vorgängeralbum „The Getaway“ schon ein großer Schritt in diese Richtung des kommerziellen Pops, so war Chris de Burgh mit diesem Album hier jetzt angekommen.

So, damit könnte ich jetzt im Grunde genommen schon aufhören. „Man On The Line“ ist ein Mainstream-Pop-Album, welches einfach nur nervt. Darauf klingt Chris de Burgh mal poppig, in einer Art und Weise, die man auch in Discos auflegen könnte. Dann allerdings hört sich das alles sehr, sehr süßlich an, irgendwie klebrig. Spaß macht das definitiv keinen mehr, zumindest nicht, wenn man auf etwas anspruchsvollere Musik steht oder diese Scheibe mit früheren Werken des Iren vergleicht. Aber was soll es schon, der Erfolg gab ihm ja Recht. Stromlinienförmig muss es sein, ganz schnell ins Ohr gehend, ohne Ecken und Kanten. All das, genau diese Musik gibt es auf „Man On The Line“. Erfolgreicher Pop sicherlich, jedoch keine begeisternde Musik mehr.

Fazit: Wenn ich gefragt werde, welches Album langweilt Dich, dann kann es durchaus sein, das mir ganz spontan „Man On The Line“ von Chris de Burgh einfällt – wundern würde es mich zumindest nicht. Die Platte ist angefüllt bis oben hin mit Kommerz-Pop. Lieder befinden sich darauf, die geradezu danach schreien im Radio in der Endlosschleife zu laufen. Die dazu notwenige Länge haben sie, diese schnelle Eingängigkeit ohne jegliche Tiefe auch. So kreiert man musikalische Verkaufsschlager. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Sight And Touch, The Sound Of A Gun, Moonlight And Vodka



Freitag, 27. November 2015

Dazerdoreal – Hard Disc To Hell




Dazerdoreal – Hard Disc To Hell


Besetzung:

Jörg Stotz – Gitarre
Michael Elzer – Chapman Stick, Bass, Gitarre, Synthesizers
Mario Matthias – Drums
Aydo Abay – Gesang


Label: Nois-O-Lut / EFA


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Trip Hop


Trackliste:

1. Amber (4:01)
2. Can't Afford Betty Ford (5:14)
3. Contro Epilessia (4:30)
4. Zen Kaya (4:56)
5. Pigtrash (3:57)
6. Midye (2:23)
7. Lost In Phase (4:44)
8. Bugwhipping Cream (7:47)
9. Zetlander (4:54)
10. Ru 486 (4:17)
11. Apocalyptic Happiness (4:11)
12. Wirehead (4:37)

Gesamtspieldauer: 55:38




Ich frage mich manchmal wirklich, warum eine Band denn so überaus erfolgreich wird, eine andere dagegen nicht. Gut, manchmal hört man das durchaus, dass das nichts werden kann. Umso überraschter ist man jedoch manchmal durchaus, wenn es etwas wirklich abgrundtief Schlechtes in irgendwelche Hitparaden schafft oder sich verkauft bis zum Abwinken – und da geht es wahrlich nicht immer nur um den eigenen Musikgeschmack. Manche Bands sind einfach grottenschlecht und trotzdem erfolgreich.

Dazerdoreal war wohl nie sonderlich erfolgreich. Dazerdoreal ist eine deutsche Band, die sich anschickte Trip Hop zu spielen. Aktiv waren die vier Jungs aus Koblenz wohl in den Jahren 1995 bis 2002. Das alles etwas im Konjunktiv geschrieben, da dies mal wieder eines jener Alben in meiner Sammlung ist, auf welches ich im Rahmen dieser Seiten eher „zufällig“ gestoßen bin und nicht mehr nachvollziehen kann, woher ich es habe. Und im Internet findet man auch nicht mehr allzu viel über Dazerdoreal.

In der Zeit ihres Bestehens veröffentlichte die Band zwei Studio-Alben. „Hard Disc To Hell“ ist die erste davon und erschien im Jahr 2000 auf dem Label Nois-O-Lut. Ich hatte die obige Einleitung deshalb geschrieben, da Dazerdoreal sicherlich etwas mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten, als ihnen wohl zuteil wurde. „Hard Disc To Hell“ ist zwar kein Überalbum, jedoch eine durchaus spannende Scheibe, auf der die Musiker sich auch trauen mal zu experimentieren. Dann klingt die Band sogar ein wenig spacig und genau das trägt auch mit zur Auflockerung der Platte bei.

Denn diese ist ansonsten sogar sehr melodiös geraten. Viele Nummern gehen schnell ins Ohr, andere grooven mehr, wieder andere verbreiten hauptsächlich Atmosphäre. Das macht durchaus immer wieder Spaß, klingt manchmal eben auch ein klein wenig abgefahren, was in diesem Fall jedoch nichts Schlechtes bedeuten muss. Die Musiker verstehen was von ihren Instrumenten und die Stimme des Aydo Abay klingt so herrlich unaufgeregt sympathisch, dass man dieser gerne lauscht. Trip Hop ist das durchaus und ich glaube nicht, dass sich viele deutsche Musiker überzeugend dieser Stilrichtung angenommen haben – zumindest kenne ich da wohl zu wenige. Die Füße sollten beim Zuhören auf jeden Fall etwas Beinfreiheit haben, denn nur dann kann auch ungestört mitgewippt werden – und das wird es.

Fazit: Nein, „Hard Disc To Hell“ ist kein „Überalbum“ geworden. Muss es auch nicht, das passiert sowieso nur ganz selten. Allerdings ist „Hard Disc To Hell“ eine sehr hörenswerte Platte geworden, die spannend ist, ins Ohr geht und mit Abwechslungsreichtum punkten kann. Dazerdoreal gibt es schon lange nicht mehr. Eigentlich schade. Neun Punkte.

Anspieltipps: Amber, Bugwhipping Cream, Apocalyptic Happiness



Donnerstag, 26. November 2015

The Blues Brothers – The Blues Brothers




The Blues Brothers – The Blues Brothers


Besetzung (Blues Brothers Band):

John Belushi – lead vocals, backing vocals
Dan Aykroyd – harmonica and lead vocals, backing vocals
Steve Cropper – lead guitar, rhythm guitar and vocals
Donald  Dunn – bass guitar
Murphy Dunne – keyboards
Willie Hall – drums and percussion
Tom Malone – trombone, tenor saxophone, and backing vocals
"Blue Lou" Marini – alto saxophone and tenor saxophone, and backing vocals
Matt Murphy – lead guitar
Alan Rubin – trumpet, percussion and backing vocals


Gastmusiker:

Ray Charles – vocals, backing vocals
James Brown – vocals, backing vocals
Chaka Khan– additional choir vocals
Aretha Franklin – vocals, backing vocals
Brenda Corbett – backing vocals
Margaret Branch – backing vocals
Carolyn Franklin – backing vocals
Cab Calloway – vocals, backing vocals


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Blues, Blues Rock


Trackliste:

1. She Caught The Katy (4:13)
2. Peter Gunn Theme (3:49)
3. Gimme Some Lovin' (3:09)
4. Shake A Tail Feather (2:52)
5. Everybody Needs Somebody To Love (3:25)
6. The Old Landmark (2:58)
7. Think (3:16)
8. Theme From Rawhide (2:38)
9. Minnie The Moocher (3:26)
10. Sweet Home Chicago (7:51)
11. Jailhouse Rock (3:18)

Gesamtspieldauer: 41:00




Den zugehörigen Film zum Album kennt wohl fast jeder und der ist absolut Kult. Und die Musik ohne die dazugehörigen bewegten Bilder zu bewerten scheint einigermaßen unmöglich, denn die gehören einfach zusammen. Wenn jemand auf „Big Band Blues“ steht, dann geht das jedoch wohl auch ohne den Film. Von Country bis Rhythm & Blues ist alles auf dieser Scheibe vertreten. Die Spannbreite ist also groß, vor dem geistigen Auge laufen jedoch immer die entsprechenden Szenen des Films beim Hören ab.

Nun und wenn man auf diese Genres, Country sowie Rhythm & Blues nicht so steht, wie das zum Beispiel bei mir definitiv der Fall ist, dann wird das Album alleine plötzlich völlig sinnlos, man legt es einfach nicht mehr auf. Die einzelnen Stücke sind im Film mitreißend, hört man sie nur auf dem Album, dann sind sie okay – zumindest zum größten Teil. Damit ist zu dieser Platte eigentlich schon alles gesagt. Wer sich für diese Musik interessiert, die oder der sollte sie sich im Film anhören. Auf Platte lohnt sich so etwas vielleicht mal für eine Party, jedoch nicht zum Auflegen und Durchhören.

Fazit: Manche Sachen gehören einfach zusammen und sollten niemals getrennt werden. Eines dieser Dinge ist der Film „The Blues Brothers“ und die dazugehörige Musik. Mehr gibt es dazu einfach nicht zu sagen. Film super, Album alleine… Acht Punkte.

Anspieltipps: Think, Theme From Rawhide