Mittwoch, 11. Mai 2022

The Incredible String Band – The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion

 



The Incredible String Band – The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion


Besetzung:

Robin Williamson – vocals, guitar, mandolin, oud, bowed and bass gimbri, flute, percussion, sitar
Mike Heron – vocals, guitar, harmonica


Gastmusiker:

Licorice McKechnie – vocals, percussion
Danny Thompson – double bass
John Hopkins – piano
Nazir Jairazbhoy – sitar, tanpura


Label: Elektra


Erscheinungsjahr: 1967


Stil: Psychedelic Folk


Trackliste:

1. Chinese White (3:40)
2. No Sleep Blues (3:52)
3. Painting Box (4:03)
4. The Mad Hatter‘s Song (5:39)
5. Little Cloud (4:04)
6. The Eyes Of Fate (4:02)
7. Blues For The Muse (2:48)
8. The Hedgehog‘s Song (3:30)
9. First Girl I Loved (4:53)
10. You Know What You Could Be (2:46)
11. My Name Is Death (2:45)
12. Gently Tender (4:48)
13. Way Back In The 1960s (3:10)

Gesamtspieldauer: 50:07



„The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ heißt das zweite Studioalbum der schottischen Psychedelic Folk Band The Incredible String Band. „The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ wurde im Juli 1967 auf dem Plattenlabel Elektra Records veröffentlicht. Nach dem Ausscheiden von Clive Palmer kamen Robin Williamson und Mike Heron als Duo schon bald nach dem Ausscheiden von Palmer wieder zusammen und spielten eine neue Platte ein. Das Album bewegt sich noch im Bereich des Folk, ist jedoch stark von indischer Musik beeinflusst. Die Platte konnte sich immerhin auf Platz 25 der britischen Charts einreihen.

Auf „The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ hört man besagte Folk Musik, bei der nun die Sitar das dominierende Instrument geworden ist. Das Songwriting haben sich Williamson und Heron geteilt und sind mit sieben beziehungsweise sechs Titeln vertreten. Für heutige Ohren klingt das zum einen relativ unspektakulär, jedoch nicht immer eingängig und melodiös. Das liegt nicht zuletzt am Gesang, der ein ums andere Mal schräg oder gar falsch klingt. Man kann nur hoffen, dass dies ein Stilmittel der Musiker war, alles andere wäre dann doch sehr überraschend.

Der etwas schräge Ansatz in den Liedern zieht sich über die gesamte Platte hinweg. Nicht ganz leicht gestaltet es sich da zuzuhören, wenn die Musik auch noch nicht das Stadium „verstörend“ erreichend. Und mit dem Lied „No Sleep Blues“ befindet sich sogar ein wirklich eingängiges Stück auf dem Album, von dem man sich mehr gewünscht hätte. Ansonsten ist „The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ ein kleines Abenteuer geworden, welches einen mitunter etwas ratlos zurücklässt. Betrachtet man das Album jedoch unter dem Gesichtspunkt „Psychedelic Rock“ ergibt es dann doch wieder Sinn – zumindest teilweise.

Fazit: Es ist schon interessant, wie sich Musik und Geschmäcker verändern. Wenn man überlegt, dass solch eine Platte sich sogar auf Platz 25 der britischen Charts platzieren konnte, erscheint dies heutzutage einigermaßen überraschend. Der psychedelische Faktor der Musik ist aufgrund des krummen und schrägen Gesangs immer vorhanden. Manche werden dies allerdings auch mit „Dilettantismus“ betiteln. Sieben Punkte.

Anspieltipps: No Sleep Blues



Montag, 9. Mai 2022

Al Stewart – Live

 



Al Stewart – Live


Besetzung:

Al Stewart – vocals, acoustic guitar, electric guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Peter White  keyboards, acoustic guitar, electric guitar, accordion
Adam Yurman – electric guitar, acoustic guitar, backing vocals
Robin Lamble – bass guitar, violin, backing vocals
Krysia Kristianne – keyboards, percussion, tin whistle, backing vocals
Bryan Savage – alto and tenor saxophones, flute


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Pop


Trackliste:

1. Running Man (4:44)
2. Time Passages (6:15)
3. Merlin‘s Time (2:56)
4. If It Doesn‘t Come Naturally, Leave It (4:25)
5. Roads To Moscow (7:52)
6. Nostradamus/World Goes To Riyadh (13:02)
7. Soho (Needless To Say) (3:47)
8. On The Border (4:31)
9. Valentina Way (4:09)
10. Clarence Frogman Henry (1:27)
11. Year Of The Cat (7:07)

Gesamtspieldauer: 1:00:21



„Live At The Roxy Los Angeles 1981“ heißt das erste Live-Album des schottischen Musikers Al Stewart mit vollem Titel. Es wurde ursprünglich als Doppel-LP mit einer Seite Studioaufnahmen veröffentlicht. Die fünf Studio-Lieder dieser ersten Schallplattenseite wurden später in Form von Bonus-Tracks der Wiederveröffentlichung von „24 Carrots“ angehängt. Das Album wurde mit Al Stewarts Begleitband zur damaligen Zeit „Shot In The Dark“ eingespielt, die ursprünglich auf dem Cover jedoch keine Erwähnung fand. In der Anmoderation des Konzertes werden sie aber vor dem ersten Lied erwähnt. Es ist die zweite und gleichzeitig letzte Zusammenarbeit von Al Stewart und Shot In The Dark.

Auf diesem Live-Album hört man eine Zusammenstellung der bis dahin bekanntesten Titel des Al Stewart. Im Grunde genommen ist dies eine Art „Best-Of-Album“ der 70er Jahre des Musikers. Man hört die sanfte Musik des Al Stewart, dem Saxophon wird eine schöne und größere Rolle eingeräumt und schließlich klingen einzelne Lieder auch ein wenig rockiger als im Original – jedoch nicht zu sehr und nur phasenweise.

Wer die vorherigen Platten des Al Stewart bereits kennt, benötigt diese Ausführungen der Lieder nicht mehr. Das Publikum spielt auf dem Album die Rolle der Applaudierer, ohne sonst weiter großartig in Erscheinung zu treten. Höhepunkte sind die Lieder „Roads To Moscow“ sowie „Year Of The Cat“, was sie auch auf den entsprechenden Studioalben sind. Alles nett und schön anzuhören, ebenso die restlichen neun Titel, wobei Al Stewart bei „Clarence Frogman Henry“ lediglich redet.

Fazit: Wer die Musik des Al Stewart mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Wer alle Lieder bereits kennt, kann sich dies sicherlich sparen, denn es passiert nicht viel Neues. Aber Komplettisten werden hier sicherlich trotzdem zugreifen, wenn sie alles von „ihrem“ Lieblingsmusiker besitzen möchten. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Roads To Moscow, Year Of The Cat



Samstag, 7. Mai 2022

Pure Reason Revolution – Above Cirrus

 



Pure Reason Revolution – Above Cirrus


Besetzung:

Jon Courtney – vocals, guitars, keyboards
Chloë Alper – vocals, bass, keyboards
Gregory Jong – guitars




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Our Prism (3:33)
2. New Kind Of Evil (8:32)
3. Phantoms (3:50)
4. Cruel Deliverance (5:55)
5. Scream Sideways (10:09)
6. Dead Butterfly (7:08)
7. Lucid (6:48)

Gesamtspieldauer: 45:55



Nach der Wiedervereinigung und dem ersten neuen Album seit zehn Jahren im Jahr 2020 folgt nun mit „Above Cirrus“ sogleich die nächste Platte der englischen Band Pure Reason Revolution. Mit von der Partie ist dabei erstmals seit dem zweiten Album „The Dark Third“ wieder Gitarrist Gregory Jong. Die Band scheint noch mehr zusammen zu finden. „Above Cirrus“ erschien am 6. Mai 2022 auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

„Above Cirrus“ schließt dabei musikalisch nahtlos an das Vorgängeralbum an. Zu komplex klingt das nicht, dafür jederzeit eingängig und auch durchaus vielschichtig. Das Spiel mit den Stimmungen und Atmosphären hat Sänger, Gitarrist und Songschreiber Jon Courtney schon immer bestens verstanden. Und so gleitet man auch auf dieser neusten Veröffentlichung von sanften Sphären in rockige Abschnitte und wieder unvermittelt zurück. Das klingt dabei keineswegs konstruiert, sondern gewachsen und in sich stimmig.

Komplexer wird es mitunter bezüglich beim Gesang. Gerade die Hintergrundgesänge haben hier einiges zu bieten und stellen mit ihren ausgefeilten Arrangements einen Höhepunkt des ganzen Albums dar. Alle Lieder klingen melodiös – in den sanften wie in den rockigen Abschnitten. In Letzteren wirkt die Musik kraftvoll und nicht selten mitreißend. Durch das Variieren von Tempo, Rhythmus sowie den bereits angesprochenen Atmosphären kommt da auch niemals Langeweile auf. Höhepunkt ist gleichzeitig das längste Stück des Albums „Scream Sideways“. In diesem Titel hauen die drei Musiker alles raus, was an Ideen in ihnen steckt, wobei die Nummer musikalisch das ganze Album sehr gut zusammenfasst.

Fazit: Wer schon das Reunion-Album „Eupnea“ mochte, wird von „Above Cirrus“ ganz sicher auch nicht enttäuscht werden. Pure Reason Revolution klingen auch auf ihrer neuen Scheibe wie bereits auf dem Vorgängeralbum, ohne sich dabei jedoch zu kopieren. Vielmehr klingt „Above Cirrus“ wie eine Verbreiterung des Musikkatalogs von Pure Reason Revolution, wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so innovativ wie auf „Eupnea“. Macht trotzdem Laune. Elf Punkte.

Anspieltipps: Scream Sideways





Donnerstag, 5. Mai 2022

The Stranglers – Giants

 



The Stranglers – Giants


Besetzung:

Jet Black – drums, percussion
Jean-Jacques Burnel – bass, vocals (lead on 2, 3, 7, 9)
Dave Greenfield – keyboards, vocals
Baz Warne – guitar, vocals (lead on 3-6, 8, 10)


Hugh Cornwell – vocals, guitar
Jean-Jacques Burnel – bass
Jet Black – drums
Dave Greenfield – keyboards


Gastmusiker:

Neil Sparkes – additional percussion (6, 7)


Label: Ear Music


Erscheinungsjahr: 2012


Stil: Rock


Trackliste:

1. Another Camden Afternoon (4:03)
2. Freedom Is Insane (6:13)
3. Giants (3:41)
4. Lowlands (3:14)
5. Boom Boom (3:21)
6. My Fickle Resolve (5:32)
7. Time Was Once On My Side (3:30)
8. Mercury Rising (3:36)
9. Adios (Tango) (4:39)
10. 15 Steps (4:57)

Gesamtspieldauer: 42:50



„Giants“ heißt das siebzehnte Studioalbum der englischen Rockband The Stranglers und erschien am 5. März 2012 ganze sechs Jahre nach dem vorherigen Album „Suite XVI“. Sänger Paul Roberts hatte inzwischen die Band verlassen und den Gesang teilten sich von nun an Gitarrist Baz Warne und Bassist Jean-Jacques Burnel. Gleichzeitig ist „Giants“ das letzte Album mit dem ursprünglichen Schlagzeuger Jet Black und ebenso das letzte Album, an dem Keyboarder Dave Greenfield beteiligt war, der leider am 3. Mai 2020 an einer COVID-Infektion verstarb.

Die auf „Giants“ zu hörende Musik ist relativ unspektakulär. Man hört zwar durchaus eingängigen Rock, doch außergewöhnlich oder besonders klingt das alles nicht mehr. Das Album beginnt mit einer Instrumentalnummer, die den Sound auf „Giants“ schon ganz gut umschreibt. Melodiös klingt das alles und geht auch ins Ohr, rockig ertönt es ebenfalls, jedoch packt die Scheibe leider eben nicht mehr.

Die Höhepunkte des Albums sind dementsprechend schlicht und ergreifend nicht existent. Kein Lieblingsalbum mehr, auch wenn man durch den Keyboardsound immer schnell erkennt, dass es sich hierbei um ein Album der Stangles handelt. Mein persönlicher Höhepunkt auf „Giants“ ist das Lied „My Fickle Resolve“, um hier doch noch eine Nummer zu nennen. Nicht besonders rockig, dafür schön groovend und mit für die Stranglers ungewöhnlichem Sprechgesang ausgestattet. Hören lässt sich der Rest jedoch wie gesagt auch gut.

Fazit: „Giants“ ist ganz sicher nicht der Höhepunkt im Schaffen der Stranglers geworden. Doch ist das Album mit Sicherheit auch kein Flop oder eine schlechte Platte. Nur das Besondere, das Lied, welches längerfristig hängenbleibt, das fehlt der Scheibe. Alles klingt ganz nett, ohne letztendlich völlig zu überzeugen. Acht Punkte.

Anspieltipps: My Fickle Resolve



Dienstag, 3. Mai 2022

Rammstein – Zeit

 



Rammstein – Zeit


Besetzung:

Christoph Doom Schneider – Schlagzeug, Percussion
Oliver Riedel – Bass
Doktor Christian Lorenz – Keyboards, Samples, Synthesizer, Trompete, Programmierung
Paul Landers – Rhythmus Gitarre, Hintergrundgesang
Richard Z. Kruspe – Lead Gitarre, Hintergrundgesang
Till Lindemann – Gesang, Harmonika


Gastmusiker:

J.J Duvêt – Hintergrundgesang
Konzertchor Dresden – Chor
Academic Choir Of The National Television And Radio Company of Belarus, Minsk – Chor
Sächsische Staatskapelle Dresden – Orchester
Bernd Schober – Oboe
Wolfram Grosse – Klarinette




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock, Industrial Rock


Trackliste:

1. Armee der Tristen (3:25)
2. Zeit (5:21)
3. Schwarz (4:18)
4. Giftig (3:08)
5. Zick Zack (4:04)
6. OK (4:03)
7. Meine Tränen (3:57)
8. Angst (3:44)
9. Dicke Titten (3:38)
10. Lügen (3:49)
11. Adieu (4:39)

Gesamtspieldauer: 44:11



Einiges deutet darauf hin, dass „Zeit“ nicht nur das achte Studioalbum von Rammstein ist, sondern auch das letzte Album der Band, die 1995 mit „Herzeleid“ ihre erste Platte veröffentlichte. „Zeit“ erschien jetzt am 29. April 2022 auf dem Plattenlabel Universal Music. Das Album war ursprünglich gar nicht so geplant. Doch durch das Ausfallen der letzten Tour hatten die Musiker jede Menge noch nicht verplante Zeit zur Verfügung und trugen Ideen zusammen, aus denen sich dann dieses achte Studioalbum entwickelte.

Auf „Zeit“ hört man deutlich weniger härtere Töne als noch zu Beginn der Karriere von Rammstein. Auch die Texte sind weniger provozierend gehalten, als auf manch früherer Veröffentlichung. Natürlich wird dadurch das Album sehr viel massentauglicher und eröffnet sich einen noch größeren Markt an Konsumenten. Nun jedoch gleich davon zu sprechen, dass Rammstein langweilig und kommerziell geworden wären, würde dem Album dennoch nicht gerecht werden, denn die Zutaten, die ein gutes Rammstein-Album ausmachen, die findet man auch auf „Zeit“.

Das Gespür für die eingängige Melodie haben Rammstein auch dieses Mal nicht verloren. Die Lieder wirken und klingen allesamt und gehen schnell ins Ohr. Dann dieses Spiel mit den Atmosphären. Mal knallhart rockig, dann wieder sanft und verspielt und schließlich fast schon sphärisch. Alles geht ineinander über, zum Teil in den einzelnen Titeln selbst. Das fesselt und es macht Spaß hier zuzuhören. Keine Frage „Zeit“ unterhält bestens und ist eine klasse Scheibe geworden, die vielleicht etwas gemäßigter klingt, deswegen allerdings keineswegs langweiliger oder gar schlechter.

Und ist es nun das letzte Album von Rammstein? Im genialen Titellied singt Till Lindemann davon, dass man dem Ende entgegentreibt und „Wenn unsere Zeit gekommen ist; Dann ist es Zeit zu gehen; Aufhören, wenn‘s am Schönsten ist; Die Uhren bleiben stehen“. Und mit dem letzten Lied „Adieu“ verabschiedet sich die Band und es wirkt so, als ob dies nicht nur für das Album gelten würde. „Adieu, goodbye, auf Wiederseh‘n; Den letzten Weg musst du alleine geh‘n; Ein letztes Lied, ein letzter Kuss; Kein Wunder wird gescheh‘n; Adieu, goodbye, auf Wiederseh‘n; Die Zeit mit dir war schön“ Man wird beim Hören durchaus etwas melancholisch. Doch vielleicht sind das alles lediglich Metapher für etwas ganz anderes. Rammstein werden es uns sicherlich bald wissen lassen.

Fazit: „Zeit“ klingt eingängig. Das Album hört sich weniger brachial als einiges aus der Vergangenheit der Band an. Trotzdem überzeugt die Musik und ist weit davon entfernt anbiedernd zu klingen. Und falls es wirklich das letzte Album der Band sein sollte, dann war es ein gelungener Abschied. Aber das möchte ich jetzt mal nicht hoffen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Zeit, Adieu



Sonntag, 1. Mai 2022

Archive – Call To Arms And Angels

 



Archive – Call To Arms And Angels


Besetzung:

Darius Keeler – keyboards, piano, drum programming, sound effects, horn & string arrangements, moog
Danny Griffiths – keyboards, piano, drum programming, sound effects, horn & string arrangements
Pollard Berrier – vocals, guitars
Lisa Mottram – vocals
Holly Martin – vocals
Maria Q – vocals
Graham Preskett – piano, recorder, violin, viola, harmonica
Jim Rattigan – french horns
Paul Pritchard – french horns
Matt Round – double bass
Mickey Hurcombe – guitars
Steve Barnard – drums
Jonathan Noyce – bass, moog
Dave Pen – guitars, vocals
Eat Gas – guitars, keyboards, piano, sound effects
Steve “Keys” Watts – hammond


Label: PIAS


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Art Rock


Trackliste:

CD1:

1. Surrounded By Ghosts (4:30)
2. Mr Daisy (3:59)
3. Fear There and Everywhere (4:41)
4. Numbers (4:14)
5. Shouting Within (4:49)
6. Daytime Coma (14:33)
7. Head Heavy (5:13)
8. Enemy (8:38)
9. Every Single Day (4:24)

CD2:

1. Freedom (9:41)
2. All That I Have (6:29)
3. Frying Paint (4:49)
4. We Are the Same (3:58)
5. Alive (3:43)
6. Everything‘s Alright (3:12)
7. The Crown (8:31)
8. Gold (8:27)

Gesamtspieldauer CD1 (55:05) und CD2 (48:53): 1:43:58



Nachdem es zwischen den ersten zwölf Studioalben maximal drei Jahre dauerte, bis das nächste Studioalbum erschien, sind nun bereits sechs Jahre seit der letzten Archive-Veröffentlichung mit dem Titel „The False Foundation“ vergangen. Doch am 29. April 2022 wurde nun das dreizehnte Werk der Engländer (wenn man den Soundtrack zum Film „Michel Vaillant“ mitrechnet) unter dem Namen „Call To Arms And Angels“ veröffentlicht.

Archive haben mit ihren Liedern schon immer auch soziale und politische Themen aufgegriffen. So kompakt wie auf „Call To Arms And Angels“ war dies allerdings noch niemals zu hören. Egal ob Brexit, der Sturm des Capitols, die Pandemie oder die Rassenunruhen in den USA. All diese Themen halten Einzug in die Musik von Archive. Und Darius Keeler erwähnt in einem Interview, dass das Album fast wie ein Tagebuch der Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit sei und dabei fast schon erschreckend prophetisch ist, denkt man an die jüngsten Geschehnisse in der Ukraine.

Dies zum grob umrissenen Inhalt des Albums. Doch wie hört es sich musikalisch an? Ich kenne Archive und damit auch deren Musik seit ihrem Debut mit „Londinium“ im Jahr 1996. Meine Favoriten waren dabei ihre Alben in den Nullerjahren dieses Jahrhunderts. Also „You All Look The Same To Me“, „Noise“, „Lights“ und auch noch „Controlling Crowds“. Auch die Platten danach gefielen mir, besonders noch „Axiom“, doch sie packten einfach nicht mehr ganz so stark, wie jene zuvor erschienen Alben. Das lag unter anderem auch mit daran, dass ich diese langen, sich langsam steigernden und überaus hypnotisch klingenden Lieder wie „Again“, „Lights“ oder „Controlling Crowds“ vermisste. Gerade diese Lieder machten die Musik von Archive immer ein wenig besonders, klangen besonders und packten einen besonders. Anderen Hörerinnen und Hörern klang das vielleicht sogar zu langweilig, doch mich trafen diese Lieder absolut. Und solche Stücke gibt es nun wieder auf „Call To Arms And Angels“ zu hören. Mehrere Nummern des Albums kratzen an der Zehnminutenmarke und mit „Daytime Coma“ befindet sich sogar ein viertelstündiger Longtrack auf dem Album. Mit eingängiger Redundanz wird hier wieder ein fast schon meditativer, leicht hypnotisierender Effekt erzielt.

Die Lauflänge eines Liedes sagt freilich nichts über die Qualität des Stückes an sich aus. Doch auf „Call To Arms And Angels“ variieren die Musiker nicht nur die Stimmungen und Atmosphären, die Lautstärken, Rhythmen, Tempi und musikalischen Genres innerhalb des gesamten Albums, sie variieren all diese musikalischen Zutaten auch in den einzelnen Liedern selbst. Archive spielen dabei mit Gefühlen und Emotionen, lassen niemals Langeweile aufkommen und verstehen mitzureißen. Ganz egal dabei, ob sich das Ganze eher rockig anhört oder sphärisch leicht aus den Boxen quillt, ins Ohr gehen die Lieder allesamt, bereits beim ersten Mal des Hörens. Doch es gibt auch kurze Passagen zu hören, die leicht experimentell klingen, und dabei den Gesamteindruck des Albums nochmals auflockern. Was fehlt sind allerdings Rap-Nummern, die sich auch immer mal auf frühere Scheiben von Archive verirrt hatten. Diese gibt es auf „Call To Arms And Angels“ jedoch nur ansatzweise zu hören – ich bin nicht traurig darüber.

Fazit: Auf zwei CDs oder drei LPs bekommt man mit „Call To Arms And Angels“ jede Menge Musik geboten. Archive-Musik, die sich gegenüber den letzten Veröffentlichungen nochmals positiv abhebt. Atmosphärisch dicht und abwechslungsreich hört man auf der Platte eingängige Lieder, die oftmals an frühere Zeiten in der Bandgeschichte erinnern. Positiv festzuhalten ist dabei auch der Umstand, dass Archive mit „Call To Arms And Angels“ ein Doppelalbum vorlegen in Zeiten, in denen manch andere Bands Platten veröffentlichen, die gerade mal an der 40-Minuten-Grenze kratzen. Ich bin sehr positiv überrascht. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Daytime Coma, Gold



Freitag, 29. April 2022

Queens Of The Stone Age – Songs For The Deaf

 



Queens Of The Stone Age – Songs For The Deaf


Besetzung:

Josh Homme – vocals, guitar
Nick Oliveri – bass guitar, vocals
Dave Grohl – drums
Mark Lanegan – vocals


Gastmusiker:

Alain Johannes – lap steel guitar, e-bow, organ, piano, flamenco guitar, theremin (3, 6, 7, 12)
Natasha Shneider – e-bow, organ, piano, theremin (4, 6, 12, 14)
Gene Trautmann – drums (1)
Dean Ween – guitar (6, 9, 14)
Brendon McNichol – guitar (8)
Chris Goss – guitar, keyboard, backing vocals (5, 10)
Paz Lenchantin – strings (2, 14)
Ana Lenchantin – strings (2, 14)
Molly McGuire – accordion (14)
John Gove – horns (14)
Kevin Porter – horns (14)
Brad Kintscher – horns (14)

Radio DJs (Einige Lieder auf „Songs For The Deaf” werden durch inszenierte Radiomitschnitte mit Gast-DJs unterbrochen. In der Reihenfolge ihres Erscheinens:

Blag Dahlia as DJ "Kip Kasper" of KLON - KLONE Radio of Los Angeles
Alain Johannes as DJ "Héctor Bonifacio Echeverría Cervantes de la Cruz Arroyo Rojas"
Chris Goss as DJ "Elastic Ass" of KRDL - Kurdle 109 of Chino Hills
C-Minus as DJ for KOOL
Casey Chaos as station ad promoting "All Death Metal, all the time."
Jeordie White as DJ Tom Sherman of Banning College Radio
Lux Interior as DJ for AM580
Jesse Hughes as Preacher
Natasha Shneider as DJ for WOMB - The Womb
Dave Catching as DJ for WANT of Wonder Valley




Erscheinungsjahr: 2002


Stil: Rock


Trackliste:

0. The Real Song For The Deaf (1:33)
1. You Think I Ain‘t Worth A Dollar, But I Feel Like A Millionaire (3:12)
2. No One Knows (4:38)
3. First It Giveth (3:18)
4. Song For The Dead (5:52)
5. The Sky Is Fallin‘ (6:15)
6. Six Shooter (1:19)
7. Hangin‘ Tree (3:06)
8. Go With The Flow (3:07)
9. Gonna Leave You (2:50)
10. Do It Again (4:04)
11. God Is In The Radio (6:04)
12. Another Love Song (3:16)
13. Song For The Deaf (6:42)
14. Mosquito Song (5:38)
15. Everybody‘s Gonna Be Happy (2:35)

Gesamtspieldauer: 1:03:37



„Songs For The Deaf“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Queens Of The Stone Age. „Songs For The Deaf“ wurde am 27. August 2002 auf dem Plattenlabel Interscope Records veröffentlicht. Dave Grohl ist darauf wie früher bei Nirvana am Schlagzeug zu hören und es ist das letzte Album der Queens Of The Stone Age auf dem Nick Oliveri am Bass zu hören ist. Die Platte ist ein lockeres Konzeptalbum, das die Hörerin und den Hörer auf eine Fahrt durch die kalifornische Wüste von Los Angeles zum Joshua Tree Nationalpark mitnimmt, wobei Radiosender aus Städten entlang des Weges eingeblendet werden.

„Songs For The Deaf“ stellt für die Queens Of The Stone Age den Durchbruch dar. Es wurde in den USA als erste Platte der Band mit Gold ausgezeichnet und verkaufte sich auch in Europa sehr gut. In Deutschland kletterte das Album bis auf Platz 9 der Charts, in England sogar bis auf Platz 4. Die Lieder „No One Knows“, „Go With The Flow“ und „First It Giveth“ wurden als Singles ausgekoppelt.

Auf „Songs For The Deaf“ hört man überaus abwechslungsreichen Rock, der mal härter klingt, dann allerdings auch wieder die weiche, sanfte Seite hören lässt. Gemein ist dabei allen Liedern des Albums, dass sie überaus eingängig ins Ohr zu gehen verstehen. Und dies gelingt den meisten Titeln bereits mit dem ersten Mal des Hörens. Diese Mischung aus kraftvollen und zugleich melodiösen Nummern hat was und unterhält bestens. Passagenweise kratzen die einzelnen Nummern dabei sogar am Genre des Metal und das Album wird in einigen „Bestenlisten“ auch unter Metal geführt.

Höhepunkte gibt es einige auf „Songs For The Deaf“. Das Album ist in sich gesehen bereits ein Höhepunkt. Um aber doch einzelne Lieder noch hervorzuheben sei an dieser Stelle die Singleauskopplung „No One Knows“ erwähnt. Das kraftvolle und doch so eingängige „The Sky Is Fallin‘“ sowie das mit den Stimmungen changierende und ebenfalls rockende „God Is In The Radio“. Und schließlich gibt es da noch das Lied „Moskito Song“. Die ruhigste Nummer des Albums und wie das Kinks-Cover „Everybody‘s Gonna Be Happy“ mit dem Label „Bonus Track“ versehen. Doch dieser „Moskito Song“ ist ein absoluter Höhepunkt, wenn nicht der Höhepunkt des Albums, falls man denn auch die leiseren Töne mag.

Fazit: „Songs For The Deaf“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, auf dem man Liedern von Metal bis fast hin zum Folk lauschen kann. Alles klingt eingängig und melodiös und die Rhythmen laden zum Mitwippen ein. Coole, optimistische Rock-Musik, die Spaß macht gehört zu werden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: No One Knows, The Sky Is Fallin‘, God Is In The Radio, Moskito Song



Mittwoch, 27. April 2022

Al Stewart – 24 Carrots

 



Al Stewart – 24 Carrots


Besetzung:

Al Stewart – vocals, acoustic guitar, electric guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Shot In The Dark:

Peter White – keyboards, acoustic guitar, electric guitar, synthesizer
Adam Yurman – electric guitar, backing vocals
Robin Lamble – bass guitar, backing vocals, acoustic guitar, percussion
Krysia Kristianne – backing vocals
Bryan Savage – alto saxophone, flute

Weitere Musiker:

Additional musicians
Harry Stinson – backing vocals
Ken Nicol – backing vocals
Bob Marlette – keyboards, synthesizer
Russ Kunkel – drums
Mark Sanders – drums
Jeff Porcaro – drums
Steve Chapman – drums
Beau Segal – drums
Lenny Castro – congas
Robin Williamson – mandocello
Sylvia Woods – Celtic harp
Jerry McMillan – violin




Erscheinungsjahr: 1980


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Running Man (5:11)
2. Midnight Rocks (3:56)
3. Constantinople (4:41)
4. Merlin‘s Time (2:45)
5. Mondo Sinistro (3:07)
6. Murmansk Run / Ellis Island (7:15)
7. Rocks In The Ocean (5:13)
8. Paint By Numbers (5:31)
9. Optical Illusion (3:28)

Gesamtspieldauer: 41:11



„24 Carrots“ heißt das neunte Studioalbum des schottischen Musikers Alastair Ian Stewart, der sehr viel besser mit seinem gekürzten Vornamen Al Stewart bekannt ist. „24 Carrots“ erschien am 20. August 1980 auf dem Plattenlabel RCA Records. Es ist das erste Album des Schotten, welches er mit seiner neuen Begleitband Shot In The Dark aufnahm, die auch auf dem Frontcover Erwähnung findet. Mit den Liedern „Midnight Rocks“, „Mondo Sinistro“ und „Paint By Numbers“ wurden insgesamt drei Singles aus dem Album ausgekoppelt.

Auf „24 Carrots“ hört man eine Mischung aus Pop und Rock, zu der Al Stewart mit seiner sanften Stimme singt. Die Lieder des Albums bewegen sich noch nicht im Bereich des Synthie-Pops, der Anfang der 80er Jahre groß in Mode kam. Für Al Stewart-Verhältnisse wird sogar überraschend viel auf dem Album gerockt. Weltbewegend klingt das allerdings freilich nicht mehr. Ein richtiger Ohrwurm fehlt der Platte, wenn auch die Lieder allesamt schnell ins Ohr gehen. Jedoch bleiben sie dort nicht allzu lange hängen.

Besonders lohnenswert klingen das rockige „Constantinople“, und das sich daran anschließende „Merlin‘s Time“. In diesem Lied knüpft Al Stewart nochmals an seine musikalische Vergangenheit an, da diese Nummer sich durchaus auch auf den ersten Alben des Schotten hätte befinden können. Freundinnen und Freunden der Musik des Al Stewart, die dessen Werdegang seit Beginn seiner Karriere verfolgen, dürfte mit diesem Lied das Herz aufgehen. Sanft und folkig geht „Merlin‘s Time“ mit schöner Melodie dann doch längerfristig ins Ohr und setzt sich fest. Ebenfalls lohnenswert ist das abwechslungsreiche „Rocks In The Ocean“.

Fazit: Mit fester Begleitband ausgestattet klingt die Musik des Al Stewart manchmal deutlich rockiger, als noch zu Beginn seiner Karriere. Das hört sich ganz nett an, doch Rock können andere Musiker einfach besser. Trotzdem ist „24 Carrots“ kein schlechtes Album geworden. Für Al Stewart Fans ist die Scheibe sowieso Pflicht. Alle jedoch, die sich in die Musik des Schotten erst einmal einhören möchten, sollten dagegen lieber zu früheren Werken greifen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Merlin‘s Time, Rocks In The Ocean



Montag, 25. April 2022

The Incredible String Band – The Incredible String Band

 



The Incredible String Band – The Incredible String Band


Besetzung:

Mike Heron – lead vocals, guitar, backing vocals
Clive Palmer – lead vocals, banjo, guitar, kazoo, backing vocals
Robin Williamson – lead vocals, violin, guitar, tin whistle, fiddle, mandolin, backing vocals


Label: Elektra


Erscheinungsjahr: 1966


Stil: Folk


Trackliste:

1. Maybe Someday (2:21)
2. October Song (4:10)
3. When The Music Starts To Play (2:43)
4. Schaeffer‘s Jig (0:59)
5. Womankind (3:46)
6. The Tree (2:55)
7. Whistle Tune (1:02)
8. Dandelion Blues (3:03)
9. How Happy I Am (2:20)
10. Empty Pocket Blues (4:47)
11. Smoke Shovelling Song (3:47)
12. Can‘t Keep Me Here (2:15)
13. Good As Gone (3:31)
14. Footsteps Of The Heron (3:14)
15. Niggertown (2:09)
16. Everything‘s Fine Right Now (2:12)

Gesamtspieldauer: 45:22



„The Incredible String Band“ heißt das Debütalbum der gleichnamigen englischen Band und wurde in Europa im September 1966 auf dem Plattenlabel Elektra veröffentlicht. Sieben Monate später erschien das Album dann auch in den USA. Es ist das einzige Album der Band, auf dem die ursprüngliche Trio-Besetzung mit Clive Palmer, Robin Williamson und Mike Heron zu hören ist. Nach dieser Platte löste sich das Trio kurz auf, doch schon wenige Monate später taten sich Heron und Williamson wieder zusammen und führten die Band unter demselben Namen als Duo weiter.

Das Album wurde angeblich an einem Nachmittag im Mai 1966 im Sound Techniques Studio in Chelsea, London, aufgenommen. Man hört auf dieser Platte Folk-Musik, die zum Teil ganz nett klingt, zum Teil – zumindest für heutige Zeiten – auch ein wenig langweilig. Spannender klingt das Ganze noch zu Beginn der Platte, im weiteren Verlauf lässt die Qualität der Lieder dann doch etwas nach.

Was von Beginn an etwas skurril klingt, das ist der Gesang der drei Musiker. Während sie ihre Instrumente noch zu beherrschen verstehen, wirkt manche Gesangseinlage dann doch etwas schräg und würde den Umstand bestätigen, dass das Album an nur einem Nachmittag eingespielt worden ist. Bei achtzehn Titeln bleibt da nicht viel Zeit zum Wiederholen der Aufnahmen, selbst dann nicht, wenn man mal gesanglich daneben liegt.

Fazit: Auf dem gleichnamigen Debut der The Incredible String Band hört man unspektakulären, doch zum Teil durchaus unterhaltsamen Folk aus England. Der Musik hört man an, dass sie bereits über fünfzig Jahre alt ist, der Gesang klingt zum Teil etwas unbeholfen und manchmal sogar falsch. Trotzdem kann man diese Platte gut hören. Und Bob Dylan fand im „October Song“ sogar eines seiner Lieblingslieder der damaligen Zeit. Acht Punkte.

Anspieltipps: Maybe Someday, October Song



Samstag, 23. April 2022

Lynyrd Skynyrd – Endangered Species

 



Lynyrd Skynyrd – Endangered Species


Besetzung:

Johnny Van Zant – vocals
Gary Rossington – guitar, acoustic guitar
Mike Estes – guitar, acoustic guitar
Leon Wilkeson – bass,
Billy Powell – piano
Owen Hale – percussion, drums
Ed King – guitar, mandolin, acoustic guitar


Gastmusiker:

Dale Krantz-Rossington – background vocals, vocals
Debbie Davis – background vocals


Label: BMG


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Blues, Country, Rock


Trackliste:

1. Down South Jukin‘ (2:38)
2. Heartbreak Hotel (4:01)
3. Devil In The Bottle (3:35)
4. Things Goin‘ On (3:00)
5. Saturday Night Special (3:53)
6. Sweet Home Alabama (4:01)
7. I Ain‘t The One (3:27)
8. Am I Losin‘ (4:06)
9. All I Have Is A Song (3:21)
10. Poison Whiskey (2:47)
11. Good Luck, Bad Luck (3:23)
12. The Last Rebel (5:42)
13. Hillbilly Blues (3:42)

Gesamtspieldauer: 47:42



„Endangered Species“ heißt das achte Album der US-amerikanischen Band Lynyrd Skynyrd und wurde am 9. August 1994 ursprünglich auf dem Plattenlabel Capricorn veröffentlicht. Es ist das letzte Album der Band mit dem Gitarristen Ed King und das einzige mit dem Gitarristen Mike Estes. Viele der Lieder entstammen bereits vorher veröffentlichten Alben, die hier hauptsächlich akustisch interpretiert und nochmals veröffentlicht wurden. Das Lied „Heartbreak Hotel“ ist eine Cover-Version der entsprechenden Elvis Presley Nummer.

So scheint es einer Band zu gehen, der zu diesem Zeitpunkt einfach nichts mehr eingefallen ist. Das eigene Material auf diese Weise zu recyceln und gleichzeitig mit wenigen neuen Nummern zu veröffentlichen hinterlässt schon einen etwas faden Beigeschmack. Dementsprechend unerfolgreich verkaufte sich „Endangered Species“ auch. Es ist das Lynyrd Skynyrd Studioalbum, welches insgesamt am Schlechtesten über die Theke wanderte und auch nur kurze Zeit in den US-Billboard 200 Charts vertreten war. Dort belegte es als höchste Platzierung auch lediglich Platz 115.

Auf dem Album hört man hauptsächlich Blues, eine Prise Country dazu und noch etwas Rock. Southern Rock, durch den Lynyrd Skynyrd bekannt wurden, den gibt es auf „Endangered Species“ wohl nur, wenn man ihn unbedingt hineininterpretieren möchte. Das hilft auch diese sanfte Version ihres wohl bekanntesten Liedes „Sweet Home Alabama“ leider nichts. Denn diese Version reicht bei Weitem nicht an das Original heran. Das Lied gibt es halt schon und man vergleicht es ganz automatisch mit dem groovenden Original.

Somit bleibt „Endangered Species“ ein sehr enttäuschendes, da aufgewärmtes Album, welches zudem noch langweilig klingt. Einzige Ausnahme stellt das Lied „The Last Rebel“ dar. Doch das wurde ebenfalls bereits ein Jahr zuvor auf dem gleichnamigen Vorgängeralbum veröffentlicht und für eine gute Nummer lohnt sich wahrlich nicht der Kauf dieses Albums.

Fazit: Mit hauptsächlich aufgewärmten Liedern wollten Lynyrd Skynyrd schnell noch eine Platte auf den Markt bringen. Genau so hört sich „Endangered Species“ an und nichts anderes beinhaltet diese Platte. Leider sehr enttäuschend und für Lynyrd Skynyrd Fans, die alles von ihrer Band hören wollen vielleicht noch etwas lohnend, ansonsten aber belanglos. Vier Punkte.

Anspieltipps: The Last Rebel



Donnerstag, 21. April 2022

AnnenMayKantereit – Schlagschatten

 



AnnenMayKantereit – Schlagschatten


Besetzung (Ohne Instrumentenangabe):

Christopher Annen
Henning May
Severin Kantereit
Malte Huck




Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Marie (3:29)
2. Nur wegen dir (3:01)
3. In meinem Bett (4:04)
4. Ich geh heut nicht mehr tanzen (4:32)
5. Freitagabend (2:47)
6. Weiße Wand (3:00)
7. Hinter klugen Sätzen (3:37)
8. Sieben Jahre (5:08)
9. Jenny Jenny (3:31)
10. Alle Fragen (5:03)
11. Du bist anders (3:49)
12. Schon krass (4:10)
13. Vielleicht Vielleicht (3:27)
14. Schlagschatten (3:42)

Gesamtspieldauer: 53:25



„Schlagschatten“ heißt das zweite Studioalbum der Kölner Band AnnenMayKantereit, wenn man ihr, im Eigenverlag veröffentlichtes und selbstbetiteltes Debut von 2013 nicht mitzählt, da es wohl kein offizielles Album darstellt. „Schlagschatten“ erschien am 7. Dezember 2018 auf dem Plattenlabel Vertigo Records und erreichte in Deutschland Platz 2 der Charts. Die Lieder „Marie“ und „Schon krass“ wurden separat als Singles veröffentlicht.

Auf „Schlagschatten“ hört man eingängigen poppigen Rock bis rockigen Pop, der bereits beim ersten Mal des Hörens gut ins Ohr gehrt. Man muss sich dementsprechend nicht erst in das Album einhören, um Lieder für sich zu entdecken. Diese sind von sanft bis hin zum Mid-Tempo gehalten, zu rockig erklingt die Musik der Platte dementsprechend nie. Die Texte des Albums überzeugen mal mehr, mal weniger. Immer wenn die „Liebesschiene“ verlassen wird, klingt das deutlich spannender.

Das Album steigert sich in seinem Verlauf. Für mich liegen die überzeugendsten Titel allesamt in der Mitte bis zum Ende auf „Schlagschatten“. Dies wären die Nummern „Hinter klugen Sätzen“, „Sieben Jahre“ sowie „Du bist anders“. Drei richtig tolle Lieder, die nicht nur aufgrund ihrer Melodie wunderschön ins Ohr gehen, sondern auch zum Nachdenken anregen. Schön ist allerdings auch, dass sich auf diesem Album kein Titel befindet, den man unbedingt „überspringen“ müsste. Lediglich das Stück „Freitagabend“ wurde im Probenraum aufgenommen und ist wohl als „kleiner Spaß“ zu verstehen.

Fazit: Auch auf „Schlagschatten“ kann man für sich viele schöne Lieder entdecken, die die Band AnnenMayKantereit hörenswert klingen lassen. Eher sanft als zu rockig klingend und irgendwo im Bereich zwischen Pop und Rock angesiedelt enthält das Album einige tolle Nummern, die alle, die auf deutschen Pop und Rock stehen, überzeugen dürften. Von daher lohnt sich hier mal reinzuhören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hinter klugen Sätzen, Sieben Jahre, Du bist anders



Dienstag, 19. April 2022

Kreidler – Spells And Daubs

 



Kreidler – Spells And Daubs


Besetzung: (Ohne Instrumentenangabe)

Thomas Klein
Alexander Paulick
Andreas Reihse


Label: Bureau B


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Tantrum (4:13)
2. Toys I Never Sell (2:25)
3. Dirty Laundry (3:07)
4. Revery (4:00)
5. Unframed Drawings (4:37)
6. Freundchen (4:02)
7. Arise Above (4:23)
8. Music Follows Suit (3:39)
9. Arena (3:47)
10. Greetings From Dave (3:34)

Gesamtspieldauer: 37:51



Kreidler ist eine deutsche Band aus Düsseldorf, die – wenn man dem Wikipedia-Eintrag Vertrauen schenken darf – mit „Spells And Daubs“ im Jahr 2022 bereits ihr fünfzehntes Album veröffentlicht haben. Kreidler stehen für elektronische Musik, die dabei auch starke experimentelle Anteile aufweist.

Auf „Spells And Daubs“ hört man Musik, elektronische Musik aus dem Synthesizer, die immer wieder auch mit akustischen Geräuschen und Tönen angereichert wird. Dieses Zusammenspiel lässt die Lieder des Albums zum einen irgendwie „ungewöhnlich“, zum anderen durchaus besonders klingen.

Dabei hört sich die Musik niemals schräg, verquer oder gar frickelig an, obwohl nicht immer eine wirkliche Melodie auszumachen ist. Es werden Atmosphären erschaffen, die jede Hörerin und jeder Hörer für sich mit bestimmten Assoziationen belegen darf. Die Liedtitel mögen unter Umständen den drei Musikern beim kreieren ihrer Musik vor ihrem geistigen Auge erschienen sein, doch das muss natürlich niemand genauso nachempfinden – und kann dies wohl auch gar nicht.

In Ohr will die Musik von Kreidler auf „Spells And Daubs“ freilich nicht immer gehen, doch sie unterhält, da sie anders und spannend klingt. Und die erzeugten Stimmungen wirken dabei durchaus. Besonders gut gelingt dies Kreidler mit den beiden Titeln „Arise Above“ und „Arena“. Erstgenannter Titel changiert zwischen sphärischen Sounds und durch Rhythmus getriebenen Pop, wohingegen „Arena“ zwar sphärisch beginnt, schließlich jedoch sogar mit einer eingängigen Melodie aufwartet, bei der erneut dem Rhythmus eine große Rolle zugeschrieben wird.

Fazit: Viel elektronische Musik, viel Sphäre, Pop, Töne, Klänge, ab und an eine Melodie und dann auch mal ein Experiment. All das hört man auf Kreidlers neuestem Werk „Spells And Daubs“. Ganz bestimmt keine alltägliche Musik und genau das macht die Lieder auch aus. Sie sind besonders und klingen besonders. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Arise Above, Arena



Sonntag, 17. April 2022

Foo Fighters – Concrete And Gold

 



Foo Fighters – Concrete And Gold


Besetzung:

Dave Grohl – lead vocals (tracks 1–8, 10, 11), guitar (1–7, 9–11), acoustic guitar (8), percussion (2, 8)
Chris Shiflett – guitar (all tracks), percussion (2, 8)
Pat Smear – guitar (all tracks), percussion (2, 8)
Nate Mendel – bass (all tracks), percussion (2, 8)
Taylor Hawkins – drums (tracks 1–8, 10, 11), percussion (2, 6, 8), lead vocals (9), background vocals (1, 3, 4, 7, 10)
Rami Jaffee – piano (tracks 1, 5, 10), synthesizer (1, 6, 9), mellotron (2, 7, 10, 11), casio sk-1 (2), organ (2, 9), percussion (2, 8), farfisa organ (3, 7), arp string ensemble (3), clavinet (5), reface (5), wurlitzer (6, 9), vibraphone (7), harmonium and pump organ (8), b3 organ (10), moog (11)


Gastmusiker:

Greg Kurstin – piano (tracks 2, 7), synthesizer (6, 9), vibraphone (7, 10), arp string ensemble (7), bass synth (10)
Taylor Greenwood – background vocals (track 1)
Justin Timberlake – background vocals (track 3)
Alison Mosshart – background vocals (tracks 4, 5)
Kinga Bacik – cello (track 4)
Thomas Lea – viola (track 4)
Ginny Luke – violin (track 4)
Dave Koz – saxophone (track 5)
Inara George – background vocals (track 6)
Jessy Greene – violin (tracks 8, 10), cello (11)
Greg Sierpowski – optigan (track 8)
Paul McCartney – drums (track 9)
Shawn Stockman – background vocals (track 11)




Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Rock


Trackliste:

1. T-Shirt (1:22)
2. Run (5:23)
3. Make It Right (4:39)
4. The Sky Is A Neighborhood (4:04)
5. La Dee Da (4:02)
6. Dirty Water (5:20)
7. Arrows (4:26)
8. Happy Ever After (Zero Hour) (3:41)
9. Sunday Rain (6:11)
10. The Line (3:38)
11. Concrete And Gold (5:31)

Gesamtspieldauer: 48:22



„Concrete And Gold“ heißt das neunte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Foo Fighters. Das Album wurde am 15. September 2017 auf dem Plattenlabel Roswell Records veröffentlicht. „Concrete And Gold“ klingt etwas „weniger hart“ als so manch zuvor veröffentlichte Platte der Foo Fighters und besitzt zum Teil auch Einflüsse des Pops. Sehr wahrscheinlich ist dies auf den Einfluss des Produzenten Greg Kurstin zurückzuführen, der davor eben genau im Genre des Pops beheimatet war. Das Album verkaufte sich überaus erfolgreich und erreichte in den USA und in Großbritannien Platz 1 der Charts, in Deutschland kletterte „Concrete And Gold“ immerhin bis auf Platz 2.

Dave Grohl gab in einem Interview an, dass Musik und Text durch die aufgeheizte Atmosphäre der Wahlen von 2016 und die Präsidentschaft von Donald Trump beeinflusst worden seien. Als „Überschrift“ über das Album wählte er die Bezeichnung „Hoffnung und Verzweiflung“. Aufgenommen wurde „Concrete And Gold“ in den EastWest Studios in Hollywood, Kalifornien. Hierdurch erklären sich auch Gastmusiker wie Justin Timberlake und Paul McCartney, die zur selben Zeit in den Studios an eigenen Platten arbeiteten.

Nun, man muss kein Hard Rock Fan sein, um „Concrete And Gold“ zu mögen. Vielleicht darf man sogar nicht mal sein? Nein kaum, denn die rockigen Stellen weist das Album ebenfalls auf, sodass auch Freundinnen und Freunde der etwas härteren Gangart zufriedengestellt werden dürften. Doch insgesamt fällt „Concrete And Gold“ durchaus sanfter aus, als von einem Foo Fighter-Album bis dorthin zu erwarten. Und die Platte geht ins Ohr. Und das von vorne bis hinten. Auf dem Album hört man eine überaus eingängige Mischung aus Rock und Pop, die jede Menge Musik bereithält, die nicht nur melodiös klingt, sondern auch nachhallt.

„Concrete And Gold“ ragt ganz klar über das Mittelmaß hinaus. Zudem gibt es keine Ausfälle auf der Platte zu beklagen. Alles klingt und wirkt. Man kann das Album auflegen ohne die Fernbedienung bereitliegen haben zu müssen, jeder Titel lohnt sich. Ganz besonders sind das die Lieder „The Sky Is A Neighborhood“ sowie „Arrows“, wobei erstgenannter Titel gleichzeitig die zweite Singleauskopplung des Albums darstellt. Schließlich wird das Album mit dem Titellied auch würdig geschlossen.

Fazit: Auf „Concrete And Gold“ hört man eine überaus eingängige und melodiöse Mischung aus Rock und Pop, wobei der Schwerpunkt freilich immer noch auf dem Rock liegt. Die Lieder des Albums klingen abwechslungsreich und das Zuhören macht einfach Spaß. Und auch wenn Dave Grohl die Lieder mit „Hoffnung und Verzweiflung“ überschreibt, so wirkt die Musik insgesamt doch sehr viel eher positiv denn verzweifelt. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Sky Is A Neighborhood, Arrows, Concrete And Gold