Dienstag, 16. Mai 2017

Placebo – Placebo (10th Anniversary Collectors Edition)




Placebo – Placebo (10th Anniversary Collectors Edition)


Besetzung:

Brian Molko – acoustic guitar, bass guitar, guitar, keytar, vocals
Stefan Olsdal – acoustic guitar, bass guitar, electric piano, guitar, moog synthesizer, piano
Robert Schultzberg – drums, percussion, didgeridoo on "I Know"


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1996 (2006)


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Come Home (5:09)
2. Teenage Angst (2:42)
3. Bionic (5:01)
4. 36 Degrees (3:04)
5. Hang On To Your IQ (5:13)
6. Nancy Boy (3:30)
7. I Know (4:44)
8. Bruise Pristine (3:38)
9. Lady Of The Flowers (4:48)
10. Swallow (4:54)


Bonus Tracks der Collectors Edition von 2006:

11. Paycheck (demo) (3:00)
12. Flesh Mechanic (demo) (4:29)
13. Drowning By Numbers (2:58)
14. Slackerbitch (3:25)
15. H K Farewell (7:33)

Gesamtspieldauer: 1:04:16


10th Anniversary Collector's Edition DVD:

1. Come Home (Alexandra Palace - 11.04.06) (5:00)
2. Teenage Angst (The Big Breakfast - 29.08.96) (2:39)
3. Nancy Boy (Top Of The Pops - 31.01.97) (3:09)
4. Lady Of The Flowers (Glastonbury Festival - 27.06.98) (5:41)
5. Teenage Angst (The White Room - 23.08.96) (2:29)
6. Bruise Pristine (Top Of The Pops - 23.05.97) (2:33)
7. 36 Degrees (Wembley Arena - 05.11.04) (5:02)
8. 36 Degrees (Video) (3:15)
9. Teenage Angst (Video) (2:40)
10. Nancy Boy (Video) (3:20)
11. Bruise Pristine (Video) (2:59)




Zum zehnjährigen Jubiläum des ersten und selbstbetitelten Albums der englischen Band Placebo, wurde dieses in einer etwas umfangreicheren Fassung neu veröffentlicht. Diese „10th Anniversary Collectors Edition“ erschien im Jahr 2006 auf dem Musiklabel Virgin Records und enthält im Unterschied zur Originalausgabe noch fünf Bonus Tracks, wovon zwei in Form von Demos vorliegen, zwei Titel sind B-Seiten. Die ursprünglich an das ehemalige letzte Lied des Albums in Form eines Hidden Tracks angehängte Nummer „Honk Kong Farewell“, ist nun als eigenständiges Lied mit dem Titel „H K Farewell“ beigefügt worden. Zusätzlich gibt es noch einen zweiten Datenträger in Form einer DVD, die die zugehörigen Musikvideos, Fernsehauftritte und Liveauftritte beinhaltet.

Auf dem Debut-Album von Placebo hört man relativ rauen und ungeschliffenen Alternative Rock, der schon alleine dadurch einen Wiederkennungswert besitzt, da Brian Molko in seiner unverwechselbaren Art und Weise singt. „Placebo“ von Placebo kletterte in den britischen Album Charts bis auf Platz 5, ansonsten blieb dem Album der Verkaufserfolg in anderen Ländern jedoch mehr oder weniger verwehrt. Das liegt sicherlich daran, dass die Musik der Band hier nicht sonderlich eingängig klingt, man nach dem ersten Mal des Hörens diese Scheibe sicherlich noch nicht für sich erschlossen hat, da dies aufgrund seiner geringeren Eingängigkeit deutlich mehrerer Durchläufe bedarf.

„Placebo“ ist allerdings trotzdem eine interessante und spannende Scheibe geworden, da dieser Alternative Rock durchaus außergewöhnlich ist. Zwar gibt es auf der Platte nicht diesen einen Ohrwurm oder mehrere Titel, die sich festsetzen, mit der Zeit bilden sich jedoch auch hier Favoriten heraus – wenn dies auch etwas länger dauert. In meinem Fall wären das die Nummern „Bionic“, „Swallow“ sowie „H K Farewell“. „Bionic“ ist ein schönes und rockiges Lied, welches dann doch zügig ins Ohr geht. „Swallow“ und „H K Farewell“ sind allerdings doch eher ungewöhnliche Stücke für dieses Album, welche die Musik darauf nicht ganz wiedergeben. Beide Lieder sind eher experimentell und leben von der nehr sphärischen Atmosphäre, die sie dabei transportieren.

Die DVD ist eine nette Zugabe. Darauf bekommt man die Videos zu fünf Fernsehauftritten aus der Zeit zu sehen, zwei Liveauftritte wurde hinzugefügt, sowie die vier Videos, die zu diesem Album gedreht wurden. Sicherlich nichts, was man sich regelmäßig ansieht, jedoch eine schöne Abrundung dieser Jubiläumsausgabe des ersten Placebo-Albums.

Fazit: Placebo klingen zwar bereits wie Placebo auf ihrem ersten Album, trotzdem hat die Band noch nicht ganz das Level bezüglich der Ideen und des Songwritings erreicht, was sie ihren Hörerinnen und Hörern auf späteren Veröffentlichungen präsentieren werden. „Placebo“ von Placebo allerdings sicherlich kein schlechtes Album geworden und in dieser Aufmachung, in Kombination mit dem Videomaterial eine schöne Zusammenstellung. Placebo rocken hier noch rau und unverfälscht, da macht es gar nichts, dass die Lieder zum Teil eben nicht so schnell ins Ohr gehen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Bionic, Swallow, H K Farewell



Montag, 15. Mai 2017

Sun – Jam House Wah




Sun – Jam House Wah


Besetzung:

Ralf Aussem – guitar
Jörg Schröder – vocals
Bogdan Skowronek – drums
Holger Seeling – bass


Label: Gun Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Grunge, Alternative Rock


Trackliste:

1. Intro (0:52)
2. Water (4:44)
3. Blisters (4:37)
4. Honky Tonk Man (6:08)
5. Groundraper (4:38)
6. Smile (0:28)
7. Jam House Wah (4:41)
8. Tools (3:55)
9. Like A Rolling Stone (6:24)
10. Ego Problem D.T.B. (3:40)
11. Yeah (5:09)
12. Uncle Bob (5:40)
13. Plastic Roses (5:08)
14. Rain (5:37)
15. Spanish Castle Magic (3:18)
16. House Of Papermaché (5:09)
17. Spike Song (3:06)

Gesamtspieldauer: 1:13:20




Sun war eine deutsche Rock-Band aus Mönchengladbach, die bis ins Jahr 2001 existierte. In dieser Zeit veröffentlichten sie insgesamt sechs Studioalben, von denen „Jam House Wah“ das dritte dieser Reihe war, im Jahr 1993 erschien und auf dem Label Gun Records veröffentlicht wurde.

Auf „Jam House Wah“ hört man eine Mischung aus Alternative Rock und Grunge, der durchaus an die amerikanischen Kollegen von Pearl Jam erinnert. Doch klingen Sun noch etwas härter und rauer als Pearl Jam. Die Musik und damit die Lieder von Sun hören sich dabei keineswegs nach Deutschland an, sondern brauchen den Vergleich mit internationalen Bands auf gar keinen Fall zu scheuen. Richtige Ohrwürmer enthält die Scheibe zwar nicht, dafür jede Menge gut gemachten Rock, der mal mehr und mal weniger reinknallt. Grunge- und Alternative Rock-Fans, die auf die härteren Töne stehen, dürften an dieser Scheibe ihre Freude haben.

Allerdings scheint der Prophet im eigenen Lande wahrlich nicht zu zählen, denn richtig großen Erfolg hatten Sun nie, weshalb sich die Band auch schließlich auflöste. „Jam House Wah“ beinhaltet jede Menge Nummern, die genau so auch in Seattle hätten entstanden sein können. Die Musik hat internationale Qualität. Und trotzdem will das Ganze in meinen Ohren im Fall von „Jam House Wah“ nicht vollends zünden. Das liegt an dem Umstand, dass die Lieder an sich zwar gelungen sind, die Variation innerhalb der einzelnen Titel allerdings nur gering ist. Sicherlich wird hier ein spezieller musikalischer Stil verfolgt, die Abwechslung in diesem Genre fehlt mir allerdings völlig, sodass sich beim Hören von „Jam House Wah“ leider nie richtige Höhepunkte herauskristallisieren. Vielleicht ging es nicht nur mir so beim Hören der Scheibe, aber wer weiß das schon…

Fazit: Der Grunge von Sun genügt durchaus internationalen Ansprüchen. Auf „Jam House Wah“ wird gerockt, sodass Freunde der härteren Töne ihre Freude haben werden. Die Musik der Band löst immer wieder Vergleiche mit Pearl Jam aus. Doch sind die Lieder von Sun noch ein wenig härter, rauer, klingen auf ihre Art ein bisschen dreckiger. Für alle Musikhörerinnen und Musikhörer, die Pearl Jam lieben und dem Grunge allgemein zugetan sind, sicherlich eine lohnende Anschaffung. Acht Punkte.

Anspieltipps: Groundraper, Rain, House Of Papermaché



Sonntag, 14. Mai 2017

Thin Lizzy – Lizzy Killers




Thin Lizzy – Lizzy Killers


Besetzung:

Ohne weitere Angaben


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Whiskey In The Jar (5:44)
2. Wild One (4:18)
3. Jailbreak (4:01)
4. The Boys Are Back In Town (4:28)
5. Don't Believe A Word (2:20)
6. Dancing In The Moonlight (3:25)
7. Waiting For An Alibi (4:10)
8. Do Anything You Want To (3:49)
9. Sarah (3:31)
10. Chinatown (4:43)
11. Killer On The Loose (3:53)

Gesamtspieldauer: 44:27




Eine ganz gute Übersicht über das Schaffen der irischen Band Thin Lizzy mit ihrem Sänger und Bassisten Phil Lynott erhält man mit dem Kompilationsalbum „Lizzy Killers“, welches im Jahr 1981 auf dem Label Vertigo veröffentlicht wurde und nur in Europa und Australien erschien. Diese Zusammenstellung gibt eine gute Übersicht über die Musik von Thin Lizzy, wie sie vor allen Dingen in der Mitte der Schaffensperiode der Band entstand.

Auf „Lizzy Killers“ hört man weder zu viel Hard Rock, der gegen Ende der Bandhistorie, bis zum Tod von Phil Lynott zu hören war, noch zu stark geprägten Blues Rock, wie er häufig zu Beginn der Karriere von Thin Lizzy im Fokus stand. Auf „Lizzy Killers“ wird einem zumeist melodiöser Rock geboten, der überwiegend im Mid-Tempo gehalten ist und dabei gut ins Ohr geht. Die besseren Titel befinden sich eher zu Beginn des Albums, wohingegen die Qualität der Songs gegen Ende der Platte etwas schwindet, was nicht nur eine Geschmackssache zu sein scheint.

Die drei größten Hits der Band, „Whiskey In The Jar“, „Jailbreak“ und „The Boys Are Back In Town“, befinden sich unter den ersten vier Nummern. „Whiskey In The Jar“, das wohl bekannteste Stück von Thin Lizzy, ist ein traditionelles irisches Lied, welches von Thin Lizzy neu und spannend interpretiert wurde. Weitere Höhepunkte der Scheibe sind „Wild One“, „Don't Believe A Word“ sowie „Dancing In The Moonlight“. Somit wären hier auch die ersten sechs Stücke des Albums aufgeführt. Die restlichen fünf Nummern klingen da sehr viel unspektakulärer, werden bei Thin Lizzy Fans sicherlich auch hoch im Kurs stehen, bei neutraleren Zuhörerinnen und Zuhörern wohl aber weniger punkten können.

Fazit: Eine schöne Übersicht über das Schaffen von Thin Lizzy vor allem Mitte bis Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts erhält man mit dem Kompilationsalbum „Lizzy Killers“. Der vorherrschende Stil darauf ist Rock, der an den Seiten in die Genres Blues und Hard Rock hineinreicht. Insgesamt 34 Kompilationsalben gibt es inzwischen von dieser Band. „Lizzy Killers“ kann dabei kein vollständiges „Best Of…“-Album sein, da nach dieser Scheibe noch zwei Studio-Platten bis zum Tod von Phil Phil Lynott entstanden und auch veröffentlicht wurden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Whiskey In The Jar, The Boys Are Back In Town, Don't Believe A Word



Samstag, 13. Mai 2017

Various Artists – Classic MTV: Class Of 1983




Various Artists – Classic MTV: Class Of 1983


Label: Rhino Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

CD1:

1. She Blinded Me With Science - Thomas Dolby (5:09)
2. Come On Eileen - Dexy's Midnight Runners (4:15)
3. Always Something There To Remind Me - Naked Eyes (3:43)
4. Mirror Man - Human League (3:53)
5. Cool Places - Sparks & Jane Wiedlin (3:26)
6. Love My Way - Psychedelic Furs (3:41)
7. China Girl - David Bowie (5:33)
8. Twilight Zone - Golden Earring (4:52)
9. Rock This Town - Stray Cats (2:41)
10. The Walls Came Down - The Call (3:46)
11. Lies - Thompson Twins (3:15)
12. True - Spandau Ballet (5:44)
13. Mexican Radio - Wall Of Voodoo (4:11)
14. Why Me? - Planet P (4:09)
15. I Melt With You - Modern English (3:48)


CD2:

1. Our House - Madness (3:24)
2. Too Shy - Kajagoogoo (3:46)
3. Burning Down The House - Talking Heads (4:04)
4. Back On The Chain Gang - The Pretenders (3:53)
5. Strip - Adam Ant (4:01)
6. One Thing Leads To Another - The Fixx (3:20)
7. Do You Really Want To Hurt Me - Culture Club (4:25)
8. In A Big Country - Big Country (3:54)
9. Working Girl - The Members (4:11)
10. Jukebox (Don't Put Another Dime) - The Flirts (3:45)
11. I Eat Cannibals - Total Coelo (3:35)
12. Reap The Wild Wind - Ultravox (3:45)
13. Talking In Your Sleep - The Romantics (3:58)
14. Goodbye To You - Scandal (3:49)
15. Rock-It - Herbie Hancock (5:21)

Gesamtspieldauer CD1 (1:02:10) und CD2 (59:19): 2:01:29




„Classic MTV: Class Of 1983“ ist eine schöne Zusammenstellung der „Hits“ des Jahres 1983. Auf zwei CD’s bekommt man hier eine gute Übersicht über die Musik, die im Jahr 1983 „in“ war und sich in den Charts platzieren konnte. Pop und New Wave herrschten damals vor und dominierten die Hitparaden. Und nichts Anderes gibt es dann auch auf diesem Kompilationsalbum zu hören, welches 1984 auf dem Label Rhino Records veröffentlicht wurde.

Dreißig verschiedene Titel gibt es auf „Classic MTV: Class Of 1983“ zu hören, deren musikalische Bandbreite ganz eindeutig den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zugeordnet werden kann. Pop und New Wave der damaligen Zeit hatten einen ganz speziellen Klang, den man von heutigen Veröffentlichungen gut unterscheiden kann. Es ist allerdings nicht möglich solch ein Kompilationsalbum zu erwerben und darauf nur Titel zu finden, die einem zusagen. Manches klingt da vertrauter und eingängiger, mit anderen Liedern wird man gar nicht warm. Wie immer ist das alles reine Geschmackssache. Jedoch wird hier wohl jede und jeder bei dreißig Titeln etwas für sich finden können.

Einiges auf „Classic MTV: Class Of 1983“ kann man auf den 80ies Partys hören, die immer wieder stattfinden. Vieles auf der Scheibe, wenn auch nicht alles, ist tanzbar. Auch um mal eine Übersicht über die angesagte und in den damaligen Hitparaden erfolgreiche Musik zu erhalten, lohnt dieses Album. Allerdings wird es im Internet im Augenblick zu Mondpreisen angeboten, die sicherlich niemals den Kauf des Albums rechtfertigen.

Fazit: „Classic MTV: Class Of 1983“ lohnt sich für diejenigen, die damals vielleicht ihre Jugend erlebten und mal wieder in alten Zeiten schwelgen möchten. Zudem erhält man einen ganz guten Überblick über den Pop und New Wave der damaligen Zeit und wohl jede und jeder wird hierauf etwas finden, was ihr oder ihm zusagt. Allerdings natürlich auch Musik, die so gar nicht für das eigene Ohr geschaffen scheint. Von daher sind solch Zusammenstellungen immer sehr schwierig objektiv zu bewerten. Musikalisch sind viele der Lieder auf „Classic MTV: Class Of 1983“ weniger interessant, um den damals vorherrschenden Zeitgeist einzuziehen jedoch sehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: She Blinded Me With Science, China Girl, Why Me?, Our House



Freitag, 12. Mai 2017

Uncle Ho – Everything Must Be Destroyed




Uncle Ho – Everything Must Be Destroyed


Besetzung:

Julian Hanebeck – Gesang, E-Bass
Jens Schmidt – E-Gitarre
Björn Krüger – Schlagzeug, Gesang


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Inernational Klein Blue 75 (2:03)
2. All Must Be Destroyed (3:52)
3. Euphoria (3:47)
4. Forever For Ever (1:34)
5. Talk To The Dead (3:29)
6. Open Weave (3:43)
7. Single (3:29)
8. Substance (9:38)
9. There Are Too Many Songs Already (3:12)
10. Greven (0:57)
11. Kill The Man You Love (2:47)
12. Coming Round (5:16)
13. Ready For Love (5:06)
14. Heckinghausen (0:26)
15. Repeat (5:05)
16. Reprise (1:08)

Gesamtspieldauer: 55:39




Uncle Ho ist eine Band aus Wuppertal, die 1994 als Schulband gegründet wurde und am 31. Dezember des Jahres 2003 ihr vorerst letztes Konzert gab, sich anschließend auflöste. Der Grund hierfür war, dass die vier Musiker anscheinend mit dem Musikbusiness nicht mehr klarkamen, wie man aus dem Booklet zur CD nachlesen kann. Im September 2010 kam es allerdings zu einer Wiedervereinigung und seitdem spielen die drei Musiker auch wieder zusammen.

Auf „Everything Must Be Destroyed“ hört man eine Art Crossover über diverse Rock-Genres und auch der Pop darf auf diesem Album nicht ganz fehlen. Alles ist gut hörbar, einige der Lieder gehen ganz nett ins Ohr, wenn es auch nicht zu einem richtigen Ohrwurm reicht. Doch die Vielfalt ist wirklich groß auf „Everything Must Be Destroyed“. Man hört den harten Rock, neben den weichen Tönen, poppige Abschnitte und auch mal ein paar Bläser, die zusätzlich für musikalische Vielfalt sorgen.

Höhepunkte der Scheibe sind die Lieder „All Must Be Destroyed“, „Euphoria“, „Forever For Ever“, „Open Weave“, „Substance“, „There Are Too Many Songs Already“ sowie die Nummer „Ready For Love“. Wahrscheinlich hätte ich hier jeden anderen Titel des Albums auch aufführen können, denn die einzelnen Titel fallen nicht großartig qualitativ gegeneinander ab. Jedoch bedeutet „Höhepunkte des Albums“ nicht auch Höhepunkte im eigenen Musikverständnis. Das Album ist ein durchschnittliches geworden, ganz nett zum Anhören, doch es hat sicherlich nicht die Qualität zu einer Lieblingsscheibe zu werden.

Fazit: Jede Menge Rock in verschiedenster Ausprägung gibt es auf „Everything Must Be Destroyed“ zu hören. Das Album ist kein Meisterwerk, jedoch unterhält es und die tiefen Ausschläge nach unten gibt es hier auch nicht zu hören. Handwerklich gut gemacht und abwechslungsreich ist die Musik auf der Platte, dabei nicht anstrengend oder sonderlich fordernd. Durchschnitt eben. Sieben Punkte.

Anspieltipps: All Must Be Destroyed, Euphoria, Forever For Ever, Ready For Love



Donnerstag, 11. Mai 2017

QuadruMana – Noche De Luz




QuadruMana – Noche De Luz


Besetzung:

Thomas Tezzele – guitar, vocal
Clemens Maria Peters – guitar, vocal
Reinhold Bauer – percussion, vocal


Label: Decam


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Latin, spanische Folklore


Trackliste:

1. El lerele (5:51)
2. Maria Isabell (4:12)
3. Oh que sera (5:09)
4. Aqua de beber (3:56)
5. La bella Maria di mi alma (5:04)
6. Manha do carnaval (6:21)
7. Maruja Limon (4:22)
8. Quiero saber (6:38)
9. Tangos de la sultana (4:54)
10. Angel negro (4:27)

Gesamtspieldauer: 50:59




QuadruMana sind drei deutsche Musiker, die sich den spanischen und südamerikanischen Klängen verschrieben haben. „Noche De Luz“ scheint dabei ihre erste Veröffentlichung zu sein, wurde am Ende des Jahres 1997 eingespielt und schließlich 1998 und auf dem Label Decam veröffentlicht. Das Ganze klingt nach einer Mischung aus dem Gypsy Kings und spanischer Folklore.

Die Lieder sind allesamt auch keine Eigenkompositionen, sondern Titel anderer Künstler, die hier für die Scheibe „Noche De Luz“ neu arrangiert wurden. Selbstverständlich kann man mit diesen Klängen nur etwas anfangen, wenn man diese Art der Musik auch mag. Spanische Folklore? Sicherlich ein Beißer für den Freund der rockigen Klänge. Dabei bleibt jedoch festzustellen, dass die Musik wahrlich gelungen ist, die drei Musiker verstehen auch ihr Handwerk auf das Allerbeste. Allerdings, sobald gesungen wird – und es wird bei jedem Lied gesungen – dann klingt die Musik von QuadruMana auf eine gewisse Art kitschig und überzogen.

So bleibt mir hier im Grunde genommen nur festzustellen, dass mich diese Art der Musik, eben gerade durch diesen Gesang, absolut überhaupt nicht überzeugt. Wer jedoch mit diesem Gesang „klarkommt“, für die oder den dürfte das Album mit Sicherheit einen entsprechenden Mehrwert besitzen.

Fazit: Wer spanische Musik inklusive von Gesang mag, die oder der wird hier fündig. Freundinnen und Freunde der Gypsy Kings oder ähnlicher Bands dürften hier sehr viel Spaß mit haben. Für mich ist das allerdings definitiv überhaupt nichts, was mich in irgendeiner Art und Weise anspricht und ich gerne höre. Dies liegt allerdings nicht an den Klängen der spanischen Gitarre, die klingen gut, es liegt ganz eindeutig an diesem süßlichen Gesang. Drei Punkte.

Anspieltipps: Jeder Titel



(Keine Videos vorhanden)

Mittwoch, 10. Mai 2017

End Of Green – Dead End Dreaming




End Of Green – Dead End Dreaming


Besetzung:

Cardinal Mazinger – drums
Rainier Sicone Di Hampez – bass
Michelle Darkness – all voices
Kirk Kirker – electric guitar
Sad Sir – guitar


Label: Silverdust Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Gothic Metal, Hard Rock


Trackliste:

1. No Coming Home (4:17)
2. Dead End Hero (3:30)
3. Speed My Drug (4:07)
4. Cure My Pain (5:46)
5. Weakness (4:11)
6. Sad Song (5:02)
7. So Many Voices (3:42)
8. Sick One (4:53)
9. She's Wild (4:57)
10. Drink Myself To Sleep (5:22)
11. Farewell (A Song Of Agony) (5:40)
12. All About Nothing (6:40)

Gesamtspieldauer: 58:12




„End Of Green“ ist eine deutsche Rockband, die 1992 in Stuttgart gegründet wurde. Die Band nennt ihren eigenen musikalischen Stil „Depressed Subcore“. „Dead End Dreaming“ ist dabei ihr fünftes Studio-Album und erschien im Jahr 2005 auf dem Label Silverdust Records. Zu hören gibt es darauf eine Mischung aus Hard Rock und Gothic Metal. Die Atmosphäre der Musik ist eine eher düstere bis dunkle, was sowohl die Musik selbst, wie auch die Texte betrifft und von beidem auch genau so transportiert wird. Von daher lässt sich die Eigenbezeichnung der Musik der Band mit „Depressed Subcore“ durchaus nachvollziehen, würde dann allerdings auch auf eine ganze Reihe von Gothic Metal Bands zutreffen.

Steht man auf die härteren Töne in der Musik, so macht „Dead End Dreaming“ durchaus Spaß. Die fünf Musiker sind hier recht kompromisslos in der Wiedergabe und Art ihrer Lieder. Weich oder gar verweichlicht klingt hier nichts, bei End Of Green wird ordentlich gerockt. Und dies in einer Art und Weise, die auch ins Ohr geht. Die Lieder sind – trotz aller Härte – mit melodiös zu umschreiben. Allzu viele Durchläufe der Scheibe benötigt man da auch nicht, um sich den musikalischen Kosmos von End Of Green erschließen zu können. Die einzelnen Titel des Albums klingen schnell und lassen die Füße mitwippen.

Hört man sich die Scheibe einige Male an, so stellt man bereits nach kurzer Zeit fest, dass es hier auch keinen Ausreißer nach Unten zu beklagen gibt. Kein Füllmaterial ist auf „Dead End Dreaming“ enthalten. Bei gleichbleibender Qualität stechen zwei Titel für mich noch etwas mehr heraus. Dies sind die Nummern „Speed My Drug“ sowie „Drink Myself To Sleep“. Ganz klar Geschmackssache natürlich, doch sind diese beiden Titel noch ein wenig eingängiger, ohne dabei auch nur etwas von der Härte oder von der transportierten, düsteren Atmosphäre einzubüßen.

Fazit: Gothic Metal aus Deutschland gibt es bei End Of Green auf dem Album „Dead End Dreaming“ zu hören. Die Stimmung auf der Scheibe ist eine dunkle, die Musik selbst rockt dabei konsequent und ohne Ausnahme. Zusätzlich sind die einzelnen Titel melodiös und gehen ins Ohr. Lohnt sich für alle Hard Rock und Gothic Fans. Acht Punkte.

Anspieltipps: Speed My Drug, Drink Myself To Sleep



Dienstag, 9. Mai 2017

Three Merry Widows – Which Dreamed It?




Three Merry Widows – Which Dreamed It?


Besetzung:

Matt Albert – drums
Sean Garcia – guitar, mandolin, vocals
Charles Shipman – bass
Brian Simpson – guitar
Alice Spencer – vocals


Gastmusiker:

Tim Albert – auxilliary percussion
Peter Hyrka – violin
Ross Rice – accordion
Shane Fentryne – additional guitar on “Rejected”


Label: TVT Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Psychedelic Rock, Progressive Rock, Folk Rock


Trackliste:

1. Black Halo (4:49)
2. Relevance (5:52)
3. The Other Side (5:49)
4. Solucinations (5:00)
5. In A Box (2:29)
6. Which Dreamed It? (3:08)
7. When Will I Believe (3:55)
8. Awaken (3:30)
9. The Winter Seems Too Long (4:33)
10. Rejected (5:02)
11. Pictureless Frame (4:38)
12. Doon (0:59)
13. Early In The Spring (2:42)
14. - (0:46)
15. Circle Of Ages (5:28)

Gesamtspieldauer: 58:47




Three Merry Widows war eine US-amerikanische Band, die im Jahr 1988 in St. Louis, Missouri, USA, gegründet wurde. 1991 wurde ihr einziges Album auf dem Label TVT Records veröffentlicht, welches den Titel „Which Dreamed It?“ trug. Darauf zu hören ist eine Mischung aus Psychedelic Rock, etwas Progressive Rock und alles zusammen verpackt mit einer ordentlichen Dosis English Folk.

Die Musik auf „Which Dreamed It?“ klingt keineswegs nach dem Beginn der 90er Jahre, viel eher würde man das Album zeitlich stilistisch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts einsortieren. Die Lieder auf der Platte sind eher sanft gehalten, dabei immer melodiös, wenn auch der ein oder andere Ton etwas schräger klingt. Doch die Musik geht gut ins Ohr und zwar mit jedem weiteren Mal des Anhörens ein wenig mehr. Die „drei frohen Witwen“ wissen dabei nicht unbedingt sofort mit dem ersten Mal zu überzeugen, werden jedoch interessanter und eingängiger, mit den Wiederholungen.

Dies gilt auch und sogar ganz besonders für den Klang des Gesangs, der wohl immer etwas gewöhnungsbedürftig bleiben wird. Diese Aussage trifft sowohl auf den Sänger Sean Garcia wie auf die Sängerin Alice Spencer zu. Natürlich treffen beide die Töne und singen nicht falsch, jedoch ist die Stimmlage weder hoch, noch tief, liegt irgendwie dazwischen. Dabei wirkt die Aussprache der Worte manchmal etwas gepresst und doch wieder einfach, manchmal auch nicht ganz zur Musik passend. Natürlich ist das reine Geschmackssache, mir fehlt hier allerdings oftmals die Fülle in der Stimme, die man nur selten ausmachen kann. Und somit macht gerade die Art des Gesangs das Hören von „Which Dreamed It?“ zunächst nicht ganz einfach und etwas gewöhnungsbedürftig.

Hat man sich hiermit arrangiert, warten Three Merry Widows mit durchaus gelungener Musik auf. Diese besteht keinesfalls aus irgendwelchen 08/15-Liedern. Ohne konstruiert zu wirken sind die Melodiebögen oftmals überraschend, die Takte krumm und doch ist das Gesamtergebnis dann wieder eingängig. Der Wiedererkennungswert der Musik ist ein hoher, was nicht nur an dem Gesang liegt, sondern auch in den etwas anderen Klangwelten von Three Merry Widows begründet ist. Bezüglich des Gesangs sollen hier allerdings auch die mehrstimmigen Gesangarrangements nicht unerwähnt bleiben, in denen dann die Stimmen der Sänger doch wieder wirken.

Fazit: Das Album „Which Dreamed It?“ von der US-amerikanischen Band Three Merry Widows erschien 1991 und klingt wie Musik, die im Jahr 1971 verwurzelt ist. Mit Liedern, die irgendwo zwischen Psychedelic Rock, Progressive Rock und Folk Rock angesiedelt sind, entwickeln die Musiker von Three Merry Widows hier ein spannendes Album, welches man auf diese Art und Weise nicht oft zu hören bekommt. Der Gesang ist dabei etwas gewöhnungsbedürftig geraten, trägt allerdings auch zum Wiedererkennungswert der Band bei. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Relevance, Solucinations, Which Dreamed It?, Pictureless Frame, Circle Of Ages



Montag, 8. Mai 2017

Skunk Anansie – Smashes And Trashes




Skunk Anansie – Smashes And Trashes


Besetzung:

Skin – lead vocals, guitar
Martin "Ace" Kent – guitar, backing vocals
Richard "Cass" Lewis – guitar, bass, backing vocals
Mark Richardson – drums and percussion
Robbie France – drums and percussion


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: One Little Indian Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

CD1:

1. Charlie Big Potato (5:33)
2. I Can Dream (3:35)
3. Hedonism (Just Because You Feel Good) (3:28)
4. Tear The Place Up (2:59)
5. Weak (3:33)
6. Secretly (4:47)
7. Because Of You (4:28)
8. All I Want (3:54)
9. Brazen (Weep) (4:33)
10. Twisted (Everyday Hurts) (4:14)
11. Squander (4:29)
12. Lately (3:55)
13. Selling Jesus (3:51)
14. Charity (4:38)
15. You'll Follow Me Down (4:06)


CD2:

1. Twisted (D. Ramirez Remix) (9:21)
2. Secretly (Armand Van Helden Mix) (7:41)
3. I Can Drem (Skreamix) (4:15)
4. Charity (High Rankin Remix) (5:24)
5. Brazen (Weep) (Perfecto Mix) (7:14)
6. I Can Dream (Smokin Jo Presents TRNSSTR Remix) (8:08)
7. Weak (Paul Woolford Remix Edit) (4:08)
8. Charity (Dekker & Johan - Radio Edit) (3:29)
9. Hedonism (Just Because You Feel Good) (Kissy Sell Out Version) (3:53)
10. Selling Jesus (Riva Starr Loves The SKUNK Rmx) (6:17)
11. Because Of You (New Track) (Michel Cleis Remix) (9:04)
12. Squander (New Track) (illAudio Remix) (5:06)

Gesamtspieldauer CD1 (1:02:10) und CD2 (1:14:06): 2:16:16


DVD1:

1. Selling Jesus (Gob TV) (3:46)
2. I Can Dream (Gob TV) (3:38)
3. Charity (4:36)
4. Weak (3:41)
5. All I Want (3:32)
6. Twisted (4:15)
7. Brazen (Weep) (4:31)
8. Hedonism (Just Because You Feel Good) (Uncut Version) (3:35)
9. Charlie Big Potato (5:08)
10. Secretly (5:42)
11. Lately (Uncut Version) (4:07)
12. You'll Follow Me Down (3:39)
13. Tear The Place Up (3:00)
14. Because Of You (3:39)
15. Squander (3:33)


DVD2:

1. I Can Dream (Live At Roxy Bar) (3:44)
2. Weak (Live At TFI Friday) (3:56)
3. All I Want (Live At Roxy Bar) (4:00)
4. Selling Jesus (Live At Water Rats, London) (4:30)
5. Charlie Big Potato (Live At TFI Friday) (4:25)
6. Hedonism (Just Because You Feel Good) (Acoustic Version) (Live At 'Help!') (3:47)
7. We Don't Need Who You Think You Are (Live At 'Later With Jools Holland) (4:38)
8. Secretly (Live At TFI Friday) (3:32)
9. All In The Name Of Pity (Live At Water Rats, London) (4:03)
10. Little Baby Swastikkka (Live At Glastonbury Festival) (6:25)
11. You'll Follow Me Down (Live At 'Later' Hootenanny) (4:38)
12. The Skankheads (Live At Glastonbury Festival) (3:56)




„Smashes And Trashes“ ist das bisher einzige Greatest Hits Album der britischen Rock Band Skunk Anansie. Diese Platte erschien in mehreren Versionen, die allerdings seltsamerweise im Moment alle fast gleich viel kosten. Meine Version umfasst zwei CD’s sowie zwei DVD’s. Veröffentlicht wurde das Album im Jahr 2009 auf dem Musiklabel One Little Indian Records. Auf der CD1 befinden sich zwölf „Best Of…“-Titel sowie drei bisher unveröffentlichte Nummern. CD2 wartet mit zwölf Stücken auf, die in Form von Remixen hinzugesteuert wurden. Auf DVD1 kann man sich insgesamt fünfzehn Videos der Band ansehen, wohingegen auf DVD2 Skunk Anansie live zu sehen und hören ist.

Zunächst zu CD1, auf der wahrlich kraftvoller und gut gemachter Rock zu hören ist. Die Titel zünden und gehen ins Ohr, mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe sogar noch ein wenig mehr. Man muss es immer ein wenig zwiespältig sehen, wenn eine „Best Of…“-Kompilation zusammen mit neuen Titeln veröffentlicht wird. Nicht anders liegt auch im Falle von „Smashes And Trashes“ vor und somit ist der geneigte Fan nochmals „gezwungen“, bei „seiner“ Band zuzuschlagen, will der denn alles von dieser besitzen. In Zeiten des Downloads relativiert sich dies natürlich ein wenig, denn hier können nun einzelne Titel ausgesucht werden. Im Falle von „Smashes And Trashes“ relativiert zudem die Veröffentlichung mit zwei CDs und zwei DVDs den Kauf, da es hier sowieso eine ganze Menge mehr zu hören beziehungsweise zu sehen gibt. Festzuhalten bleibt dabei, dass sich die drei neuen Nummern, „Tear The Place Up“, „Because Of You“ sowie „Squander“ nahtlos in die Qualität der „Hits“ der Band einreihen. Lückenfüller sind dies auf gar keinen Fall. Diese drei Stücke sind im Übrigen die ersten neuen Lieder, die Skunk Anansie nach der Auflösung im Jahr 2001 und mit der Wiedervereinigung im Jahr 2009 veröffentlichten.

Die Lieder auf „Smashes And Trashes“ gehen ins Ohr, einige davon sind fast schon Ohrwürmer. Dabei ist die Musik der Band eher rockig hart, denn weich. Ab und an bewegen sich die Nummern jedoch auch im Mid-Tempo. Qualitative Unterschiede lassen sich allerdings auch nicht bezüglich der Tempi ausmachen, alles weiß hier gut zu überzeugen. Höhepunkte sind die drei mehr oder weniger bekannten Stücke „Charlie Big Potato“, „Hedonism“ und „Brazen“ sowie das neue Stück „Because Of You“. So muss Rock klingen, will er denn mitreißen.

Kommen wir zur weniger schönen Seite von „Smashes And Trashes“. Diese findet sich geballt auf der zweiten CD. Was es soll, gute Lieder durch Remixe zu zerstören, auf denen nun viel Synthesizer und Drum-Computer zu hören sind, das wird sich mir wohl nie erschließen. CD2 anzuhören ist nichts anderes als eine Qual. Besser wird es da dann wieder mit den DVDs. Die erste zeigt die Videos der Band, die zweite DVD Live-Aufnahmen. Hier sind Auftritte von Skunk Anansie zu sehen und zu hören, die sowohl im Fernsehstudio, wie auf großen und kleineren Bühnen stattfanden. Durchaus ganz nett, sich dies einmal zu gönnen, sehr viel öfter wird man es wohl allerdings nicht tun.

Fazit: „Smashes And Trashes“ besteht in dieser Version aus vier Tonträgern, mit denen man einen sehr guten Überblick über die Musik der britischen Band Skunk Anansie erhält. Richtig lohnend ist dabei allerdings nur die erste CD mit einer Sammlung der „Hits“ der Band und drei bisher unveröffentlichten Titeln, die allerdings ebenfalls sehr hörenswert sind. Auf CD2 gibt es wahrlich grausame Remixe zu hören, die die Band wohl noch mehr auf den Tanzflächen etablieren sollten. Völlig überflüssig und zum Teil sehr nervig. Die beiden DVDs stellen dagegen wieder nette Zugaben dar, die sich durchaus lohnen gesehen und gehört zu werden, auch wenn man dies nicht allzu oft machen wird. Insgesamt zählt jedoch nur die erste CD, gefüllt mit tollem Rock, der ins Ohr geht. Nur für diese Zusammenstellung lohnt sich der Kauf von „Smashes And Trashes“. Elf Punkte.

Anspieltipps: Charlie Big Potato, Hedonism, Because Of You, Brazen



Sonntag, 7. Mai 2017

Shiny Gnomes – Orange




Shiny Gnomes – Orange


Besetzung:

Ufo – table, noise guitars, cymbals, choir
Hanz – fuzzbasses, fingercymbals, choir
Limo – fuzzguitars, fingercymbals, choir


Gastmusiker:

Anke, Linda, Frau Brandhuber, Nadreen, Wolfi, Gaby, Mrs. Fit, Thomas, Francis, Frauke, Wolfgang, Antje, Iwie Candy XO7, Thee Stecker – The Overcomers Choir


Label: Rough Trade


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Independent Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. We Grow (4:09)
2. City Mirror (5:47)
3. So Much To Learn (4:30)
4. Beside The Things (6:38)
5. Spongy (3:40)
6. Outta The Screen (3:13)
7. At The Scene (2:20)
8. Resurgent Mind (2:58)
9. The Orchards (3:54)
10. Shin (6:22)
11. Imagination Song (3:48)
12. Overcome (3:24)

Gesamtspieldauer: 50:48




„Orange“ heißt das achte Studioalbum der Nürnberger Band Shiny Gnomes. Erschienen ist es im Jahr 1993 auf dem Label Rough Trade. Darauf zu hören ist eine Mischung aus Independent Rock mit ein paar Einsprengseln Psychedelic. Im Zentrum der Musik steht der Gesang des Stefan Lienemann alias Limo, sowie ein zumeist sehr rauer Gitarrensound.

„Orange“ ist sicherlich kein schlechtes Album geworden, denn die einzelnen Lieder schaffen es immer wieder einen einzufangen. Insgesamt jedoch ist die gesamte Platte ein wenig langweilig und langatmig geraten. Das liegt daran, dass die Lieder durchaus ähnlich klingen, auf die Dauer dadurch etwas monoton wirken. Kein Titel schafft es großartig sich über den anderen hinwegzuheben. Der Gesamtsound ist geprägt von einer häufig sehr schrammelnden E-Gitarre, die quasi omnipräsent ist und den Hintergrund zu vielen Titeln bildet. Dazu gesellt sich der hier nicht gerade abwechslungsreiche Gesang Limos, der alles noch ein wenig dumpfer und monotoner klingen lässt.

Dabei fällt auf „Orange“ kein Titel großartig ab, übersieht man mal das wohl eher parodistisch gemeinte letzte Lied „Overcome“, welches sich vom Titel „We shall overcome“ ableitet. Ansonsten wohnt gerade den psychedelischen Momenten etwas Interessantes und Spannendes inne, in ihrer Gesamtheit ist dies allerdings leider ein wenig zu gleichförmig geraten, sodass das ganze Album nach einem ersten Aufhorchen manchmal einfach nur noch so durchläuft. Ein paar mehr Auflockerungen hätten der Scheibe sicherlich sehr gut getan.

Fazit: Auf „Orange“ von den Shiny Gnomes hört man psychedelischen Independent Rock, der in einzelnen Liedern auch wirkt. In der Gesamtheit von zwölf Nummern sich allerdings etwas langweilig, da zu monoton anhört. Von daher ist „Orange“ ein Album geworden, welches zu Beginn durchaus beeindruckt, im weiteren Verlauf allerdings immer mehr von seinem Zauber verliert. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Spongy, The Orchards



(Kein Video verfügbar)

Samstag, 6. Mai 2017

Lumukanda – Araglin




Lumukanda – Araglin


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Restless Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Trance, Ambient


Trackliste:

1. Red, Black & Mellow (7:27)
2. Sunday St Kilda Setdown (7:56)
3. Dance Ov Thee Pink Elephants (7:32)
4. Triad 2 (5:22)
5. Triad 3 (7:38)
6. Walk In Thee Black Forest (7:30)
7. EMC Squared (9:33)
8. √529 (12:40)

Gesamtspieldauer: 1:05:41




Auf dem Album „Araglin“ von Lumukanda bekommt man äußerst elektronische Musik zu hören, die im Bereich des Trance bis hin zum Ambient angesiedelt ist. Erschienen ist die Platte im Jahr 1994 auf dem Label Restless Recods. Für Menschen, die auf „handgemachte“ Musik stehen, wird es hier sicherlich sehr schwierig und auch Freunde der Musik von Klaus Schulze oder Tangerine Dream werden beim Hören von „Araglin“ von Lumukanda sicherlich nicht sofort in Begeisterungsstürme ausbrechen.

Alles auf diese Scheibe klingt künstlich, selbst die Gesangsstimmen, wenn sie denn mal zu hören sind, sind verfremdet worden. Immer wieder werden zusätzliche Gesprächsfetzen eingebaut, die die einzelnen Lieder durchaus spannender werden lassen. Schließlich kommt sogar noch ein Didgeridoo zum Einsatz, was das Ganze noch ein wenig interessanter werden lässt.

Kann man sich auf dieser Art der Musik einstellen, so hat sie durchaus was. Der Genrename Trance ist hier sicherlich nicht falsch gewählt. Immer wiederkehrende und oftmals monotone Wiederholungen lassen einen, hört man die einzelnen Tracks auf „Araglin“ in entsprechender Lautstärke und intensiv, durchaus in andere Sphären gleiten. Und dazu benötigt man noch nicht einmal weitere bewusstseinserweiternde Zutaten. Sphäre und Groove gehen hier Hand in Hand und scheinen wie füreinander geschaffen zu sein. Im Titel „√529“ ist schließlich noch ein sogenannter Hidden Track enthalten. Das Lied endet nach neuneinhalb Minuten und nach knapp zwölf Minuten erzählt eine Männerstimme etwas über fliegende Untertassen, welche wohl einer Sendung aus den 50er oder 60er entnommen sein dürfte.

Fazit: Eine Mischung aus Ambient und Trance hört man auf „Araglin“ von Lumukanda. Bestimmt nicht jedermanns Sache, wenn man sich allerdings auf diese hauptsächlich synthetischen Töne einlassen kann, schaffen es vielleicht auch solche Lieder, zur Entspannung und Unterhaltung beizutragen. Das ist definitiv nicht meine Musik, trotzdem hat das was – aber man muss eben diese elektronische Musik mögen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Sunday St Kilda Setdown, Dance Ov Thee Pink Elephants, 23



Freitag, 5. Mai 2017

Various Artists – Klangbad - First Steps




Various Artists – Klangbad - First Steps


Label: Klangbad


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Experimentelle Musik, elektronische Musik, Rock


Trackliste:

1. Scotch von Circle (7:39)
2. Northern Sky von Circle (2:29)
3. Spiritual Healing von Dälek (3:36)
4. Der Zwiebelfisch von S/T (5:30)
5. Everybody Is Sneaking, Baby von Audiac (4:04)
6. X von Nista Nje Nista (5:38)
7. Emancipazione von Adriano Lanzi & Omar Sodano (5:12)
8. Love Is von Kangaroo Moon (4:48)
9. Museum von Hans Joachim Irmler (4:43)
10. I Can, U 2? von Faust (7:22
11. White Stone (Net Doma) von Ole Lukkoye (9:01)

Gesamtspieldauer: 1:00:06




„Klangbad - First Steps“ ist eine Zusammenstellung verschiedenster Künstler und musikalischer Genres, die an Käufer weitergegeben wurde, welche im Jahr 2002 die 222. Ausgabe des Magazins The Wire erwarben. Inzwischen wird das Album im Internet auch einzeln verkauft. Das deutsche Label Klangbad stellte hiermit ein Kompilationsalbum zusammen, auf dem sich neben experimentellen Klängen auch Hip Hop, sphärische Musik und Rock befindet. Bei dieser musikalischen Breite ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Endergebnis ein wahres Sammelsurium von Klängen, Rhythmen, Atmosphären und Melodien wurde, die manchmal anscheinend gar nichts miteinander zu tun haben wollen.

Diese Kompilation in einem durchzuhören erscheint schwierig, wenn man sich denn auf die Musik konzentrieren möchte. Immer wieder wird man durch Stilbrüche aus einer einmal eingenommenen Stimmung unsanft herausbefördert, weil sich die Atmosphäre im nächsten Titel wieder um 180 Grad gewendet hat. Was man hier allerdings erhören kann, das sind unter Umständen Bands und musikalische Genres, die einen mehr interessieren und für die man vielleicht auch noch ein Ohr auf einer anderen Scheibe riskiert. Die Übersicht ist zumindest gelungen.

Mich überzeugen hier die beiden sphärischen Instrumentalstücke von Circle, wobei vor allen Dingen „Northern Sky“ wirklich wunderschön klingt. „Der Zwiebelfisch“ von S/T ist ebenso sehr gelungen. Dieses Lied verströmt eine sehr seltsame, fast mystische Stimmung, könnte einem Märchen entsprungen sein. Weitere ganz interessante Nummern sind das an Radiohead erinnernde „Everybody Is Sneaking, Baby“ von Audiac, das sehr verschrobene „X“ von Nista Nje Nista, was dieses Mal Vergleiche mit Björk heraufbeschwört, das poppige „Love Is“ von Kangaroo Moon sowie der lange, ungewöhnliche und experimentelle Abschluss mit „White Stone (Net Doma)“ von Ole Lukkoye.

Fazit: Mit „Klangbad - First Steps“ bekommt man neue und oftmals völlig andere Musik vorgestellt. Wenn man dies so sieht du sich der Platte auf diese Weise nähert, kann man einiges auf diesem Album entdecken und findet vielleicht sogar Tipps für musikalische Genres und Bands, die man so bisher noch nicht gehört hat. Natürlich ist das keine Musik die man auflegt, um sich dabei nebenbei zu unterhalten. Etwas Konzentration gehört hier schon dazu. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Northern Sky, Der Zwiebelfisch, Everybody Is Sneaking Baby



Donnerstag, 4. Mai 2017

Fiddler's Green – Wall Of Folk




Fiddler's Green – Wall Of Folk


Besetzung:

Ralf “Albi” Albers – vocals, acoustic guitar, bouzouki, mandolin, banjo
Pat Prziwara – vocals, electric guitars, banjo
Tobias Heindl – violin, vocals
Stefan Klug – accordion, bodhrán
Rainer Schulz – bass
Frank Jooss – drums, percussion


Label: Deaf Shepherd Recordings


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Folk Rock, Speed Folk


Trackliste:

1. Wall Of Folk (3:30)
2. P Stands For Paddy (2:52)
3. Country Of Plenty (3:24)
4. Fields Of Green / Nie zu spät (3:50)
5. Victor And His Demons (3:25)
6. Irish Rover (3:17)
7. Scolding Wife (3:04)
8. Greens And Fellows (4:30)
9. Lost To The Moon (3:52)
10. Tam Lin (2:45)
11. Walking High (3:25)
12. Milk The Damned Cash Cow (3:18)
13. Hangman's Lullaby (3:15)
14. Dirty Old Town (4:42)


Bonus Tracks:

15. Jump (3:36)
16. I Quit (3:28)
17. Tell Me Ma (2:40)
18. Yindy (3:09)
19. Fields Of Green (3:49)
20. Little Monsters (2:00)
21. Scolding Wife Reprise (1:05)

Gesamtspieldauer: 1:09:07




„Wall Of Folk“ heißt das elfte Studioalbum der Erlanger Folk Rock bis Folk Speed Band Fiddler’s Green, welches im Jahr 2011 auf dem Musiklabel Deaf Shepherd Recordings veröffentlicht wurde. Alles so wie gehabt glaubt man zu hören, wenn man die Scheibe einlegt. Und das stimmt auch. Es gibt auch auf „Wall Of Folk“ die sanfteren Lieder, die sehr am Irish Folk angelehnt sind. Dann sind da diese Speed Folk Lieder, bei denen ordentlich gerockt wird. Und schließlich gibt es nun auch – und das ist neu – eine ganze Menge Titel, die anscheinend irgendwie zum Mitgrölen einladen sollen. Diese gab es auch schon auf den vorherigen Veröffentlichungen von Fiddler’s Green, sind nun aber deutlich mehr vertreten.

Am Überzeugendsten klingt die Musik von Fiddler‘s Green allerdings, wenn sie irisch und sanft klingt. Das bedeutet, dass „Wall Of Folk“ immer dann besonders Spaß macht, wenn die Band eher mit Folk als mit Rock ihre Zuhörerinnen beziehungsweise Zuhörer zu begeistern versucht. Gerade die sanfteren Nummern sind es nämlich, die auf diesem Album zu überzeugen wissen. Dagegen wirken die ganzen Lieder, die eher nach Festzelt und Party klingen, deutlich weniger gelungen. Aber halt, so einfach ist das natürlich nicht. Live gespielt, sind es gerade diese rockigen und zum Mitsingen einladenden Stücke, die für die Stimmung sorgen. Allerdings wirkt dies eben deutlich weniger auf einem Album, welches man Zuhause, in den eigenen vier Wänden hört.

Nach diesen Aussagen ist es nicht weiter verwunderlich, dass gerade solche Titel wie „Lost To The Moon“ für mich die Höhepunkte auf „Wall Of Folk“ darstellen. Sanft, überaus eingängig und melodiös gehalten, gehen gerade diese Lieder ins Ohr und vermitteln auch ein wenig die Sehnsucht, die man empfindet, wenn man über die hügelige, wolkenverhangene Landschaft in Irland blickt und ganz viel Zeit im Gepäck hat.

Fazit: Eine Mischung aus schnelleren und sanfteren Titeln gibt es auf „Wall Of Folk“ zu hören. Dabei spielt es keine Rolle, welche Geschwindigkeit das gerade gehörte Lied besitzt, dem irischen Folk sind die Nummern auf jeden Fall immer zuzuordnen. Am schönsten klingt die Musik von Fiddler’s Green auf Platte allerdings, wenn man die sanfteren Töne in dieser Musik genießen kann. Live sieht das natürlich schon wieder ganz anders aus. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lost To The Moon