Montag, 17. Mai 2021

Greta Van Fleet – Anthem Of The Peaceful Army

 



Greta Van Fleet – Anthem Of The Peaceful Army


Besetzung:

Joshua Kiszka – vocals
Jacob Kiszka – guitar, backing vocals
Samuel Kiszka – bass guitar, keyboards, backing vocals
Daniel Wagner – drums, backing vocals




Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Rock


Trackliste:

1. Age Of Man (6:06)
2. The Cold Wind (3:16)
3. When The Curtain Falls (3:43)
4. Watching Over (4:27)
5. Lover, Leaver (Taker, Believer) (6:01)
6. You‘re The One (4:26)
7. The New Day (3:44)
8. Mountain Of The Sun (4:30)
9. Brave New World (5:00)
10. Anthem (4:38)

Gesamtspieldauer: 45:57



„Anthem Of The Peaceful Army“ nannte die US-amerikanische Band Grets Van Fleet ihr erstes Studioalbum, welches am 19. Oktober 2018 auf dem Plattenlabel Republic Records veröffentlicht wurde. Die Lieder „When The Curtain Falls“, „You‘re The One“ sowie „Lover, Leaver“ wurden zusätzlich als Singles ausgekoppelt und veröffentlicht.

Die Musik, die auf „Anthem Of The Peaceful Army“ zu hören ist scheint irgendwie nicht aus dieser Zeit zu stammen und erinnert sehr viel eher an den oftmals bluesorientierten Rock der 70er Jahre. Klares Vorbild scheint für Greta Van Fleet dabei Led Zeppelin zu sein. Und dies nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sich Joshua Kiszkas Gesang an vielen Stellen schon sehr dem des Robert Plant annähert. Insgesamt ist es der Klang der Musik von Greta Van Fleet, der diesen Vergleich aufkommen lässt.

Nun, ein Led Zeppelin-Klon ist die Band damit allerdings keineswegs. Greta Van Fleet klingen noch ein wenig massentauglicher und bezüglich des Rockes etwas angepasster, als die britischen Vorgänger und Vorbilder. Trotzdem hat die Musik was, es macht Spaß zuzuhören. Die Musik von damals scheint hier noch etwas erweitert zu werden, ohne einfach nur eine Kopie zu sein. Besonders gelungen sind dabei die Lieder „Age Of Man“ sowie „Brave New World“. Tolle Rock-Titel, die schnell ins Ohr gehen und spannend aufgebaut sind. Viele Bands, die solche Musik noch zelebrieren gibt es zur Zeit nicht mehr.

Fazit: Klar erinnert das erste Album von Greta Van Fleet etwas an Led Zeppelin. Und das hat mehrere Gründe, diese Stimme, der Klang der Lieder, die Melodien. Doch die Musik unterhält, ohne dabei zur reinen Kopie zu verkommen. Das Album enthält einige Höhepunkte und keine Ausfälle. Für alle Freundinnen und Freunde des Rocks sicherlich geeignet. Macht Spaß. Neun Punkte.

Anspieltipps: Age Of Man, Brave New World



Samstag, 15. Mai 2021

MajorVoice – Morgenrot

 



MajorVoice – Morgenrot


Besetzung:

Ronald Zeidler – vocals


Gastmusiker:

Corvin Bahn – piano, keys, & programming
Chris Harms – guitars, bass & programming
Ruben Roeh – additional guitars
Scarlett Dorn – guest vocals on “Lullaby Of Pain”
Der Schulz – guest vocals on “Ruf Mich”
Ally The Fiddle – violin on “Waves Of Love”




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop, Musical


Trackliste:

1. Waves Of Love (4:25)
2. Ruf Mich (4:09)
3. Sunbed In The Rain (4:23)
4. Leah (3:58)
5. Die Ganze Zeit (3:24)
6. Live This Day Forever (3:55)
7. Kein Meer Zu Tief (4:07)
8. Wenn Du Gehst (3:48)
9. I'll Remember You (4:25)
10. Lullaby Of Pain (4:17)
11. When You Love Someone (3:39)
12. I Believe (4:56)

Gesamtspieldauer: 49:32



MajorVoice, das ist Ronald Zeidler, ein Sänger mit einer eindringlichen Bass-Stimme. „Morgenrot“ heißt die vierte Veröffentlichung, ist gleichzeitig das dritte Studioalbum von MajorVoice und wurde am 22. Januar 2021 auf Nocut Entertainment (SPV) veröffentlicht.

Auf „Morgenrot“ hört man überaus eingängige Musik, Pop-Musik mit ganz starker Musical-Einfärbung. Melodiös klingt das jederzeit, geht immer ins Ohr und Ronald Zeidler ist ein klasse Sänger, das erfühlt und hört man gleich beim ersten Durchlauf des Albums. Mal ertönt die Musik von MajorVoice orchestral, wobei es sich dabei wohl um Synthesizer-Sounds handelt, mal wird ein Lied zurückhaltender instrumentiert, doch das ist eher die Ausnahme, denn die Regel. Ronald Zeidler wechselt zwischen deutscher und englischer Sprache, was das Album nochmals etwas auflockert.

Störend klingt dieses sture und monotone Bum – Tsching – Bum – Tsching – Bum – Tsching des Schlagzeugs, welches sich durch das Album zieht. Man muss definitiv Musical Fan sein, um mit diesem Sound und dieser Musik „warm“ zu werden. Denn auch wenn alles melodiös klingt, so hört es sich doch leider sehr austauschbar an und hinterlässt kaum Spuren. Die Lieder gehen ins Ohr – und verlieren sich dann.

Fazit: „Morgenrot“ ist ein Pop-Album für Musical-Fans. Nein, „Morgenrot“ ist ein Musical-Album für Pop-Fans. Egal, wie man es wendet oder dreht, Musical-Musik schwingt immer mit. Die Lieder klingen eingängig, hinterlassen jedoch kaum Spuren, dafür singt Ronald Zeidler wahrlich gut. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Sunbed In The Rain



Donnerstag, 13. Mai 2021

Frost* – Day And Age

 



Frost* – Day And Age


Besetzung:

Jem Godfrey – keyboards, railboard, vocals
Nathan King – bass, keyboards, vocals
John Mitchell – guitars, bass, vocals


Gastmusiker:

Kaz Rodriguez – drums
Darby Todd – drums
Pat Mastelotto – drums




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Melodic Rock, ProgMetal


Trackliste:

1. Day And Age (11:49)
2. Terrestrial (5:12)
3. Waiting For The Lie (4:31)
4. The Boy Who Stood Still (7:33)
5. Island Life (4:13)
6. Skywards (4:15)
7. Kill The Orchestra (9:27)
8. Repeat To Fade (6:14)

Gesamtspieldauer: 53:16



Nachdem im letzten Jahr die EP „Others“ veröffentlicht worden war, erscheint nun das vierte komplette Studioalbum von Frost mit dem Titel „Day And Age“. Schlagzeuger Craig Blundell hatte die Band im Jahr 2019 verlassen und so engagierten Frost mit Kaz Rodriguez (Chaka Khan, Josh Groban), Darby Todd (The Darkness, Martin Barre) und Pat Mastelotto (Mister Mister, King Crimson) gleich drei unterschiedliche Drummer, die beim Einspielen der Titel halfen.

Zu Beginn wird man von einer freundlichen Kinderstimme begrüßt und schließlich mit den gar nicht mehr so freundlichen Worten „Du Abschaum“ in das Album entlassen. Abschaum oder nicht, man sollte sich darauf einlassen, denn auf „Day And Age“ bekommt man rockigere Töne zu hören, als noch auf den Vorgängeralben. Der Pop ist gegenüber dem Rock stark ins Hintertreffen geraten, was der Musik von Frost durchaus guttut.

Das Album startet sofort mit der längsten Nummer und gleichzeitig dem Titellied. „Day And Age“ besteht aus mehreren Teilen, die überzeugend miteinander verbunden sind ohne, dass es konstruiert wirken würde. Das Lied steigert sich bezüglich des Tempos und groovt dabei richtig gut. Der Mix aus Instrumentalabschnitten sowie gesungenen Passagen lässt nie Langweile aufkommen und macht die knapp zwölf Minuten zu einer kurzweiligen musikalischen Reise. Schöner Einstieg.

Das folgende und rockige „Terrestrial“ lebt von seinem Rhythmus, wohingegen „Waiting For The Lie“ im Anschluss daran balladesk klingt und vom Piano dominiert wird. Natürlich gehen die Nummern allesamt ins Ohr. Nichts anderes ist zu erwarten, wenn John Mitchell mit von der Partie ist, der auch den Sound von Kino, It Bites oder Lonely Planet prägt. Doch, dass Frost auch anders können, beweisen sie gleich mit dem folgenden Titel „The Boy Who Stood Still“. Mal eine rhythmisch pulsierende Nummer mit Sprechgesang, dann fast hymnisch klingend, sich sphärisch weiterentwickelnd und schließlich in einen Drumpart mündend, der von allerlei unterschiedlichen Geräuschen und Stimmen begleitet wird.

Die beiden folgenden Lieder sind solide Rockstücke, wohingegen „Kill The Orchestra“ sich größtenteils im Mid-Tempo abspielt. Mit „Repeat To Fade“ kommen dann nochmals all diejenigen auf ihre Kosten, die melodischen Rock mögen. Eine Sopransängerin begleitet das Stück im Hintergrund, wieder sind Stimmen von weit her zu hören, die mich manchmal an „The Wall“ von Pink Floyd erinnern. Das Lied fährt Tempo und Rhythmus zurück und schließlich mündet alles in einem fast schon bombastischen Ausklang des Albums, der mit dem weißen Rauschen eines Fernsehers endet.

Fazit: „Day And Age“ kling rockiger, als die Vorgängeralben von Frost. Eingängig bleibt die Musik der Band dabei natürlich trotzdem. Die Lieder entwickeln sich, changieren die Stimmungen und das Album unterhält, wird in seinem Verlauf niemals langweilig. Elf Punkte.

Anspieltipps: Day And Age, Repeat To Fade



Dienstag, 11. Mai 2021

Bruce Springsteen – Working On A Dream

 



Bruce Springsteen – Working On A Dream


Besetzung:

Bruce Springsteen – lead vocals, guitar, harmonica, keyboards, percussion, glockenspiel


Gastmusiker:

Roy Bittan – piano, Hammond organ, accordion
Clarence Clemons – saxophone, vocals
Danny Federici – Hammond organ
Nils Lofgren – guitar, vocals
Patti Scialfa – vocals
Garry Tallent – bass guitar
Steven Van Zandt – guitar, vocals
Max Weinberg – drums
Soozie Tyrell – violin, vocals
Patrick Warren – hammond organ, piano, keyboards ("Outlaw Pete", "This Life", "Tomorrow Never Knows")
Jason Federici – accordion ("The Last Carnival")
Eddie Horst – string and horn arrangements ("Outlaw Pete", "Tomorrow Never Knows", "Surprise Surprise", "Kingdom Of Days")




Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Rock


Trackliste:

1. Outlaw Pete (8:00)
2. My Lucky Day (4:00)
3. Working On A Dream (3:30)
4. Queen Of The Supermarket (4:39)
5. What Love Can Do (2:56)
6. This Life (4:30)
7. Good Eye (3:00)
8. Tomorrow Never Knows (2:13)
9. Life Itself (4:00)
10. Kingdom Of Days (4:02)
11. Surprise, Surprise (3:24)
12. The Last Carnival (3:29)

Bonus Track:

13. The Wrestler (3:50)

Gesamtspieldauer: 51:39



„Working On A Dream“ heißt das sechzehnte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Bruce Springsteen. Es erschien weltweit am 27. Januar 2009 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Lediglich in Deutschland und Irland war das Album bereits am 23. Januar veröffentlicht worden. Bei der Einspielung unterstützte ihn einmal mehr seine langjährige Begleitband, die E-Street Band. „Working On A Dream“ verkaufte sich weltweit mehr als 3 Millionen Mal. Das Titellied „Working On A Dream“ sowie die Lieder „My Lucky Day“, „The Wrestler“ und „What Love Can Do“ waren zusätzlich als Singles veröffentlicht worden.

Auf „Working On A Dream“ hört man eine poppig-rockige Mischung, die jederzeit gut ins Ohr geht. Der Groove zieht sich durch das gesamte Album, sodass man laufend den „Zwang“ verspürt beim Zuhören mit dem Fuß mitwippen zu wollen. Gut gemachter und melodiös klingender Mainstream Rock, der jederzeit eine gewisse Qualität besitzt und Fans von Bruce Springsteen kaum enttäuschen dürfte. „Working On A Dream“ ist solides Bruce Springsteen Album geworden, ohne große Ausfälle.

Dafür befinden sich auf der Platte allerdings zwei sehr hörenswerte Höhepunkte im Schaffen des Musikers. Zum einen ist da das etwas getragen und melancholisch klingende und trotzdem mit ordentlich Rhythmus und Tempo versehene „Life Itself“. Schöne Nummer, eingängig und länger nachhallend. Der Höhepunkt des Albums ist allerdings der wunderschöne Opener, das achtminütige „Outlaw Pete“. Hier paart Bruce Springsteen eine spannende, wenn auch traurige Geschichte mit sehr eindringlicher Musik, die sich auch durch die Instrumentierung von den anderen Stücken abgrenzt. Viele Streicher und ein wunderschön nach den 70ern klingender Hammond Orgel Sound unterstreichen die Sonderstellung dieses Stücks auf „Working On A Dream“. Ein Lied mit Ohrwurmcharakter – auch über die gesamte Laufzeit von acht Minuten hinweg.

Fazit: Ein grundsolides Album ist die sechzehnte Studioveröffentlichung des Bruce Springsteen geworden. Alle Freundinnen und Freunde seiner Musik dürften viel auf „Working On A Dream“ für sich entdecken. Und dann gibt es da noch das Lied „Outlaw Pete“, welches auch „neutralere“ Fans einzufangen versteht. Alleine wegen dieses Liedes lohnt sich bereits der Kauf des Albums. Neun Punkte.

Anspieltipps: Outlaw Pete, Life Itself



Sonntag, 9. Mai 2021

It Bites – Map Of The Past

 



It Bites – Map Of The Past


Besetzung:

John Mitchell – lead vocals, guitars
John Beck – keyboards, vocals
Bob Dalton – drums, vocals
Lee Pomeroy – bass, vocals


Gastmusiker:

London Symphony Orchestra – orchestration




Erscheinungsjahr: 2012


Stil: Rock, Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Man In The Photograph (3:43)
2. Wallflower (4:50)
3. Map Of The Past (4:36)
4. Clocks (5:43)
5. Flag (4:37)
6. The Big Machine (5:17)
7. Cartoon Graveyard (5:03)
8. Send No Flowers (4:15)
9. Meadow And The Stream (6:42)
10. The Last Escape (6:07)
11. Exit Song (1:42)

Bonustracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

12. Lighthouse (3:27)
13. Come On (5:10)

Gesamtspieldauer: 1:01:18



„Map Of The Past“ heißt das fünfte und bisher letzte (Stand Mai 2021) Studioalbum der englischen Rock Band It Bites. Es wurde ursprünglich am 26. März 2012 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und erscheint nun im Jahr 2021 in einer remasterten Version inklusive zweier Bonus-Titel. „Map Of The Past“ ist das erste Konzeptalbum der Band. Mittels alter Photographien wird eine emotionale Reise in die Vergangenheit angetreten. Gitarrist und Sänger John Mitchell schrieb das Album zusammen mit Keyboarder John Beck. Zur Band gehörte nun auch Bassist Lee Pomeroy, nachdem sich auf dem letzten Album noch John Mitchell und John Beck die Bassparts geteilt hatten.

Die Musik auf „Map Of The Past“ klingt manchmal leicht verwunschen, verträumt bis melancholisch, dem textlichen Inhalt durchaus angepasst. Sehr viel sanfte Töne gibt es auf dem Album zu hören, maximal werden Rhythmus und Geschwindigkeit bis zum Mid-Tempo gesteigert. Die einzelnen Lieder gehen ineinander über, was den Eindruck eines Konzeptalbums nochmals verstärkt. Dazu hört man auf „Map Of The Past“ noch eingängigere Melodien, als auf dem Vorgänger „The Tall Ships“. Mit Progressive Rock kann man dabei allerdings auch dieses Album kaum umschreiben. Zwar sind die Lieder etwas komplexer arrangiert und zum Teil auch mittels des London Symphony Orchestras aufwendiger instrumentiert, doch man hört trotzdem immer noch eine poppig-rockige Mischung, jederzeit fähig gut ins Ohr zu gehen.

Das ist das Merkmal der Musik auf „Map Of The Past“, da kommt man einfach nicht drum herum. Die Lieder hören sich dabei mal überzeugender, mal weniger überzeugend an, je nachdem wir sehr sie in den Pop abdriften. Ein Beispiel hierfür ist der Titel „Clocks“. Klingt nicht nur sehr poppig, sondern dazu auch noch süßlich. Muss man nicht haben. Bei anderen Liedern wurde das besser und spannender gelöst, am Gelungensten beim Titel „Meadow And The Stream“. Abwechslungsreich mit einigen Stimmungswechseln versehen und natürlich auch wieder eingängig und melodiös.

Die beiden nun auf dem Album enthaltenen Bonus Titel „Lighthouse“ und „Come On“ stehen den übrigen Liedern in nichts nach und verlängern dadurch das Hörerlebnis. Die Abschmischung klingt zudem klasse. Ich habe keinen Vergleich zur ursprünglichen Version des Albums, doch alle Instrumente sowie der Gesang klingen klar und gut aufeinander abgestimmt.

Fazit: „Map Of The Past“ klingt für mich noch etwas besser als der Vorgänger „The Tall Ships“. Das liegt durchaus an der Eingängigkeit, aber auch am Aufbau und den Arrangements der Lieder. Und auch hier gilt, wie für alle It Bites Scheiben: Wer auf die eingängige Variante, den melodischen Pop-Prog steht, die oder der wird hier fündig. Neun Punkte.

Anspieltipps: Map Of The Past



Freitag, 7. Mai 2021

Kayak – Out Of This World




Kayak – Out Of This World


Besetzung:

Ton Scherpenzeel – keyboards, lead and backing vocals
Bart Schwertmann – lead and backing vocals
Marcel Singor – guitar, lead and backing vocals
Kristoffer Gildenlöw – bass, lead and backing vocals
Hans Eijkenaar – drums




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Out Of This World (6:08)
2. Waiting (4:04)
3. Under A Scar (6:29)
4. Kaja (3:15)
5. Mystery (3:57)
6. Critical Mass (7:10)
7. As The Crow Flies (4:09)
8. The Way She Said Goodbye (3:17)
9. Traitor’s Gate (3:19)
10. Distance To Your Heart (4:19)
11. Red Rag To A Bull (4:17)
12. One By One (4:15)
13. A Writer’s Tale (9:29)
14. Cary (2:58)
15. Ship Of Theseus (3:42)

Gesamtspieldauer: 1:10:53



Das bereits achtzehnte Studioalbum der niederländischen Band Kayak stellt „Out Of This World“ dar. Nachdem Bandleader und letztes verbliebenes Gründungsmitglied Ton Scherpenzeel Ende 2019 einen Herzinfarkt erlitten hatte und die beginnende Pandemie sowieso keine Touren mehr erlaubte, konzentrierte sich die Band darauf neues Material einzuspielen. Fünfzehn neue Titel gibt es auf „Out Of This World“ zu hören, die allesamt Ton Scherpenzeel komponierte. Lediglich bei der Nummer „Traitor’s Gate“ bekam er Unterstützung durch Schlagzeuger Hans Eijkenaar.

„Out Of This World“ klingt sehr abwechslungsreich, was nicht nur an der Musik selbst liegt. Lead-Sänger Bart Schwertmann ließ bei insgesamt fünf Titeln die Kollegen ans Mikrophon. Drei davon wurden durch Marcel Singor eingesungen. Doch auch Kristoffer Gildenlöw durfte mal ran und bei „Ship Of Theseus“ hört man Ton Scherpenzeel sogar höchstpersönlich. Sicherlich ein zusätzliches Stilmittel, um die Vielfältigkeit eines Albums zu unterstreichen, Bart Schwertmanns Gesang klingt dabei allerdings doch am Überzeugendsten.

Die Musik von Kayak deckt auf „Out Of This World“ mit den musikalischen Genres von Pop über Rock und Mainstream, bis hin zu Art Rock mit progressiven Ausflügen eine sehr große Bandbreite ab. Solch Pop-Liedchen wie „Cary“ sind dabei glücklicherweise die Ausnahme und dauern in diesem Fall auch lediglich weniger als drei Minuten. Eingängig klingt die Musik von Kayak auf „Out Of This World“ immer und solch eine Rock-Nummer wie „Waiting“ entwickelt sich bereits beim ersten Mal des Hörens zum Ohrwurm, dessen „Oh-Oh-Oh“ alle Fans auf den hoffentlich bald folgenden Konzerten mitgrölen werden.

Doch noch interessanter klingt da schon der vielschichtige Opener und gleichzeitig das Titellied „Out Of This World“. Spannender Aufbau und diverse Wendungen, gelungene Breaks und toll arrangierter mehrstimmiger Gesang prägen dieses Lied. Hier sind Kayak ihren progressiven Wurzeln noch mal ganz nah. Ebenfalls sehr lohnenswert lässt sich dem deutlich ruhigeren, atmosphärisch dichten und zunächst fast getragen klingenden „Under A Scar“ lauschen. Allerdings entwickelt sich auch dieses Lied in rockigere Gefilde, lebt von der Abwechslung und weist gegen Ende sogar leichte Musical-Anleihen auf – ohne, dass ich die Skip-Taste drücken müsste.

Wunderschöne Keyboardläufe bekommt man mit „Critical Mass“ serviert. Gegen Ende schmettert Bart Schwertmann seine Botschaft irgendwo zwischen Pathos und Verzweiflung in das Mikrophon. Schließlich soll an dieser Stelle auch noch das längste Stück des Albums Erwähnung finden. „A Writer’s Tale“ besteht ebenfalls aus geschickt miteinander verwobenen Abschnitten, die die Spannung hochhalten, da immer wieder neue Wege eingeschlagen werden. Auch hier ist die Nähe zum Musical gegeben, doch den letzten Schritt in diese Richtung vermeiden die Holländer dann glücklicherweise doch noch.

Fazit: Kayak unterhält auf „Out Of This World“. Das Album gehört zu den guten Scheiben der Holländer. Die Musik klingt abwechslungsreich und jederzeit melodiös und eingängig. Wer auf die melodiöse Ausrichtung des Art Rock bis Neo Prog steht, gewürzt mit etwas Pop und Rock, wird mit der Scheibe sicherlich Spaß haben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Out Of This World, Critical Mass



Mittwoch, 5. Mai 2021

It Bites – The Tall Ships

 



It Bites – The Tall Ships


Besetzung:

John Mitchell – vocals, guitar, bass
John Beck – keyboards, bass, vocals
Bob Dalton – drums, vocals




Erscheinungsjahr: 2008 (Wiederveröffentlichung 7.5.2021)


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Oh My God (5:47)
2. Ghosts (4:45)
3. Playground (5:32)
4. Memory Of Water (4:49)
5. The Tall Ships (6:17)
6. The Wind That Shakes The Barley (8:11)
7. Great Disasters (4:59)
8. Fahrenheit (5:16)
9. For Safekeeping (5:27)
10. Lights (4:54)
11. This Is England (13:34)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

12. These Words(5:42)
13. When I Fall (4:38)

Gesamtspieldauer: 1:19:59



It Bites ist eine englische Rockband, die 1982 in Egremont, Cumbria, England, gegründet wurde. Von 1986 bis 1989 veröffentlichten It Bites insgesamt drei Studioalben. Im Jahr 1990 löste sich die Band auf. Schließlich kam es 2003 zu einer Reunion mit verändertem Line-Up. Dieses wechselte in den folgenden Jahren nochmals, bis schließlich im Oktober 2008 mit neuem Sänger und Gitarristen John Mitchell das vierte Album von It Bites mit dem Namen „The Tall Ships“ erschien. „The Tall Ships“ wird nun am 7. Mai auf dem Plattenlabel InsideOut Music neu veröffentlicht und enthält beide Bonus-Tracks, die sonst nur einzeln auf der europäischen und der japanischen Ausgabe des Albums zu finden waren.

Auf „The Tall Ships“ hört man eine rockige-poppige Mischung, die jederzeit gut ins Ohr geht. Die Band weiß wie man Melodien entwickelt, die sich sehr schnell festsetzen. Mit Progressive Rock, einem Genre, welches It Bites auch immer wieder gern zugeschrieben wird, hat das allerdings nur am Rande etwas zu tun. It Bites bewegen sich mit ihrer Musik schon deutlich mehr im Bereich des Mainstream Rocks. Eingängig klingt das jedoch wie bereits erwähnt immer und die Musik unterhält auch durchaus. Die Neuauflage des Albums klingt zudem bezüglich des Remasters überzeugend. Alle Instrumente und der Gesang erklingen klar und gut aufeinander abgestimmt. Das hat sich gelohnt.

Wer also auf locker klingenden und eingängigen Rock steht, die oder der dürfte hier sehr viel für sich finden. Die beiden Bonus-Titel reihen sich da qualitativ sehr schön in die Reihe der elf „offiziellen“ Titel ein. Bei solch allzu poppigen Stücken wie „Great Disasters“ oder „Fahrenheit“ fühlt man sich zwar als Freund rockiger Klänge eher nicht so wohl, „Playground“ und das exzessive „This Is England“ entschädigen jedoch dafür wieder. Gerade letztgenannter Titel folgt nicht dem Schema „Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Solo-Strophe-Refrain“ und hält einige Wendungen parat. Nicht nur bezüglich der Länge fühlt und hört man hier ein Lied, welches dann doch noch ganz zart die melodische Ausprägung des Progs streift. Mit viel Abwechslung und Eingängigkeit gepaart mit einer kleinen Prise Pathos stellt es für mich den Höhepunkt auf „The Tall Ships“ dar.

Fazit: Wer auf eingängigen Rock steht, der auch manchmal etwas poppiger klingt, kann mit „The Tall Ships“ von It Bites nichts falsch machen. Zumindest klitzekleine progressive Ansätze sind auch enthalten. Gute Laune Musik, die schnell ins Ohr geht, dabei weder vertrackt, noch zu kompliziert klingt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Playground, This Is England



Montag, 3. Mai 2021

The Apache Relay – The Apache Relay

 



The Apache Relay – The Apache Relay


Besetzung (Ohne Instrumentenangabe):

Michael Ford, Jr.
Mike Harris
Brett Moore
Kellen Wenrich
Ben Ford


Gastmusiker:

Jonathan Rice – guest vocals
Angie Engelbart – guest vocals
Aaron Early – drums




Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Katie Queen Of Tennessee (3:28)
2. Ruby (3:29)
3. Terrible Feeling (3:14)
4. Don’t Leave Me Now (3:04)
5. Growing Pains (3:28)
6. Good As Gold (3:42)
7. Forest For The Trees (2:51)
8. Dose (4:08)
9. White Light (3:30)
10. Valley Of The Fevers (4:07)
11. Happiest Day Of Your Life (3:40)
12. Terrible Feeling (Noisetrade Eastside Manor Sessions Live) (3:36)
13. Growing Pains (Noisetrade Eastside Manor Sessions Live) (3:22)

Gesamtspieldauer: 45:45



The Apache Relay war eine US-amerikanische Rock Band aus Nashville, Tennessee. Das selbstbetitelte Album „The Apache Relay“ ist die dritte Studioveröffentlichung der Band und war gleichzeitig auch deren letzte Platte. „The Apache Relay“ wurde am 22. April auf dem Plattenlabel Nomadic Records veröffentlicht und enthält eines der bekanntesten Lieder der Band, das Stück „Katie Queen Of Tennessee“, welches auch als Single ausgekoppelt worden war.

Auf diesem dritten Album von The Apache Relay hört man tollen und melodiösen poppigen Rock. Oder doch eher rockigen Pop? Im Grunde genommen egal, denn die Titel wirken einfach, ganz gleich wie man sie kategorisiert. Viele schöne Melodien gibt es auf dem Album zu entdecken, die ganz schnell ins Ohr gehen. Und definitiv steigert sich diese Musik noch mit jedem weiteren Durchlauf. Dazu kommen diese Atmosphären, diese Stimmungen, die The Apache Relay so wunderschön zu transportieren verstehen. Die Grundstimmung des Albums ist dabei eine eher fröhliche, optimistische. Doch man hört ebenso einige nachdenkliche Momente. Die Mischung macht es in diesem Fall und lässt beim Hören niemals Langeweile aufkommen.

Tatsächlich gibt es viele Höhepunkte auf der Platte. Sei es gleich der Opener, das bereits erwähnte „Katie Queen Of Tennessee“ oder das sich daran anschließende Lied „Ruby“. Tolle Nummern, die so wunderbar direkt ins Ohr gehen. Ebenfalls sehr zu empfehlen ist das rhythmisch startende „Good As Gold“, was zunächst eine irgendwie nach Western klingende Stimmung aufkommen lässt. Das ändert sich mit dem Einsetzen des Gesangs, eine leicht groovende Nummer entwickelt sich, die einmal mehr mit Eingängigkeit punktet. „Forest For The Trees“ klingt wunderschön verwunschen und zerbrechlich und der Höhepunkt des Albums folgt kurze Zeit später mit dem Lied „White Light“. Eine klasse, treibende Nummer, die zum Mitwippen animiert und sich bereits beim ersten Mal des Hörens im Ohr festsetzt.

Die letzten beiden Lieder dieser Albumausgabe sind zwei Live-Titel, die sich nahtlos an die anderen Stücke des Albums anpassen. Dabei ist vom Live-Gefühl nichts zu vernehmen. Man hört weder das Publikum noch sonst irgendwelche Geräusche, die darauf hinweisen würden, dass diese Stücke außerhalb von Studiowänden aufgenommen worden sind.

Fazit: Das dritte und selbstbetitelte Album von The Apache Relay ist eine sehr überzeugende Scheibe geworden. Eingängige Lieder, bei denen es Spaß macht zuzuhören. Melodiöse Lieder, die auch länger im Ohr verweilen. Schade nur, dass sich The Apache Relay danach auflösten. Ich hätte gerne noch mehr von dieser Band gehört. Doch den Youtube-Kanal der Band gibt es noch. Man soll die Hoffnung ja niemals aufgeben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Good As Gold, Forest For The Trees, White Light



Samstag, 1. Mai 2021

Reflection Club – Still Thick As A Brick

 



Reflection Club – Still Thick As A Brick


Besetzung:

Nils Conrad – E-Gitarre
Paul Forrest – Lead-Gesang, akustische Gitarre, Querflöte
Ulla Harmuth – Querflöte
Lutz Meinert – Tasteninstrumente, Bass, Schlagzeug, Perkussion, Background-Gesang




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Prelude (2:00)
2. Time Out (4:03)
3. Years On The Fast Track (3:31)
4. Rellington Town (6:17)
5. The Club Of Hopeful Opinions (3:47)
6. The Foray Of The Sharks (5:45)
7. Sentimental Depreciation (5:19)
8. Nervesoothers (3:09)
9. The Great Dance Around The Golden Calf (3:36)
10. Bedlam (5:48)
11. Look Across The Sea (4:24)

Gesamtspieldauer: 47:42



Musik ist etwas Wunderbares. Ganz einfach lässt sie Gefühle entstehen, Erinnerungen aufkommen. Musik schafft es die Stimmung zu heben und das Herz zu erwärmen. Sie versetzt einen in unterschiedliche Situationen und lässt Hörerinnen und Hörer ganz tief Eintauchen in längst vergangene Zeiten.

Genauso erging es mir, als ich „Still Thick As A Brick“ von Reflection Club hörte. Die ersten Akkorde ertönten und sofort war ich musikalisch zurückversetzt in das Jahr 1972, als Jethro Tull ihr wohl bekanntestes Werk „Thick As A Brick“ veröffentlichten – und das, obwohl ich Anfang der 70er Jahre eher im Sandkasten buddelte, als aktiv Musik zu hören. Doch „Thick As A Brick“ von Jethro Tull begleitet mich bereits mein ganzes musikalisches Leben, welches dann bewusst Ende der 70er Jahre einsetzte. Schließlich sitze ich also im Frühjahr 2021 genervt von Corona auf meinem Sofa, lege „Still Thick As A Brick“ von der mir völlig unbekannten Band Reflection Club auf und bin bereits nach den ersten Akkorden beeindruckt.

„Thick As A Brick 2“ erschien im Jahr 2012. Allerdings wurde das Album nicht mehr unter der „Überschrift“ Jethro Tull, sondern unter Ian Andersons Namen veröffentlicht. Und jetzt, neun Jahre später veröffentlicht er ein Album, was durchaus auch „Thick As A Brick 3“ heißen könnte unter dem Namen Reflection Club? Nein, der Reflection Club klingt wie Jethro Tull, ist es allerdings nicht. Lutz Meinert steckt dahinter, den einige vielleicht bereits von der Band Margin her kennen. Zusammen mit dem Gitarristen Nils Conrad (Crystal Palace und For Your Pleasure), der US-amerikanischen Flötistin Ulla Harmuth sowie dem englischen Sänger, ebenfalls Flötisten und Gitarristen Paul Forrest (Jethro Tull Experience und Dayglo Pirates) spielte Lutz Meinert eine Hommage des Jethro Tull Klassikers ein, welche ganz eindeutig nach Jethro Tull in der damaligen Zeit klingt.

Selbstverständlich spielen Reflection Club „Thick As A Brick“ nicht einfach nach, im Stile des damaligen Albums entstand allerdings eine elfteilige Suite, die alle Jethro Tull Fans begeistern dürfte. Denn die Musik auf „Still Thick As A Brick“ klingt keineswegs wie eine Kopie des Originals, sehr viel eher wie eine Erweiterung des ursprünglichen Albums. Nichts klingt hier abgekupfert oder identisch, das ursprüngliche Album diente eher als Inspiration und die darauf zu hörende Musik wird nun in neuer Form zum Leben erweckt.

So gibt es auf „Still Thick As A Brick“ viel zu entdecken. Wunderschöne Melodien, eher rockige Abschnitte, die sich mit deutlich sanfteren Passagen abwechseln. Jede Menge Abwechslung, die dem Original in Nichts nachsteht. Die elf Titel gehen ineinander über und man tritt beim Hören eine musikalische Reise an, die spannend klingt und jederzeit zu überzeugen weiß.

Das Album erhält man in Form eines kleinen Buches, welches ein Musikmagazin enthält. Dies ebenfalls in Anlehnung an das 1972er Album, welches mit der fiktiven Zeitung „St. Cleve Chronicle & Linwell Advertiser“ ausgeliefert wurde. In der jetzigen Ausgabe ist es das erfundene Musikmagazin „Rellington Stone“, welches die Liedertexte und einige Informationen zum Album beinhaltet. Schließlich befindet sich auf der beigefügten DVD eine Diashow, die die Musik visualisiert und sich über den gesamten Surround- und HD-Stereo-Mix der DVD erstreckt. Auch hier haben sich die Macher von „Still Thick As A Brick“ sehr viel Mühe gegeben.

Fazit: Wer die Musik von Jethro Tull auf „Thick As A Brick“ liebte, wird ganz sicher auch „Still Thick As A Brick“ von Reflection Club lieben. Auf dem Album hört man keine Kopie der damaligen Musik, sondern eine Erweiterung, die sich lohnt gehört zu werden. Klasse. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Bedlam



Donnerstag, 29. April 2021

Rome – The Lone Furrow

 



Rome – The Lone Furrow


Besetzung:

Jérôme Reuter – vocals, guitars, drums and various instruments


Gastmusiker:

Tom Gatti – programming, bass guitars and modulators, keyboards and other instruments
Eric Becker – additional guitars
Tom Luciani – backing vocals
Patrick Kleinbauer – backing vocals
Aki Cederberg – guest vocals
Brian Brody – guest vocals
Alan Averill – guest vocals
Joseph D. Rowland – guest vocals
Adam Nergal Darski – guest vocals
J.J. – guest vocals
Laure Le Prunenec – guest vocals




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Masters Of The Earth (2:44)
2. Tyriat Sig Tyrias (2:57)
3. Ächtung, Baby! (3:57)
4. Making Enemies In The New Age (1:00)
5. The Angry Cup (4:00)
6. The Twain (3:59)
7. Kali Yuga Über alles (4:38)
8. The Weight Of Light (2:22)
9. The Lay Of Iria (4:13)
10. On Albion’s Plain (3:36)
11. Palmyra (6:01)
12. Obsidian (3:02)
13. A Peak Of One’s Own (1:17)

Gesamtspieldauer: 43:52



Schwer zu zählen sind inzwischen die Veröffentlichungen des Jérôme Reuter alias Rome. Es könnte seine sechszehnte Veröffentlichung sein, aber ganz sicher kann man sich da wohl nicht sein, da manche Scheiben wohl als Promo-CD erschienen und man nirgendwo nachlesen kann, ob diese Alben dann nicht doch noch „offizielle“ Platten wurden. Sei es drum, „The Lone Furrow“ erschien am 28. August 2020 und enthält einmal mehr Musik, die so zweifelsohne ohne groß nachzudenken Rome zugeordnet werden kann. Diese Stimme gepaart mit dieser Musik – unverwechselbar.

Dabei beginnt das Album mit dem Titel „Masters Of The Earth“ eher sphärisch und mit gesprochenen Worten verziert. Ein Stilmittel, welches Jérôme Reuter auf dem Album noch häufiger einsetzt. Auch die Titel „Making Enemies In The New Age“, „The Weight Of Light“ sowie das letzte Lied „A Peak Of One’s Own” spielen mehr mit den Stimmungen und Atmosphären, denn mit Melodien. Doch diese Titel lockern das gesamte Album auf, denn zwischen diesen Einschüben bekommt man wundervolle Melodien und Harmonien zu hören. Musik, die sofort und unverzüglich ins Ohr geht.

Zur ausdrucksstarken Stimme des Jérôme Reuter hört man wunderschön eingängige Lieder, meist etwas nachdenklich bis melancholisch klingend und jederzeit melodiös. Dabei reiht sich hier überzeugender Titel an Titel, ohne auch nur einmal dabei qualitativ abzufallen. Großes musikalisches Kino und sicherlich das beste Rome-Album der letzten Jahre und auch insgesamt eine der besten Veröffentlichungen von Rome.

„The Lone Furrow“ ist reich an Höhepunkten. „Tyriat Sig Tyrias“, „The Angry Cup“, „The Twain“, „Kali Yuga Über Alles“, „On Albion’s Plain“ und „Obsidian“ sind allesamt herausragende Titel, wenn man auf diese sanfte und doch packende Musik des luxemburgischen Musikers steht. Nun und dann darf an dieser Stelle natürlich auch das in Französisch eingesungene Lied „Palmyra“ nicht fehlen. Großartig. Musik kann so packend sein.

Fazit: Schlechte Alben kann Jérôme Reuter einfach nicht veröffentlichen. Sie haben alle ihre Qualität und können überzeugen. Und dann gibt es auch noch Alben, die stechen etwas aus der Masse der Rome-Veröffentlichungen hervor. „The Lone Furrow“ gehört definitiv dazu. Packende und eingängige Musik, die immer eine gewisse Melancholie ausstrahlt. Für alle Träumerinnen und Träumer dieser Welt. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Palmyra



Dienstag, 27. April 2021

A.R. & Machines – Autovision

 



A.R. & Machines – Autovision


Besetzung:

Achim Reichel – echo-guitar, 12-string guitar, arp synthesizer, mellotron, drums, echo-harmonica


Gastmusiker:

Jochen Petersen – tenor saxophone, clarinet
Peter Franken – drums, vibraphone
Olaf Casalich – tambourine, maracas, hanging bells, mridangam
Claus-Robert Kruse – electronic piano, mellotron, organ


Label: Zebra


Erscheinungsjahr: 1974


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Iron Horses / Eisenpferde (4:39)
2. Bird Dance In The Wind / Tanz Der Vögel In Den Winden (10:42)
3. Three In One / Drei In Eins (6:44)
4. Turbulences / Turbulenzen (9:05)
5. Jay Guru Dev (10:08)
6. Head In The Clouds, Feet On The Ground / Kopf In Den Wolken - Beine Auf Der Erde (0:34)

Gesamtspieldauer: 41:55



„Autovision“ oder auch kurz „AR5“, wie es ebenso auf dem Cover vermerkt ist, heißt das fünfte Album von A.R. & Machines. Diese Platte wurde allerdings unter dem Namen Achim Reichel veröffentlicht wurde. Es ist gleichzeitig das letzte Studioalbum seines Projektes mit psychedelischer Musik. Schon kurze Zeit später sollte er mit einem völligen Stilbruch und norddeutschen Shantys karrieretechnisch nochmals richtig durchstarten, nachdem A.R. & Machines verkaufstechnisch genau dies eben nicht tat, nämlich durchstarten.

Nun, „Autovision“ schrieb Achim Reichel während er sich ganz der Meditation und seinen Yoga-Übungen hingab und wurde im Jahr 1974 auf dem Plattenlabel Zebra Records veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorgängeralbum „AR IV“ hatte sich die Musik des Albums durchaus ge- und verändert. Die ersten beiden Lieder auf „Autovision“ tendieren stark in Richtung Jazz. „Three In One / Drei In Eins“ startet mit einem irgendwie groovenden Rhythmus, geht im weiteren Verlauf des Liedes schließlich zwar in eine meditativ-hypnotisierende Atmosphäre über, doch die Klarinette des Jochen Petersen lockert den entstehenden Minimalismus immer wieder etwas auf.

Das folgende „Turbulences / Turbulenzen“ ist eine rhythmische Nummer, in der alles vibriert und in Bewegung zu sein scheint. Der Name „Viele kleine Krabbelkäfer laufen über das Brett“ hätte hier auch gepasst. Höhepunkt des Albums ist das sich anschließende „Jay Guru Dev“. Während des Liedes hört man auf zehn Minuten lediglich Achim Reichels Echo-Gitarre. Und hier kommt sie nun wieder zum Tragen, diese hypnotisierende Monotonie der Musik, die eine dichte Atmosphäre schafft. Zugegebenermaßen passiert in diesen zehn Minuten nicht viel, doch zum Träumen und Entspannen eignet sich dieses Stück bestens. Es folgt noch ein wenige Sekunden dauernder Ausklang des Albums mit dem Lied „Head In The Clouds, Feet On The Ground / Kopf In Den Wolken - Beine Auf Der Erde“. Irgendwie scheint Achim Reichel hier sein neu entdecktes Musikgenre, dem er sich von nun an widmen sollte, bereits kurz vorzustellen.

Fazit: Von den fünf A.R. & Machines Alben ist „Autovision“ sicherlich die „schlechteste“ Platte geworden, ohne dabei wirklich schlecht zu sein. Doch der Stilmix darauf überzeugt nicht restlos, ein klein wenig wirken die einzelnen Lieder bunt durcheinandergemischt, ohne so richtig zueinander zu passen. Und sie klingen auch nicht mehr ganz so genial wie jene zum Beispiel auf dem Vorgängeralbum. Trotzdem hat „Autovision“ seine Höhepunkte und ist immer noch sehr hörenswert. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Jay Guru Dev



Sonntag, 25. April 2021

Trees – On The Shore

 



Trees – On The Shore


Besetzung:

Celia Humphris – vocals
Barry Clarke – lead guitar, dulcimer
David Costa – acoustic and electric 12-string guitar, mandolin
Bias Boshell – bass, vocals, piano, acoustic 12-string guitar
Unwin Brown – drums, vocals and tambourine




Erscheinungsjahr: 1971


Stil: Folk


Trackliste:

1. Soldiers Three (1:51)
2. Murdoch (5:10)
3. Polly On The Shore (6:10)
4. Adam’s Toon (1:12)
5. Sally Free And Easy (10:12)
6. Fool (5:22)
7. Geordie (5:06)
8. While The Iron Is Hot (3:21)
9. Little Sadie (3:11)
10. Streets Of Derry (7:31)

Bonus Tracks

11. Friar Tuck Gets (6:37)
12. His Innocent Hare (2:03)
13. Van Deamon‘s Land (6:44)
14. Polly On The Shore (5:06)

Gesamtspieldauer: 1:09:43



Schade, denn „On The Shore“ ist nicht nur das zweite Studioalbum der englischen Folk-Rock-Band Trees, es ist auch gleichzeitig ihre letzte Studioveröffentlichung geworden. „On The Shore“ erschien ursprünglich auf dem Plattenlabel CBS Records im Januar 1971. Die hier besprochene Version des Albums, mit leicht veränderter Reihenfolge der Lieder und vier Bonus Titeln, stammt aus dem Jahr 2006 und wurde auf Walhalla Records veröffentlicht. Das Cover Design stammt von Hipgnosis und das Mädchen auf dem Bild ist Katie Meehan, die Tochter von Tony Meehan von den Shadows.

Was bereits für das im Jahr zuvor veröffentlichte Debut „The Garden Of Jane Delawney“ galt, das gilt auch für „On The Shore“. Auch auf diesem zweiten Album der Trees hört man eingängigen und melodiösen Folk Rock, der zwar häufig sanft klingt, dann allerdings doch wieder mit dem Sound der E-Gitarre unterfüttert wird und so deutlich abwechslungsreicher klingt. Sehr hörenswert ist auch dieses Mal wieder die Stimme der Celia Humphris, die die Musik der Band perfekt ergänzt.

Die Höhepunkte des Albums heißen „Polly On The Shore“, „Sally Free And Easy“ sowie „Streets Of Derry“. Nicht von ungefähr sind dies auch die drei längsten Titel des Albums. Hier verstehen es die Musiker wunderbar, einen Titel zu entwickeln und zum Teil fast schon hypnotisch redundant klingen und vor allen Dingen auch wirken zu lassen. Dabei kann solch ein Lied durchaus auch rocken, wie beim Titel „Streets Of Derry“ zu hören ist. Die Sanftheit und Redundanz wurde dagegen beim wunderschönen „Sally Free And Easy“ perfekt umgesetzt. Allerdings gibt es mit dem Lied „Little Sadie“ auch einen Ausfall auf „On The Shore“ zu beklagen. Das Lied ist eine Country-Nummer, die so gar nicht zur sonstigen Musik der Trees passen mag.

Die vier Zugaben auf dieser Veröffentlichung sind eher etwas für die Fans, die auch noch den letzten Schnipsel der Trees hören wollen. Die Tonqualität ist sehr schlecht, sodass sie sich kaum lohnen angehört zu werden.

Fazit: Sehr schönen Folk Rock „Made in England“ gibt es auf „On The Shore“ zu hören. Oftmals sanft klingend und häufig von der Stimme der Celia Humphris dominiert, gibt es auf dem Album wunderschöne Melodien zu entdecken, welche sich zwar auch mal rockig anhören können, meist jedoch zum Träumen einladen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Polly On The Shore, Sally Free And Easy, Streets Of Derry



Freitag, 23. April 2021

Storm Seeker – Guns Don’t Cry

 



Storm Seeker – Guns Don’t Cry


Besetzung:

Timothy Arbor – lead vocals, bass
Olaf Abor – guitars, vocals
Sandy McGnomsen – cello, nyckelharpa, vocals
Fabi – hurdy gurdy, recorder, vocals
Ughar Der Schrecklich Durstige – keyboards


Gastmusiker:

Sebastian “Seeb” Levermann – additional vocals
Simon – additional vocals
Mr. Hurley Erichsen – additional vocals
Der Teufel – additional vocals
Julian Hauptvogel – additional drums
Winand Bergen – additional bagpipes
Markus Bornfleth – additional acoustic guitars and drums




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Folk Metal


Trackliste:

1. How To Be A Pirate (3:23)
2. Naval Hitchhike (2:55)
3. Shoot This Ship Down (4:19)
4. Guns Don’t Cry (3:38)
5. One More Day (3:27)
6. Compass (1:55)
7. Row Row Row (4:03)
8. Deathwatch Beetle Party (2:59)
9. Maelstrom (3:27)
10. Sextant (3:26)
11. Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini (1:58)

Gesamtspieldauer: 35:35



Man muss es echt mögen, diese Mischung aus Metal und Seemannslieder, garniert mit einigem Pathos. Irgendwie scheint die Anzahl der Bands, die sich in diesem musikalischen Genre bewegen, von Jahr zu Jahr zu erhöhen.

Am 29. Januar 2021 hat nun die Band Storm Seeker, gegründet von den beiden Brüdern Marius und Timo Bornfleth und in den Credits zum Album unter Timothy Arbor und Olaf Abor aufgeführt, ihr zweites Studioalbum unter dem Titel „Guns Don’t Cry“ veröffentlicht.

Die Musik auf „Guns Don’t Cry“ ist eingängig, geht ins Ohr, doch sie packt einen irgendwie nur selten. Leider deutlich zu selten. Beim Hören glaubt man das alles schon mehrmals gehört zu haben. Dieses Alleinstellungsmerkmal, welches so mancher Band und deren Musik innewohnt, das fehlt Storm Seeker leider. Denn auch wenn die Lieder melodiös klingen, so verblassen sie doch schnell wieder.

Trotzdem hört man auf „Guns Don’t Cry“ wahrlich keine schlechte Musik. Richtig gut klingt das Lied „One More Day“. Klasse weiblicher Gesang, noch eingängigere Melodie. Das folgende und kurze „Compass“ klingt leicht verwunschen und hebt sich dadurch auch von den anderen Stücken ab. Schließlich möchte ich an dieser Stelle noch „Sextant“ erwähnen. Wieder ist es der weibliche Gesang, der hier im Duett erklingt und das Lied deutlich aufwertet.

Ansonsten ist es eben diese Musik aus Hard Rock beziehungsweise Metal und Folk-Seemannsliedern, die sich leider zu wenig von anderen abhebt. Keine schlechten Lieder, doch zu oft austauschbar.

Warum, aber warum nur muss man diese Scheibe mit dem Cover von „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini“ beenden? Klar, sicher als Spaß gedacht. Nur nicht alles, was als Spaß gedacht ist, muss man auch umsetzen. Ich habe selten einen schlechteren Albumausklang gehört.

Fazit: Die Musiker haben Spaß an der Musik. Das hört und spürt man. Perfekt. Um allerdings auch viele andere zu begeistern, wäre etwas Eigenständiges sehr schön. Und in der heutigen Zeit ein Album mit lediglich etwas über 35 Minuten Spielzeit zu veröffentlichen trägt auch nicht zum positiven Gesamtweindruck bei. Ihre Fans begeistern Storm Seeker aber natürlich trotzdem. Fünf Punkte.

Anspieltipps: One More Day, Compass