Freitag, 27. Oktober 2017

Electric Light Orchestra – Alone In The Universe




Electric Light Orchestra – Alone In The Universe


Besetzung:

Jeff Lynne – lead & backing vocals, guitar, bass, piano, drums, keyboards, vibraphones


Gastmusiker:

Steve Jay – shaker, tambourine
Laura Lynne – backing vocals on „Love And Rain” und „One Step At A Time”


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Pop


Trackliste:

1. When I Was A Boy (3:13)
2. Love And Rain (3:30)
3. Dirty To The Bone (3:06)
4. When The Night Comes (3:22)
5. The Sun Will Shine On You (3:30)
6. Ain't It A Drag (2:36)
7. All My Life (2:51)
8. I'm Leaving You (3:08)
9. One Step At A Time (3:21)
10. Alone In The Universe (3:55)


Bonus Tracks:

11. Fault Line (2:07)
12. Blue (2:35)

Gesamtspieldauer: 37:18




Jeff Lynne hat es also nochmals gemacht. Im Jahr 2015 veröffentlichte der gebürtige Engländer das vierzehnte Album seiner Band Electric Light Orchestra. Dieses Mal spielte er praktisch alle Lieder selbst ein die, wie auch bereits in der Vergangenheit, erneut von ihm alleine komponiert worden sind. Lediglich seine Tochter Laura Lynne ist bei zwei Titeln als Backgroundsängerin zu hören und Toningenieur Steve Jay klappert mit dem Shaker und dem Tamburin. Alles selbst komponiert und selbst eingespielt, da kann man dann auch den Namen der Band gleich entsprechend mit anpassen. Aus dem Electric Light Orchestra ist mit dem Album „Alone In The Dark“ Jeff Lynne’s ELO geworden. Was allerdings auch dem Umstand geschuldet ist, dass sich ehemalige Mitglieder des Electric Light Orchestras auf ihren Touren immer mit dem Namen ELO schmücken und hier Jeff Lynne mal ein Zeichen setzen wollte. Erschienen ist die Scheibe am 13. November 2015 auf dem Plattenlabel Sony Music.

„Alone In The Dark“ enthält noch die Musik, mit der Jeff Lynne und sein Electric Light Orchestra in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts so erfolgreich wurde. Progressive Rock ist das natürlich an keiner Stelle mehr, von Rock kann man hier auch nicht mehr reden, dafür findet sich auf der Platte jede Menge Pop-Musik, mit der Jeff Lynne versucht sich eingängig und melodiös anzuhören, vielleicht nochmals einen Ohrwurm zu generieren. Doch das schafft er leider nicht mehr. „Alone In The Dark“ ist ein eher biederes, manchmal etwas altbackenes Werk geworden, welches nur noch mit Sentimentalitäten in Erinnerung an vergangene Zeiten zu spielen scheint. Trotzdem scheint dies vor allen Dingen in England anzukommen, wo die Platte nach über 300.000 verkauften Kopien mit Platin ausgezeichnet wurde.

Nein, überzeugend klingt das alles nicht mehr, sehr viel eher langweilig und aufgewärmt. Die Lieder hören sich größtenteils genauso an, wie sie bereits auf den erfolgreichen Scheiben des Electric Light Orchestras geklungen haben. Das war damals schon sehr oberflächlicher Pop, daran hat sich nichts mehr geändert. Manche Bands schaffen es mit einer Neuauflage der alten Klänge nach vielen Jahren nochmals zu punkten, indem sie etwas Neues basierend auf Vergangenem entwickeln. Jeff Lynne gelingt das allerdings nicht mehr. Er macht einfach da weiter, wo er schon mal war. Anhören kann man die Lieder größtenteils natürlich gut, doch sie hinterlassen keinen Eindruck mehr, laufen mit und durch. Einzig das zweite Lied der Platte, „Love And Rain“, sticht da ein klein wenig heraus, schafft es deutlicher zu überzeugen. Der Rest ist Pop, einfacher, zwar noch melodiöser, jedoch langweiliger Pop.

Überraschend übrigens auch, warum man bei einer Neuveröffentlichung gleich zwei Bonus Tracks hinzufügt. Der Grund hierfür ist die sogenannte „Deluxe Edition“. Ohne diese zwei Titel, also in der Original-Ausgabe des Albums, hat die Scheibe allerdings auch nur etwas über 32 Minuten Spieldauer. Sehr gelungen ist dagegen das Cover des Albums, welches mit einer 3D-Oberfläche ausgeliefert wurde. Das gibt es sonst auch nicht so häufig und zumindest hier bleibt Jeff Lynne’s ELO in positiver Erinnerung.

Fazit: Nun, wer die Musik der erfolgreichen Zeit des Electric Light Orchestras mag, diesen durchdeklinierten Pop, die oder der wird wohl auch von „Alone In The Dark“ nicht enttäuscht werden. Steht man dagegen auf das Besondere in der Musik, wird man auf diesem Album nicht fündig. Das ist keine Musik, die man verteufeln muss, Begeisterung kommt damit bei Freunden von Rock Musik aber sicherlich nicht auf. Sieben Punkte.

Anspieltipps: When I Was A Boy, Love And Rain, Alone In The Universe



Donnerstag, 26. Oktober 2017

Patrick Watson – Close To Paradise




Patrick Watson – Close To Paradise


Besetzung:

Patrick Watson – piano, vocals, drum programming


Gastmusiker:

Simon Angell – electric and acoustic guitars, lap steel, banjo
Mischka Stein – electric and upright bass, glockenspiel
Ronnie Kuster – drums, percussion, marimba, backup vocals, saw, piano on “Daydreamer”
Elisabeth Powell – backing vocals on “Bright Shining Lights” and “Close To Paradise”
Jonathan Cayn – organ on “Bright Shining Lights”
Katie Moore – back up vocals on “Storm”
Melanie Auclair – cello on “One Of These Days”
Brigitte Henry – backing vocals on “Man Under The Sea”
Nicholas Trothier – trombone
Jasmin Frenetle – trombone
Geneviève Bouffard – trombone
Phillipe Legoult – tuba
Louis Pierre Bergeron – french horn
Jargolaine Lambert – violin
Anne-Marie Leblanc – cello
Marilov Robitaille – violin
John Corban – violin


Label: Secret City Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: ArtPop


Trackliste:

1. Close To Paradise (5:02)
2. Daydreamer (4:34)
3. Slip Into Your Skin (3:37)
4. Giver (3:27)
5. Weight Of The World (4:40)
6. The Storm (3:12)
7. Mr. Tom (2:48)
8. Luscious Life (3:09)
9. Drifters (4:27)
10. Man Under The Sea (3:29)
11. The Great Escape (3:07)
12. Sleeping Beauty (5:33)
13. Bright Shiny Lights (2:34)

Gesamtspieldauer: 49:43




„Close To Paradise” heißt das zweite Studioalbum des kanadischen Sängers und Songschreibers Patrick Watson. Veröffentlicht wurde das Album am 26. September des Jahres 2006 und es erschein auf dem Plattenlabel Secret City Records. Auf „Close To Paradise” hört man interessanten und abwechslungsreichen ArtPop, den es auf diese Art und Weise sonst nicht so häufig zu hören gibt.

Die einzelnen Lieder auf der Platte sind nicht zu lang geraten, trotzdem überaus abwechslungsreich. Alles auf diesem Album geht gut ins Ohr, wirkt dabei zum Teil richtiggehend schräg, manchmal etwas verschroben. Die Stücke sind allesamt sehr melodiös und eingängig, jedoch möchte einem das beim ersten Mal des Hörens noch gar nicht so wirklich auffallen. Mit jedem weiteren Durchlauf eröffnet sich einem jedoch der musikalische Kosmos des Patrick Watson etwas mehr und schließlich hört man auf der Scheibe sogar einige Ohrwürmer, die einen einfach nicht mehr loslassen möchten.

Klingt solch ein Lied wie „Weight Of The World“ zunächst wie eine Mischung aus Zirkusmusik, Geisterbahn und Hafenkneipe und man bleibt beim Abspielen zuerst eher überrascht zurück, so wird das Lied mit jedem weiteren Hören immer begeisternder. Diese Musik klingt wahrlich ungewöhnlich. Sehr gelungen auch immer die von Patrick Watson am Piano eingespielten Passagen, die sein Gefühl für die schöne Melodie nochmals unterstreichen. Ein weiterer zentraler Punkt in der Musik des Kanadiers ist sein Gesang, der mitunter schwindelerregende Höhen annehmen kann und dabei ebenfalls immer noch überzeugend klingt. Doch, dieses Album macht Spaß.

Fazit: ArtPop der ganz anders klingt, nicht zu vergleichen ist mit dem Gedudel, welches man im Radio vorgesetzt bekommt, genau diesen bekommt man hier serviert. Patrick Watson erschafft auf seinem zweiten Album mit dem Titel „Close To Paradise“ Musik, die berührt, die einen packt. Diese ist sicherlich nicht ganz einfach, jedoch, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, um in diese musikalische Welt einzutauchen, dann wird man, wenn man auf das Besondere in der Musik steht, belohnt werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: Weight Of The World, The Storm, Mr. Tom



Mittwoch, 25. Oktober 2017

Angels & Airwaves – We Don’t Need To Whisper




Angels & Airwaves – We Don’t Need To Whisper


Besetzung:

Tom DeLonge – lead vocals, rhythm guitar, keyboards
David Kennedy – lead guitar, keyboards, synthesizers
Ryan Sinn – bass guitar, backing vocals
Atom Willard – drums, percussion


Gastmusiker:

Roger Joseph Manning, Jr. – keyboards




Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock


Trackliste:

1. Valkyrie Missile (6:39)
2. Distraction (5:36)
3. Do It For Me Now (4:33)
4. The Adventure (5:12)
5. A Little's Enough (4:45)
6. The War (5:08)
7. The Gift (5:02)
8. It Hurts (4:15)
9. Good Day (4:30)
10. Start The Machine (4:11)
11. Do It For Me Now (live, International Bonus Track) (4:39)

Gesamtspieldauer: 54:34



Angels & Airwaves ist eine US-amerikanische Rock-Band, in der sich verschiedene Musiker früherer Bands zusammenfanden. Bekanntestes Mitglied der Formation dürfte Tom DeLonge sein, ehemaliger Gitarrist und Sänger der Band blink-182. „We Don’t Need To Whisper“ heißt das Debütalbum der Alternative Rock Band, es erschien am 23. Mai im Jahr 2006 auf dem Plattenlabel Geffen Records und verkaufte sich durchaus erfolgreich. Das Album ging bis heute fast eine Million mal über die Theke. Vier Singles wurden ausgekoppelt, von denen „The Adventure“ in den Charts am höchsten stieg und sogar den „Song of the Year 2006-Award“ bei den San Diego Awards gewann.

Nun, wer tiefgründige, vertrackte, hoch anspruchsvolle Musik bei Angels & Airwaves sucht, die oder der wird sie nicht finden und dementsprechend enttäuscht werden. Dafür bekommt man hier ein breites Potpourri sehr eingängiger Rock-Titel geboten, die allesamt schnell ins Ohr gehen. Das klingt weder langweilig noch anbiedernd, sondern stellt sehr viel eher gute Unterhaltung für Freundinnen und Freunde der Rock Musik dieser Tage dar. Eingängig, melodiös und ohne große Ansprüche zu erfüllen oder zu stellen klingt es auf „We Don’t Need To Whisper“ unterhaltsam. Die Lieder ähneln sich vielleicht manchmal ein wenig zu sehr. Größtenteils finden sich dieselben Rhythmen, Tempi und Stimmungen in jedem der enthaltenen Titel.

Dementsprechend gibt es auf „We Don’t Need To Whisper“ auch nichts zu hören, was man schnell überspringen müsste, so man diese Art der Musik mag. Alles klingt, geht ins Ohr. Die Lieder sind allesamt melodiös, wenn auch ein richtiger Ohrwurm nicht vorhanden ist. Herauszuheben sind das eingängige und frische „Start The Machine“, welches mit einer nicht alltäglichen Perkussion überzeugen kann und sich dadurch etwas von den anderen Liedern abhebt und interessanter macht. Auch der „Hit“ der Scheibe, „The Adventure“, macht Spaß, entspricht vom Stil her allerdings sehr dem Rest der Scheibe. Wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich dementsprechend an dieser Stelle auch jeden anderen der insgesamt zehn Titel aufzählen können. Großartige qualitative Unterschiede sind auf „We Don’t Need To Whisper“ nicht auszumachen.

Fazit: Auf „We Don’t Need To Whisper“ von Angels & Airwaves findet man Rock Musik, die sich frisch und modern anhört, auch wenn das Album inzwischen bereits schon wieder etwas über zehn Jahre alt ist. Sehr anspruchsvoll ist die Musik nicht, auf der Platte werden keine neuen Wege gegangen, keine neuen Ideen kreiert. Muss auch nicht sein, denn die Scheibe schafft es zu unterhalten. Egal ob im Hintergrund abgespielt oder lauter genossen, die Lieder gehen ins Ohr und haben auch einen gewissen Wiedererkennungswert. Zu viel Nachhall gibt es zwar nicht, muss aber auch nicht immer sein. Für Leute, die auf moderne, eingängige und nicht zu harte Rock Musik stehen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Start The Machine, The Adventure



Dienstag, 24. Oktober 2017

Leonard Cohen – You Want It Darker




Leonard Cohen – You Want It Darker


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Bill Bottrell – electric guitar, pedal steel guitar
Michael Chaves – keyboards, bass guitar, drum programming
Adam Cohen – classical guitar
Patrick Leonard – keyboards, organ, piano, bass synthesizer, bass guitar, percussion, drum programming
Brian Macleod – drums
Zac Rae – guitar, classical guitar, mandolin, keyboards, mellotron, celesta, piano, wurlitzer, floor tom, octophone


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Pop, Blues


Trackliste:

1. You Want It Darker (4:44)
2. Treaty (4:02)
3. On The Level (3:27)
4. Leaving The Table (3:47)
5. If I Didn't Have Your Love (3:36)
6. Traveling Light (4:22)
7. It Seemed The Better Way (4:22)
8. Steer Your Way (4:23)
9. String Reprise / Treaty (3:26)

Gesamtspieldauer: 36:13




„You Want It Darker” heißt das vierzehnte und letzte Studioalbum des kanadischen Musikers Leonard Cohen. Es erschien am 21. Oktober des Jahres 2016 auf dem Plattenlabel Columbia Records, 19 Tage bevor Leonard Cohen starb. „You Want It Darker” ist eine sehr bewegende Platte geworden, die sich inhaltlich häufig mit den Themen Gott und Tod auseinandersetzt. Der Gesang des Albums wurde im Wohnzimmer des Leonard Cohen aufgenommen, der zu dieser Zeit schon unter starken Schmerzen litt. Die hier entstandenen Einspielungen wurden dann per E-Mail weitergesendet.

Auf „You Want It Darker” singt Leonard Cohen seine Texte nicht mehr, er spricht sie ein. Das wirkt überaus zerbrechlich und trägt, neben der Musik selbst, am sehr grauen, fast schon ein wenig verzweifelten Gesamteindruck des Albums bei. Alles klingt auf diesem Album nach Tod und Vergänglichkeit, wirkt sehr getragen, ohne dabei auch nur einen Hauch des Kitsches zu verströmen. Sehr bewegend ist dieses „You Want It Darker” geworden, ein Album, bei dem man in jedem Takt, mit jedem Akkord hört, dass hier jemand Abschied nimmt.

Die Musik ist sehr ruhig gehalten, oftmals akustisch eingespielt und klingt an jeder Stelle sehr melodiös und eingängig. Chöre, die manchmal wie Choräle klingen, Streicher, die die Lieder noch weicher und voller werden lassen unterstreichen die sehr intensive Atmosphäre dieser Platte. Die Lieder gehen dabei ins Ohr und schaffen es auch dort länger zu verbleiben. Dass beim Hören keine Tanzstimmung aufkommt, dürfte sicherlich keine Überraschung darstellen. Vielmehr wirkt hier alles nachdenklich und genauso lässt einen diese Musik des Leonard Cohen auch zurück. Nachdenklich und auch beeindruckt.

Fazit: Ein sehr intensives und beeindruckendes Album ist „You Want It Darker” von Leonard Cohen geworden. Die einzelnen Lieder der Platte sind packend und ergreifend, über allem scheint der Tod von Leonard Cohen zu schweben, der sich mit dieser Scheibe verabschiedete. Man hört auf dem Album getragenen und nachdenklichen Sprechgesang, der mit sanfter, trauriger, sentimentaler und melancholischer Musik unterlegt wurde. Elf Punkte.

Anspieltipps: You Want It Darker, Treaty



Montag, 23. Oktober 2017

The Waterboys – Fisherman’s Blues




The Waterboys – Fisherman’s Blues


Besetzung:

Mike Scott – vocals, guitar, piano, hammond organ, drums, bouzouki
Anthony Thistlethwaite – saxophone, mandolin, harmonica, hammond organ
Steve Wickham – violin
Trevor Hutchinson – bass guitar, double bass
Roddy Lorimer – trumpet
Kevin Wilkinson – drums
Peter McKinney – drums
Dave Ruffy – drums
Colin Blakey – piano, flute, border horn
Fran Breen – drums
Vinnie Kilduff – guitar
Noel Bridgeman – tambourine, congas
Jay Dee Daugherty – drums
Máirtín O'Connor – accordion
Alec Finn – bouzouki
Charlie Lennon – violin
Brendan O'Regan – bouzouki
Tomás Mac Eoin – vocals
Paraig Stevens – bells
Jenny Haan – vocals
Ruth Nolan – vocals
Rachel Nolan – vocals
The Abergavenny Male Voice Choir – vocals
Tomas McKeowen – spoken voice


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Folk Rock, Rock, Country


Trackliste:

1. Fisherman's Blues (4:26)
2. We Will Not Be Lovers (7:01)
3. Strange Boat (3:06)
4. World Party (5:28)
5. Sweet Thing (7:12)
6. Jimmy Hickey's Waltz (2:06)
7. And A Bang On The Ear (9:14)
8. Has Anybody Here Seen Hank (3:18)
9. When Will We Be Married (3:00)
10. When Ye Go Away (3:44)
11. Dunford's Fancy (1:04)
12. The Stolen Child (6:55)
13. This Land Is Your Land (0:54)


Collector's Edition Bonus Disc (2006):

1. Carolan's Welcome (2:51)
2. Killing My Heart (3:54)
3. You In The Sky (5:47)
4. When Will We Be Married? (2:40)
5. Nobody 'Cept You (3:05)
6. Fisherman's Blues (5:49)
7. Girl Of The North Country (4:24)
8. Lonesome And A Long Way From Home (3:05)
9. If I Can't Have You (3:30)
10. Rattle My Bones And Shiver My Soul (2:38)
11. Let Me Feel Holy Again (6:10)
12. Meet Me At The Station (3:24)
13. The Good Ship Sirius (0:43)
14. Soon As I Get Home (12:03)

Gesamtspieldauer CD1 (57:35) und CD2 (1:00:11): 1:57:46




Die Platte „Fisherman’s Blues“ ist das vierte Studioalbum der irisch-schottischen Band The Waterboys und erschien im Jahr 1988 auf dem Label Chrysalis Records. „Fisherman’s Blues“ stellte einen Einschnitt in der Musik der Waterboys dar. Der Rock war zwar noch vorhanden, jedoch nur noch an wenigen Stellen in der Musik der Band stark präsent. Stattdessen gab es nun einen Mix aus traditioneller irischer wie schottischer Musik, Country und auch Rock and Roll zu hören. Dementsprechend unterschiedlich fielen auch die Meinungen über diese Scheibe aus. Während einige Kritiker und Hörer voll des Lobes waren und die Platte sogar Aufnahme in dem Buch „1001 Albums You Must Hear Before You Die” fand, waren andere eher enttäuscht und gar nicht mehr so begeistert von diesem Stilwechsel. Nichtsdestotrotz ist „Fisherman’s Blues“ das Album der Waterboys geworden, welches sich am besten verkaufte. Es kletterte bis auf Platz 13 der UK Charts und erreichte in den USA immerhin Platz 76 der Billboard 200.

Nun, der Wechsel hin zu eher folkloristischer Musik ist wahrlich unüberhörbar. Sind dabei Töne von den britischen Inseln zu hören, hört sich das auch noch ganz nett an. Überwiegt allerdings der Country-Einfluss, so ist die Musik der Waterboys auf „Fisherman’s Blues“ eine eher sehr gewöhnungsbedürftige geworden. Auch diese Rock and Roll-Anwandlungen nerven eher als, dass sie zu überzeugen verstehen. In den zwei Jahren der Entstehung des Albums schrieben die Waterboys wohl über einhundert Titel. Dreizehn davon waren auf der ursprünglichen Platte vorhanden, weitere vierzehn gibt es auf der hier vorliegenden Collector’s Edition zu hören. Auf dieser zweiten CD hört man allerdings noch sehr viel mehr Country und Folk und so gut wie gar keinen Rock mehr. Um das Ganze allerdings noch auf die Spitze zu treiben wurde im Jahr 2013 noch eine weitere Version des Albums veröffentlicht, die insgesamt sieben CDs umfasst und dabei 137 Lieder enthält. Dieser Ausgabe wurde alles hinzugefügt, was in den verschiedenen Sessions der Aufnahme festgehalten wurde.

Die Waterboys sind nicht mehr jene Waterboys, die ich schätze. Mike Scott hat sich auf dieser Platte sehr von Steve Wickham inspirieren lassen, dessen Violine häufig im Vordergrund der Musik steht und diesen folkloristischen Touch sehr dick unterstreicht. Richtig überzeugende und gelungene Lieder höre ich hier nicht mehr. Vieles ist maximal noch Durchschnitt, manches nervt durch diesen penetranten Violin-Einsatz, der einen stimmungsmäßig häufig in den mittleren Westen der USA katapultiert. Die Lieder gehen nicht mehr so ins Ohr, laufen oftmals einfach nur unter Überschrift „langweiliger Country-Folk“ durch. Es bleibt auch wenig hängen, von dieser Scheibe, die musikalisch so gar nichts mit vielen anderen Scheiben der Waterboys zu tun hat. Leider klingen auch die reinen Folk Stücke nicht so überzeugend, dass man dieses Album noch in die Kategorie „lohnend“ eingruppieren könnte. Richtig melodiös klingt auf „Fisherman’s Blues“ nur die Nummer „The Stolen Child“. Ein sehr sanftes Lied, mit viel Querflöte ausgestattet, Sprechgesang gepaart mit gesungenen Worten und jeder Menge folkloristischem Text. Sehr sanft, aber immerhin auch sehr eingängig. Na endlich.

Fazit: „Fisherman’s Blues“ von den Waterboys um Mike Scott ist wahrlich kein Rock Album geworden. Auf dieser Platte hört man Folk und Country, neben Rock and Roll und etwas reinerem Rock. Die Folk Musik klingt dabei noch ganz nett, die Country-Lieder langweilen eher. Schöne Melodien hört man hier deutlich weniger, als auf so manch anderem Waterboys Album. Aber so etwas ist bekanntlich immer Geschmackssache, sodass Freundinnen und Freunde von Country-Klängen das ganz bestimmt völlig anders sehen. Andere wiederum werden „Fisherman’s Blues“ einfach nur schrecklich langweilig finden. Auch das ist verständlich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Stolen Child



Sonntag, 22. Oktober 2017

Eloy – The Vision, The Sword And The Pyre - Part 1




Eloy – The Vision, The Sword And The Pyre - Part 1


Besetzung:


Frank Bornemann – lead and backing vocals, all guitars and some additional keyboards
Klaus Peter Matziol – bass
Hannes Folberth – keyboards
Michael Gerlach – keyboards
Kristof Hinz – drums and percussion


Gastmusiker:

Alice Merton – spoken parts as Jeanne on 5,6 & 8
Alexandra Seubert – backing vocals on 3,9 & 11
Jessy Martens – vocals as Jeanne on 13
Anke Renner – Backing vocals on 3, 5, 6 & 11
Isgaard – vocals on 9
Lisa Laage-Smidt – backing vocals on 6
Kim Hutchinson – spoken part as Jeanne's Mother Isabelle on 2
Kai Ritter – spoken parts as Jeanne's Father on 2 & 4
Simon Moskon – backing vocals on 3,8 & 9
Sven-Arne Zinnke – backing vocals on 5
Jens Lueck – keyboards on 1 & 5
The Children's Choir of the Marktkirche Hannover on 9
Peter Becket – Army Choir on 10
Tom Jackson – Army Choir on 10
Volker Kuinke – recorders and flutes on 3, 6, 8 & 10
Eric Pulverich – vocals on 8
Leon Kaack – vocals on 8
Bick Buttchereit – vocals on 8
Steve Mann – spoken parts as Dauphin Charles on 8
Christoph Van Hal – strings on 1 & 10
Artur Kühfuss – keyboards on 5 & 8
Niklas Fischer – keyboards on 3 & 8
Johannes Berger – bass viol on 9
Julian Göke – bass voice on 1


Label: Artist Station Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Age Of The Hundred Years' War (4:16)
2. Domremy On The 6th Of January 1412 (1:47)
3. Early Signs...From A Longed For Miracle (4:12)
4. Autumn 1428 At Home (0:55)
5. The Call (5:51)
6. Vaucouleurs (4:34)
7. The Ride By Night...Towards The Predestined Fate (3:29)
8. Chinon (9:45)
9. The Prophecy (4:39)
10. The Sword (5:53)
11. Orléans (4:25)
12. Les Tourelles (7:22)
13. Why? (5:10)

Gesamtspieldauer: 1:02:24




Totgesagte leben länger. Viel länger sogar. Als im Jahr 2009 mit der Platte „Visionary“ nach elf Jahren das siebzehnte Studioalbum von Eloy veröffentlicht wurde, da war irgendwie klar, dass dieses nun auch das letzte Album der Band um Frank Bornemann gewesen sein muss. Doch weit gefehlt, denn im Jahr 2017 gibt es nun auch noch das achtzehnte Album von Eloy mit dem Titel „The Vision, The Sword And The Pyre - Part 1“. Erschienen ist die Scheibe im August dieses Jahres auf dem Plattenlabel Artist Station Records. Nun und der kleine Zusatz „Part 1“ deutet bereits darauf hin, dass es dies immer noch nicht gewesen sein muss. Mit dem Album soll die Geschichte der Jeanne d’Arc erzählt werden, welche also mit dem zweiten Teil ihren Abschluss finden soll.

Hört man sich in „The Vision, The Sword And The Pyre - Part 1“ hinein, wird man angenehm überrascht. Eloy klingen auf dieser Platte so, wie sie bereits in den 70er Jahren zu ihrer schöpferischen Hochzeit klangen. Wunderschöne Melodien, abwechslungsreiche und vielschichtige Lieder, gesprochener Text neben gesungenen Zeilen. Dazu natürlich auch jede Menge Bombast und Pathos, den man mögen muss, um Eloy schätzen zu können. All das gab es schon mal vor vierzig Jahren und trotzdem erschafft Frank Bornemann hier mit seiner Band keine Kopie der Alben „Power And The Passion“, „Dawn“ oder „Ocean“. Vielmehr ist „The Vision, The Sword And The Pyre - Part 1“ eine Ausweitung beziehungsweise Weiterentwicklung der früheren Musik. Leichte mittelalterliche musikalische Anspielungen haben Einzug gefunden in die Musik der Band, ohne dabei zu sehr präsent zu wirken. Auf diese Art und Weise eingesetzt erweitern sie das Spektrum der Musik von Eloy.

Die Lieder der Platte gehen allesamt ins Ohr und sind spannend. Es macht einfach Spaß hier zuzuhören und nichts ist bei den ersten Malen des Zuhörens vorhersehbar. Schnell wird die Musik mit jedem weiteren Durchlauf zu einem guten alten Bekannten, den man schon jahrelang zu kennen scheint. Trotzdem klingt es auch dann noch nicht langweilig, sondern bleibt weiterhin überzeugend und interessant. Alle diejenigen Hörerinnen und Hörer, die früher schon nichts mit dieser Band anfangen konnten, werden sich bestätigt fühlen – wohingegen Fans der ersten Tage „The Vision, The Sword And The Pyre - Part 1“ feiern werden. Die Zeit scheint stillzustehen. Doch nicht ganz, denn etwas hat sich definitiv in der Musik von Eloy verändert. Es ist die Aussprache des Frank Bornemann, dessen Englisch deutlich besser geworden ist und somit sein Gesang nicht mehr von der schönen Musik ablenkt, sondern diese ergänzt. Interessant auch das letzte Lied des Albums. Hier hat Frank Bornemann offensichtlich seiner Liebe zu Pink Floyd ein Denkmal gesetzt. Bei diesem Stück stand aber 2:30 eindeutig Pink Floyds „A Great Gig In The Sky“ Pate. Macht nichts, denn es klingt auch in dieser Version von Eloy überzeugend.

Fazit: „The Vision, The Sword And The Pyre - Part 1“ ist ein sehr gelungenes Comeback von Eloy geworden und man darf sich bereits jetzt auf „Part 2“ freuen. Alle Zutaten, die die Musik von Eloy in der Mitte der 70er Jahre beinhaltete sind auch auf diesem achtzehnten Studioalbum wieder enthalten. Das wird alle Fans der frühen Jahre der Band freuen, den anderen wird es egal sein. So klingt Progresse Rock auch, der viele Jahrzehnte nach seiner Blütezeit soundtechnisch in die Gegenwart versetzt wurde. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Sword, Why?



Samstag, 21. Oktober 2017

You Me At Six – Hold Me Down




You Me At Six – Hold Me Down


Besetzung:

Josh Franceschi – vocals
Max Helyer – rhythm guitar
Chris Miller – lead guitar
Matt Barnes – bass guitar
Dan Flint – drums, percussion


Gastmusiker:

Sean Smith – guest vocals (The Consequence)
Aled Phillips – guest vocals (There's No Such Thing As Accidental Infidelity)


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Consequence (4:26)
2. Underdog (2:23)
3. Playing The Blame Game (3:05)
4. Stay With Me (3:15)
5. Safer To Hate Her (3:18)
6. Take Your Breath Away (3:03)
7. Liquid Confidence (3:11)
8. Hard To Swallow (3:24)
9. Contagious Chemistry (3:29)
10. There's No Such Thing As Accidental Infidelity (3:46)
11. Trophy Eyes (2:50)
12. Fireworks (4:20)

Gesamtspieldauer: 40:36



„Hold Me Down” heißt das zweite Studioalbum der englischen Rockband You Me At Six. Das Album erschien am 11. Januar 2010 auf dem Plattenlabel Virgin Records. Damit war „Hold Me Down” die erste Veröffentlichung von You Me At Six auf einem sogenannten „Major Label” und war für die Band durchaus ein Erfolg. Die Platte kletterte bis auf Patz 5 der UK Charts und wurde dort nach dem Verkauf von über 100.000 Kopien auch mit Gold ausgezeichnet.

Auf „Hold Me Down” hört man „jungen“ Rock von einer noch jungen Band mit jungen Musikern. Das bedeutet, eine Band probiert sich aus und setzt auf Altbewährtes. Ob dies nun die Vorgabe der Plattenfirma war oder ein inneres Anliegen der Musiker, das sei mal so dahingestellt. Man hört auf „Hold Me Down” eine Ansammlung von Rock-Pop-Titeln, die alle durchaus nett anzuhören sind, dabei auch ins Ohr gehen. Allerdings klingt das alles nicht nur schon irgendwie von anderen Bands bekannt, sondern auch die zwölf Titel des Albums selbst scheinen sich irgendwie zu ähneln. Jeder Ton, jeder Rhythmus, jede Melodie wirkt sehr glattgeschliffen, auf Eingängigkeit für ein junges Publikum getrimmt, ohne jegliche Ecken und Kanten. You Me At Six schaffen es auf diesem Album tatsächlich den Hörerinnen und Hörern absolut nichts Neues, nichts Eigenes zu präsentieren. Die Platte rauscht durch, dass dabei ein wenig Langeweile aufkommt, dürfte an dieser Stelle nicht weiter überraschen.

Höhepunkte auf „Hold Me Down” zu benennen fällt einigermaßen schwer, da die Scheibe mit all ihren zwölf Liedern beliebig ähnlich klingt. Dass bedeutet noch nicht einmal, dass es sich bei der Musik von You Me At Six um schlechte Musik handelt, jedoch ist diese austauschbar, hinterlässt keine Spuren. Um doch einen Titel zu erwähnen, sei an dieser Stelle die Nummer „Playing The Blame Game“ genannt. Eingängig und zumindest ein wenig abwechslungsreicher aufgebaut, als viele der anderen Stücke des Albums. Im Grunde genommen hätte ich an dieser Stelle allerdings auch jedes andere Lied nennen können. Ins Ohr geht das alles, wird jedoch auch schnell wieder vergessen, da es leider einfach langweilig klingt.

Fazit: Wer auf eingängige Rock-Musik steht, die oder der dürfte auf „Hold Me Down” von You Me At Six durchaus etwas für sich finden – jede Menge sogar. Wer jedoch Wert auf etwas anspruchsvollere Musik legt, keine Kopie von längst Dagewesenem möchte, den wird das Album langweilen. „Hold Me Down” von You Me At Six ist solch ein Album, von dem man denkt „ganz nett“. Gleichzeitig ist man sich bewusst, dass man es besitzt, legt es jedoch nicht auf, weil es jede Menge andere Musik gibt, die deutlich besser zu begeistern versteht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Playing The Blame Game



Freitag, 20. Oktober 2017

Mike Oldfield – Tres Lunas




Mike Oldfield – Tres Lunas


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

Sally Oldfield – vocals
Amar – vocals
Jude Sim – vocals
Philip Lewis – percussion programming
Thomas Suessmair – percussion programming


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Ambient


Trackliste:

1. Misty (3:59)
2. No Mans Land (6:08)
3. Return To The Origin (4:38)
4. Landfall (2:19)
5. Viper (4:32)
6. Turtle Island (3:40)
7. To Be Free (4:21)
8. Fire Fly (3:46)
9. Trés Lunas (4:35)
10. Daydream (2:15)
11. Thou Art In Heaven (5:22)
12. Sirius (5:47)
13. No Mans Land (Reprise) (2:56)
14. To Be Free (Radio Edit) (3:56)

Gesamtspieldauer: 58:20




Mike Oldfield hatte einen „Lauf“. War bereits das Vorgänger-Album mit dem Namen „The Millennium Bell” grottenschlecht geworden, so passt sich sein einundzwanzigstes Studio-Album perfekt daran an und demonstriert perfekt die kreative Durststrecke des Engländers. „Tres Lunas“ heißt dieses neue Album und erschien im Jahr 2002 auf dem Label Warner Music. Zu hören gibt es dieses Mal jede Menge seichte Ambient Musik.

Wie beim Vorgänger-Album, so hört man auch auf „Tres Lunas“ eine nervige Drum Machine, dieses Mal gepaart mit absolut belanglosen und kurzen Musikstückchen. Diese klingen noch nicht einmal so, dass man sofort den Raum verlassen müsste, wenn sie erklingen und ertönen. Jedoch hört sich das alles wie flache Fahrstuhlmusik an. Kaufhaushintergrundmusik würde auch perfekt passen. Somit wäre die Umschreibung „grottenschlecht“ definitiv das falsche Adjektiv für das Gehörte. „Tres Lumas“ ist einfach unfassbar belanglos und langweilig. Es gibt darauf noch nicht einmal etwas zu hören, was so ein klitzekleines bisschen ins Ohr geht. Nur noch sehr seichtes Gedudel, ohne auch nur den geringsten Ansatz zu beinhalten, zumindest etwas interessant zu klingen.

Fazit: Mike Oldfield hat mit „Tres Lunas“ ein Album veröffentlicht, was es auf 58 Minuten schafft, nur noch langweiliges und belangloses Gesäusel über die Hörerinnen und Hörer auszuschütten. Es ist dabei noch nicht einmal so, dass man sich die Ohren zuhalten müsste, jedoch kommt diese Musik nicht über den Status „äußerst unauffällige Hintergrundmusik“ hinaus. Und dies alles bekommen wir von einem Musiker geboten, der zuvor solch Werke wie „Tubular Bells“, „Ommadawn“ oder „Incantations“ erschaffen hat. Einfach nur noch traurig. Einen Punkt.

Anspieltipps: Alles



Donnerstag, 19. Oktober 2017

Blondie – Parallel Lines




Blondie – Parallel Lines


Besetzung:

Deborah Harry – vocals
Chris Stein – guitar, 12-string guitar, e-bow
Clem Burke – drums
Jimmy Destri – electronic keyboards
Nigel Harrison – bass guitar
Frank Infante – guitar


Gastmusiker:

Robert Fripp – guitar (Fade Away And Radiate)


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock, Pop, New Wave


Trackliste:

1. Hanging On The Telephone (2:22)
2. One Way Or Another (3:35)
3. Picture This (2:56)
4. Fade Away And Radiate (4:02)
5. Pretty Baby (3:18)
6. I Know But I Don't Know (3:56)
7. 11:59 (3:20)
8. Will Anything Happen? (3:00)
9. Sunday Girl (3:05)
10. Heart Of Glass (5:50)
11. I'm Gonna Love You Too (2:06)
12. Just Go Away (3:33)


Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

13. Once I Had A Love (1978 Version) (3:18)
14. Bang A Gong (Get It On) (Live) (Recorded live 11/04/78 at The Paradise in Boston, MA) (5:30)
15. I Know But I Don't Know (Live) (Recorded live 11/06/78 at the Walnut Theatre in Philadelphia, PA) (4:35)
16. Hanging On The Telephone (Live) (Recorded live 1980 in Dallas, TX) (2:22)

Gesamtspieldauer: 45:35




„Parallel Lines” nannte die US-amerikanische Rockband Blondie ihr drittes Studioalbum. Veröffentlicht wurde die Scheibe im September des Jahres 1978, nachdem im Februar desselben Jahres bereits das zweite Album „Plastic Letters“ erschienen war. Beide Alben wurden auf dem Plattenlabel Chrysalis Records veröffentlicht und vor allen Dingen „Parallel Lines” wurde ein großer internationaler Erfolg und stellte den endgültigen Karrieredurchbruch von Blondie dar. Im Vereinigten Königreich kletterte das Album bis an die Spitze der Charts, in den USA erreichte es immerhin Platz 6 und verkaufte sich weltweit millionenfach. Ein Erfolgsfaktor war dabei sicherlich auch die Hit-Single „Heart Of Glass“, die in England, den USA, Deutschland und noch vielen weiteren Ländern auf Platz 1 der Charts zu finden war.

Auf „Parallel Lines” hört man eine Mixtur aus Pop- und Rock-Liedern, die mit einer Prise New Wave versehen wurden. Die einzelnen Stücke gehen dabei alle sehr gut ins Ohr und bewegen sich zumeist im Mid-Tempo. Zum Teil sind die Titel dabei durchaus tanzbar, was ihren Einsatz in den damaligen Diskotheken förderte und somit auch zum Erfolg der ganzen Platte beitrug. Bekanntestes Lied ist sicherlich der größte Verkaufserfolg der Band, die Singleauskopplung „Heart Of Glass“. Doch auch die Single „Sunday Girl“ konnte sich in manchen Charts bis an die Spitze hocharbeiten. Neben diesen beiden Titeln ist es vor allen Dingen das Lied „Fade Away And Radiate“, bei dem Robert Fripp an der Gitarre zu hören ist, welches am meisten überzeugt. Die Nummer möchte irgendwie auch so gar nicht zum Rest auf „Parallel Lines” passen, ist deutlich experimenteller und setzt sich aus harmonischen und weniger melodiösen Teilen zusammen.

Mit der remasterten Fassung des Albums bekommt man als Zugabe noch das Lied „Once I Had A Love (aka The Disco Song)“ mitgeliefert. Eine Nummer aus den Anfängen der Band in einer, im Jahr 1978 eingespielten Version. Dazu gibt es noch drei Live-Titel. „Bang A Gong (Get It On)“ stammt natürlich von T-Rex und die anderen beiden Stücke sind Konzert-Einspielungen zweier auf „Parallel Lines” vorhandener Titel.

Fazit: „Parallel Lines” ist eine kleine Zeitreise, hin zur Rock-Pop-Musik Ende der 70er Jahre. Diese klang im Falle von Blondie sehr eingängig und war absolut radio- wie diskotauglich. Viele relativ kurze Nummern, die schnell ins Ohr gehen, finden sich auf „Parallel Lines”. Wer hier Komplexes oder Kompliziertes erwartet, wird enttäuscht werden. Aber wer sollte das bei einem Blondie-Album schon tun? Unterhaltungs-Rock-Pop in Reinkultur. Acht Punkte.

Anspieltipps: Fade Away And Radiate, Sunday Girl, Heart Of Glass



Mittwoch, 18. Oktober 2017

Fairport Convention – Liege & Lief




Fairport Convention – Liege & Lief


Besetzung:

Sandy Denny – vocals
Dave Swarbrick – fiddle, viola
Richard Thompson – electric & acoustic guitars, backing vocals
Simon Nicol – electric, 6-string & 12-string acoustic guitars, backing vocals
Ashley Hutchings – bass guitar, backing vocals
Dave Mattacks – drums, percussion


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Come All Ye (5:03)
2. Reynardine (4:34)
3. Matty Groves (8:09)
4. Farewell, Farewell (2:39)
5. The Deserter (4:24)
6. Medley (4:08)
The Lark In The Morning
Rakish Paddy
Foxhunters' Jig
Toss The Feathers
7. Tam Lin (7:14)
8. Crazy Man Michael (4:46)


Bonus Tracks der CD-Wiederveröffentlichung:

9. Sir Patrick Spens (4:03)
10. Quiet Joys Of Brotherhood (10:16)

Gesamtspieldauer: 55:21



„Liege & Lief“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Folk Rock Band Fairport Convention. Es ist bereits das dritte Album, welches die Band im Jahr 1969 veröffentlichte und erschien im Dezember dieses Jahres auf dem Plattenlabel Island Records. Nach dem Einspielen und noch vor seiner Veröffentlichung der Platte verließ die Sängerin Sandy Denny bereits wieder die Band, zu der sie Mitte der 70er Jahre, kurz vor ihrem Tod, nochmals zurückkehren sollte.

Alle Titel auf „Liege & Lief“ basieren auf traditionellen englischen und keltischen Musikstücken, die hier allerdings in veränderten Versionen zu hören sind. Sehr stark an diesen Transformationen beteiligt war Sängerin Sandy Denny, die zwar die Band nach der Fertigstellung verließ, damit jedoch den bis heute vorherrschenden Sound der Band maßgeblich mitgestaltete. Das Album kletterte bis auf Platz 17 der UK Album Charts und hielt sich fünfzehn Wochen in diesen. Die Platte wird häufig als die erste reine britische Folk Platte beschrieben und ebnete den Weg für zahlreiche andere Veröffentlichungen dieses Genres. In einer Zuschauerabstimmung der BBC Radio 2 Folk Awards im Jahr 2006 wurde „Liege & Lief“ zum „einflussreichsten Folk Album aller Zeiten“ gewählt.

Schöne und eingängige Folk Musik hört man auf „Liege & Lief“, die sich häufig deutlich von der Musik desselben Genres westlich des Atlantiks unterscheidet. Dies gilt zwar nicht für das Medley in der Mitte der Platte, bestehend aus vier Stücken. Bei diesem Titel steht die Violine im Vordergrund und es ist auch kein Gesang zu hören. Das Lied könnte so ohne Weiteres auch von einer US-amerikanischen Band eingespielt worden sein, es klingt sehr nach den USA und ist keinesfalls typisch für „Liege & Lief“. Ansonsten stehen die bereits erwähnten harmonischen und eingängigen Folk-Titel im Vordergrund, die von Sandy Denny mit ihrer hellen und schönen Stimme dominiert werden. Sehr viele Stücke gehen schnell ins Ohr, melodiös klingt auf „Liege & Lief“ so gut wie alles.

Fazit: Schönen und eingängigen englischen Folk bekommt man auf „Liege & Lief“ zu hören. Die Lieder klingen sanft und entspannt, nie hektisch oder aufgeregt. Nicht „aufgeregt“ bedeutet allerdings auch, nicht besonders aufregend. Gut anzuhören ist das alles, richtiggehend begeistern kann diese Musik allerdings heutzutage nicht mehr. Trotzdem, „Liege & Lief“ ist eine Platte, die gegen die Hektik des Alltags ankämpft. Musik zum Durchschnaufen und zum entspannten Zuhören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Matty Groves, Crazy Man Michael



Dienstag, 17. Oktober 2017

David Gilmour – Live In Gdansk




David Gilmour – Live In Gdansk


Besetzung:


Musicians

David Gilmour – guitars, lead and backing vocals, console steel guitar, acoustic lap steel guitar, alto saxophone on “Red Sky At Night”
Richard Wright – piano, hammond organ, farfisa organ, lead and backing vocals
Jon Carin – keyboards, synthesiser, backing vocals, lap steel guitar, programming
Guy Pratt – bass guitars, backing vocals, double bass, guitar on “Then I Close My Eyes”, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond”
Phil Manzanera – guitars, backing vocals, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond”
Dick Parry – tenor and baritone saxophones, electronic organ, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond”
Steve DiStanislao – drums, percussion, backing vocals
Zbigniew Preisner – conductor
Leszek Możdżer – piano
Polish Baltic Philharmonic Orchestra


Barn Jam Personnel

David Gilmour – guitar, console steel guitar, drums on “192”
Richard Wright – keyboards
Guy Pratt – bass, guitar on “192”
Steve DiStanislao – drums, double bass on “192”


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Rock, Live


Trackliste:

CD1:

1. Speak To Me (1:22)
2. Breathe (2:48)
3. Time (5:37)
4. Breathe (Reprise) (1:31)
5. Castellorizon (3:47)
6. On An Island (7:26)
7. The Blue (6:38)
8. Red Sky At Night (3:02)
9. This Heaven (4:32)
10. Then I Close My Eyes (7:41)
11. Smile (4:25)
12. Take A Breath (6:47)
13. A Pocketful Of Stones (5:40)
14. Where We Start (8:01)

Gesamtspieldauer: 1:09:25


CD2:

1. Shine On You Crazy Diamond (12:06)
2. Astronomy Domine (5:02)
3. Fat Old Sun (6:39)
4. High Hopes (9:57)
5. Echoes (25:25)
6. Wish You Were Here (5:15)
7. A Great Day For Freedom (5:56)
8. Comfortably Numb (9:22)

Gesamtspieldauer: 1:19:45


DVD1:

Das Danzig Konzert:

1. Castellorizon
2. On An Island
3. The Blue
4. Red Sky At Night
5. This Heaven
6. Then I Close My Eyes
7. Smile
8. Take A Breath
9. A Pocketful Of Stones
10. Where We Start
11. Astronomy Domine
12. High Hopes
13. Echoes
14. A Great Day For Freedom
15. Comfortably Numb
16. Wot's... Uh The Deal? (Nicht aufgeführt im Booklet, wird während des Abspanns gespielt)

Gesamtspieldauer: 2:00:36

Gdańsk Diary - Dokumentation (37:34)


DVD2:

The Mermaid Theatre, London, March 2006

1. Shine On You Crazy Diamond (10:57)
2. Wearing The Inside Out (8:09)
3. Comfortably Numb (7:20)

The AOL Sessions, New York, April 2006

1. On An Island (6:48)
2. High Hopes (9:10)

Live from Abbey Road, London, August 2006

1. The Blue (6:27)
2. Take A Breath (6:20)
3. Echoes (Acoustic) (6:51)

Barn Jams, Sussex, England, January 2007

1. Barn Jam 166 (4:49)
2. Barn Jam 192 (2:49)
3. Barn Jam 121 (7:32)

Gesamtspieldauer der vier Konzerte / Sessions: 1:17:07


5.1 Surround Sound Mix des Albums „On An Island“ (nur Audio)

1. Castellorizon (3:54)
2. On An Island (6:47)
3. The Blue (5:27)
4. Take A Breath (5:45)
5. Red Sky At Night (2:53)
6. This Heaven (4:29)
7. Then I Close My Eyes (5:24)
8. Smile (4:04)
9. A Pocketful Of Stones (6:18)
10. Where We Start (6:49)

Gesamtspieldauer: 51:42

Gesamtspieldauer aller CDs und DVDs: 7:16:09




Insgesamt sieben Stunden, sechzehn Minuten und neun Sekunden Musik bekommt man mit dieser Ausgabe von „Live In Gdansk“ von David Gilmour geboten. Auf zwei CDs und zwei DVDs gibt es jede Menge David Gilmour Musik und auch eine gehörige Portion Pink Floyd Musik zu hören. Veröffentlicht wurde das Album am 22. September des Jahres 2008, eine Woche nachdem Richard Wright, der hier ebenfalls eine Hauptrolle spielt, verstorben war. Diese Zusammenstellung enthalt auf den zwei CDs das Danziger Konzert vom 26. August 2006, welches den letzten Auftritt der „On An Island“-Tour wiedergibt. Dieses fand vor 50.000 Zuschauern zu Ehren der Gründung der Gewerkschaft Solidarność statt. Die erste DVD beinhaltet einen zweistündigen Konzertausschnitt in Form eines Videos, jedoch nicht das komplette Konzert. Auf der zweiten DVD gibt es dann noch Live-Video-Ausschnitte anderer Konzerte und Sessions sowie, im 5.1 Surround Sound Mix, das komplette dritte Soloalbum des David Gilmour Album mit dem Titel „On An Island“ zu hören.

Im Zentrum der ersten CD steht das David Gilmour Album „On An Island“. Nur wenige der 50.000 Zuschauer und Zuhörer werden deswegen zu diesem Konzert gekommen sein. Das Konzert startet zwar mit vier Liedern aus dem Pink Floyd Album „The Dark Side Of The Moon“, dann ist jedoch Schluss und es folgt der Schwenk auf dieses David Gilmour Solo-Album, welches so gar nichts mehr mit der Pink Floyd Musik zu tun hat. Die Platte wird hier komplett durchgespielt, klingt auch ganz nett, ist jedoch wahrlich nichts Besonderes mehr. Langsamer Rock mit leichtem Einschlag zum Pop, es gibt heute wahrlich interessantere und vor allen Dingen auch innovativere Musik.

Die zweite CD ist da für den Pink Floyd Fan, aber auch für Musikfreundinnen und -freunde insgesamt deutlich interessanter. Jetzt gibt es Pink Floyd zu hören und auch ältere Stücke haben Aufnahme in die Seltlist gefunden. „Astronomy Domine“, „Fat Old Sun“ und vor allen Dingen „Echoes“ lassen einem das Herz schneller schlagen und ein Gefühl der Wärme macht sich breit. Hier lohnt das Zuhören nun wahrlich. Die Mischung aus älteren und „neueren“ Pink Floyd Stücken stimmt nun ebenfalls und stellt eine Bereicherung der Musik dieser Band dar.

Höhepunkt der Veröffentlichung ist allerdings die erste DVD. Auch hier wird zwar zuerst das komplette Album „On An Island“ erneut vollständig durchgespielt, aber die Version von „Echoes“ in Ton und Bild entschädigt für vieles. In diesen Aufnahmen Rick Wright auch beim Gesang zu sehen und zu hören, lässt jede Menge Melancholie aufkommen. Dazu ist diese Version des Pink Floyd Klassikers eine überaus gelungene. Dass die Musiker von Pink Floyd allerdings nicht die allerbesten Sänger waren, um es mal freundlich zu formulieren, hört man dann an der letzten Nummer „Comfortably Numb“. Auf „The Wall“ hatten sich noch Roger Waters und David Gilmour den Gesang geteilt, hier übernimmt jetzt Rick Wright den Part von Roger Waters. Es klingt zumindest „bemüht“, trotzdem hat man ein Lächeln auf den Lippen, die beiden hier dieses Lied spielen zu sehen. Auf allen Stücken, auf denen Rick Wright auch ursprünglich sang, passt sein Gesang allerdings perfekt.

Die zweite DVD enthält schließlich Ausschnitte aus verschiedenen Konzerten des David Gilmour. Auch hier sind es die Pink Floyd Titel und die Szenen mit Rick Wright, die überzeugen können. Dazu gibt es noch drei Session Lieder aus dem Januar 2007, die in David Gilmours Tonstudio aufgenommen wurden. Eine ganz nette Zugabe. Ebenfalls eine Zugabe stellt dann der 5.1 Surround Sound Mix des Albums „On An Island“ dar. Nur leider ist diese Platte unfassbar langweilig, sodass sich ein häufigeres Abspielen einfach nicht lohnt.

Fazit: „Live In Gdansk“ lebt von den Pink Floyd Liedern und den Bildern mit Rick Wright. Leider ist das Album „On An Island“, in dessen Zusammenhang diese Veröffentlichung entstand, eine sehr langweilige Platte geworden. Trotzdem hat „Live In Gdansk“ etwas, nämlich einen hohen Nostalgie-Faktor, der Melancholie aufkommen lässt und die Sentimentalität befeuert. Aber das war es dann auch schon. Bei über sieben Stunden Laufzeit sind die Höhepunkte einfach zu rar gesät. Neun Punkte.

Anspieltipps: Echoes auf CD und DVD