Dienstag, 23. März 2021

Lana Del Rey – Chemtrails Over The Country Club

 



Lana Del Rey – Chemtrails Over The Country Club


Besetzung:

Lana Del Rey – vocals


Gastmusiker:

Jack Antonoff – piano (1, 2, 4, 5, 9–11), guitar (1–3, 5–7, 9–11), bass (1, 2, 4–7, 9–11), drums (1-6, 10), mellotron (2, 5, 6, 10, 11), keyboards (2), twelve-string acoustic guitar (2, 5–7), synthesizers (3, 5, 6), model b synth-bass (3), percussion (3, 4, 6, 10), acoustic guitar (4), electric guitar (4), slide guitar (4), hammond b3 (4), programming (4), organ (7), rhodes (10)
Daniel Heath – strings (2)
Evan Smith – horns (2, 5, 10, 11), accordion (10)
Rick Nowels – acoustic guitar (8), keyboards (8), mellotron (8), bass (8)
Aaron Sterling – drums (8), percussion (8)
Trevor Yasuda – sound effects (8)
Nikki Lane – additional vocals (9)
Mikey Freedom Hart – pedal steel (9), piano (11), guitar (11), mellotron (11)
Weyes Blood – additional vocals (11)
Zella Day – additional vocals (11)


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop


Trackliste:

1. White Dress (5:33)
2. Chemtrails Over The Country Club (4:31)
3. Tulsa Jesus Freak (3:35)
4. Let Me Love You like A Woman (3:20)
5. Wild At Heart (4:06)
6. Dark But Just A Game (3:55)
7. Not All Who Wander Are Lost (4:07)
8. Yosemite (5:04)
9. Breaking Up Slowly (2:57)
10. Dance Till We Die (4:03)
11. For Free (4:11)

Gesamtspieldauer: 45:28



„Chemtrails Over The Country Club“ heißt das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Musikerin Lana Del Rey. Es wurde am 19. März 2021 auf dem Plattenlabel Polydor Records veröffentlicht. Die beiden Lieder „Let Me Love You Like A Woman“ sowie „Chemtrails Over The Country Club“ sind bereits zuvor im Oktober 2020 beziehungsweise Januar 2021 als Singles veröffentlicht worden.

Auch auf dem siebten Album der Lana Del Rey hört man überaus sanfte und eingängige Musik, die so typisch ist für Elizabeth Woolridge Grant, wie Lana Del Rey mit bürgerlichem Namen heißt. Eingängige Melodien, die von der wunderschönen Stimme der Sängerin getragen werden. Ist das Folk oder Pop, was man auf „Chemtrails Over The Country Club“ zu hören bekommt? Es ist eine Mischung aus beiden musikalischen Genres, melodiös und sanft, überaus berührend klingend. Wer Lana Del Rey und ihre Musik seit längerem verfolgt, wird demnach ganz bestimmt auch auf diesem Album sehr viel für sich entdecken können und auch nicht enttäuscht werden.

Dabei lohnt es sich erneut das Album mehrmals zu hören und wirken zu lassen. Mit jedem weiteren Durchlauf klingen die Lieder vertrauter, schöner und intensiver, bis sie zu guten und bekannten Freunden werden. Das ist im Grunde genommen nichts Besonderes. Gute Musik braucht Zeit, sich entwickeln zu können. Lana Del Rey bestätigt das mit ihrem siebten Album einmal mehr.

Es gibt keine Ausfälle auf „Chemtrails Over The Country Club“. Die Höhepunkte sind dabei natürlich wie immer Geschmackssache. In meinem Fall sind das die Lieder „Yosemite“ und „Dance Till We Die“. Und ich hätte auch andere Lieder aus den zwölf Titel auswählen können, denn die einzelnen Lieder wirken allesamt. Und auch das Joni Mitchell Cover am Ende des Albums, bei dem Lana Del Rey gesangliche Unterstützung durch Weyes Blood und Zella Day erhält, fügt sich in diesen Gesamteindruck ein.

Fazit: Wer die Musik der Lana Del Rey mag, die oder der wird auch mit „Chemtrails Over The Country Club“ nicht enttäuscht. Die Stimme der Lanas Del Rey hört man auch auf ihrem siebten Studioalbum in Verbindung zu sanfter Instrumentierung und wunderschönen Melodien. Intensive Musik, in die sich einzutauchen lohnt und die mit jedem Durchlauf wächst. Für „Chemtrails Over The Country Club“ lohnt es sich definitiv, sich etwas Zeit zu nehmen. Schöne Musik, für die ruhigen Stunden des Tages. Elf Punkte.

Anspieltipps: Dark But Just A Game, Yosemite, Dance Till We Die



Sonntag, 21. März 2021

Wobbler – Dwellers Of The Deep

 



Wobbler – Dwellers Of The Deep


Besetzung:

Kristian Karl Hultgren – bass
Marius Halleland – guitars, backing vocals
Lars Fredrik Frøislie – keyboards, percussion, backing vocals
Martin Nordrum Kneppen – drums
Andreas Wettergreen Strømman Prestmo – vocals, guitars, percussion, recorder and glockenspiel


Gastmusiker:

Asa Ree – violin, backing vocals




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. By The Banks (13:51)
2. Five Rooms (8:29)
3. Naiad Dreams (4:26)
4. Merry Macabre (19:00)

Gesamtspieldauer: 45:47



Im Jahr 2020 veröffentlichte die norwegische Progressive Rockband Wobbler ihr fünftes Studioalbum, welches den Namen „Dwellers Of The Deep“ trägt. Veröffentlicht wurde das Album auf dem Plattenlabel Karisma Records.

Auf „Dwellers Of The Deep“ hört man Progressive Rock, der unweigerlich Erinnerungen an dieses musikalische Genre zu Beginn der 70er Jahre aufkommen lässt. Und noch genauer kommt einem hier die englische Ausprägung dieser Musik in den Sinn. Man hört Passagen, die von Genesis oder Yes stammen könnten und dies, obwohl Wobbler diese Bands nicht nachmachen, nicht nachspielen, nicht einfach kopieren. Vielmehr erweitern sie das Spektrum dieser Musik von vor fünfzig Jahren – und dies auf eine sehr gelungene Art und Weise.

Die Lieder sind kleine Reisen durch verschiedene musikalische Atmosphären, die mal dichter und kompakter, dann wieder sanfter und zurückhaltender klingen. Über allem steht bei den Norwegern allerdings die Melodie. Die vier Titel des Albums gehen allesamt ins Ohr und das selbst mit den vielen unterschiedlichen Passagen, aus denen die Lieder aufgebaut sind. Das klingt jederzeit gelungen, spannend und eben eingängig. Dies über alle vier Titel hinweg, von denen keine Nummer auch nur etwas gegenüber den anderen abfällt.

Fazit: Wer den englischen Progressive Rock der frühen 70er Jahre mochte, die oder der wird auf „Dwellers Of The Deep“ von Wobbler definitiv fündig. Eingängige und abwechslungsreiche Musik, die sich windet und entwickelt, um dann wieder in eine ganz neue Stimmung einzutauchen. Großes Kino für den Progressive Rock, der so auch im Jahr 2020 noch punktet. Sehr empfehlenswert. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: By The Banks und die nachfolgenden drei Nummern



Freitag, 19. März 2021

Devin Townsend – Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds

 



Devin Townsend – Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Intro (6:29)
2. Let It Roll (3:48)
3. Funeral (8:16)
4. Deadhead (7:50)
5. Ih-Ah! (4:43)
6. Love? (8:05)
7. Hyperdrive (4:27)
8. Terminal (4:57)
9. Coast (4:36)
10. Solar Winds (3:24)
11. Thing Beyond Things (4:19)

Gesamtspieldauer: 1:01:02



Mit „Devolution Series #1“ startet Devin Townsend, wie der Name schon vermuten lässt, eine Serie von Veröffentlichungen, um in der Phase der Corona-Pandemie die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album zu überbrücken. Laut eigener Aussage sind die Veröffentlichungen dieser Serie eine Zusammenstellung von Kuriositäten und interessantem Material, welches allerdings nicht als Hauptveröffentlichung angesehen werden soll. Die erste Veröffentlichung dieser Reihe mit dem vollständigen Titel „Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds“ war bereits auf der „Empath Ultimate Edition“ als Bonus CD veröffentlicht worden. Nun gibt es also eine neu abgemischte und remasterte Version dieser „Live In Leeds“ Show.

Devin Townsend erzählt und singt auf diesem Konzert seine Geschichten sehr ausdrucksstark. Oftmals tritt die Musik gegenüber dem Gesang in den Hintergrund. Er interagiert mit dem Publikum, macht Scherze, interagiert mit diesem. Gerade zu Beginn des Konzertes ist dies immer wieder Teil der Aufführung und unterbricht sogar ein wenig das Hörerlebnis. Ganz anders sieht und hört man das natürlich, wenn man Teil des Konzertes war und diesem beiwohnte.

Die Musik auf diesem Album klingt eingängig, melodiös und aufgrund der Instrumentierung zumeist auch sanft und zurückhaltend. Mehr „Leben“ kommt in die Lieder aufgrund des Gesangs des Devin Townsend, der singt, redet, fleht, schreit und kreischt. Gerade die Lieder in der zweiten Hälfte des Konzertes gehen dabei noch besser ins Ohr, da sie nicht mehr durch viele Interaktionen mit dem Publikum unterbrochen werden. Die einzelnen Stücke gehen nun ineinander über, weder Applaus noch „Scherze“ stören die aufkommende Atmosphäre, die so sehr viel intensiver und packender klingt.

Fazit: Die erste Veröffentlichung der „Devolution Series“ gefällt durchaus. Spannende Musik, akustisch aufgearbeitet und vor allen Dingen durch den Gesang sehr intensiv klingend. Für Fans ist das durchaus lohnend, für alle Konzertteilnehmerinnen und -teilnehmer sowieso. Essentiell im Kosmos der Musik des Devin Townsend ist das Album allerdings nicht – und wollte es auch gar nicht sein. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ih-Ah!



Mittwoch, 17. März 2021

Trees – The Garden Of Jane Delawney

 



Trees – The Garden Of Jane Delawney


Besetzung:

Celia Humphris – vocals
Barry Clarke – lead and acoustic guitars
David Costa – acoustic and 12-string guitars
Bias Boshell – bass, vocals, acoustic guitar
Unwin Brown – drums




Erscheinungsjahr: 1970


Stil: Folk


Trackliste:

1. Nothing Special (4:29)
2. The Great Silkie (5:11)
3. The Garden Of Jane Delawney (4:05)
4. Lady Margaret (7:09)
5. Glasgerion (5:15)
6. She Moved Thro‘ The Fair (8:04)
7. Road (4:33)
8. Epitaph (3:23)
9. Snail‘s Lament (4:37)

Bonus Tracks:

10. Forest Fire (4:10)
11. Prince Heathen (4:22)
12. Tom Of Bedlam (7:39)
13. Cry My Morning (2:49)
14. Burgen Polka (3:39)

Gesamtspieldauer: 1:09:30



„The Garden Of Jane Delawney“ heißt das Debütalbum der britischen Folk-Rock-Band Trees. Es wurde am 24 April 1970 zunächst auf dem Plattenlabel CBS veröffentlicht. Die hier besprochene Version des Albums mit fünf Bonus-Titeln erschien im Jahr 2006 auf Walhalla Records.

Auf „The Garden Of Jane Delawney“ hört man Folk, der auch immer wieder durch leichtere, rockige Passagen aufgelockert wird. Über allem steht dabei die sehr sanfte und weibliche Stimme der Celia Humphris, die zumeist fast schon ein wenig zerbrechlich klingt. Das passt sehr gut zu den manchmal sehr sanften Gitarrenklängen von Trees. Besonders hervorzuheben ist dabei natürlich das Titellied „The Garden Of Jane Delawney“, welches diese Sanftheit perfekt transportiert.

Die Musik der Trees ist jederzeit eingängig und melodiös. Jedes Lied klingt und geht ohne große Umwege ins Ohr. Das Schöne dabei ist, dass eben auch mal eine E-Gitarre ein Solo spielen darf, nicht bloß der Folk betont wird, sondern auch der Rock. Sehr schön bekommt man dies beim Titel „Lady Margaret“ präsentiert, der in einem nicht enden wollenden Solo über Minuten ausklingt – um dann schließlich doch noch mal sanfter zu klingen, bis er letztendlich doch wieder rockig endet.

Es ist dieser Abwechslungsreichtum, der „The Garden Of Jane Delawney“ so hörenswert werden lässt. Nach nur wenigen Durchläufen werden die einzelnen Lieder bereits zu guten Bekannten, schließlich zu Freunden. Die vier Zugaben sind Live-Einspielungen von eher schlechter Tonqualität. Musikalisch wird – wie so oft bei Live-Versionen – das Tempo angezogen und die Violine rückt häufig ins Zentrum des Gehörten. Dies grenzt allerdings durch die schlechte Tonqualität eher an eine Information über weitere Lieder der Band, denn an ein Hörerlebnis.

Fazit: „The Garden Of Jane Delawney“ enthält englischen Folk Rock. Die Lieder sind eingängig und melodiös, größtenteils sanft gehalten, doch werden Tempo und Rhythmus auch immer wieder rockig angezogen. Ein schönes und gelungenes Album ist „The Garden Of Jane Delawney“ geworden. Die Bonus-Titel lohnen allerdings aufgrund der schlechten Tonqualität kaum. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Garden Of Jane Delawney



Montag, 15. März 2021

Richard Barbieri – Under A Spell

 



Richard Barbieri – Under A Spell


Besetzung:

Richard Barbieri – keyboards, synthesizers, percussion, programming, treatments


Gastmusiker:

Axel Crone – bass guitar
Percy Jones – bass guitar
Kjell Severinsson – drums, additional percussion
Klas Assarsson – vibraphone
Luca Calabrese – trumpet
Gill Morley – violin
Christian Saggese – acoustic guitars
Sophie Worthen – voice samples
Lisen Rylander Löve – voice, vocal samples
Suzanne Barbieri – vocal, samples
Steve Horgarth – vocal, samples


Label: KScope


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Under A Spell (7:18)
2. Clockwork (2:33)
3. Flare 2 (8:50)
4. A Star Light (3:50)
5. Serpentine (6:21)
6. Sleep Will Find You (2:51)
7. Sketch 6 (6:30)
8. Darkness Will Find You (4:57)
9. Lucid (6:14)

Gesamtspieldauer: 49:24



Begonnen hat Richard Barbieri seine musikalische Karriere im Jahr 1975, als er bei der englischen New Wave Band Japan einstieg und unter anderem mit David Sylvian als Sänger alle fünf Studioalben einspielte. Nach deren Auflösung im Jahr 1982 beteiligte er sich an unterschiedlichen Bands oder spielte mit anderen Musikern Alben ein. Schließlich, im Jahr 1993 war er am Porcupine Tree Album „Up The Downstair“ als Gastmusiker beteiligt und wurde danach festes Mitglied der Band – bis zu deren vorläufig letzter Zusammenarbeit auf der Tour zum Album „The Incident“ im Jahr 2010.

Schon zu dieser Zeit hatte Richard Barbieri zwei Solo-Studioalben veröffentlicht (2005 – „Things Buried“ und 2008 – „Stranger Inside“), 2017 folgte mit „Planets + Persona“ das dritte Solo-Werk und nun, am 12. März 2021, erscheint mit „Under A Spell“ auf dem Plattenlabel KScope seine vierte Solo-Veröffentlichung.

Zunächst kann man wohl feststellen, wem „Planets + Persona“ gefallen hat, dem dürfte wahrscheinlich auch „Under A Spell“ gefallen. Jedoch ist das Album noch etwas atmosphärischer, durchaus auch stiller geraten. Auf „Under A Spell“ hört man ziemlich entspannte Musik, die Stimmungen transportiert. Ganz leicht jazzig angehauchte Passagen werden schnell wieder von sphärischen Klängen abgelöst. Meist sind diese Stimmungen eher von düsterer Natur, dabei intensiv und eindringlich. Außer mit ein paar bearbeiteten Sprachfetzen kommt das Album, wie schon der Vorgänger, völlig ohne Gesang aus. Diese hier zu hörenden Stimmen stammen übrigens unter anderem von Marillion Sänger Steve Hogarth und der schwedischen Sängerin Lisen Rylander-Löve.

Immer wieder fühle ich mich beim Hören an Brian Eno erinnert und ganz leicht kommen bei mir auch Erinnerungen an die ersten, ebenfalls eher sphärischen Alben von Porcupine Tree auf. Ursprünglich sollte „Under A Spell“ eine Art Fortsetzung von „Planets + Persona“ werden. Doch die Covid-19-Pandemie machte dem englischen Musiker einen Strich durch die Rechnung, sodass er viel mehr Instrumente als geplant alleine einspielte. Und so verwundert es nicht, dass „Under A Spell“ nicht nur „leiser“ klingt, sondern auch auf seine Art trauriger. Und damit ist „Under A Spell“ eine sehr gelungene Platte geworden, um sich ganz der eigenen Melancholie hinzugeben.

Fazit: Sehr atmosphärische und intensive Instrumentalmusik, bei der selten mal das Tempo angezogen wird. Die Stimmung auf „Under A Spell“ ist dunkel und düster bis melancholisch und traurig. Definitiv keine Radiomusik, Musik zum intensiven Zuhören. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Serpentine



Samstag, 13. März 2021

Ufo – Misdemeanor




Ufo – Misdemeanor


Besetzung:

Phil Mogg – vocals
Tommy McClendon – lead guitar
Paul Raymond – keyboards, guitar
Paul Gray – bass
Jim Simpson – drums


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsjahr: 1985


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. This Time (4:36)
2. One Heart (4:09)
3. Night Run (4:32)
4. The Only Ones (5:16)
5. Meanstreets (4:17)
6. Name Of Love (4:37)
7. Blue (5:18)
8. Dream The Dream (4:32)
9. Heaven‘s Gate (4:15)
10. Wreckless (4:59)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

11 The Chase [B-Side of "This Time"] (3:47)
12. Night Run [US Remix] (4:23)
13. This Time [US Remix] (4:39)
14. Heaven‘s Gate [US Remix] (4:17)
15. Name Of Love [US Remix] (3:43)
16. One Heart [US Remix] (4:22)
17. Blue [US Remix] (5:09)

Gesamtspieldauer: 1:16:56



„Misdemeanor“ nannte die englische Rockband Ufo ihr zwölftes Studioalbum, welches im November 1985 erschien. Wie bereits alle Alben zuvor, so wurde auch diese Scheibe auf dem Plattenlabel Chrysalis Records veröffentlicht. Nachdem sich die Band nach der letzten, zwei Jahre zuvor stattgefundenen und sehr erfolglosen Tournee aufgelöst hatte, Beschloss Sänger Phil Mogg die Band neu zu gründen. Er traf sich in Los Angeles mit dem Gitarristen Tommy McClendon und die beiden stellten die neue band zusammen. Mit von der Partie war schließlich auch wieder der ehemalige Ufo-Keyboarder Paul Raymond. Chrysalis Records nahm darauf die band erneut unter Vertrag und ein neues Album wurde geschrieben.

Neue Formation, die Musik hat sich allerdings trotzdem kaum geändert. Auch auf „Misdemeanor“ hört man eher durchschnittlichen Mainstream Rock, der allerdings in Bezug zum letzten Album „Making Contact“ immerhin noch einige schöne Melodien aufweist, die zumindest phasenweisen ins Ohr gehen. Für die Texte gilt leider jedoch dasselbe, was für die meisten Mainstream-Rock-bands de damaligen Zeit gilt, sie sind unfassbar langweilig und handeln von der Liebe, der zerbrochenen Liebe, der aufflammenden Liebe, der melancholischen Liebe, der…

Einige der Lieder rocken ganz gut, mit „The Only Ones“ und „Dream The Dream“ sind zudem auch wieder zwei sehr getragene und schmachtende Balladen auf dem Album enthalten. Zum Wegzappen gibt es nichts auf „Misdemeanor“, einen „Überflieger“ findet man auf dem Album allerdings auch nicht. So bleibt der Gesamteindruck des Albums eher solide, aber eben dennoch maximal durchschnittlich. Als Höhepunkt des Albums habe ich das Lied „Meanstreets“ ausgemacht. Der Ehrlichkeit halber hätte ich hier jedoch auch fast jeden anderen Titel erwähnen können.

Fazit: Nun, wer den Mainstream Rock der 80er Jahre mag, die oder der wird auf „Misdemeanor“ fündig werden – denn damit ist das Album bis zum Rand hin angefüllt. Wer allerdings die früheren Ufos mochte oder differenziertere Musik hören möchte als AOR, die oder der sollte sich eher die früheren Platten der Band geben. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Meanstreets



Donnerstag, 11. März 2021

Shearwater – Jet Plane And Oxbow

 



Shearwater – Jet Plane And Oxbow


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Jonathan Meiburg
Howard Draper
Lucas Oswald
Cully Symington
Danny Reisch
Brian Reitzell


Gastmusiker:

Jesca Hoop – vocals
Jenn Wasner – vocals on "Filaments"
Abram Shook – bass on "Wildlife In America"
Steve Terebecki – bass on "Radio Silence"


Label: Sub Pop


Erscheinungsjahr: 2016


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Prime (3:38)
2. Quiet Americans (3:32)
3. A Long Time Away (4:12)
4. Backchannels (4:44)
5. Filaments (6:11)
6. Pale Kings (4:11)
7. Only Child (4:28)
8. Glass Bones (3:39)
9. Wildlife In America (5:08)
10. Radio Silence (6:38)
11. Stray Light At Clouds Hill (5:39)

Gesamtspieldauer: 52:06



„Jet Plane And Oxbow“ heißt das neunte und bisher letzte Album der US-amerikanischen Band Shearwater aus Austin, Texas. Es wurde am 22. Januar 2016 auf dem Plattenlabel Sub Pop veröffentlicht und erreichte in den belgischen Charts immerhin Platz 81.

Würde ich es nicht besser wissen, so würde ich die Band mit ihrer Musik auf „Jet Plane And Oxbow“ nach Europa, genauer gesagt nach England verorten. „Very British“ klingt das ein ums andere Mal, wobei sich die Musik genremäßig im Gebiet irgendwo zwischen Pop und Rock befindet. Nichts selten kommen beim Hören dabei Erinnerungen an den Pop und New Wave Zeit der 80er Jahre auf. Doch dieses neunte Album von Shearwater ist ganz bestimmt keine New Wave Scheibe. Alternative Rock gepaart mit Alternative Pop, gewürzt mit leichten Anwandlungen aus den 80ern, das gibt es auf „Jet Plane And Oxbow“ zu hören.

Dabei schaffen es die sechs Musiker immer wieder mit ihren Melodien Aufmerksamkeit zu erzeugen, denn diese gehen ins Ohr. Eingängig klingt „Jet Plane And Oxbow“ an jeder Stelle der Platte. Das beginnt gleich sehr überzeugend mit dem Opener und wohl stärksten Lied des Albums „Prime“. Doch auch die Nummern danach wissen zu überzeugen und bleiben schon nach wenigen Durchläufen des Albums auch länger im Ohr hängen. „A Long Time Away“, „Backchannels“, „Wildlife In America“ sowie das letzte Lied des Albums, „Stray Light At Clouds Hill“, wären Beispiele hierfür. Stimmungsvoll und intensiv klingen Shearwater nun – neben dieser Melodiösität.

Fazit: Es bleibt zu hoffen, dass man noch mehr von Shearwater hört. Nach „Jet Plane And Oxbow“ erschienen lediglich noch Live-Alben sowie ein Cover-Album von David Bowies „Lodger“. Dieses neunte Album von Shearwater lohnt sich nämlich für all diejenigen Hörerinnen und Hörer, die auf eingängigen Alternative Rock mit einer Prise Pop stehen. Rockmusik, die den Pop der 80er Jahre imitiert? Ja, irgendwie sowas. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Prime, Stray Light At Clouds Hill



Dienstag, 9. März 2021

Teleman – Breakfast

 



Teleman – Breakfast


Besetzung:

Peter Cattermoul – bass, synthesizer, piano, lap steel guitar
Hiro Amamiya – drums, percussion, synthesizer
Jonny Sanders – synthesizer, piano, vocals, drums
Tom Sanders – vocals, guitar, piano, synthesizer, bass, drums, lap steel guitar




Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Pop, Independent Pop


Trackliste:

1. Cristina (3:59)
2. In Your Fur (4:04)
3. Steam Train Girl (3:42)
4. 23 Floors Up (3:54)
5. Monday Morning (4:08)
6. Skeleton Dance (3:37)
7. Mainline (3:46)
8. Lady Low (4:08)
9. Redhead Saturday (3:41)
10. Travel Song (7:50)

Gesamtspieldauer: 42:53



Teleman ist eine englische Indie-Pop-Band, die sich 2011 in London gegründet hat. Nach der Auflösung von Pete And The Pirates im Jahr 2011 begannen drei der ehemaligen Bandmitglieder unter dem Namen Teleman neue Musik zu schreiben und aufzunehmen. Der Schlagzeuger Hiro Ama ergänzte schließlich das Trio zu einem Quartett. Der Name der Band entstand, als die Musiker in einem Wohltätigkeitsladen ein Album des deutschen Komponisten Georg Philipp Telemann (1681 – 1767) sahen und diesen für sich adaptierten. „Breakfast“ heißt das erste Album der Londoner und wurde im Jahr 2014 auf dem Plattenlabel Moshi Moshi Records veröffentlicht und erreichte immerhin Platz 65 der britischen Charts.

Auf „Breakfast“ hört man sehr elektronischen Pop, der immer wieder mal Erinnerungen an die 80er Jahre aufleben lässt. Die vier Musiker haben sich beim Einspielen am Synthesizer „ausgetobt“, bei allen Vieren ist der Synthesizer auch als Instrument mit aufgeführt. Die Lieder von Teleman klingen luftig und leicht, eher fröhlich, als melancholisch oder gar traurig. Gepaart mit der hellen und jugendlichen Gesangsstimme klingt das alles sehr unbekümmert, frisch und unverbraucht.

Selbstverständlich sollte man beim Hören eine gewisse Affinität zu den 80ern und vor allen Dingen zu elektronischen Sounds verspüren, denn solch ein Lied wie „Mainline“, in dem man sogar auch mal eine verzerrte Gitarre zu hören bekommt, stellt eine Ausnahme auf „Breakfast“ dar. Die Lieder gehen allesamt sehr gut ins Ohr, wenn auch der „Überflieger-Ohrwurm“ fehlt. Eingängig klingt die Musik von Teleman auf ihrem Debut jedoch zu jeder Zeit und bereits mit dem zweiten Durchlauf glaubt man die Lieder schon sehr viel länger zu kennen.

Das letzte aufgeführte Lied, „Travel Song“, hat keine Spieldauer von knapp acht Minuten, sondern beinhaltet noch den „Hidden Track“ „Not In Control“. Dieser folgt nach fünfzehn Sekunden der Stille dem eigentlichen Lied nach und klingt deutlich rauer als die restlichen zehn Lieder – außer Kontrolle eben für Teleman-Verhältnisse.

Fazit: Sehr Synthesizer-lastigen Pop gibt es von Teleman zu hören. Immer wieder wird man dabei an die 80er Jahre erinnert. Die Melodien gehen gut ins Ohr, das Album lässt sich perfekt in einem Durchhören. Die Musik von Teleman klingt hier locker, leicht und luftig. Sicherlich nichts für eingefleischte Rocker aber all jene, die elektronischen Sounds nicht ganz abgeneigt gegenüberstehen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lady Low



Sonntag, 7. März 2021

Half Moon Run – A Blemish In The Great Light

 



Half Moon Run – A Blemish In The Great Light


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Devon Portielje
Dylan Phillips
Isaac Symonds
Conner Molander


Gastmusiker:

Quatuor Esca – string quartet
Colin Stetson – saxophone
Pietro Amato – French horn
Christopher Seligman – French horn
Chœur Des Enfants De Montréal – choir
Rowan Grace Mizerski – additional vocals




Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Then Again (3:19)
2. Favourite Boy (4:02)
3. Flesh And Blood (4:57)
4. Natural Disaster (3:43)
5. Black Diamond (2:59)
6. Yani's Song (2:41)
7. Razorblade (7:26)
8. Undercurrents (2:18)
9. Jello On My Mind (3:52)
10. New Truth (5:08)

Gesamtspieldauer: 40:28



„A Blemish In The Great Light“ heißt das dritte Studioalbum der kanadischen Rock Band Half Moon Run. Es wurde am 1. November 2019 auf dem Plattenlabel Glassnote Records veröffentlicht. Auf dem Album hört man Independent Rock, der erneut mehr in die Richtung des Mainstream Rocks und Pops driftet, wie er bereits auf dem Vorgängeralbum „Sun Leads Me On“ zu hören war.

Und so erklingt auch auf „A Blemish In The Great Light“ sehr eingängiger und melodiöser Rock, der sehr schnell ins Ohr geht und sich dabei auch durchaus abwechslungsreich anhört. Streicher, Bläser und ein Kinderchor lockern die Rockinstrumentierung immer wieder etwas auf, welche dadurch nochmals spannender klingt. Großartige Experimente gehen die Musiker von Half Moon Run dabei nicht ein, alles klingt bereits beim ersten Mal des Hörens auf eine entspannte Art und Weise gut. Und schließlich steigern sich die einzelnen Nummern noch mit den Durchläufen – werden noch vertrauter und damit eingängiger.

Somit ist „A Blemish In The Great Light“ ganz bestimmt keine schlechte Scheibe geworden, wenn man auf die eher sanftere und überaus melodische Ausprägung des Indie-Rocks steht. An die Lieder des Debuts „Dark Eyes“ reichen die Titel jedoch nicht ganz heran. Trotzdem gibt es einige Höhepunkte, die neben den anderen, hörenswerten Stücken noch einen Tick mehr zu überzeugen wissen, als jene restlichen Stücke. Dies wären gleich der Opener „Then Again“, dann das sehr eingängige „Natural Disaster“ sowie die kurze Instrumentalnummer „Undercurrents“.

Fazit: „A Blemish In The Great Light“ ist ein sehr melodisches und eingängiges Independent Rock Album geworden. Alles klingt auf der Platte und geht ins Ohr. Einige Höhepunkte gibt es zudem darauf zu hören, sodass all diejenigen, die auf die eher sanften Töne des Rocks stehen sicherlich Gefallen an diesem Album finden werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Then Again, Natural Disaster, Undercurrents



Freitag, 5. März 2021

Katatonia – City Burials

 



Katatonia – City Burials


Besetzung:

Jonas Renkse – vocals
Anders Nyström – guitar
Roger Öjersson – guitar
Niklas Sandin – bass
Daniel Moilanen – drums


Gastmusiker:

Anders Eriksson – co-production of keyboards, programming & editing
Joakim Karlsson – drum programming on "Lacquer"
Anni Bernhard – guest vocals on "Vanishers"




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: ProgMetal, Art Rock


Trackliste:

1. Heart Set To Divide (5:29)
2. Behind THe Blood (4:37)
3. Lacquer (4:42)
4. Rein (4:20)
5. The Winter Of Our Passing (3:18)
6. Vanishers (4:56)
7. City Glaciers (5:30)
8. Flicker (4:44)
9. Lachesis (1:54)
10. Neon Epitaph (4:31)
11. Untrodden (4:29)

Gesamtspieldauer: 48:34



Ursprünglich starte die schwedische Band Katatonia im Jahr 1991 als Death Metal Band. Das erste Album „Dance Of December Souls“ wurde im Jahr 1993 veröffentlicht und klang noch ziemlich kompromisslos hart. Nun, im Jahr 2020, erschien mit „City Burials“ bereits das elfte Studioalbum der Schweden auf dem Plattenlabel Peaceville Records. Dort hört man zwar noch kurze Metal-Passagen in Form des ProgMetal, meist spielt sich die Musik von Katatonia jedoch im Art Rock bis Prog ab.

Katatonia verstehen auf „City Burials“ das Spiel mit den Atmosphären, die immer wieder variiert werden, sich verändern. Mal klingt das sehr melancholisch bis fast schon verzweifelt, dann wieder deutlich hoffnungsvoller, sich nach Aufbruch anhörend. In letzteren Passagen klingt die Musik der Schweden dann auch deutlich härter. Unterschiedliche musikalische Abschnitte gehen wie selbstverständlich ineinander über, ergänzen sich zu einem sehr abwechslungsreichen Gesamteindruck, der niemals Langeweile aufkommen lässt.

Die Höhepunkte auf „City Burials“ sind das wunderschön traurig sentimental bis melancholisch klingende „Lacquer“. In dieselbe Kategorie fällt das Lied „Vanishers“, was dabei noch einen Tick verwunschener klingt und mich sehr an das neue Werk von Pure Reason Revolution „Eupnea“ erinnert. Darauf könnte sich diese Nummer ebenfalls befinden und würde sich in die Musik perfekt einreihen. Der dritte Höhepunkt – und dieses Mal wieder rockiger – ist das Lied „City Glaciers“. Sehr melodiöser, kraftvoller Rock, der mal das Tempo anzieht, dann wieder verschleppt. Abwechslungsreich in sich. Das hohe Niveau halten Katatonia allerdings über alle elf Titel.

Fazit: Katatonia haben sich mit ihren letzten Alben ein deutlich größeres Publikum erschlossen. Sie klingen nicht mehr so kompromisslos „hart“, wie noch zu Beginn der Karriere der Band. Die Musik auf „City Burials“ ist eingängig und abwechslungsreich. Immer wieder hört man Wendungen, neue Ideen, die sehr gut umgesetzt werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Lacquer, Vanishers, City Glaciers



Mittwoch, 3. März 2021

Passenger – Runaway

 



Passenger – Runaway


Besetzung:

Mike Rosenberg – lead vocals, backing vocals, acoustic guitar, vibraphone


Gastmusiker:

Peter Marin – drums, percussion
Ben Edgar – electric guitar, mandolin, lapsteel, banjo
Jon Solo – hammond, juno, wurlitzer
Rob Calder – bass
Geraldine Hollett – backing vocals
Phillip Churchill – backing vocals
Andrew Dale – backing vocals
Kirsty Mangan – violin 1
Catriona Parker – violin 2
Emma Owens – viola
Rhian Porter – cello
Ross Irwin – string arrangements




Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Folk Rock


Trackliste:

CD1:

1. Hell Or High Water (3:42)
2. Why Can't I Change (3:11)
3. Heart To Love (3:17)
4. Let's Go (3:14)
5. He Leaves You Cold (3:21)
6. Ghost Town (5:13)
7. Runaway (3:10)
8. Eagle Bear Buffalo (3:24)
9. To Be Free (4:47)
10. Survivors (4:59)

CD2:

1. Survivors (Live from Jedediah Smith Redwood State Park, CA) (4:43)
2. To Be Free (Live from Dauphin Rd, Vineland, NJ) (4:41)
3. Eagle Bear Buffalo (Live from Canaan Mountain Wilderness Area, UT) (3:27)
4. Runaway (Live from Joshua Tree National Park, CA) (3:22)
5. Ghost Town (Live from Michigan Theatre, Detroit, MI) (4:23)
6. He Leaves You Cold (Live from Unityville, PA) (3:23)
7. Let's Go (Live from Trough Rd, State Bridge, CO) (2:49)
8. Heart To Love (Live from a Rooftop in Manhattan, NY) (3:16)
9. Why Can't I Change (Live from Tahkenitch Landing Campground, Gardiner, OR) (3:15)
10. Hell Or High Water (Live from Santa Monica Beach, CA) (3:10)

Gesamtspieldauer CD1 (38:22) und CD2 (36:34): 1:14:56



„Runaway“ heißt das neunte Studioalbum des englischen Sängers und Songwriters Passenger alias Mike Rosenberg. Es wurde am 31. August 2018 auf dem Plattenlabel Black Crow Records veröffentlicht und erreichte Platz 6 der UK-Album-Charts. In Deutschland kletterte das Album immerhin bis auf Platz 15 der hiesigen Charts.

Irgendwie merkt man Mike Rosenberg an, dass er wohl mit diesem Album noch mehr auf dem US-amerikanischen Musikmarkt Fuß zu fassen versuchte. Durch den Einsatz der Lapsteel-Gitarre klingen die Lieder auf „Runaway“ nicht selten leicht Country- und Western-mäßig angehaucht. Genutzt hat es ihm jedoch nichts, denn die Platte konnte sich jenseits des Atlantiks überhaupt nicht durchsetzen. Auch die etwas poppige Produktion des Albums macht vieles auf „Runaway“ zunichte, zerstört viel von der Atmosphäre der Musik von Passenger.

Umso schöner, dass der Deluxe Edition des Albums, die für den gleichen Preis zu erhalten ist, noch die Live-Versionen der Lieder hinzugefügt wurden. Dort sind diese in umgekehrter Reihenfolge wie auf dem Originalalbum angeordnet. Hier hört man Mike Rosenberg sich allein auf der akustischen Gitarre begleitend. Von der Live-Atmosphäre eines Konzertes ist dabei so gut wie nichts spürbar, man hört nur den Gesang und die Gitarre.

Dadurch gewinnen die einzelnen Lieder ungemein. Man hört keinen sich anbiedernden Pop mehr, keinen Country-Abklatsch, nur noch Folk Rock, der sehr melodiös klingt. Bis auf die erste Nummer „Hell Or High Water“ gewinnen alle Lieder durch diese Konzentration auf das Wesentliche. Bei diesem ersten Stück spielt das Banjo in der multiinstrumentalen Version eine sehr schöne und überzeugende Rolle, die in der reinen Akustikversion dann natürlich fehlt. Ansonsten überzeugt die zweite CD sehr viel mehr als die eigentlich „offizielle“ Ausgabe des Albums – mit seinen Melodien und Atmosphären und Stimmungen.

Fazit: Durch die Live- beziehungsweise Akustikversionen der Lieder gewinnt das Album „Runaway“ definitiv an Atmosphäre und Spannung. Ruhigen Folk bekommt man dann zu hören, auf das Wesentliche konzentriert. Und genau das ist die Stärke von Passenger. Alles andere braucht man deutlich weniger. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Hell Or High Water (Original), Survivors (Akustik), He Leaves You Cold (Akustik)



Montag, 1. März 2021

Moonspell – Hermitage

 




Moonspell – Hermitage


Besetzung:

Fernando Ribeiro – vocals
Pedro Paixão – keyboards
Ricardo Amorim – guitars
Aires Pereira – bass
Hugo Ribeiro – drums




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Gothic Metal


Trackliste:

1. The Greater Good (5:04)
2. Common Prayers (4:08)
3. All Or Nothing (7:22)
4. Hermitage (4:43)
5. Entitlement (6:16)
6. Solitarian (4:07)
7. The Hermit Saints (4:22)
8. Apophthegmata (5:41)
9. Without Rule (7:42)
10. City Quitter (Outro) (2:59)
11. Darkness In Paradize (7:10)

Gesamtspieldauer: 59:39



Die im Jahr 1992 gegründete portugiesische Death Metal Band Moonspell veröffentlicht mit „Hermitage“ bereits ihr dreizehntes Studioalbum. „Hermitage“ erschien am 26. Februar auf dem Plattenlabel Napalm Records. Miguel Gaspar, Schlagzeuger und wie Sänger Fernando Ribeiro Gründungsmitglied der Band hatte Moonspell letztes Jahr verlassen und war durch Hugo Ribeiro ersetzt worden. Ansonsten blieben die Musiker, die in dieser Besetzung ansonsten so bereits seit 2003 zusammenspielen, der Band erhalten.

„Hermitage“ ist ein absolut vielschichtiges Werk geworden. Wahrscheinlich sogar das abwechslungsreichste Album der Portugiesen in ihrer gesamten bisherigen Karriere. So kann man auf dem Album knallharten Metal hören, der sich im nächsten Liedabschnitt zu einem Stück entwickelt, das mitunter fast schon an Pink Floyd erinnert, wie beim Opener „The Greater Good“ zu hören. Dann gibt es auf „Hermitage“ Titel – wie die beiden längsten Nummern des Albums „All Or Nothing“ und „Without Rule“ – zu hören, die schon weit in das Genre des Progressive Rocks hineinreichen. Lieder, die sich entwickeln, verändern, aus verschiedenen, ineinander übergehenden Passagen bestehen und dabei in sich selbst verschiedene musikalische Genres bedienen.

Doch Moonspell können auf „Hermitage“ phasenweise auch ganz leicht poppig angehaucht klingen und schließlich hört man plötzlich harte Riffs in Verbindung mit düsteren Chören, wie auf dem Titellied und der Nummer „The Hermit Saints“. „Solitarian“ ist dagegen eine sehnsüchtig klingende Instrumentalnummer, genau wie das vom Piano dominierte „City Quitter“. Das neunte Stück des Albums, „Without Rule“, erinnert wieder sehr an Pink Floyd und dabei an jene Phase, in der Roger Waters die Band bereits verlassen hatte. Dabei wird die Musik der Engländer jedoch nicht kopiert, sondern auf eine angenehme Weise interpretiert.

Über allen Liedern auf „Hermitage“ schwebt eine gewisse Düsternis, Dunkelheit, eine spürbare Schwere. Das lässt die Musik auf „Hermitage“ so wunderbar intensiv klingen, wodurch man perfekt in sie eintauchen kann. Diese sanften Stellen und die harten Riffs, bei denen der Gesang das Growling lediglich streift, diese Kombination hat was und lässt „Hermitage“ zu einem spannenden Album werden. Zudem ist die Musik von Moonspell zusätzlich überaus melodiös und eingängig und hat sich bereits spätestens nach dem zweiten Durchlauf des Albums im Ohr festgesetzt.

Die CD-Version des Albums enthält noch den Bonus-Titel, „Darkness In Paradize“, der sich nahtlos an die Qualität der restlichen zehn Lieder anpasst.

Fazit: „Hermitage“ ist ein sehr intensives und auch abwechslungsreiches Album geworden. Angefüllt mit Musik, die kräftig rockt und im nächsten Moment wieder sanft klingen kann. Dabei gehen die Lieder gut ins Ohr. Und in den Schweremut, in die Melancholie, die die Musik der Portugiesen verbreitet, lässt sich wunderbar eintauchen. Klasse Album. Elf Punkte.

Anspieltipps: All Or Nothing, Apophthegmata, City Quitter



Samstag, 27. Februar 2021

A.R. & Machines – AR 3

 





Besetzung:

Achim Reichel – echo guitar


Gastmusiker:

Hemuth Franke – slide guitar, electric guitar, reverse guitar
Manfred Rörup – harpsichord, clavinet, organ
Okko Bekker – tablas, musical saws, chains, rattle, sitar
Lemmy Lembrecht – tambourine, maracas, drums
Jochen Petersen – saxophone
Rolf Köhler – bass guitar
Thomas Kuckuck – rhythm and sound machine
Karl Georg Steffan – bass
Ykcid Hcarrat – drums
Peter Hecht – organ


Label: Zebra


Erscheinungsjahr: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Why Peter Is Only On Holiday / Warum Peter Nur Noch Ferien Macht (7:23)
2. Tarzan's Adventures In The Summer Sale / Tarzan’s Abenteuer Im Sommerschlußverkauf (5:18)
3. 10 Years Life Imprisonment / 10 Jahre Lebenslänglich (7:27)
4. The Frost-Giant's Daughter / Die Tochter Des Frostriesen (2:16)
5. The Owners Of The World / Die Eigentümer Der Welt (6:42)
6. Today It Is Warmer Than Outside / Heute Ist Es Wärmer Als Draussen (3:41)
7. In German We Call It Conscience-Bites / Auf Deutsch Heisst Das Gewissensbisse (3:19)
8. I ... Me Like I ... You / Wie Ich Mir So Ich Dir (2:20)
9. Everybody Goes To Goa / Alles Geht Nach Goa (5:17)

Gesamtspieldauer: 43:46



Achim Reichel hatte Glück gehabt. Denn der Musiker war, nach eigenen Angaben, bereits am Überlegen, ob er sein „Projekt“ A. R. & Machines weiterführen solle. Der Erfolg wollte sich irgendwie nicht so recht einstellen. Doch genau in dieser Phase des Überlegens wurde er von seiner Plattenfirma Polydor gefragt, ob er Interesse hätte, für das neue Sub-Label Zebra drei weitere Platten einzuspielen. Dieses Label sollte gerade die Hörerinnen und Hörer des Progressive Rock bedienen. Und so machte sich Achim Reichel an die Arbeit, lud Musiker ein und spielte Ende des Jahres 1972 bereits das zweite Album nach „Echo“ in diesem Kalenderjahr ein.

„AR 3“ klingt deutlich weniger experimentell, als noch der Vorgänger „Echo“. Ob dies ein Zugeständnis an die großzügige Plattenfirma war? Wahrscheinlich nicht, doch bleibt der Eindruck, dass Achim Reichel hier etwas massentauglicher klingen wollte. Mit dem Stück „Die Eigentümer der Welt“ enthält das Album sogar einen poppig-rockigen Titel, der für die damaligen Hitparaden zwar trotzdem mit knapp sieben Minuten Spieldauer zu lang war, von seiner Machart und der schnell eingängigen Melodie her jedoch durchaus Hitpotential hatte. Insgesamt fallen die Lieder auf „AR 3“ auch kompakter aus. Ausschweifende Passagen gibt es keine mehr zu hören. Dagegen hält sogar mal der Blues Einzug in den einen oder anderen Titel – allerdings immer nur phasenweise.

Die „Echo-Gitarre“ des Achim Reichel steht trotzdem weiterhin im Zentrum der Musik von A.R. & Machines. Der Klang dieser wird variiert und mittels anderer Instrumente unterfüttert. Dazu singt Achim Reichel ab und an in englischer Sprache. Mitunter groovt das Ganze auch sehr schön, wie beim pulsierenden „In German We Call It Conscience-Bites / Auf Deutsch Heisst Das Gewissensbisse“. Hier mischen sich schließlich auch etwas schrägere Synthesizer-Töne gegen Ende des Stücks unter den Hautmusikstrang und erhöhen damit deutlich die Spannung.

Und dieser Ansatz wird mit dem folgenden und leider sehr kurz ausgefallenen „I ... Me Like I ... You / Wie Ich Mir So Ich Dir“ gleich weiterverfolgt. Nun klingt A. R. & Machines wieder deutlich interessanter und spannender. Mit dem letzten Titel „Everybody Goes To Goa / Alles Geht Nach Goa“ gibt es schließlich sogar wieder außergewöhnliche Vokalarrangements zu hören, Synthesizer-Klänge in Verbindung mit einer Sitar und eine gewisse hypnotisierende Redundanz im weiteren Verlauf, sodass dem progressiven bis experimentellen Ansatz doch noch Rechnung getragen wird.

Fazit: „AR 3“ ist nicht mehr ganz so experimentell geraten wie noch der Vorgänger „Echo“. Trotzdem steigert sich das Album und wird gerade mit den letzten Stücken wieder deutlich interessanter und spannender. Das Zuhören macht auch auf „AR 3“ immer noch Spaß – mit jedem Mal des Hörens sogar noch ein bisschen mehr. Progressiver Rock aus Deutschland, Krautrock der guten und überzeugenden Art. Elf Punkte.

Anspieltipps: In German We Call It Conscience-Bites / Auf Deutsch Heisst Das Gewissensbisse, I ... Me Like I ... You / Wie Ich Mir So Ich Dir