Mittwoch, 6. März 2019

Rainald Grebe – Zurück zur Natur




Rainald Grebe – Zurück zur Natur


Besetzung:

Rainald Grebe – Gesang, Tasten


Gastmusiker:

Marcus Baumgart – Gitarren, 3. Stimme
Martin Brauer – Schlagzeug, 2. Stimme
Serge Radke – Bässe, Tuba
Anja Öhning – Stimme bei Track 10, 16
Sören Linke – Trompete / Flügelhorn bei Track 2, 8, 10
Andi Bückle – Schlagzeugbearbeitung bei Track 2


Label: Versöhnungsrecords


Erscheinungsjahr: 2011


Stil: Pop


Trackliste:

1. Autonomie (3:19)
2. Auf‘s Land (6:59)
3. Am Ofen (4:52)
4. Jahrhundertkatastrophe (3:37)
5. Landleben (4:29)
6. China (3:46)
7. Böses CO2 (0:26)
8. Sachsen (4:29)
9. Blauwale (0:12)
10. Alles Richtig Gemacht (3:30)
11. Der Rabe (3:58)
12. Häuptling Pupille (3:47)
13. Ausleben (5:20)
14. Bronzezeit (4:54)
15. Cassettenrecorder (3:03)
16. Burnout (5:11)

Gesamtspieldauer: 1:02:01



Mit seiner Band der Kapelle der Versöhnung hat Rainald Grebe bis jetzt, Stand Anfang 2019, vier Studioalben veröffentlicht. „Zurück zur Natur“ heißt die dritte Platte dieser Reihe und wurde am 10. August 2011 auf dem Label Versöhnungsrecords veröffentlicht. Auf „Zurück zur Natur“ hört man einmal mehr den sehr eigenen Humor des Rainald Grebe in Verbindung mit häufig überaus eingängigen Melodien.

Eine Platte von Rainald Grebe unterhält immer und jederzeit. Da sind zum einen die zumeist witzigen und zum Nachdenken anregenden kleinen Geschichten des gebürtigen Kölners. Zum anderen erklingen auch auf diesem Album jene bereits erwähnten sehr eingängigen Melodien, welche man immer wieder gern hört und die ins Ohr gehen. Bei Rainald Grebe muss sich nicht alles reimen und auch wird mal ein Witz platziert, nur um des Platzieren Willens, trotzdem macht das Zuhören sehr viel Spaß und unterhält. Ein wenig konzentrieren sollte man sich dabei durchaus auf das Gehörte, ansonsten überhört man den einen oder anderen witzigen Einfall, der einem normalerweise ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Es gibt viele kleine Höhepunkte auf „Zurück zur Natur“. Der herausragende Höhepunkt wie es das Lied „ICE“ auf dem Debut-Album darstellte, der fehlt zwar, jedoch enthält auch das dritte Album des Rainald Grebe mit der Kapelle der Versöhnung einige schöne Nummern für die Hörerin und den Hörer parat. Erwähnt seien an dieser Stelle die Nummern „Auf‘s Land“ und „Sachsen“. Erstgenannte Nummer überzeugt durch Abwechslung, ist in verschiedene Passagen aufgeteilt und geht ins Ohr. An den östlichen Bundesländern arbeitet sich Rainald Grebe bereits seit „Brandenburg“ auf der ersten Platte ab. Dieses Mal ist es das Bundesland Sachsen, welchem mit dem gleichnamigen Titel „geehrt“ wird. „Sachsen“ handelt von so ziemlich allem, was es in Sachsen nicht gibt. Dazu erklingt erneut eine sehr eingängige Melodie und fertig ist der kleine Ohrwurm. Da auch die restlichen Titel überzeugen, lässt sich das Album in einem und ohne Aussetzer genießen.

Fazit: Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung machen Musik, die ins Ohr geht und bei der man auch die Texte genau verfolgen sollte, da es sich lohnt. Das Zuhören macht Spaß, „Zurück zur Natur“ unterhält auch dann, wenn man einen anderen Humor als jenen des Rainald Grebe besitzt. Dieser reicht von tiefsinnig bis flach und erzeugt so an verschiedenen Stellen ein Lächeln. Neun Punkte.

Anspieltipps: Auf‘s Land, Sachsen, Der Rabe



Dienstag, 5. März 2019

Samavayo – Vatan




Samavayo – Vatan


Besetzung:

Behrang Alavi – vocals, guitar
Andreas Voland – bass, vocals, moog
Stephan Voland – drums, vocals, percussions


Label: Noisolution


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Stoner Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Prevarication Nation (7:39)
2. Vatan (7:45)
3. Sirens (4:44)
4. The Hate Of Thousands (6:57)
5. Marionette (6:15)
6. Time To Die (6:00)
7. Children Of Kobane (6:17)

Gesamtspieldauer: 45:39



Samavayo ist eine deutsche Rockband aus Berlin, die im Jahr 2000 gegründet wurde. Inzwischen hat die Band sechs Alben veröffentlicht. Die letzte Platte dieser Reihe heißt „Vatan“, erschien am 9. November 2018 auf dem Plattenlabel Noisolution und ist angefüllt mit Heavy Rock, welcher manchmal leicht psychedelisch angehaucht, aber auch mal spacig klingen kann und die Boxen erzittern lässt.

Um Vergleiche kommt man in der Musik nie herum, denn diese eröffnen sich zwangsläufig beim Hören von Liedern. Stoner Rock oder Hard Rock sind die musikalischen Genres, in denen die Musik der drei Berliner meistens eingruppiert wird. Doch mal hört auf „Vatan“ weder Musik, die an Monster Magnet erinnert, schon gar nicht Lieder, die nach AC/DC klingen. Die Musik auf „Vatan“ erinnert dagegen durchaus an der einen oder anderen Stelle an jene von Tool, ohne diese jedoch direkt zu kopieren. Die Lieder von Samavayo klingen eigenständig, doch die Anspielungen lassen sich definitiv heraushören. Alles auf „Vatan“ klingt hart und heavy, Weichmacher haben sich auf dieser Platte keine versteckt.

Die auffälligsten Nummern des Albums sind das Titellied „Vatan“ und das Stück „The Hate Of Thousands“. Der Text von „Vatan“ wurde einem Gedicht der iranischen Schriftstellerin Simin Behbahani entnommen und auch in Farsi eingesungen. In diesem Lied kommt der leicht orientalische Ansatz in der Musik von Samavayo auch am deutlichsten zum Tragen. „The Hate Of Thousands“ ist dagegen, trotz aller Härte, eine eingängige und abwechslungsreiche Nummer, die auch mal mit den leiseren Tönen spielt. Das Lied erinnert an vielen Stellen an die Musik von Tool und auch ein paar Space Rock Ausflüge lassen sich hier heraushören.

Fazit: Wer auf knallharten und sehr kompromisslosen Rock steht, die oder der dürfte mit „Vatan“ von der Berliner Band Samavayo große Freude haben. Das Album rockt, dass der Staub aus den Ritzen fliegt, egal wo sich diese befinden. Trotz aller Härte gehen viele der Lieder gut ins Ohr und hallen nach. Macht schon Spaß. Neun Punkte.

Anspieltipps: Vatan, The Hate Of Thousands



Montag, 4. März 2019

IQ – Are You Sitting Comfortably?




IQ – Are You Sitting Comfortably?


Besetzung:

Paul Cook – drums, percussion and enormous sucking trout
Tim Esau – bass guitar, bass pedals, backing vocals abd gas-driven sea-biscuit
Mike Holmes – guitar, guitar synth and giant electric pea
Paul Menel – vocals, backing vocals, strimpapa and tambourine
Martin Orford – keyboards, backing vocals, sax, flute and flying tart


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1989


Stil: Pop, AOR, Progressive Rock


Trackliste:

1. War Heroes (6:26)
2. Drive On (4:57)
3. Nostalgia (2:22)
4. Falling Apart At The Seams (7:47)
5. Sold On You (4:40)
6. Through My Fingers (5:30)
7. Wurensh (9:37)
8. Nothing At All (4:46)

Bonus Track:

9. Nothing At All (live) (4:43)

Gesamtspieldauer: 50:52




„Are You Sitting Comfortably?“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Progressive Rock band IQ. Es ist gleichzeitig die zweite Scheibe, auf der Paul Menel als Sänger zu hören ist. Veröffentlicht wurde „Are You Sitting Comfortably?“ im Februar 1989 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea.

Nein, die 80er Jahre waren einfach kein gutes Jahrzehnt für den Progressive Rock, obwohl auch gerade IQ erst in dieser Dekade mit ihrer Musik gestartet sind und die ersten beiden Alben durchaus überzeugend klingen. Dies trifft auf „Are You Sitting Comfortably?“ nur noch sehr bedingt zu, denn sehr oft fischen die fünf Musiker auf diesem Album in den Gewässern des AOR oder Mainstream Rocks. Ich weiß nicht, ob sich diese Platte besser verkaufte als die ersten beiden Veröffentlichungen von IQ, nachhaltig war die Musik auf diesem Album allerdings nicht und wird auch auf Konzerten der Band nicht mehr gespielt, was wohl nicht nur daran liegt, dass schon lange wieder Peter Nicholls als Sänger zurückgekehrt ist.

Das meiste, was man auf „Are You Sitting Comfortably?“ zu hören bekommt, klingt unaufgeregt und eher alltäglich und dadurch auch ziemlich langweilig. Da werden Refrains manchmal in Form von Mitgröl-Hymnen inszeniert, die dann aber trotzdem nicht zünden, da die Melodien einfach zu flach sind. Man muss beim Zuhören des Albums zwar nicht schreiend den Raum verlassen, ist allerdings einfach gelangweilt und die Musik rauscht an einem vorbei, ohne großartige Spuren zu hinterlassen.

So „wurstelt“ man sich mal etwas angenehmer, mal etwas angestrengter durch dieses Album und stößt schließlich mit dem Titel „Falling Apart At The Seams“ irgendwann auf den Höhepunkt der Scheibe. Jetzt hört man tatsächlich wieder Prog, wie IQ ihn eben auch zelebrieren können. Tolle Melodie, atmosphärische Variationen, Tempo- und Rhythmuswechsel. Wäre nur etwas mehr davon auf der Platte zu hören und zu bewundern, dann wäre diese Scheibe nicht nur etwas für den eingefleischten IQ Fan oder Komplettisten. Sehr Schade.

Fazit: Viel zu kommerziell und dabei zu anbiedernd klingt „Are You Sitting Comfortably?“. Natürlich wollen Musiker mit ihrer Musik auch Geld verdienen, aber wenn es dann zu sehr im Mainstream des nichtsagenden Rocks mündet, dann bleibt lediglich ein fader Geschmack übrig. „Are You Sitting Comfortably?“ hat wenige tolle Stellen und ist von daher eher für etwas für diejenigen Hörerinnen und Hörer, die alles von der Band besitzen möchten. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Falling Apart At The Seams



Sonntag, 3. März 2019

Cream – Goodbye




Cream – Goodbye


Besetzung:

Eric Clapton – guitars, backing vocals
Jack Bruce – bass guitar, lead vocals
Ginger Baker – drums, backing vocals

Gastmusiker:

L’Angelo Misterioso (George Harrison) – rhythm guitar
Felix Pappalardi – piano, mellotron, bass


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 1969


Stil: Rock


Trackliste:

1. I’m So Glad (9:13)
2. Politician (6:20)
3. Sitting On Top Of The World (5:04)
4. Badge (2:47)
5. Doing That Scrapyard Thing (3:18)
6. What A Bringdown (3:57)

Gesamtspieldauer: 30:42




„Goodbye“ heißt das vierte und letzte Studioalbum von der britischen Band Cream. So ganz stimmt das Wort „Studioalbum“ in diesem Fall allerdings nicht, denn drei der sechs Lieder auf „Goodbye“ sind Stücke, die live während eines Konzertes aufgenommen wurden. Die letzten drei Nummern des Albums, die von der Spielzeit her noch nicht einmal ein Drittel ausmachen, wurden im Studio aufgenommen. „Goodbye“ wurde am 15. Februar 1969 auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht und erreichte Platz eins in Großbritannien und Platz zwei in den Charts der USA. Das Lied „Badge“ wurde einen Monat später als Single ausgekoppelt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war die Band Cream bereits offiziell aufgelöst. Die Bandmitglieder trennten sich im November 1968. Zu Beginn war geplant gewesen, bei „Goodbye“ genauso zu verfahren wie bei „Wheels Of Fire“, dem Vorgängeralbum. Ein Doppelalbum mit einer Studio-Platte und einer Live-Platte sollte es ursprünglich werden. Mangels Materials wurde das Projekt allerdings entsprechend zusammengeschrumpft.

Die Laufzeit des Albums beträgt gerade mal eine halbe Stunde und überzeugend ist vor allen Dingen der Live-Teil des Albums überhaupt nicht mehr. Die drei Lieder sind allesamt Blues-Stücke, die einfach nicht zu zünden scheinen und in den Studioversionen selbst für einen Nicht-Blues-Freund deutlich besser klingen. Sehr enttäuschende Kost, die einem die drei Engländer da zum Goodbye vorsetzen.

Die drei Studio-Nummer können dann allerdings doch noch etwas versöhnen. „Badge“ schrieb Eric Clapton zusammen mit George Harrison, der in den Credits als L’Angelo Misterioso aufgeführt wird. Und diese Nähe zu den Beatles hört man dem Lied auch ganz eindeutig an. „Doing That Scrapyard Thing“ könnte auch von den Kinks stammen, wurde jedoch von Jack Bruce geschrieben und ist eine nette 60ies Pop-Nummer, die ins Ohr geht. Von Ginger Baker stammt „What A Bringdown“ und dieses Lied ist ebenfalls größtenteils ein Pop-Lied, jedoch ein sehr mitreißendes, welches dazu auch rockige Phasen aufweist. Die Melodie geht ins Ohr, der Rhythmus regt zum Mitwippen an. Der Höhepunkt der Platte.

Fazit: Ein sehr zwiespältiges „Auf Wiedersehen“ senden die drei Musiker von Cream ihren Fans mit dieser Platte zum Abschied. Die drei live eingespielten Blues-Nummern wirken und klingen einfach nicht. Das Ganze hört sich eher nach Füllmaterial an. Die drei Studio-Lieder sind dagegen durchaus gelungen, jedoch etwas mehr im Pop denn im Rock angesiedelt. Macht aber nichts, denn diese drei Lieder gehen ins Ohr und dafür lohnt die Platte dann doch noch. Allerdings lässt eine Spieldauer von knapp über einer halben Stunde zusätzlich einen eher schalen Geschmack zurück – genau wie das unfassbar schlechte Cover, was wohl witzig gemeint sein soll. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Badge, Doing That Scrapyard Thing, What A Bringdown



Samstag, 2. März 2019

Tool – Undertow




Tool – Undertow


Besetzung:

Maynard James Keenan – vocals
Adam Jones – guitar, sitar on "4°"
Paul D'Amour – bass guitar
Danny Carey – drums


Gastmusiker:

Henry Rollins – guest vocals on "Bottom"
Chris Haskett – sledge hammer on "Disgustipated"


Label: Zoo Entertainment


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Alternative Metal, Progressive Metal


Trackliste:

1. Intolerance (4:54)
2. Prison Sex (4:56)
3. Sober (5:06)
4. Bottom (7:14)
5. Crawl Away (5:29)
6. Swamp Song (5:31)
7. Undertow (5:22)
8. 4° (6:03)
9. Flood (7:46)
10. Disgustipated (15:48)

Gesamtspieldauer: 1:08:13



„Undertow“ heißt das Debüt-Album der US-amerikanischen Rockband Tool. Es wurde am 6. April 1993 auf dem Plattenlabel Zoo Entertainment veröffentlicht. Undertow ist Tools einzige vollständige Albumveröffentlichung mit dem Original-Bassisten Paul D‘Amour. Bis 2010 hat sich das Album allein in den Vereinigten Staaten über 2,9 Millionen Mal verkauft. Bei den Fans ist die Scheibe allerdings noch ein wenig umstrittener, da die Band ihren Sound der folgenden Alben noch nicht ganz gefunden hatte.

Die Atmosphäre auf „Undertow“ ist düster bis dunkel, eindeutig hört man auf diesem Album Maynard James Keenan und Tool, aber der Funke der Musik will noch nicht so recht überspringen, obwohl dies bei den späteren Alben der Band keinerlei Problem darstellt. Die Musik auf „Undertow“ ist knallhart und konsequent. Die Band geht keine Kompromisse ein, harter Metal, der leicht hypnotische Ansatz in der Musik von Tool fehlt dabei allerdings noch. Wenig Redundanzen, die diese zum Teil seltsame Stimmung auf den späteren Alben hervorrufen. Stattdessen wird uneingeschränkt gerockt auf dieser Scheibe, die dadurch natürlich ebenfalls punktet, jedoch das gewisse Alleinstellungsmerkmal noch nicht aufweist.

Vieles läuft einfach so durch auf diesem Album. Die Höhepunkte stellen die beiden Titel „Sober“ und „Swamp Song“ dar. Diese beiden Nummern überzeugen ebenfalls mit Härte allerdings auch mit gleichzeitiger Eingängigkeit. Auf Konzerten der Band stellt auch gerade das Lied „Sober“ einen Klassiker dar, der frenetisch von den Fans „begrüßt“ wird. Das letzte Stück der Platte reicht schließlich sogar in den Bereich des Experimental Rocks hinein. Böse Zungen könnten jedoch auch behaupten, die Band wollte damit lediglich die Laufzeit des Albums signifikant verlängern. Das Lied „Disgustipated“ ist zunächst mehr eine Klangkollage. Chris Haskett von der Rollins Band ist hier mit einer Art Sprechgesang zu hören, zu der jede Menge Rhythmus kredenzt wird. Nach etwas über sechs Minuten hört man dann für einige Minuten Grillenzirpen, bis schließlich ganz zum Schluss nochmals über das Grillenzirpen hinweg geredet wird.

Fazit: „Undertow“, das Debut-Album der US-amerikanischen Band Tool, überzeugt noch nicht in gleichem Maße, wie die drei bisher folgenden Alben. Man hört konsequenten Metal, der selten auch mal in den Bereich des Progressive Metal hineinreicht. Die Lieder gehen allerdings schwerlich ins Ohr – auch nicht nach mehreren Durchläufen der Scheibe. Kein schlechtes Album wenn man auf „Dröhnung“ steht, doch Tool wurden noch deutlich besser, spannender und interessanter. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sober, Swamp Song



Freitag, 1. März 2019

Steve Hackett – Wolflight




Steve Hackett – Wolflight


Besetzung:

Steve Hackett – guitars (all tracks), banjo (8), oud (5, 9), tiple (7), harmonica (4, 8), percussion (1, 4, 7), lead, harmony and backing vocals (2-5, 7, 8, 10)


Gastmusiker:

Roger King – keyboards (all tracks), programming (all tracks)
Nick Beggs – bass (all tracks except 3), chapman Stick (8)
Chris Squire – bass (3)
Gary O'Toole – drums (1-5, 8)
Hugo Degenhardt – drums (9, 10)
Rob Townsend – sax (4, 8), duduk (5)
Christine Townsend – violin (1-4, 8), viola (1-4, 8)
Amanda Lehmann – vocals (2-4, 8)
Jo Hackett – vocals (4)
Malik Mansurov – tar (2)
Sara Kovács – didgeridoo (2)


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2015


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Out Of The Body (2:29)
2. Wolflight (8:00)
3. Love Song To A Vampire (9:17)
4. The Wheel’s Turning (7:23)
5. Corycian Fire (5:46)
6. Earthshine (3:20)
7. Loving Sea (3:22)
8. Black Thunder (7:32)
9. Dust And Dreams (5:33)
10. Heart Song (2:51)
11. Pneuma (2:53)
12. Midnight Sun (4:31)

Gesamtspieldauer: 1:03:02




„Wolflight“ heißt das 23. Studioalbum des Musikers und Ex-Genesis-Gitarristen Steve Hackett. Das Album erschien am 30. März 2015 auf dem Plattenlabel InsideOut Music und debütierte auf Platz 31 der britischen Albumcharts. Auf über einer Stunde hört man darauf Progressive Rock, wie er schon sehr lange sehr typisch ist für die Musik des Steve Hackett.

„Wolflight“ reiht sich nahtlos ein in die zahlreichen Veröffentlichungen der letzten zwei Jahrzehnte. Auf der Scheibe hört man Musik, die so nur von Steve Hackett stammen kann. Hier gibt es Progressive Rock mit ganz vielen Zutaten, die die Musik des Engländers immer so überaus abwechslungsreich werden lässt. Viele verschiedene Musikstile sind einmal mehr auf „Wolflight“ vereinigt und ganz egal ob es eher rockig oder poppig klingt, ob man orchestrale Musik hört oder doch eher Folk, alles auf „Wolflight“ klingt melodiös und eingängig.

Es gibt keine Ausfälle auf dieser Scheibe zu beklagen, dafür jedoch jede Menge Höhepunkte und es fällt schwer diese zu benennen, da man den anderen, nicht genannten Stücken sonst nicht ganz gerecht wird. Trotzdem sei an dieser Stelle das Titellied „Wolflight“ in seiner Eingängigkeit und seinem Spannungsbogen erwähnt. Das wunderbar sanfte „Corycian Fire“ scheint einen in eine fremde Welt zu entführen, wohingegen „Earthshine“ eine schöne akustische Gitarren-Nummer darstellt. Absolut entspannt. In die gleiche Kategorie fällt das Stück „Pneuma“, welches sogar noch einen Hauch lieblicher aus den Boxen strömt. Möchte man dann doch noch etwas Negatives an diesem Album finden, so sei auf das Cover verwiesen. Bei der Gestaltung seiner „Verpackungen“ hat Steve Hackett schon manches Mal ein unglückliches Händchen bewiesen, so auch bei „Wolflight“.

Fazit: Wer die Musik von Steve Hackett mag, die oder der bekommt sie auch auf „Wolflight“ geliefert. Sehr eingängiger Progressive Rock, angereichert mit vielen weiteren Musikstilen. Im Zentrum der Musik des Steve Hackett steht seit langem die Melodie und solche gibt es auf diesem Album viele zu entdecken. Die Platte unterhält bestens und klingt an keiner Stelle langweilig. Vielmehr gibt es auch auf „Wolflight“ viele Wendungen in der Musik zu erhören, die den Spannungsbogen immer hochhalten. Elf Punkte.

Anspieltipps: Wolflight, Corycian, Earthshine, Pneuma



Donnerstag, 28. Februar 2019

The Good, The Bad & The Queen – Merrie Land




The Good, The Bad & The Queen – Merrie Land


Besetzung:

Damon Albarn – lead vocal & keyboards
Paul Simonon – bass & backing vocals
Simon Tong – guitar & backing vocals
Tony Allen – drums


Gastmusiker:

Owain Arwel Davies – choir arrangement, conductor
Gerry Diver – tin whistle
Isabelle Dunn – cello
Gareth Humphreys – bassoon
Stella Page – viola
Antonia Pagulatos – violin
Lucas Petter – trombone
Michael "Bami" Rose – saxophone
Kotono Sato – violin
Kate St. John – cor anglais, oboe
Chris Storr – trumpet
Eddie "Tan Tan" Thornton – trumpet
Tony Visconti – backing vocals


Label: Studio 13


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Brit Pop, Alternative Rock


Trackliste:

1. Introduction (0:14)
2. Merrie Land (4:46)
3. Gun To The Head (4:19)
4. Nineteen Seventeen (3:43)
5. The Great Fire (3:56)
6. Lady Boston (4:19)
7. Drifters And Trawlers (2:34)
8. The Truce Of Twilight (4:22)
9. Ribbons (2:52)
10. The Last Man To Leave (2:38)
11. The Poison Tree (3:42)

Gesamtspieldauer: 37:29




„Merrie Land“ heißt das zweite Album der englischen Alternative Rock Band The Good, The Bad & The Queen. Damon Albarn, Sänger bei Blur und auch Gründer der Gorillaz‘ hatte die Band im Jahr 2004 ins Leben gerufen, die im Jahr 2007 ihr selbstbetiteltes erstes Album veröffentlichte. „Merrie Land“, die zweite Veröffentlichung, wurde von Tony Visconti produziert und erschien am 16. November 2018 auf dem Plattenlabel Studio 13.

Auf „Merrie Land“ hört man sanften Alternative Rock, der durchaus auch immer wieder in das Genre des Pop hineinreicht. Sehr oft kommen beim Hören Assoziationen zu Jahrmarkt- oder Zirkus-Musik auf. Die Lieder klingen allgemein etwas schräg und manchmal leicht verdreht. Auch können beim Hören wie selbstverständlich Gedanken an die US-amerikanischen Kollegen von Modest Mouse aufkommen, ohne dass die Musik von The Good, The Bad & The Queen allerdings diese Klasse erreicht. So klingt alles auf „Merrie Land“ „ganz nett“ und auch unterhaltsam, der letzte Funke möchte dann allerdings doch irgendwie nicht überspringen. Trotzdem strahlt diese Platte eine ganz besondere Stimmung aus, wirkt luftig leicht und ein klein wenig entrückt.

Besonders gelungen sind die beiden Lieder „Merrie Land“ und „Ribbons“. Beides Nummern, welche ins Ohr gehen. Das Titellied steht von der Stimmung her stellvertretend für viele Stücke des Albums und „Ribbons“ bildet eine kleine Ausnahme im Liedkatalog auf „Merrie Land“. Sanfter und eingängiger Rock, der zudem in die Genres Pop und Folk eintaucht. Eine schöne Melodie, welche auch länger hängenbleibt.

Fazit: Das zweite Album der englischen Band The Good, The Bad & The Queen mit dem Titel „Merrie Land“ ist eine sehr unaufgeregte Platte geworden. Nicht ganz alltäglichen Alternative Rock gibt es da zu hören, der durch den Sound des Keyboards nicht selten an Jahrmarkt-Klänge erinnert. Richtige Höhepunkte sind leider Mangelware, trotzdem unterhält die Scheibe. Acht Punkte.

Anspieltipps: Merrie Land, Ribbons



Mittwoch, 27. Februar 2019

Various Artists – Forrest Gump – The Soundtrack




Various Artists – Forrest Gump – The Soundtrack


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Pop, Rock, Soul, Country, u.a.


Trackliste:

CD1:

1. Hound Dog – Elvis Presley (2:18)
2. Rebel Rouser – Duane Eddy (2:24)
3. (I Don‘t Know Why) But I Do – Clarence "Frogman" Henry (2:21)
4. Walk Right In – The Rooftop Singers (2:35)
5. Land Of 1000 Dances – Wilson Pickett (2:26)
6. Blowin‘ In The Wind – Joan Baez (2:38)
7. Fortunate Son – Creedence Clearwater Revival (2:21)
8. I Can‘t Help Myself (Sugar Pie Honey Bunch) – The Four Tops (2:43)
9. Respect – Aretha Franklin (2:29)
10. Rainy Day Women #12 & 35 – Bob Dylan (4:37)
11. Sloop John B – The Beach Boys(2:57)
12. California Dreamin‘ – The Mamas & The Papas (2:41)
13. For What It's Worth – Buffalo Springfield (2:40)
14. What The World Needs Now Is Love – Jackie DeShannon (3:14)
15. Break On Through (To The Other Side) – The Doors (2:29)
16. Mrs. Robinson – Simon & Garfunkel (3:50)

CD2:

1. Volunteers – Jefferson Airplane (2:08)
2. Get Together – The Youngbloods (4:39)
3. San Francisco (Be Sure To Wear Flowers In Your Hair) – Scott McKenzie (3:01)
4. Turn! Turn! Turn! (To Everything There Is A Season) – The Byrds(3:57)
5. Medley: Aquarius / Let The Sunshine In – The 5th Dimension (4:49)
6. Everybody‘s Talkin‘ – Harry Nilsson (2:46)
7. Joy To The World – Three Dog Night (3:19)
8. Stoned Love – The Supremes (3:01)
9. Raindrops Keep Fallin‘ On My Head – B. J. Thomas (3:02)
10. Mr. President (Have Pity On The Working Man) – Randy Newman (2:48)
11. Sweet Home Alabama – Lynyrd Skynyrd (4:45)
12. It Keeps You Runnin' – The Doobie Brothers (4:21)
13. I‘ve Got To Use My Imagination – Gladys Knight & The Pips (3:31)
14. On The Road Again – Willie Nelson (2:32)
15. Against The Wind – Bob Seger & The Silver Bullet Band (5:36)
16. Forrest Gump Suite – Alan Silvestri (8:50)

Gesamtspieldauer CD1 (44:52) und CD2 (1:03:13): 1:48:05




Der Soundtrack zum gleichnamigen Film „Forrest Gump“ erschien am 28. Juni 1994 auf dem Plattenlabel Sony Music. Speziell für den Film wurde lediglich das Titelstück „Forrest Gump Suite“ geschrieben. Alle restlichen Nummern stellen mehr oder weniger eine Übersicht der US-amerikanischen Musik seit den 50er Jahren dar.

Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sehr viel auf diesem Soundtrack- und Kompilationsalbum nach Oldie klingt. Die vertretenen musikalischen Genres reichen von Pop über Rock nach Soul, Country, Rock’n’Roll bis hin zu Orchestermusik. Damit bildet dieser Soundtrack natürlich ein sehr uneinheitliches Bild, welches bei einem Soundtrack allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wer sich einen Überblick über die Musikgeschichte der USA verschaffen oder nochmals Szenen des Films vor dem inneren Auge betrachten möchte, die oder der ist mir dieser Zusammenstellung sehr gut bedient.

Sechzehn weitere Titel, die ebenfalls im Film angespielt wurden, wurden nicht mit auf das Album gepackt. Zwei davon, die Lieder „Running On Empty“ von Jackson Browne sowie „Go Your Own Way“ von Fleetwood Mac sind auf der Wiederveröffentlichung des Jahres 2001 enthalten. Die restlichen, fehlenden Titel sind: „Lovesick Blues“ von Hank Williams, „Sugar Shack“ von Jimmy Gilmer And The Fireballs, „Hanky Panky“ von Tommy James And The Shondells, „All Along The Watchtower“ sowie „Hey Joe“ von der Jimi Hendrix Experience, „Soul Kitchen“, „Hello, I Love You“, „People Are Strange“ und „Love Her Madly“ von den Doors, „Where Have All The Flowers Gone?“ von Pete Seeger, „Let‘s Work Together“ von Canned Heat, „Tie A Yellow Ribbon Round The Ole Oak Tree“ von Tony Orlando & Dawn, „Get Down Tonight“ von KC & The Sunshine Band und schließlich „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd.

Fazit: Mit dem Soundtrack zum Film Forrest Gump kann man in filmischen Erinnerungen schwelgen oder sich einen Überblick über die populäre Musik der USA ab den 50er Jahren verschaffen. Bei insgesamt 32 sehr unterschiedlichen Titeln gibt es immer welche, die einem mehr zusagen und welche, die einen nicht ganz überzeugen. Für mich als Europäer wird bei dieser musikalischen Reise überzeugend deutlich, dass ich sehr viel eher der britischen Musik zugewandt bin. Ausnahmen bestätigen die Regel. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Forrest Gump Suite



Dienstag, 26. Februar 2019

Within Temptation – The Unforgiving




Within Temptation – The Unforgiving


Besetzung:

Sharon den Adel – vocals
Robert Westerholt – guitars
Ruud Jolie – guitars
Martijn Spierenburg – keyboards
Jeroen van Veen – bass guitar


Gastmusiker:

Nicka Hellenberg – drums
Stefan Helleblad – additional guitars
Dawn Mastin – spoken words on tracks 1 and 6
Franck van der Heijden – choir and orchestral arrangements


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 2011


Stil: Symphonic Metal


Trackliste:

1. Why Not Me (0:34)
2. Shot In The Dark (5:02)
3. In The Middle Of The Night (5:11)
4. Faster (4:24)
5. Fire And Ice (3:57)
6. Iron (5:41)
7. Where Is The Edge (3:59)
8. Sinéad (4:23)
9. Lost (5:14)
10. Murder (4:16)
11. A Demon’s Fate (5:30)
12. Stairway To The Skies (5:32)

Gesamtspieldauer: 53:47




„The Unforgiving“ heißt das fünfte Studioalbum der niederländischen Symphonic Metal Band Within Temptation. Es wurde am 25. März 2011 ursprünglich auf Roadrunner Records veröffentlicht, später erschien das Album auf dem Plattenlabel Columbia Records. Die Platte ist ein Konzeptalbum und Teil eines transmedialen Storytelling-Projekts, zu dem auch vier Comic-Kurzfilme veröffentlicht wurden. Als Singles wurden die Lieder „Faster“, „Sinéad” und „Shot In The Dark” ausgekoppelt. „The Unforgiving“ erreichte Platz sieben der deutschen Charts und konnte sich mit Platz 50 auch in den Billboard 200 der USA platzieren.

„The Unforgiving“ hört man Symphonic Metal, der nur so vor Bombast ächzt. Die auf dem Album zu hörenden Lieder gehen allesamt schnell ins Ohr, klingen voll und satt, der Sound wurde dementsprechend abgemischt. Viel Orchester aus dem Synthesizer gibt es dabei zu hören. Die Musik gleitet immer auch in die Gefilde des Pop hinein, doch auch an diesen Stellen klingt das Ganze nicht weniger bombastisch. Das muss man mögen, erinnert an mancher Stelle an die Musik des Jim Steinman, welche er für Meat Loaf geschrieben hat. Allerdings hört man auf „The Unforgiving“ eben die Stimme der Sharon den Adel, die bei dieser Art der Musik bestens zur Geltung kommt.

Leider nur klingt das alles ziemlich ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Klar, man kann sich das gut anhören, muss weder den Raum fluchtartig verlassen, noch rollen sich einem die Zehennägel auf. Aber mit der Zeit langweilt die Musik von Within Temptation einfach – zumindest jene auf diesem Album. Die Lieder sind manches Mal etwas zu schmalzig geraten, viel zu oft klingen sie zu bombastisch. „Sinéad“ und „Murder“ heißen meine Höhepunkte der Platte, allerdings ist der Unterschied zu den anderen Titeln wahrlich lediglich marginal. „The Unforgiving“ unterhält, das kann man dem Album und Within Temptation wahrlich nicht absprechen, jedoch hält es weder Lieder parat, die einen länger begleiten, noch baut es Spannung auf. Es läuft „ganz nett“ mit. 

Fazit: Wer Symphonic Metal mag, die oder der kann hier beruhigt zugreifen. Within Temptation Fans natürlich auch. Die Musik klingt bombastisch, melodiös und jederzeit eingängig. Sharon den Adel singt es auch gut, doch insgesamt bleibt die Platte eine eher langweilige Scheibe. Lieblingsmusik besitzt einfach mehr. „The Unforgiving“ wurde auf die schnelle Eingängigkeit hin produziert und das hört man der Musik darauf leider auch an. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sinéad, Murder



Montag, 25. Februar 2019

IQ – Nomzamo




IQ – Nomzamo


Besetzung:

P.L. Menel – lead vocals, backing vocals
Mike Holmes – electric and acoustic guitars, keyboards
Tim Esau – bass guitar, bass pedals, rhythm guitar, backing vocals
Martin Orford – keyboards, backing vocals
Paul Cook – drums, percussion


Gastmusiker:

Micky Groome – backing vocals
Ray Carless – saxophone
Jules O'Kine – vocals (on "Colourflow")


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1987


Stil: Progressive Rock, Pop


Trackliste:

1. No Love Lost (6:02)
2. Promises (As The Years Go By) (4:34)
3. Nomzamo (7:00)
4. Still Life (5:58)
5. Passing Strangers (3:47)
6. Human Nature (9:41)
7. Screaming (4:07)
8. Common Ground (6:59)

Bonus Tracks der 1994er Wiederveröffentlichung:

9. Colourflow (5:26)
10. No Love Lost (piano / vocal version) (4:12)
11. Common Ground (live) (6:34)

Gesamtspieldauer: 1:04:26




„Nomzamo“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Progressive Rockband IQ, welches im Mai 1987 ursprünglich auf dem Plattenlabel Squawk Records veröffentlicht wurde. Bereits sieben Jahre später gab es eine Wiederveröffentlichung der Platte, die dann auf dem Label Giant Electric Pea erschien. „Nomzamo“ ist das erste Album, welches die Band ohne ihren ursprünglichen Leadsänger Peter Nicholls aufgenommen hat, der durch P.L. Menel ersetzt worden war.

Die 80er Jahre waren alles andere als das goldene Zeitalter für den Progressive Rock. Doch gerade IQ schien da eine Ausnahme unter den Bands zu sein, wie zunächst auch Marillion. Die ersten beiden Platten der Band standen durchaus noch sehr im Zeichen des Progressive Rock der 70er Jahre und waren in den Jahren 1983 und 1985 veröffentlicht worden. Mit diesem Album nun waren IQ deutlich mehr im Mainstream angekommen und klingen darauf zum Teil sogar richtiggehend poppig. Beispiele hierfür wären die Lieder „Promises (As The Years Go By)“ und „Screaming“. Während erstgenannter Titel zumindest noch eine ganz nette Melodie aufweist und dadurch unterhält, wird es bei der zweitgenannten Nummer schon richtiggehend langweilig und belanglos.

Zum Glück ist der Rest des Albums nicht auf dem Niveau von „Screaming“. Trotzdem kann kein Titel so richtig überzeugen. Das klingt manchmal ganz nett, zum Teil auch noch nach Progressive Rock, doch wollen die Lieder letztendlich dann doch einfach nicht mehr so richtig zünden. Und das liegt keineswegs am neuen Sänger P.L. Menel. Dieser macht seine Sache gut, obwohl man die Stimme Peter Nicholls‘ in der Musik von IQ durchaus vermisst. Richtig begeistern kann leider wenig bis nichts auf „Nomzamo“. Als kleinen Höhepunkt möchte ich an dieser Stelle das Lied „Still Life“ erwähnen, welches zumindest gut ins Ohr geht und auf dem die Stimme von P.L. Menel in all ihren Nuancen am Besten zum Tragen kommt und mich sogar ein wenig an jene von Fish erinnert.

Die drei Zugaben der Wiederveröffentlichung, bei denen es sich bei Zweien um alternative beziehungsweise Live-Versionen von bereits auf dem Album befindlichen Titeln handelt, reihen sich qualitativ bei den acht ursprünglich vorhandenen Titeln ein.

Fazit: „Nomzamo“ ist das dritte Studioalbum von IQ und gleichzeitig eine wenig überzeugende Platte geworden. Das klingt viel zu häufig zu bieder, zu angepasst, zu alltäglich. Man hört auf „Nomzamo“ zwar nur stellenweise Pop, doch der Rock, den man geboten bekommt, der weiß kaum mitzureißen. Und diesen dann auch noch als Progressive Rock zu bezeichnen ist an vielen Stellen der Platte zumindest gewagt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Still Life



Sonntag, 24. Februar 2019

Focus – X




Focus – X


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, flute, vocoder, spoken vocals (tracks 1, 7, 11)
Pierre van der Linden – drums, percussion
Menno Gootjes – guitar, acoustic guitars (track 8)
Bobby Jacobs – bass guitar


Gastmusiker:

Ivan Lins – vocals (tracks 6, 11)
Berenice van Leer – vocals (track 10)


Label: Eastworld Recordings


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Jazzrock, Fusion, Progressive Rock


Trackliste:

1. Father Bacchus (4:03)
2. Focus 10 (5:48)
3. Victoria (5:27)
4. Amok In Kindergarten (5:00)
5. All Hens On Deck (5:44)
6. Birds Come Fly Over (Le Tango) (5:26)
7. Hoeratio (5:38)
8. Talk Of The Clown (2:58)
9. Message Magique (3:52)
10. Crossroads (5:39)

Gesamtspieldauer: 49:40




„Focus X“ oder einfach „X“ heißt das zehnte Studioalbum der niederländischen Progressive Rock Band Focus, das am 5. November 2012 auf dem Plattenlabel Eastworld Recordings veröffentlicht wurde. „Focus X“ ist das erste Studioalbum der Gruppe seit sechs Jahren. Erneut hatte es einen Wechsel in der Besetzung gegeben. Menno Gootjes ist nun an der Gitarre zu hören, er ersetzt den vorherigen Gitarristen Niels van der Steenhoven. Das Cover des Albums wurde von Roger Dean entworfen und gemalt.

„Focus X“ ist wahrlich eine positive Überraschung geworden. Die Musik auf dem Album ist abwechslungsreich, mal etwas rockiger, dann wieder leicht jazzig angehaucht und schließlich auch verspielt und verträumt. Und sogar einige Klänge die nach Mittelalter klingen gibt es darauf zu hören. Dazu gibt es einige Nummern auf der Platte, die sehr schön ins Ohr gehen und sich alleine dadurch schon von den letzten Veröffentlichungen der Band abheben, wo man diese Stücke suchen musste und kaum fand.

Höhepunkt des Albums ist der Titel „Birds Come Fly Over (Le Tango)“. Eine irgendwie schleppend und relaxt beginnende Nummer, zu der Ivan Lins singt. Da Lied klingt schließlich leicht getragen und erschließt so sehr schön im Ohr. „Hoeratio“ hört sich spannend an. Hier wird in lateinischer Sprache ein Werk von Horatius vorgetragen, die Musik steht dabei zunächst fast im Hintergrund und endet in einem langen, rockigen Gitarren-Solo, nach Abschluss der Worte. Schließlich singt Horatius seine Verse in fast schon komödiantischer Art und Weise ein. Wahrlich ein außergewöhnliches Stück.

Fazit: Man hört auf „Focus X“ Rock, Pop, Jazz, Mittelaltermusik und etwas Ambient. Das alles vereint auf einem Album, welches nicht zusammengestückelt sondern sogar irgendwie passend klingt. Einige der Nummern gehen sehr gut ins Ohr und vieles auf „Focus X“ klingt ungewohnt und spannend. Kein Meilenstein der Musik, jedoch gute Unterhaltung. Neun Punkte.

Anspieltipps: Birds Come Fly Over (Le Tango), Crossroads



Samstag, 23. Februar 2019

Steve Hackett – Wild Orchids




Steve Hackett – Wild Orchids


Besetzung:

Steve Hackett – guitars, electric sitar, harmonica, psaltery, optigan & voices


Gastmusiker:

Roger King – keyboards and programming and rhythm guitar on "Down Street".
John Hackett – principal flute on "To A Close", "She Moves In Memories", "Cedars Of Lebanon" & riff guitar on "Ego & Id"
Rob Townsend – saxes, principal flute on "Linda", alto flute on "She Moves In Memories", tin whistle and bass clarinet.
Gary O'Toole – drums and harmony voices.
Nick Magnus – keyboards on "Ego & Id".
Christine Townsend – principal violin, viola
Richard Stewart – cello
Dick Driver – double bass
Colin Clague – trumpet
Chris Redgate – oboe, cor anglais


Label: Camino Records / InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2006


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Transylvanian Express (3:44)
2. Waters Of The Wild (5:34)
3. Set Your Compass (3:37)
4. Down Street (7:33)
5. A Girl Called Linda (4:44)
6. Blue Child (4:24)
7. To A Close (4:48)
8. Ego & Id (4:08)
9. Man In The Long Black Coat (5:07)
10. Cedars Of Lebanon (4:01)
11. Wolfwork (4:49)
12. Why (0:47)
13. She Moves In Memories (5:00)
14. The Fundamentals Of Brainwashing (3:00)
15. Howl (4:30)
16. A Dark Night In Toytown (3:42)
17. Until The Last Butterfly (2:28)

Gesamtspieldauer: 1:12:04




„Wild Orchids“ ist das achtzehnte Studioalbum des englischen Gitarristen und Sängers Steve Hackett. Es wurde am 11. September 2006 auf dem Plattenlabel Camino Records veröffentlicht und erschien später auch auf dem Label InsideOut Music. „Wild Orchids“ ist das letzte Steve Hackett Album mit einem Cover, das von seiner zweiten Frau Kim Poor entworfen wurde. Nach dem Erscheinen der Platte trennte sich das Paar.

Steve Hackett hat inzwischen schon lange seinen musikalischen Stil gefunden. Und dieser bedeutet, dass er jede Menge musikalische Stile bedient. Selbstverständlich gibt es auf „Wild Orchids“ Progressive Rock zu hören. Aber auch Folk, Pop, Rock, moderne Klassik, Weltmusik und viele weitere Genres werden angedeutet oder direkt angespielt. Somit kommt beim Hören niemals Langeweile auf, einheitlich klingt es inzwischen allerdings dann doch dadurch, weil es Steve Hackett Musik ist und diese ist eben nicht mehr auf nur ein musikalisches Genre festzulegen. Vieles auf „Wild Orchids“ geht gut ins Ohr, ist melodiös und eingängig. Mal klingt es dabei rockiger, mal poppiger, mal progressiver und dann wieder orchestraler. Überzeugend hört sich das immer an und macht Spaß. Einlassen können muss man sich allerdings auf diese Musik können und an dieser Stelle wird es für eher „Radiokonsumenten“ sicherlich dann doch deutlich schwieriger.

Höhepunkte gibt es einige auf „Wild Orchids“. Für mich sind es der Opener der Special Edition Ausgabe der Platte, das Instrumentalstück „Transylvanian Express“, welches bereits beim ersten Mal des Hörens mitreißt. Dann das zum Teil fast schon aggressive „Down Street“, welches aus vielen, auch sanfteren Passagen aufgebaut ist. Ich mag das Bob Dylan Cover „Man In The Long Black Coat” sehr und auch eine Nummer, die ebenfalls nur auf der Special Edition vorhanden ist, das Lied „Cedars Of Lebanon“. Bei letzterem handelt es sich um ein Lied mit viel Orchestereinsatz, welches so schön verwunschen klingt. Schließlich möchte ich an dieser Stelle noch das etwas jazzige „Howl“ erwähnen, ein tolles Lied, welches erst mit dem erneuten Hören zündet.

Fazit: Mit „Wild Orchids“ legt Steve Hackett einmal mehr ein sehr abwechslungsreiches Album vor, welches in vielen musikalischen Genres Zuhause ist. Die Musik geht fast durchgängig gut ins Ohr und man weiß niemals, was einen als nächstes auf dieser Scheibe erwartet. Die einzelnen Lieder erfordern die volle Konzentration von der Hörerin und dem Hörer, dann wirken sie richtig und überzeugend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Transylvanian Express, Down Street, Man In The Long Black Coat, Cedars Of Lebanon, Howl



Freitag, 22. Februar 2019

In Balance – 18




In Balance – 18


Besetzung:

Rossero Adrien
Alan Ellena
Hervé Guillemard


Label: Self Released


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Heavy Pop


Trackliste:

1. Paralyzed (3:30)
2. Come On (3:35)
3. The First (3:37)
4. Outerspace (3:17)
5. Love (2:57)
6. Lead The Way (4:39)
7. Jynx Maze (3:37)
8. Save Me (4:06)
9. Come With Us (3:49)
10. Load Of Dreams (4:43)

Gesamtspieldauer: 37:53



„18“ heißt das Album des französischen Trios In Balance aus Lyon. Am 22. Februar 2019 wird das Album veröffentlicht und enthält Musik, die wahrlich ins Ohr und in die Beine geht. Heavy Pop mit Ohrwurmpotenzial gibt es auf „18“ zu hören, der jederzeit abwechslungsreich klingt und auch länger nachhallt.

Vergleiche sind in der Musik immer schwierig, doch wenn man sich auf In Balance und ihr Werk „18“ einlässt, dann kommen zwangsläufig Assoziationen zu einer Band wie Muse und ihrer neuesten Platte „Simulation Theory“ auf. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass die Musik von In Balance in diesem Fall zumindest deutlich eingängiger und interessanter klingt. Diese Mischung aus elektronischem Pop und Alternative Rock hat was, wobei der Schwerpunkt der Musik durchaus im Pop angesiedelt ist. Dieser klingt kraftvoll und eingängig und ist jederzeit spannend und unterhaltend. Hinzu entwickelt sich diese Scheibe auch noch, wobei die Füße bereits beim ersten Mal des Hörens mitwippen werden.

Das Zuhören lohnt hier und es klingt auf „18“ auch nichts nach „Füllmaterial“. Anspieltipps und Höhepunkte der Platte sind für mich die Nummern „Jynx Maze“ und „Come With Us“. „Jynx Maze“ ist eine perfekte Synthese aus Pop und Rock, die ins Ohr geht und mitreißt. „Come With Us“ beginnt sphärisch, man glaubt schließlich ein Pop-Lied zu hören, bis die Nummer losrockt. Und nun beginnt erneut ein überaus gelungenes Wechselspiel aus poppigen und rockigen Zutaten, welches sich lohnt gehört zu werden.

Fazit: Heavy Pop bedeutet in Falle von In Balance und ihrem Album „18“ die überzeugende Synthese aus Pop und Rock. Die Musik auf „18“ klingt eingängig, poppig, rockig und niemals langweilig. Die Riffs können dabei durchaus mal härter aus den Boxen fliegen, die Melodie des Titels geht deswegen jedoch niemals verloren. Very britisch, liebe Franzosen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Jynx Maze, Come With Us



Donnerstag, 21. Februar 2019

Motorpsycho – The Crucible




Motorpsycho – The Crucible


Besetzung:

Tomas Järmyr – drums, percussion, vocals, mellotron
Hans Magnus Ryan – guitars, vocals, piano
Bent Sæther – bass, vocals, guitars, mellotron


Gastmusiker:

Susanna Wallumrød – vocals on "Lux Aeterna"
Lars Hornverth – reeds on "Lux Aeterna"
Deathprod – audio virus


Label: Stickman Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Psychotzar (8:43)
2. Lux Aeterna (10:55)
3. The Crucible (20:51)

Gesamtspieldauer: 40:30




Nicht ganz einfach den Kosmos der Musik der norwegischen Band Motorpsycho zu durchdringen, doch das am 15. Februar 2019 erschienene Album „The Crucible“ dürfte tatsächlich bereits die zweiundzwanzigste Studio-Veröffentlichung der fleißigen Norweger sein. „The Crucible“ wurde auf dem Plattenlabel Stickman Records veröffentlicht und ist mit einer Gesamtlaufzeit von etwas über vierzig Minuten deutlich kürzer ausgefallen, als jenes 2017 veröffentlichte Doppelalbum „The Tower“.

Musikalisch schließt „The Crucible“ ganz klar am Vorgänger an. Auch auf diesem neuen Album hört man die ganze musikalische Bandbreite der Skandinavier. Diese reicht von sanften und zurückhaltenden Klängen, die akustisch dargeboten werden bis hin zu sich anscheinend im Prozess der Explosion befindlichen Musikinstrumenten, welche offenbar eine beginnende Kakophonie zum ultimativen Hörerlebnis glorifizieren wollen. All diese Passagen gehen nebst unterschiedlichen Atmosphären wie selbstverständlich ineinander über, ergänzen sich zu einem Ganzen, welches überaus melodisch, dann wieder brachial aus den Boxen strömt. Die Norweger spielen mit Stimmungen, Melodien, Rhythmen und Tempi in einer wunderbaren Art und Weise, die „The Crucible“ zu einem abwechslungsreichen und spannenden Album werden lassen.

Besonders gelungen klingt auch der häufige Mellotron-Einsatz, der der Musik von Motorpsycho auf „The Crucible“ in manchen Passagen einen kleinen Vintage-Anstrich verleiht, welcher an die Ursprünge des Progressive Rock bald fünf Jahrzehnte zuvor erinnert. Alle drei Stücke der Platte sind gelungen, wobei sich das Titelstück noch etwas weiter heraushebt. In diesem Lied sind die Gegensätze zwischen Harmonien und Melodiösität und Verstörung am deutlichsten gezeichnet und lassen über das ganze Lied hinweg eine allgegenwärtige Spannung entstehen, die jederzeit überzeugt und beeindruckt. Und wenn sich dabei schließlich aus vermeintlichem Chaos und Rohheit Wohlklang gebiert, dann schlägt das Herz des Fans lauter und schneller.

Fazit: Motorpsycho beeindrucken auf „The Crucible“ mit Härte und Melodiösität, die sich perfekt ergänzen und die gesamte Platte immer unter Spannung halten. Verstörende Passagen werden zu Harmonien, die Musik rockt oder scheint leicht zu schweben. Immer klingt dies interessant und wer den Vorgänger „The Tower“ mochte, der oder dem wird auch „The Crucible“ gefallen. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Crucible